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[Gastrezension] Die Eiskönigin – Völlig Unverfroren

IMG_5025Titel: Die Eiskönigin – Völlig Unverfroren (engl. „Frozen“)
Genre: Animationsfilm
Regie: Chris Buck / Jennifer Lee
Musik: Christophe Beck / Robert Lopez / Kristen Anderson-Lopez
Produzenten: Peter Del Vecho
Dauer: ca. 98 Minuten
Erscheinungsjahr: 2013
Altersfreigabe: FSK 0

“Die furchtlose Königstochter Anna macht sich zusammen mit dem schroffen Naturburschen Kristoff und seinem treuen Rentier Sven auf eine abenteuerliche Reise, um ihre Schwester Elsa zu finden, deren eisige Kräfte das Königreich Arendelle in ewigem Winter gefangen halten. In einem spannenden Rennen um die Rettung des Königreichs ringen Anna und Kristoff nicht nur mit den Naturelementen, sie begegnet auch mystischen Trollen und dem urkomischen Schneemann Olaf (gesprochen von Hape Kerkeling), der zu einem unverzichtbaren Begleiter auf ihrer Reise wird.“
(Rückentext der DVD)

Lange gab es um keinen Disneyfilm mehr so einen großen Hype wie um „Die Eiskönigin“.
Seit dem Erscheinen der DVD beherrschte diese lange Zeit die Bestsellerlisten. Deswegen läuft die Vermarktungsmaschinerie immer noch auf Hochtouren.
Es gibt Figuren, Plüschtiere, Accessoires, Faschingskostüme, Schmink- und Frisuren-Tutorials, Stickeralben, Schulmaterialien, Bücher, Zeitschriften und noch so viel mehr.

Als Kinder hatten die beiden Königstöchter Elsa und Anna viel Spaß mit der Fähigkeit der Älteren, Schnee und Eis zu erzeugen. Doch als es zu einem Unfall kommt, muss Elsa vor jedem ihre Begabung verstecken.
Auf ihrer Krönungsfeier kommt es Jahre später zum Eklat: Sie bedeckt das ganze Königreich mit Schnee und Eis, woraufhin sie flieht.

„Die Eiskönigin“ erzählt eine lineare Geschichte, die trotzdem auf unglaublich vielen Ebenen Spaß macht, sowohl Kindern als auch Erwachsenen.
Spannende und dramatische Momente sind immer wieder vorhanden, sie machen aber nur einen kleinen Teil aus.
Die ganz starken Emotionen fehlen auch, der Film setzt einfach nicht auf Drama oder Tragik oder die große Liebe. Es kommt zwar alles darin vor, aber die Gefühle sind eher leiser Natur. Reduziert und zurückgenommen und doch deutlich da, wo sie hingehören.
Es ist eher der Humor, der bei diesem Film im Fokus steht.

Die Animationen sind mit Disneys Liebe zum Detail ausgestattet und die Figuren sind nicht ganz so realitätsfern, wie es in heutigen Animationsfilmen oft der Fall ist. Ganz entkommen sie dem Kindchen-Schema jedoch nicht. Die Köpfe sind ein wenig zu groß für den Körper und die Augen sind überproportional, man gewöhnt sich aber augenblicklich an diese Optik.

Überhaupt machen die Figuren einen großen Teil des Filmcharmes aus.
Die beiden Prinzessinnen schließt man schnell ins Herz und sieht ihnen gern dabei zu, wie sie mit ihren jeweiligen Schicksalen zurechtkommen.
Wenn man sich nicht in den beiden Figuren wiederfindet, gibt es auch noch den robusten Kristoff und sein etwas trotteliges Rentier, mit denen man sich identifizieren kann.
Spätestens wenn der Schneemann Olaf auf der Bildfläche erscheint, hat sicherlich jeder jemanden, mit dem man mitfiebert. Und dieser kleine herzensgute und unglaublich lustige Kerl hat das Potenzial so manches Herz schmelzen zu lassen.

