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Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt

Titel: Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt (engl. „Pirates of the Caribbean: At World´s End“)
Genre: Abenteuer / Fantasy
Regie: Gore Verbinski
Musik: Hans Zimmer
Produzenten: Jerry Bruckheimer
Dauer: ca. 162 Minuten
Erscheinungsjahr: 2007
Altersfreigabe: FSK 12

„Wieder einmal stechen Elizabeth Swann (Keira Knightley) und Will Turner (Orlando Bloom) in See, um in einem verzweifelten Versuch Captain Jacks (Johnny Depp) Seele zu retten. Diesmal müssen sie dafür jedoch ein Bündnis mit ihrem einstigen Widersacher, dem verschlagenen Barbossa (Geoffrey Rush) eingehen. Währenddessen treibt Davy Jones (Bill Nighy) mit seinem Geisterschiff ‚Flying Dutchman‘ sein Unwesen auf den Weltmeeren. Immer mit der Gefahr des Verrats konfrontiert, schlagen sich Will und Elizabeth durch wilde Gewässer bis ins exotische Singapur, wo sich am Ende jeder für eine Seite entscheiden muss. Denn in der letzten gewaltigen Schlacht steht nicht nur das eigene Schicksal auf dem Spiel, sondern die Zukunft aller Piraten…“
(Rückentext der DVD)

Vor knapp zwei Jahren habe ich den zweiten Teil der „Fluch der Karibik“-Trilogie gesichtet und prognostiziert, dass ich zwei Jahre später mit Teil drei und vier fertig bin. Pustekuchen. Inzwischen sind zwei Jahre vergangen und die DVDs meines Schwagers liegen schon eine ganze Weile bei mir herum. Jetzt, wo er seine Filme langsam wiederhaben will, habe ich mir Teil drei angeschaut.

Nachdem die große Ernüchterung am Ende von Teil zwei vorhanden war, hatte ich große Hoffnungen in Teil drei. In meinen Erinnerungen war „Das Ende der Welt“ atmosphärischer und spannender als sein direkter Vorgänger. Ich bin froh, dass meine Erinnerungen nicht daneben lagen.

Die Handlung knüpft an seinem Vorgänger an und beginnt ohne große Einführung der Figuren, Vorwissen wird also erwartet. Und auch sonst geht es von der ersten Minute an sehr dynamisch und spannend los. Und genau hier ist der Punkt, den dieser Teil seinem Vorgänger voraus hat: „Am Ende der Welt“ hat es nicht verpasst, seine Zuschauer am Anfang mitzunehmen. Auch sonst funktioniert die chronologisch und stringent erzählte Story um die Rettung Jack Sparrows und einen großen Showdown aller Beteiligten. Dabei fällt es so gut wie gar nicht auf, dass es keine größeren Wendungen oder Überraschungen gibt.

Spannungstechnisch haut dieser Teil auch voll rein. Bis auf eine kleine Phase in der Mitte des Films fesselt er, sowohl durch die Erzählweise als auch durch die Inszenierung. Man merkt direkt, dass sich die Spannung die ganze Zeit über aufbaut und dabei keine zwischenzeitlichen Entspannungen sucht. Lediglich dieses Spannungs-Plateau, das sich in der Mitte befindet, wurde mitgenommen und sorgt dabei für ein Halten des Niveaus. Negativ fällt hier jedoch die Laufzeit auf, denn mit 162 Minuten streckt sich nicht nur das Geschehen, sondern auch der Aufbau der Spannung, die sich aber besonders in der letzten halben Stunde unentwegt entlädt.

In das Gesamtbild fügen sich die Figuren nahtlos ein. Johnny Depp spielt seine Rolle des Jack Sparrows gewohnt drüber und Orlando Bloom und Keira Knightley versuchen durch die deutlich erhöhte Screentime auch etwas vom Kuchen abzubekommen. Dadurch mutiert das Ganze nicht zu einer Jack-Sparrow-Gedächtnis-Gala, sondern wird viel mehr von vielen Schultern gleichzeitig getragen, wodurch es auch Platz für die Nebendarsteller gibt. Und auch sonst entdeckt der Zuschauer einige interessante Charaktere, die sich abseits der „großen drei“ (Bloom, Knightley und Depp) bewegen. So erleben wir Chow Yun-Fat und Rolling-Stones-Gitarrist Keith Richards als Piraten, die beide auf ihre Weise der Handlung und der Atmosphäre einen speziellen Drall mitgeben. Ein großer Negativpunkt an dieser Stelle: Emotionen werden insgesamt nur sehr, sehr klein geschrieben. Die wenigen Momente, in denen gefühlstechnisch mehr geht, sind rar und kurz gesät.

