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Zwei Kurze, bitte! #5

„Zwei Kurze, bitte!“ heute mit verschärften Regeln. Hier gibt es kein Kontaktverbot, sondern gleich eine Ausgangssperre. Ich habe auch keine Kosten und Mühen gescheut und nichts weniger als Zack Snyders „Sucker Punch“ und „Die Simpsons – der Film“ in petto.

Titel: Sucker Punch (2011)
Regie: Zack Snyder
Genre: Action-Fantasy

Babydoll kommt in eine Nervenheilanstalt. Weil sie eine Lobotomie bekommen soll, flieht sie in eine Traumwelt. Doch dort warten ganz andere Gefahren als in der Realität. An ihrer Seite sind Mitinsassinnen, die ihr dabei helfen, ihre Ziele zu erreichen.
Ich habe mir nun zum zweiten Mal „Sucker Punch“ angeschaut und finde im Nachhinein, dass ich es besser sein gelassen hätte. Schon damals im Kino wurde ich mit der Handlung nicht warm, empfand diesen Film dennoch immer sehr künstlerisch, obwohl die Effekte und die Kameraführung stark an „300“ und „Watchmen – die Wächter“ erinnern. Kino ist mit Sicherheit auch für solche Filme gemacht worden, allerdings reicht es meiner Meinung nach nicht aus, einen guten Look zu haben. Es bedarf da schon noch etwas mehr: In erster Linie Handlung und in zweiter Linie Figuren, die man mag und mit denen man sich identifizieren kann. Beides fehlt dem Film allerdings gänzlich. Ein kleines Highlight ist der Soundtrack, aber den muss man sich ja nicht im Kino oder auf DVD anhören.

Titel: Die Simpsons – Der Film (2007)
Regie: David Silverman
Genre: Zeichentrick

Weil die Bewohner von Springfield nicht auf ihre Umwelt achten, ist der Lake Springfield verschmutzt. Und Homer begeht in Folge dessen einen fatalen Fehler, der die Regierung der USA dazu verleitet, hart durchzugreifen. Springfield steht von nun an unter „Hausarrest“, viel mehr, Springfield wird abgeriegelt, unter einer Glaskuppel.
Es entfaltet sich eine simpsonstypische Geschichte, die viel mehr hat als die 20-minütigen Folgen im Free-TV. Dabei bleibt der gesamte Film auch in der Synchronisation sich und seinen Fans treu. In der deutschen Fassung sprechen die Original-Synchronsprecher die Figuren und das ist auch sehr wichtig, weil auch hierzulande die Familie in Gelb einen fest etablierten Platz hat. Wendungsreich, überraschend und sehr witzig präsentiert sich „Die Simpsons – Der Film“ den Zuschauern und weiß dabei alte Fans und junges, unerfahrenes Publikum zu begeistern.
Eine absolute Empfehlung.

[Gastrezension] Das Dschungelbuch

Titel: Das Dschungelbuch (engl. „The Jungle Book“)
Genre: Zeichentrickfilm
Regie: Wolfgang Reitherman
Musik: George Bruns
Produzenten: Walt Disney
Dauer: ca. 75 Minuten
Erscheinungsjahr: 1967
Altersfreigabe: FSK 0

Unter der Obhut des Panthers Baghira wächst das Findelkind Mogli sorglos bei einer Wolfsfamilie auf. Doch eines Tages erschüttert die unerwartete Rückkehr des menschenfressenden Tigers Shir Khan den gesamten Dschungel. Die große Sorge um Mogli zwingt Baghira zu der einzig möglichen Entscheidung: Mogli muss gegen seinen Willen zurück zur Menschensiedlung. Und so beginnt ein spannendes und lustiges Abenteuer mit dem swingenden Affentanz von King Louie, einer pompösen Elefantenparade, singenden Geiern und der hinterlistigen Schlange Kaa. Vor allem aber lernt der kleine Mogli durch den lebensfrohen Bären Balu die gemütlichen Seiten im Leben und die Bedeutung wahrer Freundschaft kennen. Doch Shir Khan, der Tiger, ist ihnen bereits auf der Spur…
(Rückentext der DVD)

Der 19. abendfüllende Disney-Zeichentrickfilm, der grob auf den Dschungelbuch-Erzählungen von Rudyard Kipling basiert, enthält wohl eines der bekanntesten Disney-Lieder.
Wenn man Menschen bittet, spontan einen Disney-Song anzustimmen, kommen aktuell wohl „Lass jetzt los“ oder „Willst du einen Schneemann bauen?“ aus „Die Eiskönigin“. Vorher waren es aber sicher „Hakuna Matata“ aus „König der Löwen“ oder eben „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ aus „Das Dschungelbuch“.

Mogli lebt als Menschenkind unter Wölfen. Doch als der menschfressende Tiger Shir Khan zurückkommt, kann sich die Wolfsfamilie nur durch eines schützen: Sie müssen Mogli loswerden. Der Panther Baghira, der Mogli schon sein ganzes Leben begleitet, will ihn zurück zu den Menschen bringen. Dabei begegnen sie so manchen Dschungelbewohnern und geraten in einige Gefahren. Nicht zuletzt findet Mogli aber in dem gutmütigen Bären Balu einen Freund…

Mit dieser Geschichte um einen Menschenfresser, der Jagd auf ein Kind macht, geht Disney wie so oft keinen Heile-Welt-Weg. Doch anders als bei der in Ansätzen ähnlich gearteten Geschichte von „Tarzan“ ist Mogli nicht tierisch geworden, sondern bleibt ein Mensch. Er weiß um seine Andersartigkeit und wird von anderen Menschen nicht erschrocken. Er kann sogar mit ihnen reden.
Diesen kleinen Logikfehler (der vielleicht durch die Ursprungsbücher kommt; das weiß ich nicht), verzeiht man der lustigen und süßen Geschichte aber ohne Probleme.

