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Das Morgan Projekt

Titel: Das Morgan Projekt (engl. „Morgan“)
Genre: Action / Thriller / Science-Fiction
Regie: Luke Scott
Musik: Max Richter
Produzenten: Mark Huffam / Michael Schaefer / Ridley Scott
Dauer: ca. 88 Minuten
Erscheinungsjahr: 2016
Altersfreigabe: FSK 16

„Von dem Oscar®-nominierten Produzenten Ridley Scott und dem Regisseur Luke Scott stammt dieser mitreißende, hochspannende Thriller. Hochkarätig besetzt mit Kate Mara, Paul Giamatti, Toby Jones, Jennifer Jason Leigh und Rose Leslie. In einem abgelegenen, streng geheimen Labor arbeitet eine Gruppe von Wissenschaftlern an einem Experiment, das den Weg für die nächsten Schritte der menschlichen Evolution bereiten soll. Der Gegenstand des Experiments ‚Das Morgan Projekt‘ – ein genmanipulierter ‚Mensch‘ (Anya Taylor-Joy) – löst ein schreckliches Ereignis aus. Die hinzugezogene Krisenmanagerin Lee Weather (Kate Mara) muss nun entscheiden, wie sie die von ‚Morgan‘ ausgehende Gefahr einstuft.“
(Rückentext der DVD)

Ich habe mir dieses Mal den Film „Das Morgan Projekt“ angeschaut. Ich hatte damals den Trailer im Kino gesehen und fand ihn auf Anhieb interessant. Irgendwann habe ich ihn dann auch gekauft und wie ich ihn finde, könnt ihr nun in meiner Kritik lesen.

Die Story dreht sich um ein Forschungsprojekt namens MORGAN, bei dem ein humanoider Organismus genetisch so manipuliert wird, dass dieser sich von anderen Menschen in einer Vielzahl von Merkmalen unterscheidet. Meine persönliche Einschätzung nach Sichtung des Trailers im Kino ging eher in die Richtung des „10-Prozent-Mythos“, aber tatsächlich wird die Gehirnkapazität nicht im Ansatz gewürdigt.
Die Erzählweise ist überaus einfach gehalten. Relativ schnell werden alle Personen vorgestellt und die Handlung wie in einem Schlauch vorangetrieben. Zwar gibt es das eine oder andere Geheimnis, das erst zum Ende hin offenbart wird, aber auf dem Weg dorthin kann es auch schon vorhergesehen werden.

„Das Morgan Projekt“ weiß leider nicht zu überzeugen, denn die Charaktere sind viel zu flach und Beziehungen werden in letzter Konsequenz nur durch Rückblenden angedeutet. Sowie es tiefer geht, wird es leider stark unglaubwürdig. In dem Fall nehme ich den Schauspielern ihre Rolle ganz und gar nicht ab. Ähnlich sieht es mit den gezeigten Emotionen aus. Zwar sieht man mehr als eine pure Andeutung, aber es bleibt eben doch unglaubwürdig, egal wie viele Emotionen gezeigt werden.
Die angesprochenen Punkte sind dabei nicht mal das Schlimmste. Fatal wird es erst, wenn alle Figuren unsympathisch sind und beim Zuschauer keinen Anklang finden. „Das Morgan Projekt“ hat leider genau diese Schwäche und wird die komplette Laufzeit nicht darüber hinwegkommen.
Bei all der Negativität gibt es allerdings auch eine Sache, die irgendwie besser war.

Im Bereich der Action wurde ein überzeugenderes Bild geboten. Zwar war der Film stellenweise total überladen, aber immerhin passierte dann mal was. Technisch bewegt sich der Streifen aber auf einem soliden Niveau, wenn man allerdings ins Detail geht, fängt er an nachzulassen. Das gilt insbesondere für Szenen, in denen die Story vorangetrieben werden soll und man erst den Umweg durch eine Actionsequenz gehen muss, weil eine einfache Verfolgungsjagd nicht reicht, sondern auch immer noch irgendwie rumgeballert werden muss. Manchmal ergeben Schießereien oder Kampfszenen auch einfach keinen Sinn.

