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Zwei Kurze, bitte! #7

In der heutigen Ausgabe befinden wir uns auf ganz gefährlichen Wegen. „Carlito´s Way – Weg zur Macht“ aus dem Jahr 2005. Kennt ihr nicht? Wundert mich nicht, es spielt in dem Prequel zu „Carlito´s Way“ ja auch nicht Al Pacino, sondern Jay Hernandez mit. Dafür ist der zweite Film etwas bekannter: „GoodFellas“.

Titel: Carlito´s Way – Weg zur Macht (2005)
Regie: Michael Bregman
Genre: Gangster-/Mafiafilm

Um in der New Yorker Unterwelt die unangefochtene Nummer 1 zu sein, muss Carlito lernen, seinen Freunden zu vertrauen und die Gesetze der Straße zu respektieren. Dieses uninspirierte Stück Film brilliert nicht. Schlechte Dialoge und noch schlechtere schauspielerische Leistungen werden nur durch eine sterbenslangweilige Geschichte und einen miserablen Schnitt übertrumpft. Wen wundert es, dass niemand diesen Film kennt? Mich nicht. Wer kann, sollte einen großen Bogen um das Prequel zu „Carlito´s Way“ machen. Liegt wohl auch daran, dass weder der Regisseur noch der Hauptdarsteller geblieben ist.

Titel: GoodFellas – Drei Jahrzehnte Mafia (1990)
Regie: Martin Scorsese
Genre: Gangster-/Mafiafilm

Henry Hill lebt als Halb-Ire-halb-Italiener im Dunstkreis der fünf großen amerikanischen Cosa-Nostra-Familien seinen ganz eigenen amerikanischen Traum. In drei Jahrzehnten, in denen er als Mobster in diesem assoziierten Kreis arbeitet, erfährt der Zuschauer sehr viel über Strukturen, Kodex, Loyalität und Machenschaften. Mehr noch ist dieses Meisterwerk eine Chronologie des Verbrechens, aber auch des sich Hocharbeitens und Tieffallens. Eine Geschichte voller Erfolg, Gewalt und Verrat.
„GoodFellas“ ist ein Paradebeispiel, warum ich dieses Genre so sehr liebe. Spannend und abwechslungsreich portraitiert der Meister des Mafiafilms Scorsese diese eine Figur. Er lässt sie altern, Erfahrungen sammeln, Fehler begehen und Angst haben, aber auch noch so viele andere Dinge. In der Narration ist „GoodFellas“ ein Werk, das ständig einem Höhepunkt zuarbeitet und dabei insbesondere durch seine Atmosphäre, seine unterschiedlichen Figuren und seine Explizitheit unterstützt wird. Zweifellos ein Must-See, ein Meisterwerk, eine Empfehlung.

The Gentleman

Titel: The Gentleman
Genre: Action / Gangsterfilm / Komödie
Regie: Guy Ritchie
Musik: Christopher Benstead
Produzenten: Guy Ritchie / Ivan Atkinson / Bill Block
Dauer: ca. 108 Minuten
Erscheinungsjahr: 2019
Altersfreigabe: FSK 16

„Der smarte, knallharte Exil-Amerikaner Mickey Pearson (Matthew McConaughey) hat sich über die Jahre hinweg ein millionenschweres Marihuana-Imperium in London aufgebaut. Doch Mickey will nun aussteigen, um endlich mehr Zeit mit seiner Frau Rosalind (Michelle Dockery) zu verbringen. Ein Käufer für die Hanf-Plantagen muss her – Auftritt: Matthew Berger (Jeremy Strong). Doch der exzentrische Milliardär will für sein hohes Gebot auch Garantien sehen. Ausgerechnet in dem Moment, in dem auch sämtliche Groß- und Kleinkriminellen der Stadt Wind von Mickeys Plänen bekommen haben. Während Mickeys rechte Hand Ray (Charlie Hunnam) seinen Boss den gröbsten Ärger vom Hals hält, überbieten sich alle mit Tricks, Bestechung, Erpressung und anderen fiesen Täuschungen…“
(Rückentext der DVD)

Seit dem 10.07.2020 ist Guy Ritchies „The Gentleman“ auf DVD und BluRay erhältlich. Zum Heimkinostart habe ich ein Rezensionsexemplar erhalten. Etwas verzögert könnt ihr bei mir nachlesen, wie ich den Streifen empfunden habe.

Ich persönlich werde immer mehr zum Guy-Ritchie-Fan. Sein 2015er „Codename U.N.C.L.E.“ hat mich lange Zeit sehr begeistert und schürte dadurch die Erwartungen an „The Gentleman“. Aber was kann dieser Film?

Sicher ist, dass auch dieser Film ein klassischer Guy Ritchie ist. Getreu dem Motto „Nichts ist so beständig wie die Veränderung“ ist auch dieser Film nicht mit seinen anderen Werken zu vergleichen. Was ich aber bedenkenlos sagen kann, ist, dass hier ein Filmemacher genau das getan hat, was ihn von anderen Filmemachern unterscheidet: Er hat eine Geschichte erzählt, die wendungsreich, spannend, witzig und aufregend ist.

Der gesamte Film dreht sich um die Abwicklung von Mickey Pearsons Geschäft an einen Milliardär. Dabei zeigt er Hintergründe auf, wie und warum Mickey zu dem geworden ist, was er ist und mit welchen Leuten er welche Deals hat. Die Erzählweise ist dabei besonders. Ohne viel vorweg zu nehmen: Sie wartet mit Perspektivwechseln und einigen Überraschungen auf.

Die Stärken des Films sind jedoch breit gefächert.
Optisch setzt der Streifen keine Highlights, viel Grau in Grau – klassisch britisch – aber dafür authentisch.
Ab der ersten Minute gibt es Szenen, die besonders gut gelungen sind oder einfach zum Stil des Films gepasst haben. Rückblickend betrachtet zelebriert sich der Streifen mit einem Vorspann, der in der Länge und Intensität an das Kino der 1950er- und 1960er-Jahre erinnert, selbst. Allein dieser Vorspann hat einen enormen Coolness-Faktor. Auch darüber hinaus werden Momente inszeniert, die vor Coolness und Stil strotzen. Es bereitet einfach einen Riesenspaß, sich diesen Streifen anzuschauen und mitgenommen zu werden.

Maßgeblich beteiligt sind die Darsteller, die allesamt absolut authentisch sind. Klar, wir müssen uns nicht über große Gefühle unterhalten, aber das schmälert keineswegs die Leistung jedes Einzelnen. In seinem Spektrum und seiner Vielfalt bietet „The Gentleman“ nicht nur eine enorme Fülle verschiedenster Charaktere, sondern erinnert an die jungen Tarantino-Filme, die Ähnliches zu bewerkstelligen vermochten.
Ebenso stark wie die Figuren sind auch die Dialoge, die ebenfalls an ein „Pulp Fiction“ oder „Inglourious Basterds“ erinnern.

