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Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt

Titel: Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt (engl. „Pirates of the Caribbean: At World´s End“)
Genre: Abenteuer / Fantasy
Regie: Gore Verbinski
Musik: Hans Zimmer
Produzenten: Jerry Bruckheimer
Dauer: ca. 162 Minuten
Erscheinungsjahr: 2007
Altersfreigabe: FSK 12

„Wieder einmal stechen Elizabeth Swann (Keira Knightley) und Will Turner (Orlando Bloom) in See, um in einem verzweifelten Versuch Captain Jacks (Johnny Depp) Seele zu retten. Diesmal müssen sie dafür jedoch ein Bündnis mit ihrem einstigen Widersacher, dem verschlagenen Barbossa (Geoffrey Rush) eingehen. Währenddessen treibt Davy Jones (Bill Nighy) mit seinem Geisterschiff ‚Flying Dutchman‘ sein Unwesen auf den Weltmeeren. Immer mit der Gefahr des Verrats konfrontiert, schlagen sich Will und Elizabeth durch wilde Gewässer bis ins exotische Singapur, wo sich am Ende jeder für eine Seite entscheiden muss. Denn in der letzten gewaltigen Schlacht steht nicht nur das eigene Schicksal auf dem Spiel, sondern die Zukunft aller Piraten…“
(Rückentext der DVD)

Vor knapp zwei Jahren habe ich den zweiten Teil der „Fluch der Karibik“-Trilogie gesichtet und prognostiziert, dass ich zwei Jahre später mit Teil drei und vier fertig bin. Pustekuchen. Inzwischen sind zwei Jahre vergangen und die DVDs meines Schwagers liegen schon eine ganze Weile bei mir herum. Jetzt, wo er seine Filme langsam wiederhaben will, habe ich mir Teil drei angeschaut.

Nachdem die große Ernüchterung am Ende von Teil zwei vorhanden war, hatte ich große Hoffnungen in Teil drei. In meinen Erinnerungen war „Das Ende der Welt“ atmosphärischer und spannender als sein direkter Vorgänger. Ich bin froh, dass meine Erinnerungen nicht daneben lagen.

Die Handlung knüpft an seinem Vorgänger an und beginnt ohne große Einführung der Figuren, Vorwissen wird also erwartet. Und auch sonst geht es von der ersten Minute an sehr dynamisch und spannend los. Und genau hier ist der Punkt, den dieser Teil seinem Vorgänger voraus hat: „Am Ende der Welt“ hat es nicht verpasst, seine Zuschauer am Anfang mitzunehmen. Auch sonst funktioniert die chronologisch und stringent erzählte Story um die Rettung Jack Sparrows und einen großen Showdown aller Beteiligten. Dabei fällt es so gut wie gar nicht auf, dass es keine größeren Wendungen oder Überraschungen gibt.

Spannungstechnisch haut dieser Teil auch voll rein. Bis auf eine kleine Phase in der Mitte des Films fesselt er, sowohl durch die Erzählweise als auch durch die Inszenierung. Man merkt direkt, dass sich die Spannung die ganze Zeit über aufbaut und dabei keine zwischenzeitlichen Entspannungen sucht. Lediglich dieses Spannungs-Plateau, das sich in der Mitte befindet, wurde mitgenommen und sorgt dabei für ein Halten des Niveaus. Negativ fällt hier jedoch die Laufzeit auf, denn mit 162 Minuten streckt sich nicht nur das Geschehen, sondern auch der Aufbau der Spannung, die sich aber besonders in der letzten halben Stunde unentwegt entlädt.

In das Gesamtbild fügen sich die Figuren nahtlos ein. Johnny Depp spielt seine Rolle des Jack Sparrows gewohnt drüber und Orlando Bloom und Keira Knightley versuchen durch die deutlich erhöhte Screentime auch etwas vom Kuchen abzubekommen. Dadurch mutiert das Ganze nicht zu einer Jack-Sparrow-Gedächtnis-Gala, sondern wird viel mehr von vielen Schultern gleichzeitig getragen, wodurch es auch Platz für die Nebendarsteller gibt. Und auch sonst entdeckt der Zuschauer einige interessante Charaktere, die sich abseits der „großen drei“ (Bloom, Knightley und Depp) bewegen. So erleben wir Chow Yun-Fat und Rolling-Stones-Gitarrist Keith Richards als Piraten, die beide auf ihre Weise der Handlung und der Atmosphäre einen speziellen Drall mitgeben. Ein großer Negativpunkt an dieser Stelle: Emotionen werden insgesamt nur sehr, sehr klein geschrieben. Die wenigen Momente, in denen gefühlstechnisch mehr geht, sind rar und kurz gesät.

