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8 Mile

IMG_3542Titel: 8 Mile
Genre: Musikfilm / Drama
Regie: Curtis Hanson
Musik: Eminem
Produzenten: Carol Fenelon / Brian Grazer
Dauer: ca. 110 Minuten
Erscheinungsjahr: 2002
Altersfreigabe: FSK 12

„‚8 Mile’ zeigt eine Woche aus dem Leben einer Gruppe junger Menschen in der Vorstadthölle Detroits – und ihren Versuch, daraus zu entkommen.

Für Jimmy ‚Rabbit’ Smith Jr. (Eminem) ist HipHop die einzige Möglichkeit, aus seinem tristen Leben zwischen Langeweile und Gewalt auszubrechen. Er weiß, dass seine Texte das Zeug dazu haben – wenn er es schafft, seine Wut für seine Musik zu nutzen und sich der Herausforderung seines Lebens zu stellen…“
(Rückentext der BluRay)

Nachdem ich diesen Blog eröffnet habe, war es mein Wunsch, einen der Filme meiner Jugend zu rezensieren und auf dem Blog zu veröffentlichen. Schon immer hatte ich einen besonderen Draht zur Musik und Eminem gehört zwar nicht zu meinen allerliebsten Lieblingskünstlern, aber seine Leitungen im englischsprachigen HipHop sind nicht von der Hand zu weisen. Heute habe ich mir „8 Mile“ aus dem Jahre 2002 angeschaut. Ich wurde wieder zu dem 15-jährigen Jungen, der ich war, als ich diesen Film zum ersten Mal angeschaut habe. Eine Reise in die Vergangenheit.

„8 Mile“ beginnt mit einem Rap-Battle – einem Wettbewerb, bei dem zwei Underground-Rapper versuchen, sich auf einem Beat mit ihren spontanen Reimen zu diskreditieren. Wie bei einem Hahnenkampf reagiert das gezeigte Publikum auf die Aktionen der Akteure. In den ersten 15 Minuten wird die ganze Stimmung des Filmes vorab einmal präsentiert.
Der Film erzählt lediglich eine Woche aus dem Leben der Crew „Three One Three“ und dabei bedient er nicht nur Klischees, sondern zeigt auch die wahre Fratze, die das Leben trägt. Eine harte, unbarmherzige und vor allem ungerechte Welt.
Chronologisch begleitet das Publikum die Crew, mit einem besonderen Augenmerk auf Rabbit (Eminem). Langeweile kommt seltener auf, denn die Handlung ist gut dargestellt und inszeniert. Am Existenzminimum leben und sich eher schlecht als recht durch das Leben schlagen: Das ist das Schicksal von Rabbit. Zwischen zwei Battles (eines am Anfang des Films, das andere am Ende), spielt sich die komplette Geschichte ab.

Mit dem Battle am Anfang ist das vorübergehende Interesse des Zuschauers geweckt. Musikalische Szenen findet das Publikum aber immer wieder, sei es an einem Food-Truck in der Mittagspause, in einem Parkhaus kurz vor einer Party oder irgendwoanders. Immer wieder wird das Publikum durch solche Akzente auf die Musik hingewiesen. Aber auch die sozialen Umstände, in der sich die Gruppe um Rabbit wiederfindet, bietet genügend Konfliktpotential. Ein kurzweiliger und heißer Flirt mit Alex regt auf der zwischenmenschlichen Ebene das Publikum an.
Die Szenen mit ihr sind deswegen spannend und aufregend, weil Brittany Murphy eine von wenigen Frauen im – doch eher von männlichen Darstellern dominierten – Film ist. Auch die Reibungspunkte innerhalb der Crew geben genug Anlass um „8 Mile“ gespannt zu folgen.

Die Länge war leider nicht optimal, da es Szenen gibt, die die Handlung nicht voran getrieben haben und ein Weglassen dem Publikum nicht weiter stören würden.

Die Gefühle sind weitestgehend zurückgenommen. Wenn allerdings mal welche durchkamen, sind sie überwiegend aggressiver Natur. Ein besonders großes Spektrum wird dem Zuschauer in diesem Punkt nicht geboten.

Die Echtheit der Charaktere ist, trotz der wenigen Gefühle, gegeben. So ziemlich jede Figur macht den Anschein, als ob sie aus diesem Milieu kommen würde, was „8 Mile“ ein Stück weit authentischer dastehen lässt.

