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Ich und Earl und das Mädchen

ich-und-earl-und-das-maedchen_coverTitel: Ich und Earl und das Mädchen (engl. „Me and Earl and the dying Girl“)
Genre: Tragikomödie
Regie: Alfonso Gomez-Rejon
Musik: Brian Eno / Nico Muhly
Produzenten: Jeremy Dawson / Dan Fogelman / Steven Rales
Dauer: ca. 101 Minuten
Erscheinungsjahr: 2015
Altersfreigabe: FSK 6

„Dieser originelle Film erobert durch seine einmalig lustige und bewende Geschichte das Herz seiner Zuschauer und zeigt, dass wahre Freundschaft keine Grenzen kennt. Greg Gaines (Thomas Mann), ein etwas ungewöhnlicher Teenager der mittelmäßige aber urkomische Filmparodien mit seinem ‚Kollegen’ Earl (RJ Cyler) dreht, hat sich vorgenommen seine restliche Schulzeit möglichst unbehelligt und ohne größere Widerstände hinter sich zu bringen. Doch als seine Mutter (Connie Britton) ihn dazu verdonnert, Zeit mit Rachel (Olivia Cooke) – einer an Krebs erkrankten Mitschülerin – zu verbringen, beginnt für Greg seine bisher anspruchsvollste Aufgabe: Greg muss über seinen Schatten springen und lernen, sich seinen Mitmenschen zu öffnen.“
(Rückentext der DVD)

Dieses Mal habe ich mir wieder eine Tragikomödie vorgenommen, in der Hoffnung, eine tolle Geschichte, Gefühle, Tiefe und etwas zum Lachen zu bekommen. Inwieweit „Ich und Earl und das Mädchen“ mich unterhalten hat, kannst du nun hier nachlesen.

Die Geschichte dreht sich um Greg, aus dessen Sicht der ganze Film erzählt wird und der auch hin und wieder seinen Gedanken Ausdruck verleiht, indem er sie aus dem Off preisgibt. In seinem Mikrokosmos befinden sich – wie der Titel schon verrät – Earl und unter anderem das Mädchen.
Die meiste Zeit wird dieses Dreigespann beobachtet und die Beziehungen zwischen Greg und Earl und Greg und Rachel (dem Mädchen) gezeigt. Der Plan, die restliche Zeit in der Highschool möglichst unbeschadet und auch unentdeckt zu verbringen, wird durch seine Mutter zerstört, da sie will, dass Greg sich mit Rachel trifft, die erst kürzlich ihre Krebserkrankung diagnostiziert bekommen hat.

Die Handlung ist linear und eben aus der Sicht von Greg erzählt, der immer wieder mit Kommentaren aus dem Off kommt und Situationen auflockert oder erklärt und dabei auch immer gleich seiner Meinung, seinen Gedanken und Gefühlen Luft macht. Die Erzählweise hat aber sonst kaum Kniffe.

Was die Spannung betrifft, ist der Film keine Klasse für sich. Der Zuschauer ist zwar oft sehr interessiert, allerdings ist es auch so, dass das Schauspiel der Akteure irgendwie langweilig daherkommt und man sich als Zuschauer etwas mehr Spritz und Abwechslung wünschen kann. Die Thematik ist eher speziell und übt dementsprechend seinen Reiz auf das Publikum aus. Dadurch bleibt der Zuschauer doch eher gespannt am Ball und schaut interessiert hin. Dennoch muss man sagen, dass seit dem Buch und Film „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green diese Thematik häufig kopiert beziehungsweise adaptiert wurde. Neu ist das Ganze also nicht.

Mit 101 Minuten hat der Film eine angenehme Laufzeit, allerdings bekommt er durch fehlende Spannung auch seine Längen, die ihn schwierig werden lassen.

Die meiste Zeit sind die dargestellten Gefühle und Emotionen eher nüchtern oder stark zurückgeschraubt. Das anfänglicher Fehlen tiefer Gefühle, wird am Ende umso mehr kompensiert. Da kommt der Film doch noch mal aus sich heraus. In der Tat waren aber selbst die versteckten Gefühle in vielen Situationen der Antrieb der Protagonisten. Es hat sich eben eine Freundschaft aufgebaut und dementsprechend äußerten die Figuren auch ihre Emotionen, ohne großes Liebesdrama oder erbitterte Abneigung. Eine insgesamt natürliche Darstellung von Zuneigung, Hoffnung, Angst und – ausschlaggebend – Freundschaft.

Die Schauspieler haben ihre Rollen weitestgehend gut verkauft. Die Charaktere besaßen genügend Tiefe und Glaubwürdigkeit und obendrein haben sie zusammen wunderbar gut funktioniert.
Weder wirkten die Figuren hölzern noch unnatürlich, aber dennoch war, wie bereits erwähnt, das Schauspiel teilweise uninspiriert und langweilig.

Die musikalische Untermalung ist unterstützender Natur und war geprägt von klassischen Stücken. Hin und wieder hat allerdings der ein oder andere alternative Indie-Song das Geschehen begleitet.

Nicht zu vergessen der Humor. Er ist teilweise geprägt von Absurditäten und situationskomischen Momenten. Die Ausdrucksweise war dabei nie vulgär oder unter der Gürtellinie. Dazu kommen immer wieder Monologe, die den Zuschauer in ihren Bann ziehen.

ich-und-earl-und-das-maedchen_dvdMeine Meinung:
„Ich und Earl und das Mädchen“ hat mir gut gefallen. Unterm Strich handelt es sich aber um einen Film, der vieles gut, aber auch einiges nicht so gut macht. Meiner Meinung nach überwiegen die Vorteile.

Diesen Film kann man sich gut anschauen, wenn auf einem Sonntagabend nichts Vernünftiges im TV läuft und man sonst auch nicht weiß, was man gucken möchte. Es ist allerdings nicht notwendig, sich ihn auf DVD oder BluRay zu besorgen.

Zum Schluss bleibt mir zu sagen, dass ich meine Freude an „Ich und Earl und das Mädchen“ hatte, aber ich weiß nicht, ob ich ihn allzu bald ein zweites Mal schauen werde.

Meine Wertung:
Humor: 6,5 von 10
Spannung: 6,5 von 10
Story: 8,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 7,0 von 10
Authentizität: 7,5 von 10
Musik: 6,5 von 10
GESAMT: 7,0