Der Film macht einfach unfassbar viel richtig und verdammt wenig falsch. Die Laufzeit ist aber sowohl Fluch als auch Segen, denn einerseits wäre ich gerne noch ein, zwei Stunden bei den Figuren geblieben, andererseits ist „The Gentleman“ ein kurzweiliger Spaß.
Aber wie heißt es so schön: „Ein guter Film kann nicht lang genug sein, ein schlechter Film nicht kurz genug.“

Zu guter Letzt das Setting. Es ist stimmig und unterhaltsam. Es macht Spaß. Grau in Grau juckt niemanden, es gehört einfach zum Charme. Schnitte sind toll und passen sich dem Tempo der Geschichte an. Sie sind maßgeblich an der Entfaltung der Geschichte beteiligt und die Musik ist einfach ein Knaller.

Meine Meinung:
„The Gentleman“ kann der nächste große Kultfilm sein. Rückblickend betrachtet fühlt sich der Streifen wie der „Kansas-City-Shuffle“ an. Er ist einfach so überraschend witzig, spannend und unterhaltsam. Außerdem spricht er sowohl von der Tonalität als auch von der Handlung eher Menschen an, die etwas mit Gangsterfilme anfangen können.

Ich kann nicht anders als eine klare Empfehlung auszusprechen und ihn als ein Highlight zu bezeichnen. Ich hatte lange nicht mehr so viel Spaß mit einem Film aus dem Gangster-Genre.

Meine Wertung:
Spannung: 9,0 von 10
Story: 10 von 10
Humor 8,0 von 10
Länge: 8,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 7,0 von 10
Authentizität: 10 von 10
Musik: 9,5 von 10
GESAMT: 8,9

Knives Out – Mord ist Familiensache

Titel: Knives Out – Mord ist Familiensache (original: „Knives Out“)
Genre: Kriminalfilm
Regie: Rian Johnson
Musik: Nathan Johnson
Produzenten: Rian Johnson / Ram Bergman
Dauer: ca. 126 Minuten
Erscheinungsjahr: 2019
Altersfreigabe: FSK 12

„Harlan Thrombey (Christopher Plummer) ist tot! Der renommierte Krimiautor und Familienpatriarch wurde auf der Feier zu seinem 85. Geburtstag umgebracht. Doch natürlich wollen weder die versammelte exzentrische Verwandtschaft noch das treu ergebene Hauspersonal etwas gesehen haben. Ein Fall für den lässig-eleganten Kommissar Benoit Blanc (Daniel Craig)! Ein komplexes Netz aus Lügen, falschen Fährten und Ablenkungsmanövern muss durchkämmt werden, um die Wahrheit hinter Thrombeys vorzeitigem Tod zu enthüllen…“
(Rückentext der DVD)

Ein Dank geht an Jil von Jil´s Blog. Ich habe bei ihrem Gewinnspiel gewonnen und bin damit in den Besitz der DVD gekommen.

Und nun kam ich endlich dazu, mir den Film anzuschauen. Und was ich in den rund 126 Minuten erlebt habe und wie ich diesen Streifen finde, erfahrt ihr hier in meiner Kritik.

Zum Inhalt möchte ich nicht mehr sagen, als der Rückentext wiedergibt, da die Gefahr viel zu groß ist, dass ich etwas spoilere. Vorab muss ich trotzdem eine Empfehlung aussprechen, da es sich bei dem Streifen um einen Kriminalfilm handelt, der zum Mitraten und Rätseln einlädt. Aber das ist nicht der einzige Grund meiner Empfehlung – der Rest folgt hier und jetzt.

Eigentlich möchte ich euch erzählen, wie gut die Darsteller ihre Arbeit machen. Wie gut und glaubwürdig sie ihre Figuren mimen. Wie – nahezu – perfekt die Figurenkonstellation ist und sich diese Leistung auf den ganzen Film auswirkt. Aber gleichzeitig vermute ich, dass meine Worte dem nicht gerecht werden können. Und auch wenn ich die richtige Tonalität treffe, ist vielleicht eure Erwartungshaltung eine ganz andere, vor allem vor dem Hintergrund der ganzen Namen, die in diesem Streifen mitspielen. Aber was außer eines großen Films erwartet man bei Namen wie Chris Evans, Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson und Michael Shannon?

Die Frage ist: Wie überzeuge ich euch von diesem Film?
Ich versuche einfach, von meinen Empfindungen zu berichten, denn ich war ab Minute eins voll dabei. Das liegt vor allem daran, dass diese Kriminalgeschichte sich entfaltet und sich mit jedem neuen Verdächtigen auch die Vermutungen über einen Mörder ändert. Besonders in der ersten Stunde war es ein Hin und Her, in der auch ich mich mehrfach gefragt habe, wie dieser Fall aufgelöst wird und überhaupt an der ganzen Geschichte, wie sie dem Publikum aufgetischt wird, zweifelte.

„Knives Out“ lässt dabei die Spannung allerdings nicht bis ins Unermessliche anwachsen, sondern sorgt gezielt und gekonnt immer wieder für Nadelstiche, die das Ganze abflachen lassen. Ab einem gewissen Punkt läuft dann natürlich alles – mehr oder weniger – geordnet auf einen Show-Down zu.

Das Setting ist ein Familiensitz mit zahlreichen Räumen, Stockwerken, Gängen und Versteckmöglichkeiten. Abgeschieden genug, um den Kreis der Verdächtigen klein zu halten und trotzdem mit einer Straßenanbindung. Alles ist der Handlung sehr dienlich und treibt sie auf eine bestimmte Art und Weise gut voran. Und auch die Erzählweise ist stringent und stimmig, die aber durch Wendungen zu überraschen weiß. Die Musik dient ausschließlich der Untermalung und nicht, um Zeitsprünge zu kaschieren.

Meine Meinung:
Ich möchte nicht so richtig ins Detail gehen, denn ich finde „Knives Out“ so gut, dass ich diesen Film einfach nahezu jedem empfehlen kann und niemanden um dieses Abenteuer berauben möchte. Jeder soll sich genau so sehr von ihm unterhalten lassen, wie es möglich ist.
Ich habe mich die ganze Zeit sehr gut unterhalten gefühlt und spannend und interessant war es auch. Und ach, die Darsteller? Die waren super und die Geschichte war – für einen Krimi – auch toll.

Ich empfehle einfach jedem diesen Film. Zurecht ein Zacksmovie-Highlight!

