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M wie „Man of Steel“

IMG_6652Titel: Man of Steel
Genre: Comicverfilmung
Regie: Zack Snyder
Musik: Hans Zimmer
Produzenten: Christopher Nolan / Lloyd Phillips / Charles Roven / Deborah Snyder
Dauer: ca. 143 Minuten
Erscheinungsjahr: 2013
Altersfreigabe: FSK 12

„Ein kleiner Junger erfährt, dass er über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt und nicht von der Erde stammt. Als junger Mann will er herausfinden, woher er kommt und welche Aufgabe ihn hier erwartet. Doch er muss zunächst den Helden in sich entdecken, um die Welt vor der Vernichtung zu bewahren und selbst zum Symbol der Hoffnung aller Menschen aufzusteigen.“
(Rückentext der BluRay)

Nach einer kleinen Filmpause habe ich mir keinen geringeren ausgesucht als „Man of Steel“ von Zack Snyder. Wie viele Filme in meiner Sammlung gehört dieser auch zu denen, die ich jetzt öfter gesehen habe und von daher wusste ich, worauf ich mich einlassen werde.

Zack Snyder hat sich an einen Comic aus dem DC Universum heran getraut und einen Film über eine Figur gedreht, die schon in diversen Ablegern realisiert wurde. Sei es in Serien- oder Filmformaten mit diversen Schauspielern. Insbesondere die Superman-Reihe mit Christopher Reeve feierte weltweit Erfolge und wurde mit mehreren Fortsetzungen versehen. Auch die TV-Serie der 1990er Jahre „Superman – die Abenteuer von Lois & Clark“ sowie die spätere Serie „Smallville“ sind bekannt und geläufig. Ich will den Antworten der Fragen „Was macht diesen Film zu etwas Besonderem? Und Warum?“ etwas näher kommen.

„Man of Steel“ und seine Story rollen das Feld von vorne auf. Halbwegs chronologisch und verständlich erzählt, fängt der Film auf Krypton, dem Heimatplaneten von Clark Kent, an. Schon dort bekommt der Zuschauer unmittelbar mit, welche Gründe seine Eltern haben, ihn auf die Erde zu schicken. Ab dann kann es etwas verwirrend wirken, denn immer wieder befinden wir uns in Clark Kents Erinnerungen und welche Probleme ihm seine Fähigkeiten machen. Das Besondere an der Erzählweise ist, dass sie eigentlich nicht so besonders ist. Durch diese Rückblenden verarbeitet Clark seine Vergangenheit und sie treiben ihn maßgeblich voran. Rat und Unterstützung bekommt er in der Vergangenheit immer wieder von seinem (Zieh-)Vater.

Spannung wird durch die Handlung ganz automatisch erzeugt und der Umstand, dass das Publikum direkt mitbekommt, wie sich Clark und sein Umfeld weiterentwickeln, heizt zusätzlich den Zuschauer an, dran zu bleiben. Nicht zu vergessen, dass es keinen Superhelden ohne Bösewichte gibt. Es ist nicht nur ein Konflikt von Clark Kent und seinem Gegenspieler zu vernehmen, sondern auch ein innerer Konflikt des jungen Superman, was maßgeblich zum Spannungsgefühl beiträgt. Auch die Fragen woher er kommt und warum er auf der Erde ist, treiben ihn und die Geschichte an und sorgen für Aufregung.

Es gibt wohl kaum eine Comicverfilmung ohne Actionsequenzen und da kann „Man of Steel“ wirklich punkten. Mit Szenen wie von einem anderen Stern, technischen Tricks und Kniffen wird hier fast schon in Michael-Bay-Manier zumindest teilweise ein Actionfeuerwerk inszeniert. Meiner Meinung nach wurde in „Man of Steel“ ein gutes Mittelmaß gefunden, denn zu viel dieser Action hätte dem Film und vor allem der Story nicht gut getan. Wäre die Action weniger hätte es dem Thema „Superman“ nicht gut zu Gesicht gestanden.

Auch in den Punkten Gefühle und Emotionen sowie Authentizität spielt der Streifen oben mit. Hier möchte ich aber nicht die vorherigen Superman-Filme mit „Man of Steel“ vergleichen, sondern sehe dieses Kunstwerk alleinstehend an. So kann man die Gefühlswelt des jungen Clark Kent immer wieder in den Rückblenden beobachten und sie als sehr wütend interpretieren, wohingegen der erwachsenere Clark Kent als eine sehr ausgeglichene und entschlossene Person rüber kommt, die zugleich aber auch von Selbstzweifeln geplagt scheint.

