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Gangster Squad

Titel: Gangster Squad
Genre: Gangsterfilm
Regie: Ruben Fleischer
Musik: Steve Jablonsky
Produzenten: Dan Lin / Kevin McCormick / Michael Tadross
Dauer: ca. 108 Minuten
Erscheinungsjahr: 2013
Altersfreigabe: FSK 16

„1949. Der skrupellose Gangster Mickey Cohen (Sean Penn) hat Los Angeles in seinem Würgegriff. Im Kampf gegen das Verbrechen und die wild wuchernde Korruption ist Chief Bill Parker (Nick Nolte) gezwungen, zu extremen Mitteln zu greifen. Er kann Kriegsheld Sgt. John O´Mara (Josh Brolin) dafür gewinnen, eine Spezialeinheit zusammenzustellen, um knallhart Selbstjustiz zu üben. Ihr Ziel sind keine Verhaftungen… sondern Krieg. Während die Stadt zu explodieren droht, wird Sgt. Jerry Wooters (Ryan Gosling) widerwillig in den Konflikt gezogen, als er Grace Faraday (Emma Stone) verfällt, einer eleganten Schönheit, die Cohen als sein Eigentum beansprucht… Basierend auf wahren Begebenheiten, erzählt Gangster Squad die lange unter Verschluss gehaltene Geschichte der Polizei-Einheit, die für L.A.s Seele kämpfte.“
(Rückentext der DVD)

„Gangster Squad“, der Name ist Programm und es dreht sich wieder einmal alles um kriminelle Machenschaften, Gewalt, Geld und viele, viele Tote. Aber vor allem stellt der Film genau das dar, was offensichtlich in der Tradition eines Gangsterfilms ist: Die Grenzen zwischen Gut und Böse sind verschwommen und die Polizisten sind manchmal nicht von den Verbrechern zu unterscheiden.

„Gangster Squad“ erzählt die wahre Geschichte um eine Polizei-Einheit, die den Mafioso Mickey Cohen aus Los Angeles vertreiben soll.

Ich kann nicht genau sagen, ob es die Handlung oder die ausufernde Darstellung von Gewalt ist, die mich an diesem Film so fasziniert, aber dass es sich hierbei um eine wahre Geschichte dreht und dass sie in L.A. nach dem Krieg angesiedelt ist, spielt nicht so wirklich eine Rolle. Ich muss gestehen, die Tatsache, dass es sich hierbei um wahre Begebenheiten dreht, macht das Ganze schon ziemlich perfide, wobei ich infrage stellen muss, dass das auch wirklich alles so passiert ist (insbesondere die Methoden der Mafia).

Inzwischen sollte jeder in meinem Umfeld wissen, dass ich ein Freund des gepflegten Gangster-Films bin und so ist es nicht verwunderlich, dass ich auch „Gangster Squad“ auf seine Art und Weise zu schätzen weiß.
Doch wo fange ich an? Die Schauspieler!
Der Cast ist weitestgehend namhaft, aber keiner der Darsteller schreit danach, ihn oder sie im Kino sehen zu wollen. Und dann ist da auch immer die Frage, ob er oder sie in der Lage ist, eine Handlung auf seinen oder ihren Schultern zu tragen. Zum Glück ist aber die Wahl so gefallen, wie man sie letzten Endes auch im Film zu sehen bekommt, denn die große Stärke ist der Cast. Josh Brolin, Ryan Gosling, Emma Stone und Sean Penn, dazu ein Nick Nolte und schon hat man die fünf Schulterpaare, die der Streifen braucht.
Die Figuren wirken echt und bringen den Zeitgeist gut in ihrer Handlungskausalität auf den Punkt. Besonders wirken die Ansichten der Weltkriegsveteranen so, als sei ihnen ihr Wort wichtiger als Geld. Schade finde ich allerdings, dass die Charaktere nicht sonderlich in die Tiefe gehen, dadurch scheint es so, als ob sie alle kein Herz, sondern eine Maschine in der Brust hätten. Emotionen sind also oft nicht vorhanden.
Leider gibt es auch keine Flashbacks, Traumata oder gescheiterten Persönlichkeiten, die durch ihr Handeln in irgendeiner Weise irgendetwas verloren haben.

