Schlagwort-Archive: Chris Evans

Knives Out – Mord ist Familiensache

Titel: Knives Out – Mord ist Familiensache (original: „Knives Out“)
Genre: Kriminalfilm
Regie: Rian Johnson
Musik: Nathan Johnson
Produzenten: Rian Johnson / Ram Bergman
Dauer: ca. 126 Minuten
Erscheinungsjahr: 2019
Altersfreigabe: FSK 12

„Harlan Thrombey (Christopher Plummer) ist tot! Der renommierte Krimiautor und Familienpatriarch wurde auf der Feier zu seinem 85. Geburtstag umgebracht. Doch natürlich wollen weder die versammelte exzentrische Verwandtschaft noch das treu ergebene Hauspersonal etwas gesehen haben. Ein Fall für den lässig-eleganten Kommissar Benoit Blanc (Daniel Craig)! Ein komplexes Netz aus Lügen, falschen Fährten und Ablenkungsmanövern muss durchkämmt werden, um die Wahrheit hinter Thrombeys vorzeitigem Tod zu enthüllen…“
(Rückentext der DVD)

Ein Dank geht an Jil von Jil´s Blog. Ich habe bei ihrem Gewinnspiel gewonnen und bin damit in den Besitz der DVD gekommen.

Und nun kam ich endlich dazu, mir den Film anzuschauen. Und was ich in den rund 126 Minuten erlebt habe und wie ich diesen Streifen finde, erfahrt ihr hier in meiner Kritik.

Zum Inhalt möchte ich nicht mehr sagen, als der Rückentext wiedergibt, da die Gefahr viel zu groß ist, dass ich etwas spoilere. Vorab muss ich trotzdem eine Empfehlung aussprechen, da es sich bei dem Streifen um einen Kriminalfilm handelt, der zum Mitraten und Rätseln einlädt. Aber das ist nicht der einzige Grund meiner Empfehlung – der Rest folgt hier und jetzt.

Eigentlich möchte ich euch erzählen, wie gut die Darsteller ihre Arbeit machen. Wie gut und glaubwürdig sie ihre Figuren mimen. Wie – nahezu – perfekt die Figurenkonstellation ist und sich diese Leistung auf den ganzen Film auswirkt. Aber gleichzeitig vermute ich, dass meine Worte dem nicht gerecht werden können. Und auch wenn ich die richtige Tonalität treffe, ist vielleicht eure Erwartungshaltung eine ganz andere, vor allem vor dem Hintergrund der ganzen Namen, die in diesem Streifen mitspielen. Aber was außer eines großen Films erwartet man bei Namen wie Chris Evans, Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson und Michael Shannon?

Die Frage ist: Wie überzeuge ich euch von diesem Film?
Ich versuche einfach, von meinen Empfindungen zu berichten, denn ich war ab Minute eins voll dabei. Das liegt vor allem daran, dass diese Kriminalgeschichte sich entfaltet und sich mit jedem neuen Verdächtigen auch die Vermutungen über einen Mörder ändert. Besonders in der ersten Stunde war es ein Hin und Her, in der auch ich mich mehrfach gefragt habe, wie dieser Fall aufgelöst wird und überhaupt an der ganzen Geschichte, wie sie dem Publikum aufgetischt wird, zweifelte.

„Knives Out“ lässt dabei die Spannung allerdings nicht bis ins Unermessliche anwachsen, sondern sorgt gezielt und gekonnt immer wieder für Nadelstiche, die das Ganze abflachen lassen. Ab einem gewissen Punkt läuft dann natürlich alles – mehr oder weniger – geordnet auf einen Show-Down zu.

Das Setting ist ein Familiensitz mit zahlreichen Räumen, Stockwerken, Gängen und Versteckmöglichkeiten. Abgeschieden genug, um den Kreis der Verdächtigen klein zu halten und trotzdem mit einer Straßenanbindung. Alles ist der Handlung sehr dienlich und treibt sie auf eine bestimmte Art und Weise gut voran. Und auch die Erzählweise ist stringent und stimmig, die aber durch Wendungen zu überraschen weiß. Die Musik dient ausschließlich der Untermalung und nicht, um Zeitsprünge zu kaschieren.

Meine Meinung:
Ich möchte nicht so richtig ins Detail gehen, denn ich finde „Knives Out“ so gut, dass ich diesen Film einfach nahezu jedem empfehlen kann und niemanden um dieses Abenteuer berauben möchte. Jeder soll sich genau so sehr von ihm unterhalten lassen, wie es möglich ist.
Ich habe mich die ganze Zeit sehr gut unterhalten gefühlt und spannend und interessant war es auch. Und ach, die Darsteller? Die waren super und die Geschichte war – für einen Krimi – auch toll.

Ich empfehle einfach jedem diesen Film. Zurecht ein Zacksmovie-Highlight!

Meine Wertung:
Story: 9,0 von 10
Spannung: 9,5 von 10
Länge: 9,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,5 von 10
Authentizität: 9,5 von 10
Musik: 8,0 von 10
Setting: 10 von 10
GESAMT: 9,1

Ant-Man [Rewatched]

Titel: Ant-Man
Genre: Action / Science-Fiction / Comicverfilmung
Regie: Peyton Reed
Musik: Christophe Beck
Produzenten: Kevin Feige
Dauer: ca. 112 Minuten
Erscheinungsjahr: 2015
Altersfreigabe: FSK 12

„Ausgestattet mit der unglaublichen Fähigkeit, auf winzige Körpergröße zu schrumpfen und gleichzeitig seine Kräfte zu vervielfachen, verbündet sich Trickbetrüger Scott Lang (Paul Rudd) mit seinem neuen Mentor Dr. Hank Pym (Oscar®-Preisträger Michael Douglas), um das Geheimnis des spektakulären Ant-Man-Anzuges zu beschützen. Das Schicksal der Menschheit steht auf dem Spiel und Pym und Lang müssen einen fast aussichtslosen Kampf aufnehmen.“
(Rückentext der DVD)

Ich hatte bereits einmal über „Ant-Man“ geschrieben und den Beitrag findet ihr auch weiterhin auf meinem Blog, aber dennoch gibt es hier und jetzt ein Rewatched. Hin und wieder schaue ich Filme ein weiteres Mal, mit zeitlichem Abstand zur Erstsichtung. Vor allem mache ich das aber auch, weil ich das MCU in seiner Gänze und in der Reihenfolge schauen möchte, wie die Filme auch im Kino erschienen sind.
An dieser Stelle folgt also auf das letzte Avengers-Abenteuer wieder ein Solo-Film, dieses Mal von dem Mann in Ameisengröße.

„Ant-Man“ ist ein Superheld aus dem Hause Marvel und seine Fähigkeit ist es, sich – mittels eines Anzugs – auf die Größe eines Insekts zu schrumpfen und dabei eine höhere relative Stärke zum eigenen Körpergewicht und zur eigenen Körpergröße zu haben. Paul Rudd (eigentlich bekannt aus Komödien!) spielt Scott Lang, der Mann, der zu Ant-Man wird. Erst ist er ein Kleinkrimineller und nun soll er ein Held werden. Sowohl für seine Tochter, als auch für den Rest der Welt.

Die Handlung wird komplizierter dargestellt als sie ist. Im Allgemeinen wird sie recht chronologisch dem Zuschauer präsentiert, jedoch wird immer mal wieder versucht, mithilfe von originellen Erzählsträngen ein kompliziertes Handlungsgebilde aufzubauschen. Meiner Meinung nach hat es der Streifen nicht nötig, solche Mittel zu verwenden, um die Handlung witziger oder interessanter zu gestalten. „Ant-Man“ beginnt nämlich schon recht interessant und führt zwar nicht die Figuren grundlegend ein, aber erklärt ein wenig die Vorgeschichte.
Soweit so gut. Spannung wird immer wieder erzeugt, aber es wird sich auch immer wieder auf die Action verlassen. Und genau das ist Fluch und Segen zugleich:

Die Action ist unterhaltsam und vor allem in Verbindung mit der Größenrelation entstehen dabei sehr witzige Momente. Allerdings fällt es dem Zuschauer auf, dass die Qualität nicht die beste ist. „Viel hilft viel“ ist hier leider einmal mehr die Devise, aber Ant-Man ist ein Held, bei dem das leider nicht funktioniert. Das Schema-F-Vorgehen von Marvel und Disney funktioniert nicht. Gut, die Kinokassen klingeln, also haben sie etwas richtig gemacht, aber auf Kosten des Sehrvergnügens und des Spaßes der Kinogänger.

