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septembe*R*-Challenge 2.0: Rain Man

Titel: Rain Man
Genre: Drama
Regie: Barry Levinson
Musik: Hans Zimmer
Produzenten: Mark Johnson
Dauer: ca. 128 Minuten
Erscheinungsjahr: 1988
Altersfreigabe: FSK 12

„Der windige Autohändler Charlie Babbitt (Tom Cruise) erfährt erst nach dem Tod seines Vaters von der Existenz seines autistischen Bruders Raymond (Dustin Hoffman). Um an dessen Erbe heranzukommen, nimmt er ihn mit auf eine Reise, die sein Leben verändern soll. Aber dann kommt alles anders! Mit seinem Verhalten – von der Weigerung zu fliegen, bis hin zu seiner Sucht nach TV-Quizshows – bringt Raymond den hitzköpfigen Charlie zunächst an die Grenzen seiner Geduld, um ihn schließlich ganz aus seiner egoistischen Welt herauszureißen. Was als unsentimentale Reise der Babbitt-Brüder beginnt, endet als ergreifendes und tiefgründiges Abenteuer, über zwei völlig gegensätzliche Menschen, die plötzlich zueinander finden.“
(Rückentext der DVD)

Der letzte Film meiner S-E-P-T-E-M-B-E-R-Challenge ist „Rain Man“ aus dem Jahr 1988. Zum Schluss greife ich also noch einmal in die Nostalgiekiste.

Die Handlung wird ziemlich gut von dem Rückentext der DVD zusammengefasst. Was mir jedoch absolut missfällt, ist der Abschnitt, in dem dieser Film als „ergreifendes und tiefgründiges Abenteuer“ verklärt wird.
Die Geschichte fing gut an und nahm ihren unglaublich schlechten Lauf, als sich Charlie dazu entschied, seinen Bruder das Geld aus der Tasche zu ziehen. Von Anfang an verfolgte Charlie dabei ausschließlich egoistische Ziele. Die Vormundschaft für seinen autistischen Bruder war dabei nur der erste Schritt. Als er jedoch feststellt, dass Raymond besondere Fähigkeiten besitzt, will er sie gleich in Las Vegas nutzen um noch mehr Geld daraus zu machen. Auch die Umsetzung, dass die beiden Brüder „plötzlich zueinander finden“ wird mit einer lapidaren und halbgaren Szene aufgelöst. Das ist ein klassischer Fall von Potential verschwendet.

Spannungstechnisch und auch auf der emotionalen Ebene bekommt der Zuschauer recht wenig geboten. Das liegt vor allem an der Tatsache, dass die Handlung schwach inszeniert, das Schauspiel von Tom Cruise unglaubwürdig und das Erzähltempo viel zu behäbig ist. Die darstellerische Leistung von Dustin Hoffman hingegen ist auf einem hohem Niveau, für die er zu recht auch einen Oscar® bekommen hat.

Sonnendurchflutete Bilder dominieren die Kameraarbeit. Gleichzeitig schafft es Hans Zimmer, den Score so zu komponieren, dass man immer das Gefühl hat, ein Song von Toto oder einer anderen Band aus der Zeit würde gerade beginnen. Mir persönlich haben die Kulissen und auch der Score sehr gut gefallen, da sie wunderbar zueinander gepasst haben und dem Streifen eine besondere Atmosphäre verliehen haben.

Mit 128 Minuten ist der Film allerdings mehr als nur auserzählt. Dazu kommt, dass die sehr schwache deutsche Synchronisation das Sehvergnügen zusätzlich deutlich gemindert hat.

Meine Meinung:
Die diesjährige S-E-P-T-E-M-B-E-R-Challenge wurde mehr und mehr zu einer Challenge der Oscar®-prämierten Filme. Ich musste feststellen, dass die meisten Gewinnerfilme schlicht und ergreifend stark überbewertet sind.

Ich habe jetzt „Rain Man“ zum zweiten Mal gesehen. Beim ersten Schauen hatte ich noch ein Gefühl von: „Ok, der Film muss jetzt gemocht werden, weil es ein Klassiker ist.“ Heute sehe ich das komplett anders und muss auch zugeben, dass es durchaus bessere Filme gibt.

Aus vielen Gründen ziehe ich gerechtfertigt Punkte ab.

Meine Wertung:
Spannung: 4,5 von 10
Story: 7,5 von 10
Emotionen: 5,5 von 10
Länge: 4,0 von 10
Setting: 7,5 von 10
GESAMT: 5,8

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septem*B*er-Challenge 2.0: The Big Short

Titel: The Big Short
Genre: Drama / Finanzthriller / Romanverfilmung
Regie: Adam McKay
Musik: Nicholas Britell
Produzenten: Dede Gardner / Jeremy Kleiner / Arnon Milchan / Brad Pitt
Dauer: ca. 125 Minuten
Erscheinungsjahr: 2015
Altersfreigabe: FSK 6

„Vier Außenseiter riskieren alles, um den amerikanischen Banken, die für den größten Betrug der US-Finanzgeschichte verantwortlich sind, eins auszuwischen. Basierend auf dem gleichnamigen Bestseller von Michael Lewis, Autor der Kinoerfolge ‚The Blind Side’ und ‚Moneyball’, ist diese Geschichte so unglaublich wie wahr. Als brillant und explosiv von der Presse hochgelobt, überzeugt der packende Finanzthriller auch mit einem hochkarätigen Cast: Christian Bale, Steve Carell, Ryan Gosling und Brad Pitt in Bestform machen ‚The Big Short’ zu einem der eindrucksvollsten und unterhaltsamsten Film-Highlights des Jahres.“
(Rückentext der DVD)

Der September mit seiner Challenge 2.0 dreht endlich auf. Ich frage mich ja, warum ich solche Perlen bloß immer so spät aus meinem DVD-Regal ziehe?

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr eine Offenbarung erlebt habt? So etwas hatte ich bisher zwei- oder dreimal und auch dieses Mal war es wieder soweit. „The Big Short“ hat mich also aus den Socken gehauen.

Die Handlung dreht sich um die Finanzkrise 2007/2008, die darin endete, dass unter anderem die Immobilienblase in den USA geplatzt ist und die Investment Bank Lehman Brothers insolvent ging. Die ganze Geschichte fing aber schon ca. 3 Jahre vorher an. Nämlich dann, als jemand die Hypotheken genauer unter die Lupe genommen hat und aufgrund der Zusammenstellung der Fonds festgestellt hat, dass das ganze System auf Mist aufgebaut ist.

Bevor ich zu sehr spoilere, muss ich an dieser Stelle den Streifen empfehlen, denn er zeigt auf eine erschreckende Art und Weise, wie viel vor rund 10 Jahren falschgelaufen ist. Thematisch scheint „The Big Short“ recht trocken zu sein, allerdings hilft der Film auch dabei, Zusammenhänge zu erklären und zu verdeutlichen. Die Handlung ist aber auch ausschlaggebend dafür, dass dieser Film eine Offenbarung ist. Ich habe inhaltlich und an der Darstellung der Figuren nichts auszusetzen, denn all das, wie es gezeigt wird, ist für mich von vorne bis hinten authentisch. Dabei war es mir vollkommen egal, wie verschroben die Charaktere auch sein mögen, denn genau so etwas kann es im echten Leben geben. Die einen sind cholerisch und die anderen paranoid.

Die Spannung ergab sich für mich aus der Handlung. Anfangs wurde ich noch nicht ganz abgeholt, aber nach ca. 10 bis 15 Minuten war ich in der Thematik drin. Es bedarf auch keinerlei ausufernder Gefühle oder Zuschaustellung von Schicksalen, denn das Ende ist allen bewusst: acht Millionen US-Bürger verloren ihren Job, sechs Millionen ihr Haus.

Es muss gesagt werden, dass „The Big Short“ mit einem erstaunlich guten Cast daherkommt und damit auch vollkommen richtig liegt. Brad Pitt, Ryan Gosling, Christian Bale und Steve Carell überzeugen mit all ihren Stärken und gleichzeitig sieht man sie nicht in für sie typischen Rollen.

