3. Geburtstag

Ja, es ist wieder soweit, mein Blog feiert nun seinen dritten Geburtstag.
Vorgestern vor zwei Jahren kam mein erster Artikel online. Damals war es der Dokumentarfilm „Home“, der den Grundstein legte.
Heute hat zacksmovie nicht nur eine gewisse Eigendynamik, sondern mich auch noch dazu animiert, ein paar YouTube-Videos zu erstellen. Das soll in Zukunft natürlich etwas verstärkt werden. Nach wie vor schaue ich unglaublich gerne Filme und habe auch noch Spaß daran, darüber etwas zu schreiben.

Hier eine kleine Statistik:
Im vergangenen Jahr wurden 66 Filme geschaut, im Jahr davor waren es noch 69.
Die Gesamtlaufzeit betrug 7314 Minuten (oder: 121,9 Stunden bzw. 5,07 Tage), im Jahr davor waren es noch 7155 Minuten. Die durchschnittliche Bewertung im letzten Jahr liegt bei 6,8, im Jahr davor betrug sie 7,1. Entweder werde ich also strenger oder die Filme schlechter.
Es wurden aber auch Serien geschaut. Um genau zu sein 19 Staffeln (im Vorjahr waren es noch 22 Staffeln) mit einer Gesamtlaufzeit von ca. 9761 Minuten (oder: 162,7 Stunden bzw. 6,78 Tage). Die Vorjahresstatistik hat noch eine Gesamtlaufzeit von 10466 Minuten aufgewiesen. Ich habe also weniger Serien geschaut.
Die durchschnittliche Bewertung lag im vergangen Jahr bei 7,5, im Vorjahr noch bei 7,7. Das macht ein Minus von 0,2 Punkten und untermauert ebenfalls, dass entweder die Serien, die ich mir angeschaut habe, schlechter werden, oder ich strenger.
(Die Gastbeiträge wurden nicht in meiner Statistik berücksichtigt.)

Mein allererster Dank gilt, wie immer, buecherherz. Sie liest meine Beiträge Korrektur und gibt mir in erster Linie auch immer wieder Feedback. Danke dafür.
Darüber hinaus geht ebenfalls ein fettes Dankeschön an die Blogger-Gemeinschaft.
Einige von euch sind mir da schon sehr ans Herz gewachsen und ich freue mich über eure Kommentare, Likes, Mails und WhatsApp-Nachrichten. Vielen lieben Dank.

An alle übrigen Leser, die sich mehr oder weniger freiwillig auf meinen Blog tummeln, die immer mal wieder lesen oder einfach durch Zufall hier gelandet sind: Euch gilt natürlich auch ein Dank, denn die vielen Aufrufe über Suchmaschinen zeigen mir, dass ich doch irgendwie gefunden werde. Ich bin hier also auf dem richtigen Weg.
Gerne darf mich jeder ansprechen, wenn ihr neue Ideen, Wünsche für Film- und Serienkritiken oder Challenges habt.

Nun genug der vielen Worte.
Einfach nur danke für eure Unterstützung.

Advertisements

„Der Koffer“ im Oktober 2017

Es ist mal wieder soweit. Allerdings kann ich aus Zeitgründen kein Video für diesen Artikel produzieren, ich versuche aber auch in Zukunft wieder eines (oder mehrere) zu erstellen.
Der Oktober war ein wirklich guter Monat, in dem ich mehr gesehen habe als gedacht. Der November ist bisher da leider eine kleine Enttäuschung. Deswegen kommt der Monatsrückblick auch MITTE des Monats. Zeitlich geht es gerade halt einfach drunter und drüber. Aber genug der ausschweifenden Worte. Hier sind die Filme und Serien, die meine Sammlung im Oktober haben anwachsen lassen:

„New In“ sind:
• „Suits“ (Staffel 5) (DVD, 2015/2016)
• „Better Call Saul“ (Staffel 1) (DVD, 2015)
• „Max Steel“ (DVD, 2016)
• „Arrow“ (Staffel 4) (DVD, 2015/2016)
• „Tanz der Teufel“ (DVD, 1981)
• „Tanz der Teufel 2 – Jetzt wird noch mehr getanzt“ (DVD, 1987)
• „Armee der Finsternis“ (DVD, 1992)
• „Legion“ (Staffel 1) (DVD, 2017)
• „Lucifer“ (Staffel 1) (DVD, 2016)
• „Wonder Woman“ (BluRay, 2017)

Mit der „Tanz der Teufel“-Trilogie besitze ich nun meine erste Horrorfilm-Reihe. Von „Legion“ kenne ich bereits die erste Folge, da ich damals die Serie auf Sky schauen wollte. Letzten Endes fehlte mir dann aber die Zeit, sie mir anzuschauen. Ich bin gespannt, wo mich die Serie hinbringt. Und mit „Wonder Woman“ ist das nächste Solo-Abenteuer aus dem DCEU endlich auch für das Heimkino erhältlich. Bisher habe ich alle Filme aus dem DCEU auf BluRay, daher habe ich auch diesen Streifen mit der blauen Hülle gekauft.

Auf der „Watched“-Liste sieht es wie folgt aus:
• „Kingsman: The Secret Service“ (DVD, 2014)

• „Kingsman: The Golden Circle“ (Kino, 2017)
Ein toller Nachfolger mit einem klasse Soundtrack. Eine stringente Fortsetzung, die mit Sicherheit auch ihren Weg in mein DVD-Regal finden wird.

• „Das geheime Fenster“ (DVD, 2004)

• „Rick and Morty“ (Staffel 1) (DVD, 2014/2015)

• „Prison Break“ (Staffel 2) (DVD, 2007/2008)

• „Hell or High Water“ (DVD, 2016)

• „The Missing“ (Staffel 2) (DVD, 2017) [Rezensionsexemplar]

• „Hacksaw Ridge – Die Entscheidung“ (DVD, 2016)

• „American Gods“ (Staffel 1) (DVD, 2017)

• „Das Morgan Projekt“ (DVD, 2016)

• „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“ (DVD, 2016)

• „Burn Notice“ (Staffel 1) (DVD, 2007)

• „Tanz der Teufel“ (DVD, 1981)

• „Wir kaufen einen Zoo“ (TV, 2001)
Eine Komödie, die es schafft, nicht allzu sehr klamaukartig zu sein und auch den Ernst des Lebens einfängt. Nach einer wahren Begebenheit.