Grundsätzlich lässt sich auch zum Punkt der Spannung sagen, dass der Streifen in seinen Zügen vorhersehbar und aufgrund seiner Erzählweise und Inszenierung weit hinter seinen Möglichkeiten bleibt.
Bezogen auf die Authentizität und die Emotionen gibt es im gesamten MCU keinen Film, der mich so richtig von den Socken gehauen hat. „Ant-Man“ hat gute Ansätze, schafft es aber auch nicht, mich zu überzeugen. Viel mehr noch stört es mich, dass ein Kleinkrimineller sich gegen die Kriminalität entscheidet, um ein besserer Vater zu sein und macht dann bei einem Unterfangen mit, bei dem es die ganze Zeit darum geht, irgendwo einzubrechen und etwas zu stehlen oder in die Luft zu jagen. Klarer Fall von „nicht gut bis zum Ende gedacht“.

Das Setting hingegen weiß da schon etwas mehr zu überzeugen. Szenenbild, Kostüme und Make Up sind stimmig und passen. Die Effekte lassen aber von der ersten Sekunde an zu wünschen übrig. Besonders die Verjüngung von Michael Douglas ist ganz doll gescheitert.
Musikalische Unterstützung war vorhanden, allerdings bedeutungslos. Eine Sache, an der ich mich maßlos störe, ist die falsche Synchronstimme von Paul Rudd. Wer seine Rollen in Filmen oder Serien kennt, weiß auch, dass die alte deutsche Synchronstimme viel besser ist als diese.

Meine Meinung:
An vielen Ecken und Enden gibt es Dinge, die mich störten. Die Figuren, die Quintessenz, die Effekte, die Unglaubwürdigkeit und die Emotionslosigkeit. Warum sollte man sich diesen Film anschauen? Ich kann es nicht sagen. Er gehört zum MCU. Das muss leider reichen, auch wenn ich gut auf diesen Film verzichten könnte.
Und zum ersten Mal hat ein Streifen beim Rewatched weniger Punkte erhalten als bei der Erstsichtung.

Meine Wertung:
Spannung: 5,0 von 10
Action: 7,0 von 10
Story: 6,0 von 10
Länge: 7,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,0 von 10
Authentizität: 5,0 von 10
Musik: 6,0 von 10
Setting: 7,0 von 10
GESAMT: 6,1

Reihenfolge:
1. Ant-Man
2. Ant-Man and the Wasp

Marvel Cinematic Universe:
1. Iron Man
2. Der unglaubliche Hulk
3. Iron Man 2
4. Thor
5. Captain America: The First Avenger
6. Marvel’s The Avengers
7. Iron Man 3
8. Thor – The Dark Kingdom
9. The Return of the First Avenger
10. Guardians of the Galaxy
11. Avengers: Age of Ultron
12. Ant-Man

Avengers: Age of Ultron

Titel: Avengers: Age of Ultron
Genre: Comicverfilmung / Action / Science-Fiction
Regie: Joss Whedon
Musik: Brian Tyler / Danny Elfman
Produzenten: Kevin Feige
Dauer: ca. 135 Minuten
Erscheinungsjahr: 2015
Altersfreigabe: FSK 12

„Als Iron Man Tony Stark (Robert Downey Jr.) ein stillgelegtes Friedensprogramm reaktiviert, gerät die Situation plötzlich außer Kontrolle und die Avengers müssen sich erneut verbünden, um die Erde vor ihrer Zerstörung durch den scheinbar übermächtigen Ultron zu bewahren.“
(Rückentext der DVD)

Dieses Mal geht es weiter mit dem Marvel Cinematic Universe. Heute: „Avengers: Age of Ultron“

Inzwischen sollte jeder wissen, dass ich dem MCU sehr skeptisch gegenüberstehe. Es ist ja nicht so, dass ich von der stringenten Erzählweise des Gesamtkunstwerks „MCU“ nicht begeistert wäre und dass ich mir nicht eine solche Geduld und einen solchen Aufbau von Warner und seinem DCEU wünschen würde, aber was nicht ist, soll wohl nicht sein.

Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, wo ich anfangen soll, denn im Prinzip habe ich nichts so richtig auszusetzen. „Avengers: Age of Ultron“ macht nicht alles richtig, aber macht auch nicht sehr viel falsch. Aber ich versuche, ihn doch etwas genauer zu betrachten, damit ich dazu am Ende etwas sagen kann.
Wenn ich mir bisher das MCU anschaue, dann muss ich schon sagen, dass die Anzahl der mittelmäßigen Filme viel zu hoch ist. „Der unglaubliche Hulk“, die Iron-Man-Trilogie, Captain America, Thor und „Guardians of the Galaxy“ sind im Prinzip die Vorgeschichten vom zweiten Aufeinandertreffen der Superhelden aus dem Hause Marvel, jedoch erinnere ich mich rückwirkend nur an einen oder maximal zwei Filme, die mich wirklich gut unterhalten haben. Insofern ist „Avengers: Age of Ultron“ eine kleine Überraschung gewesen, da ich wieder nur Mittelmäßiges erwartet habe.

Die Handlung ist zwar denkbar einfach und auch nur auf fehlendes kommunikatives Handeln der Protagonisten gestützt, allen voran von Iron Man Tony Stark, jedoch lässt sich da jetzt nichts mehr dran ändern. Unterm Strich bleibt handlungstechnisch jedoch ein bitterer Nachgeschmack übrig.
Narrativ erhalten wir den Einheitsbrei, den man bereits kennt. Es gibt fast keine Überraschungen und die Handlung ist weitestgehend vorhersehbar. Was „Age of Ultron“ von all den anderen MCU-Filmen unterscheidet, ist dabei so einfach wie logisch: der Bösewicht.

Der Rückentext verrät es schon, aber Ultron ist eigentlich ein missglücktes Projekt von Tony Stark, das nun anfängt, die Menschheit zu bedrohen. In gewohnter Superhelden-Manier schreiten die Avengers ein, um eine Katastrophe zu verhindern. Meines Erachtens gibt es da drei ganz konkrete Punkte, die „Age of Ultron“ von den anderen Filmen abhebt:
1. Ultron:
Eine künstliche Intelligenz, geschaffen von Iron Man. Das Projekt wendet sich gegen seinen Entwickler und beschreitet damit komplett neue Wege im MCU.
2. Die Handlung:
Ja, richtig gelesen. Ich spreche von der Handlung. Weiter oben sage ich zwar, dass man den gewohnten Einheitsbrei bekommt, aber das muss ja nicht immer schlecht sein. Viel mehr erfährt man in „Age of Ultron“ zum ersten Mal etwas über Hawkeye und Black Widow. Dabei fühlt sich der komplette Film nicht so an, als wäre er tatsächlich ein Avengers-Abenteuer, sondern als wäre er ein Einzelfilm der beiden Helden. Jeremy Renner und Scarlett Johansson zeigen, was so alles in ihren Figuren steckt und schlagen dabei erstaunlich ruhige Töne an, die dem Ganzen einen Drall geben und so das MCU – für den Moment – auf eine neue Stufen heben. Die Handlung bekommt aber nicht nur durch die beiden Avengers-Mitglieder mehr Tiefe, sondern vor allem auch durch Ultron. Wären wir in einem DCEU-Film, wären die Wörter: „Kniet nieder Götter.“, mit an Sicherheit angrenzender Wahrscheinlichkeit gefallen. So aber wurden philosophische Fragen aufgeworfen, bei denen man sich selbst auch fragt, wer über Recht und Unrecht entscheidet. Vor allem: Sind Superhelden nicht auch eine Bedrohung für die Menschheit? Unter gewissen Vorzeichen und Voraussetzungen muss man diese Frage bejahen.
3. Das Feeling:
Aus der Welt des Fußballs kennen wir den Spruch „Ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl“ (Andreas Möller). Was hat es mit den Avengers zu tun?
Das lässt sich nicht ganz einfach, aber doch hoffentlich eindeutig erklären.
Im Jahr 2000 kam Bryan Singers „X-Men“ in die Kinos. Er zeigte damit erstmalig, wie unglaublich vielseitig eine Comicverfilmung sein kann. „Avengers: Age of Ultron“ ist zumindest auf den Spuren von „X-Men“, auch wenn er nie an die Qualität oder den Unterhaltungswert herankommt.

