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Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2

Titel: Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2 (engl. „Pirates of the Caribbean: Dead Man´s Chest“)
Genre: Abenteuer / Fantasy
Regie: Gore Verbinski
Musik: Hans Zimmer
Produzenten: Jerry Bruckheimer
Dauer: ca. 145 Minuten
Erscheinungsjahr: 2006
Altersfreigabe: FSK 12

„Davy Jones, der mysteriöse Captain des ‚Flying Dutchman’ hat noch eine Rechnung mit Jack Sparrow offen – doch der hat zunächst ganz andere Probleme: Ein Kannibalenstamm möchte ihn am liebsten auffressen! Auch Will Turner und seine stürmische Verlobte Elizabeth sind hinter Jack her – und alle machen sich auf die abenteuerliche Suche nach der geheimnisumwitterten ‚Truhe des Todes’. Die wilde Jagd führt sie kreuz und quer durch die Karibik – furiose Säbelgefechte und Voodoozauber inbegriffen!“
(Rückentext der DVD)

Ich habe mir vor ganz langer Zeit von meinem Schwager die „Fluch der Karibik“-Reihe ausgeliehen. Vor circa einem Jahr habe ich mir den ersten Teil angeschaut, nun kam Teil 2 dran. Ich bin dann also hoffentlich in drei Jahren fertig. Die ersten drei Filme habe ich bereits alle schon einmal gesehen und wollte sie nun noch einmal schauen.

Die Handlung ist chronologisch und ohne großartige Kniffe erzählt. Wie auch im ersten Teil dreht sich alles um Captain Jack Sparrow, Will Turner und Elizabeth, die wieder in irgendeiner Form ein Abenteuer erleben. Ich muss vorwegnehmen, dass dieser Film bei weitem nicht so viel richtig macht wie sein Vorgänger.
Die ersten 40-50 Minuten sind verzichtbar. Das liegt aber auch daran, dass die Handlung in dieser Zeit einfach nichtssagend ist. Man kann sehr gut irgendetwas Nützliches im Haushalt erledigen, ohne dass man Angst haben muss, etwas zu verpassen.
Um es auf den Punkt zu bringen: 90 statt 145 Minuten Laufzeit wären auch absolut ausreichend gewesen.
Die Story handelt im Wesentlichen davon, dass Jack Sparrow die „Truhe des Todes“ sucht und zwischenzeitlich bei einem karibischen Kannibalenstamm auf dem Thron landet. Wie er dahin gekommen ist und warum ausgerechnet dieser Stamm ihn so anhimmelt, bleibt im Grund offen und wird nicht geklärt. Auch Will Turner und Elizabeth werden in die Handlung eingeflochten, sodass Jack und die anderen zwei aus den unterschiedlichsten Motiven gemeinsame Sache machen können.

Die Figuren sind im Vergleich zum Vorgänger auch weniger facettenreich, weniger flexibel in der Spielweise und daher auch bei weitem nicht so glaubwürdig. Das ärgert mich wirklich sehr, vor allem hatte ich den Streifen besser in Erinnerung.

Spannungstechnisch verhält es sich ähnlich, wie mit der Handlung. In der ersten Stunde kommt nicht so richtig etwas zusammen und ab dann wird man auch nicht so richtig überzeugt. Zu wenig wird dafür getan, dass sich der Streifen entfalten kann. Der Zuschauer wird nicht so gut abgeholte, wie es noch im Vorgänger der Fall gewesen ist. Zumindest reichen gute Effekte und choreografierte Abenteuerszenen nicht aus.
Auch sonst geht von der Handlung oder der Erzählweise keine Spannung aus.

Die Figuren sind, wie bereits erwähnt, viel zu statisch, als dass sie irgendetwas Positives beitragen könnten. Sie sind auch nicht glaubwürdig. Am Beispiel von Johnny Depp lässt sich sagen, dass seine „typische“ Jack-Sparrow-Art hier erstmalig anfängt zu nerven. Eine Mischung aus Overacting und Parodie auf einen Piraten. Auch die anderen Charaktere machen im Wesentlichen nichts besser und der Einzige, der überzeugt, ist weitestgehend computeranimiert.

