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Misfits (Staffel 5)

misfits-staffel-5_coverTitel: Misfits (Season 5)
Idee: Howard Overman
Genre: Dramedy / Fantasy
Titellied: The Rapture – Echoes
Dauer: 8 Folgen à ca. 45 Minuten
Erscheinungsjahr: Großbritannien: 2013 / Deutschland: 2014
Altersfreigabe: FSK 18

„Ein Jahr ist es nun bereits her, seit unsere Lieblings-Antihelden in den berühmt-berüchtigten Sturm geraten sind, der sie zu dem transformierte, was sie nun sind: Superheros der dunkleren Art. In der fünften und letzten Staffel bemerkt u.a. der gut aussehende Barkeeper Alex, dass er eine interessante neue Superpower erworben hat, die er nun unbedingt ausprobieren will. Doch dann kommt vieles anders als geplant, und ehe er sich versieht, schließt er sich auch schon der Gang in orange an. Währenddessen entdeckt Rudy seine Gefühle für Jess…“
(Rückentext der BluRay)

Seit der vierten Staffel ist einige Zeit vergangen und es wurde Zeit, dass ich mich mit der nun letzten Staffel von „Misfits“ auseinandersetze.

Die Figuren wurden ordentlich durchgemischt. Es ist wirklich niemand mehr aus Staffel 1 dabei und damit ist Rudy der „dienstälteste“ unserer Gang. Alle Figuren, die in der finalen Season dabei sind, wurden bereits in der vierten Staffel eingeführt und man kennt sie nun, was das Anschauen erheblich erleichtert.

Wo ich mich nach Staffel 4 noch gefragt habe, ob Jess und Finn ein adäquater Ersatz für all die anderen Figuren sein können, die uns in Staffel 3 verlassen haben, muss ich nun dazu sagen, dass ich Simon und Alisha und auch inzwischen Curtis nicht eine Sekunde vermisst habe. Stattdessen hat man die ganze Zeit gebannt auf den aberwitzigen und etwas gestörten Rudy geachtet, den sehr nerdigen Finn, die eifersüchtige und leicht reizbare Jess und natürlich die anderen beiden: Alex und Abbey. Es hat alles wunderbar gepasst. Die Personenkonstellation, die Charaktere, die Eigenschaften und alles drum herum. Der Zuschauer ist stets gespannt und man hat sich gefragt, wie es weitergehen wird.

Ganz allgemein kann man der Serie ein fehlendes Ziel attestieren. Es ist nun mal auch ein Punkt, den ich in fast jeder Besprechung erwähnt habe: Die Folgen sind in sich abgeschlossen, aber es gibt keinen klaren roten Faden. Auch in der fünften Staffel kann man das zum Teil so übernehmen. Als klares Ziel lässt sich wohl nur eines formulieren: Klar kommen und keine Aufmerksamkeit erregen.
Für eine Serie mit fünf Staffeln ist das aber irgendwie zu wenig.

Nachdem ich bereits etwas zu der Spannung gesagt habe, die im Vergleich zur Vorgängerstaffel wesentlich besser gewesen ist, komme ich direkt auf die Figuren und die Darsteller zu sprechen.
Alex, Finn und Jess stehen ja nach wie vor als „die Neuen“ im Cast. Man brauchte schon seine Zeit, um mit ihnen klar zu kommen, das anfängliche Fremdkörper-Gefühl ist nun aber vollständig weg. Die Figuren waren irgendwie auf ihre ganz spezielle Art verschroben und einzigartig mit Charme und Witz. Sie haben Zeit benötigt, um sich zu „entfalten“ und sind nun dort angekommen, wo sie von Anfang an hätten sein müssen. Die drei Neuen fügen sich also gut ein und man nimmt sie ernst.
Abbey ist tatsächlich die einzige Figur, die irgendwie nur so da ist und bei der sich mir als Zuschauer kein tieferer Sinn ergibt. Rudy entpuppt sich als klarer Anführer und Witzbold.
Alle Figuren haben ihre Schwächen, die aber nur wenig ins Gewicht fallen. Es ist wirklich meckern auf hohem Niveau, denn ganz allgemein gesprochen, haben die Darsteller ihre Sache wirklich gut gemacht.