Außer Shir Khan schaffen es alle Tiere, dem Zuschauer ein Lächeln zu entlocken. Egal ob es an der Tollpatschigkeit, den Sprüchen oder der herzerwärmenden Art liegt.
Mit der Gefahr durch den Tiger und den Humor durch die anderen Dschungelbewohner sind zwei der drei Grundpfeiler des Filmes genannt. Es fehlt noch die Freundschaft, wenn nicht sogar Liebe. Es gibt sicher viele kleine Kinder, die auch so einen gutmütigen „Papa Bär“ haben wollten. Der sich sogar mit einem Tiger anlegt, um Mogli zu schützen. Der aber auch mit ihm tanzt und lacht und zeigt, dass das Leben auch mal gemütlich sein muss.

Der Film ist also ganz klar auf Emotionen aufgebaut. Spannung ist nur unterschwellig vorhanden. Man will und soll das Findelkind eher auf seinem Weg durch den Dschungel und bei seinen Begegnungen mit Elefanten, Schlangen und Affen begleiten. Ob Shir Khan besiegt wird und Mogli am Ende tatsächlich zur Menschensiedlung kommt, ist vielleicht interessant, aber nicht spannend. Man wird aus anderen Gründen vom Film in den Bann gezogen. „Der Weg ist das Ziel“ könnte das Motto des Films sein – wenn es eben nicht schon „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ wäre.

Neben den Emotionen leben Disney-Zeichentrickfilme aber natürlich auch von der Musik.
Im Dschungelbuch gibt es nur eine Handvoll gesungene Lieder, was vollkommen ausreichend ist. Der Film wird so nicht überladen. Alle diese Stücke bringen die Geschichte aber nicht weiter, sondern sie geben Einblicke in den Charakter der Personen. Spielerisch lernt man sie so besser kennen. Sei es der Affenkönig Louie, der so gern wie die Menschen wäre, Balu, der alles lieber entspannt angeht oder die Geier, die treue Freunde sind. Und dass man mindestens ein Lied davon spontan im Ohr hat, zeigt, wie gut und eingängig die Musik dieses Filmes ist.

Dem Zeichentrickfilm merkt man optisch an, dass er 50 Jahre alt ist. Die stehenden Hintergründe sind verwaschen. Die sich bewegenden Figuren sind sehr flächig gezeichnet. Es gibt wenig Details, Schatten oder Tiefenwirkung. Aber das sind objektive Beobachtungen. Subjektiv stört das nämlich kein bisschen. Es ist ein guter, alter Zeichentrick-Film und genau so muss er aussehen. Für einen modernen Animationsfilm wäre es zu wenig, aber in einem von Hand gezeichneten Film ist das genau richtig so.

Mit 75 Minuten hat man mit „Das Dschungelbuch“ ein kurzes Vergnügen.
In dieser Zeit wurde jedoch alles Wichtige untergebracht. Jede weitere Begegnung mit noch einem Tier oder einem Rudel hätte die Geschichte künstlich in die Länge gezogen.

Meine Meinung:
„Das Dschungelbuch“ ist ein Stück Kindheit für mich und es ist immer schön, mal wieder in einen Disney-Film eintauchen zu können. Zum Glück befinden sich noch sehr viele in meiner Sammlung.
Bisher habe ich mich auch noch gesträubt, die Realverfilmung aus dem Jahr 2016 anzuschauen. Aber vielleicht lohnt ein Vergleich irgendwann einmal. Bis dahin bleibe ich aber wieder glückselig mit dem alten Film zurück.

Meine Wertung:
Story: 7,0 von 10
Spannung: 5,0 von 10
Zeichentrick: 8,0 von 10
Humor: 8,0 von 10
Länge: 6,5 von 10
Musik: 8,5 von 10
GESAMT: 7,2

Autor: buecherherz

[Gastrezension] Schneewittchen und die sieben Zwerge

IMG_4473Titel: Schneewittchen und die sieben Zwerge (engl.: „Snow White and the Seven Dwarfs“)
Genre: Zeichentrickfilm
Regie: David D. Hand
Musik: Leigh Harline / Paul J. Smith / Frank Churchill / Oliver Wallace
Produzenten: Walt Disney
Dauer: ca. 80 Minuten
Erscheinungsjahr: 1937
Altersfreigabe: FSK 0

„Mit ihrer liebenswerten Art zieht die wunderschöne Prinzessin Schneewittchen jedes Lebewesen im Königreich in ihren Bann – nur nicht ihre kaltherzige Stiefmutter, die Königin des Landes. Als ein verwunschener Zauberspiegel Schneewittchen als die Schönste im ganzen Land bezeichnet, muss das Mädchen von ihrer eifersüchtigen Stiefmutter fliehen. Im Wald hinter den sieben Bergen findet sie Zuflucht bei den liebenswerten Zwergen Chef, Happy, Schlafmütz, Hatschi, Pimpel, Brummbär und Seppl. Doch als die böse Königin das ahnungslose Schneewittchen aufspürt und mit einem Apfel vergiftet, kann nur die Magie eines Kusses sie noch retten!”
(Rückentext der DVD)

Dieser Film ist fast 80 Jahre alt und das Märchen der Gebrüder Grimm, auf dem er beruht, schon über 200 Jahre alt.
Wie soll man also einen Film bewerten, der erstens den aktuellen Filmstandards gar nicht entsprechen kann und mit dessen Geschichte jedes Kind aufwächst?
Aber ihn wegfallen lassen geht nicht. Er war doch immerhin der erste abendfüllende Zeichentrickfilm der Walt-Disney-Studios und legte damit den Grundstein für so viele wundervolle Filme.

Die Geschichte wird bereits komplett vom Klappentext wiedergegeben.
Schneewittchen mit der Haut weiß wie Schnee, den Lippen rot wie Blut und den Haaren schwarz wie Ebenholz muss vor ihrer bösen Stiefmutter fliehen und gelangt so in den Wald zu den sieben Zwergen. Hier schläft sie in den Bettchen, trinkt aus den Becherchen und isst von den Tellerchen der sieben zu kurz geratenen Diamantenminenarbeiter.
Doch damit ist die Gefahr der Königin noch lange nicht gebannt. Die bösartige Stiefmutter macht sich auf den Weg, um die Prinzessin endgültig loszuwerden.