Im Unterton ist „The Big Short“ ein extrem sarkastischer Film, der immer wieder mit dem Zeigefinger auf alle Verfehlungen deutet, die da damals passiert sind. Der Streifen ist bei dem Sarkasmus aber nicht so richtig zum Lachen, er will ja auch bei weitem keine Komödie sein. Viel mehr resigniert er von Beginn an und lässt dem Unheil seinen Lauf. Bei einer wahren Begebenheit fällt es allerdings auch schwer, etwas an der Handlung zu ändern.

Das Setting bietet zur Handlung ein richtiges Kontrastprogramm, denn man bekommt zumeist helle Bilder, eine angenehme musikalische Untermalung und Kostüme bzw. Outfits, die auch in den Finanzsektor passen. Die Kulissen wirken stilecht und ich kann mir gut vorstellen, dass in Gebäuden gedreht wurde, welche tatsächlich Schauplatz der „Katastrophe“ gewesen sind.

Meine Meinung:
Was lässt sich also letzten Endes zu „The Big Short“ sagen?
Dieser Film ist ein durchaus trockener, aber auf seine Weise sarkastischer Film. Das Publikum sollte schon Interesse am Finanzsektor und an Politik haben, ansonsten kann es auch zu einer zähen Nummer werden. Für mich war dieser Film allerdings eine Offenbarung und das aus mehreren Gründen: Der Cast ist einfach gut, die Thematik stimmte für mich und die Form der Erzählung hat mich zwar erst nach einer viertel Stunde abgeholt, aber dann richtig.

Aus meiner subjektiven Sicht bekommt der Film daher auch eine entsprechende Punktzahl. Da der Streifen aber überwiegend emotionslos bleibt und eher Verfehlungen aufzeigt, als darauf ausgelegt ist, Gefühle zu zeigen, muss ich ihn an entsprechender Stelle deutlich abstrafen.

Meine Wertung:
Story: 10 von 10
Spannung: 9,0 von 10
Länge: 8,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 3,0 von 10
Authentizität: 9,0 von 10
Setting: 9,0 von 10
GESAMT: 8,1

septe*M*ber-Challenge 2.0: Manchester by the Sea

Titel: Manchester by the Sea
Genre: Drama
Regie: Kenneth Lonergan
Musik: Lesley Barber
Produzenten: Matt Damon / Chris Moore / Lauren Beck / Kimberly Steward / Kevin J. Walsh
Dauer: ca. 132 Minuten
Erscheinungsjahr: 2016
Altersfreigabe: FSK 12

„Der schweigsame Einzelgänger Lee Chandler (Casey Affleck) ist schockiert, als er vom plötzlichen Tod seines Bruders erfährt. Äußerst widerwillig verlässt er Boston und kehrt in seine alte Heimat Manchester-by-the-Sea zurück. Dort wird er mit der unerwarteten Vormundschaft über seinen 16-jährigen Neffen Patrick konfrontiert. Die Begegnungen mit seiner Ex-Frau Randi (Michelle Williams) wirft Lee vollends aus der Bahn und zwingt ihn, sich mit seiner tragischen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Einen unerträglichen Schmerz, den er hinter sich gelassen zu haben glaubte…“
(Rückentext der DVD)

Kurz vor knapp gibt es heute die Kritik für M und dabei dreht es sich um nichts Geringeres als „Manchester by the Sea“.

Ich frage mich allen Ernstes, ob man Oscar-Preisträger mögen muss? Ich habe so viel Positives über diesen Film gelesen und dachte mir dabei, dass das ein Streifen ist, der mir mit Sicherheit gefallen wird. So langsam aber sicher glaube ich aber, dass er nur so viele gute Kritiken bekommen hat, weil Gott und die Welt glaubt, diesen Film mögen zu müssen, weil er einen Oscar bekommen hat und nicht umgekehrt.

Wer hier weiter liest, wird vermutlich schon ahnen, wie ich diesen Streifen nun empfunden habe. Ich attestiere „Manchester by the Sea“ aber auch ein paar gute Umsetzungen und eine durchaus passable Handlung.
In meiner Wahrnehmung haben sich aber auch einige Mängel aufgetan, die mir nicht gefallen haben.

Die Handlung dreht sich um Lee Chandler, der so einiges in seinem Leben durchgemacht hat. Doch der Tod seines Bruders und die übertragene Vormundschaft für seinen Neffen überraschen und belasten ihn so, dass er sich nun auch mit den Dämonen seiner Vergangenheit auseinandersetzt.
Die Erzählweise ist nicht stringent aufgebaut und die stetigen Wechsel zwischen Vergangenheit und heute passieren oft abrupt und ohne Änderung der Kameraperspektiven oder Filter. Von der einen Szene in die andere ist der Zuschauer erst noch in der Gegenwart und dann auf einmal ein paar Jahre in der Vergangenheit, ohne, dass er es kommen gesehen hat. Das macht es schwierig, die Szene, die Zeit und den Handlungsstrang zu erkennen.
Ein weiterer Punkt ist die Erzählgeschwindigkeit. Ja, schier behäbig kommt „Manchester by the Sea“ daher und ist dabei ein ums andere Mal an der Grenze des Zumutbaren.

Genau dieses Bild spiegelt sich auch wider, wenn man sich die Spannung anschaut. Genau genommen schafft es der Streifen nicht, mehr als Interesse an den Figuren auszulösen, denn die Handlung ist in sich nicht spannend.

Die Figuren sind allesamt schön gezeichnet und bringen ihre eigene Geschichte mit. Das ist insofern gut, als dass sich die Charaktere nicht ähneln. An vorderster Front ist da natürlich die Hauptfigur Lee Chandler (gespielt von Casey Affleck).
Die Narration begünstigt den Vergleich der Figuren von der Vergangenheit zur Gegenwart und dadurch zeigt sich einmal mehr, wie sich die Charaktere entwickelt haben. Man erkennt dadurch die Veränderung von Lee, der sich im Laufe der Zeit von einem Familienmenschen mit einer glücklichen Grundeinstellung zu einem Einzelgänger mit zynischem Einschlag entwickelt hat. Auch die übrigen Protagonisten erleben in irgendeiner Form eine vergleichbare Entwicklung.
Was mich jedoch an Lee stets aufgeregt hat, war seine Distanziertheit. Schier teilnahmslos erträgt er die Veränderungen in seinem Leben.
Während sich alle anderen Figuren irgendwie natürlich und authentisch verhalten, ist es Lee, der sich mit seinem zynischen Auftreten unter großen Widrigkeiten einer neuen Lebenssituation stellen muss. Aus diesem Grund wirken manche Entscheidungen stur und eben nicht authentisch. Erst wenn man die Vergangenheit kennt, kann man erahnen, warum Lee ist, wie er ist. Dass sich rückblickend alles irgendwie auflöst bzw. erklärt, macht die Verfehlungen nicht wett.

Durch die sehr behäbige Narration ergibt sich eine Laufzeit, die meines Erachtens viel zu lang ist. Mit mehr als 2 Stunden Laufzeit verlangt der Film viel vom Publikum ab. Wenn das Tempo stimmen würde, die Geschichte packend und die Figuren stärker wären, also wenn das Paket runder wäre, dann wären 132 Minuten absolut okay. In diesem Fall sind sie aber deutlich zu lang.

Das Setting ist vielfältig. Die Kulissen spiegeln ein kleinstädtisches Feeling wider. „Manchester by the Sea“ stahlt dabei immer etwas Fragiles und Bewahrenswertes aus. Die Kameraarbeit ist solide und zeigt jede Reaktion, oder Nicht-Reaktion, in den Gesichtern der Charaktere. Mit einigen starken und beeindruckenden, klassisch komponierten Stücken wird die Geschichte perfekt untermalt. Immer wieder hatte ich das Gefühl, nur durch die Musik ergriffen zu sein und das obwohl das Dargestellte es eben nicht gewesen ist. Es war nicht ergreifend.

