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Justice League

Titel: Justice League
Genre: Comicverfilmung
Regie: Zack Snyder / Joss Whedon
Musik: Danny Elfman
Produzenten: Charles Roven / Deborah Snyder / Jon Berg / Geoff Johns
Dauer: ca. 120 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Altersfreigabe: FSK 12

„Bruce Wayne hat seinen Glauben an die Menschheit wiedergefunden – Supermans selbstlose Aktion hat ihn inspiriert. Jetzt bittet er seine neue Mitstreiterin Diana Prince um Hilfe, denn es gilt, einem noch gewaltigeren Feind entgegenzutreten: Gemeinsam stellen Batman und Wonder Woman umgehend ein Team von Metamenschen zusammen, um sich gegen die neue Bedrohung zu verteidigen. Doch obwohl auf diese Weise eine beispiellose Heldenliga zusammenkommt – Batman, Wonder Woman, Aquaman, Cyborg und The Flash –, könnte es möglicherweise bereits zu spät sein, unsere Erde vor diesem katastrophalen Angriff zu retten.“
(Rückentext der BluRay)

Gleichwohl ich ein großer Fan von Comicverfilmungen – insbesondere Batman – bin, war ich schon ein wenig ernüchtert von dem, was mir „Justice League“ geboten hat.

Doch was war ausschlaggebend? Zunächst einmal kommt der Spruch „Viele Köche verderben den Brei“ nicht von ungefähr. Auch wenn es gute Beispiele dafür gibt, dass zwei Regisseure einen Film wunderbar inszenieren können, hat es hier nicht funktioniert.
Zack Snyder und Joss Whedon sind zwei Meister ihrer Zunft, die beide sehr oft bewiesen haben, dass sie etwas auf dem Kasten haben. „Justice League“ ist kein Film, der als Aushängeschild beider Regisseure dienen kann. Ich sehe ein großes Problem darin, dass kein „originaler“ Directors Cut ins Kino gekommen ist. Wir als Zuschauer wissen nicht, ob Joss Whedon den Film im Sinne von Zack Snyder weitergeführt und inszeniert hat, die Vermutung liegt aber nahe, dass das nicht der Fall gewesen ist. Anders als zum Beispiel „Batman v Super“ oder „Man of Steel“, hat „Justice League“ eine Laufzeit von knapp zwei Stunden. Die anderen beiden Filme liegen mit zweieinhalb und drei Stunden deutlich drüber. Auch sonst wirkt „Justice League“ nicht zu Ende gedacht. Das größte Manko liegt allerdings nicht zwingend im Film selbst, sondern im Aufbau.

Das DCEU hat sich das MCU als strukturelles Vorbild genommen. Als man merkte, dass der stringente Aufbau – der im MCU immerhin viele Jahre und mindestens genauso viele Filme gedauert hat – nicht in der Form zu realisieren ist, drückten die Macher auf die Tube. Alles nur, weil die Hälse im Hause Warner nicht schnell genug gefüllt werden können.

Das Endprodukt, was der Zuschauer im Kino, auf DVD und auf BluRay erhalten hat, ist, gelinde gesagt, sehr, sehr dünn. Der Streifen ist ein CGI-Feuerwerk, das an vielen Stellen sehr schlecht und unecht aussieht. Angefangen bei der Retusche von Henry Cavills Bart (sein Schnauzbart musste in einigen Szenen retuschiert werden, weil er ihn sich aufgrund eines anderen Filmprojektes nicht abrasieren durfte), über die unbefriedigenden Effekte in den Unterwasserszenen bis hin zu den teils am Rand stark verpixelten Aufnahmen im Showdown.
Die Postproduktion, unter Leitung von Joss Whedon, dauerte knapp zwei Monate und verschlang obendrein 25 Mio. USD. Beides ist außergewöhnlich. Im Vergleich dazu gibt es Oscar®-Gewinner, die mit einem Gesamtbudget von etwas mehr als 1,5 Mio. USD ausgekommen sind (z. B. „Moonlight“).