Die Figuren passen zum Geschehen. Ein bisschen weniger Iron Man und dafür ein bisschen mehr Hawkeye und ich werde noch ein richtiger Fan. Glaubwürdigkeit und Tiefe sind weitestgehend vorhanden, auch wenn die Geschichte narrativ und inhaltlich einfach strukturiert und vorhersehbar ist.

Die Länge beträgt ca. 135 Minuten, die sich erstaunlich kurz anfühlen, in denen sich Charakterszenen und Actionsequenzen den Film gerecht teilen. Visuell wurde in vielen Szenen mit CGI nachgeholfen, wodurch die Actionszenen teilweise noch aufgeblähter wirken.
Spannung resultiert vor allem aus dem guten Mix und der Abwechslung, aber auch aus besonders aufregenden Szenen, in denen es nicht nur zur Sache geht, sondern die den Film auch inhaltlich voranbringen. Aufgrund seiner starken Vorhersehbarkeit stellt sich nie ein richtiges Gefesseltsein ein. Grundsätzlich beinhaltet „Avengers: Age of Ultron“ verhältnismäßig wenig Actionsequenzen, welche allerdings meist gut und spektakulär inszeniert wurden.

Die Emotionen habe ich teilweise auch schon weiter oben beschrieben. Hawkeye und Black Widow bekommen eine tiefere Beleuchtung, die auch – oder vor allem – auf der emotionalen Ebene sehr gut funktioniert. Nicht zu vergessen Ultron, der, obwohl er eine künstliche Intelligenz ist, scheinbar auch über Selbstreflektion verfügt. Die anderen Figuren bleiben jedoch typisch im MCU-Schema.

Meine Meinung:
Nach bereits so vielen Filmen, die zum MCU gehören, fange ich langsam an, zu ermüden. Es werden einfach immer mehr Filme in immer kürzeren Abständen herausgebracht. Es fällt mir schwer, den Überblick zu behalten. Inzwischen sitze ich schon mit dem Handy in der Hand und recherchiere nebenbei, wo ich mich im Handlungsstrang befinde.

Mit Überraschungen und hochtrabender Spannung kann allerdings „Age of Ultron“ nicht punkten. Schlussendlich ist er allerdings einer der besseren MCU-Filme, auch wenn man seine Schwächen nicht von der Hand weisen kann.

Meine Wertung:
Spannung: 7,0 von 10
Action: 8,5 von 10
Story: 7,0 von 10
Länge: 8,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 7,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 6,5 von 10
Setting: 7,5 von 10
GESAMT: 7,5

Reihenfolge:
1. Marvel’s The Avengers
2. Avengers: Age of Ultron

Marvel Cinematic Universe:
1. Iron Man
2. Der unglaubliche Hulk
3. Iron Man 2
4. Thor
5. Captain America: The First Avenger
6. Marvel’s The Avengers
7. Iron Man 3
8. Thor – The Dark Kingdom
9. The Return of the First Avenger
10. Guardians of the Galaxy
11. Avengers: Age of Ultron

The Return of the First Avenger

Titel: The Return of the First Avenger (engl.: „Captain America: The Winter Soldier“)
Genre: Action / Science-Fiction / Comicverfilmung
Regie: Anthony Russo / Joe Russo
Musik: Henry Jackman
Produzenten: Kevin Feige
Dauer: ca. 130 Minuten
Erscheinungsjahr: 2014
Altersfreigabe: FSK 12

„Zwei Jahre sind vergangen, seit Steve Rogers alias Captain America (Chris Evans) gemeinsam mit den Avengers in New York einen außerirdischen Angriff zurückgeschlagen hat.

Zurück in Washington, kämpft er im Auftrag von Nick Fury (Samuel L. Jackson) gemeinsam mit Natasha Romanoff alias Black Widow (Scarlett Johansson) erfolgreich in neuen Geheimoperationen. Als bei einem Einsatz ein S.H.I.E.L.D.-Agent unter Beschuss gerät, wird Rogers plötzlich in ein Netz von Intrigen hineingezogen, das zu einer Gefahr für die ganze Welt zu werden droht. Gemeinsam mit seinen Verbündeten steht er schon bald einem ebenso unerwarteten wie höchst gefährlichen Gegner gegenüber – dem Winter Soldier.“
(Rückentext der DVD)

Auf meiner Reise durch das Marvel-Cinematic-Universe führte mich mein Weg zum zweiten Abenteuer von Captain America. Der deutsche Titel lautet „The Return of the First Avenger“, was das immer mit den anderen Titeln soll, weiß ich auch nicht. Die deutschen Vermarkter haben wohl irgendein Problem mit „Captain America: The Winter Soldier“.

Der Zuschauer merkt schon sehr früh, dass er mit der Captain-America-Reihe keine gewöhnlichen Comicverfilmungen bekommt. Ohne den dritten Teil zu kennen, kann man bereits jetzt und nach nur wenigen Minuten im zweiten Teil feststellen, dass die Grundthematik hinter dieser Verfilmung eine ganz Besondere ist. Rückblickend betrachtet, verändert dieser Film sogar die Handlung des Vorgängers. Bisher kann man aber sagen, dass sich „Captain America“ zwei Elementen hingibt. Das erste Element ist oberflächlich betrachtet ein reines Action-Element. Besonders auffällig sind die vielfältigen Variationen: Explosionen, Schießereien und Nahkampf-Szenen, die allesamt durchchoreografiert und dabei nicht zu viel sind. Es wird eine perfekte Balance zwischen Actionsequenzen und Charakterszenen geschaffen, die alles sehr homogen wirken lässt.
Das zweite Element ist im Grunde ein tiefgreifend-moralisches Element. Ganz klar wird hier der Charakter von Steve Rogers hervorgehoben, der auf eine besorgniserregende Art und Weise fragt, wo Freiheit anfängt, wo sie aufhört und welche Mittel zur Verteidigung erlaubt sind.
Damit ist „The Return of the First Avenger“ weitaus philosophischer als alle anderen Filme aus dem MCU.

Die Handlung ist chronologisch erzählt und stringent aufgebaut. Was ich leider wieder nicht so toll finde, ist, dass man sich nicht auf die Ereignisse aus dem ersten Zusammenkommen der Avengers bezieht. Stattdessen ist dieser Teil, natürlich ganz im Stile eines Einzelabenteuers, losgelöst zu betrachten. Erzähltechnisch wartet der Streifen nicht nur mit einer schlüssigen Handlung auf, sondern auch durch einige Wendungen und Überraschungen.

Grundsätzlich steckt in diesem Streifen sehr viel Spannung und das auch gleich auf mehreren Ebenen. Auf der Handlungsebene sind es Intrigen und Manipulationen, die immer wieder das Interesse der Zuschauer wecken und nach oben treiben. Unterstützt wird die Handlung durch ein paar sehr hübsche und sehr stark inszenierte Actionsequenzen. Zu guter Letzt ist es die Charakterebene, die für Spannung sorgt. Figuren und ihre Beziehungskonstellationen sind dabei extrem unterhaltsam und bergen die komplette Zeit Konfliktpotential.

Stark sind auch die emotionalen Ausprägungen, dabei agieren die Figuren stets gefühlstechnisch glaubwürdig. Der moralische Aspekt, der immer wieder von Captain America angestoßen und hervorgehoben wird, spielt da eine nicht unwesentliche Rolle. Wenn man genauer hinschaut, erkennt man auch die List, mit denen die Charaktere ausgestattet sind.
Dem Cast kann man bloß eine herausragende Leistung attestieren.
Folgerichtig steht es ähnlich positiv um die Glaubwürdigkeit der Darsteller.

Die Musik ist einzig darauf ausgelegt, den Film zu untermalen, ohne dabei ein besonderes Alleinstellungsmerkmal zu besitzen. Ganz anders sieht es da mit dem Setting aus. Die Kameraarbeit ist solide und folgt den Prinzipien des Marvel-Cinematic-Universe. Actionlastig und auf maximale Spannung ausgelegt.
Die Kulissen überzeugen durch eine hohe Vielfalt, die einzig und allein dem Film hilft, die Story glaubwürdig zu transportieren und darzustellen. Die Auswahl ist dahingehend sehr gelungen.

Meine Meinung:
„The Return of the First Avenger“ ist der bisher beste Film im gesamten MCU. Die Story, die Spannung und die Glaubwürdigkeit haben mir insbesondere bei dieser außergewöhnlichen Thematik gut gefallen. „Captain America“ zeigt beispielhaft, wie Action- und Charaktersequenzen miteinander agieren können, ohne dass dabei eine komplett hanebüchene Story bei herumkommt und der Unterhaltungswert auf mehreren Ebenen gegeben ist.

