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se*P*tember-Challenge 2.0: Passengers

Titel: Passengers
Genre: Science-Fiction
Regie: Morten Tyldum
Musik: Thomas Newman
Produzenten: Stephan Hamel / Michael Maher / Ori Marmur / Neal H. Moritz
Dauer: ca. 111 Minuten
Erscheinungsjahr: 2016
Altersfreigabe: FSK 12

„Aurora (Jennifer Lawrence) und Jim (Chris Pratt) sind zwei Passagiere an Bord eines Raumschiffs, das sie zu einem neuen Leben auf einem anderen Planeten bringen soll. Doch ihre Reise nimmt plötzlich eine lebensbedrohliche Wendung. Denn die Schlafkammern, in denen sie liegen, wecken sie auf unerklärliche Weise viel zu früh auf – 90 Jahre ehe sie ihr Ziel erreicht haben werden. Während Jim und Aurora versuchen, hinter das Geheimnis dieser Fehlfunktion zu kommen, fühlen sie sich mehr und mehr zueinander hingezogen. Doch dann werden sie von dem unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch des Raumschiffs bedroht und entdecken den wahren Grund, warum sie aufgewacht sind.“
(Rückentext der DVD)

Der dritte Film der S-E-P-T-E-M-B-E-R-Challenge 2.0 ist einer dieser Filme, der unglaublich oft meine Aufmerksamkeit erregen konnte, alleine schon durch seine Besetzung. Ich mag Chris Pratt seit seinem Mitwirken in der Serie „Everwood“, die hierzulande vor 10 Jahren ausgestrahlt wurde. Aber auch sein Auftreten in „Wanted“ oder „Guardians of the Galaxy“ haben mir recht gut gefallen.
Und Jennifer Lawrence hat ja auch eine halbwegs passable Rolle in „Die Tribute von Panem“ gespielt. Die zwei zusammen könnten also einen guten Film auf die Beine stellen.

Nun sitze ich also hier und habe „Passengers“ geschaut. Meine Erwartungen sind unglaublich hoch, doch wurden sie in nur wenigen Punkten erfüllt.
Aber von vorn:

Die Handlung dreht sich um die zwei Passagiere eines intergalaktischen Raumschiffs, welches auf dem Weg in eine neue Heimat zu sein scheint. 90 Jahre vor Ankunft wird Jim von seiner Schlafkammer aufgeweckt. Logischerweise begibt er sich auf die Suche nach einem Grund, warum nur er aufgewacht ist und nicht auch die anderen Passagiere.
Monate später wacht auch Aurora auf, die sich ebenfalls keinen Reim auf ihre Situation machen kann. Die beiden finden auf der Reise zueinander, auch wenn sie das Ziel wohl nie lebend erreichen werden.

Ich muss gestehen, dass meine Erwartungen zunächst durch den Trailer extrem gestiegen sind, denn ein Science-Fiction-Szenario mit nur zwei Figuren schien mir mehr als interessant. Das erste Drittel des Streifens war für mich allerdings wesentlich spannender als der Rest des Films. Besonders in der ersten Phase, wo Jim „alleine“ auf dem Raumschiff unterwegs ist, wurde ich einfach abgeholt. Mein Interesse galt vor allem der Entwicklung Jims, der mit zunehmender Dauer mit der Einsamkeit zu kämpfen hatte. Ich muss einfach noch einen Schritt weiter gehen und an dieser Stelle die Leistung von Chris Pratt deutlich loben. Ich ziehe meinen Hut vor seiner beeindruckenden Leistung. Mit einer hohen Intensität und einem Maximum an Gefühl präsentiert sich Jim erstaunlich vielschichtig.
Ohne ins Detail gehen zu wollen, erlebt man besonders im ersten Drittel ein durchweg glaubwürdiges und authentisches Schauspiel.