Die Original-Geschichte ist dabei ganz schön gekürzt worden. Mordversuche mit dem Schnürgürtel oder dem Kamm fehlen und die Königin muss sich am Ende auch nicht in glühenden Schuhen tottanzen.
Disney hat das Ganze also wieder etwas kinderfreundlicher gestaltet als es die Gebrüder Grimm getan haben.

Eine richtige Spannung kommt nicht auf. Auch wenn Schneewittchen auf der Flucht ein paar schwierige Momente hat und man weiß, dass die Königin noch auf der Jagd nach ihr ist. Doch liegt die Entspannung wirklich an der fehlenden Aufregung oder eher an dem Auswendigkennen? Eventuell ist es eine Mischung aus beidem.

Insgesamt ist diese Geschichte aber doch eher ungewöhnlich mit den Zwergen im Wald, den intelligenten Tieren und der Königin, die die Prinzessin dringend vergiften möchte.

Mit den Figuren wurde ein Mix aus interessanten Figuren erstellt. Allen voran sind hier die charakterlich sehr unterschiedlichen Zwergen zu erwähnen, jedoch auch die gutherzige Schneewittchen oder die gefährliche Königin machen den Charme des Filmes aus.
Vor allem das Mädchen kann ein Vorbild für viele Kinder sein mit ihrer Empörung über das dreckige Geschirr, das schmutzige Haus und die ungewaschenen Hände der sieben Männer.

Die Musik spielt natürlich schon im ersten abendfüllenden Zeichentrickfilm von Disney eine große Rolle.
Mit „Wer bei der Arbeit pfeift“ und „Heiho“ sind zwei Lieder erhalten, die es bei vielen Zuschauern auch in den Alltag geschafft haben.
Der Gesang – vor allem bei den Solostücken von Schneewittchen oder dem Prinzen – ist sehr operettenhaft.
Doch auch die Filmmusik abseits der richtigen Lieder spielt eine große Rolle. Bewegungen sind richtig mit Instrumenten unterlegt, ohne wirklich als „Musik“ zu zählen. Es wirkt, als wären die Noten eine Erweiterung des Gesehenen, der Körperbewegungen, Aktionen oder Mimiken.

Insgesamt bleibt zu sagen, dass man dem Film sein Alter zu Teilen ansieht.
Obwohl ich das echte Zeichentrick ohne Animationen immer noch wunderschön, ja irgendwie „echter“ finde, scheint sich Disney erst noch warmmalen zu müssen. Flächen sind einfarbig, ohne Licht und Schatten oder eine Illusion von Tiefe. Der Film wirkt flächig und deutlich 2D.
Manches Mal gibt es ein Wackeln oder Flimmern der Figuren, als hätten die Zeichnungen nicht richtig gut aufeinander gepasst. Die Personen heben sich auch mit ihren strahlenden und gleichmäßigen Farben deutlich von den unbewegten Hintergründen ab. Sie wirkten immer ein wenig in die Szene hineingesetzt.
Doch nicht nur die Optik versprüht einen altmodischen Charme, sondern auch die überaus höfliche Sprache und die Reime, in denen sehr häufig gesprochen wird.

Obwohl der Film nur 80 Minuten lang ist, empfand ich vor allem durch die Lieder, die die Story nicht weiterbrachten, sondern einfach nur der Unterhaltung dienten, Längen.
Insgesamt ist es ein eher ruhiger Film.

Meine Meinung:
Ich bin kein Fan von alten Filmen. Aber bei Disney mache ich da natürlich eine Ausnahme. Mir sind die alten Elemente jedoch deutlich ins Auge gesprungen.
Da ich den Film wie meine Westentasche kenne, ist eine vollkommen objektive Bewertung nur schwer möglich. Vor allem auch, da man heute eher rasante, actionhaltige Filme konsumiert. Da scheint sich ein eher ruhiger Film schon einmal zu ziehen. Für die 40er Jahre, in denen der Film entstand, war das sicher angemessen und passend. Vor allem, da auf der ganzen Welt schon genug – nennen wir es – „Unruhe“ herrschte. Trotzdem fällt die Bewertung nach heutigen Maßstäben aus. Ich kann mich zu wenig in die Techniken und Gefühle der Filmkonsumenten der 1940er Jahre hineinversetzen.
Insgesamt ist Schneewittchen mit seinen süßen Zwergen, intelligenten Tieren und der liebenswürdigen Prinzessin aber einfach unglaublich niedlich anzusehen.

Meine Wertung:
Story: 8,5 von 10
Spannung: 6,0 von 10
Zeichentrick: 5,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Musik: 8,5 von 10
GESAMT: 7,0

Autor: buecherherz

[Gastrezension] Dschafars Rückkehr

IMG_4464Titel: Dschafars Rückkehr (engl.: „The Return of Jafar“)
Genre: Zeichentrickfilm
Regie: Toby Shelton / Tad Stones / Alan Zaslove
Musik: Mark Watters
Produzenten: Tad Stones / Alan Zaslove / Maia Mattise
Dauer: ca. 66 Minuten
Erscheinungsjahr: 1994
Altersfreigabe: FSK 0

„Das Abenteuer des Disney Meisterwerks ‚Aladdin’ geht weiter! Zurück in Agrabah, der Stadt der 1001 Wunder, müssen sich Aladdin und sein Flaschengeist Dschinni ihrer größten Herausforderung stellen. Alle dachten, der hinterhältige Zauberer Dschafar wäre für immer sicher in der Wunderlampe eingesperrt. Doch er kann sich befreien und versucht mit seinen kosmischen Kräften das Königreich zu erobern. Aladdin und Prinzessin Jasmin setzen alles daran, den bösen Zauberer an seinen Plänen zu hindern und mit Hilfe des superwitzigen Flaschengeistes Dschinni ist so manch eine überraschende Wendung vorprogrammiert.“
(Rückentext der DVD)

Da ist er also, „mein“ Aladdin. Der Film, den ich als Kind auf Videokassette besaß.
Normalerweise weigere ich mich, zweite Teile von Disney-Filmen anzusehen, denn die wenigen, die ich kenne, enttäuschten mich maßlos. Bei „Dschafars Rückkehr“ machte ich aus nostalgischen Gründen eine Ausnahme. Die Frage lautet also: Lohnt es sich wirklich oder waren meine kindlichen Gefühle zu positiv?