Die Musik ist in Disneys Meisterwerke-Filmen immer hervorragend, jedoch gibt es Filme, deren Lieder sich mehr einprägen als andere.
Vor allem mit „Lass jetzt los“ und „Willst du einen Schneemann bauen“ sind hier wieder Songs dabei, die man auch außerhalb des Films häufig hört, auch in der englischen Originalversion.
Wie immer sind die Lieder perfekt in die Geschichte eingebettet und bringen diese auch voran. Trotzdem haben sie zum Teil einen größeren Pop-Song-Charakter als in den älteren Filmen. Sie sind moderner geworden.

Meine Meinung:
Der Hype um diesen Film ist vollkommen gerechtfertigt.
Die Geschichte ist zwar nicht rasend spannend, aber man bleibt trotzdem am Ball und hofft, dass Elsa gefunden wird und Arendelle wieder vom Eis befreit werden kann.
Bis dahin ist es aber schön diese eiskalte Landschaft anzusehen und die Figuren dabei zu beobachten, wie sie sich durch ebenjene bewegen.
Die Songs haben einen unglaublich hohen Mitsing-Charakter und machen unglaublich viel Spaß. Auch nach dem Film noch.
„Die Eiskönigin“ ist ein Film zum Mitlachen und Mitfühlen und lohnt sich deswegen sehr!

Meine Wertung:
Spannung: 6,0 von 10
Animation: 8,0 von 10
Humor: 8,5 von 10
Story: 7,0 von 10
Länge: 8,5 von 10
Musik: 9,5 von 10
GESAMT: 7,9
Autor: buecherherz

[Gastrezension] Der König der Löwen

FullSizeRenderTitel: Der König der Löwen (engl. „The Lion King“)
Genre: Zeichentrickfilm
Regie: Roger Allers / Rob Minkoff
Musik: Hans Zimmer (Musik) / Elton John (Lieder) / Lebo M (Gesang, Leiter des Chors)
Produzenten: Don Hahn
Dauer: ca. 88 Minuten
Erscheinungsjahr: 1994
Altersfreigabe: FSK 0

„Unter der Obhut seines gutmütigen Vaters Mufasa, wächst das aufgeweckte Löwenjunge Simba unbeschwert heran und soll eines Tages dessen Platz als König einnehmen. Aber bis dahin ist es ein langer Weg, der Simbas ganzen Mut erfordert. Begleitet von seinen witzigen Freunden Timon und Pumbaa und deren gemütlicher Lebensphilosophie ‚Hakuna Matata‘, muss sich Simba schließlich seiner größten Herausforderung stellen: dem Kampf mit seinem hinterhältigen Onkel Scar, um die Herrschaft über das ‚Geweihte Land’…“
(Rückentext der DVD)

Ein junger Löwe zeigt uns den Kreis des Lebens.

Es war 1995 als „Der König der Löwen“ in die Kinos kam. Ich war sechs Jahre alt.
Heute, 20 Jahre später, sehe ich den Film immer noch gern. Damals, da wollte ich Plüschtiere und Spielfiguren von Simba, Nala, Rafiki und Co. haben. Heute gehe ich in das gleichnamige Musical.

Für beide Altersgruppen – jung und erwachsen – passt dieser Film hervorragend in einen Filmabend hinein.
Als Kind lernt man die Steppe kennen, man sieht niedliche Figuren, die singen und tanzen und man bekommt weise Ratschläge. Man erfährt, was man tun kann, wenn man seinen Weg verloren hat.
Erwachsene sehen immer noch niedliche Figuren, die singen und tanzen, aber man sieht auch die Töne dazwischen. Man sieht die Machtspiele, politisches Gezänke, was passiert, wenn wir nicht nachhaltig mit der Natur umgehen. Und auch die, die den Kinderschuhen entwachsen sind, können ein bisschen davon mitnehmen, was zu tun ist, wenn man seinen Weg verloren hat.

Die Geschichte erstreckt sich über einen längeren Zeitraum.
Es beginnt bei Simbas Geburt, geht über seine Kindheit bis zu dem Schicksalsschlag, der alles verändert und den jungen Löwen aus der Savanne vertreibt. Hin zu seinen neuen Freunden: Timon und Pumbaa. Das Erdmännchen und das Warzenschwein.

