„Der Koffer“ im November und Dezember 2017

Die letzten beiden Monate des letzten Jahres waren bei mir dominiert von der Universität. Ich habe verhältnismäßig wenig geschaut und noch weniger gekauft. Aus diesem Grund muss ich die Zusammenfassungen dieser Monate in einem Beitrag verarbeiten.
Ich kann vorweg nehmen, dass ich im Monat November 0,00 EUR für DVDs ausgegeben habe und im Dezember war ja Weihnachten und Filme sind ja ein beliebtes Geschenk.

Also: folgende Filme und Serien sind quasi nur im Dezember dazugekommen.

„New In“ sind:
• „Song to Song“ (DVD, 2017)
• „Begabt – Die Gleichung eines Lebens“ (DVD, 2017)
• „Spider-Man: Homecoming“ (DVD, 2017)
• „Der Dunkle Turm“ (DVD, 2017)
• „The Shannara Chronicles“ (Staffel 2) (BluRay, 2017)
• „Peter & Wendy“ (DVD, 2015)
• „Valerian – Die Stadt der Tausend Planeten“ (DVD, 2017)
• „Boardwalk Empire“ (Staffel 1) (DVD, 2010)
• „Baby Driver“ (BluRay, 2017)
• „Fanfan & Alexandre“ (DVD, 1993)
• „Atomic Blonde“ (DVD, 2017)

Im November konnte ich zumindest „minimal“ etwas anschauen und im Dezember dann etwas mehr, vor allem, weil so viel im TV lief und ich abends lange wach gewesen bin.
Neben einigen mir bekannten Filmen konnte ich so auch Filme entdecken.
Einmal führte mich der Weg sogar ins Kino.

Auf der „Watched“-Liste sieht es wie folgt aus:
• „Wonder Woman“ (BluRay, 2017)

• „Tränen der Sonne“ (DVD, 2003)

• „Lucifer“ (Staffel 1) (DVD, 2016)

• „Split“ (DVD, 2016)

• „Justice League“ (Kino, 2017)
Das Zusammentreffen einiger DC-Superhelden im DCEU war zwar einigermaßen in Ordnung, aber wird langfristig kein Film für mich sein, den ich nachhaltig empfehlen kann. Hier bin ich aber gespannt, wie es mit dem Directors Cut aussieht.

• „Der Dunkle Turm“ (DVD, 2017)

• „Warrior“ (TV, 2011)
Nach wie vor einer der unterschätztesten Filme, die ich je gesehen habe. Nick Nolte, Tom Hardy und Joel Edgerton spielen hier in einem grandiosen Streifen mit.

• „300“ (TV, 2006)

• „Der Kindergarten Daddy“ (TV, 2003)
Witziger als zuvor angenommen. Leichte Kost für einen entspannten Nachmittag.

• „Fanfan & Alexandre“ (DVD, 1993)

Am Ende wurde ich von den zwei Filmen am besten und am nachhaltigsten unterhalten, die ich am besten kenne. „Warrior“ und „Fanfan & Alexandre“ sind die beiden Streifen, die mich im November und Dezember wieder einmal überzeugen konnten.
Enttäuscht wurde ich hingegen von „Justice League“ und „Der Dunkle Turm“.

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Fanfan & Alexandre

Titel: Fanfan & Alexandre (franz. „Fanfan“)
Genre: Komödie / Romantik
Regie: Alexandre Jardin
Musik: Nicolas Jorelle
Produzenten: Alain Terzian
Dauer: ca. 87 Minuten
Erscheinungsjahr: 1993
Altersfreigabe: FSK 12

„Für Alexandre ist die Liebe ein unaufhörlicher Traum. Als ihm seine langjährige Freundin Laure ausgerechnet zum Valentinstag ein paar Pantoffeln schenkt, ist er schockiert. Um seine Liebe nie am Alltagstrott zerbrechen zu lassen, beschließt er, eine Frau zu umwerben, ohne dem Begehren je nachzugeben. Die hübsche Fanfan scheint ihm dafür ideal. Sie ist strahlend, sinnlich und ungezwungen. Fanfan zu verführen, ohne sie zu küssen oder zu berühren, wird Alexandres Obsession. Fanfan hingegen setzt all ihre Fantasie ein, um Alexandre von seinem Vorsatz abzubringen. Die leidenschaftlichen Spiele bringen das Paar an seine Grenze des Verlangens, dahin, wo der Schmerz beginnt und die Vernunft schwindet.“
(Rückentext der DVD)

Ein Film aus meiner Kindheit, mit dem ich, sozusagen, aufgewachsen bin. Schon seit einigen Wochen erzähle ich meiner Herzdame von diesem Film und jetzt habe ich zwecks Kaufs einfach mal gezielt danach gesucht.
Noch am selben Abend schmiss ich die DVD ein und schaute mir den Streifen an.

„Fanfan & Alexandre“ ist eine französische Liebeskomödie aus den frühen 1990er Jahren und ist für mich natürlich einer dieser besonderen Filme.
Die Handlung ist im Prinzip sehr einfach zusammengefasst: Alexandre möchte der Langweile seiner Beziehung entfliehen und Fanfan verführen, dabei aber seiner Verlobten immer treu bleiben. Ich persönlich finde es ja schwierig, wenn ein Mann eine andere Frau begehrt und dabei in einer Beziehung ist. Da muss man sich schon die Frage stellen, wo die Freundschaft aufhört und wo Betrug anfängt.

Der Humor ist pointiert und auch ein wenig schlüpfrig, dabei aber nie infantil und auch nicht so, dass man sich schämen müsste. Auch in Momenten, in denen es gar nicht witzig zugeht, musste ich zumindest schmunzeln, weil die Situation witzig, absurd oder einfach nur schön ist. Grundsätzlich zum Witz muss gesagt werden, dass er nie besonders verschleiert auftritt.

Spannung ergibt sich aus der ganzen Konstellation wie von selbst. Es bringt Spaß, Sophie Marceau und Vincent Perez miteinander agieren zu sehen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sie ihre Figuren facettenreich, liebevoll und auf ihre eigene Art verschroben darstellen. Der ganze Handlungsverlauf ist förmlich darauf ausgelegt, einfach überaus interessant zu sein.

Ich kann nicht objektiv beschreiben, wie die Emotionen auf mich gewirkt haben oder wie glaubhaft ich die Figuren finde, denn dieser Streifen ist ein Teil meiner Kindheit. Ich habe schon im frühen Kindesalter dieses Werk mehrfach bestaunt und ich war jedes Mal schwer begeistert.
Auch bei meiner jetzigen Sichtung bin ich mehr als begeistert gewesen. Und zwar so sehr, dass ich einfach nur meiner Kindheitserinnerungen fröne und auf einer Welle des Enthusiasmus reite.