Im Gegensatz zu den „Thor“-Filmen, wo mit jedem neuen Teil die Qualität abnimmt, schafft es „Captain America“ nicht nur seine Heimat zu retten, sondern auch meinen Filmspaß, denn den hatte ich gewiss.

Meine Wertung:
Spannung: 8,5 von 10
Action: 9,5 von 10
Story: 8,5 von 10
Länge: 7,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
Setting: 7,0 von 10
GESAMT: 8,0

Reihenfolge
1. Captain America: The First Avenger
2. The Return of the First Avenger

Marvel Cinematic Universe:
1. Iron Man
2. Der unglaubliche Hulk
3. Iron Man 2
4. Thor
5. Captain America: The First Avenger
6. Marvel’s The Avengers
7. Iron Man 3
8. Thor – The Dark Kingdom
9. The Return of the First Avenger
10. Guardians of the Galaxy
11. Avengers: Age of Ultron

Thor – The Dark Kingdom

Titel: Thor – The Dark Kingdom (engl.: „Thor – The Dark World“)
Genre: Comicverfilmung / Action / Science-Fiction
Regie: Alan Taylor
Musik: Brian Tylor
Produzenten: Kevin Feige
Dauer: ca. 108 Minuten
Erscheinungsjahr: 2013
Altersfreigabe: FSK 12

„Ein rachsüchtiger alter Feind droht das gesamte Universum erneut in ewige Finsternis zu versetzen. Konfrontiert mit einem schattenhaften Gegner, dem selbst Odin (Anthony Hopkins) und Asgard kaum Widerstand leisten können, muss Thor (Chris Hemsworth) an seine äußersten Grenzen gehen, um die kosmische Ordnung wiederherzustellen. Wiedervereint mit Jane Foster (Natalie Portman) und gezwungen eine Gemeinschaft mit seinem heimtückischen Bruder Loki (Tom Hiddelston) zu bilden, begibt sich Thor auf eine lebensgefährliche Mission, um Erde und Universum vor dem Untergang zu bewahren.“
(Rückentext der DVD)

Nach langer Zeit habe ich es mal wieder geschafft, einen Film zu schauen, der in das „Marvel Cinematic Universe“ gehört. Mein persönliches Objekt der Begierde war dieses Mal „Thor – The Dark Kingdom“. An erster Stelle ist mir aufgefallen, dass der englische Titel ein anderer ist als der deutsche. Wieso, weshalb, warum? – Ich habe keine Ahnung. Es ist mir wirklich schleierhaft, denn meiner Meinung nach haben sich die Macher bei dem Titelzusatz „The Dark World“ schon irgendetwas gedacht. Ihr habt es also schon mitbekommen, ich stecke voll in Phase 2!

Nachdem unsere titelgebende Figur in seinem ersten Teil „Thor“ bereits eingeführt wurde, erleben wir nun sein zweites Abenteuer. Seine Gegner sind dieses Mal allerdings die Dunkelelfen, die die Konvergenz mit Hilfe des Äthers dafür nutzen wollen, um alle Welten in Dunkelheit zu stürzen.
(Der Äther im MCU ist einer der sechs „Infinity-Steine“ und der einzige, der nicht wirklich ein Stein, sondern eine sich stets veränderbare Flüssigkeit ist.)

Der Zuschauer erlebt die komplette Zeit über eine sehr chronologische Geschichte, die meistens durch den übermäßigen Gebrauch von Actionsequenzen aufzufallen weiß. In der Erzählstruktur von „Thor – The Dark Kingdom“ findet das Publikum kaum bis keine Überraschungen. Alles verläuft genau so, wie der aufmerksame Beobachter bereits nach wenigen Minuten vorhersagen kann. Dass das wirklich schade ist, muss ich fast nicht erwähnen, denn welcher Zuseher lässt sich nicht gerne von der Handlung eines Filmes überraschen?
Was mich persönlich auch stört, ist, dass die Brücke zum ersten Teil oder zu den Avengers fast nicht geschlagen wird. Am Ende von Teil 1 wird die Regenbogenbrücke und der Bifröst zerstört, über die Aufbauarbeiten oder die Zeit zwischen Zerstörung und Wiederherstellung erfährt der Zuschauer so gut wie nichts. In einem halbherzigen Nebensatz wird erwähnt, dass sich Thor nun wieder überall verdient macht, nachdem der Bifröst wieder Instand gesetzt wurde.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger bleibt „Thor – The Dark Kingdom“ hinter seinen Möglichkeiten, weil es eben nicht reicht, eine Story mit Actionelementen aufzubauschen.
Dem Streifen fehlt sehr viel Inhalt und das ist so ziemlich mein größtes Problem. Die Dunkelelfen werden erst als übermächtig dargestellt, um am Ende doch recht einfach besiegt zu werden und das obwohl sie den Äther in ihrem Besitz hatten.

Die Figuren sind fast ohne Ausnahme sehr eindimensional. Es geht emotionstechnisch weder in die Breite, noch in die Tiefe. Auch lassen die Darsteller ein gewisses Facettenreichtum vermissen. Mit der Glaubwürdigkeit oder der Echtheit der Figuren ist es damit auch schon fast gegessen. Sie bedienen ihr Klischee und liefern gerade einmal so viel ab, um da hinzukommen.
Eine kleine Ausnahme gibt es allerdings. Tom Hiddelston schafft es, seine Figur Loki etwas vom stereotypischen Hau-Drauf-Cast, wie Chris Hemsworth, Idris Elba oder Zachery Levi, zu entfernen und bemüht sich um darstellerische Vielfalt. Seine Erwähnung an dieser Stelle ist damit also folgerichtig.

Die Actionsequenzen sehen allesamt gut aus und passen auch zur Handlung, doch nehmen sehr viel Zeit in Anspruch, in der man einfach nur irgendetwas explodieren sieht. Seinen Höhepunkt sollte der Streifen eigentlich auch kurz vor dem Ende haben. Es gab allerdings einiges, was nicht nur besser eingeführt wurde, sondern auch besser ausgesehen hat.
Dennoch, die Qualität der Sequenzen ist höher als noch im ersten Teil. Aber wie so oft, die Hauptarbeit leistet die Kamera, die durch ein unruhiges Bild Aufregung suggeriert.

Spannungstechnisch spielt der Film allerdings in einer sehr viel schlechteren Liga. Da kommt „Thor – The Dark Kingdom“ ganz dem Anspruch nach, einfach nur flach zu unterhalten. Klassisches Popcorn-Kino.

Mit einer Länge von 108 Minuten ist der Streifen dann auch schon mehr als auserzählt. Wenn man sich beeilt hätte, wären auch locker nur 80 bis 90 Minuten drin gewesen. Der Platz, den die Figuren hatten, sich zu entwickeln, wurde fast gar nicht genutzt und deshalb gab es 80 Prozent der Zeit einfach nur Action.

Setting und Musik haben auch soweit gepasst. Was mich immer wieder faszinierte, war Asgard. Eine sehr detailreiche Darstellung einer anderen Welt, die vor allem durch pompöse Gebäude und sehr viel Glanz bestach. Die Kulissen auf der Erde sind London nachempfunden. Man sieht es allerdings sehr deutlich, dass das alles Studioaufnahmen sind.
Musikalisch gibt es ausschließlich unterstützende Stücke, die die Spannung künstlich nach oben treiben sollen. Ein Teilerfolg, weil manche Lieder sehr gut gepasst haben und ihre Aufgabe mit Bravour gemeistert haben.

Meine Meinung:
„Thor – The Dark Kingdom“ (in meinen Augen ist der deutsche Titel Quatsch!) hat mich jetzt nicht vom Hocker gerissen. Als Lückenfüller zwischen Iron Man 3 und dem zweiten Teil von Captain America (noch so ein Film, bei dem der deutsche Titel nicht unbedingt alles besser macht!) kann man ihn sich anschauen.
Was mich jedoch ärgert: Seinen schwachen Vorgänger hat er noch einmal unterboten!
Einmal anschauen reicht also völlig.