Meine Wertung:
Story: 9,0 von 10
Spannung: 9,5 von 10
Länge: 9,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,5 von 10
Authentizität: 9,5 von 10
Musik: 8,0 von 10
Setting: 10 von 10
GESAMT: 9,1

Gangster Squad

Titel: Gangster Squad
Genre: Gangsterfilm
Regie: Ruben Fleischer
Musik: Steve Jablonsky
Produzenten: Dan Lin / Kevin McCormick / Michael Tadross
Dauer: ca. 108 Minuten
Erscheinungsjahr: 2013
Altersfreigabe: FSK 16

„1949. Der skrupellose Gangster Mickey Cohen (Sean Penn) hat Los Angeles in seinem Würgegriff. Im Kampf gegen das Verbrechen und die wild wuchernde Korruption ist Chief Bill Parker (Nick Nolte) gezwungen, zu extremen Mitteln zu greifen. Er kann Kriegsheld Sgt. John O´Mara (Josh Brolin) dafür gewinnen, eine Spezialeinheit zusammenzustellen, um knallhart Selbstjustiz zu üben. Ihr Ziel sind keine Verhaftungen… sondern Krieg. Während die Stadt zu explodieren droht, wird Sgt. Jerry Wooters (Ryan Gosling) widerwillig in den Konflikt gezogen, als er Grace Faraday (Emma Stone) verfällt, einer eleganten Schönheit, die Cohen als sein Eigentum beansprucht… Basierend auf wahren Begebenheiten, erzählt Gangster Squad die lange unter Verschluss gehaltene Geschichte der Polizei-Einheit, die für L.A.s Seele kämpfte.“
(Rückentext der DVD)

„Gangster Squad“, der Name ist Programm und es dreht sich wieder einmal alles um kriminelle Machenschaften, Gewalt, Geld und viele, viele Tote. Aber vor allem stellt der Film genau das dar, was offensichtlich in der Tradition eines Gangsterfilms ist: Die Grenzen zwischen Gut und Böse sind verschwommen und die Polizisten sind manchmal nicht von den Verbrechern zu unterscheiden.

„Gangster Squad“ erzählt die wahre Geschichte um eine Polizei-Einheit, die den Mafioso Mickey Cohen aus Los Angeles vertreiben soll.

Ich kann nicht genau sagen, ob es die Handlung oder die ausufernde Darstellung von Gewalt ist, die mich an diesem Film so fasziniert, aber dass es sich hierbei um eine wahre Geschichte dreht und dass sie in L.A. nach dem Krieg angesiedelt ist, spielt nicht so wirklich eine Rolle. Ich muss gestehen, die Tatsache, dass es sich hierbei um wahre Begebenheiten dreht, macht das Ganze schon ziemlich perfide, wobei ich infrage stellen muss, dass das auch wirklich alles so passiert ist (insbesondere die Methoden der Mafia).

Inzwischen sollte jeder in meinem Umfeld wissen, dass ich ein Freund des gepflegten Gangster-Films bin und so ist es nicht verwunderlich, dass ich auch „Gangster Squad“ auf seine Art und Weise zu schätzen weiß.
Doch wo fange ich an? Die Schauspieler!
Der Cast ist weitestgehend namhaft, aber keiner der Darsteller schreit danach, ihn oder sie im Kino sehen zu wollen. Und dann ist da auch immer die Frage, ob er oder sie in der Lage ist, eine Handlung auf seinen oder ihren Schultern zu tragen. Zum Glück ist aber die Wahl so gefallen, wie man sie letzten Endes auch im Film zu sehen bekommt, denn die große Stärke ist der Cast. Josh Brolin, Ryan Gosling, Emma Stone und Sean Penn, dazu ein Nick Nolte und schon hat man die fünf Schulterpaare, die der Streifen braucht.
Die Figuren wirken echt und bringen den Zeitgeist gut in ihrer Handlungskausalität auf den Punkt. Besonders wirken die Ansichten der Weltkriegsveteranen so, als sei ihnen ihr Wort wichtiger als Geld. Schade finde ich allerdings, dass die Charaktere nicht sonderlich in die Tiefe gehen, dadurch scheint es so, als ob sie alle kein Herz, sondern eine Maschine in der Brust hätten. Emotionen sind also oft nicht vorhanden.
Leider gibt es auch keine Flashbacks, Traumata oder gescheiterten Persönlichkeiten, die durch ihr Handeln in irgendeiner Weise irgendetwas verloren haben.

Ich muss gestehen, wenn es um die Spannung geht, wird „Gangster Squad“ ziemlich rudimentär und wenig einfallsreich, aber es wirkt und klappt. Denn woraus lässt sich leichter Spannung erzeugen als aus Schießereien und Prügeleien? Schlaufüchse sagen jetzt „einem guten Plot“, dazu fällt mir ein, dass man die Geschichte ja im Prinzip auch nachlesen kann, wenn man sich nur für den Plot interessiert. Ansonsten gibt es auch noch ein paar Verfolgungsjagden, sehr explizite Gewaltdarstellungen und entsprechende Schnitte, die alles noch viel spannender wirken lassen, als es ist.

Das Setting und die Musik sind stilecht und unterhaltsam. Die Musik entstammt den 1940er-Jahren, die Outfits auch. Kulissen und Straßen wirken wie aus einer anderen Zeit und unterstreichen zusätzlich den Zeitgeist. Kamerafahrten und Aufblenden rundeten das Bild ab. Einen Kritikpunkt gibt es trotzdem: Die Möglichkeiten wurden nicht gänzlich ausgeschöpft. Besonders in Amerika der 1930er- und 1940er-Jahren gab es viele rivalisierende Mafiafamilien, die sich ständig untereinander bekämpft haben, das fließt leider gar nicht mit ein. Storytechnisch hätten hier mehr Brücken geschlagen werden können.
Um auch noch einmal ein Wort über die Musik zu verlieren: Sie war toll und hat sich gut in den Film gegliedert. Inszenatorisch wurde hier gut und wertig gearbeitet.

Meine Meinung:
Die Schwächen von „Gangster Squad“ sind nicht von der Hand zu weisen. Besonders das Storytelling fiel dem Regisseur Ruben Fleischer schwer und das merkt man diesem Film an. Problematisch daran ist, dass das ganze Werk darunter leidet, denn „Gangster Squad“ hat seine Längen, die nur durch Schnitte wieder eingeholt werden können.

Was dem Streifen fehlt, sind die Kniffe, die aus einem guten Film einen sehr guten machen. So bleibt für mich unterm Strich stehen, dass ich zwar durchaus Spaß hatte und mitgefiebert habe, aber mir eben doch das eine oder andere fehlt.