Das war dann auch bereits der Oktober. Ich hatte besonders großen Spaß mit den Serien „American Gods“, „Burn Notice“ und „The Missing“. Besonders fasziniert hat mich „Hell or High Water“. Ein Film, den man unbedingt gesehen haben muss. Enttäuscht wurde ich von „Das Morgan Projekt“ und von „Das geheime Fenster“. Beide Streifen sind für die Tonne.

Tanz der Teufel

Titel: Tanz der Teufel (engl. „The Evil Dead“)
Genre: Horror
Regie: Sam Raimi
Musik: Joseph LoDuca
Produzenten: Robert G. Tapert
Dauer: ca. 82 Minuten
Erscheinungsjahr: 1981
Altersfreigabe: FSK 16

„Fünf Freunde (u.a. Bruce Campell und Ellen Sandweiss) wollen das Wochenende in einer kleinen Blockhütte mitten im Wald verbringen. Im Keller finden sie ein mysteriöses Buch und ein Tape, das sie sogleich abspielen. Das hätten sie besser nicht getan, denn es handelt sich um die Aufnahme einer Vorlesung aus dem Buch der Toten – und das Böse lässt nicht lange auf sich warten…“
(Rückentext der DVD)

Eigentlich wollte ich diese Kritik zu Halloween veröffentlicht haben. Leider hat das nicht geklappt.
Ich habe mir vorgenommen, öfter mal meine eigenen Grenzen zu überschreiten und mutig zu sein, indem ich mich Situationen aussetze, die mir persönlich nicht gefallen und sogar großes Unbehagen hervorrufen. Horrorfilme sind für mich ganz klar so etwas.

Mit „Tanz der Teufel“ habe ich mir einen klassischen Horrorfilm angesehen, der sogar als ein „Meilenstein“ des Gore- und Splatterkinos angesehen wird. Wie ich ihn empfunden habe, erfahrt ihr nun in meiner Kritik.

Die Handlung ist wirklich stark überschaubar: Fünf Freunde fahren in den Wald und wollen dort das Wochenende verbringen. Noch am gleichen Abend erkunden alle das Haus und finden ein Buch und ein Tonbandgerät mit einer Aufnahme. Diese wird abgespielt und beschwört quasi das Böse. Ab der Mitte fließt Blut und zwar bis zum Ende.

Anfang der 1980er Jahre hat man noch freiwillig ein Wochenende im Wald verbracht, heutzutage macht man so etwas nicht mehr. Zum Glück, denn Filme wie „Tanz der Teufel“ zeigen uns, dass das keine gute Idee ist und das nicht nur, weil es dort kein WLAN gibt.
Von Anfang an ist der Streifen unfreiwillig komisch. Schon auf der Hinfahrt, in einem recht unspektakulären Ausweichmanöver mit dem Auto, sieht man die hohe Kunst des Horrorfilms, indem die Insassen wild herumkreischen. Man sieht dann eine Mitfahrerin an der Scheibe kleben mit weit aufgerissenem Mund und einem schockierten Blick, der näher dem Tod als dem Leben ist. Ich fand es sehr amüsant und dachte mir: „Wenn jeder Horrorfilm so ist, dann ist meine Angst unbegründet.“
Der Reiz eines Horrorfilms ist für mich nicht die gezeigte Brutalität (ich selbst schaue gerne Kampf-, Action- und Kriegsfilme), sondern das, was der Film mit der menschlichen Psyche macht. Wenn es der Film in den Kopf schafft und man danach nur noch paranoid ist, dann hat der Streifen seinen Reiz entfaltet.
„Tanz der Teufel“ ist nicht so ein Film und er hat es zu keiner Sekunde in meinen Kopf geschafft.
Hin und wieder überkam mich der Ekel, weil die gezeigten Dinge wirklich unappetitlich sind.

Die Effekte sind so typisch für die 1980er Jahre. Allesamt sehen sie für heutige Maßstäbe extrem schlecht und unglaubwürdig aus. Auch die Schnitte wirken mehr so wie ein schlechter Scherz.

Spannungstechnisch ist der Film auch nicht das Wahre. Hier denke ich aber auch, dass ihn sich viele Leute deshalb anschauen, weil er so ein „Klassiker“ ist. Ansonsten kann er mit so ziemlich nichts aufwarten und das Interesse des Zuschauers wecken. Dass der Streifen nun endlich auch in Deutschland verfügbar ist, nachdem er lange auf dem Index stand, ist die andere Sache, die „Tanz der Teufel“ für Genrefans wiederum interessant macht.

Ich, als jemand, der kein Genrefan ist und auch sonst Probleme mit Horrorfilmen hat, finde diesen Film jetzt nicht so schlimm, dass man ihn gänzlich verbieten muss. Aber ich finde, er hätte ein FSK 18 verdient, weil er auch so unendlich geschmacklos ist.

Im Zuge der Darstellung sind alle Emotionen absolut überzogen und überspitzt. Keine Sekunde habe ich die Gefühle in der Mimik oder der Gestik abgenommen. Die Dialoge sind auch eher so mittelmäßig. Die Glaubwürdigkeit lässt dahingehend auch stark zu wünschen übrig.

Die Filmmusik ist absolut klischeehaft und genau das, was man von einem Horrorfilm erwartet. Das Klischee ist aber in diesem Streifen das Richtige und hat gut gepasst.

Meine Meinung:
„Tanz der Teufel“ ist ein klassischer Horrorfilm, ja, aber ist nicht gruselig. Durch seine unfreiwillig komischen Passagen, besonders zu Anfang, lockert er das Geschehen ungemein auf.

Außerdem stelle ich schockiert fest, dass der Streifen nur noch FSK 16 hat. Wie krank ist die Welt geworden? Erst stand er fast 30 Jahre auf dem Index und nun hat er nur noch FSK 16. Ich bin fassungslos und schockiert.

Obwohl ich „Tanz der Teufel“ doch eher als langweilig und uninspiriert empfand, muss ich auch sagen, dass ich froh bin, mir diesen „Meilenstein“ angesehen zu haben. Und bei alldem war er doch erstaunlich kurzweilig. Punkte muss ich ihm einfach abziehen, obwohl die alten Effekte schon einen gewissen Charme haben.

