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*S*eptember-Challenge 2.0: Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

Titel: Shape of Water – Das Flüstern des Wassers (engl. „The Shape of Water“)
Genre: Fantasy / Romantik
Regie: Guillermo del Toro
Musik: Alexandre Desplat
Produzenten: Guillermo del Toro / J. Miles Dale
Dauer: ca. 118 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Altersfreigabe: FSK 16

„ ‚Shape of Water – Das Flüstern des Wassers’ ist ein modernes Märchen des meisterhaften Geschichtenerzählers Guillermo del Toro, das mit 4 Oscars® ausgezeichnet wurde. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges in Amerika spielt der Film in den sechziger Jahren und handelt von der stummen Elisa (Sally Hawkins), die in einem versteckten Hochsicherheitslabor der Regierung arbeitet und dort eine isolierte Existenz fristet. Doch ihr Leben verändert sich drastisch, als sie und ihre Kollegin Zelda (Octavia Spencer) einem geheimen Experiment auf die Spur kommen. Michael Shannon, Richard Jenkins, Michael Stuhlbarg und Doug Jones runden die Besetzung ab.“
(Rückentext der DVD)

Den Anfang von S-E-P-T-E-M-B-E-R 2.0 macht ein mehrfacher Oscar®-Gewinner. Die Rede ist von „Shape of Water“.
Wie auch im letzten Jahr versuche ich über die klassischen Bewertungskriterien hinaus zu schauen und nicht komplett analytisch zu sein, sondern auch mein Sehvergnügen zu beschreiben und zu reflektieren.

Der Film spielt in der Zeit des Kalten Krieges in den 1960er Jahren und der Schauplatz ist ein geheimes Forschungslabor. Unsere Protagonisten sind eine stumme Putzfrau, die in diesem Labor die Böden reinigt und ein unberechenbares Ungeheuer, das von den Amerikanern im Amazonas gefangengenommen wurde.
Damit ist die Ausgangssituation klar, doch es gibt Dinge, die weniger klar sind. An erster Stelle stehen die Handlungsmotive der Hauptfigur. Ich habe mich am Anfang gefragt: „Warum das jetzt?“, und ich warte immer noch auf die Antwort und werde sie vermutlich nie bekommen, außer ich wende mich an Guillermo del Toro. In Folge dessen habe ich immer mehr Ungereimtheiten entdecken können. Wenn unsere Hauptfigur Elisa ganz zu Beginn einmal logisch gehandelt hätte, dann wäre der Streifen nach 10 Minuten vorbei. Darüber hinaus ist der Film unangenehm vulgär und auch sonst sehr unlogisch.

Aber jetzt mal im Ernst: Abgesehen von der darstellerischen Leistung von Michael Shannon, kann der Streifen getrost vernachlässigt werden. Guillermo del Toro versucht einfach zu viele Elemente unter einen Hut zu bringen. Auf der einen Seite haben wir die Liebesgeschichte zwischen Elisa und diesem „Monster“, und auf der anderen Seite haben wir den ganzen Handlungsstrang, der sich mit der Laboreinrichtung und den „internen Strukturen“ befasst und dann haben wir auch noch diese Kalter-Krieg-Thematik, die versucht, die Spannung zwischen den Figuren auf eine höhere Ebene zu bringen.
Leider ist das komplette Unterfangen eher mittelmäßig inszeniert und umgesetzt.

Wie ich es schon erwähnte, Michael Shannons Leistung war gut, auch wenn sein Charakter maximal vulgär und abstoßend ist. Er ist der Einzige, dem ich die Rolle vor dem Hintergrund der Zeit abkaufe. Die anderen Charaktere funktionieren irgendwie, sind aber beliebig oft austauschbar.

Setting, Design und Musik sind schwierig zu beschreiben. Die Kulissen sind, vor dem Hintergrund des Kalten Krieges, originell und stilecht. Das Forschungslabor mit seinen grauen und meist sterilen Räumen wirkt ebenso auf den Zuschauer ein, wie die altbackene Inneneinrichtung der Privatwohnungen der handelnden Personen. Man hat gleich so ein besonderes Feeling und ein gutes Gespür, wie der Film insgesamt ausschaut. Die Musik empfand ich zwar als abwechslungsreich, aber nicht weiter besonders. Eine stetige Bedeutungsschwere schwappt mit dem Klang der Musik immer so rüber und trübt, meiner Meinung nach, das Sehvergnügen.
Die Kostüme und das übrige Design sind entsprechend der Zeit und scheinen auch keine weitere Herausforderung gewesen zu sein. Was mich aber nun wirklich stört: Das Monster sieht doch Abe Sapien aus „Hellboy“ verdammt ähnlich oder irre ich mich? Es hat mich auf jeden Fall irritiert, dass Guillermo del Toro eine Idee aus einem seiner älteren Filme aufgewärmt hat.

Auch die Emotionen und, falls ich es noch nicht erwähnt haben sollte, die Spannung hinken einfach nur hinterher. Es kommt von beiden rein gar nichts rüber. Eine Geduldsprobe für jeden Zuschauer, denn durch das Fehlen beider Komponenten fühlen sich zwei Stunden schnell wie das Doppelte an.

Meine Meinung:
„Shape of Water“ ist einer der überbewertesten Filme seit Langem.
Zum Schlafen langweilig, viel zu behäbig und in seiner Ausdrucksform (im negativen Sinne) pathetisch.

S-E-P-T-E-M-B-E-R 2.0 startet also denkbar ungünstig. Das Gute daran ist aber, dass es ab jetzt nur noch bergauf gehen kann. All diejenigen, die „Shape of Water“ noch sehen wollen, sollten sich noch einmal Gedanken dazu machen und vielleicht auf eine bessere Alternative umsteigen.

Meine Wertung:
Spannung: 4,0 von 10
Story: 4,0 von 10
Länge: 3,0 von 10
Authentizität: 4,5 von 10
Musik: 7,0 von 10
Gefühle/Emotionen: 4,0 von 10
GESAMT: 4,4

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Power Rangers

Titel: Power Rangers
Genre: Fantasy
Regie: Dean Israelite
Musik: Brian Tyler
Produzenten: Haim Saban / Brian Casentini / Marty Bowen / Wyck Godfrey
Dauer: ca. 119 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Altersfreigabe: FSK 12

„Jason, Kimberly, Billy, Trini und Zack haben nichts weiter gemeinsam, als auf dieselbe Highschool zu gehen. Als Jason und Billy zufällig auf etwas stoßen, das sie für uralte Fossilien halten, erwecken sie eine außerirdische Macht. Um die Welt vor der Zerstörung zu bewahren, müssen die fünf schnell lernen, was normalerweise Jahre dauert: echte Power Rangers zu werden!“
(Rückentext der DVD)

Ich erinnere mich noch sehr gut an meine Kindheit. Die Tage, an denen ich extra früh aufgestanden bin, um heimlich im elterlichen Wohnzimmer um 5 Uhr die Power Rangers zu schauen. Ich habe mich immer darauf gefreut und es wurde zu so etwas wie einem Ritual, denn auch wenn ich eigentlich immer heimlich schaute, saß oft meine Mutter hinter mir und schaute es mit mir zusammen.
Nun ist es 2018 und dass ich die Serie geschaut habe, ist über 20 Jahre her. Ich habe irgendwann im letzten Jahr allerdings einen Trailer gesehen, der mir zwar auf der informativen Ebene mitteilte, dass es da bald einen Film gibt, aber inhaltlich hat er mich überhaupt nicht abgeholt und genau so tat ich den Film als „Klamauk“ bzw. „Irrsinn“ ab.
Erst vor kurzem war meine Schwester zu Besuch, um sich endlich „Nerve“ anzuschauen, was ich ihr zeigen wollte, seit ich ihn damals im Kino gesehen habe. Aus diesem Grund schmiss ich die BluRay in den Player und wir haben uns gemeinsam den Streifen angeschaut. Aber was hat das Ganze mit den „Power Rangers“-Film zu tun? Direkt bevor „Nerve“ anfing, lief wieder ein Trailer zu „Power Rangers“, nur dieses Mal habe ich zum einen nicht gewusst, dass es sich um den Film handelt und zum anderen war der Trailer nicht mehr rein informativ für mich, sondern konnte mich tief in meinem Inneren abholen und begeistern.

