The Shannara Chronicles (Staffel 1)

IMG_4866Titel: The Shannara Chronicles (Season 1)
Idee: Al Gough / Miles Millar
Genre: Fantasy / Endzeit
Titellied: Ruelle – Until We Go Down
Dauer: 10 Folgen à ca. 42 Minuten
Erscheinungsjahr: 2016
Altersfreigabe: FSK 12

„Tausende von Jahren nach der Zerstörung unserer Zivilisation ist die Erde aufgeteilt in die sogenannten Vier Lande. Die Bewohner sind eine Mischung verschiedener Rassen, darunter Elfen, Zwerge, Trolle, Gnome und Menschen. Als dunkle Mächte, die auf Jahre verbannt galten, aus ihrem Gefängnis entkommen, liegt es an einem ungleichen Trio das Böse aufzuhalten: Wil, der letzte Nachfahre der sagenumwobenen Shannara-Familie, die junge Elfen-Prinzessin Amberle und Eretria , eine menschliche Diebin, müssen eine ungewöhnliche Allianz schließen und begeben sich auf eine abenteuerliche Reise voller Gefahren…“
(Rückentext der BluRay)

In Deutschland wurde „The Shannara Chronicles“ von einem Streaming-Anbieter veröffentlicht. Neben ein paar anderen Serien gab es dazu im Fernsehen und im öffentlichen Raum eine großangelegte Marketing-Kampagne, an der auch ich nicht spurlos vorbeigekommen bin. Außer dem ersten Trailer und ein paar Plakaten kannte ich nichts von der Serie und auf den ersten Blick wirkte es für mich ein wenig wie Endzeit gemischt mit Fantasy. Reichen diese beiden Komponenten aus, um eine gute Serie zu machen? Zumal die erste Staffel nur 10 Episoden beinhaltet, sieht alles nach einer „Testphase“ aus. Getreu dem Motto: „Erstmal schauen, wie es läuft und dann entscheiden, ob es weitergeht.“. Meine Herzdame wusste, dass ich ein Auge auf diese Serie geworfen habe und so überraschte sie mich mit der BluRay, die wir auch innerhalb weniger Tage komplett gesehen haben.

Die Geschichte dreht sich um Wil, den letzten Nachfahren der Shannara-Familie, Amberle, die Elfen-Prinzessin und Eretria, eine menschliche Diebin. An diesen Dreien liegt es, ob der Dagda Mor, eine mächtige Kreatur, die optisch eine Mischung aus Ork und Dämon ist, die Welt unterjochen wird.
Mithilfe des letzten Druiden Allanon bereiten sich die jungen Helden auf ihr Abenteuer vor. Immer wieder sehen sie sich Widrigkeiten und Problemen gegenüber gestellt, aus denen sie sich irgendwie befreien müssen, um den einen Baum zu retten, der dafür sorgt, dass die Dämonen in ihrem magischen Gefängnis bleiben.

Schon ab der ersten Folge werden dem Zuschauer eine sehr fantasievolle Kulisse und der Eindruck vermittelt, dass alles in einer sehr alten und eher mystischen Welt spielt. Es leben Elfen, Trolle, Gnome, Zwerge und Menschen mehr oder weniger nebeneinander. Wenn der Dagda Mor auf die Welt zurück kommt, will er alles und jeden töten.

In nahezu jeder Folge sieht man, wie der sagenumwobene Baum namens Ellcrys weniger Blätter trägt. Wenn das letzte Blatt gefallen ist, sind alle Dämonen wieder befreit. Die Handlung ist dabei immer sehr chronologisch, unterbrochen wird sie vereinzelt durch Rückblenden und Visionen. Die Erzählweise war grundsätzlich unaufgeregt, allerdings werden einzelne aufregende Elemente geschickt eingesetzt. Ab Mitte der Staffel stellt sich eine Art Cliffhanger zum Ende einer jeden Folge ein, der das Interesse des Zuschauers hochtreibt.

Die Fantasyelemente sind überall. Angefangen bei den Figuren und der Tatsache, dass die Menschheit weitestgehend von der Bildfläche verschwunden ist und dass ein Samen des Ellcrys durch das Blutfeuer an einen Ort namens Sichermal getragen werden muss. Es geht immer weiter, die Namen, die Requisiten, die Details. Gedankenlesen, magische Elfensteine, die Klinge eines Schwertes, die sich erst materialisieren muss und, und, und.

Ein weiterer Punkt sind die cineastischen Aufnahmen, die wie von einem anderen Planeten scheinen, der unserer Welt aber total ähnlich ist. Durch weitläufige Bilder und Totalen wird eine sehr offene Welt dargestellt. Gleichzeitig wird durch eine enge und verwinkelte Kulisse eine bedrückende Atmosphäre erzeugt. Insgesamt hat „The Shannara Chronicles“ weit mehr Großaufnahmen zu bieten als andere Serien. Unglaublich schöne Bilder sind also vorprogrammiert.

