Bohemian Rhapsody

Titel: Bohemian Rhapsody
Genre: Drama / Biografie / Musikfilm
Regie: Bryan Singer / Dexter Fletcher
Musik: Queen / John Ottman
Produzenten: Graham King / Jim Beach
Dauer: ca. 129 Minuten
Erscheinungsjahr: 2018
Altersfreigabe: FSK 6

„Bohemian Rhapsody ist eine Hommage an die legendäre Rockband Queen, ihre einzigartige Musik und ihren außergewöhnlichen Leadsänger Freddie Mercury. Freddie (Rami Malek) widersetzte sich Klischees, trotzte Kontroversen und wurde so zu einem der beliebtesten Entertainer der Welt. Der Film erzählt nicht nur vom kometenhaften Aufstieg der Band, ihrem revolutionären Sound und Freddies Solokarriere, sondern auch von der Wiedervereinigung der Band und einem der grandiosesten Auftritte in der Geschichte der Rockmusik.“
(Rückentext der DVD)

Heute geht es um „Bohemian Rhapsody“, ein Film den mir meine Herzdame geschenkt hat, weil sie wusste, dass ich an ihm Interesse habe.

Zum Inhalt muss gar nicht viel gesagt werden. Der Film dreht sich um die Rockband Queen. Und wie das nun mal so ist, durchläuft Queen, wie viele andere Rockbands auch, Krisen. Krisen, die es zu meistern und bewältigen gilt. Auch wenn der Film vorrangig biografisch ist, gibt es aus spannungstechnischen Gründen kleine Ungenauigkeiten und „Fehler“. Queen-Fans werden sie bemerken, die anderen werden sie nicht stören.
Meiner Meinung nach hat „Bohemian Rhapsody“ trotzdem ein Problem mit fehlender Spannung. Alles, was passiert, wird schon im Rückentext beschrieben – große Wendungen oder Überraschungen fehlen.

„Bohemian Rhapsody“ beschäftigt sich viel mehr mit Freddie Mercury als mit der Band Queen an sich. Es ist also eher ein Streifen, der unter dem Deckmantel der Rockband, das Leben und Wirken von Freddie Mercury beleuchtet. Als Leadsänger hing der Erfolg der Band stark mit ihm zusammen, denn über den Gesang hinaus bot die Kunstfigur Freddie Mercury zusätzliche Anreize.

Wenn man sich die darstellerische Leistung insgesamt anschaut, dann kommt man nicht drum herum, über Rami Malek zu sprechen. Er hat verdientermaßen für seine Performance einen Oscar® gewonnen. Leider sind alle anderen Darsteller austauschbar. Umso tiefer man in den Film eintaucht, umso mehr wird deutlich, dass er fast ausschließlich von seinem Hauptdarsteller getragen wird. Letztlich steht und fällt dieser mit Maleks Leistung, die glücklicherweise überragend war.

Auch wenn der Film nicht wirklich spannend und der Großteil der Darsteller austauschbar war, mochte ich „Bohemian Rhapsody“ trotzdem. Das liegt vorrangig daran, dass ich kurzweilig unterhalten wurde und man dem Film seine Laufzeit nicht angemerkt hat. Außerdem ist er bezüglich der Atmosphäre und der Inszenierung überaus unterhaltend.
In jeder Sekunde hatte ich das Gefühl von Queen-Nostalgie, welches von der einprägsamen Musik der Band unterstützt wurde. Jedes Tönchen, das in irgendeiner Form erzeugt wird, mündet logischerweise in einem Queen-Song. Auch die Inszenierung der einzelnen Songs lädt unweigerlich zum Mitsingen, Mitwippen oder zumindest zum Mitgrooven ein.

Am Ende muss ich sagen, dass Bryan Singer mit „Bohemian Rhapsody“ eine gute Mischung aus Queen-Verehrung und dramaturgischen Stilmitteln gelungen ist. Ein weiteres Denkmal, das aber im Schatten der großen Rockband selbst steht.


Im Rahmen der Filmreise-Challenge habe ich nun Aufgabe #48 „Schaue einen Film, in dem es um einen Musiker oder eine Band geht“ beendet. Für weitere Informationen klickt bitte einfach auf das Banner.

Meine Meinung:
Die Geschichte von Queen und Freddie Mercury mal anders. Auch wenn nicht alle Begebenheiten genau so passiert sind, man also nicht auf Detailtreue wert legen sollte, habe ich mich gut unterhalten gefühlt.
Wer Queen oder gute Musik mag, für den ist dieser Film absolut empfehlenswert und der Rest darf auch gerne reinschalten.

Meine Wertung:
Spannung: 5,0 von 10
Story: 7,0 von 10
Länge: 8,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 6,0 von 10
Authentizität: 6,0 von 10
Setting: 8,0 von 10
GESAMT: 6,7

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No Country for Old Men

Titel: No Country for Old Men
Genre: Actionthriller / Romanverfilmung
Regie: Ethan und Joel Coen
Musik: Carter Burwell
Produzenten: Ethan und Joel Coen / Robert Graf / Scott Rudin
Dauer: ca. 117 Minuten
Erscheinungsjahr: 2007
Altersfreigabe: FSK 16

„Ein Mann stolpert förmlich über einen blutigen Tatort, einen Pick-Up-Truck, vollgeladen mit Heroin und unwiderstehlichen zwei Millionen Dollar in bar. Seine Entscheidung, das Geld für sich zu behalten, setzt eine gewaltvolle Kettenreaktion in Gang, die noch nicht einmal das Gesetz von West-Texas aufhalten kann.“
(Rückentext der DVD)

Dieses Mal habe ich mir „No Country for Old Men“ angeschaut. Ein Film, der weltweit gefeierten Coen-Brüder. Um es vorweg zu nehmen: Ich stand selten einem Film zwiespältiger gegenüber als diesem.

Ich habe die Handlung auf drei Ebenen wahrgenommen. Wo die ersten beiden Ebenen aktiv in die Geschichte eingreifen, ist die dritte so etwas wie der stille Zuschauer. All das, was in der Handlung an und für sich geschieht, ist verständlich und einfach erzählt. Die Darstellungen sind oft besonders explizit und gewalttätig, dabei bleibt die Kamera stets sehr unaufgeregt. Die Actionanteile resultieren dabei nicht aus einer verwackelten Kameraführung, sondern ausschließlich aus der Story. Dennoch bleibe ich recht zwiegespalten zurück, dazu aber später mehr.

Die Darsteller liefern allesamt ab. Sowohl Nebenrollen als auch Hauptdarsteller sind mit bekannten Gesichtern besetzt. Josh Brolin als zukünftiges Opfer auf der Flucht und Javier Bardem als erbarmungsloser und eiskalter Killer sind die ersten zwei Namen auf der Liste. Darüber hinaus bekommt der Zuschauer Tommy Lee Jones und Woody Harrelson zu sehen.
Der Film funktioniert aufgrund der guten Leistungen der Schauspieler, die gleichermaßen die Handlung auf ihren Schultern tragen.