Ich weiß auch nicht so richtig, wo ich anfangen soll, denn die Handlung ist irgendwie merkwürdig und befremdlich aufgebaut. Sie fühlt sich einerseits an wie ein Highschool-Teenie-Film aus den frühen 2000er Jahren, aber andererseits verbindet dieser Film auch klassische Superhelden-Aspekte miteinander.

Handlungstechnisch bewegt sich der „Power Rangers“-Film rein chronologisch und weitestgehend stringent fort. Inhaltlich weist er aber einige Schwächen auf, die sich leider auch auf die Narration ausüben. Meinem Empfinden nach wurden die Figuren viel zu schnell und viel zu oberflächlich eingeführt. Auch die Vorstellung des Antagonisten wirkt zwar im ersten Moment ausführlich, stellt sich aber schlussendlich auch als zu ungenügend bzw. ungenau heraus.

Spannungstechnisch ist dieser Streifen leider sehr sprung- und wechselhaft. „Power Rangers“ macht dabei grundlegend nichts schlecht, aber der Wechsel ist eben sehr abrupt und erfüllt im Moment der Szene nicht die Erwartungen des Zuschauers. Erfreulicherweise bessert sich der Film mit zunehmender Spieldauer.

Im Gegensatz zur Spannung bleiben die Emotionen weitestgehend auf einer Stufe – und leider gibt es da auch keine Steigerung. Weiter lässt sich dazu sagen, dass die Gefühle bei so ziemlich jedem Darsteller an der Oberfläche bleiben. Es gibt nur wenige Momente, in denen die darstellerische Leistung so überzeugend ist, dass sie tiefgreifend überzeugt.

Obgleich die Emotionen recht einfach gehalten sind, bleiben die Darsteller aber immer authentisch. Gut, man darf nicht vergessen, dass es sich bei dem Film immer noch um einen Superhelden-Film handelt. Da ist die Originalität der Handlung gleich wesentlich besser. Sie ist stark an die erste Serie aus den frühen 1990er Jahren angelehnt und man findet auch immer wieder Referenzen darauf. In einer Szene hat der „Grüne Ranger“ aus der Serie einen Cameo-Auftritt. Das Publikum kann sich über gute Leistungen von Elizabeth Banks und weniger gute Leistungen von Bryan Cranston freuen. Zweiter ist aber auch nur in einer kleineren Nebenrolle zu sehen.

Weiterhin lässt sich über das Setting und die Musik sagen, dass beides sehr ausgewogen scheint. Ein kleinstädtisches Bild wird mit einigen Innenaufnahmen und abwechslungsreichen Außenaufnahmen kombiniert. Besonders die „Zentrale“ der jungen Helden erinnert mich sehr stark an Supermans „Festung der Einsamkeit“, sodass zumindest die Szenen auf jeden Fall andernorts ihren Ursprung bzw. Inspiration her haben. Im Kontext passt das aber sehr gut zur Atmosphäre des Films. Ähnlich verhält es sich auch mit der Filmmusik. Spannungsfördernde und untermalende Musik wechseln sich förmlich ab. Sie unterscheiden sich durch die Szenenauswahl, die unterschiedlichen Tempi und wie sehr sie in den Fokus des Zuschauers rücken. In aufregenden Sequenzen merkt man deutlich, wie auch die Lautstärke der Musik angehoben wird.

Positiv aufgefallen ist, dass der Film eine angenehmen Länge mit einem guten Erzähltempo gepaart hat. Mit knapp zwei Stunden Laufzeit ist der Streifen wunderbar auserzählt.

Meine Meinung:
Der „Power Rangers“-Film hat mich überrascht. Nicht beim eigentlichen Gucken, sondern vielmehr im Trailer, den ich auf der „Nerve“-BluRay habe. Die Geschichte, die Art der Erzählung und die übrige Inszenierung ist nicht halb so sehr Klamauk oder Irrsinn, wie ich es noch anfangs vermutet hätte.

Als Zuschauer sollte man aber auch kein tiefgreifendes Trauerspiel erwarten, denn man bekommt nicht mehr oder weniger als entspanntes und seichtes Popcorn-Kino.
Aber dennoch: Ein ordentlicher Film, der ein bisschen mit dem eingestaubten Image der Power Rangers aufräumt. Dieser Streifen nimmt sich nicht ernster als er ist und das merkt man ihm von der ersten Sekunde an an.

Meine Wertung:
Spannung: 7,0 von 10
Story: 7,0 von 10
Länge: 8,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,5 von 10
Authentizität: 7,0 von 10
Musik: 8,0 von 10
Setting: 8,0 von 10
GESAMT: 7,2

8 Sekunden – Ein Augenblick Unendlichkeit

Titel: 8 Sekunden – Augenblick Unendlichkeit (türk.: „8 Saniye“)
Genre: Drama / Fantasy
Regie: Ömer Faruk Sorak
Musik: Gustavo Farias
Produzenten: Ipek Sorak / Necati Akpinar / Taha Altayli
Dauer: ca. 116 Minuten
Erscheinungsjahr: 2015
Altersfreigabe: FSK 12

„ESRA lebt in zwei Welten. In der wirklichen Welt lebt sie mit ihrer außergewöhnlichen türkischen Familie in Berlin. Trotz aller Liebe für ihre Familie fühlt sie sich durch die streng eingehaltene Tradition eingeengt. Sie bricht mit Regeln und fühlt beständig, dass ihrem Herz Entscheidendes fehlt, sie will mehr als das. Sie sucht die Bedingungslose Liebe. In ihrer zweiten, geträumten Welt versucht sie die geheime Identität eines rätselhaften Mannes zu entschlüsseln, der sie wiederkehrend in ihren Träumen besucht. Ist er bei ihr, fühlt sie sich geborgen und vollständig. Je mehr sie versucht, ihre Träume zu verstehen, umso mehr beeinflussen sie ihr ganzes Leben. Während sie im wirklichen Leben immer mehr Widerständen begegnet, kommt sie im Traum immer näher hinter ihr Geheimnis. Aber was wäre, wenn ihre Träume und die Wirklichkeit nie voneinander getrennt waren?“
(Rückentext der DVD)

Als ich mir „8 Sekunden – Ein Augenblick Unendlichkeit“ gekauft habe, war ich von dem Titel fasziniert, denn er regt bei mir die Fantasie an. Wie kann so etwas wie ein Augenblick auch gleichzeitig unendlich sein? Und 8 Sekunden sind sogar fast zu wenig, um als ein Augenblick durchzugehen, oder? Wie ich den Streifen empfunden habe, erfahrt ihr nun in meiner Kritik.

Die Handlung dreht sich um Esra, die eine ganz besondere Persönlichkeit ist. Bereits im frühen Kindesalter hat sie sehr lebhaft geträumt. Nicht immer waren die Leute von den Erzählungen über ihre Träume begeistert. Bis irgendwann ihre Träume nicht nur ihren Schlaf, sondern auch ihr Leben nachhaltig beeinflussen.

„8 Sekunden – Ein Augenblick Unendlichkeit“ lässt mich manchmal sehr zwiegespalten zurück.
Das lässt sich ziemlich einfach erklären: Wenn man sich die Story anschaut, bekommt man vordergründig ein deutsch-türkisches Drama zu sehen, das die Irrungen und Wirrungen des Lebens detailliert und in seiner ganzen Breite aufzeigt, das es aber währenddessen vermissen lässt, eine für alle Seiten glückliche Lösung zu suchen, geschweige denn zu finden.
Wenn man allerdings sehr genau hinschaut, dann sieht man einen Film, der sich mit dem Thema Träume befasst und wie weit sie sich in einem Leben und in einem Alltag manifestieren können. Es geht also um mehr, als nur um das Leben. Es geht um verschiedene Realitäten und wie sie sich ausdrücken können. In gewisser Weise ist „8 Sekunden – Ein Augenblick Unendlichkeit“ ein biografisches Werk, in dem Esra Inal sich selbst spielt und Teile ihrer Geschichte mit dem Publikum teilt.
Insofern erlebt der Zuschauer mit diesem Streifen keinen einfachen Spielfilm, sondern ein Stückchen intime Persönlichkeit.

Was die Spannung betrifft, schafft dieser Streifen es leider nur bedingt, mitzureißen. Die meiste Zeit funktioniert dieser Film allerdings aufgrund der Handlung, ohne dabei übermäßig spannend zu sein. Es entsteht vielmehr ein gesteigertes Interesse, das den Zuschauer am TV-Gerät lässt.