Das Setting wiederrum ist passend. Und überhaupt kann man „Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt“ von technischer Seite aus keine Vorwürfe machen. Das Szenenbild ist stets stimmig und fängt die ganze Thematik wunderbar ein. Wir befinden uns in einem Piraten-Setting, die Schiffe, die Interaktionen und auch die Effekte sind ganz darauf ausgelegt. Es gibt Seeschlachten, Kanonenkugeln, die durch die Luft fliegen, einen Strudel und Kämpfe mit einem Säbel. Es wehen Piratenflaggen und es fliegen Dreispitze. Das Make-Up, die Kostüme und auch die Musik passen perfekt zu diesem Film. Hier gibt es wirklich nichts Negatives zu erwähnen.

Meine Meinung:
Der dritte Teil der „Fluch der Karibik“-Reihe musste einiges wieder gut machen und das hat er auch geschafft. Nach einem enttäuschenden zweiten Teil hatte ich dieses Mal das Gefühl, dass die Geschichte auf einen Punkt gebracht wurde, von dem es eigentlich nicht mehr weitergehen muss. Inzwischen wissen wir aber, dass es bereits Teil vier und fünf gibt.

Ich hatte die meiste Zeit meinen Spaß, jedoch fiel es mir schwer, im Mittelteil dran zu bleiben. Dem Streifen hätten also gut und gerne 20 bis 30 Minuten weniger nicht geschadet. Unterm Strich bin ich aber wirklich zufrieden und froh, dass ich diese Trilogie abgeschlossen habe. Für alle, die ohnehin Fan der Reihe sind und auch für all diejenigen, die Piratenfilme oder Filme mit Johnny Depp oder Orlando Bloom (oder sogar mit beiden zusammen) mögen, ist dieser Film auf jeden Fall ein „must see“, ebenso für Blockbuster-Fans. Alle anderen werden aber auch ihren Spaß finden und diese Reihe zu schätzen wissen.

Meine Wertung:
Spannung: 7,5 von 10
Action: 8,5 von 10
Story: 7,0 von 10
Länge: 4,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 4,0 von 10
Authentizität: 6,0 von 10
Musik: 9,0 von 10
Setting: 10 von 10
GESAMT: 7,0

Reihenfolge:
1. Fluch der Karibik
2. Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2
3. Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt
4. Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten

Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2

Titel: Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2 (engl. „Pirates of the Caribbean: Dead Man´s Chest“)
Genre: Abenteuer / Fantasy
Regie: Gore Verbinski
Musik: Hans Zimmer
Produzenten: Jerry Bruckheimer
Dauer: ca. 145 Minuten
Erscheinungsjahr: 2006
Altersfreigabe: FSK 12

„Davy Jones, der mysteriöse Captain des ‚Flying Dutchman’ hat noch eine Rechnung mit Jack Sparrow offen – doch der hat zunächst ganz andere Probleme: Ein Kannibalenstamm möchte ihn am liebsten auffressen! Auch Will Turner und seine stürmische Verlobte Elizabeth sind hinter Jack her – und alle machen sich auf die abenteuerliche Suche nach der geheimnisumwitterten ‚Truhe des Todes’. Die wilde Jagd führt sie kreuz und quer durch die Karibik – furiose Säbelgefechte und Voodoozauber inbegriffen!“
(Rückentext der DVD)

Ich habe mir vor ganz langer Zeit von meinem Schwager die „Fluch der Karibik“-Reihe ausgeliehen. Vor circa einem Jahr habe ich mir den ersten Teil angeschaut, nun kam Teil 2 dran. Ich bin dann also hoffentlich in drei Jahren fertig. Die ersten drei Filme habe ich bereits alle schon einmal gesehen und wollte sie nun noch einmal schauen.