Was die Spannung betrifft, ist der Streifen weder Fisch noch Fleisch und genau deswegen kann ich diesen Film nicht klar und eindeutig empfehlen, aber auch nicht davon abraten. Ausschlaggebend für die Spannung war das Erzähltempo. Der Streifen nimmt sich nämlich sehr viel Zeit. Es gibt Szenen, in denen einfach nur von A nach B gefahren wird und man handlungstechnisch auf der Stelle tritt. Auch die wenigen Dialoge hemmen die Spannung und sorgen für einen sehr unterkühlten Eindruck. Über den ganzen Film hinweg gibt es aber immer wieder Szenen, die für einen Moment ausbrechen und das Publikum unterhalten.

Mit einer Laufzeit von 117 Minuten ist „No Country for Old Men“ noch absolut im Rahmen einer normalen und nicht zu langen Gesamtspielzeit, aber aufgrund der eher anstrengenden Erzählweise wirkt der Film um einiges Länger.

Das Setting ist abwechslungsreich. Kamerafahrten und Kulissen wirken hochwertig und wissen dadurch zu überzeugen. Im Szenenbild erfährt man einen stetigen Wechsel von dunklen bzw. düsteren Szenen und sonnenüberfluteten Bildern. Diese Übergänge sind oft ausschlaggebend für die besonders atmosphärische Wirkung. Auch die musikalische Untermalung fügt sich in die Handlung nahtlos ein und untermalt das Geschehen, ohne dabei zu sehr den Fokus zu verschieben.
Technisch kann man „No Country for Old Men“ insgesamt nichts vorwerfen.

Schlussendlich stellt sich mir die Frage, ob die lobenden Worte für die Coen-Brüder gerechtfertigt sind oder nicht. Wie ich bereits sagte, ist der Film handwerklich abwechslungsreich. Auch die Darsteller leisten ihren Anteil, jedoch muss ich sagen, dass der stringenten Handlung der nötige Drall, und damit sozusagen auch die Würze, fehlt. Dialogarmut und ausdrucksstarke Figuren sind zwar schön und gut, aber wenn im Gegensatz dazu kein Tempo aufkommt und die Spannung gehemmt wird, kommt am Ende auch nur ein Film heraus, dem im Verhältnis viele Teile fehlen. Die lobenden Worte sind insofern nur gerecht, wenn sie sich auf das Handwerkliche beschränken, denn besonders großen Unterhaltungswert hat der Streifen meiner Meinung nach nicht.

Meine Meinung:
Es war nicht mein erster Film der Coen-Brüder, doch es ist der erste, der mich so unentschlossen zurückließ. Er war brutal aber unaufgeregt, es wurde verhältnismäßig wenig gesprochen, aber die Dialoge, die es gab, waren überzeugend. Oft war es nicht spannend, aber wenn der „Schalter“ umgelegt wurde, ging es richtig zur Sache.
Am Ende empfand ich den Streifen gut, aber auch nur bedingt sehenswert, denn nicht jeder wird damit seine Freude haben.

Meine Wertung:
Spannung: 6,0 von 10
Action: 6,0 von 10
Story: 7,5 von 10
Länge: 5,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
Setting: 8,0 von 10
GESAMT: 6,6

Spider-Man: A New Universe

Titel: Spider-Man: A New Universe (engl. „Spider-Man: Into the Spider-Verse“)
Genre: Animationsfilm
Regie: Bob Persichetti / Peter Ramsey / Rodney Rothman
Musik: Daniel Pemberton
Produzenten: Avi Arad / Amy Pascal / Phil Lord / Christopher Miller / Christina Steinberg
Dauer: ca. 112 Minuten
Erscheinungsjahr: 2018
Altersfreigabe: FSK 6

„‚Spider-Man: A New Universe‘ präsentiert uns Miles Morales, einen Teenager aus Brooklyn, und die grenzenlosen Möglichkeiten des Spider-Universums, in dem mehr als einer die Maske tragen kann.“
(Rückentext der DVD)

Als ich letztens beim DVD-Dealer meines Vertrauens war und mich dort neu ausstattete, stolperte ich mehr oder weniger zufällig über diesen Film. Ich mochte die Idee eines Spider-Man-Multiversums schon immer irgendwie sehr gerne und war deshalb gespannt, ob ich mir das Richtige unter diesem Titel vorstellen kann. Dass er dann zusätzlich einen Oscar® als bester Animationsfilm gewonnen hat, hat zusätzlich dafür gesorgt, dass ich den Streifen so interessant finde. Nun geht es aber um meine Kritik.

Miles Morales wird ein neuer Spider-Man, denn auch er wird von einer genetisch veränderten Spinne gebissen, wodurch er letzten Endes seine Fähigkeiten erhält.
Währenddessen versucht Peter Parker (alias Spider-Man) die fiesen Pläne von Kingpin zu durchschauen und zu vereiteln. Mehr sollte über die Geschichte nicht gesagt werden, außer, dass es mehr als die zwei Spider-Mans gibt.

Die Geschichte ist vielschichtig aufgebaut und entstaubt das in die Jahre gekommene Image von Spider-Man.
Obwohl Peter Parker mit der „Spider-Man“-Trilogie oder den „The Amazing Spider-Man“-Filmen neues Leben eingehaucht wurde, wird nun Miles Morales als Spider-Man in den Fokus gerückt, auch wenn weiterhin ebenfalls auf Peter Parker gebaut wird. Insofern wird hier also ein neuer Weg eingeschlagen und gleichermaßen eine alternative Wirklichkeit angeboten.
In der Komplexität, der Zusammenstellung der Figuren und der Handlung spielt „Spider-Man: A New Universe“ auf jeden Fall bei den besseren Animationsfilmen mit. Auch wenn am Ende des Tages die Geschichte denkbar einfach ist, so gewinnt er durch die Narration und die Figuren.

„Spider-Man“ verbindet so viele kleine Elemente miteinander, die das Gesamtwerk wunderbar wirken lassen. So ist der Streifen spannend, witzig, wunderbar animiert und gleichermaßen bunt wie auch düster. Und am Ende ist der Vorteil eines Animationsfilmes der, dass Dinge, die mit einer normalen Kamera nicht dargestellt werden können, darstellbar sind.

Die Länge von ca. 112 Minuten ist sehr angemessen. Der gesamte Streifen bekommt genügend Möglichkeiten, sich zu entfalten und die Figuren einzuführen, was am Ende auch sehr gelungen inszeniert wird.

Der Animationsstil ist nicht umsonst Oscar®-prämiert. Er besticht durch eine hohe Vielfalt, die vom klassischen Zeichentrick, über Manga bis hin zu modernen Animationen reicht.