Henry Cavill passt meiner Meinung nach sehr gut in die Rolle des „Man of Steel“, denn er verleiht diesem Außerirdischen nicht nur Stärke und Kalkül, sondern auch jede Menge Emotionen, die diesem Superman zumindest sehr gut stehen und ihn damit auch sehr glaubwürdig aussehen lässt.
Die anderen Charaktere, wie z.B. Kevin Costner oder Diane Lane als die (Zieh-)Eltern liefern souverän ab und sind in ihrer Tiefe absolut glaubwürdig. Russel Crowe und Ayelet Zurer als die echten Eltern stehen den anderen beiden in nichts nach. Amy Adams spielte die Lois Lane sehr sprung- und launenhaft, was manchmal sehr gezwungen aussah.
Für „Man of Steel“ hat sich Zack Snyder prominente und professionelle Hilfe ins Boot geholt. Mit Hans Zimmer war ein Meister für die Musik zuständig, die dem Film nie die Show gestohlen und die Situationen immer sehr passend untermalt hat.

Meine Meinung:
Um auf meine eingangs gestellten Fragen zurück zu kommen, was diesen Film so besonders macht und warum, kann ich folgendes dazu sagen:
Zack Snyder als Regisseur beweist sein Können. Immer wenn ich an einen Film von ihn denke, fallen mir „300“, „Sucker Punch“ und „Watchmen – die Wächter“ ein, die allesamt durch ihre sehr düstere Atmosphäre und erzählerische Vielfalt, Tricks und Kniffe sowie hochkonzentrierte und wohl dosierte Action einen festen Platz in meiner Favoritenliste haben. „Man of Steel“ zeigt nicht nur einen anderen Superman, sondern auch einen anderen Zack Snyder, der in seiner Figur Hoffnung widerspiegelt und nicht nur Tod und Zerstörung.

Hans Zimmer als Filmkomponist ist eine große Nummer, aber leider macht er diesen Film zwar nicht zu etwas Besonderem, aber er wertet ihn maßgeblich auf. Im Vergleich hatte der erste Superman-Film mit Christopher Reeve John Williams als Filmkomponisten, der ebenso – wenn nicht mehr – erfahren als Zimmer zu sein scheint, schließlich war er für die musikalische Vertonung von diversen Steven-Spielberg-Filmen und einiger Star-Wars-Episoden verantwortlich. Williams greift inzwischen auf über 60 Jahre Berufserfahrung zurück.

Der Cast macht hingegen da schon wesentlich mehr her. Jung und Alt auf der Leinwand vereint, Kevin Costner und Russel Crowe zwischen Henry Cavill, Amy Adams und Dylan Sprayberry. Allesamt gute Schauspieler, die ihren Höhepunkt noch vor oder bereits hinter sich haben, aber dennoch ihren Charakteren Leben eingehaucht haben.

Zu guter Letzt: Der andere Superman! „Man of Steel“ ist der andere Superman, der sich von allen anderen unterscheidet. Er hatte nur ca. 143 Minuten Zeit, um sich von vielen Seiten zu zeigen und nicht wie in „Smallville“ ganze 10 Staffeln. Glaubwürdig, stark, hoffnungsvoll und nicht überheblich, gepaart mit einigen Selbstzweifeln, dabei aber nie den Mut und den Glauben an sich verlierend. Das ist vermutlich der ausschlaggebendste Punkt, warum „Man of Steel“ besonders ist.

Wen wundert es, wenn ich sage, dass ich mich sehr gut unterhalten gefühlt habe und ich mich heute schon auf „Batman v Superman: Dawn of Justice“ freue, der soweit ich weiß, auf „Man of Steel“ aufbaut. Unter all den Superhelden ist Superman der Einzige, dessen Fassade sein menschliches Leben ist und sein Kostüm sein wahren Ich zeigt.

Meine Wertung:
Spannung: 9,0 von 10
Action: 8,5 von 10
Story: 8,5 von 10
Länge: 7,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,5 von 10
Authentizität: 9,0 von 10
Musik: 8,0 von 10
GESAMT: 8,4

„Justice League“-Reihe:
1. Man of Steel
2. Batman v Superman – Dawn of Justice
3. Suicide Squad
4. Wonder Woman
5. Justice League
6. Aquaman

[Gastrezension] Der König der Löwen

FullSizeRenderTitel: Der König der Löwen (engl. „The Lion King“)
Genre: Zeichentrickfilm
Regie: Roger Allers / Rob Minkoff
Musik: Hans Zimmer (Musik) / Elton John (Lieder) / Lebo M (Gesang, Leiter des Chors)
Produzenten: Don Hahn
Dauer: ca. 88 Minuten
Erscheinungsjahr: 1994
Altersfreigabe: FSK 0

„Unter der Obhut seines gutmütigen Vaters Mufasa, wächst das aufgeweckte Löwenjunge Simba unbeschwert heran und soll eines Tages dessen Platz als König einnehmen. Aber bis dahin ist es ein langer Weg, der Simbas ganzen Mut erfordert. Begleitet von seinen witzigen Freunden Timon und Pumbaa und deren gemütlicher Lebensphilosophie ‚Hakuna Matata‘, muss sich Simba schließlich seiner größten Herausforderung stellen: dem Kampf mit seinem hinterhältigen Onkel Scar, um die Herrschaft über das ‚Geweihte Land’…“
(Rückentext der DVD)

Ein junger Löwe zeigt uns den Kreis des Lebens.