Meine Meinung:
Muss man jetzt jeden Oscar®-Gewinner mögen? Ich denke nicht. Wie so oft wurde ich von einem Preisträger nicht unbedingt enttäuscht, aber ich sah auch bei „Manchester by the Sea“ deutliche Schwächen. Zweifellos ist er ein solider Film mit einer guten Charakterentwicklung, aber er macht nichts besser als andere Filme.

Das einzig Besondere an dem Film ist die Erzählweise, die aber mehr verwirrt und doch eher ein Nachteil ist. Die Story ist an und für sich stark und Casey Affleck macht wahrscheinlich genau das, was der Regisseur von ihm wollte, aber mich hat es eher aufgeregt. Erst nach ca. der Hälfte versteht man, was passiert ist und warum er so ist, wie er ist. Meiner Meinung nach ist das zu spät, um den ersten Eindruck zu verändern.

Schlussendlich ist „Manchester by the Sea“ einer der Filme, bei denen es mir reicht, sie einmal gesehen zu haben, denn nachhaltig wird mich der Streifen nicht verändern. Und spätestens in einem halben Jahr werde ich sogar schon vergessen haben, dass ich ihn gesehen habe.

Meine Wertung:
Spannung: 4,0 von 10
Story: 8,5 von 10
Länge: 4,0 von 10
Setting: 8,0 von 10
GESAMT: 6,1

sept*E*mber-Challenge 2.0: Ein Hologramm für den König

Titel: Ein Hologramm für den König (engl.: „A hologram for the King“)
Genre: Romanverfilmung / Drama / Romantik
Regie: Tom Tykwer
Musik: Johnny Klimek / Tom Tykwer
Produzenten: Stefan Arndt / Gary Goetzman / Arcadiy Golubovich / Tim O´Hair / Uwe Schott
Dauer: ca. 95 Minuten
Erscheinungsjahr: 2016
Altersfreigabe: FSK 6

„Alan Clay (Tom Hanks), Alter 54, Opfer der Bankenkrise, hat eine letzte Chance. Er soll innovative Hologramm-Kommunikationstechnologie an den Mann, besser gesagt den König bringen: König Abdullah von Saudi-Arabien lässt mitten in der arabischen Wüste eine strahlende Wirtschaftsmetropole errichten. Doch der König kommt nicht. Nicht am ersten Tag, nicht am zweiten – und auch nicht in den Tagen danach. In diesen Tagen der Unverbindlichkeit und des Wartens wird der junge Fahrer Yousef (Alexander Black) Alans Gefährte. Durch ihn erlebt er die Widersprüchlichkeiten eines Landes zwischen Aufbruch und Stillstand, zwischen Tradition und Moderne. Und er lernt die schöne Ärztin Zahra (Sarita Choudhury) kennen. Anhand dieser Begegnungen und der neuen kulturellen Eindrücke entwickelt sich Alan Clay vom zielstrebigen und erfolgsgetriebenen Salesman zu einer Person, die sich selbst Perspektiven sucht und für sich einen neuen Platz im Leben findet. So gerät für Alan immer mehr zur Nebensache, ob der König nun kommt oder nicht.“
(Rückentext der DVD)

Erfahrungsgemäß und durch Berichte von anderen Bloggern ist mir bewusst, dass der Buchstabe E besonders schwierig ist. Mein zweites E ist daher „Ein Hologramm für den König“. Dabei handelt es sich um eine Adaption des gleichnamigen Romans von Dave Eggers.

Long story short: Der König kommt nicht und Alan findet mehr und mehr zu sich. Dabei durchlebt er mehrere Phasen, aus denen er unterschiedlichste Erkenntnisse zieht.

Die Erzählweise ist unaufgeregt und fokussiert sich einzig und allein auf das Schicksal von Alan. Der Zuschauer bleibt die ganze Zeit bei ihm und bekommt seine innere Haltung eins zu eins mit. Anfangs schien er noch zielstrebig zu sein und Ambitionen zu besitzen, dabei verliert er sich selbst aber aus den Augen und mit zunehmender Dauer wandelt sich das Bild. Am Ende des Streifens wird Alan ganz bei sich sein und das Leben nicht mehr ganz so eng sehen. Die Narration war nie auf das berufliche Leben Alans ausgelegt. Vielmehr wurde über den Beruf der Einstieg in die Materie gewährt, damit sich das Publikum mit Alan identifizieren kann, was schlussendlich bei mir auch funktioniert hat.

Mit der arabischen Ärztin Zahra wird ein Gegenpool integriert. Eine Frau in einer patriarchalischen Gesellschaft, die Ärztin ist, aber zugleich auch unter den Zwängen und Gepflogenheiten dieser besonderen Gesellschafts- und Kulturstruktur zu leiden scheint. In Gesprächen, Schriftverkehr und Blicken erkennt man ganz deutlich, wie sich Alan und Zahra nicht nur körperlich, sondern auch geistig näherkommen. Sie überschreiten damit zweifellos gesellschaftliche Grenzen, allerdings tun sie sich gegenseitig gut und das spiegelt sich auch zunehmend an den Figuren wider.

Ich würde „Ein Hologramm für den König“ durchaus als emotionalen und authentischen Film bezeichnen. Ich muss aber auch sagen, dass mich die Thematik interessiert hat und mich die Figur Alan Clay auch wunderbar abholen konnte. Auch die Figur Yousef half mir, mich mit dem Film auseinanderzusetzen, denn er bringt immer wieder etwas Humor in die Geschichte und zeigt damit, dass es in den arabischen Ländern, oder hier in Saudi-Arabien, starre Strukturen gibt, sie aber an der einen oder andere Stelle aufzuweichen scheinen.
Ich habe dennoch etwas zu kritisieren: Die Figuren wirken des Öfteren sehr distanziert zueinander. Das störte mich insofern, als dass ich gerne am Glück der Protagonisten teilhaben wollte, es aber nicht konnte, weil der Funke zu mir nicht übergesprungen ist.

Eben dieser Funke sprang auch nicht über, wenn wir uns zum Thema Spannung unterhalten wollen. Denn spannend ist dieser Film nicht, er ist sogar sehr weit davon entfernt. „Ein Hologramm für den König“ punktet hingegen mit seiner schönen Charakterzeichnung.

Das Setting ist absolut aufeinander abgestimmt. Die Auswahl der Kulissen wirkt hochwertig und war obendrein auch variabel. Moderne Hotelzimmer, Nomadenzelte und Baustellen gibt es zu sehen. Auch bekommt der Zuschauer ein Gefühl für Infrastruktur durch teils sehr staubige und beschädigte Straßen, aber auch durch teils hochmoderne Verkehrswegen.
Die Kostüme sind stilecht und passen in das Bild, das wir vom arabischen Raum haben. Die Musik hat das Geschehen wunderbar untermalt und verhalf dem kompletten Streifen, eine besondere Atmosphäre aufzubauen. Auch dort spiegelte sich der Konflikt zwischen Alt und Neu oder Tradition und Moderne wider.

Meine Meinung:
„Ein Hologramm für den König“ ist ein guter, für den einen oder anderen auch sehenswerter, Film, aber wirklich kein überragender. Mich konnte er jedoch gut abholen, auch wenn es an manchen Stellen im Storytelling sehr dünn zuging und man sich mit schöner Musik und einigen Kamerafahrten zufriedengeben musste.

Wenn man mich nun fragt, ob dieser Film empfehlenswert ist, dann müsste ich aus meiner Sicht diese Frage mit ja beantworten, weil er im Gesamtkonzept sehr rund und unterm Strich auch unterhaltsam ist.
Was mich aber die ganze Zeit störte, war die deutsche Vertonung. Die deutsche Audiospur klang stets so, als ob man in eine Blechdose gesprochen hätte.

