Gewinnspiel zu „Bob, der Streuner“

Das Gewinnspiel ist beendet!

©Concorde Filmverleih

„Das Letzte, was James (Luke Treadaway) gebrauchen kann, ist ein Haustier! Er schlägt sich von Tag zu Tag als Straßenmusiker durch, und sein mageres Einkommen reicht gerade, um sich selbst über Wasser zu halten. Und jetzt auch noch das: Als es eines Abends in seiner Wohnung scheppert, steht da nicht wie vermutet ein Einbrecher in der Küche, sondern ein roter ausgehungerter Kater. Obwohl knapp bei Kasse beschließt James, den aufgeweckten Kater aufzupäppeln, um ihn dann wieder seines Weges ziehen zu lassen. Doch Bob hat seinen eigenen Kopf und denkt gar nicht daran, sein neues Herrchen zu verlassen. Er folgt ihm auf Schritt und Tritt. Für James ist nichts mehr, wie es war. Bob und er werden unzertrennliche Freunde, und James findet dank Bob nach und nach den Weg zurück ins Leben…“
(Kurzinhalt Presseheft)

Liebe Leser,

zum Heimkino-Start von „Bob, der Streuner“ am 18.05.2017 verlose ich auf zacksmovie einmal eine Blu-Ray+Filmplakat und einmal einen original Soundtrack von „Bob, der Streuner“ auf CD. Damit bekommt ihr die Möglichkeit, euch den Film oder den Soundtrack daheim anzuschauen oder anzuhören.

Das Einzige, was ihr dafür tun müsst, ist ein Kommentar zu hinterlassen, in dem ihr mir erzählt was ihr schon für Haustiere habt oder hattet und wenn ihr mögt, freue ich mich natürlich auch über lustige oder skurrile Anekdoten. Bitte sagt mir auch, ob ihr den Soundtrack und/oder die Blu-Ray gewinnen wollt. Der/Die Gewinner/in wird per Zufallsgenerator von mir ermittelt und dann per E-Mail benachrichtigt. Ihr habt Zeit bis zum 21.05.2017 genau 23:59 Uhr.

Ihr habt aber nicht nur die Möglichkeit, bei mir etwas zu gewinnen zu gewinnen. Auf buecherherz könnt ihr ebenfalls ein Exemplar der DVD von „Bob, der Streuner“ ergattern. Ich drücke euch allen, die bei dem Gewinnspiel teilnehmen, die Daumen.

Ihr könnt euch natürlich vorher ausgiebig über den Film auf der offiziellen Homepage informieren www.bobderstreuner-film.de und euch natürlich noch den Trailer anschauen:

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wenn ihr unter 18 Jahre alt seid, brauche ich die Einverständniserklärung eurer Eltern. Keine Barauszahlung, kein Gewähr.

Wer zusätzlich erfahren möchte, wie ich „Bob, der Streuner“ empfand, der klickt hier!

Es kann nur einen geben, oder in diesem besonderen Fall zwei.
Da es nur zwei Kommentare für den Soundtrack und insgesamt sieben für die BluRay gab, habe ich zwei Pools erstellt. Einen mit sieben und einen mit zwei Teilnehmern.

Die BluRay geht an den Kandidaten mit der Losnummer 4.
Herzlichen Glückwunsch Martina.

Und der Soundtrack geht an die Kandidatin mit der Startnummer 2.
Herzlichen Glückwunsch Alice.

Poldark (Staffel 1)

©Edel:Motion
Titel: Poldark (Season 1)
Idee: Winston Graham
Genre: Historienserie / Drama
Titellied: Anne Dudley
Dauer: 8 Folgen à ca. 56 Minuten
Erscheinungsjahr: Großbritannien: 2015 / Deutschland: 2016
Altersfreigabe: FSK 12

„Im Jahr 1783 kehrt Ross Poldark (Aidan Turner) vom Unabhängigkeitskrieg zurück und muss feststellen, dass in Cornwall nichts mehr ist, wie es war: Sein Vater ist tot, der Familienbesitz mitsamt der dazugehörigen Minen heruntergewirtschaftet und verschuldet, und seine Jugendliebe Elizabeth wird in wenigen Wochen seinen Cousin Francis heiraten.
Trotz dieser Rückschläge möchte Ross seine Heimat nicht verlassen. Er ist fest dazu entschlossen, sein Erbe anzutreten und die Zinnminen seiner Familie wieder in Betrieb zu nehmen. Ross ist ein Mann von Ehre mit starkem Sinn für soziale Gerechtigkeit und so liegt ihm auch das Wohl der ehemaligen Minenarbeiter am Herzen. Schon bald gerät er deswegen in Konflikt mit dem Adel. Und auch sein Privatleben ist ein großes Chaos. Er rettet das junge Mädchen Demelza aus den Fängen ihres trunksüchtigen und brutalen Vaters und stellt sie als Dienstmagd ein. Mit der Zeit wird sie unentbehrlich für ihn. Er verliebt sich heftig, doch mit einem Teil seines Herzens hängt er immer noch an der schönen Elizabeth. So ist Poldark hin- und hergerissen zwischen Frauen und zwei sozialen Schichten.“
(Rückentext der DVD)

©Edel:Motion
„Poldark“ ist die zweite Serie, die ich als kostenfreies Rezensionsexemplar bekommen habe.
Direkt nachdem ich „Mord auf Shetland“ gesehen habe und extrem begeistert war, hoffte ich, dass ich ein ähnliches Empfinden mit „Poldark“ haben werde. Wie gut die Serie mich unterhalten konnte, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Zunächst muss ich sagen, dass ich es ganz zauberhaft finde, wenn der Rückentext einer Serie zwar den Plot erzählt, aber nicht großartig spoilert. Diese Serie schafft dies leider nur bedingt, aber das tut der achtfolgigen ersten Staffel keinen Abbruch.

Als ich die erste DVD einschmiss, fielen mir zwei ganz markante Dinge auf. Erstens: die Melodie. Ein Stilmittel, das sich durch die ganze Season zieht. Diese folkloreartigen, seichten und von klassischer Musik beeinflussten Klänge brachten mich schon in Stimmung, als ich noch das DVD-Menü offen hatte. In der Tat ist die Melodie, die für mich schon ein feststehender Begriff ist („Poldark-Melodie“), eine Sache, die immer wieder aufgegriffen wird. Zweitens: die Bilder. Schon im DVD-Menü lächelt mich ein extrem atmosphärisches Bild an. Schon da hatte ich das Gefühl, dass „Poldark“ für Cineasten gedacht ist und dass man nicht selten die eine oder andere Totale von Cornwall 1783 bekommt. Ich sollte Recht behalten, dazu aber später mehr.

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Die Geschichte um Ross Poldark führt uns in eine Zeit, in der man entweder zum Adel gehörte oder zum armen Volk. Revolutionäre Gedanken aus Frankreich schwappen nur zögerlich rüber auf die britischen Inseln. Cornwall im 18. Jahrhundert war eine Metropole, ein Dreh- und Angelpunkt.
So jemanden wie Ross, der einerseits zu den Bessergestellten gehört, sich aber mehr mit den Bürgern der Arbeiterklasse identifizierte, gab es selten. Der Adel war ja eher dafür bekannt, sich stets und ständig zu bevorzugen und immer nur an Gewinnmaximierung und weniger an soziale Gerechtigkeit zu denken. Im Wesentlichen ist genau das der Punkt. Der Zuschauer geht mit der Geschichte nicht auf Reisen oder verfolgt ein anderes Ziel, viel mehr ist es ein Kampf eines Mannes, der von seinen Prinzipien überzeugt ist und das Herz am rechten Fleck hat, dem es eben nicht um Titel, Klasse oder Stand geht. Ein schier unendlicher Kampf und alles nur, um ein friedliches und gerechtes Leben führen zu können.

Augenscheinlich klingt die Story nicht sonderlich spannend und tatsächlich hält sich dieses Gefühl für die ersten 10 oder 15 Minuten der ersten Folge, aber dann dreht sich weitestgehend das Geschehen. Mit zunehmender Dauer entsteht zwar kein klassisches Spannungsgefühl, aber dennoch steigt das Interesse. Es gleicht alles einem Mehrfrontenkrieg, an dem Ross sich durchsetzen muss. Je länger die Serie dauert, desto mehr Charaktere treten auf dem „Schlachtfeld“ auf, deren Motive und Absichten nicht nur vom Zuschauer, sondern auch von Ross ergründet werden wollen. Nicht jeder, der vorgibt dein Freund zu sein, ist es am Ende auch.
Spätestens wenn „Poldark“ mit der Einführung eines Cliffhangers am Ende einer Folge aufwartet, ist der Zuschauer gespannt und absolut bei der Sache und will einfach nur wissen, wie es weiter geht.