Musik und Setting sind die einzigen beiden Kategorien, in denen dieser Film überzeugen konnte. Die Musik ist von Hans Zimmer wunderbar komponiert und arrangiert. Ein Negativpunkt gibt es allerdings: Sie will, unberechtigterweise, in den Vordergrund und gefühlt immer mehr beweisen, als sie tatsächlich geben kann. Das Setting und die Kulissen sind einfach überzeugend. Das Design der Piratenschiffe, Kostüme und Kamerafahrten haben einfach super gepasst und fangen das Thema perfekt ein. Das Abenteuerfeeling, das ich noch im ersten Teil hatte und bewunderte, fehlte mir aber fast gänzlich. Der Film glich einem Actionspektakel, das mit tollen Kampfszenen daherkam, aber für mich nicht einmal ansatzweise mit dem ersten Teil zu vergleichbar ist. „Priates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2“ hat daher einen faden Beigeschmack und schafft es nicht zu überzeugen.

Meine Meinung:
So traurig und hart es klingt, aber „Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2“ war reinste Zeitverschwendung. Mich haben die Figuren nicht überzeugt, die Handlung nicht abgeholt und es wurde auch keine Spannung aufgebaut. Technisch war er nett anzusehen und auch die Effekte haben Spaß gebracht, aber selbst das schlechteste Popcorn-Kino kann mich mehr und besser unterhalten als dieser Streifen.

Es gibt also gehörigen Punktabzug. Da kann man nur hoffen, dass der dritte Teil besser wird. Zumindest habe ich ihn aufregend in Erinnerung. Hoffentlich täusche ich mich da nicht.

Meine Wertung:
Abenteuer: 5,0 von 10
Spannung: 3,0 von 10
Länge: 3,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 4,0 von 10
Authentizität: 4,0 von 10
Musik: 9,0 von 10
Setting: 9,0 von 10
GESAMT: 5,3

Reihenfolge:
1. Fluch der Karibik
2. Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2

Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn

Titel: Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn (engl.: „The Adventures of Tintin“)
Genre: Animationsfilm / Abenteuer
Regie: Steven Spielberg
Musik: John Williams
Produzenten: Steven Spielberg / Peter Jackson / Kathleen Kennedy
Dauer: ca. 107 Minuten
Erscheinungsjahr: 2011
Altersfreigabe: FSK 6

„Der allseits beliebte junge Reporter Tim und sein treu ergebener Hund Struppi – klassische Figuren ihres Schöpfers Hergé – erwachen im internationalen Filmhit ‚Die Abenteuer von Tim und Struppi’ zum Leben. Nach dem Kauf eines Schiffsmodells mit brisantem Inhalt, geraten Tim und seine Freunde ins Visier eines teuflischen Schurken. Erst auf hoher See, dann in der Wüste Nordafrikas: Jede Wendung beschert dem Zuschauer mehr Nervenkitzel, Spannung und Abenteuer für die ganze Familie.“
(Rückentext der BluRay)

Heute habe ich mir einen weiteren von fünf angeschaut. Die ersten beiden waren „Ohne Limit“ und „Codename U.N.C.L.E.“, heute habe ich mich um Steven Spielbergs „Die Abenteuer von Tim und Struppi“ aus dem Jahr 2011 gekümmert.

Die Zutaten dieses fulminanten Abenteuers sind eine wendungsreiche Geschichte, ein Schiffsmodell, ein Trunkenbold von Kapitän, ein fieser Antagonist und die Neugier eines übereifrigen Reporters mit seinem Hund.
Jener Reporter wird eher unfreiwillig in ein Abenteuer gerissen, das ihn aufs Meer, in die Luft und sogar in die Wüste bringt und immer dabei sein Hund.
Der Rückentext beschreibt am besten die Handlung ohne dabei zu viel zu spoilern.
Allen voran ist die Erzählweise rasant, chronologisch und logisch nachzuvollziehen. Große Sprünge auf der zeitlichen Ebene gibt es nicht. Besonders raffiniert sind Szenen, die in einer Art Rückblende erzählt sind.