Der Cast ist vielfältig und beherbergt neben einigen bekannten Darstellern auch eine Reihe unbekannter Schauspieler. Dabei kann man keinen Qualitätsunterschied feststellen. Das liegt aber nicht daran, dass Fahri Yardim, Axel Stein oder Mehmet Kurtulus schlecht waren, sondern dass der gesamte Cast perfekt harmoniert hat. Esra Inal spielt in ihrer ersten Rolle sich selbst und gibt die ganze Zeit alles und das weiß durchaus zu imponieren, während ihre Kollegen ihr den Raum geben und sich einzubringen wissen.

Ein besonders wichtiger Punkt sind die Emotionen. Bei Esra Inal scheinen sie überzulaufen, weil sie es am besten weiß, wie es ist, ihr Leben zu leben. Beim Rest sind sie in einem sehr guten Maße und wissen dadurch zu überzeugen. Auch in den aufgeladenen Momenten, in denen es gefühlstechnisch besonders zur Sache geht, ist Esra Inal immer etwas drüber und der Partner in einem richtigen Maße unterstützend.
Auch was die Originalität betrifft, bekommt das Publikum einen überzeugenden Streifen zu sehen. Umsetzung, Idee und Darsteller funktionieren auf ihre eigene Weise besonders gut und ziehen das Publikum gleichermaßen in ihren Bann.

Mit knapp 116 Minuten ist dieser Film nicht besonders lang, allerdings fühlt er sich länger an. Es gibt Szenen, die besonders schwerfällig und behäbig sind, in denen die Handlung zu stagnieren scheint. Auch, dass in einigen Szenen Dinge passieren, auf die sich später nicht mehr bezogen wird, hinterlässt einen faden Beigeschmack. Schlussendlich hätte „8 Sekunden – Ein Augenblick Unendlichkeit“ eine kürzere Laufzeit besser zu Gesicht gestanden.

Die musikalische Untermalung war vielseitig und gefiel mir persönlich gut. Der Score überzeugt durch eine Mischung aus traditionell-orientalischen und internationalen, populären Stücken, die dem Streifen in seiner Gänze eine eigene Dynamik verleihen.

Mir liegt aber ein ganz anderer Punkt am Herzen, den ich auch statt des Settings bewerten möchte:
die Effekte. Im Handlungsverlauf stellt man sich als Zuschauer auch immer wieder die Frage, ob es sich jetzt um einen Traum oder um die Realität handelt, was natürlich noch einmal die schwammigen Grenzen Esras aufzeigt, da selbst sie diese nicht immer voneinander zu unterscheiden weiß. Es gibt aber auch immer wieder Szenen, in denen man weiß, dass es sich um einen Traum handelt und da schlagen die Effekte zu. Sie sind überzeugend und lassen einen vergessen, dass wir hier eine türkisch-deutsche Produktion haben, denn sie spielt zweifelsohne auf internationalem Niveau. „8 Sekunden – Ein Augenblick Unendlichkeit“ kann man also ein grundsätzlich positives Zeugnis ausstellen.


Im Rahmen der Filmreise-Challenge habe ich nun Aufgabe #25 „Schaue einen Film, in dem Träume ein zentrales Thema sind“ beendet. Für weitere Informationen klickt bitte einfach auf das Banner.

Meine Meinung:
„8 Sekunden – Ein Augenblick Unendlichkeit“ hat mich grundsätzlich überzeugt. Auch wenn ich kein hundertprozentiges Loblied auf diesen Film singen möchte und er auch nicht mein absolut liebster Lieblingsfilm wird, schaffte er es, mich zu überraschen und zu unterhalten.

Dieser für mich überraschende Film erhält folgende Bewertung:

Meine Wertung:
Spannung: 7,0 von 10
Story: 8,0 von 10
Länge: 6,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,5 von 10
Authentizität: 8,5 von 10
Musik: 8,0 von 10
Effekte: 10 von 10
GESAMT: 8,0

Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2

Titel: Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2 (engl. „Pirates of the Caribbean: Dead Man´s Chest“)
Genre: Abenteuer / Fantasy
Regie: Gore Verbinski
Musik: Hans Zimmer
Produzenten: Jerry Bruckheimer
Dauer: ca. 145 Minuten
Erscheinungsjahr: 2006
Altersfreigabe: FSK 12

„Davy Jones, der mysteriöse Captain des ‚Flying Dutchman’ hat noch eine Rechnung mit Jack Sparrow offen – doch der hat zunächst ganz andere Probleme: Ein Kannibalenstamm möchte ihn am liebsten auffressen! Auch Will Turner und seine stürmische Verlobte Elizabeth sind hinter Jack her – und alle machen sich auf die abenteuerliche Suche nach der geheimnisumwitterten ‚Truhe des Todes’. Die wilde Jagd führt sie kreuz und quer durch die Karibik – furiose Säbelgefechte und Voodoozauber inbegriffen!“
(Rückentext der DVD)

Ich habe mir vor ganz langer Zeit von meinem Schwager die „Fluch der Karibik“-Reihe ausgeliehen. Vor circa einem Jahr habe ich mir den ersten Teil angeschaut, nun kam Teil 2 dran. Ich bin dann also hoffentlich in drei Jahren fertig. Die ersten drei Filme habe ich bereits alle schon einmal gesehen und wollte sie nun noch einmal schauen.

Die Handlung ist chronologisch und ohne großartige Kniffe erzählt. Wie auch im ersten Teil dreht sich alles um Captain Jack Sparrow, Will Turner und Elizabeth, die wieder in irgendeiner Form ein Abenteuer erleben. Ich muss vorwegnehmen, dass dieser Film bei weitem nicht so viel richtig macht wie sein Vorgänger.
Die ersten 40-50 Minuten sind verzichtbar. Das liegt aber auch daran, dass die Handlung in dieser Zeit einfach nichtssagend ist. Man kann sehr gut irgendetwas Nützliches im Haushalt erledigen, ohne dass man Angst haben muss, etwas zu verpassen.
Um es auf den Punkt zu bringen: 90 statt 145 Minuten Laufzeit wären auch absolut ausreichend gewesen.
Die Story handelt im Wesentlichen davon, dass Jack Sparrow die „Truhe des Todes“ sucht und zwischenzeitlich bei einem karibischen Kannibalenstamm auf dem Thron landet. Wie er dahin gekommen ist und warum ausgerechnet dieser Stamm ihn so anhimmelt, bleibt im Grund offen und wird nicht geklärt. Auch Will Turner und Elizabeth werden in die Handlung eingeflochten, sodass Jack und die anderen zwei aus den unterschiedlichsten Motiven gemeinsame Sache machen können.

Die Figuren sind im Vergleich zum Vorgänger auch weniger facettenreich, weniger flexibel in der Spielweise und daher auch bei weitem nicht so glaubwürdig. Das ärgert mich wirklich sehr, vor allem hatte ich den Streifen besser in Erinnerung.

Spannungstechnisch verhält es sich ähnlich, wie mit der Handlung. In der ersten Stunde kommt nicht so richtig etwas zusammen und ab dann wird man auch nicht so richtig überzeugt. Zu wenig wird dafür getan, dass sich der Streifen entfalten kann. Der Zuschauer wird nicht so gut abgeholte, wie es noch im Vorgänger der Fall gewesen ist. Zumindest reichen gute Effekte und choreografierte Abenteuerszenen nicht aus.
Auch sonst geht von der Handlung oder der Erzählweise keine Spannung aus.

Die Figuren sind, wie bereits erwähnt, viel zu statisch, als dass sie irgendetwas Positives beitragen könnten. Sie sind auch nicht glaubwürdig. Am Beispiel von Johnny Depp lässt sich sagen, dass seine „typische“ Jack-Sparrow-Art hier erstmalig anfängt zu nerven. Eine Mischung aus Overacting und Parodie auf einen Piraten. Auch die anderen Charaktere machen im Wesentlichen nichts besser und der Einzige, der überzeugt, ist weitestgehend computeranimiert.