Meine Wertung:
Spannung: 5,0 von 10
Story: 5,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 4,0 von 10
Authentizität: 4,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
GESAMT: 5,3

Vaiana – Das Paradies hat einen Haken

Titel: Vaiana – Das Paradies hat einen Haken (engl.: „Moana“)
Genre: Animationsfilm
Regie: Ron Clements / John Musker
Musik: Opetaia Foa’i / Mark Mancina / Lin-Manuel Miranda
Produzenten: Osnat Shurer
Dauer: ca. 103 Minuten
Erscheinungsjahr: 2016
Altersfreigabe: FSK 0

„Die temperamentvolle und eigenwillige Vaiana (gesprochen von Lina Larissa Strahl) ist von Geburt an mit einer einzigartigen Verbindung zum Ozean gesegnet. Mutig setzt sie die Segel und macht sich zusammen mit dem selbstverliebten Halbgott Maui (gesprochen von Andreas Bourani) auf die Suche nach den Geheimnissen ihrer Vorfahren. Ihr Weg birgt jede Menge aufregende Erlebnisse und Begegnungen mit den verrücktesten Kreaturen und führt Vaiana letztlich nicht nur auf die Spur ihrer Ahnen, sondern auch zu sich selbst.“
(Rückentext der DVD)

Dieses Mal habe ich mir „Vaiana“ angesehen und musste feststellen, dass der Film es aufgrund seines Aussehens und seiner „Schauplätze“ geschafft hat, die volle Aufmerksamkeit zu erlangen. Die Marketing-Maschine Disney hat da wieder voll ins Schwarze getroffen, auch wenn der Erfolg weit hinter die „Eiskönigin“ liegen wird.

Unsere Heldin ist in diesem Film das Mädchen Vaiana, das durch seine Taten Mut beweist und alles auf eine Karte setzt, um die Bewohner ihrer Insel zu retten. Alleine geht das allerdings nicht, denn sie benötigt die Hilfe des Halbgottes Maui, der seinerzeit das Herz von Te Fiti (ein magisches Artefakt) stahl, wodurch die ganze Region von der Finsternis bedroht ist. Nachdem Vaiana Maui aufgespürt hat, geht die Reise erst richtig los und dabei lernen sich der Halbgott und die Tochter des Stammeshäuptlings kennen. Zusammen müssen die zwei viele Gefahren durchstehen und da ist noch das Volk von Vaianas Insel, das gerettet werden muss.

Ach ja, ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich den Film finden soll. Denn irgendwie schafft es Disney mit der immer gleichen Story in so vielen verschiedenen „Szenarien“ erfolgreich zu sein. Einerseits ist das bemerkenswert, andererseits auch irgendwie langweilig. Die Story ist daher so vorhersehbar wie jede andere auch. Bei Disney gibt es keinen richtigen Innovationsgedanken und kleine Mädchen, die auf einen neuen Trend von Disney aufspringen, wird es wohl auch immer geben. Von daher wird die Zielgruppe immer erreicht, auch wenn die Filme immer die gleichen sind. Ob es „Pocahontas“, „Arielle, die Meerjungfrau“, „Die Eiskönigin“ oder „Vaiana“ ist.

Erzählerisch bewegt sich der Film also auf einem absolut normalen Niveau und weiß weder zu überzeugen noch zu enttäuschen. Eine chronologische Darstellung der Ereignisse ist da auf jeden Fall nicht das schlechteste Mittel. Ein paar Dinge gibt es allerdings schon noch, die man hervorheben darf. Es gibt Passagen, in denen die Figuren ihre schönste Gesangsstimme rausholen und ein Lied nach dem anderen schmettern. Das passt sehr gut und Disney bleibt hier seinem alten Stilmittel treu. Kleine Mädchen singen halt gerne und die Lieder im Film laden sie herzlich dazu ein.

Die Animationen sind sehr gut umgesetzt. Ich war fasziniert von den Haaren, denn jedes Mal, wenn sie sich bewegten, dachte ich: „Boah. Die sehen extrem realistisch aus.“ Und spätestens, wenn Teile der Geschichte mit einem Zeichentrickstil karikiert werden, denkt man: „Wow, jetzt werden in einem Animationsfilm Teile der Handlung mit einem anderen Zeichentrickstil dargestellt.“. Da hat man die hohe Kunst des Animierens schon fast in seiner Gänze gesehen.
Insgesamt macht „Vaiana“ an diesem Punkt sehr viel richtig und das ist den Machern auch durchaus bewusst.

Der Humor in einem Disney-Animationsfilm darf natürlich auch nicht fehlen, aber in diesem Fall fällt er nicht ganz so gut aus, wie in anderen Filmen. Mir fiel es schwer, irgendeine Figur witzig zu finden und mitunter war der Witz auch durchaus infantil. Eine Ausnahme ist der Hahn Heihei, der immer wieder unvorhersehbare Dinge macht.

Mit ca. 103 Minuten finde ich den Streifen allerdings auch deutlich zu lang. Andere Filme schaffen es auch in weniger Zeit, die gleiche Story zu erzählen. In diesem Punkt finde ich daher „Vaiana“ nicht ganz gelungen. Die Längen merkt man dem Film an, ich war schnell gelangweilt. Bei kleinen Mädchen wird wahrscheinlich ein anderes Problem in den Vordergrund treten, denn kleine Kinder haben meistens kleine Blasen.

Meine Meinung:
„Vaiana“ hat mir den typischen Disney-Stoff vorgestellt und das Ganze in ein anderes Setting gepackt. Mit Polynesien bekommt man da auf jeden Fall mal etwas anderes zu Gesicht, das auch durchaus zu überzeugen weiß.
Die Animationen waren zwar sehr gut und auf einem Top-Niveau, jedoch blieb die Handlung weit hinter ihren Möglichkeiten, da sie auch zuweilen sehr vorhersehbar ist.

Spannung kommt nur punktuell, es reicht aber nicht, um mir den Film großartig schmackhaft zu machen. Einmal anschauen reicht also völlig aus. Im Gegensatz zur „Eiskönigin“ kann „Vaiana“ nicht mit vielen witzigen Nebenfiguren punkten, die man immer wieder gerne neu kennenlernen möchte.