Ich muss gestehen, wenn es um die Spannung geht, wird „Gangster Squad“ ziemlich rudimentär und wenig einfallsreich, aber es wirkt und klappt. Denn woraus lässt sich leichter Spannung erzeugen als aus Schießereien und Prügeleien? Schlaufüchse sagen jetzt „einem guten Plot“, dazu fällt mir ein, dass man die Geschichte ja im Prinzip auch nachlesen kann, wenn man sich nur für den Plot interessiert. Ansonsten gibt es auch noch ein paar Verfolgungsjagden, sehr explizite Gewaltdarstellungen und entsprechende Schnitte, die alles noch viel spannender wirken lassen, als es ist.

Das Setting und die Musik sind stilecht und unterhaltsam. Die Musik entstammt den 1940er-Jahren, die Outfits auch. Kulissen und Straßen wirken wie aus einer anderen Zeit und unterstreichen zusätzlich den Zeitgeist. Kamerafahrten und Aufblenden rundeten das Bild ab. Einen Kritikpunkt gibt es trotzdem: Die Möglichkeiten wurden nicht gänzlich ausgeschöpft. Besonders in Amerika der 1930er- und 1940er-Jahren gab es viele rivalisierende Mafiafamilien, die sich ständig untereinander bekämpft haben, das fließt leider gar nicht mit ein. Storytechnisch hätten hier mehr Brücken geschlagen werden können.
Um auch noch einmal ein Wort über die Musik zu verlieren: Sie war toll und hat sich gut in den Film gegliedert. Inszenatorisch wurde hier gut und wertig gearbeitet.

Meine Meinung:
Die Schwächen von „Gangster Squad“ sind nicht von der Hand zu weisen. Besonders das Storytelling fiel dem Regisseur Ruben Fleischer schwer und das merkt man diesem Film an. Problematisch daran ist, dass das ganze Werk darunter leidet, denn „Gangster Squad“ hat seine Längen, die nur durch Schnitte wieder eingeholt werden können.

Was dem Streifen fehlt, sind die Kniffe, die aus einem guten Film einen sehr guten machen. So bleibt für mich unterm Strich stehen, dass ich zwar durchaus Spaß hatte und mitgefiebert habe, aber mir eben doch das eine oder andere fehlt.

Meine Wertung:
Spannung: 7,5 von 10
Action: 7,5 von 10
Story: 6,0 von 10
Länge: 5,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 3,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 8,0 von 10
Setting: 8,5 von 10
GESAMT: 6,8

Ant-Man [Rewatched]

Titel: Ant-Man
Genre: Action / Science-Fiction / Comicverfilmung
Regie: Peyton Reed
Musik: Christophe Beck
Produzenten: Kevin Feige
Dauer: ca. 112 Minuten
Erscheinungsjahr: 2015
Altersfreigabe: FSK 12

„Ausgestattet mit der unglaublichen Fähigkeit, auf winzige Körpergröße zu schrumpfen und gleichzeitig seine Kräfte zu vervielfachen, verbündet sich Trickbetrüger Scott Lang (Paul Rudd) mit seinem neuen Mentor Dr. Hank Pym (Oscar®-Preisträger Michael Douglas), um das Geheimnis des spektakulären Ant-Man-Anzuges zu beschützen. Das Schicksal der Menschheit steht auf dem Spiel und Pym und Lang müssen einen fast aussichtslosen Kampf aufnehmen.“
(Rückentext der DVD)

Ich hatte bereits einmal über „Ant-Man“ geschrieben und den Beitrag findet ihr auch weiterhin auf meinem Blog, aber dennoch gibt es hier und jetzt ein Rewatched. Hin und wieder schaue ich Filme ein weiteres Mal, mit zeitlichem Abstand zur Erstsichtung. Vor allem mache ich das aber auch, weil ich das MCU in seiner Gänze und in der Reihenfolge schauen möchte, wie die Filme auch im Kino erschienen sind.
An dieser Stelle folgt also auf das letzte Avengers-Abenteuer wieder ein Solo-Film, dieses Mal von dem Mann in Ameisengröße.