Die Musik erinnert stark an die Wiener Klassik und ist gleichermaßen ein erfrischendes Stilmittel, das die Handlung aufbauscht, unterstreicht und auch in gewisser Weise auf seine ganz eigene und schöne Weise kommentiert.

Das Setting ist altbacken. Zumindest sieht dieser Film aus den frühen ’90ern aus, wie einer aus den frühen ’80ern. Die meisten Filme aus dieser Zeit haben nicht mit einem besonders hochwertigen Look trumpfen können, „Fanfan & Alexandre“ ebenfalls nicht, aber dennoch muss ich sagen, dass es in diesem speziellen Fall stimmig ist und nicht stört.

Meine Meinung:
Ich habe inzwischen einige romantische Komödien gesehen, doch zu keinem dieser Filme hatte ich eine so enge Bindung wie zu diesem Streifen. Meine Bewertung wird daher auf jeden Fall nicht gänzlich objektiv ausfallen.

„Fanfan & Alexandre“ ist nicht der witzigste, spannendste oder tiefgreifendste Film, den ich kenne, aber er ist einer dieser Filme, die in ihrer Komposition einzigartig und wunderbar sind. Für mich ist dieses Werk perfekt, wenn ich allerdings wirklich streng über meine eigene Empfindung hinwegsehe und eine professionelle Bewertung abgeben müsste, dann sähe sie wie folgt aus:

Meine Wertung:
Humor: 6,0 von 10
Spannung: 7,5 von 10
Story: 7,5 von 10
Länge: 8,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 8,5 von 10
Setting: 6,5 von 10
GESAMT: 7,5

Es läuft gerade die Serie… „The Flash“ (Staffel 1)

Erst vor kurzem lief die dritte Staffel von „The Flash“ im TV. Ich habe den einen oder anderen Blogger-Kollegen (eigentlich war es nur einer) immer wieder darüber informiert, dass ich diese Serie aktuell schaue. Irgendwie ist es selbstverständlich, dass meine Herzdame alle bisher erschienenden Staffeln auf DVD hat. Um die Zeit bis zur vierten Staffel zu überbrücken, haben wir heute mit Season eins begonnen.

„Der clevere und charmante Barry Allen arbeitet als forensicher Ermittler in Central City – doch durch ein fehlgeschlagenes wissenschaftliches Experiment verwandelt er sich in den schnellsten Mann der Welt! Als Flash saust er durch die actionreiche neue Serie des kreativen Teams, dem wir auch Arrow verdanken. Als Vorlage dient der überschallschnelle Held aus den DC Comics. Barrys Leben wird davon überschattet, dass seine Mutter ermordet und sein Vater fälschlich für dieses Verbrechen verurteilt wurde. Doch weil Barry jetzt aufgrund seines Supertempos über ganz neue Fähigkeiten verfügt, entwickelt er sich zum unsichtbaren Schutzengel von Central City. Allerdings stellt er bald fest, dass nicht nur er allein von der explosiven Katastrophe mit ‚meta-humanen’ Kräften ausgestattet worden ist. Aber nicht alle Betroffenen wollen diese Stärke für das Allgemeinwohl nutzen. Um Unbeteiligte zu schützen, bildet Barry mit einigen eingeweihten Freunden eine eingeschworene Gruppe und nimmt den Kampf gegen die Bösewichte auf. Auf diese Weise erlebt er eine Reihe verblüffende Abenteuer, die uns in dieser fantastischen Collection der 23 Episoden auf 4 Discs mit blitzartiger Geschwindigkeit überrumpeln.“
(Rückentext der DVD)

300

Titel: 300
Genre: Comicverfilmung
Regie: Zack Snyder
Musik: Tyler Bates
Produzenten: Mark Canton / Bernie Goldman / Jeffrey Silver / Gianni Nunnari
Dauer: ca. 112 Minuten
Erscheinungsjahr: 2006
Altersfreigabe: FSK 16

„Der epochale Comic von Frank Miller (Sin City) stürmt die Leinwand mit Blut und Donner. Sein ungezähmter visueller Stil, werkgetreu zum Leben erweckt in einer mitreißenden Mischung aus Realfilm und Computeranimation. Er erzählt die historische Schlacht an den Thermopylen und schildert den gigantischen Kampf, in dem König Leonidas (Gerard Butler) und 300 Spartaner bis zum Tod gegen Xerxes (Rodrigo Santoro) und sein gewaltiges persisches Heer kämpften. Erleben Sie Geschichte aus der Schwertperspektive! Und einen Monumentalfilm der neuen Generation.“
(Rückentext der DVD)

Über die Weihnachtsfeiertage konnte ich einige Filme anschauen. „300“ war einer davon. Schon vor rund zehn Jahren war dieser Streifen ein Augenschmaus. Reicht es denn auch für heutige Standards?

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, ist dieser Film doch schon so bekannt und für seinen Stil, seine Kameraarbeit und seine Zeitlupen bekannt.

Ich möchte also an dieser Stelle die Handlung „kurz und knackig“ behandeln.
Die Geschichte kann man grob in der Zeit der persischen Kriege verorten und in diesem Film soll die Schlacht an den Thermopylen nachgestellt werden. Auf historische Korrektheit ist in diesem Film auf keinen Fall Verlass, denn Zack Snyder hat sich zur Vorlage den Comic von Frank Miller vorgenommen.
Die Handlung ist chronologisch und auch ohne größere Kniffe erzählt. Das Besondere ist eher, dass der Zuschauer sehenden Auges miterlebt, wie Leonidas und seine Spartiaten einen Kampf aufnehmen, den sie unmöglich gewinnen können.

Spannungstechnisch fängt der Streifen eher ruhig und gemächlich an, um schon nach einer Viertelstunde Gas zu geben. Mit dem berühmten Tritt und dem Aufschrei „DAS IST SPARTA!“, geht „300“ ein strammes und sich kontinuierlich aufbauendes Programm durch, das den Zuschauer in seinen Bann, zwischen Super-Zeitlupen, einer gehörigen Portion Blut und vielen Speer- und Schwerthieben, zieht. Man könnte meinen, dass die sich wiederholende Art der Darstellung irgendwann auf das Gemüt schlägt und man „300“ nach der dritten oder vierten gleichen Bildkomposition langweilig findet, aber weit gefehlt. Es bringt einen Spaß sich das anzuschauen, vor allem oder gerade weil man weiß, dass Zack Snyder ein Regisseur ist, der mit einer Vision im Kopf Filme dreht und die Geschichte auf eine ganz besondere Art und Weise umsetzen möchte. Vor 10 Jahren war das noch sein Qualitätsmerkmal. Um zurück auf die Spannung zu kommen, kann man sagen, dass man als Zuschauer zwar nicht permanent das Gefühl hat, etwas zu verpassen, wenn man mal kurz den Raum verlässt, aber man möchte doch auf Nummer sicher gehen. Das Interesse ist also entsprechend hoch.

