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se*P*tember-Challenge 2.0: Passengers

Titel: Passengers
Genre: Science-Fiction
Regie: Morten Tyldum
Musik: Thomas Newman
Produzenten: Stephan Hamel / Michael Maher / Ori Marmur / Neal H. Moritz
Dauer: ca. 111 Minuten
Erscheinungsjahr: 2016
Altersfreigabe: FSK 12

„Aurora (Jennifer Lawrence) und Jim (Chris Pratt) sind zwei Passagiere an Bord eines Raumschiffs, das sie zu einem neuen Leben auf einem anderen Planeten bringen soll. Doch ihre Reise nimmt plötzlich eine lebensbedrohliche Wendung. Denn die Schlafkammern, in denen sie liegen, wecken sie auf unerklärliche Weise viel zu früh auf – 90 Jahre ehe sie ihr Ziel erreicht haben werden. Während Jim und Aurora versuchen, hinter das Geheimnis dieser Fehlfunktion zu kommen, fühlen sie sich mehr und mehr zueinander hingezogen. Doch dann werden sie von dem unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch des Raumschiffs bedroht und entdecken den wahren Grund, warum sie aufgewacht sind.“
(Rückentext der DVD)

Der dritte Film der S-E-P-T-E-M-B-E-R-Challenge 2.0 ist einer dieser Filme, der unglaublich oft meine Aufmerksamkeit erregen konnte, alleine schon durch seine Besetzung. Ich mag Chris Pratt seit seinem Mitwirken in der Serie „Everwood“, die hierzulande vor 10 Jahren ausgestrahlt wurde. Aber auch sein Auftreten in „Wanted“ oder „Guardians of the Galaxy“ haben mir recht gut gefallen.
Und Jennifer Lawrence hat ja auch eine halbwegs passable Rolle in „Die Tribute von Panem“ gespielt. Die zwei zusammen könnten also einen guten Film auf die Beine stellen.

Nun sitze ich also hier und habe „Passengers“ geschaut. Meine Erwartungen sind unglaublich hoch, doch wurden sie in nur wenigen Punkten erfüllt.
Aber von vorn:

Die Handlung dreht sich um die zwei Passagiere eines intergalaktischen Raumschiffs, welches auf dem Weg in eine neue Heimat zu sein scheint. 90 Jahre vor Ankunft wird Jim von seiner Schlafkammer aufgeweckt. Logischerweise begibt er sich auf die Suche nach einem Grund, warum nur er aufgewacht ist und nicht auch die anderen Passagiere.
Monate später wacht auch Aurora auf, die sich ebenfalls keinen Reim auf ihre Situation machen kann. Die beiden finden auf der Reise zueinander, auch wenn sie das Ziel wohl nie lebend erreichen werden.

Ich muss gestehen, dass meine Erwartungen zunächst durch den Trailer extrem gestiegen sind, denn ein Science-Fiction-Szenario mit nur zwei Figuren schien mir mehr als interessant. Das erste Drittel des Streifens war für mich allerdings wesentlich spannender als der Rest des Films. Besonders in der ersten Phase, wo Jim „alleine“ auf dem Raumschiff unterwegs ist, wurde ich einfach abgeholt. Mein Interesse galt vor allem der Entwicklung Jims, der mit zunehmender Dauer mit der Einsamkeit zu kämpfen hatte. Ich muss einfach noch einen Schritt weiter gehen und an dieser Stelle die Leistung von Chris Pratt deutlich loben. Ich ziehe meinen Hut vor seiner beeindruckenden Leistung. Mit einer hohen Intensität und einem Maximum an Gefühl präsentiert sich Jim erstaunlich vielschichtig.
Ohne ins Detail gehen zu wollen, erlebt man besonders im ersten Drittel ein durchweg glaubwürdiges und authentisches Schauspiel.

Die restliche Zeit, in der dann auch Jennifer Lawrence mitspielt und dabei ihre Figur Aurora verkörpert, ist die Leistung bei weitem nicht so stark, wie noch zu Anfang. Vor allem fehlte es an Authentizität. Auch wenn die Figuren im Szenario stets logisch gehandelt und reagiert haben, missfiel mir die Figur Aurora aufgrund einer überaus hysterischen Attitüde. Es wirkte immer so, als ob Jennifer Lawrence versucht, die überaus gute Leistung von Chris Pratt zu übertrumpfen. Hat nicht funktioniert.