Die Musik war, natürlich, von Rap geprägt. So ziemlich jedes Lied stammte von Eminem. Dadurch steht dem Streifen allerdings ein äußerst beschränktes Spektrum zur Verfügung. Klassische Töne, die ohnehin nicht in diesen Film gepasst hätten, sucht man vergebens. Die Auswahl der Stücke, inklusive des Titeltracks „Lose Yourself“, ist stimmig und spiegelt sowohl die sozialen Umstände, als auch die gesellschaftliche Struktur wieder. Darüber hinaus ist der Unterhaltungswert der Filmmusik enorm hoch, vorausgesetzt man ist Fan von Rap-Musik mit „Underground-Touch“. Daumen hoch.

IMG_3544Meine Meinung:
„8 Mile“ ist, wie gesagt, ein Film, den ich das erste Mal im Teenager-Alter gesehen habe. Ich habe mich nicht gänzlich zurück in die Vergangenheit versetzt gefühlt, allerdings weiß ich heute andere Dinge an diesem Streifen zu schätzen. Ich mag ihn nach wie vor, auch wenn er in meiner Vorstellung besser war, als er es tatsächlich ist.

Die Geschichte ist auf seine ganz eigene Art und Weise packend und spannend. Sie ist sozialkritisch und zeigt Missstände auf, genauso sehr zeigt sie, welche Bedeutung Musik auf den Zeitgeist und die Kultur hat. Auch wenn der Film hier und da zu ausgedehnt ist, passt das Setting im Großen und Ganzen sehr gut.

Die Figuren waren allesamt authentisch, auch wenn nicht viel Platz für Gefühle da war, aber immerhin ist das ja auch keine Liebeskomödie.

Die Musik hat zu 100 Prozent gepasst. Den enorm hohen Unterhaltungswert und die Inszenierung in Form der Rap-Battles war nicht nur innovativ, sondern auch spannend.
Insgesamt hat der Film ein paar Punkte liegen gelassen.

Meine Wertung:
Spannung: 8,0 von 10
Story: 8,0 von 10
Länge: 6,0 von 10
Authentizität: 9,0 von 10
Musik: 10 von 10
Gefühle/Emotionen: 7,0 von 10
GESAMT: 8,0

J wie „Jarhead“

IMG_6328Titel: Jarhead – Willkommen im Dreck (engl. „Jarhead“)
Genre: Kriegsfilm
Regie: Sam Mendes
Musik: Thomas Newman
Produzenten: Lucy Fisher / Sam Mendes / Douglas Wick
Dauer: ca. 117 Minuten
Erscheinungsjahr: 2005
Altersfreigabe: FSK 12

„Nach seiner ernüchternden militärischen Grundausbildung dient Sergeant Swoff (Jake Gyllenhaal) als Scharfschütze in den Wüsten des Mittleren Ostens – ohne jeden Schutz vor unverträglicher Hitze und irakischen Soldaten. Swoff und die anderen Marines befinden sich in einer brutalen Lage: Aufs Töten gedrillt kämpfen sie in einem Krieg, den sie nicht verstehen – für eine Sache, die sie kaum begreifen.“
(Rückentext der DVD)

Und wieder steht ein älterer Titel auf der Liste. Mit „Jarhead – Willkommen im Dreck“ habe ich mir wieder einen Kriegsfilm angesehen, den ich vor einigen Jahren das letzte Mal sah. Ich wusste natürlich, worauf ich mich einlasse und haben mit „J“ einen Grund gefunden ihn mir anzuschauen.

„Jarhead“ dreht sich um Sergeant Swoff und seine militärische Karriere. Sein Leben beim Militär, seine Grundausbildung, seine Ausbildung zum Scharfschützen und seinen langen Einsatz in den Wüsten des vorderen Orients. Darüber hinaus kommentiert Sergeant Swoff immer wieder sich und seine Situation aus dem Off.
Durch das Kriegsszenario bekommt der Film einen Hintergrund, der ziemlich weitreichend sein kann. Man hätte genau so gut das Leben eines Einwohners beschreiben können und wie er unter dem Einfluss des Krieges lebt und kämpft. Stattdessen sehen wir einen jungen Soldaten, der zum Töten ausgebildet wurde und der nun zu der Zeit des 2. Golfkrieges in der Wüste Saudi-Arabiens stationiert ist.

Nur durch dieses Szenario bekommt der Film eine sehr ungewisse Grundstimmung, die immer etwas offen lässt. In einem Krieg kann es von jetzt auf gleich immer losgehen und man muss als Soldat ausrücken, um etwas zu kontrollieren, entschärfen oder einen anderen Auftrag zu erfüllen. Insbesondere durch diese trügerische Grundstimmung ist der Film schon sehr spannend und fesselnd.