Viel mehr Story, als sich auf dem Klappentext befindet, gibt es leider nicht.
Dschafar schafft es, sich aus seinem Gefängnis tief im Wüstensand zu befreien, in das er am Ende von Teil 1 befördert wurde. Nun sinnt er auf Rache und setzt dafür seine neuen Kräfte als Dschinni ein.

Spannung kam bei der linearen Erzählweise und Konzentration auf den einen Handlungsstrang kaum auf. Nicht mal mit Überraschungen konnte der Film wirklich punkten.
Und das Ende ist dem Zuschauer – da Disney-Produktion – auch von vornherein klar.
Trotzdem gibt es jedoch Gefahren und Bösartigkeiten, die kurzfristig schon Anspannung auslösen lassen.

Mit nur ca. 66 Minuten ist der Film sehr kurz. Die Story war leider so langweilig, dass die 66 Minuten fast schon zu lang waren. Insgesamt wurde die Geschichte zwar in der Zeit auserzählt, aber man hätte dem Film sicher mit mehr Witz, Tiefe und Überraschungen einen großen Gefallen getan. Hätte man all das noch mit hinein gepackt, wäre er auch länger geworden.

Ein bisschen gewinnt der Film dadurch, dass die Sprecher aus Teil 1 auch hier wieder mit an Bord waren. Dschinni wurde also wieder von der Hauptsynchronstimme von Robin Williams gesprochen, der für viele Zuschauer sicherlich der wichtigste Sprecher ist.

Und obwohl weder bei der Darstellung der Figuren noch der Gefühle ein großer Unterschied zum Vorgänger festzustellen ist, kommt das alles aufgrund der flachen Geschichte nicht mehr so recht beim Zuschauer an.

Der Humor, der im ersten Teil bereits vorrangig von den Tieren und Dschinni ausgingen, war auch nur noch in einem sehr reduzierten Rahmen anzufinden. Viel zu lachen gibt es nicht. Vereinzelt entfleucht höchstens mal ein humoriges Schnaufen.

Die Disney-Zeichentrick-Filme profitieren größtenteils von den wunderschönen und bemerkenswerten Liedern. Hier ist das nicht der Fall. Außer dem Intro, das das Intro von „Aladdin“ aufnimmt und weiterführt, krankt es den Liedern an vielem. Zum einen gibt es nur eine Handvoll und zum anderen fehlen eingängige Melodien fast völlig.
Die unterstützende, instrumentale Musik war zwar passend, aber leider auch nichts Besonderes.

Meine Meinung:
Obwohl ich weiß, dass ich den Film als Kind öfter gesehen habe, konnte ich mich an die Story nicht erinnern. Am präsentesten war mir das Anfangslied, das eine sehr gute Weiterführung des ersten Liedes aus „Aladdin“ ist. Mittendrin gab es jedoch immer wieder Szenen, bei denen ich mich erinnerte, sie schon einmal gesehen zu haben.

An Lieder aus diesem Film konnte ich mich nicht erinnern und nun ist auch klar, warum: Es gab so gut wie keine. Und die, die vorkommen, haben definitiv keine Ohwurmgarantie.

Niemand vom Regisseur-, Musik- oder Produzententeams des ersten Teils war bei diesem Film dabei. Die komplett neuen Leute schafften es nicht ansatzweise an den Charme und Zauber von „Aladdin“ anzuknüpfen.

„Dschafars Rückkehr“ beweist mir leider auf ein Neues, dass sich zweite Teile von Disney-Filmen nicht lohnen, auch wenn ich andere Stimmen dazu in meinem Umfeld habe.
Ich persönlich bin enttäuscht.

Meine Wertung:
Story: 6,0 von 10
Spannung: 6,0 von 10
Zeichentrick: 9,0 von 10
Humor: 5,5 von 10
Länge: 5,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
GESAMT: 6,4

Reihenfolge:
1. Aladdin
2. Dschafars Rückkehr
3. Aladdin und der König der Diebe

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Autor: buecherherz

[Gastrezension] Aladdin

IMG_4453Titel: Aladdin
Genre: Zeichentrickfilm
Regie: John Musker / Ron Clements
Musik: Alan Menken
Produzenten: John Musker
Dauer: ca. 86 Minuten
Erscheinungsjahr: 1992
Altersfreigabe: FSK 0

“Nichts macht der gutherzige Straßendieb Aladdin lieber, als gemeinsam mit seinem lustigen Äffchen Abu griesgrämige Händler auszutricksen. Trotzdem träumt er von einem anderen Leben, seit er Jasmin, die Tochter des Sultans, kennengelernt hat. Als Aladdin in Besitz einer Wunderlampe gelangt, verändert sich alles. Der gigantische, unglaublich ausgeflippte Flaschengeist Dschinni erscheint und gewährt ihm drei Wünsche. Aladdin wird klar, dass er mit Hilfe von Dschinni die schöne Jasmin für sich gewinnen kann.“
(Rückentext der DVD)

Eine Jasmin-Barbie, ein Aladdin-Stickerheft, ein Jasmin-Kostüm zu Fasching im Kindergarten. Meine frühe Kindheit war geprägt von diesem Film. Doch ich besaß ihn nie, sondern nur meine Cousine. Ich hatte immer nur eine Videokassette mit dem zweiten Teil: „Dschafars Rückkehr„. Darum war es für mich etwas ganz Besonderes, diesen Film zu meiner Sammlung hinzuzufügen.

Selbst, wenn man den Film nie gesehen hat, hat man sicherlich von Aladdin und seinem Dschinn aus der Lampe gehört, denn diese Geschichte ist in den Märchen aus 1001 Nacht enthalten.
Disney hat die Geschichte für die Meisterwerke-Reihe adaptiert.

Gerade durch das orientalische Setting hebt sich diese Geschichte von den anderen Disney-Filmen ab. Tiger und Affen als Haustiere, Paläste mitten in der Wüste, Fakire oder Großwesire – spielerisch werden Kinder in diese fremdartige Kultur eingeführt.
Wie immer kann man als Erwachsener neben all dem Spaß noch ein bisschen mehr sehen und erkennt Details, wie rückständige Bestrafungsmethoden, Ränkespiele im Palast und Zwangsehen in den gehobenen Schichten.