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Diese Serie, die auf den Romanen von Winston Graham basiert, wird auf unterschiedliche Arten erzählt. Genau daran erkennt man, dass die acht Episoden von zwei unterschiedlichen Regisseuren gedreht wurden. Die ersten vier Folgen wurden von Edward Bazalgette gedreht. William McGregor drehte die letzten vier. Einen deutlichen Unterschied gibt es in Intensität und Tempo. Die ersten vier Episoden brachten uns in der Handlung schnell voran. Es zeichnete sich schon ab, was kommen kann.
Die zweite Hälfte war intensiver, weniger in Bezug auf die Emotionen als auf die Handlung selbst. Sie war aber auch langsamer und gediegener in der Erzählweise und sehr viel nervenaufreibender. Die „Schwankung“ innerhalb einer Staffel habe ich selten so sehr gemerkt wie bei „Poldark“.

In „Poldark“ darf Aidan Turner die Klaviatur der Emotionen einmal komplett rauf und wieder runter spielen und so zeigen, was ihn ihm steckt. Das hat er insofern auch geschafft, dass er nie aus seiner Rolle des Ross Poldark gefallen ist. Es war immer Ross, der gekämpft und geackert hat. Aidans Schauspiel blieb vielfältig, nicht zuletzt weil sein Charakter rau, sanft, hart und nachgiebig gleichzeitig gewesen ist. Die meiste Zeit wird die Geschichte und die Glaubwürdigkeit der Serie auf seinen Schultern getragen, aber immer dann, wenn andere Figuren näher involviert sind, nehmen sie ihm etwas Last ab und spielen ähnlich wundervoll ihre Figuren.
Mit Eleanor Tomlinson (Demelza) und Heida Reed (Elizabeth) sind die beiden weiblichen Hauptrollen besetzt. Die Entwicklungen, die beide Schauspielerinnen mit ihren Figuren durchmachen, sind im Laufe der ersten Staffel zwar extrem, aber immer glaubwürdig. Am Ende sitzt das Publikum also nicht verwirrt da und fragt sich, wie es dazu kommen konnte. Mit Kyle Soller (Francis) und Jack Farthing (George) sind zwei weitere Schauspieler in dieser Serie zu sehen, die ihre Sache mehr als gut machen. Mit Hinterlist und Kalkül, gleichzeitig aber auch unglaublich berechnend und undurchsichtig zeigen die beiden dem Publikum die hohe Kunst des Schauspiels. Da stört insgesamt auch nicht, dass die Sprache eher altmodisch ist und etwas geschwollen klingt.

Nun komme ich zu den eben vorangestellten zwei Punkten: die Bilder und die Musik.
Das Setting ist Cornwall mit all seiner rauen Natur, den brechenden Wellen, der Küste und dem Wetterumschwung. Wir sehen viele Naturbilder, reiten bei Sonnenuntergang nach Hause oder ziehen Kisten voller Lebensmittel im Schutz der Dunkelheit aus dem Wasser an den Strand. Ein besonderes Feeling kommt da immer auf, wenn man als Zuschauer die Szene in der Totalen sieht. Zu den zahlreichen „Rosamunde Pilcher“-Touristengruppen dürften sich, dank solcher wundervollen Bilder, zukünftig auch „Poldark“-Fans zu den Besuchern Cornwalls zählen. Mich würde es freuen.

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Weiter mit der Musik. Wie bereits beschrieben ist sie folkloreartig mit einem Touch Klassik. Eingängig und unverwechselbar. Zwar wird in der kompletten Staffel kaum andere Musik verwendet, aber der Zuschauer ist sich dieser einerseits emotionalen und andererseits tiefgreifenden Musik nicht überdrüssig. Ganz hoher Unterhaltungswert, aber ganz wenig Abwechslung.

Meine Meinung:
„Poldark“ hat mich nach 15 Minuten des Wartens endlich abgeholt und fortan fast acht Folgen lang auf hohem Niveau unterhalten. Ich bin immer noch absolut begeistert. Mich hat es auch überhaupt nicht gestört, dass es kein richtiges Ziel gibt. Der Aufbau der alten Miene läuft zwar irgendwie nebenbei, ist aber nicht im Mittelpunkt des Geschehens. Es sind die moralischen Entscheidungen, die mich ermutigt haben, weiter zu machen. Ich bin angetan von Prinzipientreue und dem Kampf gegen das alte Establishment.

Im Cornwall von 1783 ist das Leben nicht einmal lebenswert und doch wird alles dafür getan, irgendwie über die Runden zu kommen. Ein fairer und freundschaftlicher Partner ist da manchmal schon Gold wert.
Auf seine ganze eigene Art und Weise konnte mich „Poldark“ wirklich gut entertainen. An dieser Stelle gibt es auf jeden Fall eine klare Empfehlung.

Meine Wertung:
Story: 8,0 von 10
Spannung: 7,5 von 10
Länge: 6,0 von 10
Authentizität: 9,0 von 10
Emotionen: 9,0 von 10
Setting: 10 von 10
Musik: 6,0 von 10
GESAMT: 7,9

„Der Koffer“ im April 2017

Der April ist ein halbwegs guter Monat gewesen. Meine Ausgaben hatte ich ausnahmsweise im Griff.
Tatsächlich habe ich nicht einen einzigen Euro für eine DVD oder BluRay ausgegeben. Dankenswerterweise habe ich drei Serien als kostenfreies Rezensionsexemplar erhalten und habe zumindest in diesem Monat eine Serie auch schon beenden können.

„New In“ sind:
• „Mord auf Shetland“ (Staffel 1)(DVD, 2013)
• „Poldark“ (Staffel 1) (DVD, 2015)
• „The Missing“ (Staffel 1) (DVD, 2014)

So eine Serie verschlingt recht viel Zeit und diesen Monat habe ich nicht nur eine Serie verschlungen, sondern gleich mehrere.

Auf der „Watched“-Liste sieht es wie folgt aus:
• „Fluch der Karibik“ (DVD, 2003)

• „Ghost in the Shell“ (Kino, 2017)
Toller Science-Fiction-Film mit einer hervorragenden Scarlett Johansson. Absolut unterhaltsam und empfehlenswert.

• „Das Dschungelbuch“ (DVD, 1967)

• „Da Vinci’s Demons“ (Staffel 3) (DVD, 2015)

• „Prison Break“ (Staffel 1) (DVD, 2007)

• „Mord auf Shetland“ (Staffel 1) (DVD, 2013)

„Fluch der Karibik“ hat Spaß gebracht. Vor allem die Effekte haben mich trotz des Alters des Films wirklich sehr überzeugt und unterhalten. Mit „Das Dschungelbuch“ aus dem Jahr 1967(!) habe ich sogar eine Gastrezension wieder auf diesem Blog. Ich habe den Streifen natürlich auch gesehen. Zum ersten Mal in meinem Leben. Unfassbar.

Ins Kino durfte ich auch gehen. Es gab „Ghost in the Shell“. Direkt nach dem Besuch im Lichtspielhaus war ich begeistert, jetzt mit etwas Abstand hat es sich auch wieder gelegt.

Mit der jeweils ersten Staffel von „Prison Break“ und „Mord auf Shetland“ habe ich zwei neue Serien angefangen. Die zweite Staffel von „Prison Break“ liegt schon bereit, allerdings muss ich erst noch was anderes sehen.
„Da Vinci’s Demons“ habe ich jetzt endlich beendet und kann abschließend sagen, dass es sich insgesamt gelohnt hat.