Meine Wertung:
Spannung: 7,5 von 10
Action: 7,5 von 10
Story: 6,0 von 10
Länge: 5,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 3,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 8,0 von 10
Setting: 8,5 von 10
GESAMT: 6,8

(500) Days of Summer

Titel: (500) Days of Summer
Genre: Romantik
Regie: Marc Webb
Musik: Mychael Danna / Rob Simonsen
Produzenten: Mason Novick / Jessica Tuchinsky / Mark Waters / Steven J. Wolfe
Dauer: ca. 91 Minuten
Erscheinungsjahr: 2009
Altersfreigabe: FSK 0

„Dies ist die Geschichte von einem Jungen und einem Mädchen. Aber keine Liebesgeschichte. So sieht es jedenfalls die bezaubernde Summer (Zooey Deschanel), in die sich der Grußkartenschreiber Tom (Joseph Gordon-Levitt) unsterblich verliebt hat. Doch ist es so, wie sie sagt oder ist da doch mehr? Für ihn ist Summer ein magisches Mysterium, das ihn in einen Rausch zwischen Euphorie und Melancholie stürzt. Doch es wird 500 Tage dauern, bis Summer weiß, ob Tom der Richtige für sie ist…“
(Rückentext der DVD)

Heute dreht es sich um den Independent-Liebesfilm „(500) Days of Summer“ mit Zooey Deschanel und Joseph Gordon-Levitt in den Hauptrollen. Und auch wenn es noch nicht so lange her ist, dass ich den Film gesehen habe, so muss ich gestehen, dass er kaum Spuren hinterlassen hat. Es fühlt sich fast so an, als ob ich ihn nicht gesehen hätte.
Aber ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie Tom das erste Mal Summer sah und direkt hin und weg gewesen ist.
Oder er ihr seinen Lieblingsort gezeigt hat. Oder sie ihn später ganz bewusst dort aufsucht, weil sie ihn nicht finden konnte und es so logisch war, dass er sich dort befindet.

Aber sind das die einzigen Bilder, die ich von diesem Film im Kopf behalten habe? Nein. Da sind noch ein paar mehr, doch wieso ich so empfinde, wie oben beschrieben, erfahrt ihr hier.

Zunächst die Handlung: Tom verliebt sich in Summer, Summer ist sich aber unsicher. 500 Tage baucht sie, um zu wissen, ob er der Richtige ist. Bis hier hin ist alles klar und recht unspektakulär. Aber viel mehr kommt da auch nicht. Es gibt keine überraschenden Wendungen, keine Nebenbuhler (zumindest nicht so wirklich) und vorhersehbar ist die Geschichte obendrein auch noch. Das Einzige, was irgendeinen Mehrwert hat, ist die Erzählweise. Der Film nimmt den Zuschauer nämlich mit auf eine Reise und springt immer zwischen Tag 1 und Tag 500 hin und her. Mal befinden wir uns an Tag 290 oder irgendwo in den 400ern und dann plötzlich wieder ganz woanders. Und so breitet sich die Geschichte aus und präsentiert sich langsam.
Das entscheidende Wort ist allerdings wirklich „langsam“. Die Handlung plätschert so dahin und die rund 90 Minuten Laufzeit fühlen sich an wie ein Besuch beim Zahnarzt.

Ich gehe sogar einen Schritt weiter und sage, dass der Streifen so gut wie nichts Spannendes hatte. Es ist allerhöchstens interessant zu sehen, wie sich das Leben von und die Beziehung zwischen Tom und Summer entwickelt. Aber mehr auch nicht.
Das zieht sich sogar in meine liebste Kategorie, die Musik. Wenn man sich die Tracklist anschaut, dann sehe ich da schon ein paar tolle Lieder, jedes für sich genommen. Im Film selbst haben die Lieder leider kaum bis keine Atmosphäre erzeugt.
Und das ist auch der größte Knackpunkt. Das, was fehlte, war die Atmosphäre. Irgendetwas, das mich anfixt oder abstößt, aber in jedem Fall etwas, das mich in seinen Bann gezogen hätte.

Der Rückentext sagt im zweiten Satz bereits, dass es keine Liebesgeschichte sei, zumindest, wenn es nach Summer geht. Aber das ist doch das Dilemma des Lebens. Nur weil eine Person sich verliebt, heißt es nicht, dass die andere Person sich auch verlieben muss. Und so sieht man immer wieder Emotionen, die ich nur schwer nachvollziehen kann. Vor allem sind es im Grunde auch überzogene Reaktionen oder Ausbrüche der Emotionalität. Aber das liegt vielleicht auch daran, dass ich persönlich nicht gerade ein Romantik-Meister bin.

Und wenn ich die einzelnen Figuren für sich betrachte, dann stelle ich zusätzlich fest, dass mich die unterschiedlichen Charaktere auch nicht abholen konnten. Sie blieben für mich blass und verschlossen und dadurch konnte ich nicht mit ihnen warm werden. Sie fühlten sich stark drüber an.

Was mir aber gut gefallen hat, war das Setting. Die erzeugten Bilder waren in der Regel durchweg gut inszeniert. Große Kamerafahrten findet man aber in diesem Film nicht. Die einzelnen Lieder finde ich alle gut komponiert, aber nicht gut eingesetzt, vor allem, weil sie ihre Wirkung verfehlt haben.

Meine Meinung:
„(500) Days of Summer“ war letzten Endes für mich ernüchternd und langweilig. Ich hatte auch keinen Spaß daran, die Entwicklung zu beobachten, weil mir die Figuren egal gewesen sind.

Von mir gibt es daher auch keine Empfehlung. Greift lieber zu einem anderen Film, ich hätte es auch gerne getan, aber das weiß man ja vorher nicht.

Meine Wertung:
Story: 5,0 von 10
Spannung: 2,0 von 10
Länge: 4,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 3,0 von 10
Authentizität: 4,0 von 10
Musik: 5,0 von 10
GESAMT: 3,8

Cops – Die Eliteeinheit

© „Cops – Die Eliteeinheit“ (Meteor Film GmbH)

Titel: Cops – Die Eliteeinheit (original „Cops“)
Genre: Drama / Thriller
Regie: Stefan A. Lukacs
Musik: Wolfgang Frisch / Markus Kienzl
Produzenten: Arash T. Riahi / Karin C. Berger
Dauer: ca. 100 Minuten
Erscheinungsjahr: 2020
Altersfreigabe: FSK noch nicht bekannt

„Christoph ist Rekrut der Polizeispezialeinheit WEGA – ein Alltag zwischen Testosteron, Revierkämpfen und Gruppendruck. Als er während der Ausbildung einen aggressiven Mann niederschießt, wird er von seinen Kollegen als Held gefeiert. Doch Christoph hat Zweifel und löst damit eine Spirale der Gewalt aus, die sein Bild von der makellosen Eliteeinheit ins Wanken bringt…“
(Kurzinhalt laut Presseheft)

Ich habe die Möglichkeit bekommen, „Cops – Die Eliteeinheit“ zum Video-on-Demand-Release anschauen zu dürfen. Das lasse ich mir ja nicht zweimal sagen und habe gespannt den Film angeschaut. Wie ich ihn empfunden habe, erfahrt ihr hier.