Doch die ernsten Themen nehmen einen Minimalrahmen ein. Im Vordergrund steht Liebe, Vertrauen und Spaß. Vor allem letzterer kommt nicht zu kurz. Aladdins Affe Abu und der Papagei des Bösewichts Dschafar, Jago, liegen auf der Humorhitlist auf Platz 2. Unangefochten lustigster Charakter ist Dschinni. Mit seinen humorvollen Einfällen, rasanten Zaubern und dem großen Herz bringt er den Zuschauer in regelmäßigen Abständen zum Lachen.
Doch auch die anderen Figuren ziehen den Zuschauer in ihren Bann. Trotz unrealistischer Körpermaße erwachen sie für diese 86 Minuten zum Leben und überzeugen mit all ihren Gefühlen. Mit all der Angst und der Hoffnung, der Liebe und dem Hass, der Großzügigkeit und Gier.
Besonders faszinierend ist hierbei der fliegende Teppich, der ohne Kopf und ohne Sprache jedes seiner Gefühle überzeugend und verständlich darstellt.
Obwohl man also nur Zeichentrickfiguren zuschaut, agieren sie unglaublich authentisch.

Wie immer ist neben den Figuren und der Geschichte ein zentrales Element die Musik. Bei „Aladdin“ steht sie im Gleichgewicht mit den gesprochenen Szenen. Man rutscht also nicht von einem Lied ins andere. Sie wurden bewusst und gezielt eingesetzt, um das zuvor gezeigte zu untermalen und zu verdeutlichen. Sie bringen die Geschichte aber nicht gravierend nach vorn, wie es in manch anderen Disney-Filmen der Fall ist.
So richtig viel Ohrwurm-Garantie haben die Lieder jedoch leider nicht. „Ein Traum wird wahr“ (engl.: „A Whole New World“) ist wohl das herausragendste Lied, von dem man sich den Text und die Melodie einprägt. Der Rest ist nach dem Film fast komplett wieder vergessen, auch wenn es grundsätzlich schöne Songs sind.

Mit fast anderthalb Stunden liegt eine sehr gute und angemessene Filmlänge vor. Die Geschichte wurde in der Zeit auserzählt, wies jedoch keine Längen auf.

Wenn man genau aufpasst, erkennt man sogar einige Anspielungen auf andere Disney-Filme oder Kino-Klassiker.

Meine Meinung:
Ob nun Jasmins Schönheit, Aladdins Gutherzigkeit oder Dschinnis Kunststücke – „Aladdin“ verzaubert sein Publikum.
Fast 25 Jahre ist der Film schon alt und immer noch hat er nichts von seinem Charme und seiner Liebenswürdigkeit verloren. Ich sehe ihn immer noch unglaublich gern und nun auch endlich auf meiner eigenen DVD und nicht auf der Videokassette meiner Cousine.
Mit „Aladdin“ macht man bei einem Disney-Filmabend nichts verkehrt. Man kann sich durch die spaßigen Lieder, frechen Tiere und schönen Bilder richtig in das Geschehen ziehen lassen.
Wen wundert es bei all meiner Aladdin-Liebe noch, dass sowohl das dazugehörige Musical ganz oben auf meiner To-Do-Liste steht als auch der zweiten Teil schon zum Gucken bereit liegt?!

Meine Wertung:
Spannung: 8,0 von 10
Zeichentrick: 9,0 von 10
Humor: 8,5 von 10
Story: 8,5 von 10
Länge: 9,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
GESAMT: 8,3

Reihenfolge:
1. Aladdin
2. Dschafars Rückkehr
3. Aladdin und der König der Diebe

Autor: buecherherz

[Gastrezension] Tarzan

IMG_4888Titel: Tarzan
Genre: Zeichentrickfilm
Regie: Kevin Lima / Chris Buck
Musik: Mark Mancina (Musik) / Phil Collins (Songs)
Produzenten: Bonnie Arnold
Dauer: ca. 85 Minuten
Erscheinungsjahr: 1999
Altersfreigabe: FSK 0

„Atemberaubend schwingt sich Tarzan wie ein Affe von Liane zu Liane und surft in rasantem Tempo durch die Baumwipfel. Seine lustigen Freunde, das freche Gorillamädchen Terk und der hyperängstliche Elefant Tantor eilen stets zu Hilfe, wenn Tarzan mal wieder in der Patsche sitzt, und dann gehts erst richtig rund! Denn Tarzan muss viele Abenteuer bestehen, bevor er zum Herrn des Dschungels wird.“
(Rückentext der DVD)

Als Tarzan Jane begegnet, muss er sich entscheiden: Bleibt er im Dschungel oder geht er zu den Menschen?

Romeo und Julia, Adam und Eva, Tarzan und Jane. Vielleicht sind das die drei größten Liebespaare, die wir kennen. Disney bringt uns in gewohnter Weise das dritte Paar näher.

Nachdem Tarzans Eltern getötet wurden, nimmt das Gorilla-Weibchen Kala Tarzan als ihren Sohn an und zieht ihn in der Gruppe groß. Der kleine Menschenjunge sieht zwar, dass er anders aussieht als die anderen, aber er schafft es, sein Verhalten und seine Körpersprache anzupassen und wird zu einem integrierten Gruppenmitglied.
Als Tarzan schon viele Jahre im Dschungel lebt und überlebt, kommt plötzlich eine kleine Forschergruppe an und er entdeckt in ihnen seine Spezies. Langsam lernt er nicht nur sprechen und das menschliche Verhalten, sondern verliebt sich auch in Jane.

Wie immer ist die Geschichte sehr kinderfreundlich erzählt, wenn es auch Gefahren in Form des Leoparden Sabor und Rivalitäten innerhalb der Gruppe – vor allem mit dem Häuptling Kerchak – gibt.

Wie schon „Der König der Löwen“ spielt auch dieser Film in Afrika und die Tiere sind vermenschlicht. Wieder schaffte es Disney, grandiose Landschaften und Tiere zu schaffen und alles mit einem Detailreichtum zu versehen, dass man staunen kann.