Ein weiterer Punkt ist die Musik. Ich fahre voll darauf ab, wenn Szenen passend untermalt werden und dieser Punkt wird sehr gut getroffen. Auch hier begeht der Film unkonventionelle Wege, denn man bekommt seltener klassische Klänge zu hören, als viel mehr Hip Hop oder Rap-Musik. In der Gesamtheit passen Bild und Ton sehr gut zusammen und haben einen hohen Unterhaltungswert.

Meine Meinung:
Ich als Spider-Man-Fan, der schon als kleiner Junge die Zeichentrickserie und die paar Comics, die es in Deutschland gab, gesehen und gelesen hat, war anfangs eher skeptisch. Ich war mir nicht sicher, ob mir Miles Morales und die Einführung eines neuen Spider-Man-Universums gefehlt haben. Dennoch habe ich dem Film die Chance gegeben, sich zu etablieren und bin sehr froh darüber.

„Spider-Man: A New Universe“ hat mich unterhalten und überrascht und bekommt daher von mir eine klare Empfehlung für alle Comic-Fans und all diejenigen, die eine tolle Geschichte mit einer abgefahrenen Umsetzung sehen möchten und Spider-Man mögen.

Meine Wertung:
Spannung: 8,0 von 10
Animationen: 9,0 von 10
Story: 9,0 von 10
Länge: 8,0 von 10
Musik: 9,0 von 10
GESAMT: 8,6

Loving Vincent (Flimmerfreundschaft)

Titel: Loving Vincent
Genre: Animationsfilm / Krimi
Regie: Dorota Kobiela / Hugh Weichman
Musik: Clint Mansell
Produzenten: Sean M. Bobbitt / Ivan Mactaggart / Hugh Weichman
Dauer: ca. 91 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Altersfreigabe: FSK 6

„Ein Jahr nach dem Tod Vincent van Goghs taucht plötzlich ein Brief des Künstlers an dessen Bruder Theo auf. Der junge Armand Roulin soll den Brief aushändigen, doch er kann den Bruder nicht ausfindig machen und reist in den verschlafenen Ort Auvers-sur-Oise. Hier hat der berühmte Maler die letzten Wochen seines Lebens verbracht. Auf der Suche nach dem Empfänger stößt Armand auf ein Netz aus Ungereimtheiten und Lügen. Fest entschlossen will er die Wahrheit über den Tod des Malers herausfinden.“
(Rückentext der DVD)

Der liebe Ma-Go hat mich gefragt, ob wir nicht unsere tiefe Freundschaft auf ein neues Level heben wollen. Er musste keine großartige Überzeugungsarbeit leisten, da habe ich ihm den symbolischen Handschlag in Form eines Emojis zugesendet. Es wird also gefeiert. Die Flimmerfreundschaft.

Des Pudels Kern der Flimmerfreundschaft ist, dass wir uns gegenseitig einen Film nennen, den der jeweils andere anschauen muss und dazu einige Fragen beantwortet werden dürfen. Logisch ist, dass das alles dann in einem Blogbeitrag verarbeitet werden darf.
Liebe Leser, ich wünsche euch viel Spaß beim Zusehen, Lesen und Mitfeiern unserer Flimmerfreundschaft.

Schaut auch gerne mal bei Ma-Go vorbei, um zu erfahren, was er zu meiner Filmauswahl „Warrior“ sagt.

Ma-Gos Fragen zum Film an mich:

1. Welche der im Film porträtierten Eigenschaften van Goghs findest du bei dir selbst wieder?

Das ist eine überaus interessante Frage. Wenn man sich den Streifen genauer anschaut stellt man fest, dass einige Eigenschaften, die in irgendeiner Art und Weise van Gogh charakterisieren, gezeigt werden. Einerseits wird er als höflich und zuvorkommend bezeichnet und andererseits als ein Trunkenbold. Aufgrund dieser Tatsache stelle ich mal eine steile These auf und sage, dass in jedem von uns ein kleiner van Gogh steckt.

2. Auf dem DVD-Cover wird der Film als der schönste Film aller Zeiten beworben. Wie hat der zumindest besondere Animationsstil auf dich gewirkt?

In erster Linie war der Animationsstil sehr gewöhnungsbedürftig. Jedoch muss ich zugestehen, dass die Eingewöhnung überaus kurz und zügig ging. Der stetige Wechsel zwischen Szenen, die in der erzählerischen Gegenwart spielen und solchen, die die Handlung in einer Rückblende darstellen, haben nicht nur aufgrund ihrer animierten Unterschiede einen Reiz auf mich ausgeübt. Die Rückblenden, die immer sehr puristisch und farblich zurückgenommen dargestellt sind, sind nicht minder hochwertig als die strukturell auffälligen Bilder der eigentlichen Handlung. Ganz klar, der Film ist schön, er ist aber nicht der schönste Film aller Zeiten, dafür ist er aber ein ganz besonderes Stück Filmkunst.

3. Welches der Bilder van Goghs, die im Film aufgegriffen werden, würdest du dir zuhause an die Wand hängen?

Keines, denn hier steht bereits ein kleines Bild in Form einer gerahmten Postkarte im Schrank. Wenn ich aber eines auswählen müsste, dann wäre es wohl eines aus der Reihe „Sonnenblumen“.

4. Wenn du von der Kunst leben müsstest, welches wäre dein Metier?

Am liebsten die Musik. Wer wäre nicht sehr gerne ein Rockstar? Aber ich kann mir auch total gut vorstellen, einfach ein Leben als Autor und Geschichtenerzähler zu führen.

5. Warst du schon mal bei einer Vernissage oder einer anderen Ausstellung eines Künstlers oder einer Künstlerin?

Ja, bei meinem Besuch in Amsterdam habe ich das Van-Gogh-Museum besichtigt und einige seiner tollen Werke begutachten dürfen. War schön dort.

6. Van Gogh hat mal gesagt: „Auf welche Art wird man mittelmäßig? Dadurch, dass man heute das und morgen jenes so dreht und wendet, wie die Welt es haben will, dass man der Welt nur ja nichts widerspricht und nur der allgemeinen Meinung beipflichtet.“ Deine Meinung dazu?

Da ist etwas Wahres dran. Ich bin ja auch der Meinung, dass die Welt denen gehört, die quer denken und gegen den Strom schwimmen. Solche Aussagen polarisieren ja auch immer stark, aber sie sind notwendig, um eine Veränderung in der Gesellschaft zu vollbringen. Im Gegensatz zu mir war van Gogh von kultureller Bedeutung.

7. Welche Szene im Film fandest du die beste, welche die schwächste und jeweils warum?

Die eine Szene, die mir besonders gut gefallen hat oder solche die besonders schlecht gewesen ist, kann ich dir gar nicht nennen. Narrativ gibt es keine Szene, die mich überzeugt hat, aber die Fülle der Szenen hat mich auch nicht nicht überzeugen können. Animatorisch hingegen finde ich die zurückgenommenen Szenen der Rückblenden besser, obwohl die Szenen der eigentlichen Handlung inszenatorisch hochwertiger zu sein scheinen.

