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Ted 2

IMG_4463Titel: Ted 2
Genre: Komödie
Regie: Seth MacFarlane
Musik: Walter Murphy
Produzenten: Scott Stuber / Seth MacFarlane / John Jacobs / Jason Clark
Dauer: ca. 111 Minuten
Erscheinungsjahr: 2015
Altersfreigabe: FSK 12

„In ‚Ted 2’ nimmt der plüschige Pöbler mal wieder kein Blatt vor den Mund. Als Ted erfährt, dass er offiziell nicht als Mensch gilt, hat das verhängnisvolle Konsequenzen: Die Ehe mit seiner großen Liebe Tami-Lynn wird annulliert und der Plan, ein Baby zu adoptieren, zunichte gemacht! Das kann Ted natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Also engagiert er gemeinsam mit seinem besten Freund John (Mark Wahlberg) die hübsche Anwältin Samantha (Amanda Seyfried) und kämpft vor Gericht um seine Bären- äh… Bürgerrechte.“
(Rückentext der DVD)

Dieses Mal habe ich mir „Ted 2“ angeschaut. Nachdem „Ted“ ja schon in meiner A-Z-Challenge vorkam und ich den Film grundsätzlich witzig fand, bin ich gespannt, wie nun die Fortsetzung bei mir ankommt. Man sagt ja, dass zweite Teile immer schlechter als ihre Vorgänger sind. Trifft das auch auf diesen Film zu?

Die Handlung der Fortsetzung ist anders. Wo es im ersten Teil noch um die Figuren, um das, was sie verbindet und was sie erlebt haben, drehte, geht es hier nur um Ted und welche Rechte man ihm einräumt oder nicht einräumt. Natürlich ist das Ganze noch mit einem Antagonisten versehen und schon hat man eine dramatische Nebenhandlung. Über den Inhalt gibt der Rückentext deutlich Aufschluss.
Ansonsten ist die Geschichte nicht sonderlich tiefgreifend, innovativ oder originell, mit Ausnahme einer Komponente: In keinem anderen Film, in dem es um Recht oder Gerechtigkeit geht, und auch sonst in keiner anderen Komödie ist ein lebender Teddy-Bär der Protagonist.
Das ist das einzig Besondere am ganzen Film.

Spannungstechnisch bewegt sich „Ted 2“ auch eher auf dem Niveau von einem Grundschultheaterstück von „Der Regenbogenfisch“. Alles läuft nahezu genau so ab wie im ersten Teil und die Motive sind, besonders im „dramatischen“ Nebenstrang, sehr ähnlich und einfach gehalten.

Die größte Veränderung nahm „Ted 2“ im Humor auf sich. Wo es im ersten Teil plump, sexistisch und sarkastisch herging, steht jetzt im Vergleich dazu ein laues Lüftchen im DVD-Regal. Es fehlt der Biss, die vulgäre Sprache und die expliziten Handlungen, die aus dem ersten Teil – zumindest in diesem Punkt – einen Pionier gemacht haben. Es kommt einem so vor, dass alles, was vorher besonders war, nun nicht mehr besonders ist und auch gar nicht mehr existiert. Als ob eine viel schlechtere Kopie vom ersten Teil neu veröffentlicht wurde. Es gab zwar den einen oder anderen Lacher, aber unterm Strich ist „Ted 2“ weit, weit entfernt von dem, was man aus dem ersten Teil kennt.

Die Kurzweiligkeit des Vorgängers ist ebenfalls nicht mehr vorhanden. Das Publikum muss sich mit einigen Längen und Passagen herumschlagen, in denen die Handlung eigentlich nur durch die Bilder und Musik weitererzählt wird. Die ca. 111 Minuten fühlen sich dadurch extrem in die Länge gezogen an. Kein gutes Gefühl.

