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Die Legende von Aang

Titel: Die Legende von Aang (engl.: „The Last Airbender“)
Genre: Action / Fantasy
Regie: M. Night Shyamalan
Musik: James Newton Howard
Produzenten: Frank Marshall / Sam Mercer / M. Night Shyamalan
Dauer: ca. 99 Minuten
Erscheinungsjahr: 2010
Altersfreigabe: FSK 6

„Erlebe die atemberaubende Realverfilmung, die auf den Abenteuern der Nickelodeon-Serie ‚Avatar: Der Herr der Elemente’ basiert. Begleite Aang, einen außergewöhnlichen Jungen, ausgestattet mit unglaublichen Kräften der ‚Bändigung’, auf seiner Reise durch ein exotisches Land voller magischer Kreaturen und mächtiger Verbündeter. Als Avatar ist er der einzige, der den uralten Konflikt zwischen den vier Nationen Luft, Wasser, Erde und Feuer beenden kann. Eine inspirierende Reise: ‚Der Herr der Elemente’ ist fesselnde Unterhaltung für die ganze Familie!“
(Rückentext der DVD)

Beim sogenannten „Media Monday“ hat John von der Filmexe-Crew etwas über den Film „Die Legende von Aang“ bzw. seine Grundlage „Avatar: Der Herr der Elemente“ erwähnt und brachte mich wieder auf die Idee, diesen Film zu schauen. Habe ich ihn doch damals im Kino gesehen. Damals, vor sieben Jahren, war es mein erster Film, den ich in 3D gesehen habe. Inzwischen sind einige Jahre seit seiner Veröffentlichung vergangen und ich habe diesem Film einer zweiten Sichtung unterzogen.
Hier findet ihr meine Kritik zu „Die Legende von Aang“.

Die Handlung orientiert sich sehr stark an seiner Vorlage „Avatar: Der Herr der Elemente“, das erkennt man auch daran, dass am Anfang, bevor der Film eigentlich losgeht „Buch Eins: Wasser“ den Bildschirm ziert. Darüber hinaus ist der Rückentext ziemlich nichtssagend, denn er beschreibt nicht wirklich die Handlung als viel mehr das übergeordnete Ziel der gesamten Serie. Was in diesem Film passieren wird oder wohin er gehen soll, ist nicht bekannt.
Der Zuschauer wird in diesem Fall dann etwas überrascht sein, denn magische Kreaturen sucht man verzweifelt.
Die Geschichte dreht sich um Aang, den jungen, der ein Element manipulieren kann. „Buch Eins: Wasser“ dreht sich im Wesentlichen darum, dass er lernt, ebenjenes Element zu kontrollieren.
Die Story ist dabei die ganze Zeit chronologisch, nicht verwirrend und für unwissende durchaus wendungsreich. Für Kenner ist der Film eine eins zu eins Realadaption der Zeichentrickserie. Hin und wieder wird das Geschehen von Katara aus dem Off kommentiert, um die Handlungen in geordnete Bahnen zu lenken.

Spannungstechnisch hat der Streifen nicht nur eine interessante und fesselnde Geschichte zu bieten, auch die Inszenierung war stilecht und schön anzusehen. Die Figuren haben genügend Zeit bekommen, um eine Verbindung untereinander, aber auch zum Zuschauer, aufzubauen und so ist das Publikum immer involviert und fühlt mit. Das Schicksal der Figuren ist dem Beobachter nicht egal. Diese Barriere zu durchschreiten ist für die Wirkung eines Filmes sehr wichtig, vor allem, wenn im Prinzip noch zwei weitere Filme folgen sollen/sollten. Eine tiefe Bindung ist „Die Legende von Aang“ allerdings noch nicht eingegangen. An dieser Stelle ist ungenutztes Potential in jedem Fall vorhanden.

Die Actionsequenzen sind ein besonderes Stilelement, das diesen Streifen durchaus auch auszeichnet. Die Effekte sahen in diesem Zusammenhang nie billig oder zu sehr computertechnisch aus, obwohl die meisten aus der digitalen Schmiede gekommen sind. Man bekam dadurch nicht nur eine Vielzahl unterschiedlichster Actionsequenzen zu sehen, sondern auch viele Arten der Darstellung. Das „Bändigen“ der Elemente bietet viele Chancen der Darstellung und M. Night Shyamalan hat da seine klaren und wunderbaren Vorstellungen gehabt, die er erstklassig umgesetzt hat. Die Action beschränkt sich nicht nur auf Kampfszenen, auch Verfolgungsjagden sind wesentlicher Bestandteil für eine actiongesteuerte Spannung.
Den Spagat zwischen Charakterszenen und Actionszenen schafft der Streifen nicht zu 100 Prozent. Auf Kosten der ruhigeren Szenen flieht „Die Legende von Aang“ sich zeitweise in wirklich gute und formschöne aufregende Sequenzen.

Im Bereich der Emotionen gibt es einige sehr gute und tiefe Momente, allerdings fehlt es zeitweise an zwiespältigen und inneren Kämpfen, die mitunter ein zentrales Thema für Aang in der Zeichentrickvorlage gewesen sind. Der Punkt der eigenen Identifikation wird über einige Folgen behandelt, im Film wird ihm jedoch nur eine kurze Zeit eingeräumt. Zu wenig Zeit, um den Zuschauer dieses Thema emotional glaubhaft darzulegen.
An anderer Stelle sei aber gesagt, dass es auch wesentlich bessere Momente in der Darstellung der Gefühle gibt. Diese sind durchaus glaubhaft, aber im Wesentlichen sieht man als Zuschauer einfach zu wenig.

Die Glaubwürdigkeit der Figuren ist im Kern gegeben, auch wenn die Auswahl der Darsteller rein optisch sehr fragwürdig gewesen ist. Wo es bei Aang und Katara noch gepasst hat, war bei allen anderen eine optische Annäherung nicht vorhanden. Im Fall von Prinz Zuko und seinem Onkel General Iroh ist nicht einmal ansatzweise eine Ähnlichkeit vorhanden. Dev Patel ist obendrein als Zuko nicht nur optisch nicht geeignet, sondern auch in allen anderen Punkten. Ihm fehlt in seiner Darstellung das Böse und der Drang, seinem Vater endlich gerecht zu werden.
In den Wesenszügen ist es da bei Shaun Toub als General Iroh wesentlich besser. Er kommt seiner Zeichentrickvorlage sehr nahe und hat mir grundsätzlich gut gefallen.
Noah Ringer spielt Aang und dennoch lebt der Film nicht von seiner Performance. Vielmehr ist es ein Zusammenspiel aller Figuren, die die Leistung des gesamten Casts ausmacht.
Es gibt keine Leistung im Film, die besonders herausragend oder erwähnenswert ist. Wenn man sich im Bereich der Fantasy-Action-Filme umschaut, findet man Streifen, deren Darsteller wesentlich glaubhafter sind, andererseits gibt es auch Beispiele für schlechtere Exemplare.

Das Setting und die Kostüme sind sehr gut ausgewählt. Auch die Kameraführung ist als etwas Besonderes hervorzuheben. Die gezeigten Bilder sind atemberaubend und doch muss man sagen, dass die meisten Aufnahmen aus dem Computer stammen.
Der Zuschauer, der sich auch schon die Zeichentrickserie angeschaut hat, wird wieder ein Gefühl für sie bekommen. Die Einstellungen und die daraus resultierenden Bilder sind sehr nah am Original dran, ebenso auch die Kostüme, die alle scheinbar eine Nachbildung der Zeichentrickvorlage zu sein scheinen. Hier hat man gute Arbeit geleistet und viel Liebe zum Detail bewiesen.

Die musikalische Unterstützung ist auf einem hohen Niveau. Im ganzen Streifen scheint es nicht still zu sein und in der Tat gab es nur sehr wenige Momente, in denen die Musik komplett aus war.
Der audio-visuelle Höhepunkt erreicht das Publikum und lässt es mit komplett offenen Mündern zurück, während sich der Streifen in den Abspann verabschiedet. Davor ist die musikalische Untermalung immer passend, selten dominant aber immer mit einem leicht pathetischen Touch.

Meine Meinung:
„Die Legende von Aang“ hat von amerikanischen Kritikern überwiegend eine negative Bewertung erhalten und auch hier zu Lande ist man sich sicher, dass dieser Streifen kein Meisterwerk ist. Ich kann mich dem anschließen, muss aber auch sagen, dass dieser Film mit Überraschungen und durchaus gelungenen Bildern daherkommt.

Die Actionsequenzen sind einzigartig und obwohl der Streifen voller CGI-Effekte ist, sieht es nicht danach aus. Insgesamt wartet der Film in jeder Hinsicht mit einzigartigen Bildern auf.
Mit ca. 99 Minuten bekommt man einen sehr kurzweiligen und unterhaltsamen Streifen.

Die Musik war wirklich extrem gut, sehr passend und darüber hinaus mit unglaublichem Unterhaltungswert.
Unterm Strich bleibt also ein guter Film, der zwar seine Schwächen hat, aber durch seine Stärken zu überzeugen weiß.

Meine Wertung:
Spannung: 7,0 von 10
Story: 7,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Action: 8,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,0 von 10
Authentizität: 4,5 von 10
Setting: 7,5 von 10
Musik: 9,0 von 10
GESAMT: 6,9

Training Day

Training Day_CoverTitel: Training Day
Genre: Drama
Regie: Antoine Fuqua
Musik: Mark Mancina
Produzenten: Robert F. Newmyer
Dauer: ca. 122 Minuten
Erscheinungsjahr: 2001
Altersfreigabe: FSK 16

„Absolut überzeugend wechselt Denzel Washington von seinen üblichen Rollen auf der Seite der Guten ins Lager der Bösen – was ihm seinen zweiten Oscar® einbrachte: Er spielt Alonzo Harris, einen charismatischen Undercover-Cop des Drogendezernats in L.A., der aufgrund seiner Probleme ebenso abstoßend wie faszinierend wirkt, denn er gerät selbst in den Bannkreis jener Kriminalität, die er eigentlich bekämpfen soll. Ethan Hawke spielt den unerfahrenen Nachwuchs-Cop Jake Hoyt, der Harris als neuer Partner zugeteilt wird. Antoine Fuqua (King Arthur) inszenierte den Film unter anderem mit den Musikstars Dr. Dre, Macy Gray und Snoop Dogg. Training Day. Der Tag der Abrechnung.“
(Rückentext der BluRay)

Lang, lang ist es her, als ich „Training Day“ zum letzten Mal gesehen habe. Ich hatte jedoch nur einen kleinen Teil am Anfang gesehen, aber meine ältere Schwester mochte ihn damals (und auch noch heute). Sie hatte ihn mir empfohlen und ich habe ihn mir nun auf BluRay angeschaut. In meinen Warenkorb ist er nur gewandert, weil der DVD-Dealer meines Vertrauens BluRay-Steelbooks für sehr wenig Geld verkauft hat. Mich sollte es nicht stören, da ich ja nur auf eine Gelegenheit gewartet habe, dass ich diesen Film sehr günstig bekomme.

Der ganze Film spielt an einem Tag (daher auch das „Day“ in „Training Day“) und dreht sich die ganze Zeit um Alonzo Harris und Jake Hoyt. Der eine ist ein „alter Hase“ im Drogendezernat und der andere will den nächsten Schritt auf der Karriereleiter machen. Alonzo setzt auf der Straße seine ganz persönliche Auslegung von Recht und Unrecht durch und versucht genau diese Handlungsweise auf Jake zu übertragen. Jake muss sich entscheiden: Geht er diesen Weg mit Alonzo und verstrickt sich selbst früher oder später in kriminelle Geschäfte oder schützt er sich und seinen Berufsstand?

Die Geschichte ist chronologisch an einem einzigen Tag erzählt. Schon zu Beginn merkt das Publikum, dass die beiden Hauptfiguren nicht unterschiedlicher hätten sein können. Aber darüber hinaus befasst sich dieser Film vor allem auch mit der Kriminalität von Polizisten. In Deutschland nennt man sie vermutlich „milieukundige Beamte“, in den USA ist es einfach der Undercover-Polizist des Drogendezernats. Ich vermag es nicht zu sagen, wie tief diese Ermittler in der Szene sind und ob sie noch genau sagen können, wo der Job anfängt und wo er aufhört. Die Thematik an sich ist eigentlich nichts Neues, allerdings ist die filmische Umsetzung bei „Training Day“ dahingehend einzigartig. In anderen Filmen wird dieser Sumpf aus Arbeit und Verbrechen in einen langen Zeitraum verpackt. Hier reichen einige Stunden, eine Lektion, einmal von einer Droge probieren und schön können Dinge so hingedreht bzw. interpretiert werden, dass man tiefer in einer Sache steckt, als man zugibt. Wenn dann noch Korruption dazu kommt, dann sieht es wirklich düster aus.

Spannend wird es bei dieser brisanten und ernstzunehmenden Thematik allerdings nie so richtig. Es ist eher ein gesteigertes Interesse, das sich bei dem Zuschauer aufbaut. Nervenaufreibend wird es wirklich nie. Was mir persönlich gut gefallen hat, war, daas der Streifen in der ersten Hälfte mit kaum einer Schießerei auskam. In der zweiten Hälfte hingegen war es vereinzelt mehr, allerdings nie ausufernd, sodass es sich auch nicht wie ein Fremdkörper anfühlte.
Insgesamt gab es auch nur sehr wenig actionreiche Szenen, die ein Spannungsgefühl hätten aufbauen können.

Bei einer Länge von guten zwei Stunden hat dieser Film nur zwei Möglichkeiten, um das Interesse des Publikums zu steigern: Entweder die Erzählweise wird knackiger, es wird nicht alles so penibel aufgedröselt, wie es letzten Endes der Fall war oder es müssen mehr Actionelemente eingebaut werden, was auch nicht der Fall war. Tatsächlich haben sich die 122 Minuten extrem lang angefühlt. Danach hat man alles andere als ein „Ach, jetzt noch eine Stunde wäre auch ok“-Gefühl – eher das Gegenteil. Besonders in der Mitte wird der Film sehr zäh.

Die Emotionspalette ist begrenzt. Skrupel- und Respektlosigkeit wechseln sich überwiegend ab. Es gibt kaum positive Gefühlselemente und wenn doch, dann werden die sehr schnell überlagert.
Diese Überlagerung passt sehr gut zum Stil des Films, denn er zeigt wie hart die Straße sein kann, wo der Stärkere den Schwächeren frisst.
Mit Denzel Washington und Ethan Hawke sind zwei Top-Schauspieler in den beiden Hauptrollen, die ihre Aufgabe mehr als gut machen und ihre Figuren originell verkörpern. Sie sind glaubwürdig und selten drüber, auch wenn Alonzo hin und wieder ein wenig Irre daher kommt und Jake stark verweichlicht scheint. Dennoch hat es gut gepasst: Der harte Hund und das ängstliche Häschen, ohne dabei zu sehr zu übertreiben. Die restlichen Figuren waren eher nur Beiwerk, das nicht im Ansatz diese Klasse hat, wie die beiden Hauptdarsteller und dementsprechend unzufrieden kann man mit deren Leistung sein.

Die Musik war unauffällig. Sie hat sich wirklich stets im Hintergrund befunden. Sie wollte und konnte auch dem Film nicht die Show stehlen. Sie hatte die ganze Zeit einen unterstützenden Charakter, wobei sie dieser Aufgabe nicht immer gerecht wurde, weil sie einfach zu schwach war, sowohl von der Machart als auch von der Intensität der einzelnen Stücke.

Training Day_DVDMeine Meinung:
„Training Day“ ist ein Film, den man mögen muss, um Spaß an ihm zu haben. Storytechnisch ist er extrem leichte Kost und die Länge ist ein dicker Negativpunkt. Ich fand ihn dennoch interessant und mochte die Art und Weise, wie die beiden Hauptdarsteller ihre Rollen interpretiert haben. Ich musste mich zwischendrin auch durchbeißen, da mir die Raffinesse in der Handlung gefehlt hat.

Besonders beeindruckend empfinde ich, dass die ganze Geschichte an einem Tag spielt. Eine Unachtsamkeit ist ausreichend, um in einen kriminellen Strudel zu gelangen.

Technisch ist der Film nur unteres Mittelmaß. Selbst für eingefleischte Fans des Genres ist „Training Day“ eine kleine Zerreißprobe, weil es an vielen Ecken an dem gewissen Etwas fehlt. Die Grundausrichtung ist aber nicht verkehrt. Ein richtiges Unterhaltungsfeeling kam bei mir nicht auf.

Meine Wertung:
Spannung: 5,5 von 10
Story: 6,0 von 10
Länge: 5,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 6,0 von 10
Authentizität: 7,0 von 10
Musik: 5,0 von 10
GESAMT: 5,8

Colombiana

IMG_5020Titel: Colombiana
Genre: Action / Thriller
Regie: Olivier Megaton
Musik: Nathaniel Méchaly
Produzenten: Luc Besson / Robert Mark Kamen
Dauer: ca. 104 Minuten
Erscheinungsjahr: 2011
Altersfreigabe: FSK 16

„Cataleya (Zoë Saldana) ist erst neun Jahre alt, als sie die Ermordung ihrer Eltern durch den brutalen kolumbianischen Mafiaboss Don Luis mit ansehen muss. Sie selbst entgeht dem Anschlag nur knapp und es gelingt ihr, zu ihrem Onkel nach Chicago zu fliehen. Getrieben von dem Wunsch nach Rache und fest entschlossen, den Mörder ihrer Eltern aufzuspüren, lässt sie sich zur Profi-Killerin ausbilden. Doch Don Luis genießt inzwischen den Schutz der CIA. Bei dem Versuch, ihren Erzfeind aus der Reserve zu locken, gerät auch Cataleya immer mehr ins Fadenkreuz des FBI…“
(Rückentext der DVD)

Ich habe „Colombiana“ das erste Mal vor zwei Jahren im Pay-TV gesehen und wusste damals schon, dass ich diesen Film sehr gerne auf DVD besitzen möchte. Gesagt, getan.

Die Geschichte von „Colombiana“ wird chronologisch, ohne besondere Kniffe und sehr aufregend erzählt. Schon von der ersten Szene an wirkt alles illegal und das Publikum findet sich rasch schon mitten im Geschehen. So wenig die Erzählweise hergeben konnte, genau so wenig gibt auch der Inhalt her. Mit anderen Worten: Die Story ist flach, und kann mit sehr wenigen Worten wiedergegeben werden. Vorteil ist, wenn man richtig müde ist und bei dem Film einschlafen sollte – was ich mir nur schwer vorstellen kann – dann macht es überhaupt nichts, denn egal, an welcher Stelle man aufwacht, man hat quasi nichts verpasst.
Der Film schafft es aber, großes Interesse zu erzeugen. Trotz vorhersehbarer Geschichte bleibt er irgendwie spannend. Für den intellektuellen Zuschauer mag der Streifen zwar nicht besonders wertvoll sein, aber er schafft es dennoch mit viel Blei, erbarmungslosen Hinrichtungen und einem übergeordnetem Ziel, die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zu ziehen. Solche Filme haben es nicht so schwer, Spannung zu erzeugen, die Kunst liegt eher darin, sie immer noch einmal mehr steigern zu können und alles in einem Showdown aufzulösen. Das hat im Fall von „Colombiana“ wunderbar funktioniert.

Die Action war alles andere als ausgewogen. Von der ersten Minute an wurde geschossen, geschlagen, gejagt, gekämpft oder etwas zerstört. Damit hat der Film es zwar geschafft, die nicht vorhandene Tiefe zu kaschieren, aber dadurch hat der Streifen leider nichts Wertvolles gewonnen. Ich als Zuschauer musste mich nicht durch die Action quälen, ein bisschen weniger hätte aber auch nicht geschadet.

Wie der Rückentext der DVD schon widerspiegelt, hat Cataleya ein gutes und vor allem emotionales Motiv für ihr Dasein als Profi-Killerin. Dieser emotionale Hintergrund wird am Anfang des Filmes untermauert. Später werden nur wenige emotionale Momente gezeigt, aber dennoch wissen wir mit welchem Hass sie erfüllt ist. Der Film verhält sich so, wie das Wecken eines schlafenden Riesen, der zwar friedlich aussieht, aber wenn er wach ist, wird er explodieren. Der Streifen wird also durch eher negative Gefühle dominiert.

Die Kulissen und die Charaktere passen sehr gut zusammen. Nicht nur, dass alles sehr illegal wirkt, auch die Charaktere strahlen teilweise eine verboten-schmierige Art aus. Man merkt sofort, dass man sich besser nicht mit denen einlassen sollte. Der Mafiaboss Don Luis stellt sich dar als der King im Ring und ist selbst eigentlich nur ein kleines Würstchen, das nur deswegen noch nicht tot ist, weil es a) Geld, b) die richtigen Beziehungen und c) eine kleine Privatarmee hat. Trotz der überschüssigen Action, die hin und wieder durch ein paar „ruhigere“ Szenen unterbrochen wird, schafft es Zoë Saldana, ihrer Figur Cataleya ein gutes Profil mit einer guten Tiefe zu verleihen. Ich hatte auch nie das Gefühl, dass irgendetwas „zu viel“ ist, außer der Action.

Die Filmmusik war leicht verwirrend. Zum Anfang hatte ich das Gefühl, dass ich in einem Spionagefilm sitzen würde, denn die Musik hat es mir quasi suggeriert. Irgendein Agent liegt auf der Lauer und beobachtet ein Verbrechen. Mit zunehmender Dauer hat sich auch die Intensität und Art der Musik geändert, was dazu führte, dass der Film stimmiger wurde. In der Schlussszene wird dann noch einmal ein wirklich großartiger Song rausgeholt, der sehr gut zu diesem einen Moment passt, nämlich „Hurt“ von Johnny Cash.

Meine Meinung:
Trotz einer flachen Geschichte hat mich „Colombiana“ gut unterhalten. Wie ich bereits beschrieben habe, ist dieser Film sehr actionlastig und versucht dadurch seine nötige Tiefe zu verbergen. Es gibt genügend Beispiele, Action gut dosiert zu platzieren und das tatsächliche Augenmerk auf die Story zu legen. Das wäre auch bei diesem Film möglich gewesen, denn das Potential ist vorhanden.

Ich empfand den Film als so spannend, dass ein – wie beschriebenes – Einschlafen nicht möglich wäre. In dem Punkt hat „Colombiana“ vieles richtig gemacht, indem die Spannung hoch gehalten und immer wieder getoppt wurde.
Was mir besonders gut gefallen hat, war die Atmosphäre des Filmes. Durch gute Schauspieler und eine sehr gute Kulisse wurde eine tolle Atmosphäre erstellt, die nur so vor krimineller Energie sprühte.

Die Musik war am Anfang verwirrend, aber mit zunehmender Dauer immer passender. Der Hammer kam am Ende mit Johnny Cash´s „Hurt“.

Meine Wertung:
Spannung: 8,0 von 10
Story: 6,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 7,5 von 10
Action: 8,0 von 10
GESAMT: 7,5