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Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten

Titel: Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten (engl. „Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides“)
Genre: Abenteuer / Fantasy
Regie: Rob Marshall
Musik: Hans Zimmer
Produzenten: Jerry Bruckheimer
Dauer: ca. 136 Minuten
Erscheinungsjahr: 2011
Altersfreigabe: FSK 12

„In diesem actiongeladenen Abenteuer dreht sich alles um Wahrheit, Verrat und Verdammnis: der eigensinnige Piratenkapitän Jack Sparrow ist diesmal hinter der Quelle der ewigen Jugend her. Auch der berüchtigte Captain Blackbeard (Ian McShane) will die Quelle finden – zusammen mit der schönen, verwegenen Freibeuterin Angelica (Penélope Cruz), die mit beiden Männern so einiges verbindet. Es beginnt eine Reise ins Ungewisse, auf der die Piraten sich nicht nur gegen mysteriöse Meerjungfrauen und skrupellose Halsabschneider, sondern auch gegen Jacks alten Rivalen Hector Barbossa (Geoffrey Rush) behaupten müssen.“
(Rückentext der BluRay)

Jetzt bin ich endlich fertig mit den „Fluch der Karibik“-Filme meines Schwagers. Es wird ihm eine Lehre sein, mir seine Filme auszuleihen. Nachdem ich seine vier Filme nun einige Jahre hier liegen hatte, habe ich „kurz vor Schluss“ die letzten beiden Teile noch schnell geguckt.

Bevor ich mit meiner Rezension beginne, starte ich mit einer kleinen Kritik.
„Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten“ ist ein klassisches Beispiel von „den Hals nicht voll genug kriegen können“. Einige von euch werden meine Meinung teilen, andere vielleicht nicht, aber für mich fühlt sich dieser Teil sehr danach an, dass Disney in erster Linie die Kinokassen klingeln hören wollte. Storytechnisch ist „Fremde Gezeiten“ ein Neubeginn für eine weitere Fluch-der-Karibik-Trilogie. Aus meiner Sicht hat es diese Weiterführung nicht gebraucht.
Und hier steige ich auch mit meiner Rezension ein.

Die Handlung ist chronologisch erzählt, weist einige witzige Momente und einen stringenten Verlauf auf. Aber ich hadere. Ich hadere damit, dass dieser Film nicht nötig war. Ganz offensichtlich war ein Bedürfnis der Zuschauer vorhanden, aber reicht das?
Im Grunde bringt die Geschichte um Jack Sparrow Spaß und weist auch einige tolle und interessante Figuren auf. Als Neustart ist dieser Streifen also vollkommen ok.

Die Figuren sind oft, meiner Meinung nach sogar viel zu oft, eindimensional. Johnny Depp spielt nun zum vierten Mal diese Rolle und ich habe eigentlich keine Lust mehr auf ihn. Egal in welchem Film Johnny Depp mitspielt, alles driftet in eine andere Version eines Jack Sparrows ab. Für die „Fluch der Karibik“-Reihe ist Johnny Depp allerdings ein Need, weil er das Bindeglied ist und das seine einzige Rolle ist, der er seinen Stempel gänzlich aufgedrückt hat. In den anderen Rollen haben wir einen Geoffrey Rush, der die gleiche Rolle in anderen Klamotten spielt. Leider bleibt er ähnlich blass wie Depp. Penélope Cruz spielt dieses Mal die weibliche Rolle und war – schlicht ausgedrückt – schwach. Unter den „größeren“ Rollen war einzig und allein Ian McShane als Blackbeard überzeugend, leider hatte er insgesamt aber viel zu wenig Screentime. Sein erstes Erscheinen war auch erst nach einer guten Stunde und dadurch konnte er sich nicht so sehr zeigen.
Emotionen spielen ganz am Rand eine Rolle und sind eigentlich die meiste Zeit sehr zurückgenommen. In einer Nebenhandlung gibt es Potential und werden Ansätze gezeigt, aber insgesamt zu wenig. Die Figuren handeln aber in der Regel logisch und echt – entsprechend ihrer persönlichen Vergangenheit. Auch hier sticht Ian McShane als Blackbeard raus. Als geheimnisvollste Figur kommt er daher und agiert unberechenbar und authentisch.

Alles rund um die Spannung ist so eine Sache. Es gibt immer mal wieder Momente, in denen der Film fesselt, aber auch dieser Streifen hat seine Längen. Im Vergleich zum dritten Teil hat er sogar sehr viel mehr Längen, trotz der deutlich geringeren Laufzeit und das macht es schwierig, hier ein Lob für die Spannung auszusprechen. Die Geschichte dümpelt leider viel zu oft vor sich hin und dadurch, dass Jack Sparrow bzw. Johnny Depp mich – also mich persönlich – nervt, waren mir die Figuren oft egal, wodurch ich nicht mitgerissen wurde.

Setting und Musik waren wieder erstklassig. Hans Zimmer ist ein Meister, da gibt es nichts dran zu rütteln. Die Kulissen, Outfits, Effekte, Kämpfe und alles drum herum: Erstklassig.

Meine Meinung:
Wenn es einen Need gibt, dann bitte eine Geschichte ohne Jack Sparrow, am besten eine Vorgeschichte von Blackbeard. Alles andere, was mit Johnny Depp als Jack Sparrow zu tun hat, ist einfach nur Gier und einfallslos. Aus unternehmerischer Sicht kann ich es verstehen, als Filmliebhaber ist es mir aber zu doll. In meinen Augen ist die „Fluch der Karibik“-Reihe ausgelutscht.
Fans werden aber, wie so oft, ihren Spaß haben, ich hatte ihn nur so lala.