Die Musik stand ein, zwei Mal im Spotlight, aber weitestgehend wird ihr keine besondere Aufgabe zuteil. Auch sonst verhält sie sich die meiste Zeit sehr unauffällig. Kurz vor Schluss wird der Regisseur auch noch ganz mutig und lässt sie für einige Sequenzen komplett weg. In dem Fall hat es mir schon sehr gut gefallen, da der Fokus dadurch auf den Ort, ein abgeschottetes Waldstück, gelegt wurde. Das Gefühl der Isolation kam da kurzzeitig besonders gut durch.

Bei all dem Desaster, das dieser Film zu bieten hat, wurde ich in keiner Sekunde gepackt. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass ich mit zu großen oder anderen Erwartungen an den Film gegangen bin. Aus dem Grund fand ich am Ende „Das Morgan Projekt“ auch absolut nicht spannend oder gelungen.

Meine Meinung:
Am Ende bleibt mir nicht viel zu sagen, außer, dass „Das Morgan Projekt“ ein glatter Fehlkauf war. Selbst wenn es sich nicht um den „10-Prozent-Mythos“ dreht, wären mehr Tiefe, mehr Einsatz von Mystery- oder Horrorelementen wünschenswert gewesen. Allerhöchstens bedient dieser Film ansatzweise das Science-Fiction-Genre, aber mit Mystery oder Thriller hat dieser Film letztendlich recht wenig zu tun.

Punkte müssen abgezogen werden, aber eine einfache Entscheidung wird es dennoch nicht. Ich frage mich nur gerade, ob der Film mittelmäßig oder schon schlecht ist.
Das muss jeder für sich entscheiden.

Meine Wertung:
Spannung: 4,0 von 10
Action: 7,0 von 10
Story: 5,0 von 10
Länge: 4,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,0 von 10
Authentizität: 3,5 von 10
Musik: 7,0 von 10
GESAMT: 5,1

Iron Man 2

iron-man-2_coverTitel: Iron Man 2
Genre: Action / Science-Fiction / Comicverfilmung
Regie: Jon Favreau
Musik: John Debney
Produzenten: Avi Arad / Kevin Feige
Dauer: ca. 120 Minuten
Erscheinungsjahr: 2010
Altersfreigabe: FSK 12

„Die ganze Welt weiß, dass Milliardär Tony Stark als Superheld IRON MAN für Recht und Ordnung sorgt. Doch Politik und Presse erhöhen den Druck, seine Technologie der Regierung zugänglich zu machen. Zudem ruft seine Erfindung neue Schurken auf den Plan: Mit dem Waffenindustriellen Justin Hammer und dem peitschenschwingenden Whiplash warten gefährliche Gegner auf ihn. Gemeinsam mit Assistentin Pepper Potts und Freund Rhodey stürzt er sich erneut in den Kampf gegen das Böse.“
(Rückentext der DVD)

„Iron Man 2“ ist der nächste Film im Marvel Cinematic Universe. Nach „Der unglaubliche Hulk“ ist es der dritte Film in der chronologischen Reihenfolge.

Die Handlung wird im Rückentext sehr gut zusammengefasst und beschreibt im Wesentlichen das, worum es auch tatsächlich im Film geht.
Erzählerisch werden Ereignisse aus dem Vorgänger – „Iron Man“ – aufgegriffen und noch einmal etwas anders gezeigt. Ansonsten bleibt die Art und Weise der Erzählung recht unaufgeregt. Diesen Mangel macht der Streifen durch Tempo und eine hohe Ereignisdichte wieder wett.