8. Hast du einen der gemalten Darsteller/innen im Film wiedererkannt? Oder kanntest du überhaupt eine/n der beteiligten Schauspieler/innen?

Ja. Ich kannte zwei Schauspieler und habe diese auch erkannt. Zum einen Eleanor Tomlinson und zum anderen Aidan Turner. Bei Ersterer hatte ich keine Schwierigkeiten, bei Aidan Turner musste ich zweimal hinschauen.

9. Welchen Stellenwert haben Animationsfilme für dich und welche Art der Animation ist deine Bevorzugte?

Ich finde Animationsfilme immer irgendwie anders und schaue sie mir daher gerne an. Einen besonders hohen Stellenwert würde ich ihnen aber nicht einräumen. Es gibt da ja auch die unterschiedlichsten Arten der Animationen und ich finde einige „moderne“ Animationsfilme einfach bombastisch. Es gibt allerdings auch sehr viele Arten der Animation, die ihren Reiz haben. Beispiele dafür sind „Die Peanuts“, „Tim und Struppi“, „Coraline“ oder solche, die Stop-Motion sind, wie z. B. „Die Boxtrolls“. „Loving Vincent“ ist technisch damit ein ebenso besonderes Werk, wie die anderen auch. Eine bevorzugte Art habe ich aber nicht, denn am Ende ist die Geschichte ausschlaggebend.

10. Wie hat dir meine Filmauswahl für dich abschließend gefallen und wie siehst du die Chancen auf ein Fortbestehen unserer Flimmerfreundschaft?

Du hast mit deiner Filmauswahl auch schon mal deutlicher daneben gelegen, muss ich sagen. Wenn deine damaligen Empfehlungen doch auch bloß auf einem solchen „Niveau“ gewesen wären, deine Meinung wäre deutlich gefragter gewesen. Spaß beiseite: Ich bin optimistisch und deine Filmauswahl war ok. Beim nächsten Mal darfst du sehr gerne einen etwas spannenderen Film aussuchen. Ich hätte gerne einen kurzweiligen 140 bis 160 Minuten Film mit Action, Gesellschaftskritik, Science-Fiction-Elementen und einem Realitätsbezug. Jetzt kommst du.

Poldark (Staffel 4)

©Edel:Motion

Titel: Poldark (Season 4)
Idee: Winston Graham
Genre: Historienserie / Drama
Titellied: Anne Dudley
Dauer: 8 Folgen à ca. 56 Minuten
Erscheinungsjahr: Großbritannien: 2018 / Deutschland: 2019
Altersfreigabe: FSK 12

„Im Jahre 1796 sträubt sich Ross Poldark nicht länger gegen ein politisches Amt. Um Cornwall und diejenigen, die er liebt, vor dem zunehmend mächtigen George Warleggan zu schützen, lässt er sich zum Parlamentsabgeordneten nominieren. Auch Elisabeth ist für alles bereit, um ihre Ehe zu retten, während Dr. Enys und Caroline vor der Herausforderung ihres Lebens stehen. Überraschend gewinnt Ross die Wahl, was ihn weit weg von seiner Heimat in die Hauptstadt London führt und seine Beziehung mit Demelza erneut auf eine harte Probe stellt… Nicht nur die Fehde zwischen den beiden Häusern Nampara und Trenwith entflammt erneut, sondern es taucht auch ein weiterer Widersacher auf, der zusätzlich für große Spannung sorgt.
Kann sich Ross in seiner neuen Machtposition behaupten? Und welche neuen Hindernisse werden sich zwischen die Liebenden drängen?“
(Rückentext der DVD)

Wie auch bei den drei Staffeln davor, kam ich den Genuss eines kostenfreien Rezensionsexemplars der vierten Staffel von „Poldark“.
Ich hatte bereits dreimal großen Spaß und viel Freude mit der Serie und daher war ich mir sicher, dass das auch ein viertes Mal so sein wird.
„Poldark“ schaffte es wieder mit seiner Handlung und seinen tollen Kulissen, die man sonst nur aus Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen kennt, zu überzeugen.
Das ausgewogene Szenenbild ist aber nur ein Stilmittel, das in gewohnter Regelmäßigkeit seinen Platz in dieser Serie erhält.

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Nach wie vor dreht sich die Serie um Ross Poldark und sein Leben als Adeliger von Cornwall. Inzwischen jedoch führt ihn sein Weg in ein politisches Amt und damit nach London, weit entfernt von seiner Heimat und seiner Familie.
Die daraus resultierenden Konflikte werden immer wieder thematisiert und in den Fokus gerückt, denn die beiden Orte mit ihren Akteuren und Problemen können fast nicht unterschiedlicher sein. Eines haben aber sowohl Cornwall als auch London gemeinsam: George Warleggan wird immer in der Nähe sein. Narrative Unterschiede zur Vorgängerstaffel entstehen dadurch, dass Staffel vier den Kontrast zwischen Londoner Regierungsgesellschaft und Cornwaller Arbeitergesellschaft voneinander abgrenzt und dabei deutlich macht, dass sich beide Gesellschaften durchaus beeinflussen.
Auch nebensächliche Handlungsstränge werden fortgeführt und münden in den letzten beiden Episoden der vierten Staffel im Hauptstrang. Der Spaß an der Handlung wurde minimal durch untypisches und obendrein unlogisches Verhalten von einigen Figuren geschmälert.

Spannungstechnisch geht es deutlich unaufgeregter zu, als es noch in den anderen Staffeln der Fall gewesen ist. Dabei wurde es zwar nie langweilig, jedoch wesentlich ruhiger. Die letzten zwei Episoden bilden dabei die Ausnahme, da es dort noch einmal einen Anstieg des Interesses mit abschließendem Spannungsbogen gab.
Eine Besonderheit sei an dieser Stelle noch hervorgehoben:
Viele Elemente, die spannungsfördernd sind, resultieren aus den Emotionen der Charaktere. Eben jene Emotionen sind es, die die Serie besonders wertvoll machen.

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Zu den Figuren und der darstellerischen Leistung der Schauspieler kann ich mich nur wiederholen: Sie machen alle ihre Sache überaus gut und ich erfreue mich jedes Mal auf ein Neues an der überaus gelungenen Darbietung der Schauspielkunst.

Im Vergleich zu den vorangegangenen Staffeln war die Musik deutlich weniger präsent. Bereits im Menü und beim Erklingen der Titelmelodie bekomme ich zwar nach wie vor eine Gänsehaut und große Lust auf die Serie. In den einzelnen Episoden jedoch vernimmt man weniger unterstützende Klänge. Handlungstragende Musik gab es gänzlich keine.