Prison Break (Staffel 1)

Titel: Prison Break (Season 1)
Idee: Paul Scheuring
Genre: Action / Drama
Musik: Ramin Djawadi (Main Titles)
Dauer: 22 Folgen à ca. 42 Minuten
Erscheinungsjahr: USA: 2005 / Deutschland: 2007
Altersfreigabe: FSK 16

„Lincoln Burrows (Dominic Purcell) sitzt im Gefängnis und wartet auf seine Hinrichtung. Doch sein Bruder Michael (Wentworth Miller), der als Bauingenieur beim Bau des Gefängnisses mitgearbeitet hat, ist von Lincolns Unschuld überzeugt und hat einen gewagten Plan: Er lässt sich absichtlich bei einem Bankraub verhaften, um in dieselbe Haftanstalt zu kommen und mit Lincoln auszubrechen. Leider verläuft der ausgeklügelte Plan aber alles andere als glatt, denn im Knast weiß niemand, wer Freund und wer Feind ist, und für Lincoln tickt gnadenlos die Uhr: Bis zur Exekution sind es nur noch wenige Tage!“
(Rückentext der DVD)

Ich als kleiner „Fanboy“ von Comicverfilmungen und Serien habe natürlich auch die erste Staffel von „Legends of Tomorrow“ im Free-TV gesehen. Zunächst hat das wenig mit dieser Serie zu tun, aber Kenner wissen, dass Dominic Purcell und Wentworth Miller beide sowohl eine größere Rolle bei „Legends of Tomorrow“ als auch eine kleiner Rolle bei „The Flash“ hatten. Als ich dann gelesen habe, dass sie sich dazu entschieden haben, eine fünfte Staffel von „Prison Break“ zu drehen, wusste ich sofort, wen ich ansprechen könnte, um die ersten vier zu sehen: Meine Schwester.
Sie lieh mir dann auch prompt alle vier Staffeln auf DVD aus. Wie die erste Staffel von „Prison Break“ bei mir abgeschnitten hat, könnt ihr also nun in meiner Kritik lesen.

Der Rückentext der DVD gibt ziemlich genau wieder, was man von der Staffel erwarten kann, ohne zu viel zu verraten. Ich kann an dieser Stelle nicht näher ins Detail gehen, ohne dabei die Beziehungen der Protagonisten aufzulösen und diesen Spaß möchte ich euch nicht nehmen.
Spannungstechnisch macht es diese Season ziemlich clever. Jede Folge endet mit einem Cliffhanger und erzeugt bei dem ganzen Unterfangen aus dem Gefängnis auszubrechen noch einmal zusätzlich Spannung. Auch bei der Nebenhandlung spielt sich einiges in und neben dem Gefängnis ab. Glücklicherweise ist das stimmig, passend zur Geschichte und fügt sich nahtlos in das Geschehen ein. Die Nebenschauplätze überraschen dabei immer mit einem strukturierten Handlungsverlauf und einer direkten Auswirkung auf die Hauptgeschichte.
Ergänzend zur Handlung muss man allerdings auch sagen, dass sie sehr stark konstruiert ist und damit kommen wir zum nächsten Punkt, der besonders wichtig, wenn die Story so aufgebaut ist: Die Darsteller.

Mit Wentworth Miller und Dominic Purcell hat diese Serie zwei Gesichter, die ihre Sache mehr als gut machen. Als Lincoln Burrows und Michael Scofield tragen beide den Löwenanteil der Serie und dabei lassen sie es so einfach aussehen. Mitunter erkennt man an der Leistung dieser beiden Akteure, wie viel Schauspielkunst in der Serie steckt. Einen besonderen Blick muss man auch auf die Ortschaft legen und das in Bezug zur schauspielerischen Leistung setzen, denn in einem echten Gefängnis zu drehen, wo tatsächliche verurteile Schwerverbrecher, wie z.B. der Serienmörder John Wayne Gacy, inhaftiert waren, stelle ich mir besonders heikel vor.
Das gilt aber auch für die Nebendarsteller, die ja am gleichen Ort drehen mussten.
Ob sympathisch oder nicht: Die Darstellungen von Robert Knepper und Peter Stormare als Mithäftlinge sind ebenso herausragend wie die von Amaury Nolasco oder Sarah Wayne Callies als Häftling und Ärztin. Die Harmonie innerhalb des Casts scheint zu stimmen, denn die unterschiedlichsten Konstellationen fühlen sich beim Anschauen nicht nur gut, sondern auch echt an.

Aber nicht nur die Umstände, die Qualität der Darsteller oder die Originalität bzw. Authentizität haben so ziemlich gestimmt, sondern auch die Darbietung der Emotionen. Jede Figur hatte in der 22 Episoden langen ersten Staffel genug Raum, um sich, seine Beweggründe und seine Geschichte zu zeigen. Dementsprechend konnte sich jeder Charakter im Verlauf der Handlung für sich typisch integrieren und agieren, ohne dass es aufgesetzt, geschweige denn künstlich aussieht.
Aufgrund der vielen Figuren ist die emotionale Palette durchgehend breit aufgestellt und dabei spielen nicht nur die „Insassen“ eine Rolle, sondern eben auch ganz entscheidend die Figuren aus der Nebenhandlung.
Frank Grillo („The Purge: Election Year“), Robin Tunney oder Marshall Allman leisten als Grundsäulen der Nebengeschichte hervorragende Arbeit. Paul Adelstein ist als Antagonist ebenso glaubwürdig wie die anderen drei. Grundsätzlich kann ich an dieser Stelle jeden Nebendarsteller nennen, denn in dieser Serie funktionieren die Figuren allesamt. Es gibt tiefe und facettenreiche Figuren, die Emotionen passen sehr gut. Jeder hat genug Zeit und Raum, um sich zu entfalten und sich entsprechend zu präsentieren.
Ich bin vom Cast absolut überzeugt.

Das Setting ist originell und passend. Die Serie ist nicht im Studio, sondern in einem echten Gefängnis entstanden und das Besondere: In diesem Gefängnis saßen echte Schwerverbrecher ihre Strafe ab und wurden zum Teil auch hingerichtet. Auch die Kostüme waren realitätsnah und haben ihre Wirkung nicht verfehlt.

Die Schnitte waren sauber und gut getimt. Auch der Tonschnitt hat gepasst. Das Stilmittel, dass der Ton einer vorangegangenen Szene in die Folgeszene hineingeht und sie so einleitet, war extrem gut, aber auch gleichzeitig nicht zu häufig eingesetzt.

„Prison Break“ ist eine Action-Drama-Serie, mit viel Drama und keiner klassischen Action. Das ist kein Nachteil, denn das Genre passt selten so gut wie bei dieser Serie. Die Action äußert sich nicht in Explosionen, Verfolgungsjagden oder Schießereien, sondern in extremer Aufregung. Die Inszenierung unterstützt die Thematik eines Ausbruches aus dem Gefängnis und das ist eben auch Grund dafür, dass „Prison Break“ unterm Strich eine absolute Empfehlung bekommt.

Was mich besonders freut, ist, dass die Länge endlich mal wieder den Titel „Serie“ verdient hat. 22 Folgen à 42 Minuten ist eine lange Zeit, aber es benötigt Zeit, eine gute Geschichte zu erzählen und in diesem Rahmen erhält sie ausreichend Platz, um sich vollends zu entfalten.

Am Ende bleibt die Musik, die zurückhaltend aber gleichzeitig auch atmosphärisch ist. Sie ist aber zu wenig vorhanden, um nachhaltig im Kopf zu bleiben oder gar das Zünglein an der Waage zu sein. Sie ist gut, aber nicht so gut wie alles andere an dieser Serie.

Meine Meinung:
Als damals „Prison Break“ im Free-TV lief, habe ich angefangen es zu schauen. Als ich dann eingezogen wurde, hatte ich urplötzlich keine Zeit mehr, mich mit dieser Serie zu beschäftigen. Immerhin ist das auch schon ganze 10 Jahre her und heute hat mich die Serie auch wieder abgeholt, gefesselt und voller Spannung habe ich eine Folge nach der anderen angesehen.

Inzwischen läuft die fünfte Staffel im Free-TV und sobald meine Schwester auch diese auf DVD hat, werde ich sie mir ausleihen und anschauen, denn wenn das Niveau so bleibt, wie in Staffel 1, dann werde ich noch jede Menge Spaß mit „Prison Break“ haben.

Es bleibt mir nichts anderes übrig, als dieser Serie eine klare Empfehlung auszusprechen.