Im Wesentlichen wurden die beiden Antagonisten als einzig nennenswerte Figuren neu in die Handlung eingeführt und an diesem Punkt macht es Sinn, gleich zwei neue Charaktere involviert zu haben. Zum einen haben wir Ivan Vanko (Mickey Rourke), der der Sohn eines sowjetischen Wissenschaftlers ist und dessen Vater einst mit Howard Stark zusammen gearbeitet hat und zum anderen haben wir Justin Hammer (Sam Rockwell), ein Waffenhersteller, der sich im Konkurrenzkampf mit Tony Stark befindet.
Beide Figuren bedienen ein gewisses Spektrum. Mickey Rourke passt perfekt in die Rolle des Ivan Vanko/Whiplash. Seine körperliche Präsenz und sein Aussehen verleihen dieser Figur ein authentisches Gesicht. Lediglich das Bild eines Physikers, der unter widrigen Bedingungen gearbeitet hat und deswegen Iron Man nicht nur in Physis, sondern auch in Wissen ebenbürtig ist, wirkt eher unglaubwürdig und aufgesetzt. Viel überzeugender ist da die Figur des Justin Hammer. Seine Beweggründe sind niedere bzw. nur wirtschaftlicher Natur, will er nicht nur mit Tony Stark auf der gleichen Stufe stehen, sondern ihn auch übertrumpfen. Diese Kombination aus zwei sich ergänzenden Antagonisten bietet zusätzliches Spannungspotential und ist bis hier hin ein Alleinstellungsmerkmal von „Iron Man 2“.

Emotionen werden nicht sehr groß geschrieben bei „Iron Man 2“. Wo man im ersten Teil noch einiges zwischen den Zeilen finden konnte, lässt Teil 2 sehr stark nach. Rache und Vergeltung sind, wie auch schon im Vorgänger, offensichtlichere Gefühle. Ein Funke Zuneigung und Freundschaft findet man zwar auch, das reicht aber nicht für eine breite Palette gezeigter Emotionen.
Insgesamt bleiben die Figuren doch sehr oberflächlich.

Die Originalität ist auch bei unzureichenden Emotionen absolut gegeben. Robert Downey Jr. verkörpert Iron Man wie gewohnt selbstverliebt und überheblich. Das macht diese Figur aus. Bis kurz vor Schluss schwappte da zwar auch immer noch eine Portion Demut rüber, dies ist aber dann beim Showdown komplett ad acta gelegt. Mickey Rourke ist nur zur Hälfte glaubwürdig. Den kämpfenden Bösewichten nimmt man ihm mehr ab, als den Wissenschaftler. Sam Rockwells Figur ist hingegen eine Lightversion von Tony Stark, nur ohne den Anzug. Da schlagen beide Figuren in die gleiche Kerbe, aber nur einer hinterlässt Spuren.

Das Setting ist ähnlich wie im ersten Teil. Tony Starks Werkstatt, Büros und heruntergekommene Labore in einer unwirklichen Gegend dominieren die Orte. Besondere Orte wie Monte Carlo muss man an dieser Stelle hervorheben, auch wenn sie vermutlich vor Greenscreen gedreht wurden.
Von den Kulissen muss man nicht allzu viel erwarten und in diesem Fall erfüllen sie ihren Zweck.

Die musikalische Untermalung ist unauffällig. Es gibt keine eingängige Melodie oder ein wiederkehrendes Merkmal, das man in Zukunft mit Iron Man in Verbindung setzen kann.
Grundsätzlich war die Musik aber zweckdienlich und nicht störend.

Actionsequenzen dominieren nicht nur den Sound, sondern auch das Bild. Charakterszenen werden immer wieder unterbrochen und so entsteht leider kein homogener Wechsel aus den unterschiedlichen Sequenzen, sondern eher eine Dominanz von Explosionen und Aufregung.
Ohne Zweifel bekommt der Zuschauer sehr viele und gute Explosionen geboten, aber es ist einfach zu viel.

iron-man-2_dvdMeine Meinung:
Weiter ging es mit dem „Marvel Cinematic Universe“. Ich wurde sehr gut von „Iron Man 2“ unterhalten und freue mich in erster Linie auch über die noch folgenden Filme. Zu diesem Teil kann ich sagen, dass man solides Popcorn-Kino bekommt, das auch auf dem Fernseher sehr gut funktioniert.

In der jüngeren Vergangenheit habe ich Fortsetzungen gesehen, die bei weitem nicht an den guten Leistungen der Vorgänger anknüpfen konnten. Bei „Iron Man 2“ blieb man insgesamt einem Erfolgsrezept treu. Die Unterhaltung hat gepasst und das Wichtigste ist, dass man den Zuschauer mehr mit S.H.I.E.L.D. vertraut macht und auch da anfängt, schon mal etwas anzustoßen, das dann in späteren Filmen wieder aufgegriffen wird.
Dennoch schneidet Teil zwei schlechter als Teil eins ab.