Musik und Setting sind die einzigen beiden Kategorien, in denen dieser Film überzeugen konnte. Die Musik ist von Hans Zimmer wunderbar komponiert und arrangiert. Ein Negativpunkt gibt es allerdings: Sie will, unberechtigterweise, in den Vordergrund und gefühlt immer mehr beweisen, als sie tatsächlich geben kann. Das Setting und die Kulissen sind einfach überzeugend. Das Design der Piratenschiffe, Kostüme und Kamerafahrten haben einfach super gepasst und fangen das Thema perfekt ein. Das Abenteuerfeeling, das ich noch im ersten Teil hatte und bewunderte, fehlte mir aber fast gänzlich. Der Film glich einem Actionspektakel, das mit tollen Kampfszenen daherkam, aber für mich nicht einmal ansatzweise mit dem ersten Teil zu vergleichbar ist. „Priates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2“ hat daher einen faden Beigeschmack und schafft es nicht zu überzeugen.

Meine Meinung:
So traurig und hart es klingt, aber „Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2“ war reinste Zeitverschwendung. Mich haben die Figuren nicht überzeugt, die Handlung nicht abgeholt und es wurde auch keine Spannung aufgebaut. Technisch war er nett anzusehen und auch die Effekte haben Spaß gebracht, aber selbst das schlechteste Popcorn-Kino kann mich mehr und besser unterhalten als dieser Streifen.

Es gibt also gehörigen Punktabzug. Da kann man nur hoffen, dass der dritte Teil besser wird. Zumindest habe ich ihn aufregend in Erinnerung. Hoffentlich täusche ich mich da nicht.

Meine Wertung:
Abenteuer: 5,0 von 10
Spannung: 3,0 von 10
Länge: 3,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 4,0 von 10
Authentizität: 4,0 von 10
Musik: 9,0 von 10
Setting: 9,0 von 10
GESAMT: 5,3

Reihenfolge:
1. Fluch der Karibik
2. Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2

The Magicians (Staffel 2)

Titel: The Magicians (Season 2)
Idee: Sera Gamble / John McNamara
Genre: Fantasy
Titellied: The Magicians Theme
Dauer: 13 Folgen à ca. 42 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Altersfreigabe: FSK 16

„Quentin Coldwater und seine Freunde gehen auf die Brakebills University, eine geheime Institution für Magie. Während die jungen Studenten lernen, mit ihren übernatürlichen Kräften umzugehen, machen sie eine grauenvolle Entdeckung: Die Fantasiewelt, die sie aus alten Kinderbüchern kennen, existiert wirklich und stellt eine düstere Bedrohung dar! In der zweiten Staffel finden sich die Freunde nach einem schicksalhaften Ereignis auf unbekanntem Territorium wieder, wo sie sich gegen neue Gefahren wehren und die magische Welt vor der Vernichtung retten müssen. Getrieben von Macht, Rache und dem Willen zu überleben wird ihnen eines klar: Wer die betörend schöne Welt Fillory betritt, wird nie wieder derselbe sein…“
(Rückentext der DVD)

Die Prüfungen sind durch und mit der zweiten Staffel von „The Magicians“ kam auch gerade rechtzeitig eine Serie auf DVD, die ich seit einem Jahr endlich weitersehen möchte. Nachdem mir die erste Staffel auch nicht schlecht gefallen hat, war die Vorfreude schon leicht gestiegen und die Sehnsucht nach den Freunden um Quentin und die wundervolle Welt Fillory war schon fast nicht mehr auszuhalten.
Es kann also mit der zweiten Staffel von „The Magicians“ weitergehen.

Die Handlung knüpft direkt an seine Vorgängerstaffel an und damit kommen auch die Gedanken und Gefühle zurück, die ich hatte, als ich die erste Staffel sah. Schon wieder stellte ich mir vor, wie es wohl wäre, wenn ich zaubern könnte. Und schon wieder sah ich mich, in meiner Vorstellung, mit einem Zauberstab in der Hand.

Die Hauptstory der ersten Staffel drehte sich noch primär um Quentin und Julia. Das hat sich in der zweiten Staffel geändert. Inzwischen geht es um die gesamte Gruppe, die sich um Quentin eingefunden hat. Und natürlich steht auch Fillorys Schicksal auf dem Spiel. Durch die gesamte Staffel hinweg erleben wir dabei immer wieder unterschiedliche Interessen und Herangehensweisen.
Obwohl die Erzählweise recht chronologisch ist, habe ich mich immer mal wieder dabei erwischt, wie ich über das eine oder andere Ereignis nachdenken musste. Es geht dabei vor allem darum, zu verstehen, wie es dazu kam. Oft wird zwischen den unterschiedlichen Figuren hin und her gesprungen und dabei ändern sich auch immer wieder Kameraführung, Farbgebung, Filter und Kulissen. Irritationen sind also zum Teil vorprogrammiert. Auch der Aufbau und die Struktur der einzelnen Folgen sind zum Teil sehr unterschiedlich.

Die Kulissen sind besonders vielfältig. Auf der einen Seite haben wir die Universität Brakebills. Hörsäle und Labore kommen denen einer echten Universität sehr nahe. Städtische Außenaufnahmen sind stilecht und realitätsnah. Fillory verblüfft durch sehr viele, unterschiedliche und farbenfrohe Kulissen. Auch die eingesetzten Filter erfüllen ihren Zweck und unterstreichen die atmosphärische Grundstimmung der einzelnen Szenen.

Das Besondere an dieser Serie ist, dass bei jeder Figur eine kontinuierliche Entwicklung stattfindet. Im Verlauf geht es nicht nur um Emotionen und Handlungen, sondern auch um die Motive. Die Entwicklungen sind dabei allesamt glaubwürdig und originell.
Die Figuren sind glaubwürdig und authentisch. Sie überzeugen durch ein hohes Maß an Facettenreichtum. Insgesamt gibt es an der darstellerischen Leistung nichts auszusetzen.
Das Schauspiel jedes Einzelnen überzeugt mit zunehmender Breite und Tiefe.

Obwohl es bei der Serie um Zauberer bzw. Hexen und den Einsatz von Magie geht, wirkt sie mit all ihren fantasievollen Elementen nicht lächerlich oder unglaubwürdig. Als Zuschauer bringt es Spaß, sich in diese spannende und sehr atmosphärische Serie fallen zu lassen und dem Abenteuer von Quentin und der Welt Fillory hinzugeben.

Die musikalische Untermalung ist zu jedem Zeitpunkt passend. Vorwiegend werden instrumentale Stücke verwendet, die hin und wieder durch gesungene Songs ergänzt werden. Ein besonderes Element an dieser Stelle ist, dass einige Lieder von den Darstellern selbst gesungen werden.

Wie bereits die erste Staffel basiert die zweite ebenfalls auf der gleichnamigen Romanreihe von Lev Grossman. In 13 Folgen à 42 Minuten wird die komplette Staffel erzählt. Die Handlung ist dabei die komplette Zeit spannend und abwechslungsreich. Die zweite Staffel von „The Magicians“ ist absolut empfehlenswert. Ich freue mich bereits jetzt auf die dritte Staffel, auch wenn es darauf hinauslaufen wird, dass ich wieder ein Jahr warten muss.

Meine Meinung:
Auch dieses Mal wurde die komplette Staffel innerhalb von nur wenigen Tagen durchgeschaut. „The Magicians“ hat einen unglaublich hohen Unterhaltungswert und das zieht sich durch so ziemlich jede Szene. Wenn es nicht gerade dramatisch zugeht, ist die Serie auf ihre ganz eigene Weise witzig oder spannend. Die Zeit verging wie im Flug und noch einmal: eine absolute Empfehlung an dieser Stelle.
Jeder, der sich gerne in den Bann einer guten Serie ziehen lässt und dabei auch keine Probleme hat, dass es um Übernatürliches geht, wird mit „The Magicians“ sehr gut beraten sein.