Aber auch sonst bekommt der Zuschauer eine kleine Mogelpackung geboten. Stereotype Figuren, vorhersehbare Story und ein Soundtrack, der nicht im Ansatz so gut ist, wie in den Trailern. Um mal beim Thema zu bleiben: Die Trailer sind das Beste am ganzen Film. Ein deutlich düsteres Ergebnis mit einer höheren FSK-Stufe, tiefere Einblicke in die Figuren anstelle eines Filmes aus dem alles Gute herausgeschnitten wurde, hätte mir deutlich besser gefallen. „Justice League“ ist ein Film, in dem eine Gruppe zusammengeführt wird, aber eine echte Gruppendynamik kommt nicht auf. Ich habe es den Schauspielern nicht abgenommen, was sie da gesagt oder getan haben. An dieser Stelle muss ich auch in Bezug auf die Dialoge und den Schnitt eine klare Unzufriedenheit äußern. Die Dialoge wirken teilweise sehr gestelzt. Hin und wieder wird ein One-Liner ausgepackt, der dann das Ziel verfehlt und die Situation nicht deutlich auflockert, sondern eher zum Kopfschütteln animiert. Der Schnitt hat gezeigt, dass er schneiden kann. Sequenzen wirken dadurch zusammenhangslos und verwirren, statt aufzuklären.

Ich würde nicht sagen, dass ich enttäuscht gewesen bin, denn um enttäuscht zu sein, muss man etwas erwartet haben. Habe ich aber nicht.

Meine Meinung:
Danke, aber nein danke. „Justice League“ ist auf einer Skala aller überschätzten Filme der neue Tiefpunkt. Viele Köche verderben eben doch den Brei. Ein Gutes hat es aber, der Streifen dauert nur zwei Stunden und die sind in der Regel nach 120 Minuten vorbei. Schlimmer wäre es, wenn dieser Film länger gedauert hätte.

Ja, Batman ist nach dem Film weiterhin mein liebster Superheld, umso mehr hoffe ich darauf, dass es bald mal wieder ein Abenteuer mit ihm gibt, das mich zufriedenstellen kann.

Meine Wertung:
Spannung: 4,0 von 10
Action: 6,0 von 10
Story: 3,0 von 10
Länge: 3,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 4,0 von 10
Authentizität: 5,0 von 10
Musik: 5,0 von 10
GESAMT: 4,3

„Justice League“-Reihe:
1. Man of Steel
2. Batman v Superman – Dawn of Justice
3. Suicide Squad
4. Wonder Woman
5. Justice League

Marvel’s The Avengers

Titel: Marvel’s The Avengers
Genre: Action / Science-Fiction / Comicverfilmung
Regie: Joss Whedon
Musik: Alan Silvestri
Produzenten: Kevin Feige
Dauer: ca. 138 Minuten
Erscheinungsjahr: 2012
Altersfreigabe: FSK 12

„Marvel präsentiert MARVEL’S THE AVENGERS, das ultimative Team. Die legendären Superhelden Iron Man, der unglaubliche Hulk, Thor und Captain America versammeln sich zum ersten Mal in einer neuen actiongeladenen Story mit den Schauspielern Robert Downey Jr., Scarlett Johansson und Samuel L. Jackson in den Hauptrollen und unter der Regie von Joss Whedon. Als ein unerwarteter Feind den Weltfrieden und die globale Sicherheit bedroht, sieht sich Nick Fury, führender Kopf der mächtigen internationalen Friedensorganisation S.H.I.E.L.D., gezwungen ein Team zusammenzustellen, das die Welt vor dem Absturz in die Katastrophe bewahrt. Mit jeder Menge exklusiven must-have Inhalten, einschließlich zusätzlicher und erweiterter Szenen und Pannen vom Dreh ist MARVEL’S THE AVENGERS voller Action, Abenteuer und spektakulären Spezialeffekten bepackt.“
(Rückentext der DVD)

Im Rahmen meiner MCU-Challenge, in der ich alle Filme des Marvel-Cinematic-Universe schaue, habe ich zuletzt „Captain America – The First Avenger“ einer zweiten Sichtung unterzogen. Nun steht das erste große Zusammentreffen von Iron Man, Hulk, Thor und Captain America an. Einer meiner engsten Freunde kam zu Besuch und wir schauten uns diesen Streifen an und genossen dabei die Atmosphäre, die durch Bild und – vor allem – Sound erzeugt wurde.