Meine Wertung:
Story 8,0 von 10
Genre: 9,0 von 10
Spannung: 9,5 von 10
Länge: 9,5 von 10
Authentizität: 10 von 10
Emotionen: 8,5 von 10
Schnitt: 7,5 von 10
Musik: 7,0 von 10
GESAMT: 8,6

Fluch der Karibik

Titel: Fluch der Karibik (engl. „Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl“)
Genre: Abenteuer / Fantasy
Regie: Gore Verbinski
Musik: Klaus Badelt
Produzenten: Jerry Bruckheimer
Dauer: ca. 137 Minuten
Erscheinungsjahr: 2003
Altersfreigabe: FSK 12

„Das paradiesische Leben des charmanten Piraten Jack Sparrow (Johnny Depp) erhält einen jähen Dämpfer, als der finstere Captain Barbossa (Geoffrey Rush) sein stolzes Schiff, die ‚Black Pearl’, in seine Gewalt bringt und mit ihr die Hafenstadt Port Royal überfällt, wo er die bildhübsche Gouverneurstochter Elizabeth Swann (Keira Knightley) entführt. Das kann der abenteuerlustigen Waffenschmied Will Turner (Orlando Bloom – ‚Der Herr der Ringe’), Elizabeth’ Vertrauter seit Kindertagen, nicht auf sich beruhen lassen. Gemeinsam mit dem Haudegen Sparrow macht er sich auf die Jagd nach der mörderischen Piratenbande um Barbossa – und seiner verlorenen Liebe. Noch ahnen die beiden Draufgänger nichts von einem mysteriösen Fluch, der auf Barbossa und seiner blutrünstigen Mannschaft lastet: Bei Mondschein verwandeln sie sich in lebendige Skelette, dazu verdammt, auf ewig als Untote durch die Nacht zu ziehen. Nur ein außergewöhnliches Geheimnis kann den Fluch brechen…“
(Rückentext der DVD)

„Fluch der Karibik“ ist einer der erfolgreichsten Filmreihen der Welt und startet seinen ganz persönlichen Siegeszug im Jahr 2003. Da ich nicht direkt im Besitz der Filmreihe bin, habe ich mir kurzerhand die Filme von meinem Schwager ausgeliehen. Heute habe ich mir Teil 1 angeschaut.

Die Handlung dreht sich, wie der Rückentext beschrieben hat, um den Piraten Jack Sparrow, den Waffenschmied Will Turner, die schöne Elizabeth Swann und die Suche nach der „Black Pearl“, einem legendären Piratenschiff.

Die Handlung beginnt früh, sehr früh. Elizabeth und Will sind noch Kinder und begegnen sich auf hoher See. Da der Zuschauer aber nicht gelangweilt werden soll, wird klassischer Weise ein Zeitsprung gemacht, der uns abrupt weit in die Zukunft schleudert. Die beiden sind erwachsen und gestandene Persönlichkeiten. Von nun an wird die Geschichte chronologisch und auf eine sehr abenteuerliche sowie spannende Art erzählt.
Und Spannung ist auch der Punkt. Der Streifen scheint die ganze Zeit nicht still zu stehen. Irgendwas passiert immer und das macht auch den Reiz aus. Wenn man glaubt, etwas vorhersehen zu können, dann macht der Film was anderes und verblüfft entweder mit der Geschichte, mit einer Charaktereigenschaft einer Figur oder eben mit den Spezialeffekten.

Das Gute an „Fluch der Karibik“ ist, dass der Streifen die ganze Zeit über eine wunderbare Balance hält zwischen Abenteuerelementen, situationskomischen – fast schon pointierten – Momenten und sehr aufregenden und actionreichen Szenen. Das Schlechte an der ganzen Sache ist, dass der Film aufgrund der Tatsache, dass er weder Fisch noch Fleisch sein möchte, in jede Richtung ausschlägt, aber nicht genug, um ein typischer Genrefilm zu sein.

Obwohl „Fluch der Karibik“ eine Laufzeit deutlich über zwei Stunden hat, fühlt er sich erstaunlich kurzweilig an. Und da ist es vermutlich von Vorteil, dass er für jeden was dabei hat.

Der Streifen kommt aber nicht nur mit einer gut erzählten Handlung daher, sondern auch mit echt guten Figuren. Allen voran die drei Protagonisten Captain Jack Sparrow (Johnny Depp), Will Turner (Orlando Bloom) und Elizabeth Swann (Keira Knightley), aber auch die beiden Hauptantagonisten Captain Hector Barbossa (Geoffrey Rush) und Commodore James Norrington (Jack Davenport).

Angefangen bei Jack Sparrow: Gefühlt ist das die erfolgreichste Rolle der letzten Jahre von Johnny Depp. Wo er in anderen Filmen eher halbherzig daherkommt, blüht er richtig in dieser sehr speziellen Rolle auf. Depp spielt so frei und wunderbar auf und gibt seiner Figur so unglaublich viele und unterschiedliche Facetten, dass diese Leistung in so einem Film seines Gleichen sucht.
Orlando Bloom und Keira Knightley spielen in Kombination mit Johnny Depp wirklich gut, aber viel besser immer noch zusammen, wenn sie unter sich bleiben. Das kommt nicht oft vor, aber an dieser Beziehung sieht der Zuschauer, wie sehr sich die Charaktere annähern und sich aufeinander einlassen. Das Besondere daran ist, dass nicht nur der Schauspieler Qualitäten aufweisen muss, sondern auch die zu spielende Figur. Sie muss entsprechend Screentime bekommen und breit angelegt sein, um unterschiedliche Facetten zeigen zu können. Aber auch die antagonistischen Figuren erfüllen erstaunlicherweise all diese Bedingungen, um mehrere Gesichter zeigen zu können.

Um es auf den Punkt zu bringen: Alle Figuren schaffen es auf ihre Art zu überzeugen. Johnny Depp spielt befreiend und glaubwürdig auf. Orlando Bloom und Keira Knightley harmonieren wunderbar zusammen. Geoffrey Rush inszeniert seine Figur hinterhältig, aber auch berechnend und strahlt dabei die ganze Zeit eine Gefahr aus, sodass jeder weiß: Hey, dieser Typ ist gefährlich.
Jack Davonport – bekannt aus der Serie „Coupling – Wer mit wem?“ – zeigt mit seiner Rolle ebenfalls mehr als nur ein Gesicht. Der Cast ist durch die Bank überzeugend und glaubhaft.

Die musikalische Untermalung ist mehr als gut. In nahezu jeder Szene, in der Musik eingesetzt wird, löst sie Gänsehaut aus und treibt obendrein die Spannung hoch. Der Score hat einen enormen Wiedererkennungswert und kann im gleichen Atemzug mit der Melodie von der „Star Wars“-Saga oder den „Harry Potter“-Filmen genannt werden. Eben ein Merkmal, das unverwechselbar mit dieser Filmreihe verbunden ist.

Mit der Veröffentlichung 2003 haben die Zuschauer einen Film zu sehen bekommen, der lange in Erinnerung bleiben soll und das nicht zuletzt wegen der Effekte. Damals waren sie auf einem enorm hohen Niveau, sodass man meinen sollte, die Filmindustrie würde diese Art der Effekte in auftretender Regelmäßigkeit in ihren Streifen einsetzen. Tatsächlich gibt es viele neue Filme, die wunderbare Effekte einsetzen, aber für mich fühlen sie sich alle sehr künstlich an, wohingegen „Fluch der Karibik“ es nicht wie etwas Gemachtes aussehen lässt. Der Filmspaß lässt in diesem Fall nicht nach, wohingegen andere Streifen mich mit besonders aufwändigen Techniken eher ermüden als fesseln. Hier muss der Daumen ganz klar nach oben gehen.

Das Setting ist ungewöhnlich aber typisch für einen Abenteuerfilm. Wir sind in einer scheinbar sehr großen Welt mit überwiegend kleinen Schauplätzen. Wir sind in einer kleinen Küstenstadt, sehen Gassen, die sehr originell aussehen, aber auch Schiffe über und unter Deck, Höhlen und Inseln, die mit viel Liebe zum Detail erstellt wurden. Das Setting passt sehr gut zum Film und unterstreicht ganz klar das Genre Abenteuer.

Meine Meinung:
„Fluch der Karibik“ ist der Beginn einer wundervollen Filmreihe. Ich hatte mit diesem ersten Teil jede Menge Spaß. Die Handlung ist eine klassische Piratengeschichte, die in ihrer Art solide und aufregend erzählt wurde.
Am Ende ist es aber nicht die Story, die das Publikum erstaunen lässt, sondern alles andere. „Fluch der Karibik“ ist ein Paradebeispiel dafür, wie vielseitige gute Unterhaltung sein kann. Er bedient mal mehr, mal weniger überzeugend mehrere Genres und bleibt die meiste Zeit ein Film für Familien, wo der Vater Action und Humor, die Mutter eine kleine Romanze und das Kind Spannung und Abenteuer bekommt. Der Mix macht es und daher ist dieser Streifen ein Highlight in so vielen Dingen und auch auf meinem Blog.