Auch wenn es ausschließlich mich und meine Empfindungen betrifft: Irgendwie saß der Stachel tief, als ich herausfand, dass sich meine Erwartungen nicht erfüllen würden. Der ganze Streifen driftete zunehmend ab und wurde zu einer Liebesgeschichte im Weltall, doch interessierte ich mich viel mehr dafür, wie die zwei aus ihrer misslichen Situation herauskommen. Ich will aber nicht verheimlichen, dass der Film beides sein möchte, allerdings beides nicht so gut umsetzt, dass man ihm in irgendeiner Form klassisch dem einen oder dem anderen Genre zuordnen kann. Ich persönlich fand es schade, dass „Passengers“ sein vorhandenes Potential nicht ausgeschöpft hat.

Das Setting wiederum ist mehr als gelungen. Die Kulissen wirken stilecht, hochwertig und mit viel Liebe zum Detail. Es wird gekonnt eine futuristische Raumschiff-Atmosphäre geschaffen, die gleichzeitig auch sehr steril wirkt. Die Kostüme passen sich den Kulissen an und unterstreichen abermals das Raumschiff-Thema.

Meine Meinung:
Technisch kann ich „Passengers“ keine schlechten Punkte geben, aber mich persönlich hat der Streifen nicht so richtig berührt. Mit Erscheinen von Jennifer Lawrence hat mich der Film irgendwie verlassen und die Richtung, die eingeschlagen wurde, gefiel mir nicht mehr. Es ist viel zu wenig Science-Fiction und viel zu viel Liebesfilm.
Auch die Charakterzeichnung ließ deutlich nach. Die Tiefe von Chris Pratt im ersten Drittel wurde danach nie wieder erreicht.

Es ist vielleicht auch ein Stückweit ein persönliches Problem, dass ich den Film dann so empfunden habe, wie ich es letzten Endes tat. Zum Ende hin konnte kurz mein Interesse wieder geweckt werden, aber als dann auch das Ende ein anderes war, als ich es mir erhoffte, trat schlussendlich Ernüchterung ein.

Punkte vergebe ich daher auch aus einer reinen subjektiven Sicht.

Meine Wertung:
Spannung: 6,5 von 10
Story: 6,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,5 von 10
Authentizität: 6,5 von 10
Setting: 9,0 von 10
GESAMT: 7,3

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John Wick: Kapitel 2

Titel: John Wick: Kapitel 2 (engl. „John Wick: Chapter 2“)
Genre: Action
Regie: Chad Stahelski
Musik: Tyler Bates / Joel J. Richards
Produzenten: Basil Iwanyk / Erica Lee
Dauer: ca. 123 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Altersfreigabe: FSK 18

„John Wick ist ein weiteres Mal dazu gezwungen, aus dem Ruhestand zurückzukehren: Sein ehemaliger Kollege Santino D’Antonio will die Kontrolle über eine mysteriöse, international expandierende Organisation von Auftragskillern erlangen. Ein alter Blutschwur verpflichtet John, ihm dabei zu helfen. Er reist nach Rom, wo er gegen einige der tödlichsten Killer der Welt antreten muss.“
(Rückentext der BluRay)

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger habe ich „John Wick: Kapitel 2“ nicht im Kino gesehen. Als einer meiner engsten Freunde zu Besuch war und wir uns auch schon „Marvel’s The Avengers“ angeschaut haben, lief direkt danach genau dieser Film. Es war also ein Tag, wie er mir am meisten gefällt.

In „John Wick: Kapitel 2“ dreht sich alles um John, der seinen unterbrochenen Ruhestand nun wieder vollziehen möchte. Noch bevor er die Gelegenheit hatte, sich vernünftig zurückzuziehen, klingelte es auch schon wieder an seiner Haustür und ein alter Weggefährte steht nun da und erwartet eine weitere Unterbrechung. Aufgrund eines Blutschwurs und der Regeln, an die sich Auftragskiller im besten Fall halten, schiebt John ein weiteres Mal seine unbeschwerte Zeit auf und erledigt einen Job.

Wie bereits Teil eins ist auch dieser Film von der Handlung her nicht sehr gehaltvoll. Teil zwei schafft es über die Spannung und über all das, was in seinem Vorgänger geschehen ist, den Zuschauer abzuholen (vorausgesetzt das Publikum kennt Teil eins). Es ist grundsätzlich einfach schön anzusehen, wie die Geschichte weitererzählt wird. Viele Fortsetzungen kämpfen damit, wesentlich schwächer als der erste Film zu sein. Dieses Problem hat „John Wick: Kapitel 2“ nicht. Die Story bewegt sich auf einem ähnlich niedrigen Niveau, aber man bekommt in schönerer und besser Qualität geboten, was diesen Film ausmacht: nämlich Action.