Die Emotionen werden mehr, viel mehr. Das Spektrum wird breiter und ist insgesamt auch tiefer. Besonders bei Alex, Abbey und Finn nimmt der Zuschauer nicht alles ab, was er sieht. Bei Jess und Rudy sieht das anders aus, besonders auch aufgrund von Rudy 2.
An dieser Stelle muss man Joseph Gilgun einmal loben, da er als einziger eine Doppelrolle hat und sowohl Rudy, als auch Rudy 2 mit so vielen Facetten und Glaubwürdigkeit spielt, dass man es fast nicht glauben kann, wenn man es nicht selbst gesehen hat.

Die musikalische Unterstützung ist nahezu gleich geblieben. Der Atmosphäre entsprechend wurden melodische Stücke verwendet. In den Szenen hat es auch gepasst.

misfits-staffel-5_dvdMeine Meinung:
Die letzte Staffel hat mir besonders viel Spaß gebracht. Ich war wirklich begeistert und rückblickend muss ich sagen, dass die gesamte Serie wirklich sehenswert ist.

Ich mochte fast alle Figuren und ich habe die Darsteller wirklich sehr zu schätzen gewusst. Auch über „Misfits“ hinaus freue ich mich, wenn ich Joseph Gilgun in „Preacher“ sehe oder Ruth Negga (aus einer der früheren Staffeln) bei „Warcraft – The Beginning“ bestaunen kann.

Ich mag die Serie einfach. Sie hat gutes Unterhaltungspotential und weiß die Zeit, die sie dauert, sehr kurzweilig wirken zu lassen. Ich bereue keine einzige Sekunde.

Meine Wertung:
Story: 7,5 von 10
Länge: 6,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Emotionen: 8,0 von 10
Schnitt: 7,5 von 10
Musik: 7,5 von 10
GESAMT: 7,4

Reihenfolge:
1. Misfits (Staffel 1)
2. Misfits (Staffel 2)
3. Misfits (Staffel 3)
4. Misfits (Staffel 4)
5. Misfits (Staffel 5)

Preacher (Staffel 1)

preacher-staffel-1_coverTitel: Preacher (Season 1)
Idee: Seth Rogen / Evan Goldberg / Sam Catlin
Genre: Drama
Titellied: Dave Porter
Dauer: 10 Folgen à ca. 55 Minuten
Erscheinungsjahr: USA: 2016 / Deutschland: 2016
Altersfreigabe: FSK 16

„‚Preacher’ ist die Umsetzung der gleichnamigen bekannten Comicserie und erzählt die Geschichte von Jesse Custer, einem zwiespältigen Pfarrer in einer kleinen Stadt in Texas, der von einem geheimnisvollen Wesen in Besitz genommen wird, mit dessen Hilfe er höchst ungewöhnliche Kräfte entwickelt. Unterstützung findet er in Tulip und Cassidy und zusammen begeben sich die drei auf eine wilde und düstere Reise, die mit nichts und niemanden zu vergleichen ist.“
(Rückentext der DVD)

Ich wollte einfach nur stöbern und schlenderte durch die Gänge des DVD-Dealers meines Vertrauens. Schon beim Reingehen komme ich an den Neuerscheinungen vorbei. Ein erstes Mal stoße ich auf dieses Cover, eine auf dem Kopf stehende Kirche. Später, bei den Serien, habe ich diese Hülle dann auch in die Hand genommen und sie bis zum Verlassen des Ladens nicht mehr aus der Hand gegeben.

Ich hatte zuvor noch nichts von „Preacher“ gehört, geschweige denn gelesen. Irgendwie hat mich der Rückentext aber gefesselt und ich wollte unbedingt die „wilde und düstere Reise“ erleben und mich von der Geschichte mitreißen lassen.