Das Setting wiederrum ist passend. Und überhaupt kann man „Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt“ von technischer Seite aus keine Vorwürfe machen. Das Szenenbild ist stets stimmig und fängt die ganze Thematik wunderbar ein. Wir befinden uns in einem Piraten-Setting, die Schiffe, die Interaktionen und auch die Effekte sind ganz darauf ausgelegt. Es gibt Seeschlachten, Kanonenkugeln, die durch die Luft fliegen, einen Strudel und Kämpfe mit einem Säbel. Es wehen Piratenflaggen und es fliegen Dreispitze. Das Make-Up, die Kostüme und auch die Musik passen perfekt zu diesem Film. Hier gibt es wirklich nichts Negatives zu erwähnen.

Meine Meinung:
Der dritte Teil der „Fluch der Karibik“-Reihe musste einiges wieder gut machen und das hat er auch geschafft. Nach einem enttäuschenden zweiten Teil hatte ich dieses Mal das Gefühl, dass die Geschichte auf einen Punkt gebracht wurde, von dem es eigentlich nicht mehr weitergehen muss. Inzwischen wissen wir aber, dass es bereits Teil vier und fünf gibt.

Ich hatte die meiste Zeit meinen Spaß, jedoch fiel es mir schwer, im Mittelteil dran zu bleiben. Dem Streifen hätten also gut und gerne 20 bis 30 Minuten weniger nicht geschadet. Unterm Strich bin ich aber wirklich zufrieden und froh, dass ich diese Trilogie abgeschlossen habe. Für alle, die ohnehin Fan der Reihe sind und auch für all diejenigen, die Piratenfilme oder Filme mit Johnny Depp oder Orlando Bloom (oder sogar mit beiden zusammen) mögen, ist dieser Film auf jeden Fall ein „must see“, ebenso für Blockbuster-Fans. Alle anderen werden aber auch ihren Spaß finden und diese Reihe zu schätzen wissen.

Meine Wertung:
Spannung: 7,5 von 10
Action: 8,5 von 10
Story: 7,0 von 10
Länge: 4,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 4,0 von 10
Authentizität: 6,0 von 10
Musik: 9,0 von 10
Setting: 10 von 10
GESAMT: 7,0

Reihenfolge:
1. Fluch der Karibik
2. Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2
3. Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt
4. Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten

Bohemian Rhapsody

Titel: Bohemian Rhapsody
Genre: Drama / Biografie / Musikfilm
Regie: Bryan Singer / Dexter Fletcher
Musik: Queen / John Ottman
Produzenten: Graham King / Jim Beach
Dauer: ca. 129 Minuten
Erscheinungsjahr: 2018
Altersfreigabe: FSK 6

„Bohemian Rhapsody ist eine Hommage an die legendäre Rockband Queen, ihre einzigartige Musik und ihren außergewöhnlichen Leadsänger Freddie Mercury. Freddie (Rami Malek) widersetzte sich Klischees, trotzte Kontroversen und wurde so zu einem der beliebtesten Entertainer der Welt. Der Film erzählt nicht nur vom kometenhaften Aufstieg der Band, ihrem revolutionären Sound und Freddies Solokarriere, sondern auch von der Wiedervereinigung der Band und einem der grandiosesten Auftritte in der Geschichte der Rockmusik.“
(Rückentext der DVD)

Heute geht es um „Bohemian Rhapsody“, ein Film den mir meine Herzdame geschenkt hat, weil sie wusste, dass ich an ihm Interesse habe.

Zum Inhalt muss gar nicht viel gesagt werden. Der Film dreht sich um die Rockband Queen. Und wie das nun mal so ist, durchläuft Queen, wie viele andere Rockbands auch, Krisen. Krisen, die es zu meistern und bewältigen gilt. Auch wenn der Film vorrangig biografisch ist, gibt es aus spannungstechnischen Gründen kleine Ungenauigkeiten und „Fehler“. Queen-Fans werden sie bemerken, die anderen werden sie nicht stören.
Meiner Meinung nach hat „Bohemian Rhapsody“ trotzdem ein Problem mit fehlender Spannung. Alles, was passiert, wird schon im Rückentext beschrieben – große Wendungen oder Überraschungen fehlen.