Die Figuren und Landschaften sind nicht nur detailreich, realitätsnah und wunderschön gezeichnet, sondern sie ziehen sein Publikum auch noch näher in die Geschichte hinein.
Man erwischt sich immer wieder, wie man mit dem jungen Löwen, der einmal der König der Tiere werden soll, und seiner Freundin Nala mitfiebert, sich mitfreut und mitängstigt.
So seltsam es klingt: Man kann sich sicher mit der einen oder anderen Figur identifizieren.

So dramatisch die Geschichte zwischendurch ist, so lustig ist sie auch. Vor allem der stets genervte und etwas tollpatschige Hofmeister-Vogel Zazu beschert anfangs die Lacher. Später kommen noch Timon und Pumbaa hinzu und bilden ein wenig das komische Trio des Films.

Freundschaft, Humor, Familie, Schicksalsschläge, Erwachsenwerden: Bei so einer Mischung muss es eine Menge Emotionen geben und die gibt es auch. Freud und Leid sind in diesem Film sehr nah und deswegen kann er das Publikum immer wieder einfangen.

Wie alle Filme der Disney Meisterwerke-Reihe lebt auch dieser nicht nur von der Geschichte und den Figuren, sondern vor allem auch von der Musik, die einen großen Teil ausmacht und die Story vorantreibt.
Allein die hochkarätige Besetzung (Hans Zimmer für die Filmmusik, Elton John für die Lieder) zeigt den Stellenwert.
Vor allem die Einflüsse afrikanischer Musik machen den Soundtrack zu etwas ganz Besonderem.
Die Eingangssequenz, die wohl jeder, der diesen Film bereits gesehen hat, mindestens ein Mal falsch mitgesungen hat, bleibt im Kopf: „Nants ingonyama bagithi baba!“.
Und bei Liedern wie „Hakuna Matata“ singt man nicht nur lauthals mit, sondern dieses Lied hat seinen Weg in die allgemeine Sprache gefunden.

Meine Meinung:
„Der König der Löwen“ war einer der großen Filme in meiner Kindheit und hat sich in meinem Herzen für immer einen Platz gesichert.
Doch auch wenn ich versuche, den Film objektiv zu sehen, gewinnt er auf ganzer Linie: eine tiefgreifende Geschichte, vielschichtige Figuren, detailreiches Erzählen, ungewöhnliches Setting. Gerade durch die vermenschlichten Tiere wird einerseits die Fantasie anregt und wird andererseits trotzdem das wahre Leben in Afrikas Savanne gezeigt.

In die 88 Minuten wurde allerhand Geschichte gepackt, die mich zu keiner Sekunde gelangweilt aufgähnen ließ.

Wenn man sich darauf einlassen kann, dass man sprechenden Tieren zuschaut, wie sie im fernen Afrika leben, dann bekommt man einen wundervollen Film geliefert.

Meine Wertung:
Spannung: 8,5 von 10
Zeichentrick: 8,5 von 10
Humor: 7,0 von 10
Story: 8,5 von 10
Länge: 8,0 von 10
Musik: 9,0 von 10
GESAMT: 8,3

Autor: buecherherz

Pocahontas

IMG_3674Titel: Pocahontas
Genre: Zeichentrickfilm
Regie: Mike Gabriel / Eric Goldberg
Musik: Alan Menken
Produzenten: James Pentecost
Dauer: ca. 78 Minuten
Erscheinungsjahr: 1995
Altersfreigabe: FSK 0

„Abenteuerlustig streift die Häuptlingstochter Pocahontas mit ihren witzigen Freunden, dem ewig hungrigen Waschbären Meeko und dem frechen Kolibri Flit, durch die Wälder. Unbeschwert genießen sie ihre Freiheit, bis sich eines Tages plötzlich alles ändert. Die Trommeln rufen alle Indianer des Stammes der Powhatan zusammen: Ein Schiff hat in der Bucht angelegt! Goldgierige Fremde aus dem fernen England betreten das Ufer – und damit treffen zum ersten Mal zwei Welten aufeinander. Nur Pocahontas und der tapfere John Smith haben den Mut, einzugreifen und einen Kampf zu verhindern. Werden sie es gemeinsam schaffen, Pocahontas´ Volk zu retten?“
(Rückentext der DVD)

Pocahontas und John Smith kämpfen gemeinsam für die erste Völkerverständigung.