Gefühlsmäßig kann der Film da natürlich auch mithalten. Im Leben eines Soldaten, der sich im Ausland befindet, kommt allerhand zusammen: Todesangst, Eifersucht, Trauer und Hass sind beispielsweise nur die negativen Gefühle. Dass so eine Situation auch etwas kleines Positives haben kann, mag man sich als Zuschauer gar nicht vorstellen: Sicherheit durch das Corps, eine gewisse Verbundenheit zu seinen Kameraden, Respekt, Zugehörigkeit und Freundschaft sind in „Jarhead“ klar zu erkennen.

Authentisch waren dabei für mich so ziemlich alle Charaktere. Vom harten Ausbilder bis zum hochnäsigem Major waren auch – insbesondere vor dem Hintergrund des Golfkrieges – alle sehr stimmig und originell. Der Film lebt letzten Endes von Jake Gyllenhaal und seiner Verbindung zu seinem engsten Kameraden und Freund Fowler (gespielt von Evan Jones). Die Psyche leidet bei einem Soldaten im Einsatz. Es geht sogar soweit, dass man von etwas besessen ist. Auch dieser Aspekt der Authentizität ist, meiner Ansicht nach, gegeben.

Die Filmmusik ist nicht außergewöhnlich. Sie ist eher untermalender Natur, es gibt jedoch eine Ausnahme und zwar der „Walkürenritt“ von Wagner, der als musikalische Untermalung der vorkommenden Szene von „Apocalypse Now“ diente.

Meine Meinung:
„Jarhead“ hat den Untertitel „Willkommen im Dreck“ und dort ist man auch eine ganze Weile. Man bekommt einen gnadelosen (Anti-)Kriegsfilm zu sehen, der unter anderem auch zeigt, wie man sich das Leben der Soldaten untereinander vorstellt: von irgendwelchen Heldenriten über das Peinigen bis hin zu großen Männerfreundschaften. Nicht nur die Psyche des Soldaten leidet bei dem Film, sondern auch die des Publikums.

Ich habe einen spannenden und fesselnden Film gesehen, der mich die ganze Zeit über unterhalten hat. So hart die Story auch sein mag, so authentisch kam sie mir vor. Insbesondere auf den Ebenen der Emotionen entertainte mich der Streifen auf hohem Niveau. Auch wenn man keine expliziten Kampfmanöver oder Gefechte sieht, so ist die Vorstellung im Kopf immer da.

Authentisch waren meiner Meinung nach auch alle Charaktere. Ich hatte nicht das Gefühl, dass da punktuell „zuviel“ gegeben wurde. Auch wenn ich die Action nicht explizit in der Rezension anspreche, so war ein kleiner Actionanteil dennoch vorhanden.

Als Fazit kann ich nur sagen, dass sich dieser Film lohnt. Er behandelt das Soldatenleben im Auslandseinsatz und stellt – wie nur selten gesehen – dar was so ein Einsatz mit dem Menschen in Uniform macht und unter welchen körperlichen wie psychischen Belastungen man dort steht.

Absolut empfehlenswert.

Meine Wertung:
Spannung: 8,0 von 10
Story: 8,0 von 10
Länge: 8,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,5 von 10
Authentizität: 8,5 von 10
Musik: 7,0 von 10
Action: 7,0 von 10
GESAMT: 7,9

A Million Ways to Die in the West

IMG_1284Titel: A Million Ways to Die in the West
Genre: Komödie
Regie: Seth MacFarlane
Musik: Joel McNeely
Produzenten: Jason Clark / Seth MacFarlane / Scott Stuber
Dauer: ca. 111 Minuten
Erscheinungsjahr: 2014
Altersfreigabe: FSK 12

„Schafzüchter Albert (Seth MacFarlane) ist nicht geschaffen für das harte Leben im Wilden Westen: Er ist ein Feigling mit losem Mundwerk und geht Schießereien lieber aus dem Weg. Deshalb hat ihn auch seine Freundin (Amanda Seyfried) verlassen. Doch alles ändert sich, als die bildschöne Anna (Charlize Theron) auftaucht. Albert verliebt sich Hals über Kopf in diese Traumfrau, für die er endlich seinen Mut entdeckt. Und den braucht er auch! Denn Annas eifersüchtiger Ehemann (Liam Neeson) kommt mit rauchendem Colt in die Stadt geritten. Für den unausweichlichen Showdown muss Albert allerdings erst noch schießen lernen…“
(Rückentext der DVD)

Er hat es wieder getan! Seth MacFarlane haut nach „Ted“ mit „A Million Ways to Die in the West“ eine weitere derbe Komödie voller Stars, und vor allem voller Wortwitz, raus.

