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Kick-Ass 2

Titel: Kick-Ass 2
Genre: Action / Comicverfilmung
Regie: Jeff Wadlow
Musik: Henry Jackman / Matthew Margeson
Produzenten: Matthew Vaughn / Brad Pitt / Kris Thykier / Adam Bohling / Tarquin Pack / David Reid
Dauer: ca. 99 Minuten
Erscheinungsjahr: 2013
Altersfreigabe: FSK 18

„Kick-Ass (Aaron Taylor-Johnson) hat sich Colonel Stars and Stripes (Jim Carrey) und seinen mutigen Amateurhelden angeschlossen. Gemeinsam kämpfen sie mit erbarmungsloser Härte und allen Tricks gegen die Kriminalität auf den Straßen von New York City. Da taucht Erzfeind Red Mist (Christopher Mintz-Plasse) als ‚Motherfucker’ mit einer Horde skrupelloser Söldner auf und macht Jagd auf die Superhelden. Als Kick-Ass in einen Hinterhalt gerät, ist Hit-Girl (Chloë Grace Moretz) seine letzte Rettung…

Bereits KICK-ASS brach mit kompromissloser Action und krassem Humor die Regeln des Superhelden-Genres. Noch härter, abgefahrener und durchgedrehter – KICK-ASS 2 legt in jeder Hinsicht nach!“
(Rückentext der DVD)

Für den August habe ich mir ein Thema überlegt: „Fortsetzung folgt!“
Alle Filme oder Serien sind Fortsetzungen. An dieser Stelle möchte ich euch gerne dazu auffordern, mir Fortsetzungen von Filmen zu nennen, die euch besonders gut oder besonders schlecht gefallen haben und warum. Ich selbst sage es auch sehr oft und man hört es immer wieder: „Fortsetzungen sind immer schlechter als ihre Vorgänger.“ Aber was ist da dran? Im letzten Monat habe ich „John Wick: Kapitel 2“ gesehen, den ich deutlich besser empfand als den ersten Teil. Auch gibt es ganze Reihen, wie z.B. die Star-Wars-Reihe, die durch die Bank sehr sehenswert ist. Ich freue mich auf eure Kommentare. An dieser Stelle bekommt ihr die Kritik zu „Kick-Ass 2“.

Die Handlung von „Kick-Ass 2“ spielt einige Jahre nach seinem Vorgänger und dreht sich weiterhin um Dave, der eigentlich kein Doppelleben mehr führen will, um dann letzten Endes doch wieder zurück in sein Kostüm zu kehren. Dave schlüpft in sein Alter-Ego und muss gegen seinen alten Widersacher kämpfen, der wiederum nach Rache sinnt.

Mit dem Versprechen auf dem Rückentext hat „Kick-Ass 2“ nicht wirklich viel gemeinsam. Dieser Film legt nicht nach, zumindest nicht die ganze Zeit.

Nicht nur dass die Handlung nicht sehr knifflig ist, nein, dann ist sie auch noch über weite Strecken mehr als vorhersehbar. Der Hauptstrang wird nur sehr lose von einem roten Faden durchzogen. Die Nebenhandlung wirkt in jeder Hinsicht deplatziert, inklusive Ausgrenzung und anbahnender Lovestory, die dann doch keine mehr sein will und man sich am Ende fragt, was es einem gebracht hat, das zu sehen.

Die Erzählweise ist sehr einfach gehalten und bringt keinerlei Mehrwert in den Film. So bleibt zumindest an dieser Stelle viel Enttäuschung übrig, dass „Kick-Ass 2“ nicht in die Tiefe geht, nicht frech mit dem Superhelden-Genre umgeht und man eben nicht das bekommt, was man in seinem Vorgänger bekam. An Überraschungen mangelt es wirklich in jeder Beziehung.