Meine Wertung:
Spannung: 7,0 von 10
Action: 7,0 von 10
Story: 6,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,0 von 10
Authentizität: 7,5 von 10
Musik: 5,0 von 10
Setting: 7,0 von 10
GESAMT: 6,4

Reihenfolge:
1. Iron Man
2. Iron Man 2
3. Iron Man 3

Marvel Cinematic Universe:
1. Iron Man
2. Der unglaubliche Hulk
3. Iron Man 2
4. Thor
5. Captain America: The First Avenger
6. Marvel’s The Avengers
7. Iron Man 3
8. Thor – The Dark Kingdom
9. The Return of the First Avenger
10. Guardians of the Galaxy
11. Avengers: Age of Ultron

[Gastrezension] American Horror Story (Staffel 1)

IMG_4361Titel: American Horror Story (Staffel 1) (engl.: „American Horror Story: Murder House“)
Idee: Ryan Murphy / Brad Falchuk
Genre: Horror / Thriller / Mystery
Musik: Cesar Davila-Irizarry (Theme) / Charlie Clouser (Theme) / James S. Levine
Dauer: 12 Folgen à ca. 42 Minuten
Erscheinungsjahr: 2011
Altersfreigabe: FSK 16

„Psychiater Ben Harmon (Dylan McDermott), seine Frau Vivien (Connie Britton) und Tochter Violet (Taissa Farmiga) ziehen nach Los Angeles, um dort ihr Familienglück wiederzufinden. Ihr neues Zuhause hat jedoch eine verhängnisvolle und dunkle Vergangenheit, von der bald auch die Harmons heimgesucht werden…“
(Rückentext der DVD)

Es ist jetzt anderthalb Jahre her, da schenkte ich einer horrorfilmbegeisterten Freundin die erste Staffel von „American Horror Story“ zum Geburtstag. Ebenso viele Jahre dauerte es nun, dass sie sich die Staffel auch anguckte. Dann war sie so begeistert, dass ich es mir auch angucken sollte, was ich eigentlich eh seit Jahren vorhatte.
Es dauerte nicht lang, da schmiss ich die erste DVD in den Player und konnte erst mit Gucken aufhören, nachdem alle 12 Folgen vorbei waren.

Familie Harmon zieht schwer gebeutelt von Boston nach Los Angeles. Die Familie musste mit der Fehlgeburt des zweiten Kindes und einer Affäre des Vaters umgehen.
Auch wenn die Maklerin von den Morden im Haus berichtet, zieht die Familie voller Hoffnung in das Haus. Es soll ein Neuanfang werden.
Doch es dauert nicht lang, da zeigt das Mörderhaus sein wahres – übernatürliches – Gesicht und es lauern überall Gefahren.

Schon ab Folge 1 ist dem Zuschauer klar, dass in dem sogenannten „Mörderhaus“ ein Spuk vor sich geht. Spätestens wenn die Haushälterin Moira den Frauen als alte Dame und den Männern als junger Vamp erscheint, beginnen die Fragen im Kopf zu rattern. Man will wissen, was es mit Moira und all den Morden auf sich hat. Warum sterben ausgerechnet in diesem Haus so viele Menschen? Warum versprüht der Keller noch mehr Grusel als das ganze Haus?
Insgesamt macht die Story um ein Haus des Schreckens zwar viel Spaß, ist aber keine große Innovation im Genre.

„American Horror Story“ schafft es geschickt, viele Geheimnisse nur Stück für Stück zu offenbaren.
Jede Folge beginnt mit einem anderen Mord, der in den vergangenen Jahrzehnten in dem Haus geschah.
Gerade weil viele dieser Geschichten immer wieder im Laufe der Folgen aufgegriffen und erweitert werden, springt man viel zwischen den Zeiten hin und her. Auch die Vergangenheit der Harmons wird in Rückblenden immer mal wieder zur Sprache gebracht.
Man muss also gut aufpassen, um jede Entwicklung mitzubekommen.