Um gleich mal bei den prägenden Elementen zu bleiben, möchte ich an dieser Stelle das Setting, die Kameraführung und die Effekte ansprechen. Jeder, der den Film kennt, weiß, was ich meine: Es ist das Bild, das von der ersten bis zur letzten Sekunde mit einem Filter bearbeitet wurde. Der Weichzeichner wurde großzügig eingesetzt und kann als Gegensatz zu den harten und rauen Gesichtern und Handlungen angesehen werden. Der Streifen bekommt dadurch ein künstlerisch wertvolles Design.
Die Kulissen sind in jedem Fall stilecht und überzeugen durch ein detailverliebtes Bild. Nichts scheint auch nur ansatzweise dem Zufall überlassen und jede Einstellung, jeder Szenenaufbau und jeder Effekt scheint durchgeplant ausgewählt und perfekt umgesetzt worden zu sein. Wenn man sich die Kameraführung etwas genauer anschaut, merkt man schnell, dass auch hier ein grundsolides und wertiges Bild gezeigt wird. Der Zuschauer erlebt alles hautnah und wird durch ein stimmiges Gesamtkonzept überzeugt.

Im ersten Moment kann man glauben, dass es in „300“ gar nicht mal so viele Emotionen zu sehen gibt, allerdings wird man auch in diesem Punkt eines Besseren belehrt. Mut und Ehre sind nur vordergründig zu sehen, wenn man allerdings hinter die Fassade schaut, sieht man Sorge, Trauer und auch Liebe. Alles wird mal mehr, mal weniger offensichtlich gezeigt. Um bei der ganzen Wahrheit zu bleiben, muss ich erwähnen, dass die Emotionen zwar da sind und auch gezeigt werden, aber man jetzt nicht immer das Gefühl hat, dass sie in irgendeiner Form echt oder glaubhaft sind. Oft wirkt es gezwungen und man denkt sich als Zuschauer, dass man dann doch lieber eine schöne Actionszene sehen möchte, weil es das ist, was „300“ kann und vielleicht auch ausmacht.
Auch wenn die Emotionen nicht unbedingt das Gelbe vom Ei sind, stimmt aber das Bild wieder bei der Authentizität. Ich nehme den Darstellern auf jeden Fall ihre überzeichneten Rollen ab.

Die Musik spielt in diesem Streifen eine nicht ganz so wichtige Rolle. Was sie aber auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, die Szenen auf den Punkt zu untermalen. Eine Sequenz bekommt eine ganz andere Tragweite, wenn sie mit der passenden melodischen Unterstützung daherkommt und das ist in diesem Meisterwerk immer der Fall. Auch hier möchte ich bei der Wahrheit bleiben und erwähnen, dass Zack Snyder auch gezielt Musik weglässt. Nicht immer ist das Weglassen das richtige Mittel, um atmosphärisch eine Schippe draufzusetzen.

Meine Meinung:
Ja, „300“ hat in vielerlei Hinsicht neue Standards gesetzt, die bis heute seinesgleichen suchen. Nur wenige Filme schaffen es auch nur ansatzweise mit diesem Streifen in einer Liga zu spielen.
Aus visueller Sicht hat Zack Snyder ein Werk für die Ewigkeit geschaffen.
Auch wenn es inhaltlich manchmal dünn und emotional nicht immer glaubwürdig ist, beschreitet dieser Streifen in den Punkten Kameraführung und Effekte – für damalige Verhältnisse – ganz neue Wege.

Vor 10 Jahren war dieser Film mit Sicherheit ein Highlight, nach dem vierten oder fünften Mal Schauen ist er immer noch ein guter Film, aber bei weitem nicht mehr das, was er in der ersten Sichtung gewesen ist.

Am Ende bleibt folgendes Fazit: „300“ ist und bleibt ein bildgewaltiger, brutaler und kultverdächtiger Film, der durch seine Effekte besticht. Er ist hemmungslos und manchmal verstörend, aber dabei immer so unglaublich schön. Es stört nicht einmal, wenn man Kreaturen zu Gesicht bekommt, die so aussehen, als ob der Teufel sie höchstpersönlich aus der Unterwelt entlassen hat, weil er es sich nicht mehr mit ansehen konnte.

Meine Wertung:
Spannung: 9,0 von 10
Action: 9,5 von 10
Story: 7,5 von 10
Setting: 10 von 10
Länge: 8,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 6,5 von 10
Authentizität: 8,5 von 10
Musik: 7,0 von 10
GESAMT: 8,3

Der Dunkle Turm

Titel: Der Dunkle Turm (engl. „The Dark Tower“)
Genre: Action / Abenteuer / Fantasy / Romanverfilmung
Regie: Nikolaj Arcel
Musik: Tom „Junkie XL“ Holkenborg
Produzenten: Akiva Goldsman / Brian Grazer / Ron Howard / Stephen King
Dauer: ca. 91 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Altersfreigabe: FSK 12

„Der Film basiert auf dem Bestseller des erfolgreichen Autors Stephen King. Revolvermann Roland Deschain (Idris Elba) ist der letzte seiner Art und gefangen in einem ewigen Kampf mit Walter O´Dim, auch bekannt als der Mann in Schwarz (Matthew McConaughey). Roland ist fest entschlossen, ihn daran zu hindern, den Dunklen Turm zu Fall zu bringen, der das ganze Universum zusammenhält. Das Schicksal aller Welten steht auf dem Spiel, als das Gute und das Böse in einer ultimativen Schlacht aufeinanderprallen. Denn Roland ist der Einzige, der den Dunklen Turm vor dem Mann in Schwarz verteidigen kann.“
(Rückentext der DVD)

Das Jahr neigt sich dem Ende und ich konnte mir noch auf den letzten Tagen einen aktuellen Film anschauen. Dieses Mal war es „Der Dunkle Turm“.

Nun, ich bin jetzt nicht der Fachmann für Stephen King und ich habe auch noch keines seiner Bücher gelesen, aber ich interessiere mich für Filme. „Der Dunkle Turm“ ist einer dieser Streifen, die mich bereits mit dem ersten Trailer total angefixt haben. McConaughey und Elba versprechen für mich einen guten Film, da ich beide Darsteller wirklich sehr gerne mag. Wie ich nun diesen Film finde, könnt ihr hier lesen.

Im Vorfeld habe ich damals viele Kritiken gelesen. Ich hatte zunächst Interesse, diesen Streifen im Kino zu sehen, aber aufgrund der gemischten Bewertungen war ich mir letzten Endes nicht sicher, ob sich ein Besuch lohnt oder nicht.
Ich habe bereits damals vermehrt gelesen, dass „echte King-Fans“ eher enttäuscht sein werden und nur „Nicht-Kenner“ gute Unterhaltung erleben.