Meine Wertung:
Abenteuer: 9,5 von 10
Spannung: 8,5 von 10
Länge: 9,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,0 von 10
Authentizität: 10 von 10
Musik: 10 von 10
Setting: 8,0 von 10
GESAMT: 9,0

Mord auf Shetland (Staffel 1)

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Titel: Mord auf Shetland (Staffel 1) engl.: „Shetland“ (Season 1)
Idee: Ann Cleeves
Genre: Krimiserie / Drama
Musik:
Dauer: 4 Folgen à ca. 112 Minuten
Erscheinungsjahr: Großbritannien: 2013 / Deutschland: 2016
Altersfreigabe: FSK 12

„Nach dem Tod seiner Frau will der gebürtige Shetlander Detective Inspector Jimmy Perez (Douglas Henshall) mit seiner Stieftochter Cassie einen Neuanfang wagen und kehrt zurück auf die Shetland-Inseln. Der ebenso kühle wie selbstbewusste Kommissar sieht das Leben auf der dünn besiedelten, nordatlantischen Inselgruppe nach Jahren auf dem Festland nun mit anderen Augen. Während der Ermittlungen in seinem ersten Mordfall wird der Rückkehrer immer wieder mit den Vorurteilen und inneren Spannungen der eingeschworenen Gemeinschaft konfrontiert. Doch durch die Hilfe seiner neuen Kollegin Alison McIntosh ‚Tosh‘ und Sandy Wilson findet sich Jimmy Perez wieder mit den Eigenarten der Inselbewohner zurecht. Die abgeschiedene, manchmal unwirtliche Umgebung stellt ihn und das Team vor besondere Herausforderungen.“
(Rückentext der DVD)

Ich habe ein kostenloses Rezensionsexemplar von der ersten Staffel „Mord auf Shetland“ erhalten. In der ganzen letzten Woche habe ich also meine freie Zeit darin investiert, mir diese Serie anzuschauen. Wie gut oder schlecht ich „Mord auf Shetland“ empfunden habe, erfahrt ihr nun in meiner Kritik:

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Ich war sehr lange nicht gut auf Krimiserien zu sprechen. In meinem Elternhaus liefen nämlich sämtliche Krimiserien, die es im deutschen Fernsehen gibt, rauf und runter. Immer fanden meine Eltern irgendwo in der Fernsehzeitung irgendeinen Krimi, der geguckt werden musste, egal ob sie ihn schon kannten oder nicht.
Nein, Krimiserien und ich haben keinen guten Stand und dennoch habe ich mir diesen Inselkrimi angeschaut, freiwillig. Er basiert auf der gleichnamigen Romanreihe Ann Cleeves.

Die Handlung der 4 Folgen langen ersten Staffel dreht sich um den Shetlander-Polizisten Jimmy Perez, der in seine alte Heimat zurückkehrt, um fortan das zu tun, was ein Polizist eben tut. Mit seiner Stieftochter versucht er dort nach einem Schicksalsschlag ein neues Leben aufzubauen.
Die Vorgeschichte des Protagonisten bekommen wir nur durch Erzählungen mit. Die Geschichte an sich startet erst auf Shetland und zeigt dem Zuschauer chronologisch die Ereignisse.

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Die DVD-Box enthält den Pilotfilm und die erste Staffel, die insgesamt aus drei circa zweistündigen Episoden besteht. Am Ende entstehen so im Prinzip vier Filme, die alle einen abgeschlossenen Fall behandeln. Das Privatleben von Jimmy wird immer wieder behandelt, aber weder dreht es sich vordergründig darum, noch gibt es Entwicklungen, die sich innerhalb der verschiedenen Filme weiterspinnen. Es dreht sich hauptsächlich um die Mordfälle.

Die Erzählstruktur der Serie ist keineswegs verwirrend oder umständlich. Es werden die Storys nicht in mehreren Zeitebenen dargestellt um so eine besonders vielschichtige Handlung zu simulieren. Das hat diese Serie auch gar nicht nötig. Sie bleibt bodenständig und, meiner Meinung nach, realitätsnah. Und das macht mitunter auch den Reiz aus: Die Mordmotive sind nicht konstruiert und unnatürlich, sondern kommen aus dem Leben.

Anders als in anderen Krimis ist „Mord auf Shetland“ nicht wie ein Schlauch aufgebaut und erzählt. Vielmehr ist es so, dass die Anzahl der Verdächtigen immer groß ist und das auch immer aus einem plausiblen Grund. Die einzelne Folge beschäftigt sich dann durchgehend mit den Ermittlungen, Untersuchungen und zum Schluss natürlich auch mit der Auflösung eines Falls. Besonders erstaunlich empfand ich die Tatsache, dass die Serie komplett ohne Verfolgungsjagd oder Pistolenschuss ausgekommen ist. Für mich ein klares Merkmal dafür, dass die erzählerische Stärke und die spannende Handlung auf seine ganz eigene Weise inszeniert wird.

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Und da bin ich auch schon bei dem wichtigsten Punkt des Inselkrimis: Spannung.
Keine Schießereien, keine Verfolgungsjagden und viel Klein-Klein in der Ermittlung und die Fälle sind allesamt logisch aufgebaut und bis zum Ende erzählt. Das klingt nicht sonderlich spannend, wirkt sich aber komplett anders aus. Es kann an meinem Alter liegen, dass ich einen Krimi heute mehr zu schätzen weiß als damals, aber mich hat diese Serie von der ersten Minute an gepackt. Am Anfang einer jeden Folge lernt man das „Opfer“ kennen und bekommt einen kurzen aber entscheidenden Einblick in das Leben und den Charakter, der absolut ausreichend ist, um Empathie und Sympathie aufzubauen. Fortan hat der Zuschauer ein immens gesteigertes Interesse daran, zu erfahren, wer und warum er den Menschen umgebracht hat. „Mord auf Shetland“ ist alles andere als nervenkitzelig, weiß aber durch seine puristische Art einfach zu überzeugen und auf hohem Niveau zu unterhalten.

In dieser Konstellation passen die Figuren einfach nahezu perfekt zusammen. Jimmy Perez (alleine der Name ist grandios!) als Insulaner und Ermittler hat eine zutrauliche, aber auch gefährliche und obendrein kluge Ausstrahlung. In seinen Ermittlungen fließen nicht nur das polizeiliche Wissen, sondern auch viel Erfahrung, vor allem Lebenserfahrung, hinein, was dieser Serie unglaublich gut tut. Insgesamt bringt jeder Charakter sein Eigenes mit und verleiht dadurch der Serie einen besonderen Touch. Sei es die Naivität der jungen Tosh oder das Unerfahrene aber auch Fleißige von Sandy. All diese Elemente passen wunderbar zu diesem Inselkrimi.

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Im Vorfeld habe ich mir überlegt, was ich zumindest emotional von „Mord auf Shetland“ erwarte. In diesem Punkt wurde ich auch nicht enttäuscht. Man bekommt sehr kühle und nüchterne Ermittler, irgendwie aufgewühlte Hinterbliebene und leblose Opfer. Es gibt aber auch den Jimmy Perez, der Vater ist und da weitaus weniger kühl zu Werke geht und zeigt, wie er „privat“ ist. Auch das gehört dazu und unterhält.
Es gibt keine größeren Gefühlsausbrüche, kein großes Spektrum und ein stark reduziertes Facettenreichtum. Auf der emotionalen Ebene ist diese Serie eben stark limitiert, alles andere wäre äußerst unglaubwürdig. In dieser Konstellation ist es aber absolut stimmig und authentisch.

Die musikalische Untermalung ist ebenfalls alles andere als abwechslungsreich. Es wird sich auf eine Melodie beschränkt, die auch nur zu Anfang zu hören ist und etwas an schottische bzw. nordische Folklore erinnert. Da in der ganzen Serie eben keine sonderliche Untermalung stattfindet, wird das Gefühl der Isolation naturgemäß gesteigert und verdeutlicht dem Zuschauer beim Gucken, dass um einen herum auf den Shetland-Inseln eben nichts ist als Einsamkeit.
Grundsätzlich ist mir das aber viel zu wenig Musik, viel zu wenig Abwechslung für die Ohren. Als Stilmittel zwar legitim, aber nicht unterhaltsam.

Das Setting ist absolut grandios. Wir befinden uns die ganze Zeit auf den Shetland-Inseln und sind so nah an der Natur dran, wie man es sich kaum vorstellen kann. Ich habe selten eine Fernsehproduktion gesehen, die mit so atemberaubenden Naturbildern daherkommt. Eine Schlucht zwischen zwei Klippen, das Spiel der Gezeiten, naturbelassene Strände und, und, und.
Man kann nicht genug von diesen Panoramaaufnahmen bekommen, denn sie üben ihren eigenen Reiz aus.
Darüber hinaus ist der Look des ganzen Formates einheitlich. Es gibt keine kräftigen Farben, alles wirkt eher grau, selten ist ein blauer Himmel zu sehen, meistens ist es bewölkt, regnet oder es ist Nacht. Passend zu den Shetland-Inseln.