Authentizität und Emotionen kommen wie so oft Hand in Hand einher. Logisch ist, dass sich die wiederkehrenden Charaktere aus dem ersten Teil in ihrer Rolle weiterentwickelt haben sollten. Was sie leider nur bedingt getan haben. Neu eingeführte Figuren, wie z.B. Samantha (Amanda Seyfried) oder Patrick Meighan (Morgan Freeman) zeigen zumindest die richtige Richtung an. Generell ist die darstellerische Leitung nicht schlechter oder besser als in „Ted“ allerdings, tut es einem Film und seiner Fortsetzung auch nicht immer gut, wenn sich wirklich nichts weiterentwickelt. Die Hinzunahme von zwei neuen Charakteren half dem gesamten Cast auf die Sprünge. Morgan Freeman spielt wie gewohnt locker, glaubwürdig und auf seine ganz eigene Art einen Anwalt. Amanda Seyfried ist vielseitig und die Nachwuchsanwältin steht ihr genau so gut zu Gesicht wie eine „Millionärstochter“, die gegen ihren Vater rebelliert („In Time“).

Insgesamt stagniert die Glaubwürdigkeit, da die Gefühlspalette zwar breit ist, allerdings selten bis gar nicht originell, geschweige denn echt rüber gebracht wird. Hier fehlt es an der Tiefe. Oberflächlich werden allerdings einige Emotionen gezeigt, allen voran Zuneigung und Sorge, an vielen Stellen wird es extremer und Wut und Trauer fließen mit in die Charaktere ein. Das Publikum kauft sie den Darstellern allerdings nicht ab.

Musikalisch hat der Film etwas mehr zu bieten. Er kommt mit wenigen bis keinen klassischen Songs aus, fast ausschließlich sind es popartige Töne, die der Zuschauer auf die Ohren bekommt. Die Songs sind gut eingesetzt und stehlen dem Film nie die Show.

Meine Meinung:
„Ted 2“ hat mich nur mäßig unterhalten und er ist ein klassisches Beispiel dafür, dass Fortsetzungen nicht immer gut sind.

Die Handlung ist wirklich sehr einfach und beinhaltet leider keine Überraschung. Sie ähnelt dem ersten Teil so sehr, dass ich das Gefühl hatte, ich schaue eine schlechtere Version von ebenjenem Film.

Spannung, Länge, Authentizität und die gezeigten Emotionen waren ebenfalls nur sehr mäßig bis unterdurchschnittlich.

Der Humor ließ stark nach. Alles, was in „Ted“ gut gemacht wurde, kommt im zweiten Teil fast gar nicht mehr vor. Schade.
„Ted 2“ lässt sehr viele Punkte liegen.

Meine Wertung:
Humor: 6,0 von 10
Spannung: 6,0 von 10
Story: 5,0 von 10
Länge: 4,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,0 von 10
Authentizität: 5,0 von 10
Musik: 8,0 von 10
GESAMT: 5,6

Reihenfolge:
1. Ted
2. Ted 2

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J wie „Jarhead“

IMG_6328Titel: Jarhead – Willkommen im Dreck (engl. „Jarhead“)
Genre: Kriegsfilm
Regie: Sam Mendes
Musik: Thomas Newman
Produzenten: Lucy Fisher / Sam Mendes / Douglas Wick
Dauer: ca. 117 Minuten
Erscheinungsjahr: 2005
Altersfreigabe: FSK 12

„Nach seiner ernüchternden militärischen Grundausbildung dient Sergeant Swoff (Jake Gyllenhaal) als Scharfschütze in den Wüsten des Mittleren Ostens – ohne jeden Schutz vor unverträglicher Hitze und irakischen Soldaten. Swoff und die anderen Marines befinden sich in einer brutalen Lage: Aufs Töten gedrillt kämpfen sie in einem Krieg, den sie nicht verstehen – für eine Sache, die sie kaum begreifen.“
(Rückentext der DVD)

Und wieder steht ein älterer Titel auf der Liste. Mit „Jarhead – Willkommen im Dreck“ habe ich mir wieder einen Kriegsfilm angesehen, den ich vor einigen Jahren das letzte Mal sah. Ich wusste natürlich, worauf ich mich einlasse und haben mit „J“ einen Grund gefunden ihn mir anzuschauen.