Die Handlung von „The Avengers“ ist weitestgehend chronologisch und ohne große Kniffe erzählt. Allerdings muss man an dieser Stelle sagen, dass die Helden nicht einfach nur in die Suppe geschmissen werden und man dann schaut, was passiert, sondern, es wird besonders am Anfang darauf geachtet, dass die Figuren noch einmal in die Geschichte eingeführt werden. Bevor der eigentliche Teil der Handlung beginnt, wird der Zuschauer also mit den Charakteren aus den ersten fünf Filmen konfrontiert. Ganz entscheidend sind natürlich auch Nebendarsteller, die zum Teil ebenfalls schon mal in der Gesamtstory vorgekommen sind.
„The Avengers“ spielt zeitlich direkt nach „Captain America – The First Avenger“, der wiederum ja selbst auch nur in einer riesigen Rückblende erzählt wurde. Die Ereignisse spielen also nicht in der direkten Nachkriegszeit!
Der Zuschauer bekommt mit diesem Streifen eine klassische, actionreiche und bildgewaltige Comicverfilmung, doch wie sieht es da im Detail aus?

Die Action: Ganz klar, bei so vielen Superhelden in einem Film geht es tierisch zur Sache und in der Tat hat der Streifen qualitätsmäßig einiges zu bieten, aber nicht nur. Positiv ist, dass das Publikum eine Vielzahl unterschiedlichster Action zu sehen bekommt. Dabei geht es – nicht nur –aber auch um ganz klassische Schießereien, Muskelspiele oder Verfolgungsjagden, und darüber hinaus um „psychische“ Action. Es geht verbal in den Charakterszenen ebenso zur Sache wie in allen anderen Actionsequenzen. Rein optisch kann der Beobachter nicht aussetzen. Verpixelte Bilder oder Bildabschnitte sind so gut wie nicht vorhanden und ganz abgesehen davon, dass alle Figuren scheinbar eine Pferdelunge haben und nie erschöpft oder ausgelaugt zu sein scheinen, kann man auch fast nicht meckern. Aber eben nur fast. Besonders in den aufregenden Szenen wird aus einer ruhigen Kameraführung eine sehr actionlastige und unruhige. Joss Whedon vertraut in diesem Punkt nicht der Handlung und will durch ebenjenes Mittel nachhelfen. Szenerien sind dadurch sehr unstrukturiert und unübersichtlich. Am Ende bleiben jede Menge verwackelte Bilder.

Die Emotionen sind überwiegend zurückgenommen und spielen auch sonst keine größere Rolle. Es gibt naturgemäß immer mal wieder Aktionen und Reaktionen, die im Kern einen emotionalen Ursprung haben. Dem Ganzen wird aber nie auf den Grund gegangen. Schade, da hat man Potential verschleudert.
Hinsichtlich der Glaubwürdigkeit lässt sich feststellen, dass Robert Downey Jr. nach wie vor einen klassischen Iron Man, Chris Hemsworth seinen Thor und Chris Evans den wunderbaren ersten richtigen Helden Captain America mimt. Mark Ruffalo spielt erstmals den unglaublichen Hulk und macht prinzipiell eine gute Figur, allerdings gibt es da noch etwas zu sagen.
Fangen wir vorne an: Tony Stark ist wie immer überheblich, selbstverliebt und ein kleiner Playboy. Er spielt sich von Anfang an in den Vordergrund, ist aber von der ersten Minute an nicht der eigentliche Star des Streifens.
Chris Hemsworth spielt unseren nordischen Halbgott Thor. Er wiederum hat sich im Vergleich zu seinem Solo-Auftritt verändert. Bezüglich der Wortwahl und der grundsätzlichen Ausdrucksweise hat er sich, trotz seiner außerirdischen Herkunft, entwickelt. Er klingt inzwischen angepasst und nicht so wie im ersten Teil, wo ihm Gepflogenheiten und technische Geräte bzw. gesellschaftliche Konventionen unbekannt sind.
Chris Evans ist Captain America. Er ist mit Abstand der einzige im Cast, der nicht angepasst ist. Er tritt noch für Werte ein und hat da eine klare Vorstellung bzw. Meinung. Seine charakterliche Zeichnung ist mit Abstand am glaubwürdigsten.
Mark Ruffalo ist, wie bereits erwähnt, erstmalig der Hulk. Eine mehr als unglückliche Wahl der Besetzung, wie ich persönlich finde und so ist auch seine Leistung. Wo es beim Solo-Auftritt mit Edward Norton noch ein innerer Zwiespalt klar und deutlich zu vernehmen war, ist ebenjener Aspekt im Charakter von Dr. Bruce Banner komplett entfernt. Zu schade, da dieser Punkt elementar für diese Figur gewesen ist.
Der eigentliche Star des Films ist aber Nick Fury, gespielt von Samuel L. Jackson. Er hat nicht nur die Ausstrahlung eines wahren Bosses, sondern auch ganz klar das optische Auftreten.
In den Charakterszenen stellt sich ebenjenes immer wieder heraus und wird zum Glück perfekt von Jackson inszeniert. Charakterlich sind die Figuren breiter aufgestellt als im Bereich ihrer Emotionen, aber nicht so breit, dass man hier großes dramatisches Kino erwarten sollte. In ihren Bahnen bewegen sich die Figuren ziemlich vorhersehbar.