Damit ich mein Empfinden besser erklären kann, muss ich mein Urteil vorgreifen, denn für mich ist dieser Steifen von der ersten bis zur letzten Minute fragwürdig und eher ein Fehlkauf.
Das lässt sich wie folgt begründen:
Die Erzählweise ist von Anfang an unaufgeregt und stets bemüht, mit einigen Kniffen etwas Spannung zu erzeugen. Immerhin wird an dieser Stelle der Versuch unternommen, den Zuschauer an den Fernseher zu fesseln. Was ich allerdings noch viel schlimmer finde, ist die Handlung. Nur eine kurze und bruchstückhafte Einführung der unterschiedlichen Charaktere und Zusammenhänge ist nicht ausreichend. Viel mehr noch finde ich die Figuren zum Teil stark nichtssagend. Die Tiefe der Einzelnen lässt sich in der Regel nur dann gänzlich aufzeigen, wenn sie vernünftig eingeführt werden. In „Der Dunkle Turm“ war es nicht der Fall. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass die Handlung stringent ist.

Spannung kam, wie bereits beschrieben, nicht so recht auf. Es gibt allerdings einige Sequenzen, die durch ein abenteuerliches Actionfeeling ein wenig Interesse erzeugen, zumindest auf einer sehr flachen und nicht sonderlich anspruchsvollen Ebene. Unterm Strich ist es aber merklich zu wenig.

Auch die Laufzeit von ca. 91 Minuten ist nicht richtig ausreichend. Damit alles gut funktioniert und die Figuren ihre Wirkung entfalten können, müssen bei dieser Art der Erzählung locker weitere 20 Minuten Filmmaterial her. Aber unter diesen Umständen ist nicht nur die Handlung dünn, sondern sind es auch die Figuren.

Die emotionale Palette und die Glaubwürdigkeit sind unter den Umständen auch nicht gegeben. Bis auf Jake Chambers (gespielt von Tom Taylor) gibt es keine Figur, die hier besonders positiv auffällt. Ich hatte da wohl zu hohe Erwartungen und ließ mich durch die Strahlkraft der berühmten Darsteller blenden. Dass ich dann auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurde, wundert mich dann doch eher wenig.

Die Musik ist spannungsfördernd und punktuell gut eingesetzt. Sie trägt allerdings nicht die Szenen und ist auch kein Element, welches sich tiefer in den Kopf brennt.

Meine Meinung:
Wie ich es bereits sagte, hatte ich wohl zu viele Erwartungen an diesen Film. Mir fehlte es an allen Ecken und Enden. Vermutlich ist es genau so, wie die vorherigen Kritiken sagen: King-Kenner werden enttäuscht sein. Auch jemand, der King nicht kennt, wird enttäuscht sein, denn um alles gänzlich zu verstehen, muss man wohl die Bücher gelesen haben.

Auch wenn ich nicht verwirrt werde, erschließt sich mir die Handlung einfach nicht. Es sieht so aus, als ob mir fundamentales Vorwissen fehlt. Außerdem sieht man erstaunlich selten den titelgebenden dunklen Turm.

Was bleibt mir noch übrig: Ja, ich war schon ein wenig enttäuscht, dachte ich doch, dass „Der Dunkle Turm“ ein guter Film wird, weil er so hochkarätige Schauspieler wie Idris Elba und Matthew McConaughey unter sich vereint. Was ich aber zu sehen bekomme, ist Potential, das nicht ausgeschöpft wird und nicht nur dünne Figuren, sondern auch eine sehr flache und nichtssagende Handlung.
Da kann man nur hoffen, dass die anderen Bände der Romanvorlage noch verfilmt werden, wodurch alles mehr oder weniger aufgeklärt wird und auch mehr Einblicke geliefert werden. Bis hierhin gibt es aber Abzüge.

Meine Wertung:
Story: 4,0 von 10
Spannung: 5,5 von 10
Länge: 5,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,0 von 10
Authentizität: 4,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
GESAMT: 5,1

Split

Titel: Split
Genre: Psychothriller
Regie: M. Night Shyamalan
Musik: West Dylan Thordson
Produzenten: Jason Blum / M. Night Shyamalan / Marc Bienstock
Dauer: ca. 112 Minuten
Erscheinungsjahr: 2016
Altersfreigabe: FSK 16

„Der genialische Kevin (James McAvoy) hat seiner Psychiaterin bislang 23 verschiedene Persönlichkeiten offenbart. Doch tief in seinem Inneren wartet eine weitere darauf hervorzubrechen und alle anderen zu dominieren: Ein monströses Bewusstsein, das schließlich freigesetzt wird, als Kevin drei junge Mädchen entführt. Als die Schutzwälle zwischen seinen diversen Persönlichkeiten einbrechen, wird Kevin in einen verzweifelten Kampf mit seinen inneren Dämonen – und den Menschen in seiner Umgebung – verstrickt.“
(Rückentext der DVD)

„Split“ habe ich jetzt schon eine ganze Weile in meiner DVD-Sammlung und konnte ihn nun auch endlich anschauen.

„Split“ ist die eigenständige Fortsetzung von dem Film „Unbreakable – Unzerbrechlich“ aus dem Jahr 2000, den ich leider noch nicht gesehen habe, der aber dadurch auf die Liste der Filme gehört, die ich gerne haben möchte.

Ich bin mir nicht sicher, was „Split“ sein möchte, aber egal, was er ist, er ist es nicht richtig, zumindest in meinen Augen. Positiv möchte ich herausstellen, dass das mit den unterschiedlichsten Persönlichkeiten für mich durchaus realistisch erscheint (ich sage mit Absicht erscheint, da es ja auch gegenteilige Meinungen geben kann und ich kein Fachmann bin!).
Auch die Kulissen und das Arrangement ist über weite Strecken so angelegt, dass sich das Schauspiel in einem begrenzten Rahmen befindet und man hier fast schon ins Kammerspiel hineinkommt. Die dadurch erzeugte Atmosphäre finde ich immer dann besonders gelungen, wenn sich Ereignisse zu überschlagen drohen, es aber nie zu einer Eskalation kommt.

