Schlagwort-Archive: Steve Martino

Die Peanuts – Der Film

die-peanuts-der-film_coverTitel: Die Peanuts – Der Film (engl. „The Peanuts Movie“)
Genre: Animationsfilm
Regie: Steve Martino
Musik: Christophe Beck
Produzenten: Paul Feig / Brian Schulz / Craig Schulz / Michael J. Travers / Cornelius Uliano
Dauer: ca. 88 Minuten
Erscheinungsjahr: 2008
Altersfreigabe: FSK 0

„Träume groß und hab Spaß mit dem guten alten Charlie Brown, Snoopy, Lucy, Linus und dem Rest der beliebten Peanuts. Erlebe sie bei ihren neuen Abenteuern – erstmals als Film, basierend auf den Ideen von Charles M. Schulz und erschaffen von den Machern von ‚Ice Age’. Begleite den ewigen Optimisten Charlie Brown in seinem heldenhaften Streben, während sich sein Beagle-Freund Snoopy in den Lüften seinem Erzfeind, dem Roten Baron, stellt. Dieses herzerwärmende und ausgelassene Abenteuer beweist: Jeder kann über sich hinauswachsen!“
(Rückentext der BluRay)

15 Jahre nachdem der Erfinder der „Peanuts“ verstorben ist, führen sein Sohn und sein Enkel dieses Erbe immer noch weiter. Im Winter 2015 erschien dann „Die Peanuts – Der Film“.
Als ich Kind war, habe ich es geliebt Charlie Brown und Co. zuzusehen. Ich hatte immer Freude an der Serie und hin und wieder schaue ich mir den Comic-Strip in der Tageszeitung an und erfreue mich an einer sehr kurzweiligen Geschichte, bestehend aus vier Bildern.

Wie hätte es auch anders sein sollen? Die Geschichte von „Die Peanuts – Der Film“ ist kindgerecht und im typischen Peanuts-Stil erzählt. Dabei verliert er nie diesen Charme, den auch schon die Serie ausgestrahlt hat. Die Handlung ist sehr einfach gehalten, aber stets linear und irgendwie besonders erzählt. Es dreht sich alles um Charlie Brown, der schüchterne und unsichere Junge, der nichts anderes will, als dem rothaarigen Mädchen in seiner Klasse etwas näher zu kommen. Dabei passieren ihm so viele Dinge, die ihn immer wieder vor eine neue Herausforderung stellen. Um dem rothaarigen Mädchen nah zu sein, muss er mit ihr reden und damit fangen die Probleme für den schüchternen Charlie an.
In einem Nebenstrang stellt sich Snoopy seinem persönlichen Widersacher, dem Roten Baron, um seine Liebe Fifi zu retten. Werden Charlie und Snoopy es schaffen, sich den beiden Mädchen zu nähern? Welche Hürden müssen die Zwei auf sich nehmen?

Die Geschichte ist zwar alles andere als anspruchsvoll, allerdings wird sie rührend erzählt. Ich fühlte mich immer wieder in eine dieser Episoden zurückversetzt, in eine dieser alten Folgen von damals aus dem TV. Die eigentliche Story und die Nebenhandlung wurden stilecht umgesetzt und zusammengefügt. Erzähltechnisch passt es sogar noch viel besser zusammen. Man hat nie das Gefühl, dass man zwei komplett unterschiedliche Handlungen präsentiert bekommt. Die Schnittstellen der beiden Teile sind ebenfalls mit viel Witz ausgestattet. Für Kinder ist der Film absolut verständlich und nicht zu komplex, die Message dahinter ist auch nicht sonderlich verschachtelt, sondern wird ohnehin zum Ende direkt aufgelöst bzw. vorgestellt.

Wer „Die Peanuts“ als Fernsehserie gesehen hat, der weiß, dass die Geschichten nicht von hochtrabender Spannung geprägt sind. Viel mehr ist es stetiges Interesse und viel Spaß, die den Zuschauer dazu animieren, weiter am Ball zu bleiben. Genau das ist es auch bei diesem Film, wobei ich persönlich den Film schon auf seine Art und Weise spannend empfunden habe. Es kam zwar nie zu diesem „Boah, ist das spannend“-Gefühl, aber man kann als Zuschauer auch nicht einfach wegschalten, dafür war das, was passiert, viel zu erlebenswert.

Der Humor ist situationskomisch, selten pointiert und meistens für Kinder sehr gut geeignet. Einzige Ausnahme ist Snoopy, der mit seinen Handlungen zweifelsohne die witzigste aller Figuren ist, allerdings dabei gerne mal ins Ironische schlägt.

Musikalisch gibt es nichts zu meckern, außer, dass man die Melodien nicht lange im Kopf behält. Sie haben wenig Wiedererkennungswert, auch wenn sie im Film ihre Sache, durch ihren unterstützenden und untermalenden Charakter, gut gemacht hat.

