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Swiss Army Man

Titel: Swiss Army Man
Genre: Tragikomödie
Regie: Daniel Kwan / Daniel Scheinert
Musik: Andy Hull / Robert McDowell
Produzenten: Jim Kaufmann / Gideon Tadmor
Dauer: ca. 93 Minuten
Erscheinungsjahr: 2016
Altersfreigabe: FSK 12

„Er hat weder einen ‚Freitag’ zur Ablenkung noch einen Volleyball zur Ansprache. Deshalb hat der auf einer einsamen Insel gestrandete Hank (Paul Dano) bereits mit seinem Leben abgeschlossen und sich den alles beendenden Strick geknüpft, als ihn ein merkwürdiges ‚Strandgut’ ablenkt und unverhofft zu seinem Lebensretter wird: Die aufgeblähte Leiche von Manny (Daniel Radcliffe) entpuppt sich als veritabler, (un-)toter Alleskönner, mit dem sich trefflich Boot fahren, jagen und sogar kommunizieren lässt. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft…“
(Rückentext der DVD)

„Swiss Army Man“ ist ein recht aktueller Film aus dem Jahr 2016. Im letzten Jahr gab es diverse Möglichkeiten, ihn im Kino zu sehen, doch leider verpasste ich jede. Selbst auf dem großen „Fantasy Film Fest“ in Hamburg, kam ich nicht dazu, ihn mir anzusehen.
Als er auf DVD erschien, habe ich dann gleich zugegriffen. Endlich konnte ich ihn sehen. Endlich.

„Swiss Army Man“ ist ein etwas anderer Film, sowohl inhaltlich, als auch technisch. Wenn es um die Kulissen, die Effekte und die Darsteller geht, trumpft er durch gekonntes Schauspiel, eine grundsolide Story, aberwitzige Effekte und viele Naturaufnahmen auf.

Die Geschichte dreht sich um Hank und Manny, die eher zufällig aufeinandertreffen. Die Reise beginnt auf einer einsamen Insel. Hank will seinem Leben ein Ende setzen und Manny wird angespült. Obwohl Manny offensichtlich nicht mehr am Leben ist, freundet sich Hank mit ihm an. Diese Freundschaft ist das grundlegende Thema im Film. Wie entsteht sie und noch viel wichtiger: Wie wird sie fast zur wichtigsten Sache der Welt?

Von Anfang an wird dem Zuschauer klar gemacht, dass das hier ein ganz besonderer Streifen ist. Das merkt man vor allem an den vielen Nahaufnahmen, die Hank oder Manny aus der Sicht des jeweils anderen zeigen. Der Zuschauer ist Zeuge einer extrem intensiven Freundschaft, die sich stetig aufbaut.
Schauspielerisch ist das Duo Radcliffe/Dano unglaublich stark. Ich gehe sogar so weit und sage, dass die Filmwelt und alle Filmliebenden auf genau so etwas gewartet haben. Die Filmschaffenden haben mit dem Casting dieser beiden Darsteller ein extrem glückliches Händchen bewiesen. Wobei, es war wohl abzusehen, wie gut sie sind, wenn man sich die bisherigen Arbeiten der Akteure genauer anschaut. Daniel Radcliffe überzeugt als Leiche, Schweizer Taschenmesser und ein mal mehr als Charakter-Darsteller. An dieser Stelle danke ich Gott für Paul Dano. Er hat mit seiner Rolle als Hank nicht nur eine überragende Rolle gespielt, sondern auch zu großen Teilen die Story auf seinen Schultern getragen. Er ist mit dieser Leistung über jeden Zweifel erhaben. Eine Absolute Top-Besetzung.
Die Nebendarsteller, die im Laufe des Filmes eingeführt werden und tatsächlich eine untergeordnete Rolle einnehmen, sind eins zu eins austauschbar. Sie dienen den beiden Hauptdarstellern zur Unterstützung. Dennoch kann man dem Cast nur ein sehr hohes Niveau zusprechen.

Die Musik ist ein extrem wichtiger Punkt in diesem Film. Man hört viel Percussions-Musik und das ein oder andere Schlagzeug, die aber nicht einfach nur rhythmisch, sondern melodisch, unterhaltsam und gleichzeitig in gewisser Weise auch puristisch sind. Es ist unglaublich beeindruckend, dass ein Film bewusst auf fertige Songs oder klassische Stücke verzichtet. Die vorkommenden „bap bap bap“-Gesänge klingen so, als ob sie von den Figuren selbst komponiert oder ausgedacht wurden. Vor diesem Gedanken untermalt die Musik das Grundthema der Freundschaft. Es klingt eben alles sehr improvisiert, und zwar so, wie es nur von Freunden improvisiert werden kann.

Was den Witz angeht, schafft der Streifen es, auf ganzer Linie zu unterhalten. Es sind allerdings weniger die pointierten Witze, die „Swiss Army Man“ macht, als mehr die Begebenheiten, die situationskomisch aufgearbeitet werden. Die gesamte Situation, in der sich Hank und Manny befinden, ist zwar eigentlich tragisch, aber auch absurd zugleich, sodass jede Szene mehr oder weniger abgedreht komisch und überspitzt ist.

Aus all den Punkten, lässt sich ein ziemlich genaues Bild davon zeichnen, ob „Swiss Army Man“ spannend ist. Eine klare Aussage möchte ich an dieser Stelle dennoch nicht geben, denn ich bin zweigeteilter Meinung. Spannung ist in diesem Zusammenhang vielleicht auch ein zu extremes Wort, es ist eher ein sehr gesteigertes Interesse. Als Zuschauer gibt es immer wieder Momente, an denen man sich mit den Figuren identifizieren kann und sich in die Charaktere einfühlt. Zum Ende hin wird dann tatsächlich aus durchgehend großem Interesse, auf wirklich hohem Niveau, Spannung.
Die komplette Laufzeit über lässt „Swiss Army Man“ den Zuschauer lachen, staunen und Herzklopfen haben. Abschließend kann ich diesem Streifen nur seinen Unterhaltungswert bestätigen, er ist definitiv immens.