Die Handlung ist chronologisch und ohne großartige Kniffe erzählt. Wie auch im ersten Teil dreht sich alles um Captain Jack Sparrow, Will Turner und Elizabeth, die wieder in irgendeiner Form ein Abenteuer erleben. Ich muss vorwegnehmen, dass dieser Film bei weitem nicht so viel richtig macht wie sein Vorgänger.
Die ersten 40-50 Minuten sind verzichtbar. Das liegt aber auch daran, dass die Handlung in dieser Zeit einfach nichtssagend ist. Man kann sehr gut irgendetwas Nützliches im Haushalt erledigen, ohne dass man Angst haben muss, etwas zu verpassen.
Um es auf den Punkt zu bringen: 90 statt 145 Minuten Laufzeit wären auch absolut ausreichend gewesen.
Die Story handelt im Wesentlichen davon, dass Jack Sparrow die „Truhe des Todes“ sucht und zwischenzeitlich bei einem karibischen Kannibalenstamm auf dem Thron landet. Wie er dahin gekommen ist und warum ausgerechnet dieser Stamm ihn so anhimmelt, bleibt im Grund offen und wird nicht geklärt. Auch Will Turner und Elizabeth werden in die Handlung eingeflochten, sodass Jack und die anderen zwei aus den unterschiedlichsten Motiven gemeinsame Sache machen können.

Die Figuren sind im Vergleich zum Vorgänger auch weniger facettenreich, weniger flexibel in der Spielweise und daher auch bei weitem nicht so glaubwürdig. Das ärgert mich wirklich sehr, vor allem hatte ich den Streifen besser in Erinnerung.

Spannungstechnisch verhält es sich ähnlich, wie mit der Handlung. In der ersten Stunde kommt nicht so richtig etwas zusammen und ab dann wird man auch nicht so richtig überzeugt. Zu wenig wird dafür getan, dass sich der Streifen entfalten kann. Der Zuschauer wird nicht so gut abgeholte, wie es noch im Vorgänger der Fall gewesen ist. Zumindest reichen gute Effekte und choreografierte Abenteuerszenen nicht aus.
Auch sonst geht von der Handlung oder der Erzählweise keine Spannung aus.

Die Figuren sind, wie bereits erwähnt, viel zu statisch, als dass sie irgendetwas Positives beitragen könnten. Sie sind auch nicht glaubwürdig. Am Beispiel von Johnny Depp lässt sich sagen, dass seine „typische“ Jack-Sparrow-Art hier erstmalig anfängt zu nerven. Eine Mischung aus Overacting und Parodie auf einen Piraten. Auch die anderen Charaktere machen im Wesentlichen nichts besser und der Einzige, der überzeugt, ist weitestgehend computeranimiert.

Musik und Setting sind die einzigen beiden Kategorien, in denen dieser Film überzeugen konnte. Die Musik ist von Hans Zimmer wunderbar komponiert und arrangiert. Ein Negativpunkt gibt es allerdings: Sie will, unberechtigterweise, in den Vordergrund und gefühlt immer mehr beweisen, als sie tatsächlich geben kann. Das Setting und die Kulissen sind einfach überzeugend. Das Design der Piratenschiffe, Kostüme und Kamerafahrten haben einfach super gepasst und fangen das Thema perfekt ein. Das Abenteuerfeeling, das ich noch im ersten Teil hatte und bewunderte, fehlte mir aber fast gänzlich. Der Film glich einem Actionspektakel, das mit tollen Kampfszenen daherkam, aber für mich nicht einmal ansatzweise mit dem ersten Teil zu vergleichbar ist. „Priates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2“ hat daher einen faden Beigeschmack und schafft es nicht zu überzeugen.

Meine Meinung:
So traurig und hart es klingt, aber „Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2“ war reinste Zeitverschwendung. Mich haben die Figuren nicht überzeugt, die Handlung nicht abgeholt und es wurde auch keine Spannung aufgebaut. Technisch war er nett anzusehen und auch die Effekte haben Spaß gebracht, aber selbst das schlechteste Popcorn-Kino kann mich mehr und besser unterhalten als dieser Streifen.

Es gibt also gehörigen Punktabzug. Da kann man nur hoffen, dass der dritte Teil besser wird. Zumindest habe ich ihn aufregend in Erinnerung. Hoffentlich täusche ich mich da nicht.