Die Handlung dreht sich um Jesse, der in seine Heimatstadt nach Texas zurückkehrt, sein altes Leben beendet hat und sich von nun an als Prediger in der Kirche seines Vaters versucht, der ebenfalls schon Prediger gewesen ist. Als er von einem geheimnisvollen Wesen in Besitz genommen wird und daraufhin Kräfte entwickelt, nutzt er diese aus, um seine Gemeinde zu einen und allen den Weg des Glaubens zu zeigen. Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Comic der im Original beim DC-Label Vertigo erschienen ist.

„Preacher“ hat zwar nur ein FSK 16 bekommen, ist aber weitaus extremer erzählt und verdient, meines Erachtens, sogar ein FSK 18. Erzählt wird die Serie größtenteils chronologisch, allerdings gibt es oft kurze Rückblenden, die besondere Zeitpunkte in Jesses Vergangenheit beleuchten. Auch begleiten wir von der ersten Minute an eine Figur, dessen Namen wir nicht kennen und auch nicht wissen, wo er genau lebt und was er dort macht. Auch die Geschehnisse, die sich um diesen Charakter drehen, sind keineswegs jugendfrei. Grundsätzlich bin ich in dem Punkt der Erzählweise zwiegespalten. Einerseits sind es die Splatterelemente, die explizite Darstellung der Gewalt aber auch das herumfliegende Blut und die Gedärme, die mich abstoßen. Andererseits bekommt das Publikum sehr viele intensive und überzeugende Dialoge geboten, die mich wirklich faszinieren.

Inhaltlich wird der Zuschauer mit Kriminalität, moralischen Grundsatzfragen, übernatürlichen Wesen, Ausgrenzung und der Frage, ob es einen Gott gibt (oder nicht), konfrontiert.
Für „Preacher“ spricht in jedem Fall die Geschichte und das Zusammenspiel der Figuren. Die Charaktere haben teilweise gemeinsame Ziele oder es verbindet sie eine sehr prägende Vergangenheit. Die Motivation jeder Figur wird schon in der Frühphase der Serie sehr deutlich und das ist auch eine Schwäche von „Preacher“. Das Publikum weiß früh, wo es hingebracht werden soll und muss sich dann noch durch einige Folgen schleppen, ehe man am Ziel angekommen ist.
Immer wieder entstehen so vermeidbare Längen, die teilweise in Langeweile münden.

Nun zu den Darstellern:
Jesse Custer wird von Dominic Cooper gespielt. In einigen Marvel-Produktionen spielt er den, noch kinderlosen, Vater von Iron Man Howard Stark. In „Marvel´s Agent Carter“ hat er mir sehr gut gefallen und auch hier (endlich in einer Produktion, die auf einem DC-Comic basiert) kommt er sehr überzeugend rüber.
Die anderen beiden Protagonisten haben mich zwar nicht überrascht, aber ich war froh, dass Tulip von Ruth Negga und Cassidy von Joe Gilgun gespielt wurden. Beide Schauspieler haben bei mir nämlich bleibenden Eindruck hinterlassen, als sie in „Misfits“ mitgewirkt haben. Es gab dadurch zwar ein paar Vorschusslorbeeren, aber die waren berechtigt. Auch in „Preacher“ hat Ruth Negga eine ausdrucksstarke Attitüde und Joe Gilgun verkörpert seine Figur ähnlich verrückt wie in „Misfits“. Beide haben mir also gut gefallen.
Die Nebendarsteller machen ihre Sache weitestgehend gut. Ob es nun Graham McTavish, Lucy Griffiths oder Ian Colletti ist. Ausdruck, Sprache und Glaubwürdigkeit passen einfach.
Auch wenn die Emotionen die meiste Zeit stark zurückgenommen waren, hatte man als Zuschauer nicht das Gefühl, dass die Darstellungen unnatürlich oder künstlich waren. Es fühlte sich zumindest alles ganz normal an.

Anfangs dachte ich, dass 10 Episoden ziemlich kurz sind. Nachdem ich diese Staffel aber gesehen habe, kann ich sagen, dass es eine wirklich ausreichende Anzahl ist. Dadurch, dass die Serie ab der dritten Folge fast schon auserzählt ist und man nur noch auf ein „Showdown“ wartet, ist die Gesamtzahl mehr als ausreichend.