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Die Länge dieser ersten Staffel lässt sich schlecht bewerten. Es gibt bloß 4 Folgen, aber jede Folge dauert fast zwei Stunden und damit ist eine Episode fast schon abendfüllend und als Film anzusehen.
Selbst wenn jede Folge bloß 60 Minuten dauern würde, wären es umgerechnet 8 Episoden und ist damit alles andere als lang. Gefühlt war die Zeit okay, tatsächlich kann sich „Mord auf Shetland“ von der Laufzeit her nicht Serie schimpfen.

Ein letzter Punkt ist noch offen, nämlich das Genre.
Jimmy Perez und sein Team bedienen das Krimi-Genre perfekt. Besonders gut hat mir (und auch meiner Herzdame) gefallen, dass die Ermittler nicht doof sind. Auch wenn etwas nicht ausgesprochen wurde, haben die Figuren ihr logisches Denkvermögen nicht verloren und das wird auch gezeigt. Es wird in alle Richtungen ermittelt, keiner wird vorher verurteilt und es wird nicht versucht, jemanden die Schuld in die Schuhe zu schieben, nur weil man diese oder jene Figur nicht mag. Es bleibt also logisch, nicht aus der Luft gegriffen und auch nicht zu abgedreht. Eine waschechte Krimiserie.

Meine Meinung:
„Mord auf Shetland“ hat den Ruf des Krimis bei mir halbwegs herstellen können. Schon vor einigen Jahren habe ich hin und wieder mal eine Folge von „Kommissar Beck“ gesehen und fand daran auch durchaus Gefallen. So wie es zu einer regelmäßigen Sache wurde, hatte ich daran keinen Spaß mehr. Mich dauerhaft hinzusetzen und wirklich jeden Abend eine Krimiserie zu gucken, finde ich anstrengend und wird mich über kurz oder lang auch wieder ermüden. Für einen ersten Versuch, den Krimi in mein Leben zu holen, hat es mit dieser Serie aber sehr gut funktioniert. Ich wünsche mir mehr solcher Formate, weil sie unterhalten und nicht zu sehr ins Action-Unterhaltungsfernsehen abdriftet.

„Mord auf Shetland“ ist für mich absolut sehenswert, empfehlenswert und kaufenswert. Ich bin mir im Nachhinein aber nicht sicher, ob ich zugeschlagen hätte, wenn ich nicht ein kostenloses Rezensionsexemplar erhalten hätte.
Für jemanden der absolut keine Krimis mag, sollte es zumindest mal wieder versuchen, vielleicht kommt es zu einer Geschmacksänderung, ähnlich wie bei mir. Ein Versuch ist es wert.

Meine Wertung:
Story 8,0 von 10
Genre: 10 von 10
Spannung: 8,0 von 10
Länge: 6,0 von 10
Authentizität: 8,5 von 10
Emotionen: 7,5 von 10
Setting: 10 von 10
Musik: 3,0 von 10
GESAMT: 7,7

Sieben Minuten nach Mitternacht

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Titel: Sieben Minuten nach Mitternacht (engl.: „A Monster Calls“)
Genre: Fantasy / Romanverfilmung
Regie: Juan Antonio Bayona
Musik: Fernando Velázquez
Produzenten: Belén Atienza
Dauer: ca. 108 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Altersfreigabe: FSK 12

„Das Leben des jungen Conor (Lewis MacDougall) ist alles andere als sorglos: Seine Mutter (Felicity Jones) ist ständig krank, er muss deshalb bei seiner strengen Großmutter (Sigourney Weaver) wohnen, und in der Schule verprügeln ihn die großen Jungs. Kein Wunder, dass er jede Nacht Albträume bekommt. Doch dann wird alles anders: Als er wieder einmal schweißgebadet – um punkt sieben Minuten nach Mitternacht – aufwacht, hat sich der alte Baum vor seinem Fenster in ein riesiges Monster verwandelt und spricht zu ihm. Ist das noch der Traum – oder ist es Realität? Das weise Monster beginnt, ihm Geschichten zu erzählen. Fortan kommt sein ungewöhnlicher Freund jede Nacht und seine Erzählungen führen Conor auf den Weg zu einer überwältigenden Wahrheit…“
(Kurzinhalt laut Presseheft)

Ich habe im Dezember 2016 „Sieben Minuten nach Mitternacht“ in einer Pressevorführung in meinem liebsten Programmkino sehen können und es war einer dieser Tage, auf den man sich schon ganz lange freut und auf diese Ereignis hinfiebert.
Wie oft habe ich mir im Vorfeld den Trailer angeschaut? Wie sehr wollte ich vorher schon wissen wie der Film gemacht ist? Und dann war der Tag da und ich saß im Kino.

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Der Kurzinhalt gibt schon sehr gut wieder, was die reine Geschichte zu bieten hat. Darüber hinaus ist „Sieben Minuten nach Mitternacht“ eine große Überraschung. Erzählerisch sind wir die ganze Zeit bei Conor und machen vieles mit ihm durch, aber dazu später mehr. Überwiegend chronologisch mit vereinzelt eingestreuten Rückblenden, allesamt Erinnerungen von Conor, wird dieser Film grandios erzählt und das nicht zuletzt aufgrund der wirklich hervorragenden Leistung von Lewis MacDougall.
Ganz am Ende geht es nicht nur um Conor und seine Mutter, sondern auch um das Kindsein und die Entwicklung zum Erwachsenwerden.

Spannungstechnisch hat der Streifen es echt drauf. Es ist keine großspurige Action á la Michael Bay im Film vorhanden, sondern alles rührt von der Geschichte her, die einmal mehr sehr gut inszeniert wurde. Am Ende ist die Handlung, die Emotionalität und das Zusammenspiel mit der atmosphärischen Musik der Grund, weshalb der Zuschauer von der ersten Minute an in den Sitz gepresst wird und die komplette Zeit mit den Augen bei Conor bleibt.
An dieser Stelle muss ich auch sagen, dass die Spannung auch in den ruhigeren Abschnitten nicht weniger wird, da diese einleitend fungieren und das nächste Treffen von Conor und dem Monster ankündigen.

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Die Emotionen sind allesamt sehr stark und kraftvoll. Sie gehen direkt unter die Haut und packen das Publikum. Conor wird mit seinen Ängsten konfrontiert und diese versucht er zu bewältigen. Sie sind alle viel Größer als die Existenz des weisen aber auch sehr düsteren Monsters. Es ist sogar so, dass die Darstellung der Gefühle diesen Streifen zu einem der Besonderen im Filmjahr 2017 machen.

Alle Figuren sind die komplette Zeit über absolut authentisch. Einmal mehr muss ich den jungen Lewis MacDougall ansprechen, der mit seiner Darstellung des Conor O´Malley so grandios aufspielt, wie ich es selten gesehen habe. Er verleiht seinem Charakter nicht nur Tiefe sondern zeigt auch die Zerbrechlichkeit eines Jungen, der kein Kind mehr ist, aber noch viel zu jung ist um erwachsen zu sein.
Aber auch die Großmutter, gespielt von der wunderbaren Sigourney Weaver, ist hervorragend in Szene gesetzt. Sie ist nicht die typische Oma, die das Enkelkind verwöhnt, stattdessen ist sie der strenge Part, der die erzieherischen Aufgaben übernimmt. Felicity Jones spielt die Mutter, die an einer schweren Krankheit leidet und kurz davor steht zu sterben. Die Momente in denen Conor und seine Mutter aufeinander treffen, sind die Emotionen auf einem ganz anderen Level. Die Szenen sind geprägt von gefühlvollen Worten und einem liebevollen Miteinander, dass den Schmerz, den Conor erleidet, nahezu greifbar macht.

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Die Musik ist die ganze Zeit über immer sehr atmosphärisch und unterstreicht immer wieder diese gefühlvolle und bildgewaltige Romanverfilmung. Die Kombination aus Emotionen, Musik und die allzeit hohe Spannung sorgen für einen besonders hohen Unterhaltungswert.

Das Setting ist absolut stimmig. Wir befinden uns in einer tristen Kleinstadt oder einem Dorf. Manche Einstellungen vermuten ein Kammerspiel hinter dem Streifen und der ganze Film ist eher dunkel bzw. düster gehalten. Kräftige Farben werden eher weniger verwendet, dadurch bekommt „Sieben Minuten nach Mitternacht“ eine besondere Atmosphäre.