Meine Wertung:
Story: 6,0 von 10
Spannung: 4,0 von 10
Länge: 8,0 von 10
Authentizität: 8,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 7,5 von 10
Setting: 8,5 von 10
GESAMT: 7,1 von 10

Poldark (Staffel 3)

©Edel:Motion

Titel: Poldark (Season 3)
Idee: Winston Graham
Genre: Historienserie / Drama
Titellied: Anne Dudley
Dauer: 9 Folgen à ca. 56 Minuten
Erscheinungsjahr: Großbritannien: 2017 / Deutschland: 2018
Altersfreigabe: FSK 12

„Im Jahr 1794 wird Großbritannien von den Auswirkungen des Krieges und der Revolution in Frankreich überschattet. Während George Warleggan sein Imperium in Cornwall weiter ausbaut, um die Poldarks zu vernichten, ist Elizabeth entschlossen, sich in ihr neues Leben als seine Frau und als eine Warleggan zu fügen und mit ihrer Vergangenheit und mit Ross abzuschließen. Doch das komfortable Leben, das sie sich selbst und ihrem Sohn endlich gesichert hat, ist in Gefahr, sollte ihr wohlgehütetes Geheimnis ans Licht kommen.

Ross und Demelza setzen derweil alles daran, ihre Beziehung zu retten und George aus dem Weg zu gehen. Doch die Ankunft von Demelzas Brüdern stört den fragilen Frieden und Ross muss sich fragen, wie lange man George noch ungehindert weiter aufsteigen lassen sollte. Währenddessen gerät Dwight im Krieg mit Frankreich in Gefangenschaft, und es ist an Ross, seinen Freund zu befreien.

Doch ist Ross wirklich bereit, alles zu riskieren, was ihm lieb und teuer ist, um seine persönlichen Schlachten zu schlagen?“
(Rückentext der DVD)

Leider viel zu spät kam ich dazu, mir die neueste Staffel von Poldark anzuschauen. Auch dieses Mal habe ich ein Presseexemplar kostenfrei erhalten.

Wie man in den beiden Kritiken zu den Vorgängerstaffeln erahnen kann, hatte ich bereits riesigen Spaß mit dieser Serie und nichts weniger als ein ähnliches Sehvergnügen erwarte ich auch von Staffel 3.

Wieder dreht sich alles um Ross Poldark (Aidan Turner), seine Frau Demelza und seinen Widersacher George Warleggan. Denn die Fehde zwischen Ross und George spitzt sich zu. Zeitgleich ist Dwight in Frankreich stationiert und bangt um sein Leben, denn er ist in Gefangenschaft und sieht seine Kameraden einen nach dem anderen sterben. Es liegt nun also an Ross, seinen Freund zu befreien, während George ungehindert aufsteigen kann. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich George und Ross wieder über den Weg laufen und es zu einem Eklat kommt.

©Edel:Motion

Die Erzählweise von Staffel drei unterscheidet sich nicht von ihren Vorgängern, jedoch liegt der Fokus der Narration weniger auf den wirtschaftlichen Aspekten, als viel mehr auf den sozialen. Natürlich spielen auch Minen und Produktionen eine Rolle, jedoch scheint es noch viel größere Baustellen zu geben, die der Handlung ihren Schliff geben, womit sich die dritte Staffel von den anderen abzuheben weiß.

Spannungstechnisch bewegt sich die komplette Staffel auf einem sehr hohen Niveau. Soziale Quälereien sind da ganz klar ausschlaggebend und manchmal noch viel interessanter als beispielsweise die zur Schaustellung von Gewalt. Der Weg, den „Poldark“ hier geht, mit seinem historischen Touch, seinen aufklärerischen Gedanken und den Handlungsweisen der einzelnen Figuren, ist im größten Maße anregend. Der Zuschauer wird quasi dazu animiert, die Serie so schnell es geht anzuschauen.

Und damit wären wir schon bei der Laufzeit. Staffel 3 von „Poldark“ enthält neun spannende Episoden à ca. 54 Minuten. Die Laufzeit hat sich damit etwas verschlechtert und das obwohl auch hier wieder das Potential vorhanden ist, mehr als bloß neun Folgen zu drehen.

©Edel:Motion

Die typischen Charaktermerkmale und ebenfalls darstellerischen Leistungen haben sich nicht geändert. Aidan Turner spielt nach wie vor Ross Poldark und ist dabei in jeder Szene sehr authentisch und einnehmend. Wie so oft spielt der Antagonist eine wichtige Rolle: Jack Farthing mimt George Warleggan in herausragender Weise. Seinen unnachgiebigen, eigensinnigen und stoischen Charakter vermittelt er bereits mit minimalen Einsatz seiner Mimik und Gestik. Er bringt den großen Widersacher dieser Staffel darstellerisch extrem überzeugend auf den Punkt. Es bedarf schon sehr viel Schauspielkunst, den Charakter so darzustellen, dass man ihm mit jeder

©Edel:Motion

Pore nur das Schlechteste wünscht. Respekt.
Abseits dessen ist mir aber die Entwicklung von Elizabeth Warleggan, ehemals Poldark, aufgefallen. Sie hat seit Staffel 1 wohl die größte Veränderung durchgemacht und scheint noch nicht am Ende zu sein. Auch wenn sie keine Sympathien dazugewonnen hat, hat sie ihre Sache im Kern mehr als gut gemacht.

An dem Setting, der Musik und den Kostümen hat sich fast nichts geändert. Die einladenden Totalen mit den dazugehörigen Aufnahmen von den Klippen Cornwalls sind absolut atemberaubend. Es bringt Spaß, sich so etwas anzuschauen, weil der Zuschauer das Gefühl bekommt, allein nur durch das Gucken, einen erheblichen Mehrwert erhalten zu haben.
In Kombination mit der verwendeten Musik bekommt man von vorne bis hinten eine abgerundete und wirklich sehenswerte Staffel von „Poldark“.

„Poldark“ ist seit dem 06.04.2018 in Deutschland im Handel.

Meine Meinung:
Auch dieses Mal hatte ich riesigen Spaß mit der Serie. Angefangen als kleiner Geheimtipp, hat sich „Poldark“ zu einer meiner liebsten Serien entwickelt. Für mich bietet sie den perfekten Mix aus sozialen Konflikten, wirtschaftlichen Interessen und familiären Fehden.

Deshalb und weil ich, wenn ich bloß an die Serie denke, einen Ohrwurm von der Titelmelodie bekomme, freue ich mich bereits jetzt auf die vierte Staffel, wenn sie endlich in Deutschland veröffentlich wird.

Meine Wertung:
Story: 8,0 von 10
Spannung: 8,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Authentizität: 9,0 von 10
Emotionen: 9,0 von 10
Setting: 10 von 10
Musik: 8,0 von 10
GESAMT: 8,4

Reihenfolge:
1. „Poldark“ (Staffel 1)
2. „Poldark“ (Staffel 2)
3. „Poldark“ (Staffel 3)

8 Sekunden – Ein Augenblick Unendlichkeit

Titel: 8 Sekunden – Augenblick Unendlichkeit (türk.: „8 Saniye“)
Genre: Drama / Fantasy
Regie: Ömer Faruk Sorak
Musik: Gustavo Farias
Produzenten: Ipek Sorak / Necati Akpinar / Taha Altayli
Dauer: ca. 116 Minuten
Erscheinungsjahr: 2015
Altersfreigabe: FSK 12

„ESRA lebt in zwei Welten. In der wirklichen Welt lebt sie mit ihrer außergewöhnlichen türkischen Familie in Berlin. Trotz aller Liebe für ihre Familie fühlt sie sich durch die streng eingehaltene Tradition eingeengt. Sie bricht mit Regeln und fühlt beständig, dass ihrem Herz Entscheidendes fehlt, sie will mehr als das. Sie sucht die Bedingungslose Liebe. In ihrer zweiten, geträumten Welt versucht sie die geheime Identität eines rätselhaften Mannes zu entschlüsseln, der sie wiederkehrend in ihren Träumen besucht. Ist er bei ihr, fühlt sie sich geborgen und vollständig. Je mehr sie versucht, ihre Träume zu verstehen, umso mehr beeinflussen sie ihr ganzes Leben. Während sie im wirklichen Leben immer mehr Widerständen begegnet, kommt sie im Traum immer näher hinter ihr Geheimnis. Aber was wäre, wenn ihre Träume und die Wirklichkeit nie voneinander getrennt waren?“
(Rückentext der DVD)

Als ich mir „8 Sekunden – Ein Augenblick Unendlichkeit“ gekauft habe, war ich von dem Titel fasziniert, denn er regt bei mir die Fantasie an. Wie kann so etwas wie ein Augenblick auch gleichzeitig unendlich sein? Und 8 Sekunden sind sogar fast zu wenig, um als ein Augenblick durchzugehen, oder? Wie ich den Streifen empfunden habe, erfahrt ihr nun in meiner Kritik.