Und da sind wir auch schon beim Thema. Über einen längeren Zeitraum bekommt das Publikum eine sehr hohe Zahl an Actionsequenzen zu sehen, die allesamt qualitativ auf einem hohen Niveau sind. Sinnlose Explosionen gibt es nicht, stattdessen wird geballert, was das Zeug hält. Die Trefferquote des Protagonisten ist dabei extrem hoch und die Gegner verhalten sich so wie die KI bei Call of Duty auf der Stufe leicht: Man sieht und hört ihre Schüsse, aber getroffen wird sehr selten.
Auch wenn einige Ausrüstungsgegenstände realistisch betrachtet völliger Quatsch sind, ist die Einführung und die Erklärung ebenjener Sachen plausibel in die Handlung eingebaut. John Wick wird von starken Gegnern auch getroffen und das nicht zu knapp, aber die Auswirkung ist dabei sehr gering.
Das durchchoreographierte Actionspektakel lässt dabei nichts aus. Actionfans kommen aufgrund einer Vielzahl unterschiedlichster Gegner, Gegnermengen, Stunts und Schießereien, Schlägereien und Messerstechereien voll und ganz auf ihre Kosten.

Rückblickend betrachtet, war die Basis in „John Wick“ eine emotionale Komponente. „Kapitel 2“ blendet diesen Punkt nahezu vollständig aus. Das ist schade, denn besonders vor dem Hintergrund der Lebenssituation und der Beweggründe des Ruhestandes wird dem Zuschauer ein schöner und trauriger Kontrast zur tatsächlichen Handlung geboten.

Spannungstechnisch schöpft dieser Streifen alles aus der Action. Das gelingt ihm gut, denn gewürzt wird das Ganze mit einem Antagonisten, der regelrecht zum Kotzen ist. Von der ersten Minute an ist er unsympathisch. Eine Art Langeweile beim Zuschauer wird nicht hervorgerufen, obwohl es Schießereien noch und nöcher gibt und der ganze Streifen voll mit Action ist. Ein grundsätzliches Interesse bleibt die ganze Zeit vorhanden.

In den wenigen Charakterszenen wissen Keanu Reeves, Ian McShane und Riccardo Scamarcio durchaus zu überzeugen. Der stets reservierte Auftragskiller ist eine Rolle, die wie auf den Leib von Keanu Reeves geschneidert wurde. Ian McShane mimt den Chef des Continental in New York, der auch immer wieder als „Regelhüter“ auftritt. Eine Figur, die durchaus Strahlkraft hat. Riccardo Scamarcio stellt sich mir in diesem Film zum ersten Mal vor. Sein leicht verrücktes und überhebliches Auftreten passt aber sehr gut zu seiner Figur. Er schafft es, dass ich den Antagonisten von der ersten Sekunde an richtig doof finde und damit hat er doch auch schon sein Soll erfüllt, oder?
Ich bin gespannt, ob man von ihm zukünftig noch mehr sehen darf.
Eine kleine Überraschung ist Laurence Fishburne. Auch wenn er nur sehr wenig Screentime hat, bietet sich dem Zuschauer hier ein vertrautes Bild, wenn er mit Keanu Reeves in Interaktion tritt. Auch seine darstellerische Leistung ist im Rahmen seiner Figur gut. Im gesamten Cast gibt es einfach niemanden, der mit besonderer Leistung hervorgehoben werden kann.

Die Musik ist nie überpräsent und ausschließlich unterstützender Natur. Sie untermalt gekonnt die Szenen und ist dabei nie störend. Im Gegensatz zum ersten Teil, hat sie hier nun aber doch einige Überraschungsmomente, da sie mitunter eben sehr schön oder kontrastreich zu dem ist, was sich als Bild dem Publikum gerade bietet.

Mit einer Laufzeit von ca. zwei Stunden ist „John Wick: Kapitel 2“ auch um einiges länger als sein Vorgänger. An sich ist dieser Film auch komplett auserzählt, aber eben noch nicht die komplette Handlung. Ich freue mich an dieser Stelle jetzt schon auf einen dritten Teil.