Die Handlung dreht sich um Christoph, der bei einer Polizei-Spezialeinheit in der Ausbildung ist. Bei seinem ersten Einsatz schießt er einen aggressiven Mann nieder und muss von nun an alleine damit klarkommen. Wie der Rückentext gut beschreibt, befindet sich Christoph zwischen dem testosterongeladenen Druck der Truppe und seinen Selbstzweifeln. Der Film geht auch noch einen Schritt weiter, denn er zeigt viele Mängel einer Gesellschaft auf, in der es truppenähnliche Konstrukte, wie Polizei oder Bundeswehr, gibt, das über das normale Verhältnis von Arbeitskollegen hinausgeht.

© „Cops – Die Eliteeinheit“ (Meteor Film GmbH)

Die Spannung erzeugte der Film in ausreichender Menge aus seiner Handlung heraus. Dadurch wusste „Cops“ sehr zu überzeugen und hat es geschafft, dass ich nahezu die komplette Zeit gespannt bei der Geschichte war. Elementar für die Spannung war die Atmosphäre, die der Streifen dabei erzeugte. Es war ein stetiges Auf und Ab, wodurch der Zuschauer noch mehr und tiefer in die Geschichte gezogen wurde. Außerdem verlangt sie viel ab, vor allem Energie und Nerven, da man sich automatisch selbst fragt, wie man in Christophs Situation agieren würde, zwischen dem Gefühl der Zugehörigkeit und der Ohnmacht der eigenen Psyche.

Die Figuren agierten stets plausibel und haben es geschafft, Emotionen zu transportieren. In gewisser Weise konnte ich Christophs Beweggründe verstehen, ohne dass er wörtlich sagen musste, warum er wie gehandelt hat. Die Art des Schauspiels, das Spiel mit Mimik und Gestik, aber auch die Kameraarbeit haben da einen sehr guten Job gemacht. Besonders hervorgehoben wurde in dem Punkt der Authentizität und der Emotionen die Beziehung zwischen Christoph und seinem Ausbilder, der maßgeblich daran beteiligt war, als Christoph in seinem ersten Einsatz den Mann niedergeschossen hat.

Etwas störend empfand ich jedoch die Sprache. Da der Film aus Österreich stammt, wurde mit dem landestypischen Dialekt gesprochen und ich muss gestehen, dass mir englische Untertitel noch nie so sehr geholfen haben, wie bei diesem Film. All denjenigen, bei denen das ein Ausschlusskriterium sein sollte, kann ich nur sagen: Gebt dem Film eine Chance. Nach zehn Minuten groovt man sich ein und ab dann gibt es nur wenige Stellen, die man als Hochdeutschsprechender nicht versteht. Besonders faszinierend fand ich, dass die dialektische Ausdrucksweise – an manchen Stellen – deutlich härter und teilweise aggressiver klingt als das Standarddeutsch.

Zum übrigen Setting und der Musik lässt sich sagen, dass mit Wien ein guter Handlungsort ausgewählt wurde. Wir bewegen uns unspezifisch durch die Stadt und begleiten Christoph und seine Truppe, lernen aber auch ein paar Nebenfiguren kennen, wie z. B. seinen Vater, seine Freundin, seinen Ausbilder und einige andere Kollegen. Alle Aufnahmen waren diesbezüglich stimmig. Die Filmmusik rundete die ganze Handlung ab. Aufgedrehte Techno-Beats wechselten sich mit stimmungsvollen und feinfühligen Klängen ab. Sowohl die eine als auch die andere Melodie hat ihres zur gelungenen Atmosphäre beigetragen.

© „Cops – Die Eliteeinheit“ (Meteor Film GmbH)

„Cops – Die Eliteeinheit“ erscheint ab 29.05.2020 als Video on Demand (unter anderem bei iTunes, Maxdome, Amazon Digital, Sony Playstation und ab dem 05.06.2020 ziehen Vodafone, Google und Microsoft nach).

Meine Meinung:
Wer hätte es gedacht, dass „Cops – Die Eliteeinheit“ (warum gibt es in Deutschland mal wieder einen Untertitel?) mir so gut gefallen würde? Dieser Film ist besser als ich erwartet hatte. Mit einer glaubwürdigen Geschichte präsentiert sich der österreichische Film, der keine Geschichte von Helden, sondern Antihelden erzählt und mich damit komplett überrascht hat.

Und wer hier einen typisch-deutschen Polizeifilm erwartet, wird vermutlich noch deutlich mehr überrascht sein, als ich es war.
Mir bleibt fast nichts anderes übrig, als diesen Streifen zu empfehlen.
Punktabzug gibt es nur aufgrund einiger weniger Makel.

Meine Wertung:
Spannung: 8,5 von 10
Story: 9,0 von 10
Länge: 8,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 8,0 von 10
GESAMT: 8,3

Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten

Titel: Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten (engl. „Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides“)
Genre: Abenteuer / Fantasy
Regie: Rob Marshall
Musik: Hans Zimmer
Produzenten: Jerry Bruckheimer
Dauer: ca. 136 Minuten
Erscheinungsjahr: 2011
Altersfreigabe: FSK 12

„In diesem actiongeladenen Abenteuer dreht sich alles um Wahrheit, Verrat und Verdammnis: der eigensinnige Piratenkapitän Jack Sparrow ist diesmal hinter der Quelle der ewigen Jugend her. Auch der berüchtigte Captain Blackbeard (Ian McShane) will die Quelle finden – zusammen mit der schönen, verwegenen Freibeuterin Angelica (Penélope Cruz), die mit beiden Männern so einiges verbindet. Es beginnt eine Reise ins Ungewisse, auf der die Piraten sich nicht nur gegen mysteriöse Meerjungfrauen und skrupellose Halsabschneider, sondern auch gegen Jacks alten Rivalen Hector Barbossa (Geoffrey Rush) behaupten müssen.“
(Rückentext der BluRay)

Jetzt bin ich endlich fertig mit den „Fluch der Karibik“-Filme meines Schwagers. Es wird ihm eine Lehre sein, mir seine Filme auszuleihen. Nachdem ich seine vier Filme nun einige Jahre hier liegen hatte, habe ich „kurz vor Schluss“ die letzten beiden Teile noch schnell geguckt.