Die Handlung dreht sich um Esra, die eine ganz besondere Persönlichkeit ist. Bereits im frühen Kindesalter hat sie sehr lebhaft geträumt. Nicht immer waren die Leute von den Erzählungen über ihre Träume begeistert. Bis irgendwann ihre Träume nicht nur ihren Schlaf, sondern auch ihr Leben nachhaltig beeinflussen.

„8 Sekunden – Ein Augenblick Unendlichkeit“ lässt mich manchmal sehr zwiegespalten zurück.
Das lässt sich ziemlich einfach erklären: Wenn man sich die Story anschaut, bekommt man vordergründig ein deutsch-türkisches Drama zu sehen, das die Irrungen und Wirrungen des Lebens detailliert und in seiner ganzen Breite aufzeigt, das es aber währenddessen vermissen lässt, eine für alle Seiten glückliche Lösung zu suchen, geschweige denn zu finden.
Wenn man allerdings sehr genau hinschaut, dann sieht man einen Film, der sich mit dem Thema Träume befasst und wie weit sie sich in einem Leben und in einem Alltag manifestieren können. Es geht also um mehr, als nur um das Leben. Es geht um verschiedene Realitäten und wie sie sich ausdrücken können. In gewisser Weise ist „8 Sekunden – Ein Augenblick Unendlichkeit“ ein biografisches Werk, in dem Esra Inal sich selbst spielt und Teile ihrer Geschichte mit dem Publikum teilt.
Insofern erlebt der Zuschauer mit diesem Streifen keinen einfachen Spielfilm, sondern ein Stückchen intime Persönlichkeit.

Was die Spannung betrifft, schafft dieser Streifen es leider nur bedingt, mitzureißen. Die meiste Zeit funktioniert dieser Film allerdings aufgrund der Handlung, ohne dabei übermäßig spannend zu sein. Es entsteht vielmehr ein gesteigertes Interesse, das den Zuschauer am TV-Gerät lässt.

Der Cast ist vielfältig und beherbergt neben einigen bekannten Darstellern auch eine Reihe unbekannter Schauspieler. Dabei kann man keinen Qualitätsunterschied feststellen. Das liegt aber nicht daran, dass Fahri Yardim, Axel Stein oder Mehmet Kurtulus schlecht waren, sondern dass der gesamte Cast perfekt harmoniert hat. Esra Inal spielt in ihrer ersten Rolle sich selbst und gibt die ganze Zeit alles und das weiß durchaus zu imponieren, während ihre Kollegen ihr den Raum geben und sich einzubringen wissen.

Ein besonders wichtiger Punkt sind die Emotionen. Bei Esra Inal scheinen sie überzulaufen, weil sie es am besten weiß, wie es ist, ihr Leben zu leben. Beim Rest sind sie in einem sehr guten Maße und wissen dadurch zu überzeugen. Auch in den aufgeladenen Momenten, in denen es gefühlstechnisch besonders zur Sache geht, ist Esra Inal immer etwas drüber und der Partner in einem richtigen Maße unterstützend.
Auch was die Originalität betrifft, bekommt das Publikum einen überzeugenden Streifen zu sehen. Umsetzung, Idee und Darsteller funktionieren auf ihre eigene Weise besonders gut und ziehen das Publikum gleichermaßen in ihren Bann.

Mit knapp 116 Minuten ist dieser Film nicht besonders lang, allerdings fühlt er sich länger an. Es gibt Szenen, die besonders schwerfällig und behäbig sind, in denen die Handlung zu stagnieren scheint. Auch, dass in einigen Szenen Dinge passieren, auf die sich später nicht mehr bezogen wird, hinterlässt einen faden Beigeschmack. Schlussendlich hätte „8 Sekunden – Ein Augenblick Unendlichkeit“ eine kürzere Laufzeit besser zu Gesicht gestanden.

Die musikalische Untermalung war vielseitig und gefiel mir persönlich gut. Der Score überzeugt durch eine Mischung aus traditionell-orientalischen und internationalen, populären Stücken, die dem Streifen in seiner Gänze eine eigene Dynamik verleihen.

Mir liegt aber ein ganz anderer Punkt am Herzen, den ich auch statt des Settings bewerten möchte:
die Effekte. Im Handlungsverlauf stellt man sich als Zuschauer auch immer wieder die Frage, ob es sich jetzt um einen Traum oder um die Realität handelt, was natürlich noch einmal die schwammigen Grenzen Esras aufzeigt, da selbst sie diese nicht immer voneinander zu unterscheiden weiß. Es gibt aber auch immer wieder Szenen, in denen man weiß, dass es sich um einen Traum handelt und da schlagen die Effekte zu. Sie sind überzeugend und lassen einen vergessen, dass wir hier eine türkisch-deutsche Produktion haben, denn sie spielt zweifelsohne auf internationalem Niveau. „8 Sekunden – Ein Augenblick Unendlichkeit“ kann man also ein grundsätzlich positives Zeugnis ausstellen.


Im Rahmen der Filmreise-Challenge habe ich nun Aufgabe #25 „Schaue einen Film, in dem Träume ein zentrales Thema sind“ beendet. Für weitere Informationen klickt bitte einfach auf das Banner.

Meine Meinung:
„8 Sekunden – Ein Augenblick Unendlichkeit“ hat mich grundsätzlich überzeugt. Auch wenn ich kein hundertprozentiges Loblied auf diesen Film singen möchte und er auch nicht mein absolut liebster Lieblingsfilm wird, schaffte er es, mich zu überraschen und zu unterhalten.

Dieser für mich überraschende Film erhält folgende Bewertung:

Meine Wertung:
Spannung: 7,0 von 10
Story: 8,0 von 10
Länge: 6,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,5 von 10
Authentizität: 8,5 von 10
Musik: 8,0 von 10
Effekte: 10 von 10
GESAMT: 8,0

Arrow (Staffel 1)

Titel: Arrow (Season 1)
Idee: Marc Guggenheim / Greg Berlanti / Andrew Kreisberg
Genre: Krimi / Mystery / Science-Fiction / Action / Drama
Titellied: Blake Neely
Dauer: 23 Folgen à ca. 41 Minuten
Erscheinungsjahr: USA: 2012-2013 / Deutschland: 2013-2014
Altersfreigabe: FSK 16

„ ‚Arrow’ beruft sich auf die DC-Comic-Reihe und präsentiert den ungewöhnlichen Helden für das heutige Publikum in einem neuen Licht: Die spannendste und optisch überwältigendste Serie des Jahres zeigt den Milliardär Oliver Queen, der fünf Jahre lang auf einer entlegenen Insel gestrandet war – jetzt kehrt er mit einem geheimnisvollen Plan ins heimatliche Starling City zurück, um mit neuartigen, tödlichen Kampftechniken den Krieg gegen das Verbrechen aufzunehmen. Wenn der Bogenschütze Oliver das Gesetzt in die eigene Hand nimmt, maskiert er sich mit einer dunklen Kapuze und geht unerbittlich gegen die korrupten Elemente der Stadt vor, die einst seinem Vater Unrecht getan haben. Kompliziert wird sein Feldzug durch die dunklen Geheimnisse seiner eigenen Familie, durch Freunde, die selbst Beziehungen zur Unterwelt haben, und durch die Frau, die er liebt, obwohl er ihr einst großes Unrecht getan hat. Von Olivers qualvollen Erfahrungen auf der Insel bis zu Arrows atemberaubenden und listenreichen Großstadteinsätzen bieten die 23 Episoden der ersten Staffel zielgenau alles, was wir von einem Heldenabenteuer erwarten dürfen.“
(Rückentext der DVD)

Nachdem ich die erste Staffel von „The Flash“ gesehen habe, musste ich einfach mit der ersten Staffel von „Arrow“ anfangen. Vor allem, weil die Serien an einigen Punkten miteinander verbunden sind. Nachfolgend erfahrt ihr, wie ich diese erste Season von „Arrow“ bewerte.