Die restliche Zeit, in der dann auch Jennifer Lawrence mitspielt und dabei ihre Figur Aurora verkörpert, ist die Leistung bei weitem nicht so stark, wie noch zu Anfang. Vor allem fehlte es an Authentizität. Auch wenn die Figuren im Szenario stets logisch gehandelt und reagiert haben, missfiel mir die Figur Aurora aufgrund einer überaus hysterischen Attitüde. Es wirkte immer so, als ob Jennifer Lawrence versucht, die überaus gute Leistung von Chris Pratt zu übertrumpfen. Hat nicht funktioniert.

Auch wenn es ausschließlich mich und meine Empfindungen betrifft: Irgendwie saß der Stachel tief, als ich herausfand, dass sich meine Erwartungen nicht erfüllen würden. Der ganze Streifen driftete zunehmend ab und wurde zu einer Liebesgeschichte im Weltall, doch interessierte ich mich viel mehr dafür, wie die zwei aus ihrer misslichen Situation herauskommen. Ich will aber nicht verheimlichen, dass der Film beides sein möchte, allerdings beides nicht so gut umsetzt, dass man ihm in irgendeiner Form klassisch dem einen oder dem anderen Genre zuordnen kann. Ich persönlich fand es schade, dass „Passengers“ sein vorhandenes Potential nicht ausgeschöpft hat.

Das Setting wiederum ist mehr als gelungen. Die Kulissen wirken stilecht, hochwertig und mit viel Liebe zum Detail. Es wird gekonnt eine futuristische Raumschiff-Atmosphäre geschaffen, die gleichzeitig auch sehr steril wirkt. Die Kostüme passen sich den Kulissen an und unterstreichen abermals das Raumschiff-Thema.

Meine Meinung:
Technisch kann ich „Passengers“ keine schlechten Punkte geben, aber mich persönlich hat der Streifen nicht so richtig berührt. Mit Erscheinen von Jennifer Lawrence hat mich der Film irgendwie verlassen und die Richtung, die eingeschlagen wurde, gefiel mir nicht mehr. Es ist viel zu wenig Science-Fiction und viel zu viel Liebesfilm.
Auch die Charakterzeichnung ließ deutlich nach. Die Tiefe von Chris Pratt im ersten Drittel wurde danach nie wieder erreicht.

Es ist vielleicht auch ein Stückweit ein persönliches Problem, dass ich den Film dann so empfunden habe, wie ich es letzten Endes tat. Zum Ende hin konnte kurz mein Interesse wieder geweckt werden, aber als dann auch das Ende ein anderes war, als ich es mir erhoffte, trat schlussendlich Ernüchterung ein.

Punkte vergebe ich daher auch aus einer reinen subjektiven Sicht.

Meine Wertung:
Spannung: 6,5 von 10
Story: 6,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,5 von 10
Authentizität: 6,5 von 10
Setting: 9,0 von 10
GESAMT: 7,3

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Guardians of the Galaxy [Rewatched]

Guardians of the Galaxy
Titel: Guardians of the Galaxy
Genre: Action / Science-Fiction / Comicverfilmung
Regie: James Gunn
Musik: Tyler Bates
Produzenten: Kevin Feige
Dauer: ca. 121 Minuten
Erscheinungsjahr: 2014
Altersfreigabe: FSK 12

„Von den Machern von ‚Marvel´s THE AVENGERS‘ kommen jetzt die ‚GUARDIANS OF THE GALAXY‘!
Der Pilot und Vagabund Peter Quill (Chris Pratt), auch bekannt als ‚Star Lord‘, ist immer auf der Suche nach kostbaren Relikten. Bei seinem letzten Beutezug stiehlt er, ohne es zu ahnen, eine mysteriöse Superwaffe, auf die offensichtlich das ganze Universum scharf ist, und macht sich damit nicht nur zum neuen Lieblingsfeind des gewieften Schurken Ronan. Denn wer immer diese Waffe besitzt, ist in der Lage den gesamten Kosmos zu unterwerfen.
Auf seiner wilden Flucht verbündet sich Quill notgedrungen mit einem bunt zusammengewürfelten Haufen Außenseiter: dem waffenschwingenden Waschbären Rocket Racoon, dem Baummenschen Groot, der ebenso rätselhaften wie tödlichen Gamora (Zoë Saldana) und dem rachedurstigen Drax der Zerstörer. Unter dem Namen Guardians of the Galaxy zieht diese spezielle Heldentruppe gemeinsam in den Kampf um das Schicksal des gesamten Universums. Irgendjemand muss den Job ja erledigen!“
(Rückentext der BluRay)