Nicht nur durch sein vielfältiges Setting ist „John Wick: Kapitel 2“ ein Augenschmaus, sondern auch durch seine ruhige und gezielte Kameraführung. Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen bleibt dieser Streifen in den aufregenden Szenen in der Kamera ruhig. Es gibt einfach keine verwackelten Bilder und stattdessen bekommt der Zuschauer einfach die komplette Ladung, ohne Übertreibung oder zusätzlicher Hilfsmittel ab. Die Bilder sprechen dabei absolut für sich.
Auch die Kostüme sind stilecht. Die Anzüge passen sehr gut in das Bild eines seriösen Profi-/Auftragskiller. Die Kulissen bzw. Schauplätze sind immer sehr gut in Szene gesetzt, auch wenn man nicht sehr viel von der Umgebung mitbekommt. Ein unterirdisches Kanalsystem, ein U-Bahn-Waggon oder das Continental-Hotel wirken sehr wertig, aber auch zweckdienlich.

Meine Meinung:
Oh, was habe ich mich gefreut, endlich in den Genuss dieses Streifens gekommen zu sein.
Chad Stahelski überzeugt mit dem Nachfolger „John Wick: Kapitel 2“ auf ganzer Linie und ich bin umso froher, dass es aller Wahrscheinlichkeit nach einen weiteren Teil geben wird.

John Wick ist pure Action und das beweist er auch in diesem Film. Es ist ein Leichtes für den Zuschauer, über inhaltliche Schwächen hinwegzusehen.
Auch die Gerüchteküche lässt mich in Bezug auf das Thema „John Wick“ nicht kalt, denn allem Anschein nach ist eine Prequel-Serie mit dem bisherigen Arbeitstitel „The Continental“ geplant, die sich um das berühmte Hotel und dessen Strukturen und Gäste drehen soll. Ein mögliches Auftreten von John Wick ist dabei nicht ausgeschlossen.*

Auch „Kapitel 2“ weiß mit seinen Elementen zu unterhalten und ist auf jeden Fall ein Must-Have für alle Actionfans.

Meine Wertung:
Spannung: 8,0 von 10
Story: 7,0 von 10
Action: 10 von 10
Länge: 8,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 6,0 von 10
Authentizität: 9,0 von 10
Musik: 7,5 von 10
Setting: 8,0 von 10
GESAMT: 8,0

Reihenfolge:
1. John Wick
2. John Wick: Kapitel 2

Batman v Superman – Dawn of Justice (Extended Cut)

Batman v Superman_CoverTitel: Batman v Superman – Dawn of Justice (Extended Cut)
Genre: Comicverfilmung
Regie: Zack Snyder
Musik: Hans Zimmer / Junkie XL
Produzenten: Charles Roven / Deborah Snyder
Dauer: ca. 182 Minuten (Kinofassung: ca. 151 Minuten)
Erscheinungsjahr: 2016
Altersfreigabe: FSK 12

„Zwei Titanen der Gerechtigkeit, Batman/Bruce Wayne (Ben Affleck) und Superman/Clark Kent (Henry Cavill), treffen im spannendsten Duell unserer Zeit aufeinander. Doch während es der respekteinflößende Ordnungshüter aus Gotham City mit dem verehrten Ritter aus Metropolis aufnimmt, streitet die Welt darüber, welche Art Helden sie eigentlich braucht… und schon wird die Menschheit von einer neuen Gefahr ungeahnten Ausmaßes bedroht.“
(Rückentext der BluRay)

Im gleichen Monat, in dem „Man of Steel“ veröffentlicht wurde, wurde bekannt gegeben, dass es eine Fortsetzung geben wird. Es gab viele Gerüchte zu diesem Film und irgendwie scheint jeder eine Meinung zu haben. Dann kam „Batman v Superman – Dawn of Justice“ in die Kinos. Ich habe ihn mir damals auch relativ zeitnah angesehen. Wer mich kennt, weiß, dass ich viel mehr auf das DC Universum stehe als auf das von Marvel. Batman ist der Held meiner Kindheit, ich hatte damals ein Batmobil als Spielzeug. Es war mein liebstes Spielzeug. Anfang der 90er Jahre lief da die Serie mit dem „Vorzeige-Batman“ Adam West. Als Kind sollte ich mir die Serie nicht anschauen, ich tat es trotzdem heimlich.
All die Batmans, die es in der Zeit danach gab, haben mir nicht den Batman gegeben, den ich sehen wollte und dann kam Christopher Nolan um die Ecke und brachte mit der „The Dark Knight“-Trilogie eine Reihe raus, in dem jeder Film eine Steigerung ist. Das Batman-Franchise ist mit Sicherheit eines der lukrativsten, die es gibt. Meiner Meinung nach gibt es nur einen Superhelden, der das Potential hat, mehr Zuschauer in die Kinos zu locken als z.B. „Marvel´s Avengers“ und das ist niemand geringeres als der Held meiner Kindheit: Batman. In Verbindung mit Superman muss einfach etwas Großes entstehen.