Meine Wertung:
Story: 9,0 von 10
Fantasy: 9,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Authentizität: 9,0 von 10
Emotionen: 9,0 von 10
Musik: 7,5 von 10
GESAMT: 8,4

Reihenfolge:
1. The Magicians (Staffel 1)
2. The Magicians (Staffel 2)

Valerian – Die Stadt der tausend Planeten

Titel: Valerian – Die Stadt der tausend Planeten (engl.: „Valerian and the City of a Thousand Planets“)
Genre: Comicverfilmung / Science-Fiction / Fantasy
Regie: Luc Besson
Musik: Alexandre Desplat
Produzenten: Luc Besson
Dauer: ca. 132 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Altersfreigabe: FSK 12

„28. Jahrhundert: Die Spezialagenten Valerian und Laureline sind mit der Aufrechterhaltung der Ordnung im gesamten Universum beauftragt. Auf Anordnung ihres Kommandanten begeben sich die beiden auf eine Sondermission in die intergalaktische Stadt Alpha: einer Mega-Metropole, die unzählige Spezies des Universums beheimatet. Doch nicht jeder in der Stadt der Tausend Planeten verfolgt dieselben Ziele – im Verborgenen wächst eine dunkle Macht heran, die nicht nur Alpha, sondern die gesamte Galaxie in Gefahr bringt…“
(Rückentext der DVD)

Meine Herzdame schenkte mir „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“ zu Weihnachten und ich kam leider erst jetzt dazu, mir diesen Film anzuschauen. Außerdem ist das mein erster Film für die Filmreise-Challenge (weitere Informationen zu dieser Challenge findest du unten!). Wie ich Luc Bessons neusten Film empfinde, kannst du nun hier im Anschluss in meiner Kritik lesen.

Als ich „Space Oddity“ von David Bowie in der Anfangssequenz hörte, fühlte ich mich wie in einen anderen Film gezogen. Nach kurzem Überlegen kam es mir dann, es war „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“. Schon damals war ich von diesem Song, an passender Stelle in diesem Film, entzückt. Auch dieses Mal fühlte ich die Vibes dieses grandiosen Songs, aber irgendwie fühlt sich diese erste Sequenz abgekupfert an und das ist schade, dabei will ich „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“ eine echte Chance geben. Nach 5 Minuten konnte ich jedoch nicht ahnen, dass „Space Oddity“ bloß der Anfang ist.

Die komplette Story scheint vielleicht sehr gut im Comic zu funktionieren (ich habe den Comic leider nie gelesen), aber schafft sie es auch gleichermaßen in bewegten Bildern zu überzeugen?
Auch wenn die Handlung an und für sich stringent erzählt wird, so ist es dennoch so, dass ganze Teile der Handlung verzichtbar sind. Überraschung hier, Wendung dort um dann letzten Endes wieder auf den ursprünglichen Pfad zu kommen. An diesen Stellen wird etwas konstruiert, um die Laufzeit 10 oder vielleicht 15 Minuten länger zu machen. Der Streifen fühlt sich dadurch zwar nicht automatisch länger an, aber er wird in die Länge gezogen. Manchmal ergibt es Sinn, im Fall von „Valerian“ hingegen nicht. Außerdem sollte man den Rückentext nicht für bare Münze nehmen, denn die Handlung ist schon recht dürftig und viele Wünsche bleiben unerfüllt.

Auf der Rückseite der DVD-Hülle werden einige Kommentare von Zeitschriften gezeigt. Die TV Movie wird zitiert mit den Worten: „DIESER FILM SPIELT ZWEIFELLOS IN DER ‚STAR-WARS’-LIGA.“ Ganz klar weiß man schon nach kurzer Zeit, warum ausgerechnet diese Assoziation zustande kommt. Eigentlich wartet man nur gespannt darauf, dass jetzt irgendeiner mit einem Laser-Schwert auftaucht. Und nicht nur das, ein Bösewicht sieht in etwa so aus wie Jubba the Hutt und ganz zu schweigen von den beiden Protagonisten Valerian und Laureline. Sie erinnern ein wenig an Han Solo und Prinzessin Leia. Auch ganze Plätze sind dem Star-Wars-Universum nachempfunden und so sehe ich mich vor meinem inneren Auge immer auf Tatooine.

Was die Emotionen betrifft, bewegen wir uns mit „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“ irgendwo im Nirgendwo. Bis auf ein paar wenige Szenen geht es erstaunlich emotionslos zu. Und die wenigen Szenen, in denen man irgendein Gefühl zu sehen bekommt, drehen sich um das Tête-à-Tête der beiden Protagonisten.
Auch die übrige darstellerische Leistung empfinde ich als äußerst fragwürdig und da beziehe ich mich nicht nur auf Dane DeHaan und Cara Delevingne. Als Nebendarsteller sehen wir unter anderem Rihanna, Ethan Hawke und Clive Owen. Um ehrlich zu sein, hätte man auch diese Rollen entweder anders besetzen oder weglassen können. Gut, in ihrer Rolle ist Rihanna fast unverzichtbar, denn es gibt kaum eine weibliche Künstlerin, die sich so gut und rhythmisch bewegen kann und diese eine Tanzszene zu einem Erlebnis machen kann wie sie, aber dennoch war es überflüssig.

Und da sind wir auch schon bei der Authentizität. Keiner hat es geschafft, seine Rolle glaubhaft zu verkörpern und das finde ich besonders schade und bedauernswert, denn „Valerian“ hätte mehr aus seinen Möglichkeiten machen können. Schon in der Wahl von Valerian ist Dane DeHaan rein optisch schon ein kleiner Fehlgriff oder die Darstellung seines Charakters ist ungünstig. Jedenfalls passt es nicht zusammen. Clive Owen gibt auch in diesem Streifen ein ähnlich bemitleidenswertes Bild ab wie in „Shoot ‘em up“. Es ist aber genau dieser Eindruck, der sich durch den ganzen Film zieht.

Wie sieht es denn mit der Spannung aus? Nun ja, ein Vorteil von „Valerian“ ist, dass das Erzähltempo sehr zügig und flott ist. Aufgrund der Tatsache, dass der ganze Film aber so emotionslos ist, geht es dem Zuschauer irgendwie am Hintern vorbei, was mit den Figuren passiert. Der Streifen überschreitet daher nie das Stadium des Interesses.

Die Musik ist gut ausgewählt. Die Anfangssequenz mit „Space Oddity“ hat sich sehr in den Vordergrund gedrängt, da passte die Situation zur Musik und dadurch bedarf es keiner Dialoge, um die Handlung zu erklären. Im weiteren Verlauf bekommt man eher klassische Melodien zu hören. Die gespielten Stücke stehlen dem Film sonst kaum bis nie die Show.

Bei all der Negativität gibt es auch Dinge, die „Valerian“ kann. In erster Linie sind das sehr abenteuerliche Szenen, die durch Computeranimationen unterstützt werden. Ich muss mich korrigieren: Es ist quasi eine ganz lange Computeranimation, die die ganze Zeit gezeigt wird. Zumindest fühlt es sich so an, denn es gibt einfach keine anderen Aufnahmen. Alles ist bearbeitet aber man sieht es nicht, weil es sehr gut gemacht ist. In den Extras sagt Luc Besson, dass er in „Das fünfte Element“ nur wenige Hundert Spezialeffekte/Computeranimationen verwendet hat, damals sei die Technik eben noch nicht reif gewesen. Heute waren es über 2000 Effekte und Animationen. Als Zuschauer sieht man also rund 15 Effekte pro Minute. Klar ist, dass die Szenen dadurch gleich viel aufregender sind, weil sie ausgeschmückt und hochgradig designed sind, daher wird die Kategorie „Action“ vermutlich die einzige sein, in der „Valerian“ verhältnismäßig viele Punkte ergattern kann.

Im Rahmen der Filmreise-Challenge habe ich nun Aufgabe #23 „Schaue einen Film, der auf fremden Planeten oder im All spielt.“ beendet. Für weitere Informationen klickt bitte einfach auf das Banner.

Meine Meinung:
„Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“. Dass ich „Space Oddity“ gleich zu Anfang gehört habe, hätte auch etwas Gutes bedeuten können, aber es gibt, wie ich bereits beschrieben habe, zig Anspielungen und Dinge, die diesen Film einfach nur wie eine schlechte Kopie eines sehr guten Filmes aussehen lassen.

Und nicht nur das, dann kommt da auch noch die dünne Handlung, wenig Spannung und schlechte Schauspielerei dazu. Immerhin ist aber der Spezialeffekt (oder die Spezialeffekte) und das Tempo gut und auch angenehm.

Es stellt sich mir nicht die Frage ob, sondern wie viele, Punkte verloren gehen.