Teilweise haben mich die sehr schwachen Darsteller enttäuscht und auch die Handlung an sich, die im Prinzip von der ersten Minute an vorherzusehen war. Ich finde es schade, wenn man einem Psychothriller seine Wendungen voraus sieht, denn das bedeutet am Ende nichts anderes, als dass die Inszenierung nicht funktioniert hat. Da hilft es auch nicht, wenn die technischen „Daten“ stimmen und die Handlung stringent erzählt ist. Apropos Erzählung: Die Erzählweise ist da leider auch sehr dünn und unaufgeregt. Es entstehen keine Spannungsmomente, die durch einen Kniff oder das Weglassen einiger Informationen hervorgerufen werden können. Es gibt aber die Momente, bei denen sich der Zuschauer durchaus interessiert fragt, ob es jetzt soweit ist und endlich Mal Spannung aufkommt. Leider fällt da die Antwort in den meisten Fällen nüchtern und zugleich negativ aus. Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel.

Die Laufzeit ist mit 112 Minuten auch etwas zu lang. Obwohl in dieser ganzen Zeit die emotionale Palette und ebenfalls die Glaubwürdigkeit in den meisten Fällen gegeben ist. James McAvoy spielt und zeigt in letzter Konsequenz vieles, aber bei weitem nicht alles, was er kann. Mit seiner Darbietung macht er allerdings einiges richtig. Ich persönlich finde es gut, dass man nicht alle 23 Persönlichkeiten in ihrer Breite zu sehen bekommt, weil die Gefahr natürlich groß ist, dass die Nuancen nur noch sehr fein sind und man kaum Unterschiede erkennt. Die gezeigten Persönlichkeiten waren allerdings gut ausgearbeitet und glaubwürdig.
Nicht allen Figuren habe ich ihre Rolle abgenommen und so ist es am Ende McAvoy, der den bleibenden Eindruck hinterlässt und den Rest in seinen Schatten stellt.

Was mir am Ende aber auch deutlich zu wenig gewesen ist, war der Einsatz von spannungsfördernder Musik. Es gab natürlich immer wieder Gedudel, das im Hintergrund lief, allerdings war das eher dürftig und erfüllte nur wenig seinen Sinn und Zweck.

Meine Meinung:
„Split“ ist ein Film, auf den ich mich schon lange gefreut habe, aber am Ende doch eher ernüchtert zurückgelassen werde. Die Handlung ist wahrhaftig vorhersehbar und so ziemlich der einzige Lichtblick ist James McAvoy. M. Night Shyamalan hat aber grundsätzlich mit seinem neuesten Film eine tolle Thematik aufgegriffen, die vor allem Potential hat.
Es liegt nur an den Produzenten und dem Regisseur, was aus dieser Thematik gemacht wird.

Mich hat auch die Länge gestört und irgendwie das fehlende Tempo. Ich konnte aber verstehen, dass der Streifen die Zeit an dem einen oder anderen Punkt brauchte, um die Figuren besser herauszustellen.
Es werden dennoch einige Punkte abgezogen, weil es vielerorts zu wenig war.

Meine Wertung:
Spannung: 7,0 von 10
Story: 7,0 von 10
Länge: 5,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,0 von 10
Authentizität: 8,5 von 10
Musik: 5,0 von 10
GESAMT: 6,8

Tränen der Sonne

Titel: Tränen der Sonne (engl. „Tears of the Sun“)
Genre: Kriegsfilm
Regie: Antoine Fuqua
Musik: Hans Zimmer
Produzenten: Mike Lobell
Dauer: ca. 116 Minuten
Erscheinungsjahr: 2003
Altersfreigabe: FSK 16

„Bruce Willis ist Leutnant A. K. Waters, ein Veteran der Spezialeinheit Navy S.E.A.L., die besonders heikle und gefährliche Missionen durchführt. Diesmal soll er in Nigeria Dr. Lena Kendricks (Monica Belucci) aus einem umkämpften Bürgerkriegsgebiet retten. Doch sie akzeptiert seine Hilfe nur, wenn die Flüchtlinge, um die sie sich kümmert, mitkommen dürfen. Eine nervenaufreibende Flucht durch den Dschungel zur rettenden Grenze nach Kamerun beginnt. Und während dieser Mission entwickelt Waters unerwartet Gefühle für Dr. Kendricks…“
(Rückentext der DVD)

Meine neueste Kritik wird sich um den Film „Tränen der Sonne“ drehen. Wie ich diesen schweren und beeindruckenden Film empfand, könnt ihr also nachfolgend erfahren.

Die Handlung ist sehr chronologisch erzählt und berichtet die komplette Zeit von dem Auftrag, den A. K. Waters mit seinem Team auszuführen hat. Dabei bleibt die Kamera meistens bei den Navy S.E.A.L., den Flüchtlingen und der Ärztin. Vom Tempo her ist der Streifen besonders am Anfang merklich rasanter unterwegs. Mit zunehmender Dauer verliert er hier etwas an Zugkraft. Der Showdown kommt so auch nicht unerwartet, es wurde ewig auf ihn hingearbeitet.

Inszenatorisch hat „Tränen der Sonne“ einen erheblichen Mehrwert, denn der Zuschauer wird gleich auf vielen – auch widersprüchlichen – Ebenen angesprochen. Teilweise ist durch den dichten Dschungel das Bild immer etwas dunkler, was entsprechend auch eine beklemmende Atmosphäre erzeugt. Im Gegensatz dazu haben wir Lichtungen, die sonnenüberflutet kräftige Farben zeigen und beim Publikum auch einen Wow-Effekt erzeugen. Ich stellte mir die Frage, wie es sein kann, dass an so einem paradiesischen Ort die Schönheit der Natur und menschliches Leid so nah beieinander liegen.
In meinen Augen ist das auch schon der entscheidende Fakt, der diesen Film zu einem absolut sehenswerten Streifen macht. Alles andere sind nur weitere Stilmittel, die gut eingesetzt und unterstützend wirken.

Die recht ursprüngliche Musik, die im Übrigen hervorragend von Hans Zimmer komponiert wurde, erinnert sehr stark an Urwaldgeräusche. Hier, in meiner Heimatstadt, befindet sich seit langer Zeit das Musical zum Disney-Erfolg „Der König der Löwen“ und mich erinnert die Filmmusik an dieses Musical. Im Prinzip ist das sehr gut, denn der Schauplatz wurde durch die Musik einmal mehr hervorgehoben.

Unter den Darstellern befinden sich zwei bekannte. Mit Bruce Willis und Monica Bellucci bekommen wir in jedem Fall Hochkaräter. Ganz unabhängig davon gibt der übrige Cast ein sehr gutes Bild ab. Die allermeisten Charaktere bieten mitunter sehr gut herausgearbeitete und differenzierte Facetten. Als Zuschauer hat man kaum bis keine Probleme, die Figuren zu verstehen oder in irgendeiner Form Empathie für sie aufzubringen. Es sind die Charakterszenen, in denen die Darsteller auftrumpfen. Sie bieten besonders viele Möglichkeiten, sich und die Figuren in der Tiefe zu präsentieren. So wird aus einem knallharten Action-Darsteller Willis, in einigen Szenen, der facettenreiche und durchaus überzeugende „Charakterdarsteller“.