„Vaiana“ – nice to know, ohne Überraschungen, mit tollen Animationen.

Meine Wertung:
Spannung: 5,0 von 10
Animationen: 10 von 10
Humor: 5,0 von 10
Story: 6,5 von 10
Länge: 5,0 von 10
Musik: 8,5 von 10
GESAMT: 6,7

Es läuft gerade die Serie… „Lucifer“ (Staffel 1)

Ich habe nicht nur einige persönliche Empfehlungen erhalten, sondern obendrein auch einiges zu dieser Serie im Internet gelesen. Bei meinem letzten Streifzug durch den Laden meines DVD-Dealers des Vertrauens habe ich die erste Staffel von „Lucifer“ einfach mal mitgenommen. Ich bin schon gespannt, was ich zu sehen bekomme. Hier gibt es zunächst den Rückentext der DVD:

„Als Herrscher der Hölle langweilt sich der unglückliche Lucifer Morningstar – deshalb zieht er um in die Stadt der Engel, was ihm teuflisch Spaß bringt. Als ein schöner Popstar vor seinen Augen ermordet wird, kommt erstmals seit 10 Millionen Jahren ein Gefühl in Lucifer auf. Regt sich da sein natürlicher Trieb, die Bösen zu bestrafen? Oder etwas anderes – zum Beispiel Mitgefühl? Chloe Decker vom LAPD-Morddezernat übernimmt die Ermittlungen, und als Lucifer ihr beim Lösen des Falls hilft, schwankt ihre Reaktion zwischen Ekel und Faszination. Lucifer ist hingerissen von Chloes angeborener Güte und fragt sich, ob auch für ihn noch Hoffnung bestünde – vielleicht sogar eine Chance auf Erlösung? Jedenfalls werden die Bösen ständig auf Trab gehalten, während die Serie uns dazu verführt, per Binge Watching gleich alle 13 düster-sexy und respektlos-frechen Episoden dieser höllisch beschwingten, diabolischen Staffel hintereinander anzuschauen.“
(Rückentext der DVD)

Burn Notice (Staffel 1)

Titel: Burn Notice (Season 1)
Idee: Matt Nix
Genre: Action / Drama / Thriller
Musik: John Dickson
Dauer: 12 Folgen à ca. 40 Minuten (Pilotfolge ca. 90 Minuten, Staffelfinale ca. 80 Minuten)
Erscheinungsjahr: USA: 2007 / Deutschland: 2009
Altersfreigabe: FSK 16

„CIA-Agent Michael Westen (Jeffrey Donovan) wird während eines Undercover-Einsatzes in Nigeria von der US-Regierung fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel. Er schafft es gerade noch, das Land zu verlassen und landet in seiner Heimatstadt Miami. Dort helfen ihm Ex-Freundin Fiona (Gabrielle Anwar) und sein bester Freund, der ehemalige CIA-Mitarbeiter Sam (Bruce Campell), herauszufinden, warum er auf die Abschussliste gesetzt wurde. Zwischenzeitlich verdingt sich Westen erfolgreich als Privatdetektiv – nicht zuletzt wegen seiner Fähigkeiten als Top-Spion…“
(Rückentext der DVD)

Wie bereits in meinem „Es läuft gerade die Serie…“-Artikel beschrieben, habe ich damals im TV diese Serie immer mit meinem Vater zusammen geschaut. Ich habe sie mir irgendwann auf DVD zugelegt, weil ich damals immer sehr großen Spaß beim Schauen hatte. Irgendwann stellte ich fest, dass ich einer der wenigen in meinem Bekanntenkreis bin, der diese Serie kennt. Das möchte ich mit diesem Artikel ändern.

Die Story dreht sich um Michael Westen, der ein CIA-Agent ist, bis zu dem Punkt, als er fallen gelassen wird. Er entkommt aus seiner misslichen Lage und schafft es mehr oder weniger in Sicherheit. Er kommt in seiner Heimatstadt an und dort warten ganz andere Probleme. Neben seiner Ex-Freundin Fiona und seinem alten Kumpel Sam lebt dort auch seine Mutter, die eigentlich selbst ganz wunderbar eine Spionin hätte sein können.
Er macht sich sein Wissen zu Nutze und nimmt von ganz unterschiedlichsten Leuten Aufträge an, damit er sich irgendwie über Wasser halten kann, denn eigentlich möchte er nur eines: Wissen, warum er kalt gestellt wurde und ob es wieder rückgängig gemacht werden kann.
Bei allem, was passiert, verliert die Serie nie das Ziel: Michaels „Burn Notice“.

„Burn Notice“ ist eine actiongeladene Spionage-Thriller-Drama-Serie, die mich sehr stark an andere alte „Klassiker“ erinnert. Michael Westen ist ein James Bond unter der Sonne Miamis, er ist cleverer als MacGyver und gefährlicher als das A-Team und dabei verinnerlicht er auch noch andere sehr starke Attribute.
Abgerundet wird die komplette Staffel mit Michael Westen, der aus dem Off zum Zuschauer spricht und immer wieder das Geschehen mal ernsthaft, mal witzig kommentiert.
Es gibt auch immer wieder Geschehnisse, die für jeden normalen Menschen fernab der Realität sind, die hier allerdings thematisiert und gezeigt werden. „Burn Notice“ nimmt sich an dieser Stelle selbst auch nicht zu ernst. Die Folgen selbst bauen nur sehr lose aufeinander auf und sind inhaltlich voneinander losgelöst. Was jedoch nicht verloren geht, ist das übergeordnete Thema der Burn Notice.

Die Figuren sind allesamt sehr originell und glaubwürdig und da sind die Eigenschaften eines Einzelnen ein ganz wichtiger Punkt. Alle Charaktere sind absolut unterschiedlich und passen so wunderbar zusammen, weil sie sich hervorragend ergänzen. Ich hatte das Gefühl, dass ich einer eingeschworenen Gruppe dabei zusehe, wie sie die Welt – nicht unbedingt retten aber – verändern.
Das hat unglaublich viel Spaß gebracht. Auch die „Fälle“, die man zu sehen bekommt, sind spannend konstruiert und man ist gespannt, was sich Michael und seine beiden Freunde einfallen lassen.