Die Kostüme sind allesamt originell. Das Aussehen der Dämonen wirkt aber sehr künstlich und stark nachgemacht. Zwerge und Elfen sind auf ihre eigene Weise eindrucksvoll und ideenreich dargestellt. Neben der Kleidung wurde auch auf eine unterschiedliche Gestaltung der Rassen Wert gelegt. Hier hatte auch die Maske einen hohen Anteil: Spitze Ohren und entstellte und verfremdete Gesichter ließen den Zuschauer sofort erkennen, um welches Volk es sich handelt.
Kleidung, Verhalten und Gesellschaftsstruktur der Menschen ist stark rückständig. Besonders die technischen Errungenschaften der Menschen sind erschreckender Weise nicht mehr vorhanden und die anderen Zivilisationen stehen den Menschen in fast nichts nach.

IMG_4869Mit einer Länge von 42 Minuten pro Folge bekommt der Zuschauer zwar für eine angemessene Zeit Unterhaltung, die Episoden wirken aber besonders zu Anfang etwas zäh. Dieses Gefühl verschwindet im Laufe der Staffel ganz bzw. dreht sich komplett.

Besonders in Sitcoms ist es wichtig, dass der Schnitt passt, um die Pointen hervorzuheben. In einer Fantasy- / Endzeit-Serie ist der Schnitt nicht minder wichtig. Gut getimed lässt er einzelne Szenen so wirken, als gehörten sie wahrhaftig zusammen. Leider ist das die größte Schwäche der Serie. Ein mangelhafter Schnitt zieht sich durch die komplette Staffel und baut so diverse logische Fehler ein. Ein Wechsel zwischen zwei Kostümen ist innerhalb eines Cuts in der laufenden Szene erledigt. Man hat sich nicht mal Mühe gegeben, um diese Fehler zu vertuschen. Nicht selten sitzt man als Zuschauer da und wundert sich, wie das nun schon wieder passieren konnte.

Die musikalische Untermalung war unaufgeregt und diente einzig dem Zweck, die Spannung nach oben zu treiben. Besonders in aufregenden Szenen hat man viel auf die Musik gesetzt, Pochen und das Ansteigen der Lautstärke löste automatisch ein gesteigertes Interesse aus und mit dem Schluss verflog es auch rasch. In der ganzen ersten Staffel gibt es kaum eine Szene, die nicht musikalisch untermalt wurde. Den Mut, die Musik als Spannungsmittel wegzulassen hat man bei „The Shannara Chronicles“ nicht gezeigt, wobei eine Reduktion wünschenswert gewesen wäre.

Die Figuren waren insgesamt sehr originell und wurden passend besetzt. Aus dem ganzen Cast kannte ich lediglich zwei Schauspieler, den einen aus „Der Herr der Ringe“ und den anderen aus der Serie „Spartacus – Blood and Sand“. John Rhys-Davies kennt man als den Zwerg Gimli und Manu Bennett als Crixus. Zweiter fiel mir schon damals besonders auf. Auch in dieser Serie hat er einen tollen Charakter, der mit vielen Facetten dargestellt wird.
Die drei Hauptcharaktere waren die meiste Zeit zu eindimensional und unaufgeregt. Ohne Zweifel liefern sie eine grundsolide Leistung ab, allerdings kommt jeder Charakter ohne eine besondere Eigenschaft aus, die ihn auszeichnet. Die meisten Nebenrollen hatten da schon mehr zu bieten.

Die Emotionen bleiben zwar nicht auf der Strecke, allerdings kommt die Brisanz der Lage auf der Gefühlsebene nicht durch. Es gibt kein „Um jeden Preis“ und genau so selten gibt es ein „Ich will“. Stattdessen oberflächliches Liebesgetue. Auch – oder besser – besonders hier entsteht der Mehrwert durch die Nebenrollen, die durch einen tiefer angelegten Charakter mehr von sich und ihrer Gefühlswelt preisgeben. Emotionalen Facettenreichtum findet man bei den drei Hauptfiguren selten.

IMG_4868Meine Meinung:
„The Shannara Chronicles“ war ein Geschenk meiner Herzdame und sie hat damit nichts falsch gemacht. Die Serie ist ohne jeden Zweifel unterhaltsam. Jetzt, wo die zweite Staffel bestätigt wurde, freue ich mich auch schon besonders darauf.

Ich mochte die Welt, das Gefüge und die Strukturen und ich verspreche mir einen detailreicheren Blick auf Gnome und Trolle zu bekommen, da man diese beiden Rassen fast gar nicht in sozialen und nicht-barbarischen Handlungen gesehen hat.

Ich kann für alle Fantasy- und Endzeit-Serien-Fans eine Empfehlung aussprechen.
Der Vorteil und Nachteil an 10 Episoden: Sie gehen verdammt schnell vorbei.

Meine Wertung:
Story: 7,5 von 10
Fantasy: 9,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Authentizität: 6,5 von 10
Emotionen: 7,5 von 10
Schnitt: 5,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
GESAMT: 7,1

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