Auch in der Action wird nicht mehr ganz so dick aufgetragen, wie noch im ersten Teil. Das ist wirklich schade, denn gerade in „Kick-Ass“ war der Einsatz von Waffen jeglicher Art so übertrieben hoch, dass es schon fast lächerlich war. Wo es noch Granaten, Schrotflinten und Jetpacks mit Gatling-Kanonen in Teil eins zu sehen gab, ist im zweiten Teil eine Möchtegern-Heldengruppe mit einem abgerichteten Schäferhund und einem in Aluminium eingewickelten Baseballschläger unterwegs, während die Gegner teilweise richtige Kampfmaschinen zu sein scheinen. Es gibt zwar immer wieder Szenen, die einen aufatmen lassen, besonders dann, wenn Hit-Girl in Erscheinung tritt, aber das ist leider nur ein Bruchteil des Gesamtwerks. Also wenn man mich fragt, weiß ich nicht so recht, wo an dieser Stelle nachgelegt wird.

Schauen wir uns mal die Darsteller an:
Jim Carrey als Colonel Stars and Stripes. Carreys Rolle kann durchaus auf unterschiedliche Facetten zurückgreifen. Mit einer bereuten Vergangenheit und einem dazu passenden Sinneswandel ist Col. Stars and Stripes eine der besseren Nebenrollen, die auch immer wieder mit einem passenden One-Liner eine Situation auflockern kann. Anders sieht es da schon bei der Figur Night Bitch aus, die weder Fähigkeiten hat, noch sich davor scheut, die Beine für Kick-Ass breit zu machen. Ebenso ist Battle Guy als ein Superheld nichts weiter als ein kleiner Nichtsnutz, der in anderen Filmen des gleichen Genres allerhöchstens als Kanonenfutter herhalten würde.
Erst als es eine Parodie auf Kick-Ass gibt, beweisen die Macher wieder den Humor, den man aus dem ersten Teil kennt.
In weiteren Rollen sind Christopher Mintz-Plasse, der seine Rolle als gieriger, verzogener und niederträchtiger Erbe, der nach Rache, sinnt mehr als gut ausfüllen kann; Morris Chestnut als Det. Marcus Williams als Erziehungsberechtigter von Hit-Girl a.k.a. Mindy, der zwar schlau und umsichtig aber dafür oft einen Schritt zu spät zu sein scheint, am Ende aber doch wieder zu überraschen weiß und Olga Kurkulina als sowjetisches Mannsweib, das genauso viel Ausstrahlung und Ausdruck hat wie ein Stück Holz.
Die Charakterentwicklungen bei Kick-Ass (Aaron Tyler-Johnson) und Hit-Girl (Chloë Grace Moretz) passen dafür aber sehr gut. Beide haben sich weiterentwickelt und sind auch noch Jahre später wieder in der Lage, ihre Figuren zu präsentieren, ohne dass es rückwärtsgerichtet zu sein scheint.
Am Anfang jedoch wirkte besonders Kick-Ass etwas steif und außer Form, was sich jedoch mit zunehmender Dauer besser anfühlt.

Die emotionale Palette ist leider die ganze Zeit stark limitiert. Ausreißer gibt es immer wieder, die dann auch glaubhaft ausschauen, allerdings sind das leider nur Bruchstücke, die eher den berühmten Tropfen auf dem heißen Stein entsprechen. Christopher Mintz-Plasse ist dabei noch eher das aufgewühlte Nervenbündel, das von der einen in die andere Sekunde verärgert, jähzornig und unruhig ist. Offensichtlich ein Kraftakt, der automatisch in unkontrollierbaren Hasstiraden und Beschimpfungen enden muss, was zuweilen auch stark an Overacting grenzt.
Kühl und bedacht hingegen arbeiten sich Hit-Girl und ihr Sidekick Kick-Ass (oder etwa andersherum?) voran, sodass es eher noch scheint, als wären die zwei keine lebenden und fühlenden Menschen, sondern Roboter. Das einzige glaubhafte Gefühl ist der Schmerz von Schlägen, Tritten und Waffen, die immer mal wieder einen kritischen Treffer landen.

Nun zum Setting: Die Schauplätze sind in New York. Man befindet sich eher in den Wohngegenden, weniger an den Touristen-Hotspots und daher kann die Geschichte eigentlich in so gut wie jeder anderen Stadt auch spielen. Der Kulisse selbst wurde eher weniger Bedeutung zuteil. Die Kostüme und Masken sind sehr wertig. Viele verschiedene Outfits, die allesamt sehr stimmig und kreativ ausschauen. Da muss ich sagen, dass der Streifen kurzweilig Spaß bringt, wenn sich viele unterschiedliche Charaktere in Kostümen gegenüberstehen und kurz danach die Post abgeht.
Die Maske hat wieder sehr gute Arbeit geleistet. Ähnlich wie im ersten Teil sieht man auch in „Kick-Ass 2“ öfter Nahaufnahmen von Wunden und Verletzungen. Zu keinem Zeitpunkt sah das künstlich oder unrealistisch aus. Daumen hoch.