Meine Wertung:
Spannung: 5,0 von 10
Story: 6,0 von 10
Länge: 4,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 4,0 von 10
Authentizität: 6,0 von 10
Musik: 9,0 von 10
Setting: 10 von 10
GESAMT: 6,3

Reihenfolge:
1. Fluch der Karibik
2. Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2
3. Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt
4. Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten

Bedtime Stories

IMG_6042Titel: Bedtime Stories
Genre: Komödie
Regie: Adam Sandler
Musik: Rupert Gregson-Williams
Produzenten: Adam Sandler / Andrew Gunn / Jack Girraputo
Dauer: ca. 95 Minuten
Erscheinungsjahr: 2008
Altersfreigabe: FSK 0

„Tagsüber arbeitet Skeeter Bronson (Adam Sandler) als Hausmeister in einem Luxus-Hotel. Als seine Schwester (Courtney Cox) für einige Tage verreist um sich einen neuen Job zu suchen, passt der liebenswürdige Hausmeister abends auf seine Nichte und seinen Neffen auf. Um die beiden zur Ruhe zu bringen, erzählt er ihnen Gute-Nacht-Geschichten und öffnet somit die Tür zu ihrer lebhaften Phantasie. Bald bemerkt Skeeter, dass die Erlebnisse aus den Phantasiegeschichten auf magische Weise Wirklichkeit werden und ein urkomischer Spaß beginnt…“
(Rückentext der DVD)

Es sind zwar keine Träume, die Wahr werden, aber Skeeter erlebt dennoch kuriose und aberwitzige Dinge.

Ich war sehr gespannt auf „Bedtime Stories“, zumal es ein Disney-Film und dann auch noch ein Film von und mit Adam Sandler ist, den ich seit jeher gerne gesehen habe. Ich versprach mir von der ganzen Konstellation (Disney und Sandler) einen abendfüllenden Familienfilm, der so ziemlich alles hat: Witz, Abendteuer und Spannung.
Wie fast jeden Film meiner DVD-Sammlung, habe ich auch diesen diverse Male gesehen und jedes Mal mit Spannung verfolgt.

Die Story dieses Filmes ist sehr einfach gehalten, die Erzählweise macht sie aber zu etwas Besonderem. Am Anfang und am Ende erzählt uns eine Stimme aus dem Off, um was es hier überhaupt geht und damit werden dem Zuschauer schon einmal ganz unvermittelt so ziemlich alle wichtigen Personen vorgestellt. Am Ende erzählt uns die gleiche Stimme, was aus wem geworden ist.
Dass tatsächlich alle Gute-Nacht-Geschichten auf eine kuriose Art und Weise mehr oder minder „Wirklichkeit“ werden, macht den Film noch einmal mehr sehr überraschend. Auch die eine oder andere Wendung ist vorhanden, die die Geschichte auflockert und durch eine neue Situation die Zuschauer wieder einfängt.

Spannung wird eigentlich jeden Abend und an jedem darauffolgenden Tag aufgebaut: Abends bekommt man eine Phantasiegeschichte zu sehen, mit allem drum und dran. Am nächsten Tag wird dann der Zuschauer erkennen, wie dieses „Märchen“ in der Wirklichkeit aufgelöst wird. Nur durch diese Erzählweise wird unglaublich viel Spannung und Abwechslung geboten, die den Zuschauer immer wieder animieren dran zu bleiben.

Alles profitiert von dieser Erzählweise, unter anderem auch der Humor. Der Witz wirkt dann mehr so, als sei alles situationsabhängig und -komisch. Kein Phrasengedresche, keine witzigen Sprüche, sondern eher witzige Handlungen machen diesen Streifen zu einer Komödie für die ganze Familie.

„Bedtime Stories“ hat viele gute Eigenschaften, unter anderem auch, dass viele Emotionen zugelassen werden. Ein typischer Walt-Disney-Film behandelt immer irgendwie das Thema Liebe und Familie. Es wird immer wieder Bezug zu diesem Thema aufgenommen, sodass fast alle Charaktere sehr bodenständig und familiär wirken.
Authentisch sind so ziemlich alle Charaktere, von Onkel Skeeter bis hin zu Glubschi, dem Meerschweinchen. Kein Charakter ist aufgesetzt oder übertrieben künstlich und so fällt es dem Zuschauer auch leicht, sich mit dem einen oder anderen Charakter zu identifizieren.

Auch in dem Punkt der Filmmusik ist es ein klassischer Disney-Film, nur ohne dieses ewige Rumsingen. Die Musik ist spannungsaufbauend und unterstützend, sie untermalt gekonnt Szenen und drängt sich keineswegs in den Vordergrund, am Ende dient sie nur dem Film und stellt diesen in den Mittelpunkt.

Meine Meinung:
„Bedtime Stories“ ist ein entspannender und zugleich sehr interessanter Film, der mich immer in seinen Bann ziehen kann. Er hat einen unglaublich hohen Unterhaltungswert und weiß mit vielen Dingen zu überzeugen.

Die Länge des Filmes war für mich auch ideal, sodass ich mich in keinster Weise gelangweilt gefühlt habe.

Humor und Spannung gepaart mit einer tollen Erzählweise und einer freundlichen Handlung bieten damit ein rundum gutes Gesamtpaket für einen Familien-DVD-Abend.

Meine Wertung:
Humor: 8,5 von 10
Spannung: 8,5 von 10
Story: 8,5 von 10
Länge: 8,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,5 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 8,0 von 10
GESAMT: 8,3