Im Rahmen meiner chronologischen Sichtung des Marvel-Cinematic-Universe habe ich mich erneut mit dem ersten Teil von „Guardians of the Galaxy“ befasst. (Hier kannst du meine erste Kritik noch einmal lesen.) Auch wenn sich ganz unten nichts an der Bewertung ändern wird, wollte ich ihn erneut besprechen. Mit dem Wissen aller vorher gelaufenen Filme habe ich eine bessere Übersicht und eine bessere Vorstellung der Handlung im Gesamtkontext des MCUs.

An erster Stelle muss ich sagen, dass es bisher kaum einen witzigeren Film im MCU gibt. Selbst Iron Man mit seinen flotten Sprüchen ist in seinen drei Einzelfilmen dagegen ein Chorknabe. Peter „Star-Lord“ Quill und seine Beschützer des Universums sind in vielerlei Hinsicht das absurdeste Gespann im kompletten MCU. Das Besondere ist, dass sie die gesamte Zeit auf ihre Art zu unterhalten wissen und es dabei nicht an witzigen bis frechen Gegebenheiten fehlen lassen.

Handlungstechnisch werden fast alle wichtigen Figuren gekonnt und ausreichend eingeführt. Es gibt aber auch Figuren, die grundsätzlich eher wenig zu bieten haben. Die rätselhafte Gamora ist gar nicht mal so rätselhaft und Drax ist rachsüchtig und ein Zerstörer, da gibt es nichts dran zu rütteln. Rocket Racoon hingegen ist zwar sehr geschickt an der Waffe, hat aber auch unter der Oberfläche einiges zu bieten, ebenso der sprechende Baum Groot, der zwar immer nur „Ich bin Groot“ von sich gibt, aber damit so viel mehr aussagt. Im Gefüge der Guardians hat man hier eine heterogene Gruppe, die im Laufe der Zeit zusammenwächst und füreinander einsteht.
Die Figur mit der größten Schwäche ist meiner Meinung nach Ronan, weil er unüberlegt handelt und sich selbst viel zu sehr überschätzt.

Was die Spannung betrifft, arbeitet der Streifen wirklich viel mit Actionsequenzen. Der Lösung eines Problems geht meistens eine Explosion, Schießerei, Schlägerei oder dergleichen voraus. Das Vorgehen wiederholt sich, nicht nur in diesem Film, sondern in allen MCU-Filmen.
Alleinstellungsmerkmal von „Guardians of the Galaxy“ ist dabei allerdings der Humor. In keinem anderen Film werden so viele Witze gerissen. Gerade auch in diesen turbulenteren Szenen sorgt ein Lacher für Entspannung und hilft dabei, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Was bleibt aber am Ende übrig? Auf der inhaltlichen Ebene lernt der Zuschauer zum ersten Mal Thanos kennen, der in diesem Streifen noch eine nette Nebenrolle hat. Die Guardians wirken im ersten Moment wie ein bunter Haufen, der sich zufällig getroffen hat. Auf den zweiten Blick soll sich der Eindruck bewahrheiten.
Bei den Emotionen kratzt „Guardians of the Galaxy“ weitestgehend an der Oberfläche, bietet dafür aber jede Menge Unterhaltung.