Die schwarzhumorige Komödie aus der Feder vom Macher von „Ted“, Seth MacFarlane, ist sehr unverblümt und, um es auf den Punkt zu bringen, auch sehr witzig. Der Humor besticht durch tolle Monologe des Charakters Albert. Außerdem ist der Film tatsächlich ein Western der im Jahre 1882 spielt und er geht sehr ironisch mit der damaligen Zeit um. An der einen oder anderen Stelle wird man auch, unerwarteter Weise, den einen oder anderen Hollywood-Star finden, wie z.B. Christopher Lloyd, Ryan Reynolds und Jamie Foxx. Wie der Titel schon sagt, gibt es eine Millionen Wege im Wilden Westen zu sterben, einige dieser Wege werden spektakulär und aberwitzig dargestellt.
Durch die sprunghafte Schnitttechnik werden die Pointen deutlich unterstützt.

Der Film war auf seine Weise fesselnd, aber nicht so richtig spannend. Man wusste vorher, wie der Handlungsstrang ablaufen wird, das nahm dem Ganzen ein wenig die Spannung, , aber es war durchaus interessant und witzig anzusehen.

Die Story ist flach. Sie ist nicht tiefgründig und regt auch nicht zu besonders starken Emotionen oder zum Nachdenken an. Mit seinen 111 Minuten macht der Film vieles richtig, aber leider nicht alles. Das Ende kommt eher unvermittelt und etwas früh. „A Million Ways to Die in the West“ entertaint aber auf ganzer Linie und was will man einer Komödie mehr abverlangen als gute Pointen und einige laute Lacher?

Die schauspielerische Leistung war von Grund auf gut und durch die Überzeichnung einiger Charaktere wirkt das Ganze in seiner komödiantischen Art auch schlüssig. Die Personen wirken in ihrem Umfeld sehr authentisch. Auch wenn man tiefere Beweggründe für das Handeln und die Entscheidungen einzelner Personen kennenlernt, bleiben, bis auf einige Lachanfälle, große Emotionen aus. In seiner Zeichnung muss man den Film nicht ernst nehmen. Er ist und bleibt eine Komödie voller schwarzem Humor. Dieser lebt von Überzeichnung, Übertreibung und extremen Bildern.

Die Musik dieser guten Komödie war sehr zurückgenommen und stark reduziert. Dem Ambiente entsprechend wurden hier Western-Klänge eingebaut und untermalten mehr oder minder den Film. Ausnahme war ein komödiantisches Western-Lied, das sich thematisch mit dem Inhalt des Filmes auseinander gesetzt hat.

Der Film zeichnet sich durch gute Kameraarbeit aus. Der Zuschauer kommt in den Genuss von einigen Detailaufnahmen, westerntypischen Kulissen und dementsprechenden Totalen, wie Sonnenuntergängen, Schießübungen und Vieh.

Meine Meinung:
Seth MacFarlane hat mich echt zum Lachen gebracht. Mit „A Million Ways to Die in the West“ schafft er pure Unterhaltung, tolle Kameraarbeit, teilweise Pointe auf Pointe und einem super Cast. Die Darstellung, die für mich zwar angemessen ist, sollte aber im FSK-Bereich nach oben korrigiert werden. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sollten den Film eher nicht sehen. Nicht selten spritze das Blut und waren die Worte sehr explizit.

Aber davon ab, hat der Film genretypisch agiert, wenig Story und witzige Darbietung. Insbesondere die Monologe von dem Charakter Albert (Seth MacFarlane) haben mich begeistert. Die diversen Cameo-Auftritte haben dem Ganzen die Krone aufgesetzt und machen den Film zwar nicht zu einem Unikat, aber dafür auf jeden Fall sehr sehenswert. Auch die ironische Umgangweise mit der Zeit ist hervorzuheben und bietet den einen oder anderen Lacher, garantiert. Durch die reduzierte Musik wird der Fokus auf den Humor und die Pointen gelegt. Ausnahme ist ein Lied, das sich nahtlos in die Story einfügt.

„A Million Ways to Die in the West“ ist eine solide Komödie und ich habe jetzt schon das Gefühl, dass mir die Witze, auch nach dem dritten Gucken, nicht alt erscheinen werden.

Meine Wertung:
Humor: 8,0 von 10
Spannung: 4,0 von 10
Story: 4,5 von 10
Länge: 6,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,0 von 10
Authentizität: 7,0 von 10
Musik: 5,0 von 10
Kameraführung: 8,0 von 10
GESAMT: 5,9