„Bohemian Rhapsody“ beschäftigt sich viel mehr mit Freddie Mercury als mit der Band Queen an sich. Es ist also eher ein Streifen, der unter dem Deckmantel der Rockband, das Leben und Wirken von Freddie Mercury beleuchtet. Als Leadsänger hing der Erfolg der Band stark mit ihm zusammen, denn über den Gesang hinaus bot die Kunstfigur Freddie Mercury zusätzliche Anreize.

Wenn man sich die darstellerische Leistung insgesamt anschaut, dann kommt man nicht drum herum, über Rami Malek zu sprechen. Er hat verdientermaßen für seine Performance einen Oscar® gewonnen. Leider sind alle anderen Darsteller austauschbar. Umso tiefer man in den Film eintaucht, umso mehr wird deutlich, dass er fast ausschließlich von seinem Hauptdarsteller getragen wird. Letztlich steht und fällt dieser mit Maleks Leistung, die glücklicherweise überragend war.

Auch wenn der Film nicht wirklich spannend und der Großteil der Darsteller austauschbar war, mochte ich „Bohemian Rhapsody“ trotzdem. Das liegt vorrangig daran, dass ich kurzweilig unterhalten wurde und man dem Film seine Laufzeit nicht angemerkt hat. Außerdem ist er bezüglich der Atmosphäre und der Inszenierung überaus unterhaltend.
In jeder Sekunde hatte ich das Gefühl von Queen-Nostalgie, welches von der einprägsamen Musik der Band unterstützt wurde. Jedes Tönchen, das in irgendeiner Form erzeugt wird, mündet logischerweise in einem Queen-Song. Auch die Inszenierung der einzelnen Songs lädt unweigerlich zum Mitsingen, Mitwippen oder zumindest zum Mitgrooven ein.

Am Ende muss ich sagen, dass Bryan Singer mit „Bohemian Rhapsody“ eine gute Mischung aus Queen-Verehrung und dramaturgischen Stilmitteln gelungen ist. Ein weiteres Denkmal, das aber im Schatten der großen Rockband selbst steht.


Im Rahmen der Filmreise-Challenge habe ich nun Aufgabe #48 „Schaue einen Film, in dem es um einen Musiker oder eine Band geht“ beendet. Für weitere Informationen klickt bitte einfach auf das Banner.

Meine Meinung:
Die Geschichte von Queen und Freddie Mercury mal anders. Auch wenn nicht alle Begebenheiten genau so passiert sind, man also nicht auf Detailtreue wert legen sollte, habe ich mich gut unterhalten gefühlt.
Wer Queen oder gute Musik mag, für den ist dieser Film absolut empfehlenswert und der Rest darf auch gerne reinschalten.

Meine Wertung:
Spannung: 5,0 von 10
Story: 7,0 von 10
Länge: 8,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 6,0 von 10
Authentizität: 6,0 von 10
Setting: 8,0 von 10
GESAMT: 6,7

Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2

Titel: Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2 (engl. „Pirates of the Caribbean: Dead Man´s Chest“)
Genre: Abenteuer / Fantasy
Regie: Gore Verbinski
Musik: Hans Zimmer
Produzenten: Jerry Bruckheimer
Dauer: ca. 145 Minuten
Erscheinungsjahr: 2006
Altersfreigabe: FSK 12

„Davy Jones, der mysteriöse Captain des ‚Flying Dutchman’ hat noch eine Rechnung mit Jack Sparrow offen – doch der hat zunächst ganz andere Probleme: Ein Kannibalenstamm möchte ihn am liebsten auffressen! Auch Will Turner und seine stürmische Verlobte Elizabeth sind hinter Jack her – und alle machen sich auf die abenteuerliche Suche nach der geheimnisumwitterten ‚Truhe des Todes’. Die wilde Jagd führt sie kreuz und quer durch die Karibik – furiose Säbelgefechte und Voodoozauber inbegriffen!“
(Rückentext der DVD)

Ich habe mir vor ganz langer Zeit von meinem Schwager die „Fluch der Karibik“-Reihe ausgeliehen. Vor circa einem Jahr habe ich mir den ersten Teil angeschaut, nun kam Teil 2 dran. Ich bin dann also hoffentlich in drei Jahren fertig. Die ersten drei Filme habe ich bereits alle schon einmal gesehen und wollte sie nun noch einmal schauen.