Meine Wertung:
Abenteuer: 5,0 von 10
Spannung: 3,0 von 10
Länge: 3,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 4,0 von 10
Authentizität: 4,0 von 10
Musik: 9,0 von 10
Setting: 9,0 von 10
GESAMT: 5,3

Reihenfolge:
1. Fluch der Karibik
2. Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2
3. Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt
4. Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten

Da Vinci’s Demons (Staffel 3)

Titel: Da Vinci’s Demons (Season 3)
Idee: David S. Goyer
Genre: Historienserie / Abenteuer / Drama
Titellied: Bear McCreary
Dauer: 10 Folgen à ca. 56 Minuten
Erscheinungsjahr: USA: 2015 / Deutschland: 2015
Altersfreigabe: FSK 16

„Leonardo da Vincis Welt bricht zusammen, als sich seine Versuche, Otranto von der osmanischen Invasion zu schützen, als erfolglos erweisen. Die Osmanen verwenden auf dem Schlachtfeld seine eigenen Waffen gegen ihn – die Entwürfe wurden ihm dabei von jemandem gestohlen, dem er eigentlich vertraute. Dieser Verrat wird Leonardo noch länger verfolgen…!
Inzwischen stellen sich Nico und Vanessa gegen die Elite von Florenz, während Riario in Rom Papst Sixtus und die neue Verbündete aus Venedig überzeugt, dass ein Kreuzzug die Rettung für Italien sein wird. Leonardo ist ein weiteres Mal der Einzige, der mit seinen genialen Ideen dieses übergroße Abenteuer zu einem guten Ausgang führen könnte…“
(Rückentext der DVD)

Die dritte Staffel von „Da Vinci’s Demons“ liegt ja nun doch schon eine ganze Weile bei mir herum und das obwohl die zweite Staffel – gefühlt – in Rekordzeit beendet wurde. Ich war nach den Seasons 1 und 2 auf einem Hoch und das wollte ich mir irgendwie nicht kaputt machen lassen, denn wie wahrscheinlich ist es, dass gleich drei aufeinanderfolgende Staffeln mich so sehr überzeugen? Ich nahm eine Pause und wollte das Hoch genießen.
Wie sehr mir die dritte und letzte Staffel dieser Serie gefallen hat, erfahrt ihr nun in meiner Kritik.

Die Handlung knüpft direkt an der Vorgängerstaffel an. Alles dreht sich natürlich weiterhin um Leonardo. Das Buch der Blätter scheint verloren zu sein und nun geht es darum, die Ereignisse aus Otranto zu verarbeiten. Die Osmanen nutzen seine Erfindungen, doch wie soll Leonardo sein eigenes Genie überwinden können?

Der größte Teil der Handlung ist Fiktion, das mindert den Spaß beim Gucken aber keineswegs. Die Erzählstruktur hat sich gegenüber der zweiten Staffel wenig geändert. Es gibt noch weniger Visionen, aber die, die es gibt, sind clever und wertvoll eingesetzt. Der Zuschauer bekommt die komplette Geschichte chronologisch gezeigt, wird aber hin und wieder durch fehlende Informationen verwirrt und das, obwohl man nicht nur die Ereignisse rund um Leonardo, sondern eben auch die aus Florenz, Otranto und allen anderen Orten, an denen sich etwas Wichtiges abspielt, mitbekommt.
Nicht selten stellt man sich in dieser Staffel die Frage: „Wie ist das jetzt passiert?“.

Seit Beginn der Serie, werden viele Intrigen gesponnen, Morde begannen und Leute betrogen. Doch in dieser Staffel erreicht das ein ungeahntes Ausmaß. Die Anzahl der gestellten Rätsel nimmt zwar ab, aber insgesamt bleibt es auch aufgrund der unterschiedlichen Handlungsstränge, die auch bis zum Schluss leider nicht zusammen geführt werden, spannend.

Die emotionale Dichte nahm seit der zweiten Staffel zu und auch in dieser wird das hohe Niveau erreicht, das ich mir gewünscht habe. Dass dem so ist, ist ebenso erfreulich, wie auch überraschend, denn die Handlung an sich beinhaltet immer mehr politische Elemente, die bekanntlich wenig mit Emotionen zu tun haben. „Da Vinci’s Demons“ schafft an dieser Stelle den Spagat, emotionale und rationale Ziele glaubwürdig zu verpacken und aussehen zu lassen.