Bevor ich mit meiner Rezension beginne, starte ich mit einer kleinen Kritik.
„Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten“ ist ein klassisches Beispiel von „den Hals nicht voll genug kriegen können“. Einige von euch werden meine Meinung teilen, andere vielleicht nicht, aber für mich fühlt sich dieser Teil sehr danach an, dass Disney in erster Linie die Kinokassen klingeln hören wollte. Storytechnisch ist „Fremde Gezeiten“ ein Neubeginn für eine weitere Fluch-der-Karibik-Trilogie. Aus meiner Sicht hat es diese Weiterführung nicht gebraucht.
Und hier steige ich auch mit meiner Rezension ein.

Die Handlung ist chronologisch erzählt, weist einige witzige Momente und einen stringenten Verlauf auf. Aber ich hadere. Ich hadere damit, dass dieser Film nicht nötig war. Ganz offensichtlich war ein Bedürfnis der Zuschauer vorhanden, aber reicht das?
Im Grunde bringt die Geschichte um Jack Sparrow Spaß und weist auch einige tolle und interessante Figuren auf. Als Neustart ist dieser Streifen also vollkommen ok.

Die Figuren sind oft, meiner Meinung nach sogar viel zu oft, eindimensional. Johnny Depp spielt nun zum vierten Mal diese Rolle und ich habe eigentlich keine Lust mehr auf ihn. Egal in welchem Film Johnny Depp mitspielt, alles driftet in eine andere Version eines Jack Sparrows ab. Für die „Fluch der Karibik“-Reihe ist Johnny Depp allerdings ein Need, weil er das Bindeglied ist und das seine einzige Rolle ist, der er seinen Stempel gänzlich aufgedrückt hat. In den anderen Rollen haben wir einen Geoffrey Rush, der die gleiche Rolle in anderen Klamotten spielt. Leider bleibt er ähnlich blass wie Depp. Penélope Cruz spielt dieses Mal die weibliche Rolle und war – schlicht ausgedrückt – schwach. Unter den „größeren“ Rollen war einzig und allein Ian McShane als Blackbeard überzeugend, leider hatte er insgesamt aber viel zu wenig Screentime. Sein erstes Erscheinen war auch erst nach einer guten Stunde und dadurch konnte er sich nicht so sehr zeigen.
Emotionen spielen ganz am Rand eine Rolle und sind eigentlich die meiste Zeit sehr zurückgenommen. In einer Nebenhandlung gibt es Potential und werden Ansätze gezeigt, aber insgesamt zu wenig. Die Figuren handeln aber in der Regel logisch und echt – entsprechend ihrer persönlichen Vergangenheit. Auch hier sticht Ian McShane als Blackbeard raus. Als geheimnisvollste Figur kommt er daher und agiert unberechenbar und authentisch.

Alles rund um die Spannung ist so eine Sache. Es gibt immer mal wieder Momente, in denen der Film fesselt, aber auch dieser Streifen hat seine Längen. Im Vergleich zum dritten Teil hat er sogar sehr viel mehr Längen, trotz der deutlich geringeren Laufzeit und das macht es schwierig, hier ein Lob für die Spannung auszusprechen. Die Geschichte dümpelt leider viel zu oft vor sich hin und dadurch, dass Jack Sparrow bzw. Johnny Depp mich – also mich persönlich – nervt, waren mir die Figuren oft egal, wodurch ich nicht mitgerissen wurde.

Setting und Musik waren wieder erstklassig. Hans Zimmer ist ein Meister, da gibt es nichts dran zu rütteln. Die Kulissen, Outfits, Effekte, Kämpfe und alles drum herum: Erstklassig.

Meine Meinung:
Wenn es einen Need gibt, dann bitte eine Geschichte ohne Jack Sparrow, am besten eine Vorgeschichte von Blackbeard. Alles andere, was mit Johnny Depp als Jack Sparrow zu tun hat, ist einfach nur Gier und einfallslos. Aus unternehmerischer Sicht kann ich es verstehen, als Filmliebhaber ist es mir aber zu doll. In meinen Augen ist die „Fluch der Karibik“-Reihe ausgelutscht.
Fans werden aber, wie so oft, ihren Spaß haben, ich hatte ihn nur so lala.

Meine Wertung:
Spannung: 5,0 von 10
Story: 6,0 von 10
Länge: 4,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 4,0 von 10
Authentizität: 6,0 von 10
Musik: 9,0 von 10
Setting: 10 von 10
GESAMT: 6,3

Reihenfolge:
1. Fluch der Karibik
2. Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2
3. Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt
4. Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten

Zwei Kurze, bitte! #4

In der heutigen Ausgabe von „Zwei Kurze, bitte!“ dreht sich alles um Protagonisten in komischen Anzügen. Mit von der Partie sind „Max Steel“, eine Low-Budget-Adaption einer Animationsserie mit Andy Garcia in einer Nebenrolle und „The Call Up“, einem Science-Fiction-Thriller.

Titel: Max Steel (2016)
Regie: Stewart Hendler
Genre: Science-Fiction

In „Max Steel“ aus dem Jahr 2016 dreht sich alles um den Schüler Max, der auf einmal anfängt, besondere Kräfte zu produzieren. Er kann sie allerdings nicht kontrollieren und da kommt das Alien Steel ins Spiel, der mit Max eine Symbiose eingehen kann, um die Energie kontrollierbar zu machen. Natürlich gibt es auch Mächte, die es auf Max und Steel abgesehen haben und dann ist da auch noch die mysteriöse Geschichte um Max’ Vater.
Dass Stewart Hendler eigentlich aus dem Horror-Genre kommt, spürt der Zuschauer auch bei diesem Film. Besonders zu Beginn wird mit der Atmosphäre so gut gespielt, dass teilweise eine sehr bedrückende Stimmung erzeugt wird, die sich nach ca. 15 bis 20 Minuten komplett aufgelöst hat. Ab da nimmt das Unheil im Prinzip seinen Lauf und die vorhersehbare Geschichte wird eigentlich nur von der unglaubwürdigen und schlechten darstellerischen Leistung übertrumpft. In einer Zeit, in der es gut konzipierte Comic-Multiversen gibt, braucht man diesen „Superhelden“ allerdings nicht. Lasst lieber die Finger weg.

Titel: The Call Up (2016)
Regie: Charles Barker
Genre: Science-Fiction / Thriller

In diesem Science-Fiction-Thriller werden acht erfolgreiche Gamer zu einem Betatest einer hochmodernen Virtual-Reality-Simulation nebst Kampfanzug und allem Schnickschnack eingeladen. Die Spieler sollen virtuelle Terroristen töten, Anreiz ist dabei sogar ein Preisgeld für den besten Spieler. Jedoch gibt die Ausrüstung reales Feedback und so wird aus einem Computerspiel plötzlich ein Spiel auf Leben und Tod.
Um es kurz zu fassen: Dieser Film hat Nichts! Die Schauspieler sind schlecht, die Synchronisation ist miserabel, die Effekte nicht vorhanden. Emotionen und Echtheit sind absolut nicht gegeben und die Story findet man in „Gamer“ oder dem Anime „Sword Art Online“ um ein Vielfaches besser präsentiert. Auch hier lieber die Finger von diesem Film lassen, er ist nicht nur Zeit, sondern auch Geldverschwendung.

Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt

Titel: Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt (engl. „Pirates of the Caribbean: At World´s End“)
Genre: Abenteuer / Fantasy
Regie: Gore Verbinski
Musik: Hans Zimmer
Produzenten: Jerry Bruckheimer
Dauer: ca. 162 Minuten
Erscheinungsjahr: 2007
Altersfreigabe: FSK 12

„Wieder einmal stechen Elizabeth Swann (Keira Knightley) und Will Turner (Orlando Bloom) in See, um in einem verzweifelten Versuch Captain Jacks (Johnny Depp) Seele zu retten. Diesmal müssen sie dafür jedoch ein Bündnis mit ihrem einstigen Widersacher, dem verschlagenen Barbossa (Geoffrey Rush) eingehen. Währenddessen treibt Davy Jones (Bill Nighy) mit seinem Geisterschiff ‚Flying Dutchman‘ sein Unwesen auf den Weltmeeren. Immer mit der Gefahr des Verrats konfrontiert, schlagen sich Will und Elizabeth durch wilde Gewässer bis ins exotische Singapur, wo sich am Ende jeder für eine Seite entscheiden muss. Denn in der letzten gewaltigen Schlacht steht nicht nur das eigene Schicksal auf dem Spiel, sondern die Zukunft aller Piraten…“
(Rückentext der DVD)

Vor knapp zwei Jahren habe ich den zweiten Teil der „Fluch der Karibik“-Trilogie gesichtet und prognostiziert, dass ich zwei Jahre später mit Teil drei und vier fertig bin. Pustekuchen. Inzwischen sind zwei Jahre vergangen und die DVDs meines Schwagers liegen schon eine ganze Weile bei mir herum. Jetzt, wo er seine Filme langsam wiederhaben will, habe ich mir Teil drei angeschaut.

Nachdem die große Ernüchterung am Ende von Teil zwei vorhanden war, hatte ich große Hoffnungen in Teil drei. In meinen Erinnerungen war „Das Ende der Welt“ atmosphärischer und spannender als sein direkter Vorgänger. Ich bin froh, dass meine Erinnerungen nicht daneben lagen.

Die Handlung knüpft an seinem Vorgänger an und beginnt ohne große Einführung der Figuren, Vorwissen wird also erwartet. Und auch sonst geht es von der ersten Minute an sehr dynamisch und spannend los. Und genau hier ist der Punkt, den dieser Teil seinem Vorgänger voraus hat: „Am Ende der Welt“ hat es nicht verpasst, seine Zuschauer am Anfang mitzunehmen. Auch sonst funktioniert die chronologisch und stringent erzählte Story um die Rettung Jack Sparrows und einen großen Showdown aller Beteiligten. Dabei fällt es so gut wie gar nicht auf, dass es keine größeren Wendungen oder Überraschungen gibt.

Spannungstechnisch haut dieser Teil auch voll rein. Bis auf eine kleine Phase in der Mitte des Films fesselt er, sowohl durch die Erzählweise als auch durch die Inszenierung. Man merkt direkt, dass sich die Spannung die ganze Zeit über aufbaut und dabei keine zwischenzeitlichen Entspannungen sucht. Lediglich dieses Spannungs-Plateau, das sich in der Mitte befindet, wurde mitgenommen und sorgt dabei für ein Halten des Niveaus. Negativ fällt hier jedoch die Laufzeit auf, denn mit 162 Minuten streckt sich nicht nur das Geschehen, sondern auch der Aufbau der Spannung, die sich aber besonders in der letzten halben Stunde unentwegt entlädt.

In das Gesamtbild fügen sich die Figuren nahtlos ein. Johnny Depp spielt seine Rolle des Jack Sparrows gewohnt drüber und Orlando Bloom und Keira Knightley versuchen durch die deutlich erhöhte Screentime auch etwas vom Kuchen abzubekommen. Dadurch mutiert das Ganze nicht zu einer Jack-Sparrow-Gedächtnis-Gala, sondern wird viel mehr von vielen Schultern gleichzeitig getragen, wodurch es auch Platz für die Nebendarsteller gibt. Und auch sonst entdeckt der Zuschauer einige interessante Charaktere, die sich abseits der „großen drei“ (Bloom, Knightley und Depp) bewegen. So erleben wir Chow Yun-Fat und Rolling-Stones-Gitarrist Keith Richards als Piraten, die beide auf ihre Weise der Handlung und der Atmosphäre einen speziellen Drall mitgeben. Ein großer Negativpunkt an dieser Stelle: Emotionen werden insgesamt nur sehr, sehr klein geschrieben. Die wenigen Momente, in denen gefühlstechnisch mehr geht, sind rar und kurz gesät.

Das Setting wiederrum ist passend. Und überhaupt kann man „Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt“ von technischer Seite aus keine Vorwürfe machen. Das Szenenbild ist stets stimmig und fängt die ganze Thematik wunderbar ein. Wir befinden uns in einem Piraten-Setting, die Schiffe, die Interaktionen und auch die Effekte sind ganz darauf ausgelegt. Es gibt Seeschlachten, Kanonenkugeln, die durch die Luft fliegen, einen Strudel und Kämpfe mit einem Säbel. Es wehen Piratenflaggen und es fliegen Dreispitze. Das Make-Up, die Kostüme und auch die Musik passen perfekt zu diesem Film. Hier gibt es wirklich nichts Negatives zu erwähnen.

Meine Meinung:
Der dritte Teil der „Fluch der Karibik“-Reihe musste einiges wieder gut machen und das hat er auch geschafft. Nach einem enttäuschenden zweiten Teil hatte ich dieses Mal das Gefühl, dass die Geschichte auf einen Punkt gebracht wurde, von dem es eigentlich nicht mehr weitergehen muss. Inzwischen wissen wir aber, dass es bereits Teil vier und fünf gibt.

Ich hatte die meiste Zeit meinen Spaß, jedoch fiel es mir schwer, im Mittelteil dran zu bleiben. Dem Streifen hätten also gut und gerne 20 bis 30 Minuten weniger nicht geschadet. Unterm Strich bin ich aber wirklich zufrieden und froh, dass ich diese Trilogie abgeschlossen habe. Für alle, die ohnehin Fan der Reihe sind und auch für all diejenigen, die Piratenfilme oder Filme mit Johnny Depp oder Orlando Bloom (oder sogar mit beiden zusammen) mögen, ist dieser Film auf jeden Fall ein „must see“, ebenso für Blockbuster-Fans. Alle anderen werden aber auch ihren Spaß finden und diese Reihe zu schätzen wissen.