Die Handlung von „Batman v Superman“ wird sehr linear und mit nur wenigen Nebensträngen erzählt. Man kann sagen, dass die Nebenhandlungen in der Hauptstory münden und ihr zuarbeiten.
Die brisanten Ereignisse aus „Man of Steel“ werden zwar aus der Sicht von Bruce Wayne noch Mal gezeigt, aber das heißt nicht, dass alles selbsterklärend ist. Meiner Meinung nach sollte man schon die Geschichte um Clark Kent gesehen haben, um wirklich alles von diesem Aufeinandertreffen zu verstehen.
In einer Welt, in der Superman nur nach seinem eigenen Gewissen handelt, diskutiert die Menschheit, ob die Helden „befehligt“ werden sollen. Superman ist Fluch und Segen zugleich und so gibt es unterschiedliche Lager. Bruce Wayne sieht eher die Gefahren, die Superman mit sich bringt und versucht auf eigene Faust, den Mann aus Stahl in die Schranken zu weisen, während jemand anderes versucht, Superman zu erpressen. Wie wird die Geschichte ausgehen? Ist der Kryptonier erpressbar? Wird der dunkle Ritter aus Gotham dem Helden aus Metropolis zurechtweisen können?

Spannungstechnisch bewegt sich der Film auf einem guten Niveau. Er gibt dem Zuschauer Raum zum Atmen und presst ihn an anderer Stelle wieder voll in den Kinositz. Wenn Ereignisse anfangen sich zu überschlagen, wirkt er etwas überladen. Man muss ganz klar sagen, dass der Comicfan, der Zuschauer, der sich gerne mit Comics befasst, oder einfach nur der Fan von actionlastigem Kino, sich gut unterhalten fühlen wird. Der einfache Kinogänger wird durch die Laufzeit der Kinoversion meist schon abgeschreckt, denn mit ca. 150 Minuten ist „Batman v Superman“ nicht gerade kurz. Der Extended Cut hat noch Mal satte 30 Minuten mehr zu bieten und das merkt man.
Einige Elemente werden eingeführt, um die Geschichte um Batman und Superman abzurunden. Es werden Dinge mehr beleuchtet und verständlicher gemacht, sodass sie am Ende mehr Sinn ergeben. Es fühlt sich so an, als ob die Kinofassung so etwas wie eine sehr gute „Beta“ ist und die DVD bzw. BluRay-Version, das eigentliche Kunstwerk mit Bugfixes.

Nachdem man schon sehr viel in den Medien zu diesem Film und der darstellerischen Leistung gehört, gelesen oder gesehen hat, muss ich sagen, dass die Figuren gut funktionieren. Immer wieder habe ich von unzureichender Leistung der Hauptdarsteller gehört und gelesen. Immer wieder gab es Kritik an einer zu flachen Geschichte und ich sehe das etwas anders.
Die Figuren stammen allesamt aus dem DC Universum und auch wenn der kleinste gemeinsame Nenner zwischen Batman und Superman so absurd ist, so menschlich ist er auch.
Mit Henry Cavill hat man zwar den bekannten Clark Kent wieder mit dabei, allerdings hat man mit Ben Affleck einen ganz anderen Bruce Wayne, als man ihn in den herausragenden Filmen von Christopher Nolan gesehen hat. Anders als in „Daredevil“ will man die Leistung von Ben Affleck in diesem Film nicht ungeschehen machen.
Wie gesagt, die Charaktere funktionieren, die Beweggründe sind soweit klar und die Glaubhaftigkeit ist auch überragend.
Mit Jesse Eisenberg hat man einen sehr seltsam aussehenden Lex Luthor ausgesucht. Anfänglich wirkt er nicht so richtig bedrohlich und man nimmt es ihm nur schwer ab, dass er der Antagonist im Film sein soll. Mit zunehmender Spieldauer mutiert er zu einer schlechteren Kopie eines Jokers, wie man ihn in „The Dark Knight“ gesehen hat. Auf mich macht es den Eindruck, als würde er kein anderes System, keine andere Vorgehensweise oder andere Regeln haben wollen, sondern er will keine. Heath Ledger hat genau das, nur mit mehr Überzeugung und mit mehr Herzblut dargestellt als Jesse Eisenberg. Dennoch gehe ich auch hier, zumindest in den Grundzügen, d‘accord.
Gal Gadot spielt die weibliche Hauptrolle und ist über alle Maßen glaubhaft, überzeugend und hübsch.