Bevor ich an dieser Stelle über die Spannung rede, sei gesagt, dass sich diese aus sehr vielen Elementen zusammen setzt.
Wesentlicher Bestandteil sind Authentizität und Animationen. Auch die Geschichte an sich ist bei einer vernünftigen Inszenierung durchaus ein Mittel, das sehr viel Spannung erzeugen kann.
Wie bereits erwähnt ist der Streifen sehr rasant. Genauso eine Inszenierung ist richtig und wichtig, damit der Film funktioniert. Tim und Struppi waren nie Sherlock Holmes und haben nie ausgefeilte Rätsel benötigt. Auch bei diesem Film ist das Rätsel nicht zu hoch gegriffen und doch knifflig genug, um einen gewissen Reiz auszuüben.
Die Authentizität der Figuren ist nicht weniger als wunderbar. Charakterlich sind sie allesamt fantastisch gezeichnet. Jede Figur hat seine Stärken und Schwächen, diese werden aber nicht übertrieben dargestellt. Wo bei den Kindern besonders die Bilder Eindruck schinden werden, ist es doch die charakterliche Tiefe, die den erwachsenen Beobachter faszinieren wird. Wohl wissentlich, dass es sich bei diesem Streifen nach wie vor um einen Animationsfilm handelt.
Und so bin ich beim dritten Punkt angelangt, der wesentlicher Bestandteil für die Zusammensetzung der Spannung ist: die Animationen.
Sie sind technisch auf einem hohen Niveau und überzeugen auf ganzer Linie, auch heute noch, obwohl der Streifen schon sechs Jahre alt ist. Als Zuschauer bekommt man das Gefühl, dass hier besonders viel Liebe im Film steckt, denn die Animationen sind sehr detailliert. Das animierte Bild der Figuren ist sehr weich und doch sehr nah an der comichaften Vorlage und das ist das Erstaunliche. Die Charaktere bekommen ein aufpoliertes Äußeres ohne dabei ihren Kern, ihr Inneres, zu verlieren.
Fans der Serie werden damals wie heute von der animationsfilmischen Umsetzung nicht enttäuscht.
All diese Punkte sind wichtig, um die Spannung dieses kleinen Meisterwerks zu beurteilen und ich habe an dieser Stelle fast nichts auszusetzen.
Es sind Nuancen, an denen man sich aufziehen kann, so gibt es Szenen und Einstellungen, in denen Haare, Sand oder Regen einfach zu sehr computeranimiert aussehen, obwohl der Streifen die meiste Zeit ein qualitativ anderes Bild zeigt. Darüber hinaus sind die beiden Nebenfiguren Schulze und Schultze nicht so gut getroffen und wirken vielerorts deplatziert.

Die Emotionen sind immer schwer zu beurteilen, da der Zuschauer ja doch auch auf Mimik und Gestik achtet und durch Körpersprache Stimmungen interpretiert. „Die Abenteuer von Tim und Struppi“ ist aber ein animiertes Abenteuer, in dem man nicht immer am Gesichtsausdruck erkennt, ob die Figur aufgewühlt, wütend oder traurig ist. In den Charakter- und Dialogszenen lässt sich allerdings ein Eindruck gewinnen. Die Gefühlspalette ist limitiert, sowohl in der Breite als auch in der Tiefe. Das ist ein durchaus legitimes Mittel, solange die Handlung unter diesen Voraussetzungen funktioniert und im Fall von Tim und Struppi funktioniert sie sogar recht gut. Es gibt aber durchaus Animationsfilme, die Emotionen besser herausgearbeitet haben und wo man in diesem Punkt näher an den Figuren dran war und sie gerne ins Herz geschlossen hat.

Die Musik ist von John Williams komponiert und wie in nahezu jedem Film, zu dem er die Musik gemacht hat, gibt es nichts zu meckern. Die Untermalung war spannungsfördernd, immer mit einem leichten Touch in Richtung episch. Der Zuschauer bekommt das Gefühl, dass er Zeuge eines grandiosen Abenteuers ist. Eine perfekt getroffene Untermalung, die im Bereich der animierten Abenteuerfilme seinesgleichen sucht.

Mit einer Laufzeit von ca. 107 Minuten bekommt Groß und Klein einen sehr kurzweiligen und rasanten Film geboten. Die ganze Zeit gibt es keine unnötigen Längen, in denen zu viel Spannung verloren geht.

Meine Meinung:
Ja, „Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn“ ist Film Nummer 3 von 5, den ich nach dem Zufallsprinzip aus meinem DVD-Regal gezogen habe.

Ich hatte wirklich großen Spaß mit diesem Streifen, vor allem weil dieser Film für mich zum Inbegriff von „Abenteuerfilm“ geworden ist. Als ich ihn das erste Mal vor einigen Jahren sah, wusste ich sofort, dass das ein waschechtes und knackiges Abenteuer ist, das auch bei der zweiten, dritten und vierten Sichtung immer noch seinen Reiz, seine Spannung und seine Schönheit behält.
Was wünscht man sich mehr von so einem Film, als das Wissen, gut unterhalten zu werden?

So mancher Realfilm, der in Richtung Abenteuer geht, kann sich von diesem Schmuckstück etwas abschneiden und wird dann immer noch nicht an die Qualität und Intensität dieses Streifens herankommen. Ein absolut sehenswerter Film, der nicht umsonst in meinem DVD-Regal gelandet ist.
Ein Highlight-Siegel ist längst überfällig.

