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Vaiana – Das Paradies hat einen Haken

Titel: Vaiana – Das Paradies hat einen Haken (engl.: „Moana“)
Genre: Animationsfilm
Regie: Ron Clements / John Musker
Musik: Opetaia Foa’i / Mark Mancina / Lin-Manuel Miranda
Produzenten: Osnat Shurer
Dauer: ca. 103 Minuten
Erscheinungsjahr: 2016
Altersfreigabe: FSK 0

„Die temperamentvolle und eigenwillige Vaiana (gesprochen von Lina Larissa Strahl) ist von Geburt an mit einer einzigartigen Verbindung zum Ozean gesegnet. Mutig setzt sie die Segel und macht sich zusammen mit dem selbstverliebten Halbgott Maui (gesprochen von Andreas Bourani) auf die Suche nach den Geheimnissen ihrer Vorfahren. Ihr Weg birgt jede Menge aufregende Erlebnisse und Begegnungen mit den verrücktesten Kreaturen und führt Vaiana letztlich nicht nur auf die Spur ihrer Ahnen, sondern auch zu sich selbst.“
(Rückentext der DVD)

Dieses Mal habe ich mir „Vaiana“ angesehen und musste feststellen, dass der Film es aufgrund seines Aussehens und seiner „Schauplätze“ geschafft hat, die volle Aufmerksamkeit zu erlangen. Die Marketing-Maschine Disney hat da wieder voll ins Schwarze getroffen, auch wenn der Erfolg weit hinter die „Eiskönigin“ liegen wird.

Unsere Heldin ist in diesem Film das Mädchen Vaiana, das durch seine Taten Mut beweist und alles auf eine Karte setzt, um die Bewohner ihrer Insel zu retten. Alleine geht das allerdings nicht, denn sie benötigt die Hilfe des Halbgottes Maui, der seinerzeit das Herz von Te Fiti (ein magisches Artefakt) stahl, wodurch die ganze Region von der Finsternis bedroht ist. Nachdem Vaiana Maui aufgespürt hat, geht die Reise erst richtig los und dabei lernen sich der Halbgott und die Tochter des Stammeshäuptlings kennen. Zusammen müssen die zwei viele Gefahren durchstehen und da ist noch das Volk von Vaianas Insel, das gerettet werden muss.

Ach ja, ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich den Film finden soll. Denn irgendwie schafft es Disney mit der immer gleichen Story in so vielen verschiedenen „Szenarien“ erfolgreich zu sein. Einerseits ist das bemerkenswert, andererseits auch irgendwie langweilig. Die Story ist daher so vorhersehbar wie jede andere auch. Bei Disney gibt es keinen richtigen Innovationsgedanken und kleine Mädchen, die auf einen neuen Trend von Disney aufspringen, wird es wohl auch immer geben. Von daher wird die Zielgruppe immer erreicht, auch wenn die Filme immer die gleichen sind. Ob es „Pocahontas“, „Arielle, die Meerjungfrau“, „Die Eiskönigin“ oder „Vaiana“ ist.

Erzählerisch bewegt sich der Film also auf einem absolut normalen Niveau und weiß weder zu überzeugen noch zu enttäuschen. Eine chronologische Darstellung der Ereignisse ist da auf jeden Fall nicht das schlechteste Mittel. Ein paar Dinge gibt es allerdings schon noch, die man hervorheben darf. Es gibt Passagen, in denen die Figuren ihre schönste Gesangsstimme rausholen und ein Lied nach dem anderen schmettern. Das passt sehr gut und Disney bleibt hier seinem alten Stilmittel treu. Kleine Mädchen singen halt gerne und die Lieder im Film laden sie herzlich dazu ein.

Die Animationen sind sehr gut umgesetzt. Ich war fasziniert von den Haaren, denn jedes Mal, wenn sie sich bewegten, dachte ich: „Boah. Die sehen extrem realistisch aus.“ Und spätestens, wenn Teile der Geschichte mit einem Zeichentrickstil karikiert werden, denkt man: „Wow, jetzt werden in einem Animationsfilm Teile der Handlung mit einem anderen Zeichentrickstil dargestellt.“. Da hat man die hohe Kunst des Animierens schon fast in seiner Gänze gesehen.
Insgesamt macht „Vaiana“ an diesem Punkt sehr viel richtig und das ist den Machern auch durchaus bewusst.

