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IP Man 2

ip-man2_coverTitel: IP Man (Mandarin: „Yè Wèn Ěr: zōng shī chuán qí“)
Genre: Martial-Arts-Film / Eastern
Regie: Wilson Yip
Musik: Kenji Kawai
Produzenten: Raymond Wong
Dauer: ca. 104 Minuten
Erscheinungsjahr: 2010
Altersfreigabe: FSK 18

„Nachdem Ip Man (Donnie Yen) im zweiten Sino-Japanischen Krieg seine Kampfkünste gegen die Japaner einsetzte, flüchtet er 1949 nach Hongkong und versucht dort, eine WingTsun-Schule zu etablieren. Als der mächtige Master Hung (Sammo Hung) dies erfährt, stellt er Ip Man vor eine heikle Aufgabe. Dieser soll sich zunächst in einem Kampf auf Zeit gegen Kämpfer aller möglichen Stile den nötigen Respekt verdienen. Auch seitens eines korrupten Polizei-Intendants (Charlie Mayer) und dem britischen Box-Champion Twister (Darren Shahlavi) droht weitere Gefahr. Für Ip Man geht es erneut um die Ehre des chinesischen Volks…“
(Rückentext der DVD)

Ich stehe voll auf asiatische Kampffilme und mit „IP Man 2“ habe ich den nächsten Film auch endlich gesehen. Die Erwartungen waren standesgemäß sehr hoch, da ich vom ersten Teil sehr begeistert war und ihm auch das Highlightsiegel gegeben habe.

Die Geschichte dreht sich, wie auch schon in Teil 1, um den WingTsun-Meister IP Man. Teil 2 erzählt das Leben des Kampfkünstlers weiter und fängt dort an, wo sein Vorgänger aufgehört hat. Besonders zu Anfang und zum Ende des Streifens erläutert eine Stimme aus dem Off und hilft dabei, die Geschehnisse einzuordnen.

Der Zuschauer ist die ganze Zeit bei Meister IP und erfährt somit aus erster Hand, welchen Widrigkeiten er ausgesetzt und welche Aufgaben ihm gestellt werden, bzw. welchen Herausforderungen er sich annimmt.
Die Erzählweise ist linear und einfach gehalten, ohne besondere Kniffe. In diesem Fall passt es allerdings sehr gut, da es sich mehr oder weniger um eine autobiografische Handlung handelt und es vom Stil her nicht passen würde, sich an dieser Stelle noch eine besondere Wendung auszudenken.

In dem Punkt der Spannung hat es „IP Man 2“ grundsätzlich schwerer, denn, wie bereits erwähnt, die Geschichte ist eher autobiografisch, und dennoch schafft es dieser Streifen, den Zuschauer durch die Handlung an den Fernseher zu fesseln. Es sind eben auch die wahren Begebenheiten, die den Reiz dieses Films ausmachen. Durch die tollen Choreografien wird zusätzlich Spannung erzeugt und das rundet die Geschichte sowohl inhaltlich als auch visuell ab.

In „IP Man 2“ geht es wesentlich actionreicher zu als noch in Teil 1. Es sind tolle Martial-Arts-Einlagen und grandiose Kampfszenen, die den Zuschauer immer wieder überfallartig in den Sitz pressen. Im ganzen Film wurden diese Spannungselemente allerdings nicht sinnlos eingesetzt, sie wurden stattdessen in die Handlung eingebaut und haben zu dieser oder jener Zeit perfekt in die Geschichte gepasst. Obendrein kommt hinzu, dass diese Szenen visuell wunderbar anzusehen sind.

Gefühlstechnisch ist dieser Teil auch ganz anders ausgerichtet als es noch der Vorgänger war. Von der ersten Minute an geht es emotionaler zur Sache und das kommt keineswegs billig daher. Durch eine bewegende Vergangenheit und eine ebenso bewegende Gegenwart finden immer wieder emotional bewegende Momente ihren Weg in den Film.

Von der ersten Minute an sind nahezu alle Darsteller glaubwürdig in ihrer Handlung und in ihren Emotionen. Das hohe Niveau des ersten Teils kann dieser Film halten. In der Regel sind zweite Teile schlechter als ihre Vorgänger, bei „IP Man 2“ ist dem nicht so.