Emotionstechnisch wird es schwierig. Man bekommt einiges geboten, aber gleichzeitig sind die Figuren darum bemüht, so wenig wie möglich von sich preiszugeben. Das wirkt zwar dann im ersten Moment sehr steif, allerdings wird in den richtigen Momenten ein Blick geworfen, eine Aktion durchgeführt oder etwas gesagt, damit der Zuschauer weiß: „Ok, er/sie macht es nicht, weil es Berechnung ist, sondern weil mehr daran hängt.“ Und in diesen Szenen funktioniert „Burn Notice“ sehr gut, denn diese Augenblicke kommen öfter vor, als man sich vorstellen kann.
Auf der anderen Seite zeigen die Figuren eine ganz andere Seite von sich, wenn es zur Sache geht. Die „hemmungslosen“ und actionreichen Szenen üben dabei gleichermaßen ihren Reiz auf den Zuschauer aus wie die übrigen Charakterszenen, die allesamt einen besonderen Einblick in die einzelnen Figuren geben.

Die Schnitte sind ganz unterschiedlicher Art und sind nicht einfach nur dafür gedacht, zwischen zwei Szenen zu wechseln. Im Fall von „Burn Notice“ werden ihnen gleich noch andere Aufgaben zuteil.
Sie sind stilistisch so eingebunden, dass sie immer mal wieder das Geschehen stoppen, Michael etwas aus dem Off sagt, die Szene danach weiter geführt wird und eine Situation, die sich bereits angekündigt hat, aufgelöst wird. Auch sonst gibt es immer wieder Bilder zu sehen, die spannend aussehen, weil mit dem Schnitt gearbeitet wird. Auch gibt es Einblendungen, die einer Person zuzuordnen sind und damit auch die Ereignisse und Figuren erklären.

Die Musik ist ganz unterschiedlicher Natur. Oft gibt es Party-Musik zu hören, weil es zum Setting passt, auf der anderen Seite hören wir dann aber auch unterstützende Melodien, die zur Situation passen und die Spannung ein Stück weit nach oben treibt. Am Ende macht es eben der Mix und
der ist in dieser Serie durchaus ausgewogen und gefällt mir persönlich sehr gut.

Das einzige, was ich zu bemängeln habe, ist die Laufzeit. 12 Folgen sind mir persönlich zu wenig und ich möchte einfach mehr und länger bei den Figuren bleiben. Die Laufzeit von ca. 40 Minuten hingegen ist angemessen. Die Pilotfolge hat mit 90 Minuten auch eine perfekte Laufzeit und führt da schon zu Beginn alle Figuren gekonnt und umfassend ein. Das Staffelfinale besteht aus einer Doppelfolge und dauert ca. 80 Minuten. Dennoch muss ich an dieser Stelle Punkte abziehen.

Meine Meinung:
Wer meine Begeisterung aus den ersten Sätzen erkennt, der kann sich durchaus vorstellen, wie die Bewertung ausfällt. Ich bin nach wie vor sehr begeistert und auch wenn man sich beispielsweise die Serie auf IMDB anschaut, bekommt man ein durchaus positives Ergebnis zu sehen.

Ich muss jedem diese Serie empfehlen, der sich für Spionage-Action-Thriller-Drama-Serien interessiert und damit auch etwas anzufangen weiß.
Ich wurde einfach abgeholt und mag diese Serie total gerne und freue mich daher auch schon darauf, wenn ich mir die zweite Staffel anschaue, die ich natürlich auch auf DVD habe.

Meine Wertung:
Story: 9,5 von 10
Spannung: 9,5 von 10
Länge: 6,0 von 10
Authentizität: 9,0 von 10
Emotionen: 8,0 von 10
Schnitt: 10 von 10
Musik: 8,0 von 10
GESAMT: 8,6

Das Morgan Projekt

Titel: Das Morgan Projekt (engl. „Morgan“)
Genre: Action / Thriller / Science-Fiction
Regie: Luke Scott
Musik: Max Richter
Produzenten: Mark Huffam / Michael Schaefer / Ridley Scott
Dauer: ca. 88 Minuten
Erscheinungsjahr: 2016
Altersfreigabe: FSK 16

„Von dem Oscar®-nominierten Produzenten Ridley Scott und dem Regisseur Luke Scott stammt dieser mitreißende, hochspannende Thriller. Hochkarätig besetzt mit Kate Mara, Paul Giamatti, Toby Jones, Jennifer Jason Leigh und Rose Leslie. In einem abgelegenen, streng geheimen Labor arbeitet eine Gruppe von Wissenschaftlern an einem Experiment, das den Weg für die nächsten Schritte der menschlichen Evolution bereiten soll. Der Gegenstand des Experiments ‚Das Morgan Projekt‘ – ein genmanipulierter ‚Mensch‘ (Anya Taylor-Joy) – löst ein schreckliches Ereignis aus. Die hinzugezogene Krisenmanagerin Lee Weather (Kate Mara) muss nun entscheiden, wie sie die von ‚Morgan‘ ausgehende Gefahr einstuft.“
(Rückentext der DVD)

Ich habe mir dieses Mal den Film „Das Morgan Projekt“ angeschaut. Ich hatte damals den Trailer im Kino gesehen und fand ihn auf Anhieb interessant. Irgendwann habe ich ihn dann auch gekauft und wie ich ihn finde, könnt ihr nun in meiner Kritik lesen.

Die Story dreht sich um ein Forschungsprojekt namens MORGAN, bei dem ein humanoider Organismus genetisch so manipuliert wird, dass dieser sich von anderen Menschen in einer Vielzahl von Merkmalen unterscheidet. Meine persönliche Einschätzung nach Sichtung des Trailers im Kino ging eher in die Richtung des „10-Prozent-Mythos“, aber tatsächlich wird die Gehirnkapazität nicht im Ansatz gewürdigt.
Die Erzählweise ist überaus einfach gehalten. Relativ schnell werden alle Personen vorgestellt und die Handlung wie in einem Schlauch vorangetrieben. Zwar gibt es das eine oder andere Geheimnis, das erst zum Ende hin offenbart wird, aber auf dem Weg dorthin kann es auch schon vorhergesehen werden.