Meine Wertung:
Spannung: 4,5 von 10
Action: 8,0 von 10
Story: 4,0 von 10
Länge: 6,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 4,0 von 10
Authentizität: 5,5 von 10
Musik: 7,0 von 10
Setting: 6,5 von 10
GESAMT: 5,7

Reihenfolge:
1. Thor
2. Thor – The Dark Kingdom
3. Thor – Tag der Entscheidung

Marvel Cinematic Universe:
1. Iron Man
2. Der unglaubliche Hulk
3. Iron Man 2
4. Thor
5. Captain America: The First Avenger
6. Marvel’s The Avengers
7. Iron Man 3
8. Thor – The Dark Kingdom
9. The Return of the First Avenger
10. Guardians of the Galaxy
11. Avengers: Age of Ultron

Marvel’s The Avengers

Titel: Marvel’s The Avengers
Genre: Action / Science-Fiction / Comicverfilmung
Regie: Joss Whedon
Musik: Alan Silvestri
Produzenten: Kevin Feige
Dauer: ca. 138 Minuten
Erscheinungsjahr: 2012
Altersfreigabe: FSK 12

„Marvel präsentiert MARVEL’S THE AVENGERS, das ultimative Team. Die legendären Superhelden Iron Man, der unglaubliche Hulk, Thor und Captain America versammeln sich zum ersten Mal in einer neuen actiongeladenen Story mit den Schauspielern Robert Downey Jr., Scarlett Johansson und Samuel L. Jackson in den Hauptrollen und unter der Regie von Joss Whedon. Als ein unerwarteter Feind den Weltfrieden und die globale Sicherheit bedroht, sieht sich Nick Fury, führender Kopf der mächtigen internationalen Friedensorganisation S.H.I.E.L.D., gezwungen ein Team zusammenzustellen, das die Welt vor dem Absturz in die Katastrophe bewahrt. Mit jeder Menge exklusiven must-have Inhalten, einschließlich zusätzlicher und erweiterter Szenen und Pannen vom Dreh ist MARVEL’S THE AVENGERS voller Action, Abenteuer und spektakulären Spezialeffekten bepackt.“
(Rückentext der DVD)

Im Rahmen meiner MCU-Challenge, in der ich alle Filme des Marvel-Cinematic-Universe schaue, habe ich zuletzt „Captain America – The First Avenger“ einer zweiten Sichtung unterzogen. Nun steht das erste große Zusammentreffen von Iron Man, Hulk, Thor und Captain America an. Einer meiner engsten Freunde kam zu Besuch und wir schauten uns diesen Streifen an und genossen dabei die Atmosphäre, die durch Bild und – vor allem – Sound erzeugt wurde.

Die Handlung von „The Avengers“ ist weitestgehend chronologisch und ohne große Kniffe erzählt. Allerdings muss man an dieser Stelle sagen, dass die Helden nicht einfach nur in die Suppe geschmissen werden und man dann schaut, was passiert, sondern, es wird besonders am Anfang darauf geachtet, dass die Figuren noch einmal in die Geschichte eingeführt werden. Bevor der eigentliche Teil der Handlung beginnt, wird der Zuschauer also mit den Charakteren aus den ersten fünf Filmen konfrontiert. Ganz entscheidend sind natürlich auch Nebendarsteller, die zum Teil ebenfalls schon mal in der Gesamtstory vorgekommen sind.
„The Avengers“ spielt zeitlich direkt nach „Captain America – The First Avenger“, der wiederum ja selbst auch nur in einer riesigen Rückblende erzählt wurde. Die Ereignisse spielen also nicht in der direkten Nachkriegszeit!
Der Zuschauer bekommt mit diesem Streifen eine klassische, actionreiche und bildgewaltige Comicverfilmung, doch wie sieht es da im Detail aus?

Die Action: Ganz klar, bei so vielen Superhelden in einem Film geht es tierisch zur Sache und in der Tat hat der Streifen qualitätsmäßig einiges zu bieten, aber nicht nur. Positiv ist, dass das Publikum eine Vielzahl unterschiedlichster Action zu sehen bekommt. Dabei geht es – nicht nur –aber auch um ganz klassische Schießereien, Muskelspiele oder Verfolgungsjagden, und darüber hinaus um „psychische“ Action. Es geht verbal in den Charakterszenen ebenso zur Sache wie in allen anderen Actionsequenzen. Rein optisch kann der Beobachter nicht aussetzen. Verpixelte Bilder oder Bildabschnitte sind so gut wie nicht vorhanden und ganz abgesehen davon, dass alle Figuren scheinbar eine Pferdelunge haben und nie erschöpft oder ausgelaugt zu sein scheinen, kann man auch fast nicht meckern. Aber eben nur fast. Besonders in den aufregenden Szenen wird aus einer ruhigen Kameraführung eine sehr actionlastige und unruhige. Joss Whedon vertraut in diesem Punkt nicht der Handlung und will durch ebenjenes Mittel nachhelfen. Szenerien sind dadurch sehr unstrukturiert und unübersichtlich. Am Ende bleiben jede Menge verwackelte Bilder.

Die Emotionen sind überwiegend zurückgenommen und spielen auch sonst keine größere Rolle. Es gibt naturgemäß immer mal wieder Aktionen und Reaktionen, die im Kern einen emotionalen Ursprung haben. Dem Ganzen wird aber nie auf den Grund gegangen. Schade, da hat man Potential verschleudert.
Hinsichtlich der Glaubwürdigkeit lässt sich feststellen, dass Robert Downey Jr. nach wie vor einen klassischen Iron Man, Chris Hemsworth seinen Thor und Chris Evans den wunderbaren ersten richtigen Helden Captain America mimt. Mark Ruffalo spielt erstmals den unglaublichen Hulk und macht prinzipiell eine gute Figur, allerdings gibt es da noch etwas zu sagen.
Fangen wir vorne an: Tony Stark ist wie immer überheblich, selbstverliebt und ein kleiner Playboy. Er spielt sich von Anfang an in den Vordergrund, ist aber von der ersten Minute an nicht der eigentliche Star des Streifens.
Chris Hemsworth spielt unseren nordischen Halbgott Thor. Er wiederum hat sich im Vergleich zu seinem Solo-Auftritt verändert. Bezüglich der Wortwahl und der grundsätzlichen Ausdrucksweise hat er sich, trotz seiner außerirdischen Herkunft, entwickelt. Er klingt inzwischen angepasst und nicht so wie im ersten Teil, wo ihm Gepflogenheiten und technische Geräte bzw. gesellschaftliche Konventionen unbekannt sind.
Chris Evans ist Captain America. Er ist mit Abstand der einzige im Cast, der nicht angepasst ist. Er tritt noch für Werte ein und hat da eine klare Vorstellung bzw. Meinung. Seine charakterliche Zeichnung ist mit Abstand am glaubwürdigsten.
Mark Ruffalo ist, wie bereits erwähnt, erstmalig der Hulk. Eine mehr als unglückliche Wahl der Besetzung, wie ich persönlich finde und so ist auch seine Leistung. Wo es beim Solo-Auftritt mit Edward Norton noch ein innerer Zwiespalt klar und deutlich zu vernehmen war, ist ebenjener Aspekt im Charakter von Dr. Bruce Banner komplett entfernt. Zu schade, da dieser Punkt elementar für diese Figur gewesen ist.
Der eigentliche Star des Films ist aber Nick Fury, gespielt von Samuel L. Jackson. Er hat nicht nur die Ausstrahlung eines wahren Bosses, sondern auch ganz klar das optische Auftreten.
In den Charakterszenen stellt sich ebenjenes immer wieder heraus und wird zum Glück perfekt von Jackson inszeniert. Charakterlich sind die Figuren breiter aufgestellt als im Bereich ihrer Emotionen, aber nicht so breit, dass man hier großes dramatisches Kino erwarten sollte. In ihren Bahnen bewegen sich die Figuren ziemlich vorhersehbar.

Spannungstechnisch brilliert „Marvel’s The Avengers“ vorwiegend durch seine einfache Erzählweise und seine vielfältige Action. Charakterszenen üben wenig bis keinen Reiz auf den Zuschauer aus und auch die Emotionen sind bei weitem nicht so spannend, dass das Publikum unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Unter diesem Gesichtspunkt bleibt ganz klar zu sagen, dass die Figuren dem Beobachter egal sind.

Mit einer Länge von ca. 138 Minuten, hat „Marvel’s The Avengers“ eine beachtliche Laufzeit. Actionszenen überwiegen in dem Streifen und sorgen gleichermaßen dafür, dass es kaum zu Längen kommt.