Wie auch „IP Man“ enttäuscht dieser Streifen im Punkt der Musik und lässt viel Potential liegen. Sie war zwar unterstützend, allerdings bleibt sie auch blass und somit hinter allen Möglichkeiten.

ip-man2_dvdMeine Meinung:
Wie hätte es auch anders sein können? Mit „IP Man 2“ habe ich mir wieder einen asiatischen Kampffilm angeschaut, der mich auf fast ganzer Linie überzeugen konnte.

Ich wurde sowohl von der Geschichte als auch von der Choreografie überzeugt und durch die Laufzeit von nur 104 Minuten scheint der Film auch sehr kurzweilig zu sein.

Ansonsten ist „IP Man 2“ auf jeden Fall ein Film, den es sich zu Gucken lohnt.

Meine Wertung:
Story: 8,0 von 10
Action: 9,0 von 10
Spannung: 8,5 von 10
Länge: 8,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 7,5 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 5,0 von 10
GESAMT: 7,7

Reihenfolge:
1. IP Man
2. IP Man 2
3. IP Man 3

Angelehnt an die Story:
IP Man Zero
IP Man – Final Fight

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IP Man

IMG_2093Titel: IP Man (Mandarin: „Yè Wèn“)
Genre: Martial-Arts-Film / Eastern
Regie: Wilson Yip
Musik: Kenji Kawai
Produzenten: Bak-Ming Wong
Dauer: ca. 101 Minuten
Erscheinungsjahr: 2008
Altersfreigabe: FSK 18

„Im China der Vorkriegszeit ist IP Man (Donnie Yen) der berühmteste Vertreter der Martial-Arts-Kampfkunst ‚WingTsun’. Doch als die Japaner ins Land einmarschieren und seine Heimatstadt gewaltsam einnehmen, kann er nicht mehr für seine Familie sorgen und sieht sich gezwungen, im Bergwerk zu arbeiten. Als nach einem Kampfpartner gefragt wird – gegen ein Sack Reis im Falle des Sieges – meldet er sich. Auch ein alter Freund IP Mans nimmt das Angebot an und stellt sich den Japanern in einem der brutalen Martial-Arts-Kämpfen. Doch das fatale Duell endet für seinen Freund tödlich. Von Gerechtigkeit beflügelt versucht IP Man nun, den japanischen Soldaten auf seine eigene Art und Weise gegenüberzutreten. Es kommt zu einem alles entscheidenden Duell zwischen ihm und General Miura…“
(Rückentext der DVD)

Der erste asiatische Kampffilm auf meinem Blog ist „IP Man“. Wer diesen Blog kennt und liest, der sollte wissen, dass ich ein Faible für Kampf- und Sportfilme habe. Noch heute schwärme ich zum Beispiel für „Warrior“, der mich sehr beeindruckt hat. Habe ich mir also mit „IP Man“ einen würdigen „Nachfolger“ angeschaut?

Die Story handelt ausschließlich von „Meister IP“ (so wird er die meiste Zeit im Film genannt) und seiner nicht allzu weit verbreiteten Kampfkunst „WingTsun“. Als ein Meister einer Kampfkunst ohne Schule in Foshan wird er oft von Bewohnern der Stadt belagert und von anderen Meistern gebeten, eine Unterrichtseinheit in ihrer Schule zu geben, und zum Kampf herausgefordert. Mit seiner Frau und seinem Sohn lebt er in einem schönen Haus, bis die Japaner einmarschieren und er umziehen muss. Sein Leben wird rauer und er beginnt in einem Bergwerk zu arbeiten.
Die Handlung ist nicht verwirrend oder kompliziert erzählt. Wie in einer Autobiografie erlebt der Zuschauer alles, was IP Man betrifft, aus erster Hand. Einige Male wird der Film unterbrochen und eine Off-Stimme erklärt die Verhältnisse und sagt dem Publikum, was in der Zeit passiert ist, die nicht im Film gezeigt wurde. Das sind auch die einzigen Male, wo größere Zeitsprünge vorgenommen werden.

Für alle, die weder auf Sport- noch auf asiatische Kampffilme stehen, wird „IP Man“ nicht halb so spannend sein, wie ich ihn empfand. Tatsächlich schafft es der Film, eine gute Balance zwischen actionreichen Kampf- und markanten Charakterszenen herzustellen und nicht zuletzt damit das Interesse des Zuschauers auf sich zu ziehen. Am Beispiel von IP Man und seiner Familie wird auch gezeigt, wie die chinesische Bevölkerung unter der Besatzung der Japaner gelitten hat und welche Möglichkeiten sie hatten.