„Das Morgan Projekt“ weiß leider nicht zu überzeugen, denn die Charaktere sind viel zu flach und Beziehungen werden in letzter Konsequenz nur durch Rückblenden angedeutet. Sowie es tiefer geht, wird es leider stark unglaubwürdig. In dem Fall nehme ich den Schauspielern ihre Rolle ganz und gar nicht ab. Ähnlich sieht es mit den gezeigten Emotionen aus. Zwar sieht man mehr als eine pure Andeutung, aber es bleibt eben doch unglaubwürdig, egal wie viele Emotionen gezeigt werden.
Die angesprochenen Punkte sind dabei nicht mal das Schlimmste. Fatal wird es erst, wenn alle Figuren unsympathisch sind und beim Zuschauer keinen Anklang finden. „Das Morgan Projekt“ hat leider genau diese Schwäche und wird die komplette Laufzeit nicht darüber hinwegkommen.
Bei all der Negativität gibt es allerdings auch eine Sache, die irgendwie besser war.

Im Bereich der Action wurde ein überzeugenderes Bild geboten. Zwar war der Film stellenweise total überladen, aber immerhin passierte dann mal was. Technisch bewegt sich der Streifen aber auf einem soliden Niveau, wenn man allerdings ins Detail geht, fängt er an nachzulassen. Das gilt insbesondere für Szenen, in denen die Story vorangetrieben werden soll und man erst den Umweg durch eine Actionsequenz gehen muss, weil eine einfache Verfolgungsjagd nicht reicht, sondern auch immer noch irgendwie rumgeballert werden muss. Manchmal ergeben Schießereien oder Kampfszenen auch einfach keinen Sinn.

Die Musik stand ein, zwei Mal im Spotlight, aber weitestgehend wird ihr keine besondere Aufgabe zuteil. Auch sonst verhält sie sich die meiste Zeit sehr unauffällig. Kurz vor Schluss wird der Regisseur auch noch ganz mutig und lässt sie für einige Sequenzen komplett weg. In dem Fall hat es mir schon sehr gut gefallen, da der Fokus dadurch auf den Ort, ein abgeschottetes Waldstück, gelegt wurde. Das Gefühl der Isolation kam da kurzzeitig besonders gut durch.

Bei all dem Desaster, das dieser Film zu bieten hat, wurde ich in keiner Sekunde gepackt. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass ich mit zu großen oder anderen Erwartungen an den Film gegangen bin. Aus dem Grund fand ich am Ende „Das Morgan Projekt“ auch absolut nicht spannend oder gelungen.

Meine Meinung:
Am Ende bleibt mir nicht viel zu sagen, außer, dass „Das Morgan Projekt“ ein glatter Fehlkauf war. Selbst wenn es sich nicht um den „10-Prozent-Mythos“ dreht, wären mehr Tiefe, mehr Einsatz von Mystery- oder Horrorelementen wünschenswert gewesen. Allerhöchstens bedient dieser Film ansatzweise das Science-Fiction-Genre, aber mit Mystery oder Thriller hat dieser Film letztendlich recht wenig zu tun.

Punkte müssen abgezogen werden, aber eine einfache Entscheidung wird es dennoch nicht. Ich frage mich nur gerade, ob der Film mittelmäßig oder schon schlecht ist.
Das muss jeder für sich entscheiden.

Meine Wertung:
Spannung: 4,0 von 10
Action: 7,0 von 10
Story: 5,0 von 10
Länge: 4,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,0 von 10
Authentizität: 3,5 von 10
Musik: 7,0 von 10
GESAMT: 5,1

[Gastrezension] Pretty Little Liars (Staffel 2)

Titel: Pretty Little Liars (Staffel 2) (engl.: „Pretty Little Liars (Season 2)“)
Idee: Marlene King (Serie) / Sara Shepard (Bücher)
Genre: Mystery / Drama / Romanverfilmung
Musik: Michael Suby
Dauer: 25 Folgen à ca. 42 Minuten
Erscheinungsjahr: USA: 2011/2012 / Deutschland: 2013
Altersfreigabe: FSK 12

„Ganz Rosewood will wissen, wer Alison umgebracht hat – gemunkelt wird von Aria, Emily, Hanna und Spencer. Die Girls sehen sich gezwungen, ihre Freundschaft von nun an heimlich zu pflegen, und weil sie auch eine Therapie machen müssen, fühlen sie sich völlig isoliert. Gibt es vor dem aufmerksamen Auge von „A“ kein Entrinnen? Nicht nur das Verhältnis zu den Eltern ist zerrüttet – auch in den Liebesbeziehungen hängt der Haussegen schief. Deshalb überlegen die Girls, ob sie ihr Geheimnis preisgeben sollen – was ihren Pakt nur noch mehr belastet. Während das Geheimnis immer undurchdringlicher erscheint, tauchen weitere Leichen auf, und „A“s Botschaften werden immer bedrohlicher. Jetzt brauchen die Girls einander mehr denn je.“
(Rückentext der DVD)

Ich habe es nicht ausgehalten und konnte keine Pause nach Staffel 1 machen. Ich musste unbedingt weiterschauen und sehen, wie es mit den vier Freundinnen weitergeht.

Nicht nur ich machte direkt weiter, auch Staffel 2 setzt nur wenige Stunden nach dem Finale der Vorgängerstaffel an. Ians Leiche ist verschwunden und niemand glaubt Aria, Hanna, Emily und Spencer. Nicht einmal ihre Eltern. So finden sie sich bald bei einer Psychologin wieder. Doch nicht nur deswegen fällt es der Clique immer schwerer, das Geheimnis um A zu verschweigen. Es fällt auch immer schwerer, ihre Freunde und Familien zu belügen. Und das, obwohl As Schritte und Forderungen immer extremer, gefährlicher und schmerzhafter werden.