Musik, Setting und der Einsatz von CGI sollte man noch einmal hervorheben. Über alle drei Kategorien könnte man eine halbe Ewigkeit diskutieren. Es heißt aber schon etwas, wenn ich mir den Soundtrack auf CD kaufe und er regelmäßig durch die Kopfhörer an meinem Smartphone dringt.
Das Setting ist vielfältig, obgleich hier sehr viel mit Spezial-Effekten gearbeitet wurde. (Greenscreen lässt grüßen!) Und da bin ich auch beim CGI-Einsatz. Auch wenn ich nicht genau sagen kann, was an dem Film echt ist, weil gefühlt alles aus dem Computer stammt, wirkte es nicht so richtig gefälscht oder billig.

Meine Meinung:
Nach meiner ersten Sichtung von „Guardians of the Galaxy“ hatte ich noch versöhnlichere Worte drauf. Damals fühlte ich mich sehr gut unterhalten, heute empfand ich den Unterhaltungswert immer noch als gegeben, allerdings gibt es da Sachen, die mich irgendwie nicht so richtig zufrieden stellen.
Ganz oben steht die Story! Alles soll ja irgendwie vorbereiten bzw. auf ein anderes Ziel hindeuten. Insofern wirkt der Streifen eher wie ein Übergangsfilm, der mir die Antworten auf eine Frage gibt, die ich nie gestellt habe.

Beim ersten Mal sehen war dieser Streifen noch kurzweilig, inzwischen kenne ich eine Reihe von Szenen, in denen nichts passiert und die für den Ausgang der Geschichte vollkommen unerheblich sind.

Unterm Strich freue ich mich aber auf den zweiten Teil. Irgendeiner muss ihn sich ja ansehen.

Meine Wertung:
Spannung: 8,5 von 10
Humor: 8,0 von 10
Action: 8,5 von 10
Story: 7,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 7,5 von 10
Authentizität: 8,5 von 10
Musik: 9,0 von 10
GESAMT: 8,0

Reihenfolge:
1. Guardians of the Galaxy
2. Guardians of the Galaxy Vol. 2

Marvel Cinematic Universe:
1. Iron Man
2. Der unglaubliche Hulk
3. Iron Man 2
4. Thor
5. Captain America: The First Avenger
6. Marvel’s The Avengers
7. Iron Man 3
8. Thor – The Dark Kingdom
9. The Return of the First Avenger
10. Guardians of the Galaxy

Her

IMG_3373Titel: Her
Genre: Science-Fiction / Drama
Regie: Spike Jonze
Musik: Arcade Fire
Produzenten: Megan Ellison / Vincent Landay
Dauer: ca. 121 Minuten
Erscheinungsjahr: 2013
Altersfreigabe: FSK 12

„‚Her’ spielt in naher Zukunft in Los Angeles: Der hochsensible Theodore (Joaquin Phoenix) lebt davon, anrührend persönliche Briefe für andere Menschen zu verfassen. Eine gescheiterte langjährige Beziehung hat ihm das Herz gebrochen – umso aufgeschlossener reagiert er auf sein neues Betriebssystem, das ihm als intuitive, eigenständige Persönlichkeit angepriesen wird. Als Theodore das System startet, lässt er sich von „Samanthas“ freundlicher Stimme (im Original gesprochen von Scarlett Johansson) bezaubern, denn sie stellt sich mit viel Verständnis, Sensibilität und erstaunlichem Humor auf ihn ein. Samanthas und Theodores Bedürfnisse und Sehnsüchte ergänzen sich, entwickeln sich weiter, ihre Freundschaft wird intensiv… bis sie sich schließlich ineinander verlieben.“
(Rückentext der DVD)

„Her“ war ein ganz spontan gekaufter Film und auf Anraten meiner Herzdame griff ich zu. Oft schmiss sie diesen Film in den Ring, wenn wir uns gefragt haben, was wir uns anschauen wollen. Heute hat sie gewonnen.

„Her“ kommt ruhig, mit einer einfachen Erzählweise und einer aufwühlenden Geschichte daher. Der Rückentext verrät schon recht viel über den Inhalt, deswegen werde ich versuchen, nicht weiter auf das Geschehen einzugehen, sondern nur den Inhalt zu analysieren und einige Gedanken aufzugreifen und weiter zu entwickeln.
Die Erzählweise ist wirklich sehr einfach gehalten und die Einführung der Charaktere ist ebenso schnell vollzogen, wie sich das neue Betriebssystem im Film etabliert hat. Dem Zuschauer kommt OS1 – oder Samantha – wie ein echter Charakter vor. Für das Publikum klingt sie wie eine Stimme aus dem Off, wohingegen Theodore sie, mittels eines Knopfs im Ohr, hören kann. Die Handlung ist von emotional komplexen Vorgängen geprägt und wirft immer wieder Fragen beim Zuschauer auf, die sie auch meistens beantworten kann.

Wenn man sich auf die Handlung und die Figuren eingelassen hat, wächst das Interesse von Minute zu Minute. Die Nerven werden zwar nicht auf die Zerreißprobe gestellt, aber dadurch das „Her“ so unglaublich emphatisch ist, will man auch unbedingt wissen, wie es weiter geht mit Theodore und Samantha. Ebenso will man erfahren, wie offen er mit der Tatsache umgeht, sich in sein Betriebssystem verliebt zu haben oder wie seine Umwelt auf diese Neuigkeit reagiert. Entgegnet man ihm mit Akzeptanz oder wird man ihn für verrückt erklären? Weiß Theodore, dass Samantha bloß in einem Computer lebt und wie will sie überhaupt an seinen sozialen Kontakten und Unternehmungen teilhaben? Wird er sich von nun an nur in seinen eigenen vier Wänden befinden und versuchen eine, auf verschrobene Art und Weise, normale Beziehung mit einem Computer zu führen?
All diese Fragen entstehen nur durch die reine Beobachtung der Handlung und sorgen automatisch maßgeblich dafür, dass das Interesse hoch bleibt. Wendungen im Verlauf der Geschichte scheinen vorhersehbar zu sein, die Ausgänge dieser Überraschungen sind aber tatsächlich unerwartet und aufregend.

Emotional und authentisch, kann man die Leistung der Darsteller beschreiben. Natürlich lebt der Film von Theodore, da er ja auch der Hauptprotagonist ist. Joaquin Phoenix verleiht seiner Figur viel Tiefe und untermalt das Ganze mit einer breiten Gefühlspalette. Von einer leicht depressiven Neigung zu Anfang, verändert sich seine Stimmungslage mit zunehmender Dauer des Films. Ein grundsätzlich positiver Trend wird immer mal wieder von einer kurzen Phase unterbrochen, eine Phase von Einsamkeit und übertriebener Verletzbarkeit. Samantha kommt mit einer gelassenen und humorvollen Art daher, die im Bereich der künstlichen Intelligenz definitiv seines Gleichen sucht.
Auch die Figuren in seinem Umfeld sind stetig dabei, sich zu verändern. Selbst Samantha, die von Anfang an selbstreflektierend ausdrücken kann, was ihr fehlt und was sie sich wünscht, ist dabei, eine merkliche Entwicklung zu durchlaufen.

Für den Zuschauer mag es in erster Linie etwas befremdlich sein, dass sich ein Mann in sein Betriebssystem verliebt und es sich auch in ihn, aber in dieser nicht näher definierten Zukunft von Los Angeles sind die Grenzen von echter und künstlicher Intelligenz nahezu aufgehoben. Samantha wird immer mehr zu einem Wesen mit echten Emotionen und tiefgreifenden Bedürfnissen, sowohl körperlicher als auch geistiger Natur. „Her“ fängt dahingehend (vermutlich sehr) authentisch ein, wie eine veränderte technologisierte Welt aussehen kann und in welchem Ausmaß echte und künstliche Intelligenz anfangen zu interagieren.

Die musikalische Untermalung wurde dominiert von Saitenmelodien, im engeren Sinne von klassischer Klaviermusik. Abwechslung wurde durch den gelegentlichen Gebrauch von Ukulele erzeugt.

Meine Meinung:

Ich war zunächst sehr skeptisch, ob mir „Her“ gefallen könnte, doch schon nach wenigen Minuten wurde ich von den Figuren in ihren Bann gezogen. Meine anfängliche Skepsis verflog.

Ich fühlte mich erstaunlich entertaint. Meine anfänglich niedrigen Erwartungen an den Film wurden schnell sehr weit übertroffen und „Her“ entpuppte sich als ein Kunstwerk mit unschätzbarem Wert. Ein absolutes Highlight, das erfrischend anders als die anderen ist. Eine gefühlvolle Lovestory, ein spannendes Drama und eine Geschichte, die vorhersehbare Wendungen mit überraschenden Ausgängen kombiniert.

Besonders die emotionale Ebene spricht mich sehr an. Die Tatsache, dass sich ein Mann in sein neues Betriebssystem verliebt und Gefühle entwickelt, für etwas Unechtes, das keine echten Gefühle erwidern kann. Problematisch sieht es spätestens dann aus, wenn man diese Gefühle ausleben möchte oder an gesellschaftlichen Aktivitäten zu zweit oder zu viert teilnehmen möchte. Wie wird es aufgenommen? Sieht man dann dort einen Typen mit seinem Smartphone oder zwei gleichwertige Individuen, die auf emotionaler und geistiger Augenhöhe miteinander kommunizieren und interagieren? Sind liebevolle und emphatische Freundschaften überhaupt möglich? „Her“ zeigt dem Zuschauer, wie so eine Zukunft aussehen kann.

Und wenn man Schluss machen will, dann fährt man den PC einfach herunter und lebt. Im Hier und Jetzt, mit echten Menschen, echten Herzen und echten Gefühlen. Das ist zwar komplizierter und anstrengender, aber man bekommt auch echte Liebe zurück.

Meine Wertung:
Spannung: 9,0 von 10
Story: 9,0 von 10
Länge: 8,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 10 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 8,0 von 10
GESAMT: 8,7

Guardians of the Galaxy

IMG_2720Titel: Guardians of the Galaxy
Genre: Action / Science-Fiction / Comicverfilmung
Regie: James Gunn
Musik: Tyler Bates
Produzenten: Kevin Feige
Dauer: ca. 121 Minuten
Erscheinungsjahr: 2014
Altersfreigabe: FSK 12

„Von den Machern von ‚Marvel´s THE AVENGERS‘ kommen jetzt die ‚GUARDIANS OF THE GALAXY‘!
Der Pilot und Vagabund Peter Quill (Chris Pratt), auch bekannt als ‚Star Lord‘, ist immer auf der Suche nach kostbaren Relikten. Bei seinem letzten Beutezug stiehlt er, ohne es zu ahnen, eine mysteriöse Superwaffe, auf die offensichtlich das ganze Universum scharf ist, und macht sich damit nicht nur zum neuen Lieblingsfeind des gewieften Schurken Ronan. Denn wer immer diese Waffe besitzt, ist in der Lage den gesamten Kosmos zu unterwerfen.
Auf seiner wilden Flucht verbündet sich Quill notgedrungen mit einem bunt zusammengewürfelten Haufen Außenseiter: dem waffenschwingenden Waschbären Rocket Racoon, dem Baummenschen Groot, der ebenso rätselhaften wie tödlichen Gamora (Zoë Saldana) und dem rachedurstigen Drax der Zerstörer. Unter dem Namen Guardians of the Galaxy zieht diese spezielle Heldentruppe gemeinsam in den Kampf um das Schicksal des gesamten Universums. Irgendjemand muss den Job ja erledigen!“
(Rückentext der BluRay)

Für das Schicksal des Universums wird aus einem Haufen Außenseiter eine wahrhafte Heldentruppe.