Meine Wertung:
Spannung: 9,5 von 10
Story: 8,0 von 10
Länge: 9,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 7,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 10 von 10
Animationen: 9,5 von 10
Abenteuer: 10 von 10
GESAMT: 8,9

Fluch der Karibik

Titel: Fluch der Karibik (engl. „Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl“)
Genre: Abenteuer / Fantasy
Regie: Gore Verbinski
Musik: Klaus Badelt
Produzenten: Jerry Bruckheimer
Dauer: ca. 137 Minuten
Erscheinungsjahr: 2003
Altersfreigabe: FSK 12

„Das paradiesische Leben des charmanten Piraten Jack Sparrow (Johnny Depp) erhält einen jähen Dämpfer, als der finstere Captain Barbossa (Geoffrey Rush) sein stolzes Schiff, die ‚Black Pearl’, in seine Gewalt bringt und mit ihr die Hafenstadt Port Royal überfällt, wo er die bildhübsche Gouverneurstochter Elizabeth Swann (Keira Knightley) entführt. Das kann der abenteuerlustigen Waffenschmied Will Turner (Orlando Bloom – ‚Der Herr der Ringe’), Elizabeth’ Vertrauter seit Kindertagen, nicht auf sich beruhen lassen. Gemeinsam mit dem Haudegen Sparrow macht er sich auf die Jagd nach der mörderischen Piratenbande um Barbossa – und seiner verlorenen Liebe. Noch ahnen die beiden Draufgänger nichts von einem mysteriösen Fluch, der auf Barbossa und seiner blutrünstigen Mannschaft lastet: Bei Mondschein verwandeln sie sich in lebendige Skelette, dazu verdammt, auf ewig als Untote durch die Nacht zu ziehen. Nur ein außergewöhnliches Geheimnis kann den Fluch brechen…“
(Rückentext der DVD)

„Fluch der Karibik“ ist einer der erfolgreichsten Filmreihen der Welt und startet seinen ganz persönlichen Siegeszug im Jahr 2003. Da ich nicht direkt im Besitz der Filmreihe bin, habe ich mir kurzerhand die Filme von meinem Schwager ausgeliehen. Heute habe ich mir Teil 1 angeschaut.

Die Handlung dreht sich, wie der Rückentext beschrieben hat, um den Piraten Jack Sparrow, den Waffenschmied Will Turner, die schöne Elizabeth Swann und die Suche nach der „Black Pearl“, einem legendären Piratenschiff.

Die Handlung beginnt früh, sehr früh. Elizabeth und Will sind noch Kinder und begegnen sich auf hoher See. Da der Zuschauer aber nicht gelangweilt werden soll, wird klassischer Weise ein Zeitsprung gemacht, der uns abrupt weit in die Zukunft schleudert. Die beiden sind erwachsen und gestandene Persönlichkeiten. Von nun an wird die Geschichte chronologisch und auf eine sehr abenteuerliche sowie spannende Art erzählt.
Und Spannung ist auch der Punkt. Der Streifen scheint die ganze Zeit nicht still zu stehen. Irgendwas passiert immer und das macht auch den Reiz aus. Wenn man glaubt, etwas vorhersehen zu können, dann macht der Film was anderes und verblüfft entweder mit der Geschichte, mit einer Charaktereigenschaft einer Figur oder eben mit den Spezialeffekten.

Das Gute an „Fluch der Karibik“ ist, dass der Streifen die ganze Zeit über eine wunderbare Balance hält zwischen Abenteuerelementen, situationskomischen – fast schon pointierten – Momenten und sehr aufregenden und actionreichen Szenen. Das Schlechte an der ganzen Sache ist, dass der Film aufgrund der Tatsache, dass er weder Fisch noch Fleisch sein möchte, in jede Richtung ausschlägt, aber nicht genug, um ein typischer Genrefilm zu sein.

Obwohl „Fluch der Karibik“ eine Laufzeit deutlich über zwei Stunden hat, fühlt er sich erstaunlich kurzweilig an. Und da ist es vermutlich von Vorteil, dass er für jeden was dabei hat.

Der Streifen kommt aber nicht nur mit einer gut erzählten Handlung daher, sondern auch mit echt guten Figuren. Allen voran die drei Protagonisten Captain Jack Sparrow (Johnny Depp), Will Turner (Orlando Bloom) und Elizabeth Swann (Keira Knightley), aber auch die beiden Hauptantagonisten Captain Hector Barbossa (Geoffrey Rush) und Commodore James Norrington (Jack Davenport).