Die Handlung ist chronologisch und ohne großartige Kniffe erzählt. Wie auch im ersten Teil dreht sich alles um Captain Jack Sparrow, Will Turner und Elizabeth, die wieder in irgendeiner Form ein Abenteuer erleben. Ich muss vorwegnehmen, dass dieser Film bei weitem nicht so viel richtig macht wie sein Vorgänger.
Die ersten 40-50 Minuten sind verzichtbar. Das liegt aber auch daran, dass die Handlung in dieser Zeit einfach nichtssagend ist. Man kann sehr gut irgendetwas Nützliches im Haushalt erledigen, ohne dass man Angst haben muss, etwas zu verpassen.
Um es auf den Punkt zu bringen: 90 statt 145 Minuten Laufzeit wären auch absolut ausreichend gewesen.
Die Story handelt im Wesentlichen davon, dass Jack Sparrow die „Truhe des Todes“ sucht und zwischenzeitlich bei einem karibischen Kannibalenstamm auf dem Thron landet. Wie er dahin gekommen ist und warum ausgerechnet dieser Stamm ihn so anhimmelt, bleibt im Grund offen und wird nicht geklärt. Auch Will Turner und Elizabeth werden in die Handlung eingeflochten, sodass Jack und die anderen zwei aus den unterschiedlichsten Motiven gemeinsame Sache machen können.

Die Figuren sind im Vergleich zum Vorgänger auch weniger facettenreich, weniger flexibel in der Spielweise und daher auch bei weitem nicht so glaubwürdig. Das ärgert mich wirklich sehr, vor allem hatte ich den Streifen besser in Erinnerung.

Spannungstechnisch verhält es sich ähnlich, wie mit der Handlung. In der ersten Stunde kommt nicht so richtig etwas zusammen und ab dann wird man auch nicht so richtig überzeugt. Zu wenig wird dafür getan, dass sich der Streifen entfalten kann. Der Zuschauer wird nicht so gut abgeholte, wie es noch im Vorgänger der Fall gewesen ist. Zumindest reichen gute Effekte und choreografierte Abenteuerszenen nicht aus.
Auch sonst geht von der Handlung oder der Erzählweise keine Spannung aus.

Die Figuren sind, wie bereits erwähnt, viel zu statisch, als dass sie irgendetwas Positives beitragen könnten. Sie sind auch nicht glaubwürdig. Am Beispiel von Johnny Depp lässt sich sagen, dass seine „typische“ Jack-Sparrow-Art hier erstmalig anfängt zu nerven. Eine Mischung aus Overacting und Parodie auf einen Piraten. Auch die anderen Charaktere machen im Wesentlichen nichts besser und der Einzige, der überzeugt, ist weitestgehend computeranimiert.

Musik und Setting sind die einzigen beiden Kategorien, in denen dieser Film überzeugen konnte. Die Musik ist von Hans Zimmer wunderbar komponiert und arrangiert. Ein Negativpunkt gibt es allerdings: Sie will, unberechtigterweise, in den Vordergrund und gefühlt immer mehr beweisen, als sie tatsächlich geben kann. Das Setting und die Kulissen sind einfach überzeugend. Das Design der Piratenschiffe, Kostüme und Kamerafahrten haben einfach super gepasst und fangen das Thema perfekt ein. Das Abenteuerfeeling, das ich noch im ersten Teil hatte und bewunderte, fehlte mir aber fast gänzlich. Der Film glich einem Actionspektakel, das mit tollen Kampfszenen daherkam, aber für mich nicht einmal ansatzweise mit dem ersten Teil zu vergleichbar ist. „Priates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2“ hat daher einen faden Beigeschmack und schafft es nicht zu überzeugen.

Meine Meinung:
So traurig und hart es klingt, aber „Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2“ war reinste Zeitverschwendung. Mich haben die Figuren nicht überzeugt, die Handlung nicht abgeholt und es wurde auch keine Spannung aufgebaut. Technisch war er nett anzusehen und auch die Effekte haben Spaß gebracht, aber selbst das schlechteste Popcorn-Kino kann mich mehr und besser unterhalten als dieser Streifen.

Es gibt also gehörigen Punktabzug. Da kann man nur hoffen, dass der dritte Teil besser wird. Zumindest habe ich ihn aufregend in Erinnerung. Hoffentlich täusche ich mich da nicht.

Meine Wertung:
Abenteuer: 5,0 von 10
Spannung: 3,0 von 10
Länge: 3,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 4,0 von 10
Authentizität: 4,0 von 10
Musik: 9,0 von 10
Setting: 9,0 von 10
GESAMT: 5,3

Reihenfolge:
1. Fluch der Karibik
2. Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2
3. Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt
4. Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten