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Rick and Morty (Staffel 1)

Titel: Rick and Morty (Season 1)
Idee: Justin Roiland / Dan Harmon
Genre: Comedy / Zeichentrick / Science-Fiction
Titellied:
Dauer: 11 Folgen à ca. 21 Minuten
Erscheinungsjahr: USA: 2013-2014 / Deutschland: 2014-2015
Altersfreigabe: FSK 16

„Rick ist ein leicht gestörter Alkoholiker mit einer großen wissenschaftlichen Begabung. Er ist erst seit Kurzem wieder mit seiner Familie vereint. Die meiste Zeit verbringt Rick damit, seinen Enkel Morty auf absurde Ausflüge in den Weltraum und in parallele Universen mitzunehmen, was weder zu einem entspannten Familienleben beiträgt noch vorteilhaft für Mortys Schulkarriere ist.“
(Rückentext der DVD)

Ich habe diverse Empfehlungen zu dieser Serie erhalten und habe mir dann zunächst online zwei Folgen angeschaut. Auf dem Handy. Nach der Arbeit. Mein erster Eindruck war: „Ok, so schlecht. Ich schaue es mir nicht weiter an.“ Als ich dann bei meinem DVD-Dealer des Vertrauens war und dort die erste Staffel auf DVD sah, habe ich es mir doch noch mal überlegt. Ich kaufte sie und wollte „Rick and Morty“ eine ernsthafte Chance geben, mich zu überzeugen. Was ist es, dass alle diese Serie hypen? Bin ich einfach zu alt oder ist das wirklich nicht mein Humor? Ich wollte es herausfinden. Hier mein Erfahrungsbericht:

Die Geschichte dreht sich um Rick und seinem Enkel Morty, die zusammen Abenteuer erleben und dabei nicht nur durch den Raum, sondern auch durch die Zeit reisen.
Rick ist sehr wissenschaftsaffin und Morty, naja, er ist es nicht. Der Einfluss Ricks auf Morty ist auch oft Thema in der Familie und so will Mortys Vater Jerry Rick immer wieder in ein Altersheim abschieben, wohingegen Ricks Tochter Beth in ihrem Leben eher unglücklich ist und es ihr offensichtlich etwas gibt, ihrem Mann zu widersprechen und ihren Vater bei sich wohnen zu lassen.

Augenscheinlich ist die Geschichte einfach erzählt, bei näherem Betrachten ist die Art und Weise aber komplizierter. Man weiß eben nicht immer, wo oder wann man ist. Das liegt vor allem an den ganzen Parallelwelten. Die Handlung selbst ist dabei immer sehr einfach und nicht schwer zu verstehen.
An und für sich finde ich die ganze Serie weitestgehend weder spannend noch witzig, es ist eher die Skurrilität, die ich bemerkenswert finde. Darüber hinaus gibt es immer wieder scheinbar philosophische Ansätze, die aber sofort wieder mit etwas Banalem aus dem Weg geräumt werden.
Auch dass Rick oft die sogenannte vierte Wand durchbricht und offensiv den Zuschauer anspricht, zeigt einmal mehr sehr deutlich, dass der Anspruch dieser Serie gering ist.
Die Macher wollen mit „Rick and Morty“ bloß unterhalten.

Auch wenn ich bei den ersten fünf Folgen nicht einmal lachen musste und sehr stark gelangweilt war, biss ich mich durch und zog mir die komplette DVD rein. Auch die zweite DVD wurde in einem Ructsch angeschaut, ohne dass sich der Unterhaltungswert gesteigert hätte.

Die zehnte Episode mit dem Titel „Ein Rick kommt selten allein“ ist aber eine Folge, die mir auf Dauer im Gedächtnis bleiben wird. Sie ist die einzige, die mich unterhalten hat. Die einzige, bei der ich nicht kopfschüttelnd da saß und mich auch nicht gefragt habe, was das soll.
Vermutlich habe ich sie da ernster genommen, als sie sein wollte.

Ich fühlte mich auch etwas angeekelt. Ständig lief Rick Sabber oder Alkohol aus dem Mund, außerdem hat er eine sehr feuchte Aussprache und sein Verständnis von gesellschaftlichen Konventionen ist stark fragwürdig. Dagegen ist Morty mit seinem einfältigen Geist eine richtige Wohltat. Ich habe die Serie komplett auf Deutsch gesehen und fand die Synchronisation etwas störend und zum Teil auch schlecht, was wiederrum dazu beigetragen hat, dass ich schnell fertig werden wollte.

„Rick and Morty“ hat bei all der Banalität sogar ein, zwei richtig gute Ideen. Ich finde es echt schade, dass man da nicht näher drauf eingegangen ist und diese ausgeschmückt und weitererzählt hat.
Alleine die Mehrere-Welten-Theorie und die ganzen parallelen Universen sind, an und für sich, sehr spannend. Besser und umfangreicher umgesetzt könnte „Rick und Morty“ sogar eine richtig gute Serie sein.
Es gibt noch eine Sache, die diese Serie gut macht und das ist die Musik. Jede Folge endet mit einem Song, der immer ins Ohr geht und dort auch bleibt. Der Unterhaltungswert ist da besonders hoch.

Ich verstehe immer noch nicht, warum diese Serie so viel Zulauf bekommt, warum sie gemocht wird, denn am Ende haben Rick und Morty richtig viele Probleme. Oder zumindest die Macher. Wer denkt sich so etwas aus?

Meine Meinung:
Ich habe noch keinen blassen Dunst, wie ich diese Serie finden soll. Ist sie genial, weil sie so kreativ ist? Oder ist sie aufgrund ihrer Banalität reinste Zeitverschwendung?
Und was ist das eigentlich für ein Stil? Ansehnlich sind die Figuren jedenfalls nicht und Rick erinnert auch sehr stark an Doc. Brown aus „Zurück in die Zukunft“. Ist dann Morty so etwas wie Marty McFly?
Ach, ich weiß es nicht. Parallelen gibt es mit Sicherheit, aber was soll das?

Wenn ich etwas in meinem Leben gelernt habe, dann dass es für alles einen Markt gibt und solange etwas nachgefragt wird, ist es legitim, eine solche Serie zu produzieren.

Den allermeisten Leuten kann ich diese Serie beim besten Willen nicht empfehlen, aber der eine oder andere ist etwas anders als die anderen. Ist selbst etwas skurril und verrückt und kreativ und pietätlos. Genau der wird sich von dieser Serie angesprochen fühlen und damit sein Glück finden.

Am Ende ist die Idee stark, die Handlung schwach, der Humor nicht existent, die Länge unbefriedigend, die Musik hörenswert und alles insgesamt ziemlich unspannend.
Ich versuche ehrlich und fair zu sein, daher bekommt „Rick and Morty“ folgende Punkte:

Meine Wertung:
Story: 4,0 von 10
Spannung: 3,0 von 10
Zeichentrick: 4,0 von 10
Science-Fiction: 8,0 von 10
Humor: 3,0 von 10
Länge: 5,0 von 10
Musik: 8,0 von 10
GESAMT: 5,0