Durch die ganzen Dinge, die drum herum geschehen, bleibt die Serie aber von Episode zu Episode halbwegs spannend und man verliert nicht die Motivation weiter zu schauen.
Das Szenenbild ist durch Wüste geprägt. Es ist trocken und staubig. Wir befinden uns in Texas. Der Tag ist extrem hell, die Nacht dunkel und kühl. Atmosphärisch passen die Kulissen zur Geschichte und verleihen der Serie einen Western-Touch. Untermalt wird das Ganze von countryähnlicher Musik, aber auch durch gelegentliches Einstreuen von klassischen Klängen.

Eine Sache blieb allerdings aus: Die „wilde und düstere Reise“, die man dem Publikum verspricht, sucht man in der ganzen Zeit vergeblich.

preacher-staffel-1_dvdMeine Meinung:
Mit einer tiefgründigen Geschichte hat es „Preacher“ geschafft mich zu überzeugen. Der Rückentext hat bei mir eine Art Road-Movie-Feeling hervorgerufen, auf das ich vergeblich gewartet habe. Dafür konnte mich die Serie mit tollen Figuren überzeugen.

Ich mochte das ungleiche Trio sehr gerne und auch das, was sie erlebt haben und ich kann bereits jetzt schon sagen, dass ich mich auf die zweite Staffel freue. Ich hoffe allerdings sehr, dass die Längen ausbleiben und die Spannung mehr von der eigentlichen Handlung und nicht von dem Drumherum ausgeht. Staffel zwei wird obendrein 13 Episoden haben.

Meine Wertung:
Story: 8,0 von 10
Spannung: 5,0 von 10
Länge: 5,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Emotionen: 7,0 von 10
Setting: 7,0 von 10
Musik: 8,0 von 10
GESAMT: 6,9

Misfits (Staffel 4)

Misfits_Staffel4_CoverTitel: Misfits (Season 4)
Idee: Howard Overman
Genre: Dramedy / Fantasy
Titellied: The Rapture – Echoes
Dauer: 8 Folgen à ca. 45 Minuten
Erscheinungsjahr: Großbritannien: 2012 / Deutschland: 2013
Altersfreigabe: FSK 18

„Die neuen Misfits-Mitglieder Finn (Nathan McMullen) und Jess (Karla Crome) legen zum ersten Mal ihre orangefarbenen Overalls an und warten auf ihren Bewährungshelfer. Doch sogleich kommt alles anders: Nachdem ein Mann mit einem Aktenkoffer in das Gemeindezentrum gestürmt ist und sie alle mit einer neuen übernatürlichen Fähigkeit infiziert hat, überstürzen sich die Ereignisse. Schnell wird den beiden Newbies klar, dass es sich bei dieser Art Sozialstunden um mehr handelt, als um bloße Müllentsorgung und Graffiti-Entfernung…“
(Rückentext der BluRay)

Auch die vierte Staffel hat mich während der Zeit, als die Europameisterschaft im TV lief, nebenbei beschäftigt. Die Pause zwischen zwei Spielen war eben nur so lang, dass es teilweise für eine Folge „Misfits“, nicht aber für einen ganzen Film gereicht hat.

Ein Blick auf das Cover verrät uns, dass einige Protagonisten nicht mehr dabei sind und andere sind hinzugekommen. Nachdem für Nathan Rudy in die Serie kam, mussten wir uns auch von allen anderen bis auf Curtis verabschieden.

Die meisten Charaktere haben wir drei Staffeln lang begleitet und es ist ein komisches Gefühl, jetzt andere an dieser Stelle zu sehen. Mit Finn und Jess sind zwei neue dabei und diese sind viel zu stark an die anderen Protagonisten aus vorangegangenen Staffeln angelehnt. Die Skepsis in der letzten Staffel, die ich gegenüber Rudy hatte, war unbegründet, aber werden Jess und Finn genau so einschlagen wie es Rudy getan hat?