Die Geschichte geht weiter, hat sich aber weder in der Erzählweise, noch in den Grundzügen geändert. Immer noch bestehen die großen Fragen, wer A ist und wer Alison getötet hat. Diese Fragen versuchen die Mädchen immer noch durch eine Mischung aus Detektivarbeit und Schnitzeljagd zu lösen.
Die Spannung ist dabei ungebrochen hoch, vor allem, weil stetig neue Kleinigkeiten und Informationen preisgegeben werden. Dabei werden immer noch neue Verdachtsmomente eingestreut und die Meinungen zu einzelnen Figuren in Frage gestellt. Genau deswegen kommt es zu Überraschungen, Wendungen und sprachlosen Momenten – im und vor dem Fernseher. Nichtsdestotrotz werden die Geschehnisse und neuen Erkenntnisse aber nie unlogisch oder übertrieben. Nur sind manche Zufälle und Pläne von A zu leicht umgesetzt. Zu einfach schlucken die Mädels manchen Köder oder finden den Hinweis. Für manche Schlussfolgerungen würden Normalsterbliche wohl auch länger brauchen als Aria, Hanna, Emily und Spencer.
Die Geschichte und die Geheimnisse sind insgesamt tiefgreifender, weitreichender und verworrener geworden. Deswegen sollte man auch als Zuschauer immer konzentriert bleiben, denn kleine Hinweise, die vor mehreren Folgen aufkamen, könnten plötzlich wieder wichtig werden.
Klassisch für amerikanische Serien gibt es in Staffel 2 auch zum ersten Mal eine Halloween-Folge, die sogar mit einem speziellen Intro aufwartet.

Wieder werden neben dieser Hauptstory andere Themen behandelt, die für Jugendliche wichtig sind, wie homosexuelle Beziehungen oder (Cyber)Mobbing. In diesen augenscheinlichen „Nebenbereichen“ liegt eine ganz große Stärke der Serie.

Die Figuren haben sich deutlich weiterentwickelt. Jeder in seiner Art. Selbst die Nebenfiguren sind nicht mehr die, die sie noch in Staffel 1 waren. Dabei haben alle eine logische, wenn auch nicht immer positive Entwicklung und Veränderung genommen. Auch das macht es so spannend, die Serie zu verfolgen. Man kann sich nie darauf verlassen, dass jemand der bleibt, der er war. Oder eben vielleicht auch nicht war.
Insgesamt machen es einem aber viele Figuren wahnsinnig einfach, sein Herz an sie zu verlieren. Konnte ich in Staffel 1 noch klar Favoriten bei den vier Mädels und ihren jeweiligen Partnern ausmachen, fällt es mir nach dieser Staffel deutlich schwerer. Immer, wenn ich eine einzelne Charakterszene sehe, bin ich sicher, dass das mein Lieblingscharakter ist. Und schon in der nächsten Szene ändert es sich.

Die Emotionen spielen wieder eine große Rolle in der Geschichte. Die volle Bandbreite wird wieder abgedeckt. Und auch dieses Mal schaffen es die Schauspieler sie so überzeugend rüberzubringen, oft nur mit kleinen Blicken, dass sie mich mitgenommen, eingenommen und bewegt haben.
Einzig irritierend ist nur, dass die Figuren so schnell über Schicksalsschläge hinwegkommen. Unfälle, Trennungen, Tode… alles wird relativ kurz betrauert und dann geht es weiter.

Die Musik ist der Mischung aus instrumentaler, klassischer Filmmusik und echten Songs treu geblieben. Auffällig ist, wie unfassbar gutgemacht die Wechsel aus unbeschwerten Klängen hin zu nervenzerreißenden ist. Waren die Songs in der ersten Staffel noch schön und passend, aber irgendwie alle gleich im Stil, öffnet sich die zweite Staffel dahingehend etwas mehr. Der Hauptteil der Songs ist immer noch unbeschwert und leichtherzig, ohne kitschiger Pop zu sein, doch immer öfter werden auch Lieder eingesetzt, die sich deutlich absetzen und kantiger sind.
Für mich hat die Serie auch zwei Songs hervorgebracht, die ich auch nach dem Ausschalten der DVD höre. Einmal der Titelsong „Secret“ von The Pierces und ein Lied, das in der finalen Szenen eingesetzt wurde: „Suggestions“ von Orelia Has Orchestra.

Mit 22 Folgen und 925 Minuten bot die erste Staffel schon viel Stoff, doch die zweite Staffel legt da sogar noch einiges drauf. 25 Folgen und 1050 Minuten lang kann der Zuschauer sich nun in das kleine Städtchen Rosewood begeben und rätseln, entspannen, anspannen, sich gruseln und sich verlieben.

Meine Meinung:
Ich würde mich am liebsten den ganzen Tag mit der Serie beschäftigen, selbst wenn ich sie nicht schaue. Ich möchte sie all meinen Freunden empfehlen oder mit ihnen darüber reden. Oder zumindest würde ich gern ganz viel googeln. Spannende Storys vom Set oder von den Schauspielern lesen. Doch ich traue mich nicht. Zu groß ist meine Angst, gespoilert zu werden.
Ich kann es kaum abwarten, mit Staffel 3 weiterzumachen, denn auch diese liegt schon neben dem Fernseher.

Meine Wertung:
Story 8,5 von 10
Spannung: 8,0 von 10
Länge: 8,5 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Emotionen: 8,0 von 10
Schnitt: 9,0 von 10
Musik: 8,0 von 10
GESAMT: 8,3

Reihenfolge:
1. Pretty Little Liars (Staffel 1)
2. Pretty Little Liars (Staffel 2)
3. Pretty Little Liars (Staffel 3)
4. Pretty Little Liars (Staffel 4)
5. Pretty Little Liars (Staffel 5)
6. Pretty Little Liars (Staffel 6)
7. Pretty Little Liars (Staffel 7)

Autor: buecherherz

Hacksaw Ridge – Die Entscheidung

Titel: Hacksaw Ridge
Genre: Kriegsfilm / Biopic
Regie: Mel Gibson
Musik: Rupert Gregson-Williams
Produzenten: David Permut / Bill Mechanic / Brian Oliver / William D. Johnson / Bruce Davey / Paul Currie / Terry Benedict
Dauer: ca. 134 Minuten
Erscheinungsjahr: 2016
Altersfreigabe: FSK 16

„Zweiter Weltkrieg im Frühling 1945: Während des Kampfes um die japanische Insel Okinawa sticht ein einziger Mann aus der Masse der US-Soldaten heraus. Desmond Doss, der den Dienst an der Waffe verweigert, riskiert alles, um das Leben seiner verwundeten Kameraden zu retten. Was später als Heldentat belohnt werden soll, beschert Desmond Doss zunächst großes Misstrauen und Verachtung in den eigenen Reihen. Dennoch setzt er sich unerschrocken für seine Prinzipien ein und rettet in der entscheidenden Schlacht unzähligen Männern aus seiner Einheit das Leben…“
(Rückentext der DVD)

Für mich wieder ein verhältnismäßig junger Film, der noch ganz frisch in meiner DVD-Sammlung ist. „Hacksaw Ridge“ ist eine Mischung aus Kriegsfilm, denn die Handlung dreht sich ausschließlich zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs, und Biopic (autobiografisches Werk), denn der Streifen beruht auf einer wahren Geschichte mit echten Personen.