Es gibt einfach so viel, was diesen Streifen einzigartig macht. Sei es die Musik, die Figuren oder die Emotionen. Letztere spielen von Anfang an eine übergeordnete Rolle, denn der Film funktioniert fast nur über die Emotionen. Alle anderen Stilmittel dienen eigentlich nur der Unterstützung und der Untermalung. Gefühle werden die meiste Zeit glaubhaft dargestellt, sodass das Gesamtpaket durchaus stringent ist.
Einzeln betrachtet ist keine Figur besonders originell oder ausgesprochen kreativ, allerdings ist die Zusammensetzung der Charaktere unter Berücksichtigung der dargestellten Tiefe überzeugend.

„Tränen der Sonne“ zeigt überwiegend kriegerische Handlung und ist aus diesem Grund nicht als reines Drama im klassischen Sinne anzusehen. Die dargestellten Szenen sind ebenfalls einer dieser Punkte, die dem Gesamtkunstwerk einen feinen Schliff geben. Außerdem gibt es zahlreiche Actionszenen, die technisch gesehen wertig ausschauen.
Es fällt mir schwer beispielsweise Bruce Willis in der einen Szene als „Actionheld“ anzusehen und ihn in der nächsten Szene als glaubhaften „Charakterdarsteller“ wahrzunehmen, aber wie gesagt, das ist mein Empfinden.

Meine Meinung:
„Tränen der Sonne“ ist ein wirklich starker Film mit einer berührenden und emotionalen Geschichte, die man erst einmal wegstecken muss.
Daher empfehle ich jedem diesen Streifen.

Was mich störte, war ein konstruierter Nebenstrang, der in die Richtung Lovestory geht. Mich nervt er aus dem Grund, dass es dieser Streifen eigentlich nicht nötig hat, sich so zu diffamieren.

Dennoch, wenn man darüber hinwegsieht, bekommt man einen mehr als sehenswerten Film, der auf vielen Ebenen zu unterhalten weiß und zum Nachdenken anregt.

Meine Wertung:
Spannung: 7,0 von 10
Story: 9,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 9,5 von 10
Authentizität: 8,5 von 10
Musik: 9,0 von 10
Action: 7,5 von 10
GESAMT: 8,2

Lucifer (Staffel 1)

Titel: Lucifer (Season 1)
Idee Serie: Tom Kapinos
Genre: Fantasy / Krimi / Drama
Musik: Marco Beltrami / Dennis Smith
Dauer: 13 Folgen à ca. 42 Minuten
Erscheinungsjahr: USA: 2016 / Deutschland: 2016
Altersfreigabe: FSK 12

„Als Herrscher der Hölle langweilt sich der unglückliche Lucifer Morningstar – deshalb zieht er um in die Stadt der Engel, was ihm teuflisch Spaß bringt. Als ein schöner Popstar vor seinen Augen ermordet wird, kommt erstmals seit 10 Millionen Jahren ein Gefühl in Lucifer auf. Regt sich da sein natürlicher Trieb, die Bösen zu bestrafen? Oder etwas anderes – zum Beispiel Mitgefühl? Chloe Decker vom LAPD-Morddezernat übernimmt die Ermittlungen, und als Lucifer ihr beim Lösen des Falls hilft, schwankt ihre Reaktion zwischen Ekel und Faszination. Lucifer ist hingerissen von Chloes angeborener Güte und fragt sich, ob auch für ihn noch Hoffnung bestünde – vielleicht sogar eine Chance auf Erlösung? Jedenfalls werden die Bösen ständig auf Trab gehalten, während die Serie uns dazu verführt, per Binge Watching gleich alle 13 düster-sexy und respektlos-frechen Episoden dieser höllisch beschwingten, diabolischen Staffel hintereinander anzuschauen.“
(Rückentext der DVD)

Leider fiel mir das Bloggen in letzter Zeit schwer, dennoch möchte ich euch meine offenen Rezensionen nicht schuldig bleiben. Den Start macht „Lucifer“.

Wenn ich mir die Handlung anschaue, dann stelle ich zunächst fest, dass es eine sehr phantasievolle ist, denn der Teufel kommt auf die Erde, weil er in der Hölle einfach nur Langeweile verspürt. Auf der Erde triff Lucifer Morningstar (ein richtig cooler Name für den Teufel) auf die Polizistin Chloe und von nun an nimmt die Handlung ihren Lauf. Der Rückentext beschreibt das Geschehen schon sehr gut.
Um es aber für euch noch einmal einzuordnen: „Lucifer“ ist für mich eine Fantasy-Krimi-Serie mit einer Prise schwarzem Humor, die viele Genres bedient. Es gibt Episoden, die besonders dramatisch oder humorvoll sind. Was mir aber bei all den „Fällen“, die Lucifer mit Chloe zusammen bearbeitet, fehlt, ist der rote Faden oder das Ziel, wo uns die Serie hinbringen will.

Auch was die Spannung betrifft, gibt es mal bessere Folgen und mal schlechtere, da ist die Serie sehr wechselhaft, aber sie ist nie so richtig langweilig. Vom Gefühl her, würde ich sagen, dass da die letzten 15-20% fehlten, die „Lucifer“ von einer guten zu einer sehr guten Serie unterscheiden – zumindest auf der Handlungsebene.

Die großen Stärken dieser Serie sind ganz klar die Emotionen, die Authentizität und die Musik.
Im Handlungsverlauf erleben wir so ziemlich jede Emotion. Von Überheblichkeit und Übermut über Frohsinn und Angst bis hin zur Verzweiflung und auch ein Stück Hoffnungslosigkeit. Somit bekommen wir da schon ein breites Spektrum geboten. Ich mache diese Emotionen nicht nur, aber vor allem an der titelgebenden Figur Lucifer fest.
Auch was die Glaubwürdigkeit der Emotionen und grundsätzlich die Originalität der Figuren betrifft, haben wir mit „Lucifer“ eine der stärksten Serien, die ich je gesehen habe. Tom Ellis verkörpert den Teufel höchstpersönlich auf eine so unglaublich unterhaltsame Art und Weise, wie ich es wirklich nur sehr selten zu Gesicht bekommen habe. Vielleicht liegt es auch einfach am Format und an der sehr extrovertierten Figur, die sich ausgerechnet in Los Angeles niederlässt. Es spielt irgendwie alles eine Rolle und zeigt ein Stück weit auch die Absurdität der Serie auf, die den Zuschauer einfach nur zum Lachen bringt.
In diesem kleinen und durchaus überschaubaren Cast ist es natürlich ein Leichtes für Tom Ellis hervorzustechen, aber auch wenn man an ihm vorbeischaut und sich die anderen Darsteller genau anschaut, bekommt man ein durchweg stimmiges Bild. Lesley-Ann Brandt, Kevin Alejandro, Rachel Harris und D. B. Woodside machen ebenfalls alles richtig mit ihren Figuren. Die bereits erwähnte Chloe Decker vom LAPD (gespielt von Lauren German) passt ebenso sehr ins Bild. Hier gibt es wirklich nichts zu meckern. Selbst bei den Nebenrollen, die nur in einer Folge zu sehen sind, stimmt einfach alles. Insbesondere Episode 9 mit dem Titel „Lucifer und der Pater“ hat es mir angetan, wo ebenjener Umstand sehr gut deutlich gemacht wird.