Die Emotionen waren nur gelegentlich tieferer Natur und doch waren sie in den Momenten klar, unmissverständlich und glaubhaft. Dort, wo der Film gefühlstechnisch nur an der Oberfläche kratzt, ist er dünn und unzureichend. Die meiste Zeit bewegt sich der Film leider auf dem Niveau, wo er gefühlstechnisch nicht das Potential abrufen kann, das ihn mit dem DC Universum zur Verfügung steht. Zwar wurde streckenweise die sehr düstere Atmosphäre sehr gut eingefangen, allerdings nicht in dem Ausmaße, wie man es sich vorgestellt und gewünscht hat.

Der Zuschauer merkte von der ersten Actionsequenz an, dass Zack Snyder nicht weniger als epische Kämpfe inszenieren will. Anders als in den Marvel-Filmen setzt man hier nicht auf viele kleine Auseinandersetzungen, sondern auf einen richtigen Showdown mit einer richtig langen Kampfszene, die es in sich hat. Insgesamt ist hier allerdings zu viel Pathos drin und das macht aus einer sehr ansehnlichen Szene leider etwas Schwerfälliges. Es sieht einfach alles zu sehr gewollt bedeutungsvoll aus.

Die Filmmusik hat wieder niemand geringeres als Hans Zimmer in Zusammenarbeit mit Junkie XL komponiert. Sie ist überwiegend unterstützender Natur, allerdings ist auch hier ein bisschen viel Pathos drin. So gut sie zu dem Film passt, versucht sie zu sehr die bedeutungsvollen Momente zu unterstreichen und wird besonders zum Ende hin schwer. Ansonsten stiehlt sie dem Film aber selten bis kaum die Show, auch wenn sie an ganz wenigen Stellen etwas dominant ist.

Batman v Superman_DVDMeine Meinung:
„Batman v Superman – Dawn of Justice“ ist ein erstes Aufeinandertreffen zweier großer Helden auf der Kinoleinwand und mit Zack Snyder hat auch ein richtig guter Regisseur diesen Film inszeniert.
Ich hatte mich schon, nachdem ich „Man of Steel“ gesehen hatte, auf diesen Film gefreut, immerhin soll der Held meiner Kindheit eine tragende Rolle haben.

Ich werde mich hier nicht an dem Ben-Affleck-Bashing beteiligen, weil ich finde, dass er eine richtig gute Leistung abgeliefert hat. Da gibt es ganz andere Figuren, die wesentlich schwächer waren und die es mehr verdient hätten, in der Öffentlichkeit verrissen zu werden.

Auch wenn dieser Streifen einige Schwächen hat, überwiegen für mich die Stärken.
Der Zuschauer hat nicht nur einen komplett anderen Batman zusehen bekommen, sondern auch insgesamt einen Cast, der abseits dessen ist, was man sich vorgestellt hat. Eine Überraschung ist auch die weibliche Hauptrolle und Jesse Eisenberg.

Für Comicfans wie mich wird dieser Film allerdings ohne Zweifel einen sehr unterhaltsamen Abend bereithalten und der Extended Cut bringt einen erheblichen Mehrwert mit. Ich habe zum Teil sofort erkannt, wo sich die zusätzlichen Minuten befanden.

Die volle Punktzahl wird „Batman v Superman“ allerdings nicht bekommen und insgesamt ist er auch etwas schwächer als der Vorgänger „Man of Steel“.
Ich bin schon gespannt auf die nächsten Ableger aus dem Hause DC.
Es sind ja bereits erste Trailer veröffentlicht und voraussichtliche Termine für „Wonder Woman“ und „Justice League“ bekannt. Worauf ich mich persönlich aber freue ist ein Batman-Solo-Film mit Ben Affleck in der Hauptrolle.