Um in einem Martial-Arts-Film die Gefühle zu finden, muss man schon sehr genau hinsehen. In der ersten Hälfte des Streifens waren emotionale Regungen eher Mangelware. Die Charaktere verhielten sich respektvoll, aber zurückhaltend – um nicht zu sagen kühl. In der zweiten Hälfte tauten die Emotionen auf, mit der Besatzung durch die Japaner kamen Sorgen, Wut und tiefer Stolz auf, aber auch Freundschaft wurde explizit dargestellt. Für einen asiatischen Film ist das schon fast ausufernd, tatsächlich ist es aber nur Mittelmaß, da man durchaus die Gelegenheit hatte, mehr, größere, wenn nicht sogar extremere Gefühle zu zeigen.

Die Darstellung der Charaktere ist dabei aber immer sehr glaubwürdig und originell. Donnie Yen passt in die Figur des IP Man. Er wirkt jung, stark und weise, dazu gibt er sich als nahbar und ist keiner, der einfach über allem steht. Auch die anderen Figuren sind sehr authentisch in Szene gesetzt. Von der Ehefrau Yong Chen (gespielt von Lynn Hung) über seinen Freund Quing Quan (gespielt von Simon Yam) bis hin zum japanischen General Miura (gespielt Hiroyuki Ikeuchi) sind die Figuren so dargestellt, wie man es von ihnen erwartet hat. Yong Chen ist eine echte Ehefrau, die hart mit IP Man ins Gericht geht und die will, dass ihr Mann mehr Zeit mit dem Sohn als mit dem Kämpfen verbringt. Quing Quan ist gegenüber IP Man stets loyal und aufrichtig und er verhält sich wie ein Freund. Der General Miura und sein Handlanger oder Adjutant Sato sind beide sehr originell. Der General ist hart, sowohl in Gestik als auch Mimik, wo hingegen Sato hinterhältig und niederträchtig wirkt. An dieser Stelle muss ich Shibuya Tenma für seine Darbietung als Sato loben, denn ich habe selten eine Figur so wenig gemocht wie diese. Das zeigt einmal mehr, dass er seine Sache gut gemacht hat.

Die Musik in „IP Man“ war nicht herausragend. Nach kurzer Zeit verblasst sie schon und wird von den Kampfbildern überlagert. Auch wenn sie im Film rein unterstützender Natur ist, hinterlässt sie keine Spuren und es wäre so, als sei sie nicht dagewesen. Schade, auch in diesem Punkt wäre definitiv mehr drin gewesen, Daumen runter.

IMG_2090Meine Meinung:
Was habe ich mich gefreut, endlich einen asiatischen Film für meinen Blog zu schauen. Tatsächlich kannte ich „IP Man“ noch nicht, um genauer zu sein: Ich habe einige Minuten aus dem zweiten Teil im Free-TV gesehen, die mich schon so faszinierten, dass ich mir gleich beide Filme bei dem DVD-Dealer meines Vertrauens holte.

Ich mag solche Filme, ich mag dieses asiatische Flair und ich mag Martial Arts. Deswegen bekommt „IP Man“ auch einen ganz besonderen Platz in meiner DVD-Sammlung.

Die Charaktere wurden sehr toll dargestellt und wirken authentisch. Die Gefühle waren aber leider eher nur so lala und haben mich nicht beeindruckt. Insbesondere die erste Hälfte des Filmes war dahingehend enttäuschend.

„IP Man“ hält sich mit ca. 101 Minuten eher kurz und wirft ein Blick auf das Wesentliche.

Die Geschichte um Meister IP ist aber, alles in allem, sehr überzeugend und spannend erzählt. Insbesondere die Kampfszenen haben ihren Teil zur Spannung beigetragen, auch wenn die Charakterszenen einprägend und „ruhig“ waren, haben sie ihre Wirkung nicht verfehlt. Beide Komponenten runden den Film gekonnt ab und machen ihn zu einem kleinen Meisterwerk.

Die Musik im Film ist nicht der Rede wert, Punktabzug.

Meine Wertung:
Story: 8,0 von 10
Action: 8,5 von 10
Spannung: 8,5 von 10
Länge: 8,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 6,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 5,0 von 10
GESAMT: 7,4

Reihenfolge:
1. IP Man
2. IP Man 2
3. IP Man 3

Angelehnt an die Story:
IP Man Zero
IP Man – Final Fight

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