Der Humor in einem Disney-Animationsfilm darf natürlich auch nicht fehlen, aber in diesem Fall fällt er nicht ganz so gut aus, wie in anderen Filmen. Mir fiel es schwer, irgendeine Figur witzig zu finden und mitunter war der Witz auch durchaus infantil. Eine Ausnahme ist der Hahn Heihei, der immer wieder unvorhersehbare Dinge macht.

Mit ca. 103 Minuten finde ich den Streifen allerdings auch deutlich zu lang. Andere Filme schaffen es auch in weniger Zeit, die gleiche Story zu erzählen. In diesem Punkt finde ich daher „Vaiana“ nicht ganz gelungen. Die Längen merkt man dem Film an, ich war schnell gelangweilt. Bei kleinen Mädchen wird wahrscheinlich ein anderes Problem in den Vordergrund treten, denn kleine Kinder haben meistens kleine Blasen.

Meine Meinung:
„Vaiana“ hat mir den typischen Disney-Stoff vorgestellt und das Ganze in ein anderes Setting gepackt. Mit Polynesien bekommt man da auf jeden Fall mal etwas anderes zu Gesicht, das auch durchaus zu überzeugen weiß.
Die Animationen waren zwar sehr gut und auf einem Top-Niveau, jedoch blieb die Handlung weit hinter ihren Möglichkeiten, da sie auch zuweilen sehr vorhersehbar ist.

Spannung kommt nur punktuell, es reicht aber nicht, um mir den Film großartig schmackhaft zu machen. Einmal anschauen reicht also völlig aus. Im Gegensatz zur „Eiskönigin“ kann „Vaiana“ nicht mit vielen witzigen Nebenfiguren punkten, die man immer wieder gerne neu kennenlernen möchte.

„Vaiana“ – nice to know, ohne Überraschungen, mit tollen Animationen.

Meine Wertung:
Spannung: 5,0 von 10
Animationen: 10 von 10
Humor: 5,0 von 10
Story: 6,5 von 10
Länge: 5,0 von 10
Musik: 8,5 von 10
GESAMT: 6,7

[Gastrezension] Aladdin

IMG_4453Titel: Aladdin
Genre: Zeichentrickfilm
Regie: John Musker / Ron Clements
Musik: Alan Menken
Produzenten: John Musker
Dauer: ca. 86 Minuten
Erscheinungsjahr: 1992
Altersfreigabe: FSK 0

“Nichts macht der gutherzige Straßendieb Aladdin lieber, als gemeinsam mit seinem lustigen Äffchen Abu griesgrämige Händler auszutricksen. Trotzdem träumt er von einem anderen Leben, seit er Jasmin, die Tochter des Sultans, kennengelernt hat. Als Aladdin in Besitz einer Wunderlampe gelangt, verändert sich alles. Der gigantische, unglaublich ausgeflippte Flaschengeist Dschinni erscheint und gewährt ihm drei Wünsche. Aladdin wird klar, dass er mit Hilfe von Dschinni die schöne Jasmin für sich gewinnen kann.“
(Rückentext der DVD)

Eine Jasmin-Barbie, ein Aladdin-Stickerheft, ein Jasmin-Kostüm zu Fasching im Kindergarten. Meine frühe Kindheit war geprägt von diesem Film. Doch ich besaß ihn nie, sondern nur meine Cousine. Ich hatte immer nur eine Videokassette mit dem zweiten Teil: „Dschafars Rückkehr„. Darum war es für mich etwas ganz Besonderes, diesen Film zu meiner Sammlung hinzuzufügen.

Selbst, wenn man den Film nie gesehen hat, hat man sicherlich von Aladdin und seinem Dschinn aus der Lampe gehört, denn diese Geschichte ist in den Märchen aus 1001 Nacht enthalten.
Disney hat die Geschichte für die Meisterwerke-Reihe adaptiert.