Meine Wertung:
Spannung: 9,0 von 10
Action: 7,0 von 10
Story: 8,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 7,0 von 10
Authentizität: 8,5 von 10
Musik: 8,0 von 10
GESAMT: 7,8

„Justice League“-Reihe:
1. Man of Steel
2. Batman v Superman – Dawn of Justice
3. Suicide Squad
4. Wonder Woman

M wie „Man of Steel“

IMG_6652Titel: Man of Steel
Genre: Comicverfilmung
Regie: Zack Snyder
Musik: Hans Zimmer
Produzenten: Christopher Nolan / Lloyd Phillips / Charles Roven / Deborah Snyder
Dauer: ca. 143 Minuten
Erscheinungsjahr: 2013
Altersfreigabe: FSK 12

„Ein kleiner Junger erfährt, dass er über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt und nicht von der Erde stammt. Als junger Mann will er herausfinden, woher er kommt und welche Aufgabe ihn hier erwartet. Doch er muss zunächst den Helden in sich entdecken, um die Welt vor der Vernichtung zu bewahren und selbst zum Symbol der Hoffnung aller Menschen aufzusteigen.“
(Rückentext der BluRay)

Nach einer kleinen Filmpause habe ich mir keinen geringeren ausgesucht als „Man of Steel“ von Zack Snyder. Wie viele Filme in meiner Sammlung gehört dieser auch zu denen, die ich jetzt öfter gesehen habe und von daher wusste ich, worauf ich mich einlassen werde.

Zack Snyder hat sich an einen Comic aus dem DC Universum heran getraut und einen Film über eine Figur gedreht, die schon in diversen Ablegern realisiert wurde. Sei es in Serien- oder Filmformaten mit diversen Schauspielern. Insbesondere die Superman-Reihe mit Christopher Reeve feierte weltweit Erfolge und wurde mit mehreren Fortsetzungen versehen. Auch die TV-Serie der 1990er Jahre „Superman – die Abenteuer von Lois & Clark“ sowie die spätere Serie „Smallville“ sind bekannt und geläufig. Ich will den Antworten der Fragen „Was macht diesen Film zu etwas Besonderem? Und Warum?“ etwas näher kommen.

„Man of Steel“ und seine Story rollen das Feld von vorne auf. Halbwegs chronologisch und verständlich erzählt, fängt der Film auf Krypton, dem Heimatplaneten von Clark Kent, an. Schon dort bekommt der Zuschauer unmittelbar mit, welche Gründe seine Eltern haben, ihn auf die Erde zu schicken. Ab dann kann es etwas verwirrend wirken, denn immer wieder befinden wir uns in Clark Kents Erinnerungen und welche Probleme ihm seine Fähigkeiten machen. Das Besondere an der Erzählweise ist, dass sie eigentlich nicht so besonders ist. Durch diese Rückblenden verarbeitet Clark seine Vergangenheit und sie treiben ihn maßgeblich voran. Rat und Unterstützung bekommt er in der Vergangenheit immer wieder von seinem (Zieh-)Vater.

Spannung wird durch die Handlung ganz automatisch erzeugt und der Umstand, dass das Publikum direkt mitbekommt, wie sich Clark und sein Umfeld weiterentwickeln, heizt zusätzlich den Zuschauer an, dran zu bleiben. Nicht zu vergessen, dass es keinen Superhelden ohne Bösewichte gibt. Es ist nicht nur ein Konflikt von Clark Kent und seinem Gegenspieler zu vernehmen, sondern auch ein innerer Konflikt des jungen Superman, was maßgeblich zum Spannungsgefühl beiträgt. Auch die Fragen woher er kommt und warum er auf der Erde ist, treiben ihn und die Geschichte an und sorgen für Aufregung.

Es gibt wohl kaum eine Comicverfilmung ohne Actionsequenzen und da kann „Man of Steel“ wirklich punkten. Mit Szenen wie von einem anderen Stern, technischen Tricks und Kniffen wird hier fast schon in Michael-Bay-Manier zumindest teilweise ein Actionfeuerwerk inszeniert. Meiner Meinung nach wurde in „Man of Steel“ ein gutes Mittelmaß gefunden, denn zu viel dieser Action hätte dem Film und vor allem der Story nicht gut getan. Wäre die Action weniger hätte es dem Thema „Superman“ nicht gut zu Gesicht gestanden.

Auch in den Punkten Gefühle und Emotionen sowie Authentizität spielt der Streifen oben mit. Hier möchte ich aber nicht die vorherigen Superman-Filme mit „Man of Steel“ vergleichen, sondern sehe dieses Kunstwerk alleinstehend an. So kann man die Gefühlswelt des jungen Clark Kent immer wieder in den Rückblenden beobachten und sie als sehr wütend interpretieren, wohingegen der erwachsenere Clark Kent als eine sehr ausgeglichene und entschlossene Person rüber kommt, die zugleich aber auch von Selbstzweifeln geplagt scheint.