Es war 1995 als „Der König der Löwen“ in die Kinos kam. Ich war sechs Jahre alt.
Heute, 20 Jahre später, sehe ich den Film immer noch gern. Damals, da wollte ich Plüschtiere und Spielfiguren von Simba, Nala, Rafiki und Co. haben. Heute gehe ich in das gleichnamige Musical.

Für beide Altersgruppen – jung und erwachsen – passt dieser Film hervorragend in einen Filmabend hinein.
Als Kind lernt man die Steppe kennen, man sieht niedliche Figuren, die singen und tanzen und man bekommt weise Ratschläge. Man erfährt, was man tun kann, wenn man seinen Weg verloren hat.
Erwachsene sehen immer noch niedliche Figuren, die singen und tanzen, aber man sieht auch die Töne dazwischen. Man sieht die Machtspiele, politisches Gezänke, was passiert, wenn wir nicht nachhaltig mit der Natur umgehen. Und auch die, die den Kinderschuhen entwachsen sind, können ein bisschen davon mitnehmen, was zu tun ist, wenn man seinen Weg verloren hat.

Die Geschichte erstreckt sich über einen längeren Zeitraum.
Es beginnt bei Simbas Geburt, geht über seine Kindheit bis zu dem Schicksalsschlag, der alles verändert und den jungen Löwen aus der Savanne vertreibt. Hin zu seinen neuen Freunden: Timon und Pumbaa. Das Erdmännchen und das Warzenschwein.

Die Figuren und Landschaften sind nicht nur detailreich, realitätsnah und wunderschön gezeichnet, sondern sie ziehen sein Publikum auch noch näher in die Geschichte hinein.
Man erwischt sich immer wieder, wie man mit dem jungen Löwen, der einmal der König der Tiere werden soll, und seiner Freundin Nala mitfiebert, sich mitfreut und mitängstigt.
So seltsam es klingt: Man kann sich sicher mit der einen oder anderen Figur identifizieren.

So dramatisch die Geschichte zwischendurch ist, so lustig ist sie auch. Vor allem der stets genervte und etwas tollpatschige Hofmeister-Vogel Zazu beschert anfangs die Lacher. Später kommen noch Timon und Pumbaa hinzu und bilden ein wenig das komische Trio des Films.

Freundschaft, Humor, Familie, Schicksalsschläge, Erwachsenwerden: Bei so einer Mischung muss es eine Menge Emotionen geben und die gibt es auch. Freud und Leid sind in diesem Film sehr nah und deswegen kann er das Publikum immer wieder einfangen.

Wie alle Filme der Disney Meisterwerke-Reihe lebt auch dieser nicht nur von der Geschichte und den Figuren, sondern vor allem auch von der Musik, die einen großen Teil ausmacht und die Story vorantreibt.
Allein die hochkarätige Besetzung (Hans Zimmer für die Filmmusik, Elton John für die Lieder) zeigt den Stellenwert.
Vor allem die Einflüsse afrikanischer Musik machen den Soundtrack zu etwas ganz Besonderem.
Die Eingangssequenz, die wohl jeder, der diesen Film bereits gesehen hat, mindestens ein Mal falsch mitgesungen hat, bleibt im Kopf: „Nants ingonyama bagithi baba!“.
Und bei Liedern wie „Hakuna Matata“ singt man nicht nur lauthals mit, sondern dieses Lied hat seinen Weg in die allgemeine Sprache gefunden.

Meine Meinung:
„Der König der Löwen“ war einer der großen Filme in meiner Kindheit und hat sich in meinem Herzen für immer einen Platz gesichert.
Doch auch wenn ich versuche, den Film objektiv zu sehen, gewinnt er auf ganzer Linie: eine tiefgreifende Geschichte, vielschichtige Figuren, detailreiches Erzählen, ungewöhnliches Setting. Gerade durch die vermenschlichten Tiere wird einerseits die Fantasie anregt und wird andererseits trotzdem das wahre Leben in Afrikas Savanne gezeigt.

In die 88 Minuten wurde allerhand Geschichte gepackt, die mich zu keiner Sekunde gelangweilt aufgähnen ließ.

Wenn man sich darauf einlassen kann, dass man sprechenden Tieren zuschaut, wie sie im fernen Afrika leben, dann bekommt man einen wundervollen Film geliefert.

Meine Wertung:
Spannung: 8,5 von 10
Zeichentrick: 8,5 von 10
Humor: 7,0 von 10
Story: 8,5 von 10
Länge: 8,0 von 10
Musik: 9,0 von 10
GESAMT: 8,3

Autor: buecherherz