Am Ende bekommt der Zuschauer einen Mix aus viel zu schwachen Charakteren, einer stark limitierten Gefühlspalette und einer sehr vorhersehbaren Geschichte. Grundsätzlich ist es unter diesen Umständen nicht sehr weit her mit der Spannung.
Aber, was soll ich sagen? Sie passt sich dem Niveau des Streifens an. Als Zuschauer bekommt man eben nichts, was die Aufmerksamkeit förmlich aus einem heraussaugt. Ja, es reicht nicht einmal für übermäßig gesteigertes Interesse.
Und zu allem Überfluss ist die musikalische Untermalung eine reine Katastrophe. Nichts mehr mit episch anmutenden Stücken. Passé sind gleichermaßen untermalende, aber auch irgendwie spannende Klänge, die sich immer mal wieder in den Vordergrund drängen.
Geschichte sind die gekonnt ausgewählten Szenen, in denen ein Lied eingesetzt wurde, sodass beide Elemente eine grandiose Symbiose eingehen konnten, die dem Zuschauer nicht weniger als Gänsehaut bereitet hat. Wirklich sehr schade.

Meine Meinung:
Der Monat der Fortsetzungen hat seinen Anfang mit „Kick-Ass 2“ gemacht. Ja, dieser Streifen ist ein Paradebeispiel für eine schlechte Fortsetzung. Das Erbe des ersten Teils wurde mit diesem „Film“ eher mit Füßen getreten als geehrt.

Diese Fortsetzung macht also so ziemlich alles falsch, was man sich vorstellen kann und deswegen ist „Kick-Ass 2“ auch an den Kinokassen gefloppt. Außerdem spreche ich mich an dieser Stelle klar dafür aus, dass der Regisseur eines Films auch eine mögliche Fortsetzung umsetzen darf.
Diesem „Kick-Ass“ hat es definitiv nicht gut getan, dass eine so wichtige Position neu besetzt wurde.

„Kick-Ass 2“ wird also abgestraft und verliert erheblich zu seinem Vorgänger.

Was sagt ihr zum Thema „Fortsetzung folgt!“
Ich freue mich auf eure Kommentare.

Meine Wertung:
Spannung: 5,0 von 10
Action: 6,0 von 10
Story: 5,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 4,0 von 10
Authentizität: 7,0 von 10
Setting: 8,0
Musik: 4,0 von 10
GESAMT: 5,1

Reihenfolge:
1. Kick-Ass
2. Kick-Ass 2

Disneys Eine Weihnachts- geschichte

IMG_1730Titel: Disneys Eine Weihnachtsgeschichte (engl. „A Christmas Carol“
Genre: Animationsfilm
Regie: Robert Zemeckis
Musik: Alan Silvestri
Produzenten: Robert Zemeckis / Jack Rapke / Steve Starkey
Dauer: ca. 96 Minuten
Erscheinungsjahr: 2009
Altersfreigabe: FSK 12

„Der alte Ebenezer Scrooge (Jim Carrey) ist ein selbstsüchtiger, verbitterter Geizhals für den Weihnachten ein Fest der Verschwendung ist. Eines Nachts wird er von den Geistern der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnachten heimgesucht, die ihn mit der eigenen Herzlosigkeit konfrontieren und zur Umkehr auffordern, bevor es zu spät ist…“
(Rückentext der BluRay)

Ebenezer Scrooge findet sein Herz wieder und schafft es damit, jedes Eis zum Schmelzen zu bringen. Eine Weihnachtsgeschichte für Groß und Klein.

Charles Dickens liefert hier den Stoff, aus dem „Disneys Eine Weihnachtsgeschichte“ gestrickt ist. Bereits vor über 160 Jahren schuf er „A Christmas Carol“, wie das Buch im englischen Original heißt, welches von Robert Zemeckis aufgegriffen wurde, um mit viel Technik und Know-how ein Film für die ganze Familie zu realisieren.