Komme ich zur Musik. Sie ist durchweg passend und überzeugend arrangiert. Es gibt immer wieder Wechsel zwischen unterstützender Musik und welche, die sich in den Vordergrund drängt. Überwiegend sind die Songs Pop-Rock-Stücke bzw. Melodien, die das Geschehen unterstützen, aber dann kommen diese Momente, in denen der Druck steigt und ich als Zuschauer einfach nur gespannt auf den Fernseher gestarrt habe, wenn am Piano unterschiedlichste Songs vom Teufel selbst förmlich neu interpretiert werden. In 99% der Fälle hört es sich nicht nur gut an, sondern ist obendrein auch noch extrem unterhaltsam. Teilweise wird die Musik aktiv als dramatisches Element benutzt und sorgt somit noch für ein wenig Spannung.

Meine Meinung:
Ich mochte die Figuren sehr gerne und durch den passenden Einsatz der Musik hat „Lucifer“ sehr vieles richtig gemacht. Diese Serie wird mich also noch lange begleiten und sei es bloß dadurch, dass ich mir einige Szenen auf YouTube noch mal anschaue.

Besonders in der Handlung und auch in der Tiefe der Handlung hätte es für mein Gefühl gerne etwas mehr sein dürfen und so richtig nervenkitzelige Spannung hat die Serie eigentlich auch nicht zu bieten. Alles in allem ist „Lucifer“ auf jeden Fall eine Sichtung wert und die zweite Staffel wird sich definitiv auch besorgt.

Meine Wertung:
Story: 7,0 von 10
Spannung: 7,5 von 10
Länge: 6,5 von 10
Authentizität: 10 von 10
Emotionen: 10 von 10
Setting: 8,0 von 10
Musik: 10 von 10
GESAMT: 8,4

Wonder Woman

Titel: Wonder Woman
Genre: Comicverfilmung
Regie: Patty Jenkins
Musik: Rupert Gregson-Williams
Produzenten: Charles Roven / Deborah Snyder / Zack Snyder / Richard Suckle
Dauer: ca. 141 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Altersfreigabe: FSK 12

„Vor ihrem Siegeszug als Wonder Woman wurde die Amazonenprinzessin Diana zu einer unüberwindlichen Kriegerin ausgebildet. Sie wuchs in einem abgelegenen Inselparadies auf – erst von einem notgelandeten amerikanischen Piloten erfährt sie von den fürchterlichen Konflikten im Rest der Welt. Daraufhin verlässt sie ihre Heimat, weil sie überzeugt ist, dass sie die Bedrohung aufhalten kann. In dem Krieg, der alle Kriege beenden soll, kämpft Diana an der Seite der Menschen, entdeckt allmählich ihr volles Potential… und ihre wahre Bestimmung.“
(Rückentext der BluRay)

Ich bin nun auch endlich dazu gekommen, mir „Wonder Woman“ anzuschauen. Nachdem ich ja nun sowohl „Batman v Superman“ als auch „Suicide Squad“ im Kino gesehen habe und beide Male bitter enttäuscht wurde, entschied ich mich dazu, das neueste Solo-Abenteuer eines Justice-League-Mitglieds nicht im Kino zu bestaunen. Ich greife vorweg: Ich habe einen Fehler gemacht und werde mir nun „Justice League“ im Kino anschauen.

Doch woran liegt es, dass ich von „Wonder Woman“ überzeugter bin, als von den anderen beiden Filmen? Ich denke, es liegt vor allem daran, dass die Erzählweise und die dazugehörige Hintergrundgeschichte erfrischend anders ist, als das, was wir bisher aus dem DCEU geboten bekommen haben.
Um das Ganze noch ein bisschen besser einordnen zu können, muss man – denke ich – die Ereignisse aus „Batman v Superman“ Revue passieren lassen. Rückblickend betrachtet, gibt „Wonder Woman“ auch eine Erklärung für den Auftritt der gleichnamigen Figur im großen Aufeinandertreffen zwischen Batman und Superman.

Für mich gibt es im Vorfeld einige Indizien dafür, dass sich dieser Streifen merklich von seinen beiden Vorgängern unterscheidet. Da haben wir natürlich die Einstufung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien und die Einstufung FSK 12. Man bekommt hier also kein düsteres Abenteuer, sondern nähert sich wieder mehr dem allgemeinen Markt mit diesen Streifen. Kein Kino nur für Kenner und Fans, sondern für jeden? – Ja!

Erzählerisch fängt der Streifen extrem gut an. Besser als alle anderen aus dem DCEU. Diana Prince (oder auch Wonder Woman) wird vernünftig in die Handlung eingeführt, man lernt sie regelrecht kennen und baut eine Beziehung zu diesem Charakter auf. Das Ganze passiert in einer angenehmen Laufzeit (nicht so wie bei Zack Snyder, der alles extrem ausschmückt und den Film am Ende drei Stunden dauern lässt). Das Setting, das Tempo und die Figuren wissen in der Kombination dann auch noch wunderbar zu überzeugen. Die Schauplätze sind vielfältig und variieren zwischen einem wunderschönen Inselpanorama und der Front des zweiten Weltkrieges. Der Zuschauer bekommt ein wahres Kontrastprogramm geboten. Das Tempo ist so gut, dass es weder zu Längen kommt, noch wegweisende Szenen dem Schnitt zum Opfer gefallen sind. „Wonder Woman“ nimmt sich Zeit, behält den Fokus und schafft es dann, sehr stringent die Geschichte zu erzählen.