Meine Wertung:
Spannung: 4,0 von 10
Action: 9,0 von 10
Story: 3,0 von 10
Länge: 5,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 4,0 von 10
Authentizität: 1,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
GESAMT: 4,8

Der Dunkle Turm

Titel: Der Dunkle Turm (engl. „The Dark Tower“)
Genre: Action / Abenteuer / Fantasy / Romanverfilmung
Regie: Nikolaj Arcel
Musik: Tom „Junkie XL“ Holkenborg
Produzenten: Akiva Goldsman / Brian Grazer / Ron Howard / Stephen King
Dauer: ca. 91 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Altersfreigabe: FSK 12

„Der Film basiert auf dem Bestseller des erfolgreichen Autors Stephen King. Revolvermann Roland Deschain (Idris Elba) ist der letzte seiner Art und gefangen in einem ewigen Kampf mit Walter O´Dim, auch bekannt als der Mann in Schwarz (Matthew McConaughey). Roland ist fest entschlossen, ihn daran zu hindern, den Dunklen Turm zu Fall zu bringen, der das ganze Universum zusammenhält. Das Schicksal aller Welten steht auf dem Spiel, als das Gute und das Böse in einer ultimativen Schlacht aufeinanderprallen. Denn Roland ist der Einzige, der den Dunklen Turm vor dem Mann in Schwarz verteidigen kann.“
(Rückentext der DVD)

Das Jahr neigt sich dem Ende und ich konnte mir noch auf den letzten Tagen einen aktuellen Film anschauen. Dieses Mal war es „Der Dunkle Turm“.

Nun, ich bin jetzt nicht der Fachmann für Stephen King und ich habe auch noch keines seiner Bücher gelesen, aber ich interessiere mich für Filme. „Der Dunkle Turm“ ist einer dieser Streifen, die mich bereits mit dem ersten Trailer total angefixt haben. McConaughey und Elba versprechen für mich einen guten Film, da ich beide Darsteller wirklich sehr gerne mag. Wie ich nun diesen Film finde, könnt ihr hier lesen.

Im Vorfeld habe ich damals viele Kritiken gelesen. Ich hatte zunächst Interesse, diesen Streifen im Kino zu sehen, aber aufgrund der gemischten Bewertungen war ich mir letzten Endes nicht sicher, ob sich ein Besuch lohnt oder nicht.
Ich habe bereits damals vermehrt gelesen, dass „echte King-Fans“ eher enttäuscht sein werden und nur „Nicht-Kenner“ gute Unterhaltung erleben.

Damit ich mein Empfinden besser erklären kann, muss ich mein Urteil vorgreifen, denn für mich ist dieser Steifen von der ersten bis zur letzten Minute fragwürdig und eher ein Fehlkauf.
Das lässt sich wie folgt begründen:
Die Erzählweise ist von Anfang an unaufgeregt und stets bemüht, mit einigen Kniffen etwas Spannung zu erzeugen. Immerhin wird an dieser Stelle der Versuch unternommen, den Zuschauer an den Fernseher zu fesseln. Was ich allerdings noch viel schlimmer finde, ist die Handlung. Nur eine kurze und bruchstückhafte Einführung der unterschiedlichen Charaktere und Zusammenhänge ist nicht ausreichend. Viel mehr noch finde ich die Figuren zum Teil stark nichtssagend. Die Tiefe der Einzelnen lässt sich in der Regel nur dann gänzlich aufzeigen, wenn sie vernünftig eingeführt werden. In „Der Dunkle Turm“ war es nicht der Fall. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass die Handlung stringent ist.

Spannung kam, wie bereits beschrieben, nicht so recht auf. Es gibt allerdings einige Sequenzen, die durch ein abenteuerliches Actionfeeling ein wenig Interesse erzeugen, zumindest auf einer sehr flachen und nicht sonderlich anspruchsvollen Ebene. Unterm Strich ist es aber merklich zu wenig.

Auch die Laufzeit von ca. 91 Minuten ist nicht richtig ausreichend. Damit alles gut funktioniert und die Figuren ihre Wirkung entfalten können, müssen bei dieser Art der Erzählung locker weitere 20 Minuten Filmmaterial her. Aber unter diesen Umständen ist nicht nur die Handlung dünn, sondern sind es auch die Figuren.

Die emotionale Palette und die Glaubwürdigkeit sind unter den Umständen auch nicht gegeben. Bis auf Jake Chambers (gespielt von Tom Taylor) gibt es keine Figur, die hier besonders positiv auffällt. Ich hatte da wohl zu hohe Erwartungen und ließ mich durch die Strahlkraft der berühmten Darsteller blenden. Dass ich dann auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurde, wundert mich dann doch eher wenig.

Die Musik ist spannungsfördernd und punktuell gut eingesetzt. Sie trägt allerdings nicht die Szenen und ist auch kein Element, welches sich tiefer in den Kopf brennt.

Meine Meinung:
Wie ich es bereits sagte, hatte ich wohl zu viele Erwartungen an diesen Film. Mir fehlte es an allen Ecken und Enden. Vermutlich ist es genau so, wie die vorherigen Kritiken sagen: King-Kenner werden enttäuscht sein. Auch jemand, der King nicht kennt, wird enttäuscht sein, denn um alles gänzlich zu verstehen, muss man wohl die Bücher gelesen haben.

Auch wenn ich nicht verwirrt werde, erschließt sich mir die Handlung einfach nicht. Es sieht so aus, als ob mir fundamentales Vorwissen fehlt. Außerdem sieht man erstaunlich selten den titelgebenden dunklen Turm.

Was bleibt mir noch übrig: Ja, ich war schon ein wenig enttäuscht, dachte ich doch, dass „Der Dunkle Turm“ ein guter Film wird, weil er so hochkarätige Schauspieler wie Idris Elba und Matthew McConaughey unter sich vereint. Was ich aber zu sehen bekomme, ist Potential, das nicht ausgeschöpft wird und nicht nur dünne Figuren, sondern auch eine sehr flache und nichtssagende Handlung.
Da kann man nur hoffen, dass die anderen Bände der Romanvorlage noch verfilmt werden, wodurch alles mehr oder weniger aufgeklärt wird und auch mehr Einblicke geliefert werden. Bis hierhin gibt es aber Abzüge.

Meine Wertung:
Story: 4,0 von 10
Spannung: 5,5 von 10
Länge: 5,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,0 von 10
Authentizität: 4,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
GESAMT: 5,1

Lucifer (Staffel 1)

Titel: Lucifer (Season 1)
Idee Serie: Tom Kapinos
Genre: Fantasy / Krimi / Drama
Musik: Marco Beltrami / Dennis Smith
Dauer: 13 Folgen à ca. 42 Minuten
Erscheinungsjahr: USA: 2016 / Deutschland: 2016
Altersfreigabe: FSK 12

„Als Herrscher der Hölle langweilt sich der unglückliche Lucifer Morningstar – deshalb zieht er um in die Stadt der Engel, was ihm teuflisch Spaß bringt. Als ein schöner Popstar vor seinen Augen ermordet wird, kommt erstmals seit 10 Millionen Jahren ein Gefühl in Lucifer auf. Regt sich da sein natürlicher Trieb, die Bösen zu bestrafen? Oder etwas anderes – zum Beispiel Mitgefühl? Chloe Decker vom LAPD-Morddezernat übernimmt die Ermittlungen, und als Lucifer ihr beim Lösen des Falls hilft, schwankt ihre Reaktion zwischen Ekel und Faszination. Lucifer ist hingerissen von Chloes angeborener Güte und fragt sich, ob auch für ihn noch Hoffnung bestünde – vielleicht sogar eine Chance auf Erlösung? Jedenfalls werden die Bösen ständig auf Trab gehalten, während die Serie uns dazu verführt, per Binge Watching gleich alle 13 düster-sexy und respektlos-frechen Episoden dieser höllisch beschwingten, diabolischen Staffel hintereinander anzuschauen.“
(Rückentext der DVD)

Leider fiel mir das Bloggen in letzter Zeit schwer, dennoch möchte ich euch meine offenen Rezensionen nicht schuldig bleiben. Den Start macht „Lucifer“.

Wenn ich mir die Handlung anschaue, dann stelle ich zunächst fest, dass es eine sehr phantasievolle ist, denn der Teufel kommt auf die Erde, weil er in der Hölle einfach nur Langeweile verspürt. Auf der Erde triff Lucifer Morningstar (ein richtig cooler Name für den Teufel) auf die Polizistin Chloe und von nun an nimmt die Handlung ihren Lauf. Der Rückentext beschreibt das Geschehen schon sehr gut.
Um es aber für euch noch einmal einzuordnen: „Lucifer“ ist für mich eine Fantasy-Krimi-Serie mit einer Prise schwarzem Humor, die viele Genres bedient. Es gibt Episoden, die besonders dramatisch oder humorvoll sind. Was mir aber bei all den „Fällen“, die Lucifer mit Chloe zusammen bearbeitet, fehlt, ist der rote Faden oder das Ziel, wo uns die Serie hinbringen will.