Oliver Queen kommt wie aus dem Nichts wieder zurück in seine Heimatstadt Starling City. Nachdem er auf einer verschollenen Insel gestrandet ist und dort fünf Jahre unfreiwillig überleben musste, bekämpft er nun das Böse in seiner Stadt. Nicht als Oliver Queen, sondern als Kapuze tragender Rächer mit Pfeil und Bogen.

Die Handlung ist zweigeteilt. Ein Teil der gesamten Story spielt in der Gegenwart und behandelt die Fälle, in denen Arrow in Starling City das Verbrechen bekämpft. Der andere Teil spielt in der Vergangenheit und thematisiert immer wieder die Erlebnisse von Oliver auf der Insel. Durch die gesamte Staffel zieht sich ein klar erkennbarer roter Faden, aber dennoch sind die Folgen in sich abgeschlossen. Von Folge zu Folge steigt dabei das Interesse des Zuschauers, nicht nur, weil der Cliffhanger am Ende einer Episode den Spannungsbogen wieder nach oben reißt.

Bis auf wenige Ausnahmen sind die einzelnen Folgen allesamt gleich aufgebaut. Die Erzählweise ist dabei von den Motiven merklich vorhersehbar, allerdings unterscheiden sich die einzelnen Handlungsinhalte voneinander. Der Episodenaufbau ist im Prinzip identisch zu vielen anderen Serien. Einführung, Spannungsaufbau und Problemlösung, Widerstand, Spannung steigt, zweiter Versuch und Erfolg, Abflachen der Spannung und Cliffhanger. Dieses Schema kann man in fast allen 23 Episoden beobachten.

Die Emotionen sind ebenso wie die Handlung zweigeteilt. Stephen Amell versucht bei den Gefühlen als Oliver einen verständnisvollen, distanzierten, verletzten aber auch emphatischen Charakter zu mimen, wohingegen sein Alter-Ego Arrow ein gefährlicher und berechenbarer Zeitgenosse ist. Mein ganz persönliches Problem dabei ist, dass ich entweder Oliver oder Arrow nicht glaubwürdig genug empfinde. Zwar sehen wir von Stephen Amell gleich mehrere Facetten, allerdings bekommt der Zuschauer selten das Gefühl, dass die eine Seite (Arrow) die andere Seite (Oliver) beeinflusst und umgekehrt.
Das beeinflusst auch die Originalität und Glaubwürdigkeit insgesamt.

Aber diese Art der Darstellung und diese Kritik kann ich nicht einzig an Stephen Amell richten, sondern auch an andere Teile des Casts. Man kann den Nebenfiguren sogar unlogisches Handeln bescheinigen, was wirklich schade ist, denn „Arrow“ hat prinzipiell das Zeug dazu, stringente Handlungsverläufe darzustellen. Problematisch ist außerdem, dass die meisten Figuren einfach nur unsympathisch sind und man sich als Zuschauer mit den wenigsten identifizieren kann.

Positiv hervorheben muss ich das Setting. Es sind meistens Innenaufnahmen, aber dennoch hat der Zuschauer eine vage Vorstellung von der Struktur in der Stadt. Die Vergangenheitsszenen sind meistens Außenaufnahmen mit einem direkten Bezug zur Natur. Das ergibt einen sehr schönen Kontrast. Auch die Kameraführung ist dementsprechend angepasst. Vergangenheitsaufnahmen sind außerdem mit einem Grau-Filter aufgenommen, wohingegen die Szenen, in denen Arrow agiert, überwiegend düster gehalten sind. Sie tragen maßgeblich zum Spannungsbild bei. Die Mischung ist in diesem Fall stimmig und weiß zu überzeugen.

Die Serienatmosphäre wird nicht signifikant durch die musikalische Unterstützung beeinflusst. Das liegt vor allem daran, dass die Melodien sich zum größten Teil im Hintergrund befinden und nie wirklich den Weg in den Vordergrund schaffen. Selbst in besonders aufregenden Momenten bleibt die Musik bloß Beiwerk und uninteressant.

Grundsätzlich empfinde ich die Serie dennoch als sehr spannend, da die Handlung immer wieder mit Überraschungen glänzt und die Actionsequenzen nicht nur sehr schön aussehen, sondern auch auf einem sehr hohen Niveau durchchoreographiert sind.

Meine Meinung:
Staffel eins von „Arrow“ macht bei weitem nicht genau die gleichen Dinge richtig, wie es in der ersten Staffel von „The Flash“ der Fall gewesen ist. Nun ist es aber auch so, dass „Arrow“ vor „The Flash“ produziert wurde und die Macher aus den Fehlern gelernt und gleich bei der zweiten Serie die Fehler ausgemerzt haben. Wenn dem so ist, dann haben sie wenigstens etwas gelernt.

Ich habe mich aber dennoch gefreut, diese Serie angefangen zu haben, denn ich glaube, dass es besser wird. Außerdem sind 23 Episode à ca. 41 Minuten auch wieder eine sehr gute Länge, in der man eine Geschichte vernünftig auserzählen kann.

Für „Arrow“ gibt es allerdings deutliche Punktabzüge.

Meine Wertung:
Story: 7,5 von 10
Spannung: 8,0 von 10
Länge: 9,0 von 10
Authentizität: 5,0 von 10
Emotionen: 5,0 von 10
Setting: 7,5 von 10
Musik: 5,0 von 10
GESAMT: 6,7

Gauguin

©STUDIOCANAL

Titel: Gauguin (franz.: „Gauguin – Voyage de Tahiti”)
Genre: Biografie / Drama / Romanverfilmung
Regie: Édouard Deluc
Musik: Warren Ellis
Produzenten: Bruno Levy
Dauer: ca. 102 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Altersfreigabe: FSK 6

„Tahiti, 1891. Der französische Künstler Paul Gauguin hat sich in sein selbsterwähltes Exil nach Französisch-Polynesien zurückgezogen. Er lässt sich vom Dschungel verschlucken, trotzt Einsamkeit, Hunger und Krankheit. Während seinen Erkundungstouren über die Insel trifft er auf die junge Eingeborene Tehura, die seine Muse und auch Modell seiner bekanntesten Gemälde werden wird. Als freier Mann in der Wildnis, fernab der Politik und Regeln eines zivilisierten Europas, entwickelt er einen neuen Stil des Malens.“
(Kurzinhalt laut Pressheft)

Zum Heimkinostart von „Gauguin“ am 08.03.2018 habe ich die Möglichkeit bekommen, den Film vorab einer Sichtung zu unterziehen. „Gauguin“ basiert auf der teilfiktionalen Autobiografie „Noa Noa“ und ihr erfahrt nun an dieser Stelle, wie ich diesen Film empfunden habe.

In 102 Minuten zeigt „Gauguin“ den langen und qualvollen Leidensweg des Paul Gauguin, der sich in der angepassten Welt des späten 19. Jahrhunderts nicht mehr zurecht finden will oder kann und stattdessen die Flucht nach vorne antritt. In einer anderen Welt versucht Gauguin von nun an, sein Glück zu finden und hofft auf Inspiration.

Beginnend muss ich sagen, dass sich die 102 Minuten sehr oft sehr viel länger anfühlten. Das liegt vor allem an der sehr einfachen Inszenierung der Handlung. Man merkt schnell, dass der Film nicht so viel auf Dialoge setzt, sondern viel mehr das Bild und sprechen lässt.
Die Erzählweise ist die komplette Zeit über sehr chronologisch. Von seinem Start in Paris, über die Anfangsschwierigkeiten auf Tahiti bis hin zum Treffen mit seiner Frau, seinem Schaffen und den Widrigkeiten vor Ort. Alles verläuft in sehr geordneten Bahnen. Einzige Abwechslung sind die Zeitsprünge nach vorne, die offensichtlich unwichtige Teile der Geschichte Gauguins außen vor lassen.

