[Gastrezension] American Horror Story – Asylum (Staffel 2)

American_Horror_Story_Staffel2_CoverTitel: American Horror Story – Asylum (Staffel 2) (engl.: „American Horror Story: Asylum“)
Idee: Ryan Murphy / Brad Falchuk
Genre: Horror / Thriller / Drama / Fantasy / Mystery
Musik: Cesar Davila-Irizarry (Theme) / Charlie Clouser (Theme) / James S. Levine
Dauer: 13 Folgen à ca. 38 Minuten
Erscheinungsjahr: USA: 2012/2013 / Deutschland: 2012/2013
Altersfreigabe: FSK 18

„Die Briarcliff-Nervenklinik in den 60er Jahren. Es sind allzu reale Schrecken, die die Insassen der berüchtigten Anstalt an der US-Ostküste in den Wahnsinn treiben. Unter dem harten Regiment der strengen Nonne Schwester Jude (Oscar®-Gewinnerin Jessica Lange) rücken die Spezialisten den Geisteskrankheiten ihrer Patienten zu Leibe, und hinter jeder Ecke lauern schockierende Geheimnisse. Ob dämonische Besessenheit, Entführungen durch Außerirdische oder die Ankunft des psychopathischen Frauenmörders ‚Bloody Face‘ – die Nervenärzte des Irrenhauses müssen bald erkennen, dass auch ihre Wissenschaft gegen manche Phänomene machtlos ist…“
(Rückentext der DVD)

Endlich konnte ich die Staffel gucken, wegen der vor einigen Jahren „American Horror Story“ überhaupt in mein Blickfeld rückte. Ich habe eine seltsame Faszination für alte – am besten leer stehende – Nervenheilanstalten. Das bedeutet für mich den ultimativen Grusel. Deswegen gefiel mir beispielsweise der Film „Stonehearst Asylum“ unglaublich gut.

Es ist 1964 und die Briarcliff-Nervenklinik wird von der strengen Schwester Jude geleitet. Ihre Methoden und die der nicht minder strengen Ärzte schaffen einen stetigen Quell der Qual. Dabei haben die Patienten durch ihre psychische Situation und das Eingesperrtsein schon genug Leid. Und plötzlich wird der Frauenmörder Kit „Bloody Face“ Walker in die Klinik gebracht. Er häutet seine Opfer bei lebendigem Leib und köpft sie danach. Die Journalistin Lana Winters versucht für eine Story über den Mörder heimlich in die Klinik zu kommen, doch Kit behauptet vehement, unschuldig zu sein.
Doch egal, ob unschuldig oder nicht, ob eingeliefert und heimlich hineingestohlen – alle sind plötzlich den Grausamkeiten ausgesetzt.

Die Geschichte ist schon allein aufgrund des Settings spannend. Die alten Gemäuer, die alten Methoden, die konservativen Charaktere. Und zusätzlich stellen sich ab Folge 1 so viele Fragen, die man unbedingt beantwortet haben möchte: Ist Kit „Bloody Face“? Wenn nicht, wer ist es dann? Kommt die Journalistin bald wieder raus? Gab es wirklich Alien-Entführungen? Und was sind das für gefährliche Kreaturen im Wald?
Die Spannung wird permanent oben gehalten. Es gibt kaum Phasen, in denen die Insassen und die Zuschauer durchatmen können. Überall lauern neue Gefahren.
Und trotz dieser hohen Spannung fehlt der Nervenkitzel. Es ist unglaublich interessant und man will wissen, wie es weitergeht, aber man kann den Fernseher auch ausmachen und morgen weiterschauen.

„American Horror Story – Asylum“ ist nicht ohne Grund ab 18 Jahren. In jeder Folge fließt, spritzt und tropft Blut. Es wird geschrien und geschlagen, geheult und gefoltert. Und an vielen Stellen ist es einfach nur eklig.
Mir persönlich fehlte aber ein wenig der Gruselfaktor. Zumindest, wenn man es als unterschwelligen, geheimnisvollen Grusel versteht. Die Atmosphäre war zwar permanent düster, aber der Horror hier war eher derb und offensichtlich. Dabei ging es nicht nur um all das Blut und die Morde, sondern auch um das große Ganze: Der Horror, der einem in einer Nervenheilanstalt vor einem halben Jahrhundert widerfahren konnte mit all den grausamen Behandlungen.

Trotzdem blieb „American Horror Story“ Elementen treu, die in der ersten Staffel schon gut funktioniert hatten.
Wieder gibt es allerhand Zeitsprünge, um ein umfassendes Bild über die Briarcliff-Nervenklinik und die Patienten zu vermitteln.
Auch die Kameraführung war wieder grandios. Schnelle Schnitte, kurzes Einblenden von grausigen Details, ungewöhnliche Kamerafahrten, überraschende Blickwinkel. Allein schon die Kameraarbeit ist wirklich ungewöhnlich.