Doch nicht nur die Erzählweise und die schönen Zeichnungen waren disneytypisch, sondern natürlich auch das, von dem alle Filme der Meisterwerke-Reihe leben: die Musik.
Sie brachten die Story weiter und schafften eine gemütliche und liebevolle – oder auch gefährliche und angespannte – Atmosphäre. Besonders war, dass die Lieder nicht von den Figuren gesungen wurden, sondern durchweg von Phil Collins. Sein Akzent bei der deutschen Aussprache stört dabei keinesfalls, sondern macht den Charme aus.

Liebe, Angst, Sorge, Vertrauen, Spaß, Nervosität, Glück – der Film kann mit so vielen verschiedenen Emotionen aufwarten, es ist ein wahres Spektakel. Sie werden durch die Musik, die Mimik und Gestik, die Worte und die Atmosphäre vermittelt.
Doch trotz der hohen Frequenz an Gefühlen, kommt auch der Humor nicht zu kurz. Ist es anfangs noch das Trio Tarzan, Terk und Tantor, das für die Lacher gut ist, ist es später vor allem Tarzans Unbeholfenheit und Lernprozess, als er auf andere Menschen trifft.

In die 85 Minuten Film wurden viele verschiedene Situationen und Begebenheiten gepackt, aber ich fühlte mich weder durch die Minuten gehetzt, noch gab es Längen. Es war eine optimale Spieldauer für diesen Film.

Es gibt sogar einen Cameo-Auftritt: Im Camp von Jane und ihrem Vater stehen Tassilo und seine Mutter Madame Pottine aus „Die Schöne und das Biest“ auf dem Tisch.

Meine Meinung:
Diesen Tarzan hatte ich schon ins Herz geschlossen, lange bevor sich Alexander Klaws im Musical von Liane zu Liane schwang. Ich war jung und begeistert von den Menschenaffen, dem Dschungel und diesem Menschen, der unter Tieren aufwuchs.
Auch heute noch berührt mich die Liebe, die die Gorillas dem fremden Bündel Mensch entgegenbrachten und die Freundschaft zwischen den jüngsten der Gruppe.
Mit der Idee, ausschließlich Phil Collins die Lieder singen zu lassen, ist Disney mal etwas ganz Besonderes eingefallen, was mir sehr gut gefällt.

Meine Wertung:
Spannung: 7,5 von 10
Zeichentrick: 8,5 von 10
Humor: 7,5 von 10
Story: 8,5 von 10
Länge: 9,0 von 10
Musik: 10 von 10
GESAMT: 8,5

Autor: buecherherz

[Gastrezension] Der Glöckner von Notre Dame

IMG_4884Titel: Der Glöckner von Notre Dame (engl. „The Hunchback of Notre Dame“)
Genre: Zeichentrickfilm
Regie: Gary Trousdale / Kirk Wise
Musik: Alan Menken
Produzenten: Roy Conli / Don Hahn
Dauer: ca. 87 Minuten
Erscheinungsjahr: 1996
Altersfreigabe: FSK 6

„Wie jedes Jahr beobachtet der Glöckner Quasimodo sehnsüchtig aus seinem Glockenturm hoch über den Dächern von Paris das Fest der Narren – die fröhlichste Party der Stadt. Nur zu gerne würde er wenigstens einmal an diesem bunten Treiben teilhaben, wenn es sein strenger Herr nicht ausdrücklich verboten hätte. Als ihn aber seine lustigen Freunde dazu ermutigen, wagt sich Quasimodo ins Getümmel und erlebt eine Welt von der er bislang ausgeschlossen war. Dort jedoch begegnet ihm nur die schöne, temperamentvolle Esmeralda mit Toleranz und Freundschaft. Doch sie wird fälschlicherweise selbst als Diebin beschuldigt und verfolgt. Als Quasimodo sie beschützen möchte, geraten beide in ein aufregendes Abenteuer voller Spaß und Überraschungen…“
(Rückentext der DVD)

Quasimodo beweist, dass wahre Schönheit von innen kommt.

Nach der Vorlage des Romans von Victor Hugo schaffte Disney einen Film, der für jung und alt geeignet und interessant ist.
Wie immer sieht man im Erwachsenenalter Hintergründe, die man als Kind noch nicht versteht. Es geht um die Ausgrenzung von Minderheiten, sein es andersartige Menschen wie Quasimodo oder ganze Bevölkerungsgruppen wie die Zigeuner, um die Grausamkeiten, die mit der Ausgrenzung einher gehen und um verbotene Begierde.

Schon der Anfang zeigt einen Ausblick auf den gesamten Film. Eine Zigeuner-Familie sucht Asyl in Notre Dame und wird dabei von dem grausamen Richter Frollo abgefangen. Auf der Flucht stirbt die Frau und hinterlässt ihren Säugling, den Frollo aus Angst vor der Kirche aufnimmt. Das Kind ist jedoch entstellt und wird deswegen in den Glockenturm gebracht.
Quasimodo wird der Glöckner der Kathedrale und vermeidet es, in die Stadt zu gehen, bis er sich heimlich zum Fest der Narren stiehlt.

Wie immer sind die Figuren und Schauplätze liebevoll und detailreich gezeichnet. Es gibt so viel zu entdecken und zu sehen. Eine besondere Beziehung bekommt der Zuschauer zu dem Glöckner, der äußerlich zwar ganz sicher keinen gängigen Schönheitsidealen entspricht, aber mit seiner kindlichen Naivität und Hilfsbereitschaft ein herzensguter Mensch ist.

Die Atmosphäre ist ebenso abwechslungsreich wie die Figuren und unterstreicht die jeweiligen Szenen gekonnt. Mal befindet man sich auf dem farbenfrohen Fest der Narren und mal in der düsteren Kathedrale.

Ebenso ist die Musik passend. Es gibt die orchestralen, klanggewaltigen Lieder der Kirche und die fröhlichen, verrückten der Narren. Dazu kommen die emotionalen Lieder von Quasimodo, der so unglücklich ist.
Die Lieder sind alle schön und passen perfekt in den Film. Vor allem durch wiederkehrende Motive entsteht eine durchgängige musikalische Bindung zwischen Soundtrack und Bild.
Wie immer lebt der Film von den Liedern, die die gesprochenen Szenen vertiefen und weitertragen.