Die Animationen sind technisch nicht auf dem allerhöchsten Niveau. Das Problem, dem sich die Macher ausgesetzt gefühlt haben, liegt auf der Hand: Sie wollten die altbekannte 2D-Vorlage in eine 3D-Animation umwandeln. Eine allzu große Abweichung von Zeichnungen hätte definitiv etwas kaputt gemacht. Der typische Peanuts-Charme wäre nicht dabei gewesen. Sie mussten der Vorlage treu bleiben und haben das Beste daraus gemacht. Das, was letzten Endes präsentiert wurde, war die einzige Möglichkeit, den Stil und den Charme beizubehalten, aber gleichzeitig das junge Publikum von heute anzusprechen.

Mit einer Laufzeit von 88 Minuten fühlt sich dieser Film an wie eine überlange Episode der Serie. Das ist aber ganz und gar nicht schlimm, da diese Minuten gleichermaßen kurzweilig und unterhaltsam sind. Die Zeit verging wie im Fluge und es macht einfach Spaß, sich diesem Film hinzugeben und ihn sich anzuschauen. Dabei kommen nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene auf ihre Kosten.

die-peanuts-der-film_dvdMeine Meinung:
Ich mag die Figuren um Charlie Brown und Snoopy. Damals wie heute sprechen sie mich an und ich war und bin gerne ein Teil dieses Abenteuers. Ich habe ihnen gerne zugesehen. Die Geschichte hat viele kleine Etappenziele, die am Ende ein Großes und Ganzes ergeben. Es war schön, diesen Prozess zu sehen und sich einfach unterhalten zu lassen.

Für mich war es wichtig, dass sich die Charaktere genau so anfühlen, wie sie es früher schon getan haben. Im Falle dieses Filmes wurde es geschafft. Ich hatte von der ersten Minute an genau dieses Gefühl, das mich abgeholt hat und mich für 88 Minuten wieder zu einem kleinen Jungen gemacht hat, der sich mit seiner Wolldecke vor den Fernseher gekuschelt hat und „Die Peanuts“ anschaute.

Technisch ist dieser Film nicht das Nonplusultra, aber das habe ich auch nicht erwartet. Für Nostalgiker, für diejenigen, die mit „Die Peanuts“ groß geworden sind und für jene, die zwar viel später geboren sind, aber sich trotzdem die Serie im TV angeschaut haben und irgendwas mit ihnen verbindet, für all diejenigen ist dieser Film. Er wird sie abholen und sie werden sich gut fühlen.

Ein zacksmovie-Highlight!

Meine Wertung:
Spannung: 7,0 von 10
Animationen: 6,5 von 10
Humor: 7,0 von 10
Story: 9,0 von 10
Länge: 8,0 von 10
Musik: 6,0 von 10
GESAMT: 7,3

Horton hört ein Hu!

IMG_3986Titel: Horton hört ein Hu! (engl. „Horton Hears a Who!“)
Genre: Animationsfilm
Regie: Jimmy Hayward / Steve Martino
Musik: John Powell
Produzenten: Bruce Anderson / Bob Gordon
Dauer: ca. 83 Minuten
Erscheinungsjahr: 2008
Altersfreigabe: FSK 0

„Eines schönen Tages hört der neugierige Elefant Horton im Dschungel einen Hilfeschrei von einem Staubkorn. Auf ihm wohnen die Hus, deren winzige Welt in Gefahr ist. Horton verspricht den Winzlingen, sie wieder an einen sicheren Platz im Dschungel zu bringen. Dieses Versprechen katapultiert ihn mitten in ein rasantes Dschungelabenteuer. Die anderen Urwaldbewohner, alles voran die garstige Kängurumama halten ihn nicht nur für vollkommen verrückt, sondern versuchen sogar, seine Mission zu verhindern. Doch weil ein Elefant hundertprozentig treu ist, lässt sich Horton nicht davon abbringen! “
(Rückentext der DVD)

Das erste Mal hört ich etwas von Horton, als meine Schwester den Film bei einer Freundin gesehen hat. Sie empfahl ihn mir und auf ihr Anraten habe ich ihn kurze Zeit später gekauft. Das Ganze ist nun schon einige Jahre her.

Die Geschichte dreht sich um den Elefanten Horton und die Hus, die auf einem Staubkorn leben. Auf dem Weg durch den Dschungel auf der Suche nach einem wohlbehüteten Ort für ebenjenes Staubkorn muss er es vor Einflüssen von außen beschützen. Allen voran die Kängurumama glaubt, dass Horton nur fantasiert.