Und auch weiteren Elementen ist man treu geblieben: den Schauspielern.
Viele aus dem Cast der letzten Staffel sind wieder dabei – ausnahmslos als neue Figuren. Und alle haben ihre Arbeit so gut gemacht, dass man in ihnen nie die Personen aus der ersten Staffel sah. Sie verliehen den neuen Personen so viel Ausdruck und Tiefgang, dass sie zu ihr wurden.
Die schauspielerische Leistung ist hierbei insgesamt besonders hervorzuheben. Jede Figur verlangt den Schauspielern viel ab. Jeder hatte dunkle und helle Seiten, niemand war mit einem Blick voll zu erfassen.
Egal, wie schlimm die angewandte „Heilmethode“ war, man nahm den Ärzten und Nonnen ab, dass sie nicht aus Sadismus handelten, sondern wirklich an ihr Tun glaubten.
Doch auch die Nebendarsteller, die, die immer nur im Hintergrund zu sehen waren, machten ihre Aufgabe perfekt. All die verschiedenen psychisch Kranken konnten überzeugen.

Bei der Musik wurde sich sehr zurückgehalten. Es gab ausschließlich instrumentale Stücke zur Untermauerung der Szenen. Sie waren vorrangig spannungs- und gruselfördernd: Schrille Streicher, lange Töne, leises Anschleichen der Musik.
Wenn es echte Stücke gab, waren sie explizit in die Handlung eingebaut.
So wie es war, passte es gut, war aber auch relativ eintönig.

Ebenfalls eintönig und doch passend waren die Gefühle. Natürlich fehlte hauptsächlich die positive Seite des Emotionsspektrums. Viele davon kamen zwar vor, aber nur in wenigen Szenen. Vielleicht sogar nur einmalig in der gesamten Staffel. Dafür gab es mehr als genug Angst, Schmerz, Sorge und Leid.
Diese wurden jedoch durchweg überzeugend dargestellt. Obwohl es so einfach gewesen wäre, war niemand drüber. Niemand schrie, jammerte oder heulte mehr, als nötig. Es gab kein Fremdschäm-Moment, kein: „Ist aber gut jetzt…“.

Jede Folge hatte circa 38 Minuten Laufzeit. Eine wirklich angenehme Länge, die definitiv reichte. 13 Folgen ist dagegen für eine Staffel eher kurz. Doch wie schon bei der ersten Staffel wären mehr Episoden im Zweifel nicht besser gewesen. Alles war auserzählt. Mehr Geschichten oder neue Figuren wäre künstliches In-die-Länge-Ziehen.
Auch diese Staffel ist in sich abgeschlossen. Season 3 wird ein komplett anderes Thema haben.

American_Horror_Story_Staffel2_DVDMeine Meinung:
Es muss zuallererst dringend gesagt werden, was für wahnsinnig gute Arbeit die Maskenbildner geleistet haben. Es ist nur eine Serie und trotzdem wurde auf so viele Details geachtet. Menschen, die nur für den Bruchteil einer Sekunde zu sehen sind, haben in Kleinstarbeit Entstellungen bekommen. Allein diese Mühe anzusehen macht schon Spaß.

Ich hätte aber gedacht, dass es mehr Grusel gibt. So richtig gruselig fand ich es nicht. Es war eher eklig. In dem Zusammenhang fehlten mir persönlich ein paar mehr Geheimnisse, falsche Fährten. Meine Erwartung basiert wohl auf der ersten Staffel, denn da gab es davon mehr als genug. Im Prinzip ist es aber ja eigentlich eher ein Vorteil, wenn die Produzenten das Ganze vielseitiger gestalten.

Wer kein Problem mit Blut, gruseligen Masken, düsteren Atmosphären, Nervenheilanstalten und übersinnlichen Elementen hat, der wird mit „American Horror Story – Asylum“ sicher genau so viel Spaß haben wie ich.

Meine Wertung:
Story: 8,0 von 10
Horror: 7,5 von 10
Spannung: 7,5 von 10
Länge: 7,5 von 10
Authentizität: 9,0 von 10
Emotionen: 7,0 von 10
Schnitt: 9,0 von 10
Musik: 6,0 von 10
GESAMT: 7,7

Reihenfolge:
1. American Horror Story (Staffel 1)
2. American Horror Story – Asylum (Staffel 2)
3. American Horror Story – Coven (Staffel 3)
4. American Horror Story – Freak Show (Staffel 4)
5. American Horror Story – Hotel (Staffel 5)
6. American Horror Story – Roanoke (Staffel 6)

Autor: buecherherz

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5 Gedanken zu „[Gastrezension] American Horror Story – Asylum (Staffel 2)

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