Spannungstechnisch brilliert „Marvel’s The Avengers“ vorwiegend durch seine einfache Erzählweise und seine vielfältige Action. Charakterszenen üben wenig bis keinen Reiz auf den Zuschauer aus und auch die Emotionen sind bei weitem nicht so spannend, dass das Publikum unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Unter diesem Gesichtspunkt bleibt ganz klar zu sagen, dass die Figuren dem Beobachter egal sind.

Mit einer Länge von ca. 138 Minuten, hat „Marvel’s The Avengers“ eine beachtliche Laufzeit. Actionszenen überwiegen in dem Streifen und sorgen gleichermaßen dafür, dass es kaum zu Längen kommt.

Die musikalische Untermalung war eine Mischung aus klassischen und modernen Stücken.
Die aktuellen Stücke sind mehr dem Genre Rock zuzuordnen. Auch wenn die Musik überwiegend unterstützend in die Szene eingebaut wurde, blieb sie nie richtig im Gedächtnis. Der Streifen bewegt sich auch sonst weit entfernt davon, die Melodie besonders atmosphärisch einzusetzen. Potential hat man an dieser Stelle auch mehr als verschenkt.

Das Setting New York ist, meiner Meinung nach, immer eine grandiose Kulisse. Durch einige Elemente wird es aber zu einer anderen Stadt als die, die wir aus der echten Welt kennen. Die Kostüme sind allesamt sehr phantasievoll, allerdings durch die Solo-Filme eben auch schon bekannt. Auch sonst überzeugt dieser Streifen durch Elemente, die cineastisch kaum besser zur Geltung gebracht werden konnten. Helicarrier und der Stark-Tower runden mehr oder weniger das Bild ab. Negativaspekte gibt es aber auch hier: Eine Szene soll in Stuttgart spielen. Man erkennt ziemlich deutlich, dass es kein echter Schauplatz ist, sondern eben nur eine aufgebaute Kulisse und darüber hinaus gibt es eben auch eklatante Fehler: Polizeiautos mit gelbem Licht und deutsche Polizeiautos mit amerikanischen Nummernschildern. Sehr auffällig. Hinzu kommt die in Actionszenen verwackelte Kamera; dieses Mittel haben die Rächer nicht nötig.
Auch erkennt man ganz deutlich, dass einige Szenen vor Greenscreen aufgenommen wurden, da der Hintergrund extrem schlecht eingefügt wurde. Davon ab gibt es einige Filmfehler, die definitiv ins Auge stechen werden.

Meine Meinung:
Mit diesem Streifen bekommt das Publikum klassisches Popcorn-Kino geboten. Das ist auch vollkommen okay. Im Bereich der Comicverfilmungen gehört „The Avengers“ aber definitiv zu den besseren Vertretern. Durch Wortwitz, viel Action und einer grundsätzlich guten und soliden Story überzeugt Joss Whedons „Marvel’s Avengers“.

Auf der anderen Seite stehen aber auch viele Kleinigkeiten, die den Streifen insgesamt unrund wirken lassen. Spannung und Story harmonieren insgesamt zwar gut, aber mich nervt das verschwendete Potential. Besonders gut gefällt mir die Einführung der Figuren und der stringente Handlungsverlauf. Punkte muss ich dennoch abziehen.