Gerade durch das orientalische Setting hebt sich diese Geschichte von den anderen Disney-Filmen ab. Tiger und Affen als Haustiere, Paläste mitten in der Wüste, Fakire oder Großwesire – spielerisch werden Kinder in diese fremdartige Kultur eingeführt.
Wie immer kann man als Erwachsener neben all dem Spaß noch ein bisschen mehr sehen und erkennt Details, wie rückständige Bestrafungsmethoden, Ränkespiele im Palast und Zwangsehen in den gehobenen Schichten.

Doch die ernsten Themen nehmen einen Minimalrahmen ein. Im Vordergrund steht Liebe, Vertrauen und Spaß. Vor allem letzterer kommt nicht zu kurz. Aladdins Affe Abu und der Papagei des Bösewichts Dschafar, Jago, liegen auf der Humorhitlist auf Platz 2. Unangefochten lustigster Charakter ist Dschinni. Mit seinen humorvollen Einfällen, rasanten Zaubern und dem großen Herz bringt er den Zuschauer in regelmäßigen Abständen zum Lachen.
Doch auch die anderen Figuren ziehen den Zuschauer in ihren Bann. Trotz unrealistischer Körpermaße erwachen sie für diese 86 Minuten zum Leben und überzeugen mit all ihren Gefühlen. Mit all der Angst und der Hoffnung, der Liebe und dem Hass, der Großzügigkeit und Gier.
Besonders faszinierend ist hierbei der fliegende Teppich, der ohne Kopf und ohne Sprache jedes seiner Gefühle überzeugend und verständlich darstellt.
Obwohl man also nur Zeichentrickfiguren zuschaut, agieren sie unglaublich authentisch.

Wie immer ist neben den Figuren und der Geschichte ein zentrales Element die Musik. Bei „Aladdin“ steht sie im Gleichgewicht mit den gesprochenen Szenen. Man rutscht also nicht von einem Lied ins andere. Sie wurden bewusst und gezielt eingesetzt, um das zuvor gezeigte zu untermalen und zu verdeutlichen. Sie bringen die Geschichte aber nicht gravierend nach vorn, wie es in manch anderen Disney-Filmen der Fall ist.
So richtig viel Ohrwurm-Garantie haben die Lieder jedoch leider nicht. „Ein Traum wird wahr“ (engl.: „A Whole New World“) ist wohl das herausragendste Lied, von dem man sich den Text und die Melodie einprägt. Der Rest ist nach dem Film fast komplett wieder vergessen, auch wenn es grundsätzlich schöne Songs sind.

Mit fast anderthalb Stunden liegt eine sehr gute und angemessene Filmlänge vor. Die Geschichte wurde in der Zeit auserzählt, wies jedoch keine Längen auf.

Wenn man genau aufpasst, erkennt man sogar einige Anspielungen auf andere Disney-Filme oder Kino-Klassiker.

Meine Meinung:
Ob nun Jasmins Schönheit, Aladdins Gutherzigkeit oder Dschinnis Kunststücke – „Aladdin“ verzaubert sein Publikum.
Fast 25 Jahre ist der Film schon alt und immer noch hat er nichts von seinem Charme und seiner Liebenswürdigkeit verloren. Ich sehe ihn immer noch unglaublich gern und nun auch endlich auf meiner eigenen DVD und nicht auf der Videokassette meiner Cousine.
Mit „Aladdin“ macht man bei einem Disney-Filmabend nichts verkehrt. Man kann sich durch die spaßigen Lieder, frechen Tiere und schönen Bilder richtig in das Geschehen ziehen lassen.
Wen wundert es bei all meiner Aladdin-Liebe noch, dass sowohl das dazugehörige Musical ganz oben auf meiner To-Do-Liste steht als auch der zweiten Teil schon zum Gucken bereit liegt?!

Meine Wertung:
Spannung: 8,0 von 10
Zeichentrick: 9,0 von 10
Humor: 8,5 von 10
Story: 8,5 von 10
Länge: 9,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
GESAMT: 8,3

Reihenfolge:
1. Aladdin
2. Dschafars Rückkehr
3. Aladdin und der König der Diebe

Autor: buecherherz