„Sieben Minuten nach Mitternacht“ – ab 04. Mai im Kino.

Meine Meinung:
Es ist also dieser Morgen im Dezember, den ich in meinem liebsten Programmkino in der Innenstadt saß. Ich war überwältigt und zutiefst ergriffen.

Am Ende ist „Sieben Minuten nach Mitternacht“ auch für den Zuschauer eine Konfrontation mit den eigenen Ängsten. Ich wurde sehr gut unterhalten und habe mich einmal mehr gefreut, dass ich diesen Film gesehen habe.
Eine absolute Empfehlung für Groß und Klein, jedoch muss man auch aufpassen, für Kinder hat dieser Streifen einen zusätzlichen Gruselfaktor.

Meine Wertung:
Spannung: 8,5 von 10
Story: 9,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 10 von 10
Authentizität: 9,0 von 10
Musik: 8,0 von 10
Setting: 8,0 von 10
GESAMT: 8,5

Gewinnspiel zu „Sieben Minuten nach Mitternacht“

Das Gewinnspiel ist beendet!

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„Das Leben des jungen Conor (Lewis MacDougall) ist alles andere als sorglos: Seine Mutter (Felicity Jones) ist ständig krank, er muss deshalb bei seiner strengen Großmutter (Sigourney Weaver) wohnen, und in der Schule verprügeln ihn die großen Jungs. Kein Wunder, dass er jede Nacht Albträume bekommt. Doch dann wird alles anders: Als er wieder einmal schweißgebadet – um punkt sieben Minuten nach Mitternacht – aufwacht, hat sich der alte Baum vor seinem Fenster in ein riesiges Monster verwandelt und spricht zu ihm. Ist das noch der Traum – oder ist es Realität? Das weise Monster beginnt, ihm Geschichten zu erzählen. Fortan kommt sein ungewöhnlicher Freund jede Nacht und seine Erzählungen führen Conor auf den Weg zu einer überwältigenden Wahrheit…“
(Kurzinhalt laut Presseheft)

Liebe Leser,

zum Kino-Start von „Sieben Minuten nach Mitternacht“, dem neusten Film von Juan Antonio Bayona mit Sigourney Weaver, Felicity Jones und Liam Neeson, am 04. Mai 2017 verlose ich auf zacksmovie 1×2 Freikarten für das Kino, damit auch ihr in den Genuss kommt, euch diesen Film im Lichtspielhaus ansehen zu können.

Das Einzige, was ihr dafür tun müsst, ist ein Kommentar zu hinterlassen. Der/Die Gewinner/in wird per Zufallsgenerator von mir ermittelt und dann per E-Mail benachrichtigt.
Ihr habt bis Donnerstag, den 27.04.2017 genau 23:59 Uhr Zeit einen Kommentar zu hinterlassen.

Ihr könnt euch natürlich vorher noch den Trailer anschauen:

Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück!

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wenn ihr unter 18 Jahren seid, brauche ich die Einverständniserklärung eurer Eltern. Keine Barauszahlung, keine Gewähr.

Es kann nur Einen geben. Der Gewinner ist Julia, mit der Startnummer 9.
Herzlichen Glückwunsch.

Da Vinci’s Demons (Staffel 3)

Titel: Da Vinci’s Demons (Season 3)
Idee: David S. Goyer
Genre: Historienserie / Abenteuer / Drama
Titellied: Bear McCreary
Dauer: 10 Folgen à ca. 56 Minuten
Erscheinungsjahr: USA: 2015 / Deutschland: 2015
Altersfreigabe: FSK 16

„Leonardo da Vincis Welt bricht zusammen, als sich seine Versuche, Otranto von der osmanischen Invasion zu schützen, als erfolglos erweisen. Die Osmanen verwenden auf dem Schlachtfeld seine eigenen Waffen gegen ihn – die Entwürfe wurden ihm dabei von jemandem gestohlen, dem er eigentlich vertraute. Dieser Verrat wird Leonardo noch länger verfolgen…!
Inzwischen stellen sich Nico und Vanessa gegen die Elite von Florenz, während Riario in Rom Papst Sixtus und die neue Verbündete aus Venedig überzeugt, dass ein Kreuzzug die Rettung für Italien sein wird. Leonardo ist ein weiteres Mal der Einzige, der mit seinen genialen Ideen dieses übergroße Abenteuer zu einem guten Ausgang führen könnte…“
(Rückentext der DVD)

Die dritte Staffel von „Da Vinci’s Demons“ liegt ja nun doch schon eine ganze Weile bei mir herum und das obwohl die zweite Staffel – gefühlt – in Rekordzeit beendet wurde. Ich war nach den Seasons 1 und 2 auf einem Hoch und das wollte ich mir irgendwie nicht kaputt machen lassen, denn wie wahrscheinlich ist es, dass gleich drei aufeinanderfolgende Staffeln mich so sehr überzeugen? Ich nahm eine Pause und wollte das Hoch genießen.
Wie sehr mir die dritte und letzte Staffel dieser Serie gefallen hat, erfahrt ihr nun in meiner Kritik.

Die Handlung knüpft direkt an der Vorgängerstaffel an. Alles dreht sich natürlich weiterhin um Leonardo. Das Buch der Blätter scheint verloren zu sein und nun geht es darum, die Ereignisse aus Otranto zu verarbeiten. Die Osmanen nutzen seine Erfindungen, doch wie soll Leonardo sein eigenes Genie überwinden können?

Der größte Teil der Handlung ist Fiktion, das mindert den Spaß beim Gucken aber keineswegs. Die Erzählstruktur hat sich gegenüber der zweiten Staffel wenig geändert. Es gibt noch weniger Visionen, aber die, die es gibt, sind clever und wertvoll eingesetzt. Der Zuschauer bekommt die komplette Geschichte chronologisch gezeigt, wird aber hin und wieder durch fehlende Informationen verwirrt und das, obwohl man nicht nur die Ereignisse rund um Leonardo, sondern eben auch die aus Florenz, Otranto und allen anderen Orten, an denen sich etwas Wichtiges abspielt, mitbekommt.
Nicht selten stellt man sich in dieser Staffel die Frage: „Wie ist das jetzt passiert?“.

Seit Beginn der Serie, werden viele Intrigen gesponnen, Morde begannen und Leute betrogen. Doch in dieser Staffel erreicht das ein ungeahntes Ausmaß. Die Anzahl der gestellten Rätsel nimmt zwar ab, aber insgesamt bleibt es auch aufgrund der unterschiedlichen Handlungsstränge, die auch bis zum Schluss leider nicht zusammen geführt werden, spannend.

Die emotionale Dichte nahm seit der zweiten Staffel zu und auch in dieser wird das hohe Niveau erreicht, das ich mir gewünscht habe. Dass dem so ist, ist ebenso erfreulich, wie auch überraschend, denn die Handlung an sich beinhaltet immer mehr politische Elemente, die bekanntlich wenig mit Emotionen zu tun haben. „Da Vinci’s Demons“ schafft an dieser Stelle den Spagat, emotionale und rationale Ziele glaubwürdig zu verpacken und aussehen zu lassen.

Mit 10 Episoden à ca. 56 Minuten hat die dritte Staffel die gleiche Länge wie sein Vorgänger. Ich bleibe dabei: Zehn Folgen sind zu wenig für eine Serie und das wird immer etwas sein, womit ich mich nicht abfinden möchte.

Die Schauplätze sind allesamt sehr vielfältig und detailliert gestaltet, ob es nun Florenz, das besetzte Otranto oder irgendein anderer Ort ist. Das Bild ist immer stimmig und passt zu den Geschehnissen. Die Abwechslung der Schauplätze ist obendrein ein Spannungsgarant, da jeder Schnitt auch gleich eine Art Cliffhanger ist und man eigentlich schnellstmöglich zurückkommen will.

An den Namen der Darsteller hat sich so ziemlich seit der ersten Staffel nichts geändert und die Leistung der Schauspieler ist stetig nach oben gegangen. Tom Riley ist am Ende Leonardo Da Vinci und das mit einer Überzeugung und Originalität, die man selten in einer Serie sieht.
Auch die übrigen Akteure schaffen es, ihren Figuren entsprechend Tiefe und Breite zu verleihen, sodass auch eine Art Facettenreichtum entsteht. Durch die Bank gibt es an der schauspielerischen Leistung absolut nichts zu meckern und wenn doch, dann ist es auf sehr, sehr hohem Niveau.