Der Film hat durch den Richter und seine Entscheidungen eine Grausamkeit, die wohl nur wenige Filme von Disneys Meisterwerke-Reihe hat.
Aufgelockert wird das jedoch an wenigen Stellen von den drei Wasserspeiern, Quasimodos beste Freunde, die immer für einen Lacher gut sind. Ebenso wie Esmeraldas Ziege. Den Humor bringen hier also nicht die Menschen rein, sondern all die anderen Wesen, denen man begegnet.

Meine Meinung:
„Der Glöckner von Notre Dame“ ist ein Film, den ich als Kind ganz anders gesehen habe. In meiner Erinnerung blieben vor allem die farbenfrohen Szenen. Beim Gucken als Erwachsene ist mir die Härte und Erbarmungslosigkeit des Richters viel präsenter.
Trotzdem bietet er mit Quasimodo eine Figur, die ans Herz geht und mit Esmeralda eine schöne Frau, die allen Männern den Kopf verdreht und auch den Zuschauer in den Bann zieht.
Die Lieder machen Spaß und die Bilder auch.
Für mich ist es definitiv ein Film, den man sich immer wieder ansehen kann.

Meine Wertung:
Spannung: 7,0 von 10
Zeichentrick: 9,0 von 10
Humor: 5,5 von 10
Story: 7,5 von 10
Länge: 8,5 von 10
Musik: 8,5 von 10
GESAMT: 7,7

Autor: buecherherz

[Gastrezension] Der König der Löwen

FullSizeRenderTitel: Der König der Löwen (engl. „The Lion King“)
Genre: Zeichentrickfilm
Regie: Roger Allers / Rob Minkoff
Musik: Hans Zimmer (Musik) / Elton John (Lieder) / Lebo M (Gesang, Leiter des Chors)
Produzenten: Don Hahn
Dauer: ca. 88 Minuten
Erscheinungsjahr: 1994
Altersfreigabe: FSK 0

„Unter der Obhut seines gutmütigen Vaters Mufasa, wächst das aufgeweckte Löwenjunge Simba unbeschwert heran und soll eines Tages dessen Platz als König einnehmen. Aber bis dahin ist es ein langer Weg, der Simbas ganzen Mut erfordert. Begleitet von seinen witzigen Freunden Timon und Pumbaa und deren gemütlicher Lebensphilosophie ‚Hakuna Matata‘, muss sich Simba schließlich seiner größten Herausforderung stellen: dem Kampf mit seinem hinterhältigen Onkel Scar, um die Herrschaft über das ‚Geweihte Land’…“
(Rückentext der DVD)

Ein junger Löwe zeigt uns den Kreis des Lebens.

Es war 1995 als „Der König der Löwen“ in die Kinos kam. Ich war sechs Jahre alt.
Heute, 20 Jahre später, sehe ich den Film immer noch gern. Damals, da wollte ich Plüschtiere und Spielfiguren von Simba, Nala, Rafiki und Co. haben. Heute gehe ich in das gleichnamige Musical.

Für beide Altersgruppen – jung und erwachsen – passt dieser Film hervorragend in einen Filmabend hinein.
Als Kind lernt man die Steppe kennen, man sieht niedliche Figuren, die singen und tanzen und man bekommt weise Ratschläge. Man erfährt, was man tun kann, wenn man seinen Weg verloren hat.
Erwachsene sehen immer noch niedliche Figuren, die singen und tanzen, aber man sieht auch die Töne dazwischen. Man sieht die Machtspiele, politisches Gezänke, was passiert, wenn wir nicht nachhaltig mit der Natur umgehen. Und auch die, die den Kinderschuhen entwachsen sind, können ein bisschen davon mitnehmen, was zu tun ist, wenn man seinen Weg verloren hat.

Die Geschichte erstreckt sich über einen längeren Zeitraum.
Es beginnt bei Simbas Geburt, geht über seine Kindheit bis zu dem Schicksalsschlag, der alles verändert und den jungen Löwen aus der Savanne vertreibt. Hin zu seinen neuen Freunden: Timon und Pumbaa. Das Erdmännchen und das Warzenschwein.

Die Figuren und Landschaften sind nicht nur detailreich, realitätsnah und wunderschön gezeichnet, sondern sie ziehen sein Publikum auch noch näher in die Geschichte hinein.
Man erwischt sich immer wieder, wie man mit dem jungen Löwen, der einmal der König der Tiere werden soll, und seiner Freundin Nala mitfiebert, sich mitfreut und mitängstigt.
So seltsam es klingt: Man kann sich sicher mit der einen oder anderen Figur identifizieren.

So dramatisch die Geschichte zwischendurch ist, so lustig ist sie auch. Vor allem der stets genervte und etwas tollpatschige Hofmeister-Vogel Zazu beschert anfangs die Lacher. Später kommen noch Timon und Pumbaa hinzu und bilden ein wenig das komische Trio des Films.

Freundschaft, Humor, Familie, Schicksalsschläge, Erwachsenwerden: Bei so einer Mischung muss es eine Menge Emotionen geben und die gibt es auch. Freud und Leid sind in diesem Film sehr nah und deswegen kann er das Publikum immer wieder einfangen.

Wie alle Filme der Disney Meisterwerke-Reihe lebt auch dieser nicht nur von der Geschichte und den Figuren, sondern vor allem auch von der Musik, die einen großen Teil ausmacht und die Story vorantreibt.
Allein die hochkarätige Besetzung (Hans Zimmer für die Filmmusik, Elton John für die Lieder) zeigt den Stellenwert.
Vor allem die Einflüsse afrikanischer Musik machen den Soundtrack zu etwas ganz Besonderem.
Die Eingangssequenz, die wohl jeder, der diesen Film bereits gesehen hat, mindestens ein Mal falsch mitgesungen hat, bleibt im Kopf: „Nants ingonyama bagithi baba!“.
Und bei Liedern wie „Hakuna Matata“ singt man nicht nur lauthals mit, sondern dieses Lied hat seinen Weg in die allgemeine Sprache gefunden.