©Edel:Motion

Meine Meinung:
Die vierte Staffel von „Poldark“ erntet die Früchte, die seit drei Staffeln gesät wurden. Die Personkonstellationen, die Fehde zwischen Ross und George und die Tragfähigkeit der Figuren scheint in dieser Staffel ihr Maximum erreicht zu haben. Keine andere Staffel fühlte sich für mich so kurzweilig, weil gut, an.
Die Story und die wirklich guten Schauspieler sind nur zwei Gründe für mich, diese Serie weiterzuempfehlen. Wer aber Lust hat all die ganzen anderen tollen Eigenschaften von „Poldark“ kennenzulernen, kann nun auch die vierte Staffel käuflich erwerben.

Die vierte Staffel von „Poldark“ ist seit dem 22.02.2019 in Deutschland im Handel.

Meine Wertung:
Story: 8,5 von 10
Spannung: 7,5 von 10
Länge: 7,0 von 10
Authentizität: 9,0 von 10
Emotionen: 9,0 von 10
Setting: 10 von 10
Musik: 7,0 von 10
GESAMT: 8,3

Reihenfolge:
1. „Poldark“ (Staffel 1)
2. „Poldark“ (Staffel 2)
3. „Poldark“ (Staffel 3)
4. „Poldark“ (Staffel 4)

Es läuft gerade die Serie… „Poldark“ (Staffel 4)

©Edel:Motion

Das Cornwall-Historiendrama „Poldark“ ist inzwischen zu einer meiner liebsten Serien avanciert und so war ich auch dieses Mal voller Vorfreude, die vierte Staffel als Rezensionsexemplar erhalten zu können.
Wieder schlüpft – zur Freude der weiblichen Zuseherschaft – Aiden Turner in die Rolle des Ross Poldark und zeigt uns damit nicht nur die schönsten Ecken Cornwalls seit Rosamunde Pilcher, sondern auch, was es heißt, sich im vorindustriellen England des späten 18. Jahrhunderts durchzuschlagen.

Ich persönlich hoffe auf Intrigen, Korruption und einen Dreispitz-Träger, der nicht nur Schneid hat, sondern auch jede Menge Integrität.

„Im Jahr 1796 sträubt sich Ross Poldark nicht länger gegen ein politisches Amt. Um Cornwall und diejenigen, die er liebt, vor dem zunehmend mächtigen George Warleggan zu schützen, lässt er sich zum Parlamentsabgeordneten nominieren. Auch Elisabeth ist für alles bereit, um ihre Ehe zu retten, während Dr. Enys und Caroline vor der Herausforderung ihres Lebens stehen. Überraschend gewinnt Ross die Wahl, was ihn weit weg von seiner Heimat in die Hauptstadt London führt und seine Beziehung zu Demelza erneut auf eine harte Probe stellt… Nicht nur die Fehde zwischen den beiden Häusern Nampara und Trenwith entflammt erneut, sondern es taucht auch ein weiterer Widersacher auf, der zusätzlich für große Spannung sorgt.

Kann sich Ross in seiner neuen Machtposition behaupten? Und welche neuen Hindernisse werden sich zwischen die Liebenden drängen?“
(Rückentext der DVD)

Sicario

Titel: Sicario
Genre: Krimi-Thriller
Regie: Denis Villeneuve
Musik: Jóhann Jóhannson
Produzenten: Basil Iwanyk / Thad Luckinbill / Trent Luckinbill / Edward McDonnell / Molly Smith
Dauer: ca. 117 Minuten
Erscheinungsjahr: 2015
Altersfreigabe: FSK 16

„Die idealistische FBI-Agentin Kate Macer (Emily Blunt) findet das grausige Geheimversteck eines Drogenkartells und meldet sich freiwillig für den Einsatz in einer internationalen Task-Force, um Jagd auf die Drahtzieher zu machen. Dort trifft sie auf den ebenso skrupellosen wie kampferprobten Söldner Alejandro (Benicio del Toro), und schon bald werden Kates moralische Überzeugungen einer harten Prüfung unterzogen, als die Grenzen zwischen Gut und Böse zusehends verschwimmen…“
(Rückentext der DVD)

Heute geht es um den viel gelobten Film „Sicario“. Ob er bei mir genauso gut angekommen ist, wie in den Medien oder bei anderen Kritikern, erfahrt ihr in meiner Review.

Ich empfand den Streifen als einen sehr atmosphärischen und stringent erzählten Thriller, der seine guten Momente hat, aber narrativ eher weit hinter seinen Möglichkeiten bleibt. Vor allem die beiden männlichen Rollen, die von Josh Brolin und Benicio del Toro gespielt werden, überzeugen durch ihre Darstellungen. Sie spielen beide keine aalglatten Figuren, sondern Charaktere mit vielen Fehlern und Ansichten, die nicht unbedingt als tugendhaft bezeichnet werden können. Sie haben mir deshalb so gut gefallen, weil sie einfach brutal sind. Zwei richtige Kerle eben.
Meine Meinung zu der Leistung von Emily Blunt änderte sich mit ein paar Tagen Abstand teilweise. Zunächst empfand ich sie eher negativ. Ich dachte, dass man auf ihre Rolle hätte gänzlich verzichten können, doch inzwischen sehe ich das etwas anders. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die komplette Geschichte aber auch ohne die Figur Kate Macer funktioniert hätte. Was mein Umdenken letzten Endes ausgelöst hat, war ein Vergleichen der beiden Handlungsstränge von „Sicario“ und „Sicario 2“. Ich habe dabei festgestellt, dass Emily Blunts Figur als ein moralischer Fixpunkt dienen kann.

Erzählerisch macht „Sicario“ für mein Gefühl aber viel zu viele kleine Schritte. Irgendwie sitzt man ständig im Auto und fährt von A nach B, ohne dass das jetzt besonders wertvoll für die Handlung wäre. Ich finde es schwierig, solche Szenen zu inszenieren, wenn sie handlungstechnisch wenig bis keine Bedeutung haben. Schlussendlich wurden solche Momente auch immer dafür verwendet, eine Actionsequenz einzubauen oder anderweitig Spannung in Form von Action aufzubauen und darzustellen.

Die Geschichte selbst dreht sich um eine Einsatztruppe, welche aktiv gegen ein Drogenkartell vorgeht. Emily Blunts Figur Kate Macer verfolgt mit ihrer freiwilligen Teilnahme an dieser Einsatztruppe rechtschaffene Ziele. So eindeutig sind die Ambitionen der anderen Charaktere jedoch nicht. Und genau damit habe ich meine Probleme. Es gibt ganz konkrete Szenen, in denen es nicht um Rechtschaffenheit geht, sondern einfach nur darum, ein persönliches Ziel eines Akteurs zu erreichen. Das ist ja auch vollkommen okay, jedoch bekommt der Film an sich, durch die Art der Erzählung und wie viel Raum dieser Strang in der Handlung erhält, einen bitteren Beigeschmack. Anfänglich suggerierte der Streifen, dass es sich thematisch um das Bekämpfen eines Drogenkartells und die persönlichen Erfahrungen der Figur Kate Macer dreht. Schlussendlich ging es aber um einen persönlichen Rachefeldzug, der nur als Sekundärziel die Bekämpfung des Drogenmarktes hat.