Die kinderfreundliche Handlung und einfache Erzählweise machen es leicht, dem Film zu folgen. Ergänzend hilft ein Sprecher aus dem Off, die Handlung ins rechte Licht zu rücken. In kurzen, aber witzigen Sätzen oder teilweise Reimen erhält „Horton hört ein Hu!“ ein wiederkehrendes Merkmal. Langweilig wird es dabei nie und das Abenteuer unterhält Erwachsene wie Kinder gleichermaßen.
Der erwachsene Zuschauer kann aufgrund sein Lebenserfahrung vielleicht noch etwas mehr in die Geschichte hineininterpretieren als die Kleinen. Insbesondere ist hier die philosophische Frage, wie groß unser Universum ist und ob wir dort allein sind, für Erwachsene spannend.

Spannungstechnisch ist in diesem Film einiges geboten. Zum einen lernen wir Horton und die Bewohner des Urwaldes kennen. Von Anfang an wissen wir, wer Horton ist und wer auf seiner Seite steht, bzw. gegen ihn agiert. Hauptaugenmerk liegt hier natürlich auf dem Schutz des Staubkorns und den Unstimmigkeiten zwischen der Kängurumama und dem Elefanten.
Zum Kontrast dazu bekommt das Publikum einen Einblick in die Welt der Hus. Wir lernen den Bürgermeister und seine 96 Töchter und den einen Sohn kennen. Bis zum Schluss bleibt es spannend, denn auch die Bewohner auf dem Staubkorn bekommen langsam mit, dass es da draußen mehr gibt als nur ihre winzige Welt. Wie können also die Hus Horton bei seiner Mission unterstützen?
Dadurch, dass es sich hierbei um einen Kinderfilm handelt, sind die Erwachsenen nicht so leicht zu beeindrucken, aber für (kleine) Kinder ist Hortons Abenteuer eine sehr spannende Geschichte.

Ohne große Kniffe sind es weniger die Pointen als die Begebenheiten, die den Zuschauer zum Lachen bringen. Darüber hinaus sind Szenen vorhanden, die sich situationskomisch auf die Lachmuskeln auswirken können. Dass der Film dabei immer kindgerecht ist, muss ich an dieser Stelle natürlich nicht erwähnen.

Die Filmmusik hat den Streifen gekonnt untermalt. Aufregende Momente wurden besonders gut unterstützt. Darüber hinaus war sie zurückgenommen und unauffällig. Am Ende wird noch ein Lied von den Figuren zum Besten gegeben. Eine größere Bedeutung hat die Musik in diesem Film nicht bekommen.

Das Wichtigste an diesem Film sind die Animationen. Sie waren durchweg phantasievoll, originell und von hoher Qualität. Insgesamt haben sie großen Spaß bereitet. Tiere wurden überwiegend realitätsnah mit starker Vermenschlichung dargestellt. „Horton hört ein Hu!“ bringt sogar Nahaufnahmen mit, die von einer hohen Detailverliebtheit geprägt sind.
Die Welt der Hus wurde steril dargestellt und die Hus selbst mit einem überaus großen Erfindergeist und dem Bestreben ohne Konflikte auszukommen in Szene gesetzt.
Hortons Welt wird von kräftigen und knalligen Farben dominiert, die Klein wie Groß gleichermaßen ansprechen.

IMG_3989Meine Meinung:
„Horton hört ein Hu!“ ist einer meiner liebsten Animationsfilme.
Ich mag die Geschichte und die Figuren. Ich finde außerdem, dass die deutsche Synchronisation auch sehr passend ist. Christoph Maria Herbst und Anke Engelke sprechen Horton und die Kängurumama.
Besonders interessant finde ich, dass Horton aus der Feder von Dr. Seuss ist, dem Erfinder von „Der Lorax“.

Dieser Film ist natürlich für Kinder gedacht. Die Schwächen in der Handlung kann man allerdings gut und gerne übersehen, da das Gesamtbild stimmt. Erwachsene werden ebenso wenig gelangweilt wie Kinder und das ist das Wichtigste. Die Geschichte ist nicht im klassischen Sinne spannend, aber dennoch will der Zuschauer wissen, wie es für Horton und die Hus ausgeht.

Die Animationen sind überragend und von detailreichen Aufnahmen bis totale Bilder ist alles dabei. Ergänzt werden sie durch eine große Farbpalette.

Die Figuren sind originell und witzig. Nicht selten habe ich lachen müssen.

Insgesamt gefällt mir „Horton hört ein Hu!“ sehr gut. Jedem den ich diesen Film gezeigt habe, hat ihm immer ein positives Urteil ausgesprochen. Nun, ganz offiziell, bekommt er auch auf meinem Blog eine Empfehlung.

Meine Wertung:
Spannung: 8,0 von 10
Animationen: 10 von 10
Humor: 8,0 von 10
Story: 9,0 von 10
Länge: 8,0 von 10
Musik: 8,0 von 10
GESAMT: 8,5