Die Darsteller wissen obendrein mit ihrer Leistung zu überzeugen und beweisen damit ihre Glaubwürdigkeit als professionelle Schauspieler. Mit Gal Gadot und Chris Pine bekommt man zwei Hochkaräter. Nachdem Gal Gadot bereits als Wonder Woman in „Batman v Superman“ zu sehen war und da nur einen kleinen Teil mit ihrer Leistung beigetragen hat, ruhte nun die ganze Story auf ihren Schultern. Scheinbar leichtfüßig verleiht sie ihrer Figur Tiefe, Mut und ein bisschen Naivität. Aber alles in einem Rahmen, der nachvollziehbar ist.
Chris Pine hat für seine Leistung in „Hell or High Water“ bereits viel Lob von mir erhalten.
Seine Figur Steve Trevor hat er mit einer ähnlich beeindruckenden Strahlkraft zum Besten gegeben.
Auch die übrigen Figuren wurden glaubhaft und vielfältig dargestellt.
Ein besonderes Augenmerk lege ich aber auch noch mal auf die Antagonisten (ohne hier die Figurennamen oder Darsteller zu nennen):
Sie haben ihre Sache wirklich gut gemacht und vor allem zeigt mir dieser Streifen einmal mehr, dass das DCEU die viel besseren Bösewichte hat. Also, falls ihr den Film noch schauen wollt, dann könnt ihr euch hier auf etwas freuen.

„Wonder Woman“ hat auch jede Menge Emotionen zu bieten. Mir persönlich gefallen die Momente voller Selbstzweifel am besten, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich finde, dass diese Szenen eine besondere Atmosphäre ausstrahlen, die mich immer wieder aufs Neue in ihren Bann zieht. Darüber hinaus gibt es auch ganz offensichtliche Sequenzen, die besonders liebevoll oder – gegenteilig – angst- bzw. furchteinflößend sind.

Meine Meinung:
Ich muss ehrlich sein: „Batman v Superman“ hat mir in der Kinofassung ganz und gar nicht gefallen, aber wenn man sich den Extended Cut angesehen hat, wurde einiges viel deutlicher und besser herausgearbeitet. Der Vorteil von „Wonder Woman“ ist, dass der Film das bessere Kinoprodukt ist.
Er hat mich auch von Anfang an besser abgeholt.

Eine weitere große Stärke ist Petty Jenkins, die mit diesem Streifen ihren ersten großen Film gedreht hat. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass nur eine Frau uns die Geschichte einer Heldin glaubhaft näherbringen konnte. Sie hat ihren Job mehr als gut gemacht. Eigentlich müsste es dafür einen extra Punkt geben. Aber ohnehin wird „Wonder Woman“ mit Sicherheit eine große Überraschung bleiben und gleichzeitig die Kehrtwende, weg von den mittelmäßigen – und zu schnell veröffentlichten – Filmen aus dem DCEU, einleiten.

Meine Wertung:
Spannung: 8,0 von 10
Action: 8,0 von 10
Story: 9,0 von 10
Länge: 8,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 9,0 von 10
Authentizität: 9,0 von 10
Musik: 8,0 von 10
GESAMT: 8,4

„Justice League“-Reihe:
1. Man of Steel
2. Batman v Superman – Dawn of Justice
3. Suicide Squad
4. Wonder Woman

Blogger Recognition Award


Lieber Leser,
im Laufe der letzten Woche(n) wurde ich nicht einmal, nicht zweimal, sondern gleich dreimal für den Blogger Recognition Award nominiert. Das ehrt mich sehr und ich freue mich auch sehr darüber. Eigentlich bin ich keiner von denen, die an solchen Aktionen teilnehmen, aber in diesem Fall habe ich mich anders entschieden.

In den letzten Wochen war viel los bei mir, nur leider nicht so viel, was den Blog betrifft. Das finde ich persönlich schade, denn eigentlich heißt es ja, dass Studenten viel Zeit haben. Ich bin da wohl anders.

Also vielen herzlichen Dank an die drei: Der Stigler, Ma-Go und Ainu89.

Der Blogger Recognition Award ist eine Aktion, bei der man Blogs, die man besonders anerkennen und wertschätzen möchte, erwähnt und verlinkt und ein paar Tipps für neue Blogger gibt. Hier sind die Regeln:
1. Bedanke dich bei demjenigen, der dich nominiert hat und verlinke ihn.
2. Schreibe einen Beitrag, um deinen Award zu präsentieren.
3. Erzähle kurz, wie du mit dem Bloggen angefangen hast.
4. Gib zwei Ratschläge für neue Blogger.
5. Nominiere 15 andere Blogger für diesen Award.
6. Kommentiere auf den nominierten Blogs, lass die jeweiligen Personen wissen, dass du sie nominiert hast, und verlinke deinen Beitrag zum Award.

Wie ich mit dem Bloggen angefangen habe:
Die Idee eines Bloggs war schon lange in meinem Kopf, aber ich wusste damals nicht, worüber ich schreiben sollte. Filme waren sehr naheliegend, weil ich schon vor dem Blog eine beachtliche Sammlung hatte. Als anderes Thema kam für mich eigentlich Politik/Alltagsthemen und Co. in Frage. Als ich dann mit meiner Herzdame zusammengekommen bin, konkretisierte es sich, denn sie führt bereits seit vielen Jahren einen Blog. Sie animierte mich dazu. Keine schlechte Entscheidung, letzten Endes.

Meine zwei Ratschläge für neue Blogger:
Egal, ob ihr euch dazu entscheidet einen Blog zu führen oder nicht, mein erster Tipp für alle ist eigentlich ein ganz simpler. Ich habe mich nach knapp 10 Jahren Berufsleben dazu entschieden, ein Studium anzufangen und ich musste mir selbst sehr oft diesen Rat vorbeten, denn ich glaube, es ist der beste Weg, durch das Leben zu gehen: Egal, was du machst, brenne dafür. Und sei auch gerne mutig, denn im Prinzip wird Mut am Ende belohnt.

Als zweites: Hab Spaß. Niemand geht gerne einem Hobby nach, das keinen Spaß bringt. Ich habe riesigen Spaß am Bloggen und gehe entsprechend gerne dieser Aktivität nach. Ich habe mit der Zeit auch festgestellt, dass Resonanz nicht von jetzt auf gleich kommt. Ich habe viele Artikel veröffentlicht, ehe ich meinen ersten Like, meinen ersten Kommentar oder mein erstes „persönliches“ Gespräch mit einem anderen Blogger geführt habe. Setzt euch nicht unter Druck und wenn ihr Geld oder Erfolg haben wollt, dann steigt gleich bei YouTube ein, da ist für jeden ein Platz vorhanden.

Meine Nominierungen:
Ich weiß zwar nicht, wer schon alles nominiert wurde, aber ich nominiere in erster Linie die drei zurück, weil ich ihnen damit auch mitteilen möchte, dass ich sie und ihre Blogs sehr anerkenne.
VERfilmt und ZERlesen
MaGo-Filmtipps
Der Stigler

Darüber hinaus:
Filmlichtung
Audio\visuell
Filmexe
Cinematographic Tides
Popcornfilme
Shalimas Filmwelten Kritik
Flightattendantlovesmovies
Filmblog von Nomadenseele
Der Filmkürbis
little. red. temptations.
Buecherherz