Die musikalische Untermalung war eine Mischung aus klassischen und modernen Stücken.
Die aktuellen Stücke sind mehr dem Genre Rock zuzuordnen. Auch wenn die Musik überwiegend unterstützend in die Szene eingebaut wurde, blieb sie nie richtig im Gedächtnis. Der Streifen bewegt sich auch sonst weit entfernt davon, die Melodie besonders atmosphärisch einzusetzen. Potential hat man an dieser Stelle auch mehr als verschenkt.

Das Setting New York ist, meiner Meinung nach, immer eine grandiose Kulisse. Durch einige Elemente wird es aber zu einer anderen Stadt als die, die wir aus der echten Welt kennen. Die Kostüme sind allesamt sehr phantasievoll, allerdings durch die Solo-Filme eben auch schon bekannt. Auch sonst überzeugt dieser Streifen durch Elemente, die cineastisch kaum besser zur Geltung gebracht werden konnten. Helicarrier und der Stark-Tower runden mehr oder weniger das Bild ab. Negativaspekte gibt es aber auch hier: Eine Szene soll in Stuttgart spielen. Man erkennt ziemlich deutlich, dass es kein echter Schauplatz ist, sondern eben nur eine aufgebaute Kulisse und darüber hinaus gibt es eben auch eklatante Fehler: Polizeiautos mit gelbem Licht und deutsche Polizeiautos mit amerikanischen Nummernschildern. Sehr auffällig. Hinzu kommt die in Actionszenen verwackelte Kamera; dieses Mittel haben die Rächer nicht nötig.
Auch erkennt man ganz deutlich, dass einige Szenen vor Greenscreen aufgenommen wurden, da der Hintergrund extrem schlecht eingefügt wurde. Davon ab gibt es einige Filmfehler, die definitiv ins Auge stechen werden.

Meine Meinung:
Mit diesem Streifen bekommt das Publikum klassisches Popcorn-Kino geboten. Das ist auch vollkommen okay. Im Bereich der Comicverfilmungen gehört „The Avengers“ aber definitiv zu den besseren Vertretern. Durch Wortwitz, viel Action und einer grundsätzlich guten und soliden Story überzeugt Joss Whedons „Marvel’s Avengers“.

Auf der anderen Seite stehen aber auch viele Kleinigkeiten, die den Streifen insgesamt unrund wirken lassen. Spannung und Story harmonieren insgesamt zwar gut, aber mich nervt das verschwendete Potential. Besonders gut gefällt mir die Einführung der Figuren und der stringente Handlungsverlauf. Punkte muss ich dennoch abziehen.

Meine Wertung:
Spannung: 7,5 von 10
Action: 8,5 von 10
Story: 7,5 von 10
Länge: 7,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,5 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
Setting: 7,0 von 10
GESAMT: 7,3

Reihenfolge:
1. Marvel’s The Avengers
2. Avengers: Age of Ultron

Marvel Cinematic Universe:
1. Iron Man
2. Der unglaubliche Hulk
3. Iron Man 2
4. Thor
5. Captain America – The First Avenger
6. Marvel’s The Avengers
7. Iron Man 3
8. Thor – The Dark Kingdom
9. The Return of the First Avenger
10. Guardians of the Galaxy
11. Avengers: Age of Ultron

Captain America: The First Avenger [Rewatched]

Titel: Captain America: The First Avenger
Genre: Action / Science-Fiction / Comicverfilmung
Regie: Joe Johnston
Musik: Alan Silvestri
Produzenten: Kevin Feige / Amir Madani
Dauer: ca. 119 Minuten
Erscheinungsjahr: 2011
Altersfreigabe: FSK 12

„Captain America ist die Speerspitze im Kampf um die Freiheit in diesem actiongeladenen Blockbuster mit Chris Evans in der Hauptrolle als ultimative Waffe gegen das Böse!
Als eine schreckliche Macht die gesamte Erde bedroht, führen die größten Kämpfer der Welt Krieg gegen die furchteinflößende Organisation HYDRA, angeführt vom niederträchtigen Red Skull (Hugo Weaving, Matrix).“
(Rückentext der DVD)

Im Rahmen meiner MCU-Challenge habe ich mir heute den ersten Teil von „Captain America – The First Avenger“ erneut angeschaut. Somit gibt es zwei Kritiken zum selben Film auf meinem Blog. Die erste Kritik findet ihr hier und um meine „Rewatched“ zu lesen müsst ihr einfach hier bleiben.

An der Handlung hat sich seit meiner ersten Sichtung im Januar 2015 nichts geändert. „Captain America – The First Avenger“ ist eine klassische Comicverfilmung und zeigt, wie aus einem unscheinbaren kleinen Mann, ein Held einer ganzen Nation wird. Das einführende Abenteuer von Steve Rogers – auch bekannt als Captain America – lebt von der Vergötterung ebenjenes Charakters.
In der Erzählweise ist „Captain America“ nicht verwirrend, obwohl der komplette Streifen in einer riesengroßen Rückblende erzählt ist. Innerhalb dieser Rückblende gibt es allerdings keine weiteren Kniffe.
In seiner Struktur verfolgt der ganze Steifen ein klares Ziel: nämlich Spannung aufzubauen.
An dieser Stelle schafft er es nur so halb zu überzeugen. Actionsequenzen sind mitunter die einzigen Möglichkeiten, um Spannung aufzubauen. Obwohl die aufregenden Szenen zumeist nicht gut gemacht sind, sind sie wenigstens abwechslungsreich und vielfältig. Auch abseits der klassischen Actionszenen gibt es Inszenierungen, die sich im geringen Maße spannungsfördernd auswirken. Als Zuschauer fällt einem der CGI-Einsatz sehr ins Auge und das mindert teilweise den Filmspaß.

Emotionen und Authentizität wirken sich aufeinander aus. So gibt es Emotionen, die im Hauptstrang aufgrund der Action keinen Platz finden, die aber immer wieder im Nebenstrang Verwendung finden. Die Palette der gezeigten Gefühle ist die ganze Zeit über stark limitiert. Auf die Glaubwürdigkeit wirkt sich das leider nicht positiv aus. Steve Rogers (Chris Evans), Howard Stark (Dominic Cooper), Peggy Carter (Hayley Atwell) und Johann Schmidt (Hugo Weaving) sind im Sinne der actionlastigen Handlung glaubwürdig, aber eben nur in diesem Punkt. In der Nebenhandlung wird da nur bedingt überzeugende Arbeit geleistet.

Der musikalische Einsatz ist in Ordnung. Ein großes Soundspektakel bekommt der Zuschauer nicht. Überwiegend hört man unterstützende und klassische Melodien, bis auf ein- zwei Ausnahmen, bei denen es zwar gesungene Stücke gibt, diese aber nicht gänzlich ins Bild passen.

Die Kostüme passen in die Zeit. Uniformen und der Look insgesamt sind stark auf 1940er-Jahre getrimmt und haben soweit ganz gut gepasst. Die Kulissen sind augenscheinlich vielfältig, andererseits sieht man dem Streifen den CGI-Einsatz sehr an, was ich tatsächlich sehr schade finde.

Meine Meinung:
„Captain America – The First Avenger“ (Rewatched) wird zwar keine bessere Benotung bekommen als bei der ersten Sichtung, andererseits war für mich eine zweite Sichtung notwendig. Ich wollte das MCU in seiner Gänze vorstellen und ebenfalls die Einführung eines neuen Charakters analysieren. In diesem Fall Captain America.

Es gibt durchaus schlechtere Filme, die eine neue Figur in eine große Handlung einführen sollen, es gibt allerdings auch wesentlich bessere. Er macht vieles besser als „Thor“ aber auch einiges schlechter als der erste „Iron Man“-Film und das obwohl er fast das größte Potential hat.

Nichtsdestotrotz hatte ich im Grunde meinen Spaß mit diesem Streifen und im Gesamtgefüge des MCU passt sich der Streifen gut an, allerdings stört mich diese überhebliche Glorifizierung eines einzelnen Protagonisten, ähnlich wie die maßlose Überheblichkeit von Iron Man.

Für Fans ist dieser Streifen ein „Must See“, für Cineasten vielleicht auch noch, für alle anderen gibt es da allerdings auch bessere Vertreter seiner Zunft.

Meine Wertung:
Spannung: 6,5 von 10
Action: 8,5 von 10
Story: 6,5 von 10
Länge: 7,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,5 von 10
Authentizität: 7,0 von 10
Musik: 6,0 von 10
Setting: 6,0 von 10
GESAMT: 6,7

Reihenfolge:
1. Captain America – The First Avenger
2. The Return of The First Avenger
3. The First Avenger: Civil War

Marvel Cinematic Universe:
1. Iron Man
2. Der unglaubliche Hulk
3. Iron Man 2
4. Thor
5. Captain America – The First Avenger
6. Marvel’s The Avengers
7. Iron Man 3
8. Thor – The Dark Kingdom
9. The Return of the First Avenger
10. Guardians of the Galaxy
11. Avengers: Age of Ultron

The Iceman

IMG_8829Titel: The Iceman – Liebender Ehemann. Fürsorglicher Vater. Skrupelloser Killer. (engl. „The Iceman“)
Genre: Thriller
Regie: Ariel Vromen
Musik: Haim Mazar
Produzenten: Boaz Davidson / Danny Dimbort / Avi Lerner
Dauer: ca. 106 Minuten
Erscheinungsjahr: 2012
Altersfreigabe: FSK 16

„New York in den 60ern: Richard (Michael Shannon) hat es nicht leicht. Aufgewachsen in einer kaltherzigen Umgebung, schlägt er sich mit Gelegenheitsjobs durch. Als er seine wahre Liebe Deborah (Winona Ryder) trifft, setzt er alles daran, eine heile Familienwelt aufzubauen. Durch Zufall trifft er Gangsterboss Roy Demeo (Ray Liotta), der Richards empathische Kaltblütigkeit für seine Zwecke nutzen wird: als skrupelloser Auftragsmörder. Richard blüht förmlich auf in seinem neuen Job und spielt zu Hause den braven Familienvater. Doch die Jahre vergehen, und es fällt ihm immer schwerer, seiner Frau seine gewalttätige Seite zu verbergen. Auch die Polizei ist längst hinter dem ominösen Killer her… Wie lange wird es Richard gelingen, seine blutigen Spuren zu verwischen?“
(Rückentext der BluRay)

„The Iceman“ hat mich damals bei dem DVD- und BluRay-Dealer meines Vertrauens angesprochen, weil ich mir schon im Laden vorstellen konnte, wie der Film ablaufen könnte und wie toll der Zwiespalt dargestellt werden kann, wenn es vernünftig umgesetzt ist.

Die Story von „The Iceman“ braucht seine Minuten, um in Schwung zu kommen. Die Erzählweise ist sehr kaltblütig und emotionslos und schafft es nicht immer zu überzeugen. Inhaltlich ist der Film sehr ausgeprägt und explizit, er beschreibt sehr nüchtern die Taten eines Auftragskillers, der zwischen der Mafia und seiner Familie steht.

In dem Punkt der Spannung ist „The Iceman“ sogar noch etwas langsamer als in der Story. Um ehrlich zu sein, warte ich immer noch auf ein tiefgreifendes Spannungsgefühl. Zeitweise fühlte es sich so an, als ob man einfach nur die Morde darstellt, ohne weitere Informationen zu den Motiven zu erhalten. Der Film versucht die ganze Zeit, eine sehr kriminelle und illegale Atmosphäre zu verbreiten, um eine Spur Nervenkitzel und Aufregung zu erzeugen. Leider bleibt es nur bei dem Versuch.

Die Emotionen werten den Film etwas auf, denn wenn es etwas gibt, dass den Zuschauer am TV-Gerät hält, dann ist es wohl die Tatsache, dass er wissen möchte, was aus der titelgebenden Figur wird und wie sie sich verändert. Zu Anfang total verunsichert und nichtsahnend, was die Zukunft für einen bereithält, entwickelt sich zumindest Richard getreu dem Motto „Man wächst mit seinen Aufgaben.“, und wird zu einem selbstbewussten Charakter, der auf der einen Seite versucht ein seriöser und loyaler Auftragskiller und auf der anderen Seite ein fürsorglicher Vater und treuer Ehemann zu sein. Was mir aber in dem Fall fehlt, ist die Darstellung eines Zwiespaltes. Mir fehlt der innere Konflikt, dass das eine das andere ausschließt und die Figur hin und her gerissen ist.

Auch die anderen Figuren sind emotional gesehen nicht gänzlich ausgereift. Winona Ryder ist als Frau von Richard viel zu naiv und absolut leichtgläubig. Ray Liotta spielt einen Mafiaboss, der für mich weder gefährlich noch angsteinflößend ist, obwohl er eine Pistole in der Hand hält. In nahezu jeder Szene, in der man ihn sieht, wünscht man sich, dass sie schnell vorüber geht, denn die Leistung ist überdurchschnittlich schlecht.

Chris Evans spielt einen aufgedrehten Außenseiter in der Auftragskillerszene. Durch seine Vielfalt, Wandlungsfähigkeit und seinen absolut unberechenbaren Charakter ist er die originellste Figur im ganzen Film. Michael Shannon steht ihm aber in nichts nach. Durch seinen immer gleichen Stil und sein nach außen hin wirkendes Saubermann-Image wirkt er äußerst seriös, glaubwürdig und zielstrebig.

Besonders in dem Punkt der Filmmusik hätte „The Iceman“ mit viel stimmungsvollen Klängen punkten können, denn der ganze Film spielt in den 1960er Jahren und diese Zeit ist geprägt von toller Musik. Auch ein Gangsterfilm/Thriller hätte mit der typischen „Flower-Power“-Musik aufgewertet werden können. Doch leider war der Streifen in diesem Punkt einfach nur durchschnittlich, eigentlich sogar noch ein bisschen schlechter, denn unterhaltungstechnisch wurde auf der Ebene nichts geboten.

Meine Meinung:
„The Iceman“ ist ein Film über einen der berüchtigsten Auftragsmörder der USA in den 1960er Jahren. Richard Kuklinski soll angeblich über 200 Menschen ermordet haben und dieser Film beruht auf seinen Taten. Weshalb der Titel „The Iceman“ ist, erkennt man daran, dass er seine Opfer, ohne mit der Wimper zu zucken, umgebracht hat.

Generell gesehen bietet so eine Autobiographie viel Potential, allerdings nicht in Hinsicht der Spannung, da man selten etwas spannender erzählen kann, als es letzten Endes war. Einen Auftragsmörder bei der Arbeit zuzusehen, kann aber auch anders erzählt werden, kann anders aufgemacht werden, unter Umständen kann man eine Figur auch persönlicher, freundlicher und charismatischer aussehen lassen. Ariel Vromen hat das alles nicht gemacht, er zeigt seinem Publikum eine Hauptfigur, mit der man sich weder identifizieren mag, noch mit der man gerne Abenteuer erlebt. Richard Kuklinski ist von seinem Wesen her vielleicht „sorgender Vater“ und „liebender Ehemann“, aber selbst das wird so dargestellt, als ob er es eigentlich nicht ist.

Richard führt zwei Leben mit fließenden Grenzen.
Wieso ist der Film nur Liebhabern zu empfehlen?
Aus einem ganz einfachen Grund: Er bietet nichts. Keine Action, keine Spannung, keine besonders tolle Story. Wenn man 106 Minuten erleben möchte, wie eine Person Menschen umbringt, weil er nie selbstständiges Denken, Handeln und Eigenverantwortung gelernt hat, dann gefällt einem dieser Streifen. Im Prinzip kann man sich dann auch „Full Metal Jacket“ anschauen, wo die Protagonisten auch nichts dergleichen verinnerlicht haben, aber am Ende gehen sie wenigstens schlauer aus einer Situation, als sie in eine gegangen sind. Der „Lerneffekt“ bei Richard ist so marginal, dass er kaum auffällt.

Wirklich schade, dass „The Iceman“ nicht massentauglich ist, denn mich konnte er gut unterhalten und ich hatte auch auf gewisse Weise meinen Spaß. Doch unterm Strich musste ich mich auch irgendwie da durchkämpfen, was meiner Meinung über den Film nicht gut getan hat.

Punktabzüge ergeben sich logischerweise dadurch, dass dem Streifen sehr vieles fehlt.