Meine Meinung:
„Der König der Löwen“ war einer der großen Filme in meiner Kindheit und hat sich in meinem Herzen für immer einen Platz gesichert.
Doch auch wenn ich versuche, den Film objektiv zu sehen, gewinnt er auf ganzer Linie: eine tiefgreifende Geschichte, vielschichtige Figuren, detailreiches Erzählen, ungewöhnliches Setting. Gerade durch die vermenschlichten Tiere wird einerseits die Fantasie anregt und wird andererseits trotzdem das wahre Leben in Afrikas Savanne gezeigt.

In die 88 Minuten wurde allerhand Geschichte gepackt, die mich zu keiner Sekunde gelangweilt aufgähnen ließ.

Wenn man sich darauf einlassen kann, dass man sprechenden Tieren zuschaut, wie sie im fernen Afrika leben, dann bekommt man einen wundervollen Film geliefert.

Meine Wertung:
Spannung: 8,5 von 10
Zeichentrick: 8,5 von 10
Humor: 7,0 von 10
Story: 8,5 von 10
Länge: 8,0 von 10
Musik: 9,0 von 10
GESAMT: 8,3

Autor: buecherherz

Pocahontas

IMG_3674Titel: Pocahontas
Genre: Zeichentrickfilm
Regie: Mike Gabriel / Eric Goldberg
Musik: Alan Menken
Produzenten: James Pentecost
Dauer: ca. 78 Minuten
Erscheinungsjahr: 1995
Altersfreigabe: FSK 0

„Abenteuerlustig streift die Häuptlingstochter Pocahontas mit ihren witzigen Freunden, dem ewig hungrigen Waschbären Meeko und dem frechen Kolibri Flit, durch die Wälder. Unbeschwert genießen sie ihre Freiheit, bis sich eines Tages plötzlich alles ändert. Die Trommeln rufen alle Indianer des Stammes der Powhatan zusammen: Ein Schiff hat in der Bucht angelegt! Goldgierige Fremde aus dem fernen England betreten das Ufer – und damit treffen zum ersten Mal zwei Welten aufeinander. Nur Pocahontas und der tapfere John Smith haben den Mut, einzugreifen und einen Kampf zu verhindern. Werden sie es gemeinsam schaffen, Pocahontas´ Volk zu retten?“
(Rückentext der DVD)

Pocahontas und John Smith kämpfen gemeinsam für die erste Völkerverständigung.

Die Story von diesem Meisterwerk aus dem Hause „Disney“ ist überwiegend kinderfreundlich und sehr bezaubernd. Die Erzählweise ist sehr stark an einem Musical angelehnt mit vielen tollen Liedern, die gleichermaßen die Story voran bringen wie die Dialoge. „Pocahontas“ schafft es, insbesondere vor dem Hintergrund einer wahren Begebenheit, zu überzeugen.

Abendfüllend ist der Film mit seiner Liebesgeschichte zwar nicht, aber er ist alle Male ein gutes Vorprogramm. Mit 78 spannenden Minuten lässt der Film keine Langeweile aufkommen.

Durch den Aspekt der wahren Geschichte wird aus „Pocahontas“ ein doppelt spannender Zeichentrickfilm. Zum einen erfährt man sehr viel von dem Indianerstamm, den Riten und dem Leben mit der Natur, zum anderen möchte das Publikum mehr von dem tapferen John Smith und Pocahontas erfahren.

Die zeichnerische Darbietung ist sehr fantasievoll und zugleich realitätsnah. Der Waschbär Meeko und der Kolibri Flit sind mit menschlichen Eigenschaften ausgestattet und wirken im Zusammenspiel eher wie ein altes Ehepaar und nicht wie zwei Tiere unterschiedlichster Art.

Allen voran sind eben die beiden Tiere ausschlaggebend für den Humor, der Groß und Klein zum lachen bringt. Die weise Trauerweide sorgt mit ihrem trockenen Witz auch für Gelächter. Nur selten wurde das Publikum von anderen Charakteren in irgendeiner Form zum Lachen animiert.

Die Musik ist ausgesprochen wundervoll und über jeden Zweifel erhaben. Sie ist kindgerecht, animiert zum Mitsingen und Mitfiebern und erzeugt Spannung. Darüber hinaus treibt sie eigenständig die Geschichte voran.

Von der ersten Minute an zeigt der Film Emotionen. Sei es Freude über die Abenteuerlust von John Smith, Neugier auf das Unbekannte und das Erkunden der neuen Welt oder Angst, die der Vater von Pocahontas hat, wenn seine Tochter sich wieder einmal auf ein riskantes Abenteuer einlässt. Ganz im Allgemeinen erlaubt Disney in vielen Filmen seinen Charakteren das Zeigen von Emotionen, aber in „Pocahontas“ bekommt das Publikum eine besonders große Dosis davon ab.

Meine Meinung:
„Pocahontas“ ist ein wirklich bezaubernder Film, der mich sehr gut entertaint hat. Ohne Grund gehört der Film nicht zur Reihe von Disneys Meisterwerken.

„Pocahontas“ ist der erste Film von Disney, der auf einer wahren Geschichte beruht. Das macht ihn besonders wertvoll, und lässt ihn nicht ganz so ausgedacht und fern von jeder Realität aussehen.

In keiner Sekunde wurde ich gelangweilt, von der ersten bis zur letzten Minute hielt mich die Geschichte am Film. Er hat die perfekte Mischung aus Musik und Dialogen, die gleichermaßen die Story vorantreiben als auch Emotionen zeigen.
Mir hat besonders gut der Witz der Trauerweide und der beiden Tiere gefallen, nicht so gut gefiel mir die Humorarmut der anderen Charaktere. Auch der Zeichentrickeffekt ist disneytypisch und wie die Musik, meiner Meinung nach, über jeden Zweifel erhaben.

Dieser Film ist nicht nur für Kinder ein Muss!

Meine Wertung:
Spannung: 8,0 von 10
Zeichentrick: 8,5 von 10
Humor: 6,0 von 10
Story: 8,5 von 10
Länge: 8,0 von 10
Musik: 9,0 von 10
GESAMT: 8,0