Überhaupt ist „aufpassen“ ein Stichwort. Die schnellen Schnitte, die kurzen Einblendungen gruseliger Details, die verschiedenen Blickwinkel machen es einem so gut wie unmöglich, etwas nebenher zu erledigen. Man muss seine komplette Aufmerksamkeit auf den Bildschirm richten.

Das fällt aufgrund der unglaublichen Spannung aber auch nicht schwer.
Es sind nicht nur die Fragen, die man sich zum Haus und den Mordfällen an sich stellt, sondern auch die Gefahren, die von den anderen Personen ausgehen, lassen einen tief in die Geschichte eintauchen. Man weiß nicht, wem man wirklich trauen kann. Wer möchte den Harmons helfen und wer schaden? Wer weiß wirklich über das Haus Bescheid?
Mit vielen überraschenden Wendungen und Aufklärungen wird die Spannung zu jeder Zeit hoch gehalten.

Die Serie lässt sich aber nicht nur dem Thriller-, sondern auch eindeutig dem Horror-Genre zuordnen. Blut, Mord, Schreie, gruselige Gestalten, summende Melodien, kreischende Streichinstrumente, zackige Einblendungen schockierender Details – alle typischen Elemente kommen vor, ohne allzu sehr in Klischees zu verfallen.
Die Atmosphäre jagt den Zuschauern regelmäßig Gänsehaut über den Körper.

Die Musik war ein stabiler Mix aus melancholischen Liedern und eindeutig spannungs- und gruselfördernden instrumentalen Stücken. Besonders fröhliche Stücke gab es selten und wenn, dann boten sie einen krassen Gegensatz zu dem, was gerade gezeigt wurde. Ein überraschender Mix, der die Atmosphäre besonders werden ließ.

Die Authentizität hat trotz des übersinnlichen Themas definitiv nicht gelitten. Trotz ungewöhnlicher Charaktere und Eigenschaften nimmt man den Schauspielern ihre Figuren und Gefühle voll und ganz ab.
Gefühlsmäßig wurde auch die volle Bandbreite geboten: Liebe, Freundschaft, Angst, Ekel, Eifersucht, Missgunst, Glück… Alles war mal mehr und mal weniger vorhanden. Insgesamt überwiegen jedoch negative Gefühle.

Mit etwas über 40 Minuten hatten die einzelnen Folgen eine sehr gute Laufzeit. Es war nicht kurz, aber auch nicht so lang, dass Längen aufkommen könnten.
Ob mehr Folgen der Staffel gut getan hätten, ist fraglich. Die Geschichte des Hauses wurde geklärt, alle offenen Fragen beseitigt. Mehr Folgen hätten die Geschichte wohl eher künstlich in die Länge gezogen.

IMG_4365Meine Meinung:
Fast acht Stunden dauert die erste Staffel von „American Horror Story“ insgesamt und ich habe sie mir mit kleineren Unterbrechungen an einem Tag komplett angesehen.
Obwohl ich kein Fan von Horrorfilmen bin, war ich sofort in den Bann gezogen. Für mich überwiegen auch eher die Spannungselemente und auf Schockermomente wurde nur in einem angemessenen Rahmen zurückgegriffen. Man bleibt nicht mit dem beklemmenden Gefühl von Angst zurück.

Auch wenn jede Staffel in sich komplett abgeschlossen ist und selbst wiederkehrende Schauspieler eine komplett neue Rolle einnehmen, bin ich mir sicher, dass ich auch die nächsten Staffel gucken muss.

„American Horror Story“ begeistert mich mit einer durchdachten Story, tollen Schauspielern, wahnsinnigen Spannung und einer gehörigen Portion Nervenkitzel.
Von mir aus hätte die Staffel definitiv gern noch länger sein können. Aber ob das gut gewesen wäre, gilt zu bezweifeln, wie ich oben bereits dargelegt habe. Mir fiel es aber auf jeden Fall schwer, die Figuren nach 12 Folgen gehen zu lassen.