Meine Meinung:
In der jüngeren Vergangenheit gibt es nur sehr wenige Filme, die mich ähnlich gut unterhalten haben. „Swiss Army Man“ ist von Anfang bis Ende ein starker Film, der mich beeindruckt, gefesselt und ein Stückweit umgehauen hat.

Ich kann jedem dieses kunstvolle Meisterwerk sehr ans Herz legen, denn es spricht den Zuschauer auf mehreren Ebenen an. Das wundervolle an diesem Streifen sind aber die beiden Hauptdarsteller, die wunderbar harmonieren. Der Soundtrack und die Handlung, gepaart mit dem Thema und der Inszenierung ergeben einen komplett runden Film.

Ich gehe sogar soweit und sage, dass dieser Film ein Highlight ist.

Meine Wertung:
Spannung: 7,0 von 10
Story: 9,5 von 10
Länge: 8,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 9,0 von 10
Authentizität: 10 von 10
Musik: 8,0 von 10
Humor: 8,5 von 10
GESAMT: 8,6

Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt

IMG_1744Titel: Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt (engl. „Scott Pilgrim vs. the World“)
Genre: Abenteuer-Komödie / Fantasy
Regie: Edgar Wright
Musik: Nigel Godrich
Produzenten: Edgar Wright / Marc E. Platt / Eric Gitter / Nira Park
Dauer: ca. 107 Minuten
Erscheinungsjahr: 2010
Altersfreigabe: FSK 12

„Der ebenso charmante wie arbeitslose 22-Jährige Scott Pilgrim (Michael Cera) spielt Bass in der Indieband Sex Bob-Omb und hat eben Ramona Flowers (Mary Elizabeth Winstead) kennen gelernt – buchstäblich das Mädchen seiner Träume. Aber leider muss er erst ihre sieben bösen Ex-Lover besiegen, wenn er Ramonas Herz gewinnen will.“
(Rückentext der DVD)

Scott kämpft sich in Videospielmanier in das Herz von Ramona.

„Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ ist eine rasante, trickreiche und oft komische Story. Mit tollen Schnitteffekten und comichaften Einblendungen wird erzählt, wie Scott Bossgegner für Bossgegner bekämpfen muss, um Ramonas Herz zu gewinnen. Die Story ist dabei sehr witzig erzählt und die tollen Effekte wirken wie in einer Sitcom, dadurch ist der Film sehr kurzweilig und ansprechend dazu.

Die Musik ist sehr stark indieorientiert, das liegt wohl auch daran, dass Scott in der Indieband Sex Bob-Omb Bassist ist. Die musikalische Untermalung erscheint unterhaltsam, ist aber oft eintönig, weil sie zu wenig Abwechslung bietet. Die kreative Videospielmusik hat hohen Entertainment-Faktor und erinnert dabei stark an die alten Jump’n’Run-Spiele, die man noch auf Super Nintendo gezockt hat.

Der Film unterhält unglaublich gut und deswegen sind 107 Minuten etwas zu kurz, da die besondere Erzählweise, die Story, die Charaktere und die Konstellation verdammt gut sind. Ich hätte mir einen Film mit über 2 Stunden Länge gewünscht und der Stoff hätte es hergeben können.
Obwohl sich hinter „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ eine Liebesgeschichte verbirgt, bekommt man wenig Gefühlskino geboten. Vielmehr wirkt alles wie im Leben eines Teenagers, das vom Gefühl her eh immer etwas schwankend ist.

Alle Charaktere sind gewollt überzeichnet und dadurch kann es dem Zuschauer schwer fallen, sich mit einem oder mit jedem zu identifizieren. Das übertriebene Darstellen der Akteure lässt nichtsdestotrotz alles sehr originell erscheinen.

Die Kameraführung bietet sehr viel Abwechslung. Detailreiche Spielereien wechseln sich mit guten Totalen ab. Die Kamerafahrten sind sehr stabil und trotz der Kampfszenen bleibt das Bild scharf. Die Kulissen sind sehr ausgewogen, stilecht und passen absolut perfekt in den Film. Durch das Einfügen eines comichaften Schriftzuges an den einen oder anderen Stellen wird der Film auch in diesem Punkt unterhaltsamer und entertaint auf ganzer Linie.

Meine Meinung:
Mit „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ hat Edgar Wright einen Film geschaffen, der genau so unterhaltsam ist wie seine vorherigen Werke, wie z.B. „Hot Fuzz“ oder „Shaun of the Dead“.

Der Film gefällt mir sehr. Ich habe viel Freude an der Musik und wie sie in den Film eingebaut ist. Auch gefallen mir die Charaktere, sowohl wie sie dargestellt sind als auch die Personenkonstellation. Der Film ist aber mit seinen knappen 107 Minuten mir eindeutig zu kurz, er hätte noch locker 20 Minuten länger sein können.

Auch hatte ich großen Spaß an der tollen Kameraführung, die, wie bereits erwähnt, durch tolle Schnitteffekte und Comic-Schriftzüge aufgewartet wird. Der Film ist sehr sehenswert und hat im Großen und Ganzen auch etwas für die Lachmuskeln zu bieten.

Meine Wertung:
Humor: 6,5 von 10
Story: 6,0 von 10
Länge: 5,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,0 von 10
Authentizität: 5,5 von 10
Musik: 7 von 10
Kameraführung: 8,5 von 10
GESAMT: 6,2