Dennoch profitiert „Sicario“ von seiner starken schauspielerischen Leistung. Emily Blunts Figur ist zwar überflüssig, aber hervorragend dargestellt. Auch die beiden männlichen Hauptrollen fallen durch ihre kernige und kantige Art auf. Die Nebenrollen sind nicht mit minderer Qualität besetzt und freudig wurde ich überrascht, als ich einen meiner Lieblingsseriendarsteller wiedersah: Jeffrey Donovan (Burn Notice).

Ich habe mich mit dem einen oder anderen über „Sicario“ unterhalten und alle fanden den Score überragend und intensiv. Ich glaube, da bin ich dann wohl die Ausnahme, die ihn als überragend nervig empfunden hat. Ständig lief die immergleiche Melodie mit wenig Variabilität. „Sicario“ versucht mithilfe der Musik die Spannung auf den Punkt zu bringen. Am Anfang fand ich das auch noch schön, aber nach 117 Minuten war ich froh, dass es endlich vorbei war.

Erzählerische Limitiertheit wird unterstützt durch gut inszenierte Schießereien, die keineswegs Überhand genommen haben. Durch die Handlung an sich hat der Film zwar sehr großes Potential, um Spannung aus sich selbst heraus zu produzieren, kann aber eben nicht ohne solche Szenen arbeiten.

Schlussendlich empfinde ich den Streifen zwar gut, aber auch deutlich zu lang. Alle Szenen, in denen man viel zu viel in stumme Gesichter schaut, in denen man in einem Auto sitzt und einfach nur hin- und herfährt, sind schon deutlich überflüssig.

Mir ist das Setting positiv aufgefallen. Es gibt viele unterschiedliche Lichtverhältnisse. Im einen Moment ist es noch hell und sonnenlichtdurchflutet und dann befindet man sich auf einmal in einem dunklen Kämmerlein. In der nächsten Szene dominiert dann sehr stark künstliches Licht. Es sind dieser Wechsel und die starken Kulissen, die immer wieder etwas von Wüste und Großstadtdschungel haben, die maßgeblich am visuellen Eindruck beteiligt sind.

Meine Meinung:
Ich bin ein Freund davon, wenn man sich eine Reihe anschaut, mit dem ersten Teil zu beginnen. Ich habe auch Probleme damit, Serien anzufangen und sie dann nicht zu beenden, egal wie schlecht sie sind. Zurück zum Thema: „Sicario“ ist sehr atmosphärisch und überzeugt mich mit Josh Brolin und Benicio del Toro. Ich frage mich sogar inzwischen, warum ich noch nicht mehr Filme mit den beiden gesehen habe.

Es gab aber etwas, das mir in der Gesamtheit noch fehlte:
Ich hätte mir mehr von den „dreckigen“ Momenten gewünscht. Zwar hat „Sicario“ im Unterton, meiner Meinung nach, eine gewisse Kritik geäußert und auch Themen, die sich mit moralisch verwerflichen Dingen befassen, angesprochen, jedoch fehlt mir die letzte Konsequenz. Sozusagen die Steigerung oder letzte Grenzüberschreitung von Recht und Unrecht.

Meine Wertung:
Spannung: 8,0 von 10
Action: 7,5 von 10
Story: 8,0 von 10
Länge: 5,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,0 von 10
Authentizität: 9,0 von 10
Musik: 6,5 von 10
Setting: 8,5 von 10
GESAMT: 7,6

septembe*R*-Challenge 2.0: Rain Man

Titel: Rain Man
Genre: Drama
Regie: Barry Levinson
Musik: Hans Zimmer
Produzenten: Mark Johnson
Dauer: ca. 128 Minuten
Erscheinungsjahr: 1988
Altersfreigabe: FSK 12

„Der windige Autohändler Charlie Babbitt (Tom Cruise) erfährt erst nach dem Tod seines Vaters von der Existenz seines autistischen Bruders Raymond (Dustin Hoffman). Um an dessen Erbe heranzukommen, nimmt er ihn mit auf eine Reise, die sein Leben verändern soll. Aber dann kommt alles anders! Mit seinem Verhalten – von der Weigerung zu fliegen, bis hin zu seiner Sucht nach TV-Quizshows – bringt Raymond den hitzköpfigen Charlie zunächst an die Grenzen seiner Geduld, um ihn schließlich ganz aus seiner egoistischen Welt herauszureißen. Was als unsentimentale Reise der Babbitt-Brüder beginnt, endet als ergreifendes und tiefgründiges Abenteuer, über zwei völlig gegensätzliche Menschen, die plötzlich zueinander finden.“
(Rückentext der DVD)

Der letzte Film meiner S-E-P-T-E-M-B-E-R-Challenge ist „Rain Man“ aus dem Jahr 1988. Zum Schluss greife ich also noch einmal in die Nostalgiekiste.

Die Handlung wird ziemlich gut von dem Rückentext der DVD zusammengefasst. Was mir jedoch absolut missfällt, ist der Abschnitt, in dem dieser Film als „ergreifendes und tiefgründiges Abenteuer“ verklärt wird.
Die Geschichte fing gut an und nahm ihren unglaublich schlechten Lauf, als sich Charlie dazu entschied, seinen Bruder das Geld aus der Tasche zu ziehen. Von Anfang an verfolgte Charlie dabei ausschließlich egoistische Ziele. Die Vormundschaft für seinen autistischen Bruder war dabei nur der erste Schritt. Als er jedoch feststellt, dass Raymond besondere Fähigkeiten besitzt, will er sie gleich in Las Vegas nutzen um noch mehr Geld daraus zu machen. Auch die Umsetzung, dass die beiden Brüder „plötzlich zueinander finden“ wird mit einer lapidaren und halbgaren Szene aufgelöst. Das ist ein klassischer Fall von Potential verschwendet.

Spannungstechnisch und auch auf der emotionalen Ebene bekommt der Zuschauer recht wenig geboten. Das liegt vor allem an der Tatsache, dass die Handlung schwach inszeniert, das Schauspiel von Tom Cruise unglaubwürdig und das Erzähltempo viel zu behäbig ist. Die darstellerische Leistung von Dustin Hoffman hingegen ist auf einem hohem Niveau, für die er zu recht auch einen Oscar® bekommen hat.

Sonnendurchflutete Bilder dominieren die Kameraarbeit. Gleichzeitig schafft es Hans Zimmer, den Score so zu komponieren, dass man immer das Gefühl hat, ein Song von Toto oder einer anderen Band aus der Zeit würde gerade beginnen. Mir persönlich haben die Kulissen und auch der Score sehr gut gefallen, da sie wunderbar zueinander gepasst haben und dem Streifen eine besondere Atmosphäre verliehen haben.