Meine Wertung:
Spannung: 7,5 von 10
Action: 8,5 von 10
Story: 7,5 von 10
Länge: 7,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,5 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
Setting: 7,0 von 10
GESAMT: 7,3

Reihenfolge:
1. Marvel’s The Avengers
2. Avengers: Age of Ultron

Marvel Cinematic Universe:
1. Iron Man
2. Der unglaubliche Hulk
3. Iron Man 2
4. Thor
5. Captain America – The First Avenger
6. Marvel’s The Avengers
7. Iron Man 3
8. Thor – The Dark Kingdom
9. The Return of the First Avenger
10. Guardians of the Galaxy

Serenity – Flucht in neue Welten

IMG_9143Titel: Serenity – Flucht in neue Welten (engl. „Serenity“)
Genre: Science-Fiction
Regie: Joss Whedon
Musik: David Newman
Produzenten: Barry Mendel
Dauer: ca. 114 Minuten
Erscheinungsjahr: 2005
Altersfreigabe: FSK 16

„Vor Jahren kämpfte Captain Malcolm Reynolds im Galaktischen Bürgerkrieg gegen die Allianz – und verlor. Mittlerweile lebt er mit der kleinen, bunt zusammengewürfelten Crew seines Raumschiffes Serenity am Rande des Universums. Als Malcolm zwei Passagiere an Bord nimmt – einen jungen Arzt und seine telepathische Schwester – handelt er sich riesige Probleme ein: Die allmächtige Allianz will das Geschwisterpaar in ihre Gewalt bringen. Doch nicht nur ein unaufhaltbarer Militärapparat und die grauenhaften kannibalischen Reavers bedrohen die Serenity, sondern auch eine Gefahr, die im Raumschiff selbst lauert.“
(Rückentext der DVD)

Wer kennt es nicht: Ein Film zur Serie – oder umgekehrt. „Das Schweigen der Lämmer“ hat jetzt die Serie „Hannibal“, „Die Simpsons“ haben auch ihren eigenen Film; ebenso wie „Firefly“. Ja, richtig gelesen: „Firefly“ ist die Serie, die durch den Film „Serenity“ komplettiert wird, da diese ja leider schon nach einer Staffel abgesetzt wurde.
Natürlich habe ich mir vorweg die Serie angeschaut. Ich habe dafür nur knapp 4 Monate gebraucht, denn um ehrlich zu sein, wurde ich nicht gänzlich umgehauen, aber zumindest unterhalten. Ich habe mir also einen Film zu einer Serie angeschaut, die allerhöchstens Mittelmaß ist und ich bin mit keinen Erwartungen an diesen Film gegangen.

Die Geschichte spielt knapp 2 Monate nach der Serie und storytechnisch kommt da wesentlich mehr bei rum. Das liegt wohl auch daran, dass die „Vorgeschichte“ verständlicher und sinnvoller wiedergegeben wird, als es in „Firefly“ der Fall war. Im Gegensatz zu anderen Streifen, baut dieser zwar auf einer Serie auf, ist aber nicht so vorhersehbar wie so mancher Blockbuster. Die Erzählweise ist weitestgehend unspektakulär, sodass Wendungen einen eiskalt erwischen.

Auf der Spannungsebene spielt der Film in einer ganz anderen Liga als die Serie. Das, was sie in 14 Episoden nicht geschafft hat, hat der Film in den ersten 20 Minuten schon acht Mal bewirkt: nämlich mich sehr stark animiert, am Ball zu bleiben. Von vorneherein ist man im Geschehen, und das liegt einfach auch daran, dass die ganze Einleitung, der Anfang des Films, so gestaltet und erzählt wird, dass erst keine Verwirrung aufkommt. Nachteil ist dabei, dass man die Charaktere nicht sonderlich ausführlich vorgestellt bekommt. Es macht also schon Sinn, sich „Firefly“ vorher anzusehen. Dennoch sei gesagt, dass „Serenity“ irgendwie rasant und aufregend ist. Eine Art von Actiongefühl wird dabei produziert, auch wenn der Streifen definitiv kein Actionfilm ist. Das Interesse des Publikums wird ständig gefördert, indem es die Crew um Malcolm Reynolds immer wieder in neuen, aufregenden und gefährlichen Situationen sieht.

So ziemlich alle Charaktere sind originell und auch die Geschichte oder die Idee hinter der Serie bzw. dem Film sind einzigartig. Die Serie empfand ich insofern schwierig, als dass sich nicht ganz klar ein „roter Faden“, der sich durch die Story zieht, zu erkennen gibt. Die filmische Fortsetzung konnte diese Schwäche besser ausmerzen und wirkte deswegen wesentlich abgerundeter und ausgewogener.