Mit 10 Episoden à ca. 56 Minuten hat die dritte Staffel die gleiche Länge wie sein Vorgänger. Ich bleibe dabei: Zehn Folgen sind zu wenig für eine Serie und das wird immer etwas sein, womit ich mich nicht abfinden möchte.

Die Schauplätze sind allesamt sehr vielfältig und detailliert gestaltet, ob es nun Florenz, das besetzte Otranto oder irgendein anderer Ort ist. Das Bild ist immer stimmig und passt zu den Geschehnissen. Die Abwechslung der Schauplätze ist obendrein ein Spannungsgarant, da jeder Schnitt auch gleich eine Art Cliffhanger ist und man eigentlich schnellstmöglich zurückkommen will.

An den Namen der Darsteller hat sich so ziemlich seit der ersten Staffel nichts geändert und die Leistung der Schauspieler ist stetig nach oben gegangen. Tom Riley ist am Ende Leonardo Da Vinci und das mit einer Überzeugung und Originalität, die man selten in einer Serie sieht.
Auch die übrigen Akteure schaffen es, ihren Figuren entsprechend Tiefe und Breite zu verleihen, sodass auch eine Art Facettenreichtum entsteht. Durch die Bank gibt es an der schauspielerischen Leistung absolut nichts zu meckern und wenn doch, dann ist es auf sehr, sehr hohem Niveau.

Die musikalische Unterstützung bleibt minimalistisch, nichtssagend und eintönig. Wo sich von der ersten zur zweiten Staffel nichts verschlechtert oder verbessert hat, ist Staffel drei noch mal schlechter als seine beiden Vorgänger. Die Art bleibt zwar gleich, sie ist aber merklich weniger geworden.

Meine Meinung:
Was bleibt also unterm Strich? Ohne viel zu verraten, muss ich sagen, dass sich die dritte Staffel von „Da Vinci’s Demons“ ebenso lohnt wie die ersten beiden. Inhaltlich wird alles etwas mehr, eine politische Komponente mischt sich rein, ohne dass es an anderer Stelle weniger wird. Dennoch wirkt die Serie dadurch nicht überladen.
Kritikpunkte sind die sich häufenden Logikfehler und Szenen, in denen die „Kommunikation zum Zuschauer“ fehlschlägt, wodurch sich letzten Endes auch Verwirrung niederschlägt.

Seit der ersten Staffel ist diese Serie sehr abenteuerreich, dramatisch und spannend und das sind die Pluspunkte. „Da Vinci’s Demons“ schafft es, lange auf einem hohem Niveau zu unterhalten, ist es nicht das, was man sich von einer guten Serie wünscht?
Ohne jeden Zweifel kann ich hier eine klare Empfehlung aussprechen und allen viel Spaß beim Gucken der finalen Staffel wünschen.

Meine Wertung:
Story: 9,0 von 10
Spannung: 9,0 von 10
Länge: 6,5 von 10
Authentizität: 9,0 von 10
Emotionen: 9,0 von 10
Setting: 8,5 von 10
Musik: 4,0 von 10
GESAMT: 7,9

Reihenfolge:

1. Da Vinci’s Demons (Staffel 1)
2. Da Vinci’s Demons (Staffel 2)
3. Da Vinci’s Demons (Staffel 3)

Da Vinci’s Demons (Staffel 2)

da-vincis-demons-staffel-2_coverTitel: Da Vinci’s Demons (Season 2)
Idee: David S. Goyer
Genre: Historienserie / Abenteuer / Drama
Titellied: Bear McCreary
Dauer: 8 Folgen à ca. 56 Minuten
Erscheinungsjahr: USA: 2014 / Deutschland: 2014
Altersfreigabe: FSK 16