Unser Hauptcharakter heißt Ebenezer Scrooge. Er ist es, um den sich die Geschichte dreht, der sich verändert weil er eine Weiterentwicklung durchmacht. Der Zuschauer bekommt aus erster Hand seinen Fortschritt mit.

Schon nach wenigen Minuten erfährt man, dass die Geschichte von einer dritten Person erzählt wird, dieser Erzähler ist allwissend und gibt am Ende auch ein Ausblick auf Ebenezer und wie es mit ihm weitergeht. Die Erzählweise profitiert sehr von der Geschichte, die im Alleingang für Spannung sorgt, da man sowohl die Geister als auch die Gedanken, Gefühle und Reaktionen von Ebenezer erfahren möchte.

Die Filmmusik ist quasi nicht existent, bis auf ein zwei Stellen, an denen man von Chören ein Weihnachtslied vorgeträllert bekommt, wird auf musikalische Untermalung eher wenig bis kein Wert gelegt. Gerade bei der Thematik hätte der Film von dementsprechender Filmmusik profitiert, stattdessen erlebt man hier einen etwas anderen Disney-Film, ganz untypisch, mit stark reduzierter Musik.

„Disneys Eine Weihnachtsgeschichte“ lebt von einer sehr schönen Story und den tollen Animationen. Der Zuschauer bekommt detailreiche Aufnahmen und gekonnte Charakter-Darstellung, mit Hilfe vorangeschrittener Technologie inszeniert und stilecht umgesetzt geboten. Vereinzelt bekommt man aber den Eindruck, dass die Mimik eher emotionslos ist, vor allem dann, wenn in den darauf folgenden Szenen bewiesen wird, dass diese 3D Motion-Capture-Technologie es wunderbar umsetzen kann.

Die Authentizität der Charaktere kann man an Ebenezer Scrooge festmachen. Es kann einem schwer fallen, sich mit Ebenezer zu identifizieren, gerade weil er am Anfang ein Ekel und zum Ende ein Gutmensch ist. Es sind die Gegensätze beider Eigenschaften, die ein Wiederfinden seiner selbst behindern. So zieht es sich durch die ganze Geschichte. Der Neffe von Ebenezer Scrooge wirkt viel zu souverän, direkt, ehrlich und erhaben. Der unterbezahlte Angestellte Bob Cratchit wird als sehr bescheidener, fleißiger und treuer Untergebener dargestellt. Die Fülle der Eigenschaften, die in gewisser Weise alle in die gleiche Richtung gehen,4 wirken kontraproduktiv auf die Identifikation des Zuschauers mit den Charakteren.

Die Kameraarbeit ist tadellos.
Der Film bietet hervorragende Detailaufnahmen, wunderbar animierte Kulissen und überwiegend perfekte Charakterdarstellungen. Die Atmosphäre des Films konnte gut eingefangen und widergespiegelt werden. Am Anfang wirkte alles eher kalt, wie eine kleine Kerzenflamme, die jeden Moment droht auszugehen. Am Ende wurde die Kerze mit einem Feuer im Kamin ausgetauscht und immer wieder Detailaufnahmen, die in gewisser Weise eine Darstellung der aktuellen Atmosphäre sind.

Meine Meinung:
„Disneys eine Weihnachtsgeschichte“ hinterlässt bei mir, trotz seiner Musikarmut, einen tollen Eindruck. Es ist definitiv ein Film, den ich mir jedes Jahr zu Weihnachten angucken möchte, da er mich an das Wesentliche an Weihnachten erinnert, nämlich die Zeit mit seinen Lieben zu verbringen und versuchen etwas Gutes zu tun.

Er ist ein Film für die ganze Familie und es bringt einem Spaß die Animationen anzusehen, da sie mit sehr viel Detailverliebtheit versehen sind.

Meine Wertung:
Spannung: 6,5 von 10
Story: 8,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 7,0 von 10
Authentizität: 5,5 von 10
Musik: 2 von 10
Kameraführung: 7,5 von 10
GESAMT: 6,2