Auch wenn ich die Charaktere mit all ihren Stärken und Schwächen in der Serie kennenlernen durfte, habe ich mich dennoch so gefühlt, als ob sie mir vollkommen fremd wären, aber gleichzeitig auch nicht. Zu vergleichen ist das Gefühl mit dem Wiedersehen eines alten Freundes. Man hat sich lange nicht gesehen und trotzdem fühlt es sich sofort so an, als wäre das letzte Treffen erst gestern gewesen. Man weiß, dass sich einiges getan und verändert hat, aber dennoch ist man sich irgendwie vertraut.
Diese Tatsache hat dem Gesamtbild „Firefly + Serenity“ unglaublich gut getan, denn ich hatte teilweise das Gefühl, noch mal wesentlich mehr von den Charakteren durch den Film zu erfahren, als das, was mir die Serie bis dahin bieten konnte. Mit dem Streifen wird also ein erheblicher Mehrwert erzeugt, der die Story komplettiert und die Charaktere noch einmal in einem veränderten Licht dastehen lässt. Eine positive Steigerung der Authentizität ist bei jedem Darsteller eindeutig zu vernehmen.

Die Emotionen schienen mir in „Firefly“ wesentlich präsenter zu sein, was mich ehrlich gesagt auch nicht verwundert, denn die Serie hatte wesentlich mehr Zeit, um viele Extreme zu zeigen. „Serenity“ hat dagegen nicht allzu viel Zeit und musste trotzdem alles zeigen.
Der Film punktet zwar nicht allzu sehr durch diesen Umstand, aber es macht ihn ansehnlicher und interessanter, da viel „Unnötiges“ einfach wegfällt und das, was am Ende übrig bleibt, ist hochkonzentriert und wertvoll. Im Vergleich kann man sagen, dass der Film stark reduzierte Emotionen zeigt, aber das wäre nur der Vergleich zwischen Film und Serie. Wenn man „Serenity“ mit anderen Filmen vergleicht, dann sieht es da auch wieder ganz anders aus.

Die Filmmusik war seltsamerweise sehr passend. Ein Mix aus Western und science-fictionartigen instrumentalen Stücken. Eine sehr originelle Mischung, die absolut unterhaltsam, ungewöhnlich und innovativ zu gleich ist.
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Meine Meinung:
Die Serie „Firefly“ hat mir, auch wenn sie hier nicht allzu gut wegkommt, recht gut gefallen. Ich fühlte mich unterhalten, doch der Nachteil war, dass sie, trotz der geringen Anzahl an Episoden, verdammt langatmig ist. „Serenity“ bekommt das wesentlich besser hin. Von Anfang an wurde ich gepackt und mein Interesse wuchs mit jeder Minute. Der Unterhaltungsfaktor war bei mir sehr groß und durch die Serie war mir ja nicht alles vollkommen fremd.

Ein ganz klarer weiterer Vorteil ist, dass der Streifen so viel Spannung in sich trägt und ich so das Gefühl hatte, kurz nach dem Anmachen war der Film schon wieder vorbei. Er fühlte sich nicht wie 114 Minuten an und das spricht definitiv für „Serenity“.

Zu guter Letzt hat mir die Filmmusik sehr gut gefallen, da man diese Art der Musik nicht mal in großen Science-Fiction-Produktionen zu hören bekommt und Joss Whedon in diesem Punkt ziemlich viel Mut und Erfindergeist zeigt. Daumen nach oben.

Insgesamt ist die Geschichte ja auch eher so Western mit Science-Fiction-Elementen gemischt und dadurch komplett neu und einzigartig. „Serenity“ wird man aber wohl nur verstehen, wenn man „Firefly“ gesehen hat und das ist ein großer Nachteil an dem Ganzen. Darüber hinaus sei gesagt, dass man die Serie nicht unbedingt mögen wird, wenn man nicht gerade ein Fan von solchen Szenarien ist. In Kombination haben mir aber beide Dinge gefallen, die Serie aber wesentlich weniger als der Film.

Meine Wertung:
Spannung: 8 von 10
Story: 7,5 von 10
Länge: 8,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 7,5 von 10
Authentizität: 8 von 10
Musik: 8 von 10
GESAMT: 7,9