„Florenz in Aufruhr: die Pazzi-Verschwörung hat das mittelalterliche Florenz ins Chaos gestürzt und Leonardo da Vinci muss all seine Fähigkeiten einsetzen, um die Stadt gegen das übermächtige Rom zu verteidigen. Auch die mächtige Familie der Medici kämpft gegen Papst Sixtus IV. und die katholische Kirche. Leonardos Drang, Geheimnissen auf die Spur zu kommen, lockt ihn bald aus Florenz in ferne Länder. Die Jagd nach dem sagenhaften Buch der Blätter und dem mysteriösen Kult des Mithras, führt ihn bis nach Südamerika und zwischen die Fronten eines Inka-Krieges. Bald muss das Florentiner Genie alles, was es bislang über die Welt und die eigene Geschichte zu wissen glaubte, in Frage stellen. “
(Rückentext der DVD)

Wie in meiner Serienkritik zu der ersten Staffel von „Da Vinci’s Demons“ bereits erwähnt, habe ich mir Staffel 2 und 3 beim DVD-Dealer meines Vertrauens besorgt. Zum Glück konnte ich dann auch gleich loslegen und mir die zweite Season anschauen.

Staffel zwei setzt genau da an, wo sein Vorgänger aufgehört hat. Zumindest so ziemlich, denn der Beginn der ersten Folge ist quasi ein Ausblick auf das, was kommen wird, oder anders: Die komplette Staffel ist eine Rückblende, die aber an die Ereignisse von Staffel 1 anknüpft.
Leonardo ist auf der Suche nach dem Buch der Blätter und seine Reise führt ihn und seine Gefährten bis nach Südamerika, aber auch seine Feinde sind ihm auf den Fersen.

Nicht alle Ereignisse sind wahrhaftig so passiert, wie sie in der Serie dargestellt sind, aber grundsätzlich ist ein historischer Bezug deutlich zu vernehmen. Die Erzähltechnik hat sich allerdings etwas geändert. In der ersten Staffel waren es mehr und mehr Visionen und Zeitsprünge, die den Zuschauer mehr oder weniger verwirrt haben, diese sind jetzt fast gänzlich weg und wir bekommen die reine Geschichte weitestgehend chronologisch geboten. Auch die Geschehnisse in Florenz bleiben dem Zuschauer nicht enthalten. Bei den Schauplätzen wird also immer wild durchgewechselt und so sind wir mal in Südamerika bei Leonardo oder in Rom, Florenz oder Neapel.
Erzähltechnisch verliert die Serie etwas, denn vor allem die Visionen Leonardos haben etwas Besonderes und verliehen der ersten Staffel Charme.

Ebenso wie in der Vorgängerstaffel bekommt der Zuschauer auch in dieser wieder vieles geboten. Es bleibt bei den Intrigen, Morden und Betrugsfällen, gepaart mit einigen anderen Dingen, die immer wieder Rätsel aufgeben. Auch durch die Abenteuer und die unterschiedlichen Schauplätze bleibt es spannend.

Am Cast hat sich nahezu nichts verändert. Die ein, zwei Änderungen bzw. Ergänzungen passen sehr gut in die Story und haben Sinn ergeben. Die neuen Darsteller und Charaktere fügen sich nahtlos in die Serie ein.

Die Emotionen werden intensiver. Ich will an dieser Stelle gar nicht darauf eingehen, welche Art der Gefühle man zu sehen bekommt, sondern ich möchte einfach nur sagen, dass es von allem mehr gibt. Auch die Handlungen bekommen immer öfter einen auf Emotionen basierenden Grund. Besonders heikel wird es, wenn sich emotionale Ziele mit rationalen Zielen vermischen.

Was die Länge der Serie angeht, hat man sich etwas gesteigert. Die Laufzeit pro Folge bleibt bei ca. 56 Minuten, aber im Vergleich zur Vorgängerstaffel erhält man jetzt sogar zwei Folgen mehr. Am Ende ist es immer noch sehr wenig, aber heutzutage leider nicht mehr unüblich für Serien.

Ich hatte schon einige Male die Schauplätze angesprochen und jetzt verliere ich noch einmal ein letztes Wort darüber.
Sie haben auch in dieser Staffel wieder sehr gut gepasst. Dschungel und steinige Höhlen in Südamerika, Straßen in Florenz, Kerker in Rom und Verhandlungsräume im mittelalterlichen Neapel. Klasse. Auch Kostüme und Schminke der Inka sahen originalgetreu aus.