„Jarhead“ dreht sich um Sergeant Swoff und seine militärische Karriere. Sein Leben beim Militär, seine Grundausbildung, seine Ausbildung zum Scharfschützen und seinen langen Einsatz in den Wüsten des vorderen Orients. Darüber hinaus kommentiert Sergeant Swoff immer wieder sich und seine Situation aus dem Off.
Durch das Kriegsszenario bekommt der Film einen Hintergrund, der ziemlich weitreichend sein kann. Man hätte genau so gut das Leben eines Einwohners beschreiben können und wie er unter dem Einfluss des Krieges lebt und kämpft. Stattdessen sehen wir einen jungen Soldaten, der zum Töten ausgebildet wurde und der nun zu der Zeit des 2. Golfkrieges in der Wüste Saudi-Arabiens stationiert ist.

Nur durch dieses Szenario bekommt der Film eine sehr ungewisse Grundstimmung, die immer etwas offen lässt. In einem Krieg kann es von jetzt auf gleich immer losgehen und man muss als Soldat ausrücken, um etwas zu kontrollieren, entschärfen oder einen anderen Auftrag zu erfüllen. Insbesondere durch diese trügerische Grundstimmung ist der Film schon sehr spannend und fesselnd.

Gefühlsmäßig kann der Film da natürlich auch mithalten. Im Leben eines Soldaten, der sich im Ausland befindet, kommt allerhand zusammen: Todesangst, Eifersucht, Trauer und Hass sind beispielsweise nur die negativen Gefühle. Dass so eine Situation auch etwas kleines Positives haben kann, mag man sich als Zuschauer gar nicht vorstellen: Sicherheit durch das Corps, eine gewisse Verbundenheit zu seinen Kameraden, Respekt, Zugehörigkeit und Freundschaft sind in „Jarhead“ klar zu erkennen.

Authentisch waren dabei für mich so ziemlich alle Charaktere. Vom harten Ausbilder bis zum hochnäsigem Major waren auch – insbesondere vor dem Hintergrund des Golfkrieges – alle sehr stimmig und originell. Der Film lebt letzten Endes von Jake Gyllenhaal und seiner Verbindung zu seinem engsten Kameraden und Freund Fowler (gespielt von Evan Jones). Die Psyche leidet bei einem Soldaten im Einsatz. Es geht sogar soweit, dass man von etwas besessen ist. Auch dieser Aspekt der Authentizität ist, meiner Ansicht nach, gegeben.

Die Filmmusik ist nicht außergewöhnlich. Sie ist eher untermalender Natur, es gibt jedoch eine Ausnahme und zwar der „Walkürenritt“ von Wagner, der als musikalische Untermalung der vorkommenden Szene von „Apocalypse Now“ diente.

Meine Meinung:
„Jarhead“ hat den Untertitel „Willkommen im Dreck“ und dort ist man auch eine ganze Weile. Man bekommt einen gnadelosen (Anti-)Kriegsfilm zu sehen, der unter anderem auch zeigt, wie man sich das Leben der Soldaten untereinander vorstellt: von irgendwelchen Heldenriten über das Peinigen bis hin zu großen Männerfreundschaften. Nicht nur die Psyche des Soldaten leidet bei dem Film, sondern auch die des Publikums.

Ich habe einen spannenden und fesselnden Film gesehen, der mich die ganze Zeit über unterhalten hat. So hart die Story auch sein mag, so authentisch kam sie mir vor. Insbesondere auf den Ebenen der Emotionen entertainte mich der Streifen auf hohem Niveau. Auch wenn man keine expliziten Kampfmanöver oder Gefechte sieht, so ist die Vorstellung im Kopf immer da.

Authentisch waren meiner Meinung nach auch alle Charaktere. Ich hatte nicht das Gefühl, dass da punktuell „zuviel“ gegeben wurde. Auch wenn ich die Action nicht explizit in der Rezension anspreche, so war ein kleiner Actionanteil dennoch vorhanden.

Als Fazit kann ich nur sagen, dass sich dieser Film lohnt. Er behandelt das Soldatenleben im Auslandseinsatz und stellt – wie nur selten gesehen – dar was so ein Einsatz mit dem Menschen in Uniform macht und unter welchen körperlichen wie psychischen Belastungen man dort steht.

Absolut empfehlenswert.

Meine Wertung:
Spannung: 8,0 von 10
Story: 8,0 von 10
Länge: 8,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,5 von 10
Authentizität: 8,5 von 10
Musik: 7,0 von 10
Action: 7,0 von 10
GESAMT: 7,9