Immer noch gibt es kein klares Ziel, das hinter der Handlung von „Misfits“ steht. Zwar sind die Folgen alle in sich abgeschlossen, aber einen roten Faden, der sich im Hintergrund durch die Geschichte zieht, gibt es nicht.

Ganz allgemein gesagt, plätschert diese Staffel ganz gut vor sich hin. Sie ist ereignisreich und unterhaltsam. Sie ist überaus interessant. Da der Zuschauer sich nun schon eine ganze Weile mit der Serie befasst, bleibt er dabei. Die Spannung im klassischen Sinne ist aber irgendwie weniger geworden. Vergleichsweise fand ich die ersten drei Staffeln spannender, die haben mich mehr gefesselt. Staffel vier hat aber auch seine Reize, ist aber eben „nur“ interessant.

Die Erzählweise hat sich, trotz des veränderten Casts, nicht geändert. Auch gibt es, außer in der ersten Folge, wenig Kniffe, die das Immergleiche, Standardisierte und Eingespielte Prozedere durchbrechen und mal was Neues zeigen.

Die Figuren sind lasch. Bis auf zwei gibt es keinen, der durch seine Eigenschaften, Macken, Gepflogenheiten oder seines Aussehens besticht. Keiner, der da mal aus der Reihe tanzt.
Vor allem die darstellerische Leistung von den Neuen ist nicht zufriedenstellend. Sie sind zu glatt, zu konventionell, sie fühlen sich beim Angucken wie ein Fremdkörper an. Darstellerisch haben Finn (Nathan McMullen), Jess (Karla Crome) und Alex (Matt Stokoe) keinen Mehrwert mitgebracht.
Curtis (Nathan Stewart-Jarrett) ist in seiner Leistung gut, zumindest besser im Vergleich zu all den neuen Figuren.
Die Leistung von Rudy (Joseph Gilgun) hingegen ist überaus überzeugend, facettenreich und so komplett anders, als das, was man eigentlich erwartet. Er stellt seine Figur immer auf einem schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn dar und das bekommt er mehr als gut hin.
Obwohl Rudy so genial gespielt ist, ist Staffel vier in der Leistung und Authentizität wesentlich schwächer als noch die Vorgängerstaffeln.

An der Häufigkeit der Emotionen und dem Spektrum hat sich nahezu nichts geändert, allerdings gibt es schon die ein oder andere Folge, bei der man als Zuschauer nicht ganz die emotionalen Beweggründe hinter einer Tat versteht. Häufiger hat das Publikum die emotionale Logik auch nicht verstehen können, weil es schlicht keine gab.

Musikalisch hat sich rein gar nichts verändert, bis auf eine Szene, in der die Streichmusik besonders gefühlvoll und intensiv daherkommt und für Gänsehaut gesorgt hat.

Es schleichen sich die ersten Nachlässigkeiten ein, die für Punktabzug sorgen.
Auch wenn die Kulissen und Masken wieder einmal passend ausgewählt wurden, gibt es schon Dinge, die stören.

Misfits_Staffel4_DVDMeine Meinung:
„Misfits“ hat mir mit der dritten Staffel soviel Potential versprochen und vergeigt es mit der vierten Staffel.
Ich mag Rudy und Curtis, aber den Rest finde ich nicht so doll. Die Grundstory ist nach wie vor gewöhnungsbedürftig und anders, aber es macht Spaß sich das anzuschauen. Zu sehen, wie sich diese Serie in vier Staffeln verändert hat, hat allerdings keinen Spaß gebracht.
Mich nervt es, dass sich nach und nach die Darsteller der ersten Stunde verzogen haben und mich nervte es auch, dass sie zwischenzeitlich ganz andere Kräfte bekommen haben.
Wenn jetzt noch Aliens dazu kommen, dann schmeiß ich die Serie in die Ecke.

Thematik passte aber dennoch, die einzelnen Episoden haben Sinn ergeben und wurden gut erzählt. In nun vier Staffeln ist man sich da eben treu geblieben.