Bei Verfilmungen teilfiktionaler Autobiografien ist es immer so eine Sache mit der Spannung. Der Zuschauer muss sich schon sehr für das Leben und Schaffen von Paul Gauguin interessieren, um letzten Endes auf seine Kosten zu kommen. „Gauguin“ ist aber zweifellos ein Streifen, der seine Berechtigung hat. Dabei brilliert er nicht durch aufwendige Effekte, sondern durch emotionale Tiefe.
Entscheidender Faktor ist der Hauptdarsteller Vincent Cassel, der die gesamte Geschichte auf seinen Schultern trägt.

Authentizität und Emotionen beeinflussen sich direkt. Besonders zu Anfang, wo sich die Geschichte noch in Paris abspielt, wirkt alles sehr steif und festgefahren. Erst mit der Abreise und der Ankunft in der Südsee ändert es sich gewaltig. Gauguin ist allerdings im ganzen Film der einzige Charakter, der sichtbare qualitative Steigerungen erfährt. Die übrigen Figuren, besonders die aus der Südsee bzw. sich dort befindlichen, sind allesamt auf einem normalen Level.

Die Gefühle und die emotionale Tiefe lassen sich, wie bereits beschrieben, an der titelgebenden Figur dingfest machen. Cassel verleiht seiner Figur neben dem nötigen Ausdruck auch eine unbeschreibliche Tiefe. Anhand seines Blickes vermag der Zuschauer weitaus mehr zu erkennen, als beispielsweise Enttäuschung, Obsession, Wut, Liebe oder Hass. Der Regisseur verzichtet weitestgehend auf bedeutungsschwere Momente, in denen man zu sehr auf die Symbolik der Dinge achten muss, um zu verstehen, was die Quintessenz ist.

Das Setting und die Musik passen auch sehr gut. Polynesische Strände, Regenwälder, provisorische Behausungen und dazu natürliche Geräuschquellen. Klassische Melodien gibt es eigentlich kaum.
Paul Gauguin ist ja auch nicht dafür bekannt, ein außergewöhnlicher Musiker gewesen zu sein, sondern ein Maler. Daher vermute ich, dass man nicht allzu viel auf die Bedeutung der Musik, als viel mehr die Bedeutung des Bildes setzt. Es soll das Bild und nicht die Musik hervorgehoben werden, denn bildende Kunst funktioniert nun einmal ohne Ton.

Im Rahmen der Filmreise-Challenge habe ich nun Aufgabe #69 „Schaue einen Film, in dem es um die bildende Kunst oder einen Künstler geht“ beendet. Für weitere Informationen klickt bitte einfach auf das Banner.

„Gauguin“ erscheint am 08.03.2018 im deutschen Handel auf DVD und BluRay.

Meine Meinung:
Ich bin wirklich froh darüber, dass ich diesen Film gesehen habe. Vor „Gauguin“ habe ich mich nicht mit dem Künstler Paul Gauguin befasst und nun weiß ich sogar, dass er aus Frankreich abgehauen ist und eine seiner größten Schaffensperioden auf Tahiti stattgefunden hat.

Der Streifen hat allerdings seine merklichen Schwierigkeiten und auch ich hatte meine Probleme, mich in den Film hineinzufinden. Das liegt aber wohl eher daran, dass ich nicht so viel mit bildender Kunst zu tun habe und sich mein persönliches Interessensgebiet eher auf die Musik verlagert.

Dennoch ist es eine gelungene Verfilmung, die Einblick in den Künstler Gauguin und seine Tahiti-Reise verschafft.

Meine Wertung:
Spannung: 3,0 von 10
Story: 7,0 von 10
Länge: 4,0 von 10
Authentizität: 7,5 von 10
Musik: 6,0 von 10
Gefühle/Emotionen: 7,5 von 10
GESAMT: 5,8

[Gastrezension] Pretty Little Liars (Staffel 4)

Titel: Pretty Little Liars (Staffel 4) (engl.: „Pretty Little Liars (Season 4)“)
Idee: Marlene King (Serie) / Sara Shepard (Bücher)
Genre: Mystery / Drama / Romanverfilmung
Musik: Michael Suby
Dauer: 24 Folgen à ca. 42 Minuten
Erscheinungsjahr: USA: 2013/2014 / Deutschland: 2013/2014
Altersfreigabe: FSK 12

„Als Reaktion auf das geheimnisvolle Hüttenfeuer in der dritten Staffel finden Aria, Emily, Hanna und Spencer einen überraschenden neuen Verbündeten, der ihnen hilft, die Ereignisse jener Nacht aufzuklären und Red Coat zu demaskieren. Doch als in Rosewood eine weitere Leiche auftaucht, werden die Girls in neue Mordfallermittlungen gezogen, in deren Verlauf nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Freunde und Familien in Verdacht geraten. ‚A‘ lauert weiterhin im Hintergrund, und weil Alison spürt, dass sie näher dran ist als je zuvor, werden die Lügnerinnen bei ihrer Detektivarbeit immer dreister – aber auch die Geschichten, die sie erzählen, um ihre Geheimnisse zu verbergen! Erleben wir also mit ihnen zusammen die schockierenden neuen Wendungen und verheerenden Lügen in allen 24 schrecklich spannenden Episoden der vierten Staffel von Pretty Little Liars nach der Bestseller-Buchreihe von Sara Shepard.“ (Rückentext der DVD)

Ich konnte ja nicht abwarten. Direkt nachdem ich das finale der dritten Staffel gesehen hatte, legte ich die erste DVD der vierten Staffel in den Player. Wozu soll ich Cliffhanger aussitzen, wenn ich sie direkt auflösen kann?
Um es vorwegzunehmen: Staffel 4 ist für mich bisher deutlich die schwächste. Ich habe dieses Mal sogar an manchen Tagen nur eine Folge geguckt oder auch mal keine. Das war bei den letzten drei Staffeln undenkbar.

Detective Wilden wird ermordet aufgefunden und die Polizei in Rosewood versucht nun, den Mörder ausfindig zu machen. Dabei scheuen sie wieder nicht, unkonventionelle Ermittlungstaktiken anzuwenden. Natürlich geraten schnell die vier Mädchen in Verdacht, denn so oft, wie sie in den letzten Jahren mit Wilden aneinandergeraten sind, müssen sie doch mehr als ein Motiv haben.
Zusätzlich ziehen sich die Kreise um Roter Mantel immer näher. Der Verdacht, wer sich dahinter verbergen könnte, wird immer konkreter.

Ernsthafterweise hat mich der ganze Wilden-Mordfall wahnsinnig kalt gelassen. Er war eine schreckliche, nervige Figur und ich war froh, als er tot war. Dass sich vor allem die erste Hälfte dieser Staffel nun so sehr darum dreht, machte es sehr zäh. Da wurde plötzlich eine Person zum Mittelpunkt der Serie gemacht, die besser einfach in der Versenkung verschwunden wäre.
Durch mein fehlendes Interesse, sank auch meine Spannung fast in den Keller.
Doch wie schon in Staffel 3 gab es mit der Halloween-Folge einen Bruch. Hatte mir die aus der vorherigen Season schon gut gefallen, setzt diese noch einen drauf. Ich war wahnsinnig begeistert von ihr. So sehr, dass ich unbedingt das Serien-Spin-Off „Ravenswood“ sehen würde, das direkt an diese Folge anschließt. Doch noch habe ich nicht gefunden, wo ich das auf legalem Wege tun könnte.
Anschließend wandelte sich die ganze Staffel. Es wurde wieder deutlich spannender und drehte sich auch wieder um bedeutendere Fragen.
Für manches bekam man Antworten, doch die eröffneten nicht selten neue Fragen.

Dieses Mal gab es ein paar mehr Motto-Folgen, was nicht nur sehr gut passte, sondern auch Spaß machte. Die Erzählweise mit den Rückblenden gefiel mir schon immer gut, nun kam aber mehr Abwechslung hinein.