Meine Wertung:
Story 7,5 von 10
Horror: 7,5 von 10
Spannung: 9,5 von 10
Länge: 8,5 von 10
Authentizität: 9,0 von 10
Emotionen: 8,0 von 10
Schnitt: 9,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
GESAMT: 8,3

Reihenfolge:
1. American Horror Story (Staffel 1)
2. American Horror Story – Asylum (Staffel 2)
3. American Horror Story – Coven (Staffel 3)
4. American Horror Story – Freak Show (Staffel 4)
5. American Horror Story – Hotel (Staffel 5)
6. American Horror Story – Roanoke (Staffel 6)

Autor: buecherherz

127 Hours

IMG_3538Titel: 127 Hours
Genre: Drama / Abenteuerfilm / Autobiografie
Regie: Danny Boyle
Musik: A. R. Rahmen
Produzenten: Danny Boyle / Christian Colson / John Smithson
Dauer: ca. 90 Minuten
Erscheinungsjahr: 2010
Altersfreigabe: FSK 12

„Als Aron Ralston (James Franco) alleine zu einer Klettertour in den entlegenen Blue John Canyon in Utah aufbricht, ahnt er nicht, dass dieser Trip zur härtesten Herausforderung seines Lebens werden soll. Ein herabstürzender Felsbrocken wird ihm in einer engen Felsspalte zum Verhängnis. Alle Versuche seinen eingequetschten Arm zu befreien scheitern, und so erlebt Aron 127 Stunden voller Hunger, Durst, Kälte und mit dem Wissen, dass er nur einen, schier unvorstellbaren Weg gibt, sich zu befreien. Wie weit würdest du gehen, um zu überleben?“
(Rückentext der DVD)

Ich hatte „127 Hours“ bei dem DVD-Dealer meines Vertrauens gesehen und ich dachte nur: „Mhm, James Franco, der Rückentext spricht mich an und das Cover hat auch was.“. Danach war er gekauft. Ich habe auch nicht lange damit gewartet ihn mir nach dem Kaufen anzuschauen. Meine Herzdame und ich haben es uns dafür auf der Couch bequem gemacht. 90 Minuten dauert der Film, wie gut wird er mich unterhalten können?

Die Geschichte ist eine autobiografische Darstellung. Alles, was gezeigt wird, hat also so stattgefunden und wird dementsprechend erzählt. Aber von vorne: Der Zuschauer ist an diesem Tag, der die größte Veränderung für Aron bringen wird, von Anfang an dabei. Vorbereitung, ein letzter Blick durch die Wohnung und Abfahrt Richtung Canyon.
Hier merkt der Zuschauer schon das erste Mal, dass das Tempo des Films anders ist. Er ist rasant, nimmt sich aber in bestimmten Situationen Zeit und lässt die Szenen dann auch wirken. Besonders in der Anfangsphase macht er sehr viel richtig und übergeht dadurch mögliche langweilige Szenen.
Auch im weiteren Verlauf hat er ein klares Ziel. Man hat förmlich das Gefühl, dass er sich beeilt, um an diesem Felsbrocken anzugelangen. Dort angekommen verharren wir 127 Stunden und erleben, was Aron erlebt hat.
Unterbrochen wird die Story hin und wieder durch Rückblenden, in denen das Publikum einschneidende Erlebnisse aus der Kindheit Arons zu Gesicht bekommt. Sonst bleibt der Film allerdings ohne besondere Kniffe in der Erzählweise auf seiner Linie.

Obwohl die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht, hat „127 Hours“ besonders im Bezug auf die Spannung viel zu bieten. Geradezu elektrisierend ist es, Aron dabei zuzusehen, wie er mit seinem eingeklemmten Arm, seinen extrem begrenzten Wasservorrat und seiner Digitalkamera – mit der er immer wieder Szenen aufnimmt und sein Befinden dokumentiert – um sein Leben, ja gar ums Überleben kämpft.

Die Länge ist mit 90 Minuten auch sehr gut. Es entsteht kaum bis keine Langweile, nur zum Ende hin, ist alles ausgeschmückter und anders als am Anfang. Dadurch fühlt er sich etwas in die Länge gezogen an, ist aber nicht weiter störend.