Was die musikalische Untermalung angeht, gibt es leider keine Verbesserung. Eintönig von vorne bis hinten und immer das gleiche. Also gibt es auch keine Verschlechterung.

da-vincis-demons-staffel-2_dvdMeine Meinung:
Auch die zweite Staffel von „Da Vinci’s Demons“ hat mich gepackt und unterhalten.
Ich bin so sehr gespannt auf die dritte Staffel, dass ich es kaum aushalten kann.

Es hat sich bei mir zuhause so eingebürgert, dass man erschöpft oder gestresst, oder auch mal beides zusammen, von der Arbeit kommt. Im Anschluss wird gekocht, danach setzt man sich ins Wohnzimmer und schaut etwas. In den letzten Wochen ist es immer so, dass nicht nur ich, sondern auch meine Herzdame sagt, dass wir „Da Vinci’s Demons“ schauen können.

Mehr Lob gibt es für eine Serie fast nicht, wenn sie sich in ein Ritual so perfekt einfügt, wie diese es tut.
Staffel 3 kann kommen.

Meine Wertung:
Story: 9,0 von 10
Spannung: 8,0 von 10
Länge: 6,5 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Emotionen: 8,0 von 10
Setting: 9,0 von 10
Musik: 6,0 von 10
GESAMT: 7,8

Reihenfolge:

1. Da Vinci’s Demons (Staffel 1)
2. Da Vinci’s Demons (Staffel 2)
3. Da Vinci’s Demons (Staffel 3)

Da Vinci’s Demons (Staffel 1)

da-vincis-demons-staffel-1_coverTitel: Da Vinci’s Demons (Season 1)
Idee: David S. Goyer
Genre: Historienserie / Abenteuer / Drama
Titellied: Bear McCreary
Dauer: 8 Folgen à ca. 56 Minuten
Erscheinungsjahr: USA: 2013 / Deutschland: 2013
Altersfreigabe: FSK 16

„Im Florenz des ausgehenden 15. Jahrhunderts beginnt ein junges Genie die Zukunft neu zu definieren – Leonardo da Vinci. Doch schon bald stößt er auf Denkverbote und düstere Geheimnisse. Von seinen mächtigen Gegnern argwöhnisch beobachtet und verfolgt, wird ihm sein Streben nach Wissen zum Verhängnis. Mit seiner Genialität und mit seinen Erfindungen kämpft Leonardo gegen Kontrahenten, die die Geschichte verfälschen, um die Wahrheit zu unterdrücken…“
(Rückentext der DVD)

In meinem Monatsrückblick vom Oktober habe ich „Da Vinci’s Demons“ erstmals erwähnt. Damals war es noch eine neue Serie in meinem Koffer, inzwischen habe ich die erste Staffel beendet. So viel sei schon mal gesagt, die zweite und auch die dritte Staffel dieser Serie befindet sich inzwischen in meinem Besitz.

Zur Handlung: Die ganze erste Staffel dreht sich um Leonardo da Vinci, der sich in Florenz durchs Leben schlägt. Sein größtes Bestreben ist es, mehr Wissen zu erlangen und dieses Streben führt ihn irgendwann zu der Familie Medici, die in Florenz herrscht. Er verdient sich den Respekt von Lorenzo de Medici und macht sich einen Namen als Kriegsbaumeister. Doch hinter all dem steht mehr und was hat das Buch der Blätter damit zutun?

Erzähltechnisch haben wir es hier mit einer Serie zu tun, die stark an das Historische angelehnt ist. Viele Ereignisse gab es genau so, wie sie in der Serie beschrieben bzw. gezeigt werden, allerdings nicht alle. Darüber hinaus werden die „Abenteuer“ des jungen da Vinci erzählt, wie sie passiert sein könnten. Von der Erzählweise bekommen wir eine chronologisch erzählte Serie, deren Fluss immer wieder durch Visionen und Zeitsprüngen unterbrochen wird. Das führt sogar soweit, dass man in einer Folge permanent nicht weiß, wo oder in welcher Zeit man sich befindet. Verwirrung ist also vorprogrammiert. Ich will zwar nicht die Art der Erzählung verteidigen, allerdings muss ich auch sagen, dass sie das aufblitzende Genie Leonardos perfekt eingefangen hat. Sie war in diesem Fall so passend, dass ich mir fast keine andere gewünscht hätte.