Mit 128 Minuten ist der Film allerdings mehr als nur auserzählt. Dazu kommt, dass die sehr schwache deutsche Synchronisation das Sehvergnügen zusätzlich deutlich gemindert hat.

Meine Meinung:
Die diesjährige S-E-P-T-E-M-B-E-R-Challenge wurde mehr und mehr zu einer Challenge der Oscar®-prämierten Filme. Ich musste feststellen, dass die meisten Gewinnerfilme schlicht und ergreifend stark überbewertet sind.

Ich habe jetzt „Rain Man“ zum zweiten Mal gesehen. Beim ersten Schauen hatte ich noch ein Gefühl von: „Ok, der Film muss jetzt gemocht werden, weil es ein Klassiker ist.“ Heute sehe ich das komplett anders und muss auch zugeben, dass es durchaus bessere Filme gibt.

Aus vielen Gründen ziehe ich gerechtfertigt Punkte ab.

Meine Wertung:
Spannung: 4,5 von 10
Story: 7,5 von 10
Emotionen: 5,5 von 10
Länge: 4,0 von 10
Setting: 7,5 von 10
GESAMT: 5,8

septemb*E*r-Challenge 2.0: Die Entdeckung der Unendlichkeit

Titel: Die Entdeckung der Unendlichkeit (engl. „The Theory of Everything“)
Genre: Biopic / Romanverfilmung
Regie: James Marsh
Musik: Jóhann Jóhannsson
Produzenten: Tim Bevan / Lisa Bruce / Eric Fellner / Richard Hewitt / Anthony McCarten
Dauer: ca. 118 Minuten
Erscheinungsjahr: 2014
Altersfreigabe: FSK 0

„Das Schicksal des genialen Physikstudenten Stephen Hawking (Eddi Redmayne) scheint besiegelt, als bei dem 21-Jährigen eine tödliche Krankheit diagnostiziert wird. Doch die Liebe zu seiner Cambridge-Kommilitonin Jane (Felicity Jones) gibt ihm neuen Lebensmut. Mit ihrer Unterstützung stürzt er sich in sein wichtigstes Projekt und erforscht genau das, wovon ihm nur noch wenig bleibt: die Zeit. Aber kann die Liebe zwischen Stephen und Jane auch den Tod besiegen?“
(Rückentext der DVD)

Das letzte E in September ist nun gesehen. Nachdem die Challenge ja doch eher mittelprächtig anfing, startet der September nun noch einmal durch und das nicht zuletzt durch „Die Entdeckung der Unendlichkeit“.
Dieser Film ist nicht einfach nur irgendein Biopic, sondern es zeigt das Leben und Wirken von Stephen Hawking ab seiner Zeit in Cambridge. Erzählt wird es aus der Sicht seiner ersten Ehefrau. Die literarische Vorlage sind im Übrigen auch ihre Memoiren.

Ich dachte ja immer, dass Biopics das Leben einer realen oder historischen Person auf äußerst unspektakuläre Weise zeigen. Das erste Mal so richtig überrascht wurde ich von „127 Hours“, der mich aufgrund der darstellerischen Leistung überzeugen konnte. Auch „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ weiß zu überzeugen und ich bin wieder einmal froh, dass ich mir diesen Film für meine S-E-P-T-E-M-B-E-R-Challenge 2.0 ausgesucht habe.

Die Geschichte dreht sich weitestgehend um das Schaffen und Wirken von Stephen Hawking und auch um die Liebe zu seiner ersten Frau. Und da haben wir auch gleich einen Gegensatz: Emotionen gegen Rationalität. Meines Erachtens ist es ein starkes Stück Arbeit, diesen „Konflikt“ darzustellen, ohne dass er lächerlich wirkt. Es gibt auch weitere Unterschiede, die in ihrer Gesamtheit den Eindruck vermitteln könnten, dass das nicht zusammenpasst. Der Zuschauer wird aber gleich eines Besseren belehrt. Ich möchte von der tollen Story jedoch nicht zu viel vorwegnehmen, denn der Film hat noch so vieles mehr zu bieten.

Ich betrachte diesen Streifen als ein Gesamtkunstwerk, der ein ums andere Mal seine Zuschauer an eine emotionale Grenze treibt. In der ersten Stunde war ich zunehmend damit beschäftigt, nicht loszuheulen (teilweise bin ich gescheitert) und mich weiterhin auf das Gezeigte zu fokussieren. Wenn man sich die Emotionen im Einzelnen anschaut und sich dabei die beiden Hauptfiguren vornimmt, dann stellt man schnell fest, dass jeder Satz, jeder Blick oder jede Berührung voller Gefühl steckt. Manchmal wurde es witzig, ohne dabei ins Lächerliche abzudriften. Wir erfahren, welche Mühe sich seine erste Ehefrau gibt, ihm weiterhin Hoffnung zu machen und Freude am Leben zu bereiten, aber gleichzeitig geizen auch Hawkings Wegbegleiter nicht mit Emotionen, was den Zuschauer ein ums andere Mal ergreift . Auch an dieser Stelle könnte ich exemplarisch Szenen nennen, die meinen Eindruck untermauern, aber es wäre besser, ihr schaut euch diesen Film selbst an.
In all der Zeit erfährt das Publikum ein Maximum an Authentizität.
Ich könnte immer so weiter machen, denn so gerne man es auch möchte, man wird nichts Negatives bei den Emotionen oder der Authentizität finden.

Das Setting ist vielfältig. Man ist stets im Wechsel zwischen Cambridge, dem Haus der Hawkings und einigen anderen Kulissen. Alles wirkt dabei stets professionell und hochwertig. Die Kostüme sind ebenfalls mit der Zeit gegangen. Zum Ende hin werden die Klamotten immer moderner, wohingegen zu Beginn noch der Stil der 60er Jahre getragen wurde. Die Filmmusik ist hervorragend ausgewählt und komponiert. Insgesamt wurden nur klassische Stücke verwendet, die mal aktiv und mal passiv in den Film eingebaut wurden. Die Kameraarbeit bzw. auch deren Nachbearbeitung ist sehr angenehm. Zwar wurde oft der Weichzeichner eingesetzt, trotzdem waren die Bilder schön anzusehen und passend zur Handlung.

Wenn es um die Sache mit der Spannung geht, fällt mir eine Bewertung schon deutlich schwerer, denn so richtig spannend ist der Streifen nicht, jedoch weiß er mit seinen Mitteln zu überzeugen. Es ist mehr ein sehr stark gesteigertes Interesse, gleichzeitig zieht der Film seinen Zuschauer in den Bann und lässt ihn bis zuletzt nicht mehr los.