Die Gefühlspalette ist, trotz der wenigen Darsteller, vielfältig. Vorfreude und der Drang nach Adrenalin weichen, recht schnell und deutlich, nach dem Herabstürzen des Felsbrockens und werden in Angst – wenn nicht sogar Todesangst – umgewandelt. Mit der Zeit durchläuft Aron viele Stadien, in denen er sich, auch emotional, mit seiner derzeitigen Situation auseinandersetzt. Selbstreflektierend und mit seiner ganzen Erfahrung als (Hobby-)Bergsteiger erkennt er seinen Zustand und weiß, in welcher misslichen Lage er sich befindet.
Sein Leiden ist im besonderen Ausmaße ergreifend und trägt Maßgeblich zum allgemeinen Spannungsgefühl bei.

Wie originell der ganze Film ist, hängt in erster Linie von der Leistung James Francos ab. Er ist der Charakter, den das Publikum am meisten sieht. Seine Darstellung war nie unnatürlich, ganz im Gegenteil. Beim Zusehen bekommt der Zuschauer ein regelrechtes Beklemmungsgefühl, er sieht, wie eingeschränkt und bewegungsunfähig Aron ist, weil sein Arm von einem Felsbrocken eingeklemmt ist.

Entgegen der allgemeinen Stimmung, ist die Musik nicht bedrückend, sondern gehört eigentlich auf eine ausgelassene Party. Immer wieder durchbricht sie die angeheizte Stimmungslage und untermalt etwas befremdlich den quälend dreinblickenden Aron mit Gesang und Beats aus der Disco.
Sie wird vor allem oft in Zusammenhang mit den Rückblenden verwendet, die eine Zeit darstellt, in der alles gut und zum Feiern war. In diesen Momenten hat sie wunderbar gepasst, aber spätestens in dem Moment, in dem man die Rückblende verlassen hat, wäre ein Wechsel der musikalischen Untermalung wünschenswert gewesen.

Besonders hervorheben muss man die Kamerafahrten, die von Anfang an herausragend waren. Bilder vom Canyon waren ebenso beeindruckend, wie welche von einem See mitten im Gestein, der glasklares Wasser beherbergt. Immer wieder wird auch mit den Kameraeinstellungen gespielt und das Wasser in der Trinkflasche fokussiert, hier überzeugt der Film mit sehr guten Nahaufnahmen.

IMG_3539Meine Meinung:
„127 Hours“ war doch eher ein Spontankauf. Ohne größere Erwartungen bin ich an diesen Film herangegangen. Insgesamt hat der Film es geschafft mich gut zu unterhalten und eine Empfehlung von mir ausgesprochen zu bekommen.

Die Story ist sehr ansprechend, weil es auf einer wahren Begebenheit beruht. Sie bekommt daher keinen „Das ist bloß ein Film“-, sondern eher einen „Das ist das Leben“-Stempel. Für jemanden, der die Geschichte allerdings vorher nicht kannte, so wie ich, war es umso spannender, sich diesen Streifen anzuschauen, da man das Ende nur erahnen kann. Jeder kann jetzt googeln und nachlesen, was mit Aron im wahren Leben passiert ist, aber auch dann holt „127 Hours“ den Zuschauer ab.

Autobiografien können zuweilen sehr langweilig dargestellt werden, bei einer Geschichte, die sich um 127 Stunden in einem Canyon dreht, ist die Gefahr sogar noch größer. Durch gute Schnitte und die Rückblenden wurde die Spannung aber immer hoch gehalten, sodass Langeweile eigentlich nie aufkam.

Die Musik war zwar gut, aber befremdlich und hat nicht ganz zum Film gepasst. Sie hat Symbolcharakter, da sie den Kontrast zwischen dem früheren Leben und der jetzigen Situation sehr gut darstellt. Trotzdessen war sie nicht optimal ausgewählt.

Die Emotionen waren zwar vielfältig, der Rahmen hat allerdings keinen großen Spielraum zugelassen. Schmerz, Mut und Angst waren klassisch ohne Kniffe dargestellt. Grundsolide.

Die Kameraarbeit war genial und beeindruckt mit tollen Bildern. Daumen hoch.

Meine Wertung:
Story: 8,0 von 10
Länge: 7,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
Kameraführung: 9,5 von 10
GESAMT: 8,0