Die musikalische Unterstützung bleibt minimalistisch, nichtssagend und eintönig. Wo sich von der ersten zur zweiten Staffel nichts verschlechtert oder verbessert hat, ist Staffel drei noch mal schlechter als seine beiden Vorgänger. Die Art bleibt zwar gleich, sie ist aber merklich weniger geworden.

Meine Meinung:
Was bleibt also unterm Strich? Ohne viel zu verraten, muss ich sagen, dass sich die dritte Staffel von „Da Vinci’s Demons“ ebenso lohnt wie die ersten beiden. Inhaltlich wird alles etwas mehr, eine politische Komponente mischt sich rein, ohne dass es an anderer Stelle weniger wird. Dennoch wirkt die Serie dadurch nicht überladen.
Kritikpunkte sind die sich häufenden Logikfehler und Szenen, in denen die „Kommunikation zum Zuschauer“ fehlschlägt, wodurch sich letzten Endes auch Verwirrung niederschlägt.

Seit der ersten Staffel ist diese Serie sehr abenteuerreich, dramatisch und spannend und das sind die Pluspunkte. „Da Vinci’s Demons“ schafft es, lange auf einem hohem Niveau zu unterhalten, ist es nicht das, was man sich von einer guten Serie wünscht?
Ohne jeden Zweifel kann ich hier eine klare Empfehlung aussprechen und allen viel Spaß beim Gucken der finalen Staffel wünschen.

Meine Wertung:
Story: 9,0 von 10
Spannung: 9,0 von 10
Länge: 6,5 von 10
Authentizität: 9,0 von 10
Emotionen: 9,0 von 10
Setting: 8,5 von 10
Musik: 4,0 von 10
GESAMT: 7,9

Reihenfolge:

1. Da Vinci’s Demons (Staffel 1)
2. Da Vinci’s Demons (Staffel 2)
3. Da Vinci’s Demons (Staffel 3)

[Gastrezension] Das Dschungelbuch

Titel: Das Dschungelbuch (engl. „The Jungle Book“)
Genre: Zeichentrickfilm
Regie: Wolfgang Reitherman
Musik: George Bruns
Produzenten: Walt Disney
Dauer: ca. 75 Minuten
Erscheinungsjahr: 1967
Altersfreigabe: FSK 0

Unter der Obhut des Panthers Baghira wächst das Findelkind Mogli sorglos bei einer Wolfsfamilie auf. Doch eines Tages erschüttert die unerwartete Rückkehr des menschenfressenden Tigers Shir Khan den gesamten Dschungel. Die große Sorge um Mogli zwingt Baghira zu der einzig möglichen Entscheidung: Mogli muss gegen seinen Willen zurück zur Menschensiedlung. Und so beginnt ein spannendes und lustiges Abenteuer mit dem swingenden Affentanz von King Louie, einer pompösen Elefantenparade, singenden Geiern und der hinterlistigen Schlange Kaa. Vor allem aber lernt der kleine Mogli durch den lebensfrohen Bären Balu die gemütlichen Seiten im Leben und die Bedeutung wahrer Freundschaft kennen. Doch Shir Khan, der Tiger, ist ihnen bereits auf der Spur…
(Rückentext der DVD)

Der 19. abendfüllende Disney-Zeichentrickfilm, der grob auf den Dschungelbuch-Erzählungen von Rudyard Kipling basiert, enthält wohl eines der bekanntesten Disney-Lieder.
Wenn man Menschen bittet, spontan einen Disney-Song anzustimmen, kommen aktuell wohl „Lass jetzt los“ oder „Willst du einen Schneemann bauen?“ aus „Die Eiskönigin“. Vorher waren es aber sicher „Hakuna Matata“ aus „König der Löwen“ oder eben „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ aus „Das Dschungelbuch“.

Mogli lebt als Menschenkind unter Wölfen. Doch als der menschfressende Tiger Shir Khan zurückkommt, kann sich die Wolfsfamilie nur durch eines schützen: Sie müssen Mogli loswerden. Der Panther Baghira, der Mogli schon sein ganzes Leben begleitet, will ihn zurück zu den Menschen bringen. Dabei begegnen sie so manchen Dschungelbewohnern und geraten in einige Gefahren. Nicht zuletzt findet Mogli aber in dem gutmütigen Bären Balu einen Freund…

Mit dieser Geschichte um einen Menschenfresser, der Jagd auf ein Kind macht, geht Disney wie so oft keinen Heile-Welt-Weg. Doch anders als bei der in Ansätzen ähnlich gearteten Geschichte von „Tarzan“ ist Mogli nicht tierisch geworden, sondern bleibt ein Mensch. Er weiß um seine Andersartigkeit und wird von anderen Menschen nicht erschrocken. Er kann sogar mit ihnen reden.
Diesen kleinen Logikfehler (der vielleicht durch die Ursprungsbücher kommt; das weiß ich nicht), verzeiht man der lustigen und süßen Geschichte aber ohne Probleme.

Außer Shir Khan schaffen es alle Tiere, dem Zuschauer ein Lächeln zu entlocken. Egal ob es an der Tollpatschigkeit, den Sprüchen oder der herzerwärmenden Art liegt.
Mit der Gefahr durch den Tiger und den Humor durch die anderen Dschungelbewohner sind zwei der drei Grundpfeiler des Filmes genannt. Es fehlt noch die Freundschaft, wenn nicht sogar Liebe. Es gibt sicher viele kleine Kinder, die auch so einen gutmütigen „Papa Bär“ haben wollten. Der sich sogar mit einem Tiger anlegt, um Mogli zu schützen. Der aber auch mit ihm tanzt und lacht und zeigt, dass das Leben auch mal gemütlich sein muss.

Der Film ist also ganz klar auf Emotionen aufgebaut. Spannung ist nur unterschwellig vorhanden. Man will und soll das Findelkind eher auf seinem Weg durch den Dschungel und bei seinen Begegnungen mit Elefanten, Schlangen und Affen begleiten. Ob Shir Khan besiegt wird und Mogli am Ende tatsächlich zur Menschensiedlung kommt, ist vielleicht interessant, aber nicht spannend. Man wird aus anderen Gründen vom Film in den Bann gezogen. „Der Weg ist das Ziel“ könnte das Motto des Films sein – wenn es eben nicht schon „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ wäre.

Neben den Emotionen leben Disney-Zeichentrickfilme aber natürlich auch von der Musik.
Im Dschungelbuch gibt es nur eine Handvoll gesungene Lieder, was vollkommen ausreichend ist. Der Film wird so nicht überladen. Alle diese Stücke bringen die Geschichte aber nicht weiter, sondern sie geben Einblicke in den Charakter der Personen. Spielerisch lernt man sie so besser kennen. Sei es der Affenkönig Louie, der so gern wie die Menschen wäre, Balu, der alles lieber entspannt angeht oder die Geier, die treue Freunde sind. Und dass man mindestens ein Lied davon spontan im Ohr hat, zeigt, wie gut und eingängig die Musik dieses Filmes ist.

Dem Zeichentrickfilm merkt man optisch an, dass er 50 Jahre alt ist. Die stehenden Hintergründe sind verwaschen. Die sich bewegenden Figuren sind sehr flächig gezeichnet. Es gibt wenig Details, Schatten oder Tiefenwirkung. Aber das sind objektive Beobachtungen. Subjektiv stört das nämlich kein bisschen. Es ist ein guter, alter Zeichentrick-Film und genau so muss er aussehen. Für einen modernen Animationsfilm wäre es zu wenig, aber in einem von Hand gezeichneten Film ist das genau richtig so.

Mit 75 Minuten hat man mit „Das Dschungelbuch“ ein kurzes Vergnügen.
In dieser Zeit wurde jedoch alles Wichtige untergebracht. Jede weitere Begegnung mit noch einem Tier oder einem Rudel hätte die Geschichte künstlich in die Länge gezogen.

Meine Meinung:
„Das Dschungelbuch“ ist ein Stück Kindheit für mich und es ist immer schön, mal wieder in einen Disney-Film eintauchen zu können. Zum Glück befinden sich noch sehr viele in meiner Sammlung.
Bisher habe ich mich auch noch gesträubt, die Realverfilmung aus dem Jahr 2016 anzuschauen. Aber vielleicht lohnt ein Vergleich irgendwann einmal. Bis dahin bleibe ich aber wieder glückselig mit dem alten Film zurück.

Meine Wertung:
Story: 7,0 von 10
Spannung: 5,0 von 10
Zeichentrick: 8,0 von 10
Humor: 8,0 von 10
Länge: 6,5 von 10
Musik: 8,5 von 10
GESAMT: 7,2

Autor: buecherherz