Die Story von diesem Meisterwerk aus dem Hause „Disney“ ist überwiegend kinderfreundlich und sehr bezaubernd. Die Erzählweise ist sehr stark an einem Musical angelehnt mit vielen tollen Liedern, die gleichermaßen die Story voran bringen wie die Dialoge. „Pocahontas“ schafft es, insbesondere vor dem Hintergrund einer wahren Begebenheit, zu überzeugen.

Abendfüllend ist der Film mit seiner Liebesgeschichte zwar nicht, aber er ist alle Male ein gutes Vorprogramm. Mit 78 spannenden Minuten lässt der Film keine Langeweile aufkommen.

Durch den Aspekt der wahren Geschichte wird aus „Pocahontas“ ein doppelt spannender Zeichentrickfilm. Zum einen erfährt man sehr viel von dem Indianerstamm, den Riten und dem Leben mit der Natur, zum anderen möchte das Publikum mehr von dem tapferen John Smith und Pocahontas erfahren.

Die zeichnerische Darbietung ist sehr fantasievoll und zugleich realitätsnah. Der Waschbär Meeko und der Kolibri Flit sind mit menschlichen Eigenschaften ausgestattet und wirken im Zusammenspiel eher wie ein altes Ehepaar und nicht wie zwei Tiere unterschiedlichster Art.

Allen voran sind eben die beiden Tiere ausschlaggebend für den Humor, der Groß und Klein zum lachen bringt. Die weise Trauerweide sorgt mit ihrem trockenen Witz auch für Gelächter. Nur selten wurde das Publikum von anderen Charakteren in irgendeiner Form zum Lachen animiert.

Die Musik ist ausgesprochen wundervoll und über jeden Zweifel erhaben. Sie ist kindgerecht, animiert zum Mitsingen und Mitfiebern und erzeugt Spannung. Darüber hinaus treibt sie eigenständig die Geschichte voran.

Von der ersten Minute an zeigt der Film Emotionen. Sei es Freude über die Abenteuerlust von John Smith, Neugier auf das Unbekannte und das Erkunden der neuen Welt oder Angst, die der Vater von Pocahontas hat, wenn seine Tochter sich wieder einmal auf ein riskantes Abenteuer einlässt. Ganz im Allgemeinen erlaubt Disney in vielen Filmen seinen Charakteren das Zeigen von Emotionen, aber in „Pocahontas“ bekommt das Publikum eine besonders große Dosis davon ab.

Meine Meinung:
„Pocahontas“ ist ein wirklich bezaubernder Film, der mich sehr gut entertaint hat. Ohne Grund gehört der Film nicht zur Reihe von Disneys Meisterwerken.

„Pocahontas“ ist der erste Film von Disney, der auf einer wahren Geschichte beruht. Das macht ihn besonders wertvoll, und lässt ihn nicht ganz so ausgedacht und fern von jeder Realität aussehen.

In keiner Sekunde wurde ich gelangweilt, von der ersten bis zur letzten Minute hielt mich die Geschichte am Film. Er hat die perfekte Mischung aus Musik und Dialogen, die gleichermaßen die Story vorantreiben als auch Emotionen zeigen.
Mir hat besonders gut der Witz der Trauerweide und der beiden Tiere gefallen, nicht so gut gefiel mir die Humorarmut der anderen Charaktere. Auch der Zeichentrickeffekt ist disneytypisch und wie die Musik, meiner Meinung nach, über jeden Zweifel erhaben.

Dieser Film ist nicht nur für Kinder ein Muss!

Meine Wertung:
Spannung: 8,0 von 10
Zeichentrick: 8,5 von 10
Humor: 6,0 von 10
Story: 8,5 von 10
Länge: 8,0 von 10
Musik: 9,0 von 10
GESAMT: 8,0