Auch was die Spannung betrifft, gibt es mal bessere Folgen und mal schlechtere, da ist die Serie sehr wechselhaft, aber sie ist nie so richtig langweilig. Vom Gefühl her, würde ich sagen, dass da die letzten 15-20% fehlten, die „Lucifer“ von einer guten zu einer sehr guten Serie unterscheiden – zumindest auf der Handlungsebene.

Die großen Stärken dieser Serie sind ganz klar die Emotionen, die Authentizität und die Musik.
Im Handlungsverlauf erleben wir so ziemlich jede Emotion. Von Überheblichkeit und Übermut über Frohsinn und Angst bis hin zur Verzweiflung und auch ein Stück Hoffnungslosigkeit. Somit bekommen wir da schon ein breites Spektrum geboten. Ich mache diese Emotionen nicht nur, aber vor allem an der titelgebenden Figur Lucifer fest.
Auch was die Glaubwürdigkeit der Emotionen und grundsätzlich die Originalität der Figuren betrifft, haben wir mit „Lucifer“ eine der stärksten Serien, die ich je gesehen habe. Tom Ellis verkörpert den Teufel höchstpersönlich auf eine so unglaublich unterhaltsame Art und Weise, wie ich es wirklich nur sehr selten zu Gesicht bekommen habe. Vielleicht liegt es auch einfach am Format und an der sehr extrovertierten Figur, die sich ausgerechnet in Los Angeles niederlässt. Es spielt irgendwie alles eine Rolle und zeigt ein Stück weit auch die Absurdität der Serie auf, die den Zuschauer einfach nur zum Lachen bringt.
In diesem kleinen und durchaus überschaubaren Cast ist es natürlich ein Leichtes für Tom Ellis hervorzustechen, aber auch wenn man an ihm vorbeischaut und sich die anderen Darsteller genau anschaut, bekommt man ein durchweg stimmiges Bild. Lesley-Ann Brandt, Kevin Alejandro, Rachel Harris und D. B. Woodside machen ebenfalls alles richtig mit ihren Figuren. Die bereits erwähnte Chloe Decker vom LAPD (gespielt von Lauren German) passt ebenso sehr ins Bild. Hier gibt es wirklich nichts zu meckern. Selbst bei den Nebenrollen, die nur in einer Folge zu sehen sind, stimmt einfach alles. Insbesondere Episode 9 mit dem Titel „Lucifer und der Pater“ hat es mir angetan, wo ebenjener Umstand sehr gut deutlich gemacht wird.

Komme ich zur Musik. Sie ist durchweg passend und überzeugend arrangiert. Es gibt immer wieder Wechsel zwischen unterstützender Musik und welche, die sich in den Vordergrund drängt. Überwiegend sind die Songs Pop-Rock-Stücke bzw. Melodien, die das Geschehen unterstützen, aber dann kommen diese Momente, in denen der Druck steigt und ich als Zuschauer einfach nur gespannt auf den Fernseher gestarrt habe, wenn am Piano unterschiedlichste Songs vom Teufel selbst förmlich neu interpretiert werden. In 99% der Fälle hört es sich nicht nur gut an, sondern ist obendrein auch noch extrem unterhaltsam. Teilweise wird die Musik aktiv als dramatisches Element benutzt und sorgt somit noch für ein wenig Spannung.

Meine Meinung:
Ich mochte die Figuren sehr gerne und durch den passenden Einsatz der Musik hat „Lucifer“ sehr vieles richtig gemacht. Diese Serie wird mich also noch lange begleiten und sei es bloß dadurch, dass ich mir einige Szenen auf YouTube noch mal anschaue.

Besonders in der Handlung und auch in der Tiefe der Handlung hätte es für mein Gefühl gerne etwas mehr sein dürfen und so richtig nervenkitzelige Spannung hat die Serie eigentlich auch nicht zu bieten. Alles in allem ist „Lucifer“ auf jeden Fall eine Sichtung wert und die zweite Staffel wird sich definitiv auch besorgt.

Meine Wertung:
Story: 7,0 von 10
Spannung: 7,5 von 10
Länge: 6,5 von 10
Authentizität: 10 von 10
Emotionen: 10 von 10
Setting: 8,0 von 10
Musik: 10 von 10
GESAMT: 8,4

American Gods (Staffel 1)

Titel: American Gods (Season 1)
Idee Serie: Bryan Fuller / Michael Green
Idee Romanvorlage: Neil Gaiman
Genre: Fantasy / Mystery
Titellied: Brian Reitzell
Dauer: 8 Folgen à ca. 50-60 Minuten
Erscheinungsjahr: USA: 2017 / Deutschland: 2017
Altersfreigabe: FSK 16

„Als Shadow Moon nach dem tragischen Tod seiner Frau aus dem Gefängnis entlassen wird, trifft er auf den geheimnisvollen Mr. Wednesday und nimmt eine Stelle als sein Bodyguard an. Schnell findet er sich in einer verborgenen, magischen Welt wieder, in der die alten Götter an ihrer zunehmenden Bedeutungslosigkeit leiden, weil neue Götter immer mächtiger werden. Gemeinsam begeben sie sich auf einen Roadtrip quer durch Amerika, um die alten Gottheiten im Kampf zu vereinen und ihren Ruhm wiederherzustellen.“
(Rückentext der DVD)

Ach ja, ich hatte mich wirklich gefreut, mit „American Gods“ anzufangen und es hat auch kaum ein Wochenende gedauert, bis ich die komplette Staffel durch hatte. Wie ich nun letzten Endes die Staffel empfunden habe, erfahrt ihr in meiner Kritik.

An erster Stelle sei gesagt, dass diese Serie auf dem gleichnamigen Roman von Neil Gaiman basiert. Die erste Staffel erzählt aber, laut Aussagen der Produzenten und Schauspieler, nicht einmal ein Drittel des Romans. Es ist also nur eine Frage der Zeit, wann Staffel 2 realisiert wird.

Die Handlung lässt sich, meiner Meinung nach, gar nicht mal so leicht zusammenfassen, wie es der Rückentext versucht. Natürlich gibt es eine „Hauptstory“, die sich wie ein roter Faden durch die komplette Staffel zieht, aber die Erzählstruktur ist eine etwas andere.
Es geht also nicht nur um Shadow Moon und Mr. Wednesday, die zusammen einen Roadtrip machen, sondern auch um viele Dinge, die Abseits dessen passieren. Dennoch hat mir das Gebotene gut gefallen.

Spannend anzusehen war, dass jede Folge anders ist und auch von anderen Stilmitteln dominiert wird. Bereits in der ersten Folge wurde ich auf unterschiedliche Arten überrascht. Einerseits fixt die Charaktertiefe auf eine so überzeugende Art an, dass man unbedingt weiterschauen möchte, andererseits ist die Brutalität auf einem so hohen Level, dass mich die „FSK 16“-Einstufung schon sehr stark wundert.

Im Verlauf der Serie habe ich festgestellt, dass insbesondere am Anfang das Potential voll ausgeschöpft wurde und mit jeder Folge immer ein Stückchen mehr verloren geht. Heißt im Umkehrschluss, dass am Ende der letzten Folge nicht mehr ganz so viel Serienspaß übriggeblieben ist, wie am Anfang hineingegeben wurde. So verhält es sich zumindest mit der Spannung.

Die Handlung ist in ihrer Struktur der Erzählung mitunter auch sehr verwirrend. Ich erinnere mich, dass eine Episode an einem gewissen Punkt aufhört und die nächste Folge an einem ganz anderen Punkt startet und sich dann auch nicht auf die vorangegangene Episode und deren Geschehnisse bezieht. Wenn das Ganze ohne jegliche Erklärung passiert, dann fragt man sich als Zuschauer schon, was das nun soll.
Bis auf den ominösen, roten Faden gibt es fast keine tiefergreifende Struktur. Definitiv kann man aber sagen, dass jede Folge anders ist und es immer wieder Elemente gibt, die dem Zuschauer besser oder schlechter gefallen.