Meine Wertung:
Spannung: 7,5 von 10
Action: 8,5 von 10
Story: 7,0 von 10
Länge: 4,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 4,0 von 10
Authentizität: 6,0 von 10
Musik: 9,0 von 10
Setting: 10 von 10
GESAMT: 7,0

Reihenfolge:
1. Fluch der Karibik
2. Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2
3. Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt
4. Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten

Away – Vom Finden des Glücks

© „Away – Vom Finden des Glücks“ (Meteor Film GmbH)

Titel: Away – Vom Finden des Glücks (orig. „Away“)
Genre: Animationsfilm
Regie: Gints Zilbalodis
Musik: Gints Zilbalodis
Produzenten: Gints Zilbalodis
Dauer: ca. 76 Minuten
Erscheinungsjahr: 2019
Altersfreigabe: FSK 6

„Ein Junge erwacht an einem Fallschirm hängend auf einer einsamen Insel. Er weiß weder, wie er dorthin kam und schon gar nicht, wie er diesen Ort verlassen soll – und dann zeigt sich am Horizont die Silhouette eines bedrohlichen schwarzen Ungetüms, das langsam, aber unaufhaltsam immer näherkommt. Auf der Flucht vor dem gigantischen Schatten findet sich ein Motorrad und eine Tasche mit nützlichem Zubehör, und schon bald gesellt sich ein kleiner gelber Vogel zu dem ratlosen Jungen. Damit beginnt eine traumartige Reise epischen Ausmaßes auf zwei Rädern quer durch die Insel, über spiegelnde Seen, blühende Felder, schroffe Berge und endlose Brücken, immer auf der Suche nach dem einzigen Ort, der wieder nach Hause führen könnte. Doch der stumme Gigant hinter ihnen gibt nicht auf. Er kommt näher und näher…“
(Kurzinhalt laut Presseheft)

Ich habe die Möglichkeit erhalten „Away – Vom Finden des Glücks“ noch vor dem Heimkinostart am 15.05.2020 anzuschauen.

Der Kurzinhalt beschreibt ziemlich genau, worum es in der Geschichte des Jungen geht. Dennoch hat der Streifen so seine Eigenheiten. Wir wissen weder, wer der Junge ist, noch wo wir, geschweige denn wann wir sind. Schwierig dabei ist, dass der gesamte Film so ganz ohne Dialoge auskommt. Damit wird es dem Zuschauer zusätzlich nicht leicht gemacht, sich gänzlich auf die Story und ihren einzigen menschlichen Protagonisten einzulassen. Dennoch kann man erahnen, welche Achterbahn der Gefühle er erlebt.

Es gibt viele Dinge, an denen man sich stören kann, denn der Film ist in seiner Gesamtheit sehr puristisch. Aber man sollte dazu wissen, dass der Streifen einzig und alleine von einem einzigen Mann realisiert worden ist. Der Lette Gints Zilbalodis hat in den letzten drei Jahren komplett alleine an „Away“ gearbeitet und fertig gestellt. Ich ziehe daher natürlich meinen Hut vor dieser atemberaubenden Leistung.
So ein Animationsfilm lebt allerdings von seinen Animationen und die sind ebenso besonders wie die Dialogarmut. Dieser Streifen zeigt auf seine ganz eigene – und eindrückliche – Art und Weise, was Animation kann – oder besser gesagt können sollte. Viele aktuelle Animationsfilme sehen gut aus, sind gerendert, arbeiten mit Tiefenstrukturen und versuchen sich in ihrem Aussehen oft der Realität zu nähern oder herausragend fantasievoll zu sein. Je nachdem von welchem Studio solche Streifen realisiert werden, sehen sie auch entsprechend gut aus. „Away – Vom Finden des Glücks“ hat kein Studio hinter sich und das sieht man ihm auch leider an. Flächige Bilder, steife Bewegungen und unsaubere Animationen sind da leider Realität, aber der Versuch und auch die teilweise geglückte Umsetzung von Bildern einer Natur, die man so, selten bis nie in Animationsfilmen sieht, ist schon eine besonders große Leistung.

© „Away – Vom Finden des Glücks“ (Meteor Film GmbH)

Auch das Sounddesign wurde von Gints Zilbalodis realisiert und das mit atemberaubender Akribie und Sorgfalt. Wassergeplätscher, Katzen-Miauen, Vogel-Gesang, alles klang genau so, wie es sollte. Und auch das Motorrad, Holzknarren oder Schnee bei einer Lawine waren vom Sound her einwandfrei. Die übrige Musik war stets passend, untermalend und zeugte von einer ganz eigenen Unterhaltung. In diesem Film kam ihr ja zusätzlich die Bedeutung zu, Emotionen oder Eindrücke zu transportieren und Spannung zu erzeugen, auch das sollte ihr ohne Mühe gelingen.
Meine Meinung:
Mein Fazit fällt insgesamt etwas strenger aus, denn „Away – Vom Finden des Glücks“ hat zwar eine gute und nachvollziehbare Prämisse, konnte mich aber nicht abholen. Ich war ein wenig enttäuscht darüber, dass es keinen einzigen Dialog gab, nicht einmal ein Selbstgespräch. Der Zuschauer wird mit seinen Vermutungen komplett alleingelassen. Ich hätte schon gerne gewusst, was das schwarze Ungetüm ist und woher es stammt. Mir fehlte aber auch die persönliche Bindung zum Protagonisten und zum Geschehen.

© „Away – Vom Finden des Glücks“ (Meteor Film GmbH)

Richtig gut gefielen mir dafür die Musik und das Sounddesign im Allgemeinen. Auch die Bildsprache hat in ihren Zügen etwas Unterhaltsames und Faszinierendes, aber die – in meinen Augen – fehlerhaften Animationen waren im Vergleich dazu nicht immer schön anzusehen. Gleichwohl die gezeigten Bilder in besserer Qualität bei gleicher Geschichte mit Sicherheit seinesgleichen suchen würden.

Ich glaube außerdem, dass Kinder viel mehr in diesem Streifen sehen können und werden, als ich es kann. „Away – Vom Finden des Glücks“ hat damit eine klar abgegrenzte Zielgruppe und das sollte auch berücksichtigt werden. Die Bewertung stammt aber leider von jemandem, der nicht dazu gehört, nämlich mir.

„Away – Vom Finden des Glücks“ ist ab dem 15.05.2020 auf DVD und BluRay erhältlich.

Meine Wertung:
Spannung: 4,0 von 10
Gefühle/Emotionen 5,5 von 10
Animationen: 4,0 von 10
Story: 7,0 von 10
Länge: 6,0 von 10
Musik: 9,5 von 10
GESAMT: 6,0