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American Gods (Staffel 1)

Titel: American Gods (Season 1)
Idee Serie: Bryan Fuller / Michael Green
Idee Romanvorlage: Neil Gaiman
Genre: Fantasy / Mystery
Titellied: Brian Reitzell
Dauer: 8 Folgen à ca. 50-60 Minuten
Erscheinungsjahr: USA: 2017 / Deutschland: 2017
Altersfreigabe: FSK 16

„Als Shadow Moon nach dem tragischen Tod seiner Frau aus dem Gefängnis entlassen wird, trifft er auf den geheimnisvollen Mr. Wednesday und nimmt eine Stelle als sein Bodyguard an. Schnell findet er sich in einer verborgenen, magischen Welt wieder, in der die alten Götter an ihrer zunehmenden Bedeutungslosigkeit leiden, weil neue Götter immer mächtiger werden. Gemeinsam begeben sie sich auf einen Roadtrip quer durch Amerika, um die alten Gottheiten im Kampf zu vereinen und ihren Ruhm wiederherzustellen.“
(Rückentext der DVD)

Ach ja, ich hatte mich wirklich gefreut, mit „American Gods“ anzufangen und es hat auch kaum ein Wochenende gedauert, bis ich die komplette Staffel durch hatte. Wie ich nun letzten Endes die Staffel empfunden habe, erfahrt ihr in meiner Kritik.

An erster Stelle sei gesagt, dass diese Serie auf dem gleichnamigen Roman von Neil Gaiman basiert. Die erste Staffel erzählt aber, laut Aussagen der Produzenten und Schauspieler, nicht einmal ein Drittel des Romans. Es ist also nur eine Frage der Zeit, wann Staffel 2 realisiert wird.

Die Handlung lässt sich, meiner Meinung nach, gar nicht mal so leicht zusammenfassen, wie es der Rückentext versucht. Natürlich gibt es eine „Hauptstory“, die sich wie ein roter Faden durch die komplette Staffel zieht, aber die Erzählstruktur ist eine etwas andere.
Es geht also nicht nur um Shadow Moon und Mr. Wednesday, die zusammen einen Roadtrip machen, sondern auch um viele Dinge, die Abseits dessen passieren. Dennoch hat mir das Gebotene gut gefallen.

Spannend anzusehen war, dass jede Folge anders ist und auch von anderen Stilmitteln dominiert wird. Bereits in der ersten Folge wurde ich auf unterschiedliche Arten überrascht. Einerseits fixt die Charaktertiefe auf eine so überzeugende Art an, dass man unbedingt weiterschauen möchte, andererseits ist die Brutalität auf einem so hohen Level, dass mich die „FSK 16“-Einstufung schon sehr stark wundert.

Im Verlauf der Serie habe ich festgestellt, dass insbesondere am Anfang das Potential voll ausgeschöpft wurde und mit jeder Folge immer ein Stückchen mehr verloren geht. Heißt im Umkehrschluss, dass am Ende der letzten Folge nicht mehr ganz so viel Serienspaß übriggeblieben ist, wie am Anfang hineingegeben wurde. So verhält es sich zumindest mit der Spannung.

Die Handlung ist in ihrer Struktur der Erzählung mitunter auch sehr verwirrend. Ich erinnere mich, dass eine Episode an einem gewissen Punkt aufhört und die nächste Folge an einem ganz anderen Punkt startet und sich dann auch nicht auf die vorangegangene Episode und deren Geschehnisse bezieht. Wenn das Ganze ohne jegliche Erklärung passiert, dann fragt man sich als Zuschauer schon, was das nun soll.
Bis auf den ominösen, roten Faden gibt es fast keine tiefergreifende Struktur. Definitiv kann man aber sagen, dass jede Folge anders ist und es immer wieder Elemente gibt, die dem Zuschauer besser oder schlechter gefallen.

Mir haben auch die unterschiedlichen Charaktere sehr gut gefallen, denn die Unterschiede sind mitunter gravierend. Jede Figur hat irgendein charakterliches Merkmal, das sie besonders auszeichnet und da gibt es keinen Darsteller, der seine Figur nicht glaubwürdig verkörpert hat. Dabei war es vollkommen egal, ob die Figur mit spannenden, aber zugleich absurden Monologen hervorsticht oder ob die Figur aus Irland, der ehemaligen Sowjetunion oder aus dem Grab kommt.