Ich mag weiterhin, worum es geht und ich bin auch noch von der Grundthematik überzeugt, aber mal schauen, was Staffel fünf – und damit die letzte Staffel – so zu bieten hat.

Meine Wertung:
Story: 7,0 von 10
Länge: 6,0 von 10
Authentizität: 7,0 von 10
Emotionen: 7,0 von 10
Schnitt: 7,5 von 10
Musik: 7,5 von 10
GESAMT: 7,0

Reihenfolge:
1. Misfits (Staffel 1)
2. Misfits (Staffel 2)
3. Misfits (Staffel 3)
4. Misfits (Staffel 4)
5. Misfits (Staffel 5)

Misfits (Staffel 3)

Misfits_Staffel3_CoverTitel: Misfits (Season 3)
Idee: Howard Overman
Genre: Dramedy / Fantasy
Titellied: The Rapture – Echoes
Dauer: 8 Folgen à ca. 45 Minuten
Erscheinungsjahr: Großbritannien: 2011 / Deutschland: 2013
Altersfreigabe: FSK 18

„In der dritten Staffel der britischen SciFi-Dramedy-Serie stößt ein weiteres Mitglied zum Team hinzu: Rudy beginnt seinen Sozialdienst und merkt bald, welche Gefahren seine Superkräfte mit sich bringen. Vor allem aber plagt ihn die Frage, wie er seine neue Superkraft geheim halten soll. Der Rest der Gruppe versucht ebenfalls noch, sich an ein neues Leben mit Superpower zu gewöhnen und die Kräfte einigerma0en sinnvoll einzusetzen. Noch ahnen sie nicht, dass ihnen die allergrößten Herausforderungen erst noch bevorstehen. So bekommen es die Outlaws dieses Mal u.a. mit Nazis und Zombies zu tun…“
(Rückentext der BluRay)

Die Fußball-Europameisterschaft habe ich nicht nur damit verbracht, Fußball zu gucken und sonst nichts zu machen. Ganz im Gegenteil, in der Zeit standen einige Serien auf dem Plan, so auch die dritte Staffel von „Misfits“.

Nachdem mir die Figuren aus den ersten beiden Staffeln so vertraut wurden und ich alle bis ins kleinste Detail sehr gerne mochte, fing diese Staffel ohne Nathan an. Ohne den polarisierenden, abgedrehten und verrückten Nathan. Stattdessen ist eine neue Figur dabei, Rudy. Wird er ein zweiter Nathan, ganz einfallslos oder prägt er auf seine eigene Weise diese Serie? Ich war skeptisch. Vor allem deswegen, weil meine fünf Antihelden auseinander gerissen werden und ein anderer, fremder, dafür in die Runde geworfen wird.

Staffel drei beginnt eigentlich mit einer Folge, die nur Online verfügbar war. Der Titel lautet „Vegas Baby!“. Im BluRay-Umfang war sie allerdings in den Extras enthalten, sodass der Kauf dieser Staffel einen Mehrwert mit sich bringt. Auch eine weitere Folge ist in den Extras enthalten, in der Rudy als neuer Charakter eingeführt wird. Das waren die letzten beiden Auftritte von Nathan. In den regulären Folgen der Staffel 3 ist er sonst nicht zu sehen.

Am Ende der zweiten Staffel erfahren wir, dass unsere Helden nicht mehr die gleichen Kräfte haben, wie in der kompletten ersten und die meiste Zeit der zweiten Staffel. In der dritten Runde sind also alle Figuren etwas verändert dabei.
Die Handlungen der einzelnen Folgen sind abgeschlossen, episodenübergreifend gibt es nur sehr lose einen roten Faden. Auffallend ist, dass es kein richtiges Ziel gibt, das die fünf Protagonisten verfolgen. Sie leben in den Tag hinein, haben immer eine andere Herausforderung und der Fokus liegt meistens auch auf einem anderen Charakter.
Dass sich, nach wie vor, alles um die straffälligen Jugendlichen dreht, muss an dieser Stelle eigentlich nicht gesagt werden.