Das Publikum wird durch eine ebenso actionreiche wie humorvolle Story gut unterhalten. Mit vielen Wendungen und unterschiedlichen Charakteren wird der Zuschauer am TV-Gerät gefesselt. In dem Sci-Fi-Szenario dreht sich alles um Peter „Star Lord“ Quill und die Personen, die sich um ihn auftun und an seiner Seite stehen und kämpfen. Es fällt in gewisser Weise auf, dass der Streifen eine Comicverfilmung ist und den Fan wird es freuen, da mit dem Film das „Marvel Cinematic Universe“ um sehr witzige und facettenreiche Figuren erweitert wird.

Nahezu jede Szene trägt maßgeblich zum allgemeinen Spannungsgefühl bei. Das lässt einerseits den Film fesselnd wirken, andererseits bekommt das Publikum kaum Möglichkeiten zu Verschnaufpausen, um das Gesehene zu verarbeiten. Im ganzen Film ist dadurch nie Langeweile aufgekommen.

Wie man es von Filmen aus dem Hause Marvel Studios gewohnt ist, ist auch „Guardians of the Galaxy“ ein Actionfeuerwerk gepaart mit Story und Humor, sodass der Streifen unterm Strich eine perfekte Mischung bietet. Explosionen, Kampfszenen, Verfolgungsjagden und Schießereien sind durch den Weltraumfaktor nochmal interessanter anzusehen. In der Inszenierung sind sie alle originell und passen insgesamt in den Film.
Der Humor ist teilweise plump, öfter flach und selten intelligent, aber er bringt immer das Publikum zum Lachen und das ist das Wichtigste. Auch passt er super in den Film und leistet seinen erheblichen Beitrag zum Charme dessen bei.
In 121 Minuten wird die Story dieser Comicverfilmung knackig auf den Punkt gebracht. Durch das hohe Tempo des Films hat das Publikum aber nicht das Gefühl, dass der Film 2 Stunden dauert sondern eher tendenziell weniger.

Insgesamt bekommt das Publikum viel geboten, sei es auf der emotionalen Ebene, wenn es sieht, wie sich die Gruppe um den Star Lord anfreundet und anfängt sich auf einander zu verlassen oder auf der optischen Ebene mit den detailreichen Kostümen und den überzeugenden Kulissen. Darüber hinaus werden die Beweggründe und Motive, so verschieden sie auch sind, auf einer sehr persönlichen Ebene dem Zuschauer näher gebracht.

In dieser Comicverfilmung sind die Figuren so authentisch wie möglich. Die Animationen von Rocket und Groot sind, in diesem Punkt, unglaublich originell und machen den ganzen Film, sowohl durch die Animation als auch durch ihre Eigenschaften, zu einem kleinen Meisterwerk und damit unglaublich sehenswert.
Die Musik ist von vorne bis hinten genial. Pop-Klassiker der 70er und 80er mit sagenhafter Ohrwurmqualität, die dem Zuschauer zum rhythmischen Hin- und Herwippen animieren und sich dennoch nicht in den Vordergrund drängen und dem Film die Show stiehlen. Die Musik ist eine perfekte Untermalung des gesamten Films.

Meine Meinung:
Mir gefiel „Guardians of the Galaxy“ wirklich gut und ich fühlte mich sehr entertaint.
Die Schauplätze und Masken sind allesamt originell und unterstreichen die Comicherkunft.

Besonders gut gefiel mir die Filmmusik, der Humor und die Actionsequenzen. Auch dass die Figuren auf einer emotionalen Ebenen näher gebracht werden, ist unterhaltsam und macht die Charaktere auf gewisse Weise verletzbar.

Wie bereits erwähnt, machen Rocket und Groot den Film durch die Animationen zu etwas Besonderem, aber auch die anderen Charaktere passen in diesen Film.

Meine Wertung:
Spannung: 8,5 von 10
Humor: 8,0 von 10
Action: 8,5 von 10
Story: 7,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 7,5 von 10
Authentizität: 8,5 von 10
Musik: 9,0 von 10
GESAMT: 8,0