Emotionstechnisch bewegen wir uns auf vielen Ebenen und bekommen auch dementsprechend vieles und Unterschiedliches zu sehen. Ich habe gerne beobachtet, wie sich eine Figur durch den Tod verändert hat.

Es gab insgesamt viele Szenen, die sich in mein Gehirn gebrannt haben und die sich noch lange in meinem Gedächtnis befinden werden. An erster Stelle sind es die, die dem Zuschauer zeigen, wie die Götter nach Amerika gekommen sind, weil sie eigentlich auch zeigen, wie die Götter insgesamt an einen Ort gekommen sind.

Das Setting ist besonders aufregend. Es gibt viele Szenenwechsel, unterschiedlichste Kulissen, Kameraeinstellungen, Perspektiven, Filter und Farben. Alles in allem eine sehr aufwendige und überzeugende Präsentation. In Verbindung mit dem Score bekommt man zeitweise sogar auf der Audioschiene eine tolle und hochwertige Arbeit geboten.

Meine Meinung:
Die erste Staffel von „American Gods“ hat mir trotz seiner unverkennbaren Schwächen gut gefallen. Aber von vorne: Setting, Charaktere und Authentizität/Emotionen fallen positiv auf. Nicht so gut kommen die Erzählweise, die abnehmende Spannung und die immer wiederkehrenden Längen an.

Grundsätzlich hat mir die Staffel schon gefallen, auch wenn ich mit dem Ende der 8. Folge und dem Verlauf der Handlung etwas hadere. Es gab allerdings immer wieder Elemente, sei es visueller oder anderer Natur, die mich für mein Dranbleiben belohnten.
Für die zweite Staffel ist auf jeden Fall noch viel Luft nach oben vorhanden und ich freue mich auch schon auf sie, alleine schon um zu sehen, wie diese dann umgesetzt wird.

Meine Wertung:
Story: 7,0 von 10
Spannung: 5,5 von 10
Länge: 5,5 von 10
Authentizität: 9,0 von 10
Emotionen: 8,0 von 10
Setting: 8,0 von 10
Musik: 8,0 von 10
GESAMT: 7,3

Mitternachtszirkus – Willkommen in der Welt der Vampire

IMG_5965Titel: Mitternachtszirkus – Willkommen in der Welt der Vampire (engl. „Cirque du Freak – The Vampire´s Assistant“)
Genre: Fantasy / Romanverfilmung
Regie: Paul Weitz
Musik: Stephen Trask
Produzenten: Ewan Leslie / Lauren Shuler Donner
Dauer: ca. 104 Minuten
Erscheinungsjahr: 2009
Altersfreigabe: FSK 12

„Der 16-jährige Darren Shan (Chris Massoglia) besucht einen unheimlichen Mitternachtszirkus, wo er von einem Vampir (John C. Reilly) gebissen wird. Weil er nicht in sein altes Leben zurück kann, geht der untote Teenager mit der Freakshow auf Tournee. Für Darren beginnt ein fantastisches neues Leben mit Vampiren, Wolfsmenschen und einer bärtigen Frau (Salma Hayek). Das alles könnte total cool sein, wenn nicht plötzlich Krieg zwischen den Vampiren ausbrechen würde. Nun ist es Darrens Aufgabe, die Welt zu retten – sonst ist die Menschheit dem Untergang geweiht…“
(Rückentext der DVD)

Ich glaube, es war 2011 oder 2012, als ich „Mitternachtszirkus – Willkommen in der Welt der Vampire“ zum ersten Mal sah. Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern. Auch wusste ich den Titel nicht mehr ganz genau außer dem Wort ‚Mitternachtszirkus’, den Rest dazu hatte ich bereits vergessen. Das hat auch vollkommen gereicht. Bei dem DVD-Dealer meines Vertrauens war der Film leider nicht vorrätig, aber dennoch konnte ich ihn mir am Ende einer Woche abholen. An die Story an sich konnte ich mich auch nicht mehr so genau erinnern, doch jetzt habe ich mir den Film ein weiteres Mal angesehen.