Mir haben auch die unterschiedlichen Charaktere sehr gut gefallen, denn die Unterschiede sind mitunter gravierend. Jede Figur hat irgendein charakterliches Merkmal, das sie besonders auszeichnet und da gibt es keinen Darsteller, der seine Figur nicht glaubwürdig verkörpert hat. Dabei war es vollkommen egal, ob die Figur mit spannenden, aber zugleich absurden Monologen hervorsticht oder ob die Figur aus Irland, der ehemaligen Sowjetunion oder aus dem Grab kommt.

Emotionstechnisch bewegen wir uns auf vielen Ebenen und bekommen auch dementsprechend vieles und Unterschiedliches zu sehen. Ich habe gerne beobachtet, wie sich eine Figur durch den Tod verändert hat.

Es gab insgesamt viele Szenen, die sich in mein Gehirn gebrannt haben und die sich noch lange in meinem Gedächtnis befinden werden. An erster Stelle sind es die, die dem Zuschauer zeigen, wie die Götter nach Amerika gekommen sind, weil sie eigentlich auch zeigen, wie die Götter insgesamt an einen Ort gekommen sind.

Das Setting ist besonders aufregend. Es gibt viele Szenenwechsel, unterschiedlichste Kulissen, Kameraeinstellungen, Perspektiven, Filter und Farben. Alles in allem eine sehr aufwendige und überzeugende Präsentation. In Verbindung mit dem Score bekommt man zeitweise sogar auf der Audioschiene eine tolle und hochwertige Arbeit geboten.

Meine Meinung:
Die erste Staffel von „American Gods“ hat mir trotz seiner unverkennbaren Schwächen gut gefallen. Aber von vorne: Setting, Charaktere und Authentizität/Emotionen fallen positiv auf. Nicht so gut kommen die Erzählweise, die abnehmende Spannung und die immer wiederkehrenden Längen an.

Grundsätzlich hat mir die Staffel schon gefallen, auch wenn ich mit dem Ende der 8. Folge und dem Verlauf der Handlung etwas hadere. Es gab allerdings immer wieder Elemente, sei es visueller oder anderer Natur, die mich für mein Dranbleiben belohnten.
Für die zweite Staffel ist auf jeden Fall noch viel Luft nach oben vorhanden und ich freue mich auch schon auf sie, alleine schon um zu sehen, wie diese dann umgesetzt wird.

Meine Wertung:
Story: 7,0 von 10
Spannung: 5,5 von 10
Länge: 5,5 von 10
Authentizität: 9,0 von 10
Emotionen: 8,0 von 10
Setting: 8,0 von 10
Musik: 8,0 von 10
GESAMT: 7,3

The Warriors Gate

©Universum Film

Titel: The Warriors Gate
Genre: Fantasy / Action
Regie: Matthias Hoene
Musik: Klaus Badelt
Produzenten: Mark Gao / Luc Besson
Dauer: ca. 108 Minuten
Erscheinungsjahr: 2016
Altersfreigabe: FSK 12

„Jack (Uriah Shelton) ist ein ganz normaler Teenager, der sich mehr für Videospiele als für die Realität interessiert, in der er von seinen fiesen Mitschülern gehänselt wird. Doch eines Tages wird das Spiel Wirklichkeit: Ohne Vorwarnung wird Jack durch ein magisches Portal ins alte China transportiert. Dort soll er die entführte Prinzessin aus den Fängen des Feindes (Dave Bautista) befreien. Das Problem: Er hat keinerlei Kampferfahrung. Daher bleibt ihm nur übrig, sich auf seine Videospielkenntnisse zu verlassen, die sich bei der Ausbildung zum Kung-Fu-Kämpfer als sehr hilfreich erweisen…“
(Kurzinhalt laut Pressematerial)

Heute kümmere ich mich um den Fantasy-Actionfilm „The Warriors Gate“, welchen ich als kostenloses Rezensionsexemplar erhalten habe.

©Universum Film

Ich schreie ja schon lange nach einem vernünftigen Fantasy-Film, der er schafft, mir kreative Charaktere, ein abgedrehtes und verrücktes Setting und jede Menge Spaß zu bieten. Natürlich dürfen auch eine logische Handlung und ein entsprechendes „Abenteuer“ nicht fehlen, um all das darzustellen.
Als ich den ersten Trailer zu „The Warriors Gate“ gesehen habe, war ich schon ein wenig angefixt, also freute ich mich.

Die Handlung ist nicht nur einfach vom Inhalt her, sondern auch unkreativ in der Erzählweise und damit fangen die Probleme an, die „The Warriors Gate“ bis zum Ende hat. Die Geschichte ist sehr dünn, aber das soll ja eigentlich nichts heißen. Den Figuren fehlt es allerdings an Facettenreichtum und Tiefe, sodass selbst die beste Story Schwierigkeiten hätte, gut rüberzukommen. Dazu kommt noch, dass die Performance eine Mischung aus klassischem Overacting und deutlicher Schwäche ist.
Aufgrund der Unglaubwürdigkeit der Darsteller geht vieles verloren. Und auch sonst waren mir die Figuren zum Teil egal.

©Universum Film

Spannungstechnisch sieht es leider auch nicht viel besser aus. Der Knackpunkt ist hier sowohl die dünne Story als auch die Vorhersehbarkeit. Diese Art von Geschichte, in der der Junge das Mädchen retten muss, auf das er von Anfang an ein Auge geworfen hat, ist weder neu, noch bietet es viele Überraschungen oder Wendnunge. Wo ich hingegen zumindest ein bisschen angesprochen wurde, waren die Actionsequenzen, aber dazu später mehr.

In den Emotionen ist „The Warriors Gate“ sehr limitiert aufgestellt und darunter leidet entsprechend auch die Authentizität. Im Prinzip wirkt alles sehr hölzern und unglaubwürdig. Ich habe es zum Teil nicht verstanden, weil das Overacting in vielen Szenen einfach reingrätscht und die Gefühle, die dargestellt werden sollten, einfach nicht wirken.

Zum Glück gibt es aber die Action. Hin und wieder merkt man schon den Einsatz von moderner Computertechnologie, aber die meiste Zeit erlebt man an diesen Stellen unterhaltsame Martial-Arts-Sequenzen. Die Fights sehen allesamt sehr wertig aus und bringen einfach Spaß.

©Universum Film

„The Warriors Gate“ hat zwei kleine Highlights. Zum einen die Musik und zum anderen das Setting. Die Filmmusik ist eine Mischung aus unterhaltsamen und gesungenen Songs und klassischen Stücken. Besonders zu Beginn überzeugt der Streifen mit einer hohen Vielfalt und macht auf jeden Fall Laune. Das Setting ist ebenso abwechslungsreich. Das alte China sieht genauso aus, wie man es sich vorstellt. Als Zuschauer bekommt man hier einen Wechsel aus prachtvollen Innenaufnahmen und stilechten Außenaufnahmen. Hier bringt „The Warriors Gate“ Spaß und macht seine Sache gut.

©Universum Film

Die Sprache ist noch so eine Sache, die mir negativ aufgefallen ist. Besonders schlecht wird es, wenn normale Sprache auf offensichtliche Slang- bzw. Umgangssprache trifft.
Auch ein Running-Gag wird eingebaut, der ist allerdings von Anfang an nicht witzig.

„The Warriors Gate“ ist seit dem 29.09.2017 im Handel erhältlich.

Meine Meinung:
„The Warriors Gate“ hat eigentlich keine schlechten Vorraussetzungen, um ein richtig guter Film zu sein, doch leider hat er über die komplette Zeit immer wieder sehr große Schwächen.
Erschwerend hinzu kommt, dass die Figuren nicht dazu einladen, mit ihnen mitzufühlen und irgendwie läuft am Ende auch noch alles viel zu glatt.

Ich stehe dem Film sehr zwiespältig gegenüber, vor allem weil die Action-Sequenzen Lust auf mehr machen. Es ist aber zu wenig, um langfristig unterhalten zu können und aus diesem Grund muss ich ihm Punkte abziehen.

Meine Wertung:
Spannung: 5,5 von 10
Action: 8,0 von 10
Story: 5,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 4,0 von 10
Authentizität: 4,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
Setting: 7,0 von 10
GESAMT: 5,9