Angefangen bei Jack Sparrow: Gefühlt ist das die erfolgreichste Rolle der letzten Jahre von Johnny Depp. Wo er in anderen Filmen eher halbherzig daherkommt, blüht er richtig in dieser sehr speziellen Rolle auf. Depp spielt so frei und wunderbar auf und gibt seiner Figur so unglaublich viele und unterschiedliche Facetten, dass diese Leistung in so einem Film seines Gleichen sucht.
Orlando Bloom und Keira Knightley spielen in Kombination mit Johnny Depp wirklich gut, aber viel besser immer noch zusammen, wenn sie unter sich bleiben. Das kommt nicht oft vor, aber an dieser Beziehung sieht der Zuschauer, wie sehr sich die Charaktere annähern und sich aufeinander einlassen. Das Besondere daran ist, dass nicht nur der Schauspieler Qualitäten aufweisen muss, sondern auch die zu spielende Figur. Sie muss entsprechend Screentime bekommen und breit angelegt sein, um unterschiedliche Facetten zeigen zu können. Aber auch die antagonistischen Figuren erfüllen erstaunlicherweise all diese Bedingungen, um mehrere Gesichter zeigen zu können.

Um es auf den Punkt zu bringen: Alle Figuren schaffen es auf ihre Art zu überzeugen. Johnny Depp spielt befreiend und glaubwürdig auf. Orlando Bloom und Keira Knightley harmonieren wunderbar zusammen. Geoffrey Rush inszeniert seine Figur hinterhältig, aber auch berechnend und strahlt dabei die ganze Zeit eine Gefahr aus, sodass jeder weiß: Hey, dieser Typ ist gefährlich.
Jack Davonport – bekannt aus der Serie „Coupling – Wer mit wem?“ – zeigt mit seiner Rolle ebenfalls mehr als nur ein Gesicht. Der Cast ist durch die Bank überzeugend und glaubhaft.

Die musikalische Untermalung ist mehr als gut. In nahezu jeder Szene, in der Musik eingesetzt wird, löst sie Gänsehaut aus und treibt obendrein die Spannung hoch. Der Score hat einen enormen Wiedererkennungswert und kann im gleichen Atemzug mit der Melodie von der „Star Wars“-Saga oder den „Harry Potter“-Filmen genannt werden. Eben ein Merkmal, das unverwechselbar mit dieser Filmreihe verbunden ist.

Mit der Veröffentlichung 2003 haben die Zuschauer einen Film zu sehen bekommen, der lange in Erinnerung bleiben soll und das nicht zuletzt wegen der Effekte. Damals waren sie auf einem enorm hohen Niveau, sodass man meinen sollte, die Filmindustrie würde diese Art der Effekte in auftretender Regelmäßigkeit in ihren Streifen einsetzen. Tatsächlich gibt es viele neue Filme, die wunderbare Effekte einsetzen, aber für mich fühlen sie sich alle sehr künstlich an, wohingegen „Fluch der Karibik“ es nicht wie etwas Gemachtes aussehen lässt. Der Filmspaß lässt in diesem Fall nicht nach, wohingegen andere Streifen mich mit besonders aufwändigen Techniken eher ermüden als fesseln. Hier muss der Daumen ganz klar nach oben gehen.

Das Setting ist ungewöhnlich aber typisch für einen Abenteuerfilm. Wir sind in einer scheinbar sehr großen Welt mit überwiegend kleinen Schauplätzen. Wir sind in einer kleinen Küstenstadt, sehen Gassen, die sehr originell aussehen, aber auch Schiffe über und unter Deck, Höhlen und Inseln, die mit viel Liebe zum Detail erstellt wurden. Das Setting passt sehr gut zum Film und unterstreicht ganz klar das Genre Abenteuer.

Meine Meinung:
„Fluch der Karibik“ ist der Beginn einer wundervollen Filmreihe. Ich hatte mit diesem ersten Teil jede Menge Spaß. Die Handlung ist eine klassische Piratengeschichte, die in ihrer Art solide und aufregend erzählt wurde.
Am Ende ist es aber nicht die Story, die das Publikum erstaunen lässt, sondern alles andere. „Fluch der Karibik“ ist ein Paradebeispiel dafür, wie vielseitige gute Unterhaltung sein kann. Er bedient mal mehr, mal weniger überzeugend mehrere Genres und bleibt die meiste Zeit ein Film für Familien, wo der Vater Action und Humor, die Mutter eine kleine Romanze und das Kind Spannung und Abenteuer bekommt. Der Mix macht es und daher ist dieser Streifen ein Highlight in so vielen Dingen und auch auf meinem Blog.

Meine Wertung:
Abenteuer: 9,5 von 10
Spannung: 8,5 von 10
Länge: 9,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,0 von 10
Authentizität: 10 von 10
Musik: 10 von 10
Setting: 8,0 von 10
GESAMT: 9,0

Reihenfolge:
1. Fluch der Karibik
2. Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2