In jeder Staffel entwickelten sich die Figuren weiter und auch dieses Mal war das so.
Nicht jede Entwicklung gefiel mir – klar. Manche enttäuschten mich sogar sehr. Das lag aber nicht am schlechten Schauspiel oder unlogischen Änderungen. Ich war schlicht und ergreifend von den Figuren an sich enttäuscht. Und das ist doch wirklich gut, wenn man so mitfühlt.
Das konnte ich dieses Mal tatsächlich wieder mehr – vorrangig natürlich in der zweiten Staffelhälfte. Einige Male war ich bewegt oder bekam Gänsehaut. Leider nicht mehr so sehr, wie in der ersten Staffel.

Die Authentizität ist gleichbleibend zur dritten Staffel. Die Figuren leiden zum Glück immer noch deutlich länger als in der ersten oder zweiten Staffel, was ein Pluspunkt für mich ist.

Musikalisch blieb man erst einmal auf der Entwicklung der vorherigen Staffel, was gut und passend war. Es muss sich ja nicht in jeder Staffel etwas in diesem Bereich tun.

Wieder ist man mit 24 Episoden und damit 1012 Minuten dabei. Grundsätzlich finde ich das immer noch toll. Für die Geschichte von Staffel 4 war es aber doch zu lang.

Meine Meinung:
Ich hatte in Staffel 3 schon ein kleines Problem mit der ersten Staffelhälfte, hier war es noch extremer. Eine Freundin von mir hängt seit Monaten genau an dieser Stelle fest und ist gedanklich schon ausgestiegen. Ich kann sie ein wenig verstehen.
Auch wenn die zweite Hälfte von der Spannung und Geschichte her deutlich anzieht, gibt es nur wenig neue Erkenntnisse. Vor allem eine große Überraschung dieser Staffel scheint in den Rätseln zu sehr aufgebauscht, wenn man sich das Ergebnis ansieht.
Insgesamt scheint die ganze vierte Staffel ein wenig auf der Stelle zu treten. Sie brachte zwar logische Entwicklungen, scheint aber eher nur die Grundlage für Staffel 5 geschaffen zu haben. Zum Glück liegt diese schon wieder neben dem Player. Auf die bin ich nun nämlich wirklich gespannt.

Meine Wertung:
Story 4,5 von 10
Spannung: 5,0 von 10
Länge: 6,0 von 10
Authentizität: 8,5 von 10
Emotionen: 8,0 von 10
Schnitt: 9,0 von 10
Musik: 8,5 von 10
GESAMT: 7,1

Reihenfolge:
1. Pretty Little Liars (Staffel 1)
2. Pretty Little Liars (Staffel 2)
3. Pretty Little Liars (Staffel 3)
4. Pretty Little Liars (Staffel 4)
5. Pretty Little Liars (Staffel 5)
6. Pretty Little Liars (Staffel 6)
7. Pretty Little Liars (Staffel 7)

Autor: buecherherz

Die Grundschullehrerin

©Alamode

Titel: Die Grundschullehrerin (franz.: „Primaire“)
Genre: Drama
Regie: Hélène Angel
Musik: Philippe Miller
Produzenten: Helene Cases
Dauer: ca. 105 Minuten
Erscheinungsjahr: 2018
Altersfreigabe: FSK 0

„Florence ist Grundschullehrerin aus Leidenschaft. Während sie alles gibt, um ihren Schülern den Weg in eine glückliche und erfolgreiche Zukunft zu ebnen, sieht es privat chaotisch aus: Alleinerziehend, fehlt ihr häufig die Zeit für ihren Sohn, der daher zu seinem Vater ziehen will. Als zudem der kleine Sacha, ein Kind aus schwierigen Verhältnissen, neu in ihre Klasse kommt und ihre volle Aufmerksamkeit fordert, muss Florence einen Weg finden, endlich Ordnung in ihr Leben zu bringen.“
(Kurzinhalt laut Pressheft)

Der Film „Die Grundschullehrerin“ startet am 15.02.2018 in den deutschen Kinos und ich hatte die Möglichkeit, den Streifen vorab in einem Stream zu sehen.

Die Handlung wird sehr treffend im Presseheft beschrieben. Die Erzählweise ist dabei nicht nur immer auf dem Punkt, sondern auch stets chronologisch. Der Fokus wird immer wieder im Wechsel auf unterschiedliche Dinge gelegt, die dann auch sehr gut zur Geltung kommen. Grundsätzlich werden die Sonnen- als auch die Schattenseiten mit den witzigen und lebensbejahenden, aber auch mit den tiefgreifenden und verletzlichen Momenten gezeigt. Die alleinerziehende Mutter und Grundschullehrerin sieht sich immer wieder dem Konflikt gegenüber gestellt, sich entweder mehr um ihren Job, ihre Berufung, und damit um ihre Klasse zu kümmern oder sich mehr mit ihrem Sohn zu beschäftigen, der sie auch immer wieder fordert.

©Alamode

Es gibt einige Dinge, die definitiv für diesen Film sprechen. Er schafft es beispielsweise durch einen stringenten Handlungsverlauf, das Interesse des Zuschauers hochzuhalten. Dabei kommt zwar keine Spannung im klassischen Sinne auf, aber das hat dieser Streifen auch nicht nötig. Außerdem vermittelt „Die Grundschullehrerin“ ein besonderes Lebensgefühl. Anhand der Protagonisten Florence (gespielt von Sara Forestier) sieht der Zuschauer beispielhaft, wenn jemand nicht nur seinen Beruf nachgeht, sondern seiner Berufung folgt und entsprechend für eine Sache, einen Gedanken oder eben einen Stoff brennt.
Zwar gibt es auch Offensichtliches, was in diesem Streifen thematisiert wird, aber seine Quintessenz oder Moral ist eigentlich nur zwischen den Zeilen des Gesagten und Gespielten zu entdecken.

Eine große Rolle spielen die Emotionen und die Authentizität, denn beide Elemente bewegen sich nicht nur auf einem glaubwürdigen, sondern auch gleichzeitig einem hohen Niveau. Ausnahmen bestätigen die Regel, so ist ein aus heiterem Himmel entstehendes Küssen, das verwundert und zugleich den Zuschauer mit fragenden Blicken dreinschauen lässt. Ein ehrliches Engagement oder die Zuneigung zum eigenen Sohn, aber auch zu den anderen Kindern in der Grundschulklasse, sind hingegen glaubhaft dargestellt.

©Alamode

Mit ca. 105 Minuten hat „Die Grundschullehrerin“ eine angenehme Laufzeit. Zwar werden wichtige Nebenfiguren teilweise nicht vernünftig eingeführt, allerdings ist das Erzähltempo flott und die Kameraführung auf den Punkt, sodass der Streifen kurzweilig und unterhaltsam wirkt.

Musikalisch gesehen bekommt der Zuschauer abwechslungsreiche Klänge geboten. Zwischen klassischen Tönen wird auch immer wieder Kindergesang unterstützend eingeschoben, sodass ein realistisches Bild eines normalen, aber stressigen Tagesablaufs einer Lehrerin abgebildet werden kann.

Die Grundschullehrerin läuft ab Donnerstag, den 15.02.2018 im Kino.

Meine Meinung:
Ein französisches Drama mit ernsten, aber auch weichen Momenten, das das Leben einer Lehrerin zeigt, die zwischen Unterricht, Verpflichtung und Glück auch ein bisschen Selbsterfüllung und Liebe sucht. Aber schlussendlich ist der Ansatz, etwas darzustellen, wofür man brennt, ein überaus wichtiges und überzeugendes Argument für die Sichtung dieses Streifens.

Bis vor kurzem habe ich noch nichts von „Die Grundschullehrerin“ gehört. Offensichtlich agiert die Produktionsfirma des Films nicht mit einer großen Marketing-Strategie, daher an dieser Stelle meine klare Empfehlung für einen wirklich guten und schönen Film, der es auf jeden Fall verdient hat, unterstützt zu werden.

Meine Wertung:
Spannung: 7,5 von 10
Story: 7,5 von 10
Länge: 8,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 7,5 von 10
Gefühle/Emotionen: 8,5 von 10
GESAMT: 7,8