Meine Wertung:
Spannung: 5,0 von 10
Story: 5,0 von 10
Länge: 6,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 7,5 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 5,0 von 10
GESAMT: 6,2

Captain America – The First Avenger

IMG_2826Titel: Captain America – The First Avenger
Genre: Action / Science-Fiction / Comicverfilmung
Regie: Joe Johnston
Musik: Alan Silvestri
Produzenten: Kevin Feige / Amir Madani
Dauer: ca. 119 Minuten
Erscheinungsjahr: 2011
Altersfreigabe: FSK 12

„Captain America ist die Speerspitze im Kampf um die Freiheit in diesem actiongeladenen Blockbuster mit Chris Evans in der Hauptrolle als ultimative Waffe gegen das Böse!
Als eine schreckliche Macht die gesamte Erde bedroht, führen die größten Kämpfer der Welt Krieg gegen die furchteinflößende Organisation HYDRA, angeführt vom niederträchtigen Red Skull (Hugo Weaving, Matrix).“
(Rückentext der DVD)

Steve Rogers zeigt uns, dass ein richtiger Held immer über sich hinaus wächst.

Die Story in „Captain America – The First Avenger“ ist die einer klassischen Comicverfilmung. Wie in so vielen solcher Verfilmungen wird ein Abenteuer des Protagonisten erzählt: Welchen Herausforderungen er gegenüber stand und wie er an dieser Aufgabe gewachsen ist. Der ganze Film lebt von der Glorifizierung eines einzelnen Charakters. In diesem Streifen sieht das Publikum wie Steve Rogers zu Captain America wird und wie spannend sein Abenteuer gegen HYDRA ist. Die Geschichte ist nie verwirrend oder kompliziert.

Der komplette Film ist in seiner Erzählweise auf Spannung fixiert. Die kommt mit fortlaufender Filmdauer auch immer wieder auf und fällt leider genauso schnell wieder ab. Die Spannung ist aber wunderbar mit der Action kombiniert, sodass das Ganze sehr unterhaltsam und gut anzusehen ist. Abgerundet wird das alles durch einige Spezialeffekte, die einen großen Teil der Action ausmachen.

Gefühle werden in einem Nebenstrang der Geschichte zugelassen und dort passen sie wunderbar hin. In ihrer Tragweite und Authentizität sind sie sehr gut nachzuvollziehen. Im Hauptstrang werden – actionfilmmäßig – wenige Gefühle gezeigt.

Nahezu alle Charaktere sind sehr originell und bodenständig. Steve Rogers wird sehr sympathisch dargestellt und die Besetzung durch Chris Evans passt sehr wunderbar ins Bild.
Die Laufzeit ist sehr zufriedenstellend. Man ist in keiner Minute gelangweilt und die Story wird angemessen lang erzählt ohne das Gefühl zu haben, dass der Zuschauer irgendwas verpasst haben könnte.

Die Filmmusik ist meistens unterstützend und zurückhaltend. Es gibt einen Song, der im Film richtig integriert ist. Der ist aber eher schwach und dient einzig und allein der Unterhaltung. Es gab allerdings einige Szenen, in denen die Musik sich leider in den Vordergrund gedrängt hat und, wenn auch nur kurz, vom Geschehen abgelenkt hat.

Die Kameraführung war solide und unauffällig. Es gibt kaum Totalen und wenig Detailaufnahmen. Positiv fällt auf, dass in den Actionszenen ein scharfes Bild bestehen bleibt und sonst ist die Bildqualität sehr zufriedenstellend.

Meine Meinung:
Ich mag Comicverfilmungen und mit „Captain America – The First Avenger“ sieht man einen Teil des „Marvel Cinematic Universe“. Auch wenn ich eher die DC Comics lieber mag, fühle ich mich dennoch sehr unterhalten.

Alles in allem macht man mit diesem Film keinen Fehler. Die Story ist sehr einfach und verständlich gehalten. Musik und Kameraführung sind, wie bereits erwähnt, solide und meistens unauffällig.

Mir persönlich hat die Darstellung der unterschiedlichen Charaktere besonders gut gefallen und durch die Actionszenen fühlte ich mich sehr gut unterhalten. Es hätte aber gerne spannender sein dürfen.

Meine Wertung:
Spannung: 6,5 von 10
Action: 8,5 von 10
Story: 6,5 von 10
Länge: 7,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,5 von 10
Authentizität: 7,0 von 10
Musik: 6,0 von 10
Kameraführung: 6,0 von 10
GESAMT: 6,7

Reihenfolge:
1. Captain America – The First Avenger
2. The Return of the First Avenger

IMG_2826

Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt

IMG_1744Titel: Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt (engl. „Scott Pilgrim vs. the World“)
Genre: Abenteuer-Komödie / Fantasy
Regie: Edgar Wright
Musik: Nigel Godrich
Produzenten: Edgar Wright / Marc E. Platt / Eric Gitter / Nira Park
Dauer: ca. 107 Minuten
Erscheinungsjahr: 2010
Altersfreigabe: FSK 12

„Der ebenso charmante wie arbeitslose 22-Jährige Scott Pilgrim (Michael Cera) spielt Bass in der Indieband Sex Bob-Omb und hat eben Ramona Flowers (Mary Elizabeth Winstead) kennen gelernt – buchstäblich das Mädchen seiner Träume. Aber leider muss er erst ihre sieben bösen Ex-Lover besiegen, wenn er Ramonas Herz gewinnen will.“
(Rückentext der DVD)

Scott kämpft sich in Videospielmanier in das Herz von Ramona.

„Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ ist eine rasante, trickreiche und oft komische Story. Mit tollen Schnitteffekten und comichaften Einblendungen wird erzählt, wie Scott Bossgegner für Bossgegner bekämpfen muss, um Ramonas Herz zu gewinnen. Die Story ist dabei sehr witzig erzählt und die tollen Effekte wirken wie in einer Sitcom, dadurch ist der Film sehr kurzweilig und ansprechend dazu.

Die Musik ist sehr stark indieorientiert, das liegt wohl auch daran, dass Scott in der Indieband Sex Bob-Omb Bassist ist. Die musikalische Untermalung erscheint unterhaltsam, ist aber oft eintönig, weil sie zu wenig Abwechslung bietet. Die kreative Videospielmusik hat hohen Entertainment-Faktor und erinnert dabei stark an die alten Jump’n’Run-Spiele, die man noch auf Super Nintendo gezockt hat.

Der Film unterhält unglaublich gut und deswegen sind 107 Minuten etwas zu kurz, da die besondere Erzählweise, die Story, die Charaktere und die Konstellation verdammt gut sind. Ich hätte mir einen Film mit über 2 Stunden Länge gewünscht und der Stoff hätte es hergeben können.
Obwohl sich hinter „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ eine Liebesgeschichte verbirgt, bekommt man wenig Gefühlskino geboten. Vielmehr wirkt alles wie im Leben eines Teenagers, das vom Gefühl her eh immer etwas schwankend ist.

Alle Charaktere sind gewollt überzeichnet und dadurch kann es dem Zuschauer schwer fallen, sich mit einem oder mit jedem zu identifizieren. Das übertriebene Darstellen der Akteure lässt nichtsdestotrotz alles sehr originell erscheinen.

Die Kameraführung bietet sehr viel Abwechslung. Detailreiche Spielereien wechseln sich mit guten Totalen ab. Die Kamerafahrten sind sehr stabil und trotz der Kampfszenen bleibt das Bild scharf. Die Kulissen sind sehr ausgewogen, stilecht und passen absolut perfekt in den Film. Durch das Einfügen eines comichaften Schriftzuges an den einen oder anderen Stellen wird der Film auch in diesem Punkt unterhaltsamer und entertaint auf ganzer Linie.

Meine Meinung:
Mit „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ hat Edgar Wright einen Film geschaffen, der genau so unterhaltsam ist wie seine vorherigen Werke, wie z.B. „Hot Fuzz“ oder „Shaun of the Dead“.

Der Film gefällt mir sehr. Ich habe viel Freude an der Musik und wie sie in den Film eingebaut ist. Auch gefallen mir die Charaktere, sowohl wie sie dargestellt sind als auch die Personenkonstellation. Der Film ist aber mit seinen knappen 107 Minuten mir eindeutig zu kurz, er hätte noch locker 20 Minuten länger sein können.

Auch hatte ich großen Spaß an der tollen Kameraführung, die, wie bereits erwähnt, durch tolle Schnitteffekte und Comic-Schriftzüge aufgewartet wird. Der Film ist sehr sehenswert und hat im Großen und Ganzen auch etwas für die Lachmuskeln zu bieten.

Meine Wertung:
Humor: 6,5 von 10
Story: 6,0 von 10
Länge: 5,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,0 von 10
Authentizität: 5,5 von 10
Musik: 7 von 10
Kameraführung: 8,5 von 10
GESAMT: 6,2