Im Rahmen der Filmreise-Challenge habe ich nun Aufgabe #55 „Schaue ein Biopic über eine männliche Person (1)“ beendet. Für weitere Informationen klickt bitte einfach auf das Banner.

Meine Meinung:
Auch bei diesem S-E-P-T-E-M-B-E-R-Challenge-Film stelle ich mir die Frage, was schlussendlich übrig bleibt und stelle fest, dass ich selten einen so starken Film gesehen habe. Nicht nur handlungstechnisch, sondern auch darstellerisch bekommt man mit „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ einen unfassbaren ergreifenden und starken Film, der sich allemal bezahlt gemacht hat.

Eddie Redmayne hat nicht zu Unrecht für seine Leistung in diesem Streifen einen Oscar® für den besten männlichen Hauptdarsteller bekommen. Die Oscar®-prämierten Filme sind also doch noch nicht verloren.

Meine Wertung:
Story: 10 von 10
Spannung: 6,5 von 10
Länge: 8,0 von 10
Authentizität: 10 von 10
Gefühl/Emotionen: 10 von 10
Setting: 8,5 von 10
GESAMT: 8,8 von 10

septem*B*er-Challenge 2.0: The Big Short

Titel: The Big Short
Genre: Drama / Finanzthriller / Romanverfilmung
Regie: Adam McKay
Musik: Nicholas Britell
Produzenten: Dede Gardner / Jeremy Kleiner / Arnon Milchan / Brad Pitt
Dauer: ca. 125 Minuten
Erscheinungsjahr: 2015
Altersfreigabe: FSK 6

„Vier Außenseiter riskieren alles, um den amerikanischen Banken, die für den größten Betrug der US-Finanzgeschichte verantwortlich sind, eins auszuwischen. Basierend auf dem gleichnamigen Bestseller von Michael Lewis, Autor der Kinoerfolge ‚The Blind Side’ und ‚Moneyball’, ist diese Geschichte so unglaublich wie wahr. Als brillant und explosiv von der Presse hochgelobt, überzeugt der packende Finanzthriller auch mit einem hochkarätigen Cast: Christian Bale, Steve Carell, Ryan Gosling und Brad Pitt in Bestform machen ‚The Big Short’ zu einem der eindrucksvollsten und unterhaltsamsten Film-Highlights des Jahres.“
(Rückentext der DVD)

Der September mit seiner Challenge 2.0 dreht endlich auf. Ich frage mich ja, warum ich solche Perlen bloß immer so spät aus meinem DVD-Regal ziehe?

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr eine Offenbarung erlebt habt? So etwas hatte ich bisher zwei- oder dreimal und auch dieses Mal war es wieder soweit. „The Big Short“ hat mich also aus den Socken gehauen.

Die Handlung dreht sich um die Finanzkrise 2007/2008, die darin endete, dass unter anderem die Immobilienblase in den USA geplatzt ist und die Investment Bank Lehman Brothers insolvent ging. Die ganze Geschichte fing aber schon ca. 3 Jahre vorher an. Nämlich dann, als jemand die Hypotheken genauer unter die Lupe genommen hat und aufgrund der Zusammenstellung der Fonds festgestellt hat, dass das ganze System auf Mist aufgebaut ist.

Bevor ich zu sehr spoilere, muss ich an dieser Stelle den Streifen empfehlen, denn er zeigt auf eine erschreckende Art und Weise, wie viel vor rund 10 Jahren falschgelaufen ist. Thematisch scheint „The Big Short“ recht trocken zu sein, allerdings hilft der Film auch dabei, Zusammenhänge zu erklären und zu verdeutlichen. Die Handlung ist aber auch ausschlaggebend dafür, dass dieser Film eine Offenbarung ist. Ich habe inhaltlich und an der Darstellung der Figuren nichts auszusetzen, denn all das, wie es gezeigt wird, ist für mich von vorne bis hinten authentisch. Dabei war es mir vollkommen egal, wie verschroben die Charaktere auch sein mögen, denn genau so etwas kann es im echten Leben geben. Die einen sind cholerisch und die anderen paranoid.

Die Spannung ergab sich für mich aus der Handlung. Anfangs wurde ich noch nicht ganz abgeholt, aber nach ca. 10 bis 15 Minuten war ich in der Thematik drin. Es bedarf auch keinerlei ausufernder Gefühle oder Zuschaustellung von Schicksalen, denn das Ende ist allen bewusst: acht Millionen US-Bürger verloren ihren Job, sechs Millionen ihr Haus.

Es muss gesagt werden, dass „The Big Short“ mit einem erstaunlich guten Cast daherkommt und damit auch vollkommen richtig liegt. Brad Pitt, Ryan Gosling, Christian Bale und Steve Carell überzeugen mit all ihren Stärken und gleichzeitig sieht man sie nicht in für sie typischen Rollen.

Im Unterton ist „The Big Short“ ein extrem sarkastischer Film, der immer wieder mit dem Zeigefinger auf alle Verfehlungen deutet, die da damals passiert sind. Der Streifen ist bei dem Sarkasmus aber nicht so richtig zum Lachen, er will ja auch bei weitem keine Komödie sein. Viel mehr resigniert er von Beginn an und lässt dem Unheil seinen Lauf. Bei einer wahren Begebenheit fällt es allerdings auch schwer, etwas an der Handlung zu ändern.

Das Setting bietet zur Handlung ein richtiges Kontrastprogramm, denn man bekommt zumeist helle Bilder, eine angenehme musikalische Untermalung und Kostüme bzw. Outfits, die auch in den Finanzsektor passen. Die Kulissen wirken stilecht und ich kann mir gut vorstellen, dass in Gebäuden gedreht wurde, welche tatsächlich Schauplatz der „Katastrophe“ gewesen sind.

Meine Meinung:
Was lässt sich also letzten Endes zu „The Big Short“ sagen?
Dieser Film ist ein durchaus trockener, aber auf seine Weise sarkastischer Film. Das Publikum sollte schon Interesse am Finanzsektor und an Politik haben, ansonsten kann es auch zu einer zähen Nummer werden. Für mich war dieser Film allerdings eine Offenbarung und das aus mehreren Gründen: Der Cast ist einfach gut, die Thematik stimmte für mich und die Form der Erzählung hat mich zwar erst nach einer viertel Stunde abgeholt, aber dann richtig.

Aus meiner subjektiven Sicht bekommt der Film daher auch eine entsprechende Punktzahl. Da der Streifen aber überwiegend emotionslos bleibt und eher Verfehlungen aufzeigt, als darauf ausgelegt ist, Gefühle zu zeigen, muss ich ihn an entsprechender Stelle deutlich abstrafen.

Meine Wertung:
Story: 10 von 10
Spannung: 9,0 von 10
Länge: 8,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 3,0 von 10
Authentizität: 9,0 von 10
Setting: 9,0 von 10
GESAMT: 8,1