Die Geschichte basiert auf der zwölfteiligen Darren-Shan-Serie von dem Autoren Darren O´Shaughnessy. In „Mitternachtszirkus“ werden die ersten drei Bücher filmisch umgesetzt.
Die Story wird chronologisch und eher unaufgeregt erzählt. Kniffe sind eigentlich so gut wie keine vorhanden und darüber hinaus war die Handlung überaus vorhersehbar. Es wurde alles sehr neutral und ohne Wertung erzählt und dargestellt. Spannung wurde in dem Fall nicht durch die Erzählung an sich erzeugt, sondern eher durch den Eigenantrieb, den eine Geschichte mit der Zeit bekommt.
Begünstigt durch die Personenkonstellation und die Geschehnisse entstehen interessante Momente, ohne dabei richtig spannend zu sein.

Mit 104 Minuten ist die Geschichte auch mehr als auserzählt. Gefühlt geht der Film 15 Minuten zu lang. Obwohl die „entfallenen Szenen“ auch schon rund 20 Minuten gingen, hätte man „Mitternachtszirkus“ getrost ein bisschen stärker kürzen können, ohne dabei den Hauptstrang zu verfälschen.

Es gibt nicht so viel, woran man die Authentizität fest machen kann. Ein Punkt sind die Emotionen, die allesamt nicht sonderlich ausgeprägt waren. Ein kleiner Flirt hier, ein bisschen Sorgen machen da, aber keine großen Emotionen. Auch auf der Seite der Antagonisten ist es kein unerbittlicher Hass, sondern eher ein: „Ihr nervt mich nur unglaublich und deswegen mag ich euch nicht“. Es gibt kein Aufbäumen, keine extremen Gefühle und somit auch nichts, oder nur sehr wenig, was den Zuschauer mitreißen kann. Ein weiterer Punkt ist natürlich die Originalität. Dabei stellt sich mir die Frage: Wie glaubwürdig ist der Schauspieler in seiner Rolle? John C. Reilly als einen herangereiften Vampir zu sehen, ist einfach toll. Er macht seine Sache gut und überzeugend. Und auch all die anderen Figuren sind toll besetzt. Selma Hayek als Madam Truska ist ebenso gut, wie Patrick Fugit als Evra der Schlangenjunge.
Josh Hutcherson („Tribute von Panem“), Ken Watanabe („Batman Begins“) und Willem Dafoe („Das Schicksal ist ein mieser Verräter“) sind noch ein paar weitere Namen, die an diesem Film mitgewirkt haben und das Potential steigern.
In ihren Rollen haben wirklich alle Schauspieler gut gepasst und waren, bis auf den Teil der Emotionen, originell.

Dafür, dass es sich bei „Mitternachtszirkus“ eigentlich um einen Fantasyfilm handelt, war der Film erstaunlich humorvoll, denn immer wieder treten die Hauptfiguren mit einem flapsigen Spruch in Erscheinung und lockern die Szenen merklich auf. Dabei behält der Film immer sein düsteres Erscheinungsbild. Die Pointen sind dadurch noch überraschender.

Die Musik ist zwar unterstützender Natur, allerdings ist sie nicht ausschließlich klassisch komponiert. Immer wieder schleichen sich ungewohnte Klänge ein, die Szene auf eine ungewohnte Art unterstreichen. Überwiegend ist allerdings auch die Filmmusik eher düster gehalten. Mal etwas anderes.

IMG_5966Meine Meinung:
Ich mochte die Geschichte um Darren und den „Cirque du Freak“. Schade, dass sie weniger von dem Zirkus und den Kreaturen darin handelt, als von einem sich anbahnenden Krieg zwischen Vampiren.

Man kann aber generell sagen, dass sich dieser Film von vielen anderen Vampirfilmen oder -serien unterscheidet, denn er ist nicht halb so schnulzig. Überrascht hat mich, dass dieser Streifen für sein Genre sehr humorvoll und düster zugleich ist.

Auch wenn „Mitternachtszirkus – Willkommen in der Welt der Vampire“ viele Punkte liegen lässt, ist er ein sehr runder und wirklich guter Film.

Meine Wertung:
Spannung: 6,0 von 10
Story: 7,5 von 10
Länge: 5,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 6,5 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Humor: 7,0 von 10
Musik: 8,0 von 10
GESAMT: 6,9