Ich wusste zwar im Groben, worum es geht, aber ich bin von Anfang an ohne Erwartungen an den Streifen gegangen. Die Handlung ist grundsätzlich gut inszeniert, allerdings hat „Hacksaw Ridge“ besonders im Anfangs- und Mittelteil ein leichtes Spannungsproblem. Andrew Garfield spielt in diesem Streifen sehr überzeugend Desmond Doss. Besonders toll fand ich, dass Garfield seine Rolle als eher introvertierten und zugleich stark aufrichtigen Menschen gut ausfüllen und rüberbringen konnte. Ich habe außerdem viele Parallelen zu seiner Rolle im Scorsese-Film „Silence“ gesehen.
Mit dem Unterschied, dass mir seine Leistung in „Hacksaw Ridge“ wesentlich besser gefallen hat.

Nicht nur Andrew Garfield lieferte eine sehr gute Leistung ab, sondern auch Vince Vaughn, den man sonst eher aus Komödien kennt. Aber auch Sam Worthington und Hugo Weaving spielen überzeugend und gekonnt auf. An dieser Stelle gibt es wirklich nichts zu meckern.
Bezüglich der Emotionen bekommen wir ein vielfältiges Bild zu Zeiten des Krieges geboten. Die emotionale Klaviatur wird quasi einmal rauf und wieder runter gespielt. Nur in Kriegs- bzw. Krisenzeiten neigt der Mensch, meiner Meinung nach, zu so einer Emotionsbreite.
In Anbetracht der Tatsache, dass das Ganze nur ein Film mit Schauspielern und Spezialeffekten ist, ist der Ausdruck in Gestik oder Mimik extrem glaubwürdig und insofern eine gelungene Überraschung.
Bemerkenswert sind die Szenen, die mit einer gewissen und auch zum Teil unfreiwilligen Komik ausgestattet sind. In diesen – zumeist Charakterszenen – kommt es auch nicht selten vor, dass man als Zuschauer schon mal kichern muss.

Spezialeffekte, Setting und Musik sind stimmig, hochwertig und hinterlassen durchweg einen sehr guten Eindruck. Im Bereich der Spezialeffekte wirkt alles sehr handgemacht und wenig nachbearbeitet. Der Computer wurde dafür nicht extra angeschmissen und das gefällt mir wirklich sehr gut.
Die Filmmusik hat zunehmend einen leicht epischen Einschlag und hinterlässt hin und wieder einen pathetischen Eindruck. Das passt aber dahingehend sehr gut, immerhin dreht sich dieser Film mehr oder weniger um einen amerikanischen Volkshelden.
In Bezug auf die Kameraarbeit lässt sich mit zunehmender Dauer feststellen, dass atmosphärisch viel dazugewonnen wird. Aus einem beschaulichen Ort irgendwo in Amerika startend, hin zur Ausbildung bei der Armee bis zum großen „Showdown“ auf der Insel Okinawa. In genau diesen Etappen ändert sich auch die Atmosphäre des Streifens und das obendrein sehr gekonnt.

Am Ende ist „Hacksaw Ridge – Die Entscheidung“ nicht einfach nur ein Kriegsfilm, sondern ein Biopic, das viel Tiefe hat und diese auch zu verkörpern weiß. Mit Andrew Garfield ist hier ein Darsteller in der Hauptrolle, der eine extreme Entschlossenheit und zugleich innere Ruhe ausstrahlt, die den Zuschauer bewegt, abholt und fasziniert.

Meine Meinung:
„Hacksaw Ridge“ hat mir gut gefallen. Ruhige Passagen wechseln sich mit pompös inszenierten ab und wissen dabei zu überzeugen. Zwar fehlte mir, besonders am Anfang und im Mittelteil, die nötige Spannung, aber unterm Strich haben sich die etwas mehr als 2 Stunden Laufzeit gelohnt.

Als Kriegsfilm / Biopic hat Mel Gibson ausschließlich gute Schauspieler gewonnen und die Besetzung der Hauptrolle war ein purer Glücksgriff. Man muss schon fast froh darüber sein, dass „The Amazing Spiderman“ nicht zum Marvel Cinematic Universe gehört, da wir sonst Andrew Garfield aus Zeitgründen wahrscheinlich nicht in dieser Rolle hätten sehen können.

Meine Wertung:
Spannung: 6,0 von 10
Story: 8,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Authentizität: 10 von 10
Musik: 8,0 von 10
Gefühle/Emotionen: 10 von 10
Setting: 8,0 von 10
Action: 7,0 von 10
GESAMT: 7,9

Es läuft gerade die Serie… „Burn Notice“ (Staffel 1)

Ich habe früher immer mit meinem Vater zusammen diese Serie gesehen und ich fand sie von Anfang an gelungen. Irgendwann holte ich sie mir auf DVD und irgendwie bemerkte ich immer mehr, dass kaum jemand aus meinem Bekanntenkreis diese Serie kennt. Durchaus möglich, dass das hier ein echter Geheimtipp ist.
Wer auf Spionage-Action gepaart mit Humor steht, sollte sich diese Serie auf jeden Fall vormerken, alle anderen sollten auf meine Kritik warten. Hier gibt es zunächst den Rückentext der DVD.

„CIA-Agent Michael Westen (Jeffrey Donovan) wird während eines Undercover-Einsatzes in Nigeria von der US-Regierung fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel. Er schafft es gerade noch, das Land zu verlassen und landet in seiner Heimatstadt Miami. Dort helfen ihm Ex-Freundin Fiona (Gabrielle Anwar) und sein bester Freund, der ehemalige CIA-Mitarbeiter Sam (Bruce Campell), herauszufinden, warum er auf die Abschussliste gesetzt wurde. Zwischenzeitlich verdingt sich Westen erfolgreich als Privatdetektiv – nicht zuletzt wegen seiner Fähigkeiten als Top-Spion…“
(Rückentext der DVD)