Henry Cavill passt meiner Meinung nach sehr gut in die Rolle des „Man of Steel“, denn er verleiht diesem Außerirdischen nicht nur Stärke und Kalkül, sondern auch jede Menge Emotionen, die diesem Superman zumindest sehr gut stehen und ihn damit auch sehr glaubwürdig aussehen lässt.
Die anderen Charaktere, wie z.B. Kevin Costner oder Diane Lane als die (Zieh-)Eltern liefern souverän ab und sind in ihrer Tiefe absolut glaubwürdig. Russel Crowe und Ayelet Zurer als die echten Eltern stehen den anderen beiden in nichts nach. Amy Adams spielte die Lois Lane sehr sprung- und launenhaft, was manchmal sehr gezwungen aussah.
Für „Man of Steel“ hat sich Zack Snyder prominente und professionelle Hilfe ins Boot geholt. Mit Hans Zimmer war ein Meister für die Musik zuständig, die dem Film nie die Show gestohlen und die Situationen immer sehr passend untermalt hat.

Meine Meinung:
Um auf meine eingangs gestellten Fragen zurück zu kommen, was diesen Film so besonders macht und warum, kann ich folgendes dazu sagen:
Zack Snyder als Regisseur beweist sein Können. Immer wenn ich an einen Film von ihn denke, fallen mir „300“, „Sucker Punch“ und „Watchmen – die Wächter“ ein, die allesamt durch ihre sehr düstere Atmosphäre und erzählerische Vielfalt, Tricks und Kniffe sowie hochkonzentrierte und wohl dosierte Action einen festen Platz in meiner Favoritenliste haben. „Man of Steel“ zeigt nicht nur einen anderen Superman, sondern auch einen anderen Zack Snyder, der in seiner Figur Hoffnung widerspiegelt und nicht nur Tod und Zerstörung.

Hans Zimmer als Filmkomponist ist eine große Nummer, aber leider macht er diesen Film zwar nicht zu etwas Besonderem, aber er wertet ihn maßgeblich auf. Im Vergleich hatte der erste Superman-Film mit Christopher Reeve John Williams als Filmkomponisten, der ebenso – wenn nicht mehr – erfahren als Zimmer zu sein scheint, schließlich war er für die musikalische Vertonung von diversen Steven-Spielberg-Filmen und einiger Star-Wars-Episoden verantwortlich. Williams greift inzwischen auf über 60 Jahre Berufserfahrung zurück.

Der Cast macht hingegen da schon wesentlich mehr her. Jung und Alt auf der Leinwand vereint, Kevin Costner und Russel Crowe zwischen Henry Cavill, Amy Adams und Dylan Sprayberry. Allesamt gute Schauspieler, die ihren Höhepunkt noch vor oder bereits hinter sich haben, aber dennoch ihren Charakteren Leben eingehaucht haben.

Zu guter Letzt: Der andere Superman! „Man of Steel“ ist der andere Superman, der sich von allen anderen unterscheidet. Er hatte nur ca. 143 Minuten Zeit, um sich von vielen Seiten zu zeigen und nicht wie in „Smallville“ ganze 10 Staffeln. Glaubwürdig, stark, hoffnungsvoll und nicht überheblich, gepaart mit einigen Selbstzweifeln, dabei aber nie den Mut und den Glauben an sich verlierend. Das ist vermutlich der ausschlaggebendste Punkt, warum „Man of Steel“ besonders ist.

Wen wundert es, wenn ich sage, dass ich mich sehr gut unterhalten gefühlt habe und ich mich heute schon auf „Batman v Superman: Dawn of Justice“ freue, der soweit ich weiß, auf „Man of Steel“ aufbaut. Unter all den Superhelden ist Superman der Einzige, dessen Fassade sein menschliches Leben ist und sein Kostüm sein wahren Ich zeigt.

Meine Wertung:
Spannung: 9,0 von 10
Action: 8,5 von 10
Story: 8,5 von 10
Länge: 7,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,5 von 10
Authentizität: 9,0 von 10
Musik: 8,0 von 10
GESAMT: 8,4

„Justice League“-Reihe:
1. Man of Steel
2. Batman v Superman – Dawn of Justice
3. Suicide Squad
4. Wonder Woman