Inhaltlich bekommt der Zuschauer viel geboten. Intrigen, Mord und Betrug sind nur eine kleine Auswahl von dem, was man zu erwarten hat. Teilweise waren die Handlungen und Ereignisse so abstrus, dass man sich das nicht ausdenken kann und so saß ich das ein oder andere Mal am PC, um die Handlung auf historische Genauigkeit zu überprüfen. Die spannendsten Geschichten schreibt am Ende eben doch das Leben und dazu sei gesagt, dass „Da Vinci’s Demons“ unglaublich spannend ist. Durch den historischen Hintergrund, gepaart mit dem Abenteuer-Faktor und der dramatischen Inszenierung hat man an dieser Stelle eine Mischung, die in den ersten zwei Folgen nicht so richtig zünden wollte, aber letzten Endes doch richtig hochgegangen ist.

Mit Tom Riley als Leonardo da Vinci, Elliot Cowan als Lorenzo Medici, Blake Ritson als Girolamo Riario und James Faulkner als Papst Sixtus IV hat diese Serie einen Cast, der unglaublich gut ist. Abgerundet wird das alles durch Laura Haddock, die ihre Rolle mit so viel Leben und Charakter füllt. Alle, ausnahmslos, spielen ihre Rolle fantastisch. Tom Riley ist so aufmerksam und gleichzeitig verträumt, wie es nur ein Genie wie Leonardo da Vinci sein kann. Nahezu alle Figuren bieten einen so tiefen und breiten Charakter, dass sie zum einen unberechenbar sind bzw. werden, als auch facettenreich sind.

Was die Gefühle betrifft hat der Zuschauer es in jeder Folge mit List und Hass zu tun, aber auch mit Stolz, Vorurteilen und Missgunst. Liebe bzw. liebevolle Handlungen sucht man lang und findet man nur sehr selten. Die Emotionspalette hat also in diesem Punkt viel zu geben und dabei wirkten die Figuren nicht hölzern oder besonders formal. Die Sprache ist zwar historisch angepasst, der moderne Sprachgebrauch ist allerdings auch nicht von der Hand zu weisen.

Bei so viel Unterhaltung hätte ich mir gerne eine ausgedehnte Serie gewünscht, stattdessen erhält man 8 Folgen, die alle um die 56 Minuten dauern. Die Laufzeit pro Folge ist dabei wirklich gut und mindert nicht den Serienspaß, aber 8 Folgen sind unglaublich schnell geschaut.

Das Setting ist Florenz im 15. Jahrhundert. Kostüme und Straßenzüge bzw. Gebäude und Ausstattung passen sehr gut in die Zeit, aber auch die Sprache ist, trotz des modernen Sprachgebrauchs, entsprechend, ohne dabei geschwollen oder unverständlich zu sein. Die ganze Thematik und der dazu passende historische Hintergrund ist faszinierend und spannend zugleich und weckt daher auf seine ganz eigene Art Interesse.

Musikalisch gibt es aber keinen besonderen Sound auf die Ohren. Wenn man in der ersten Folge genau aufpasst, gibt es fortan, in diesem Punkt, nichts Neues zu entdecken. Die Untermalung war unterstützend, passend, unauffällig und, auf die gesamte erste Staffel betrachtet, eintönig.

da-vincis-demons-staffel-1_dvdMeine Meinung:
Die erste Staffel von „Da Vinci’s Demons“ hat mich überzeugt, unterhalten und in ihren Bann gezogen. Ich hoffe, dass die nächsten beiden Staffeln mindestens genau so gut sind, wie es nun die erste Staffel war.

Was am Ende bleibt, ist die Erkenntnis, dass das 15. Jahrhundert viel für uns übrig hat: Charme, Intelligenz, Mut und Hinterlist.

Meine Wertung:
Story: 8,0 von 10
Spannung: 7,0 von 10
Länge: 6,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Emotionen: 8,0 von 10
Setting: 9,0 von 10
Musik: 6,0 von 10
GESAMT: 7,4

Reihenfolge:

1. Da Vinci’s Demons (Staffel 1)
2. Da Vinci’s Demons (Staffel 2)
3. Da Vinci’s Demons (Staffel 3)