An der Erzählweise hat sich nichts geändert. Alle Episoden sind irgendwie gleich strukturiert, immer wieder gibt es diese entspannenden Szenen, in denen man das Geschehene Revue passieren lassen kann. In diesen Momenten kommt einer der fünf meistens auf die Idee, seine Kräfte einzusetzen, um eine Gefahr abzuwenden. Dann wird sich noch einmal vorbereitet und der Plan in die Tat umgesetzt.
Dieses Mittel wurde auch schon in den ersten beiden Staffeln eingesetzt, allerdings wurde es dort nicht so sehr zelebriert, wie in Staffel 3. Das macht die Handlung ein Stückweit vorhersehbar, andererseits steckt die Würze in diesen Momenten in den Dialogen, die mit einer bemerkenswerten Gelassenheit daherkommen.

Die Figuren waren wieder einmal toll dargestellt. Es gab genügend Zeit und Platz für jeden Charakter, sich in seiner Tiefe und Breite darzustellen. Auch wenn ich Rudys „Psych!“ nach der ersten Folge nicht mehr hören konnte, so hat er sich dennoch mit seiner Art, seinem Auftreten und seinem Facettenreichtum am meisten in den Cast hineingespielt.
Die übrigen Figuren sind auch nach wie vor klasse. Die Ausdrucksweise ist gewohnt derb und in dieser Staffel werden nicht nur Nazis zerlegt, sondern auch Zombies.
In der letzten Folge spritzt und fließt besonders viel Blut und auch die Maskenbilder werden da alle Hände voll zu tun gehabt haben.

In den Punkten Emotionen und Atmosphäre sieht es ähnlich wie in der zweiten Staffel aus. Eher düstere Atmosphäre, die immer wieder mit hellen Farben und Kontrasten durchbrochen wird, im Wechsel mit Grautönen und Plattenbausiedlungen. Und auch die Gefühle sind vielfältig. Dabei wird nicht jede Emotion in jeder Episode gezeigt, sondern die Vielfalt auf die Dauer der kompletten Staffel ausgebreitet.

Die Musik war unauffällig und unterstützend. Inzwischen hat man sich an die etwas anderen Töne in dieser Serie gewöhnt und so rückt Technomusik nicht mehr ganz so doll ins Bewusstsein des Zuschauers. Ansonsten ist sie unverändert zu den beiden Vorgängerstaffeln.

Low-Budget ist die Serie mit Sicherheit immer noch, auch wenn sich die Schnitte, Kostüme und Kulissen deutlich verbessert haben. Die Verbesserung schlägt sich auf den Spaß nieder. Es hat unglaublich viel Spaß bereitet, sich diese Staffel anzuschauen, auch wenn man am Ende wieder etwas wehmütig wird und durch die ein oder andere Wendung überrascht wird.

Misfits_Staffel3_DVDMeine Meinung:
Mit Staffel 3 beginnt eine neue Ära.
Ich habe festgestellt, dass diese Staffel einfach hochwertiger ist.

Einen echten Mehrwert gibt es auch bei dem Kauf der BluRay durch die beiden Zusatzepisoden.
Die Figuren sind nach wie vor sehr originell. Mit Rudy ist ein Charakter dazu gekommen, dem ich Anfangs skeptisch gegenüber stand, inzwischen aber überzeugt bin.

Die Thematik, die Charaktere, die Eigenschaften und das, worum es geht, sind einfach sehr unterhaltsam und spannend dargestellt.

Ist „Misfits“ weiterhin ein Geheimtipp? Solange diese Serie nicht zur besten Sendezeit auf einem der bekannteren TV-Sender läuft, ja.

Meine Wertung:
Story: 8,0 von 10
Länge: 6,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Emotionen: 8,0 von 10
Schnitt: 7,5 von 10
Musik: 7,5 von 10
GESAMT: 7,5

Reihenfolge:
1. Misfits (Staffel 1)
2. Misfits (Staffel 2)
3. Misfits (Staffel 3)
4. Misfits (Staffel 4)
5. Misfits (Staffel 5)