„Ant-Man“ ist ein Superheld aus dem Hause Marvel und seine Fähigkeit ist es, sich – mittels eines Anzugs – auf die Größe eines Insekts zu schrumpfen und dabei eine höhere relative Stärke zum eigenen Körpergewicht und zur eigenen Körpergröße zu haben. Paul Rudd (eigentlich bekannt aus Komödien!) spielt Scott Lang, der Mann, der zu Ant-Man wird. Erst ist er ein Kleinkrimineller und nun soll er ein Held werden. Sowohl für seine Tochter, als auch für den Rest der Welt.

Die Handlung wird komplizierter dargestellt als sie ist. Im Allgemeinen wird sie recht chronologisch dem Zuschauer präsentiert, jedoch wird immer mal wieder versucht, mithilfe von originellen Erzählsträngen ein kompliziertes Handlungsgebilde aufzubauschen. Meiner Meinung nach hat es der Streifen nicht nötig, solche Mittel zu verwenden, um die Handlung witziger oder interessanter zu gestalten. „Ant-Man“ beginnt nämlich schon recht interessant und führt zwar nicht die Figuren grundlegend ein, aber erklärt ein wenig die Vorgeschichte.
Soweit so gut. Spannung wird immer wieder erzeugt, aber es wird sich auch immer wieder auf die Action verlassen. Und genau das ist Fluch und Segen zugleich:

Die Action ist unterhaltsam und vor allem in Verbindung mit der Größenrelation entstehen dabei sehr witzige Momente. Allerdings fällt es dem Zuschauer auf, dass die Qualität nicht die beste ist. „Viel hilft viel“ ist hier leider einmal mehr die Devise, aber Ant-Man ist ein Held, bei dem das leider nicht funktioniert. Das Schema-F-Vorgehen von Marvel und Disney funktioniert nicht. Gut, die Kinokassen klingeln, also haben sie etwas richtig gemacht, aber auf Kosten des Sehrvergnügens und des Spaßes der Kinogänger.

Grundsätzlich lässt sich auch zum Punkt der Spannung sagen, dass der Streifen in seinen Zügen vorhersehbar und aufgrund seiner Erzählweise und Inszenierung weit hinter seinen Möglichkeiten bleibt.
Bezogen auf die Authentizität und die Emotionen gibt es im gesamten MCU keinen Film, der mich so richtig von den Socken gehauen hat. „Ant-Man“ hat gute Ansätze, schafft es aber auch nicht, mich zu überzeugen. Viel mehr noch stört es mich, dass ein Kleinkrimineller sich gegen die Kriminalität entscheidet, um ein besserer Vater zu sein und macht dann bei einem Unterfangen mit, bei dem es die ganze Zeit darum geht, irgendwo einzubrechen und etwas zu stehlen oder in die Luft zu jagen. Klarer Fall von „nicht gut bis zum Ende gedacht“.

Das Setting hingegen weiß da schon etwas mehr zu überzeugen. Szenenbild, Kostüme und Make Up sind stimmig und passen. Die Effekte lassen aber von der ersten Sekunde an zu wünschen übrig. Besonders die Verjüngung von Michael Douglas ist ganz doll gescheitert.
Musikalische Unterstützung war vorhanden, allerdings bedeutungslos. Eine Sache, an der ich mich maßlos störe, ist die falsche Synchronstimme von Paul Rudd. Wer seine Rollen in Filmen oder Serien kennt, weiß auch, dass die alte deutsche Synchronstimme viel besser ist als diese.

Meine Meinung:
An vielen Ecken und Enden gibt es Dinge, die mich störten. Die Figuren, die Quintessenz, die Effekte, die Unglaubwürdigkeit und die Emotionslosigkeit. Warum sollte man sich diesen Film anschauen? Ich kann es nicht sagen. Er gehört zum MCU. Das muss leider reichen, auch wenn ich gut auf diesen Film verzichten könnte.
Und zum ersten Mal hat ein Streifen beim Rewatched weniger Punkte erhalten als bei der Erstsichtung.

Meine Wertung:
Spannung: 5,0 von 10
Action: 7,0 von 10
Story: 6,0 von 10
Länge: 7,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,0 von 10
Authentizität: 5,0 von 10
Musik: 6,0 von 10
Setting: 7,0 von 10
GESAMT: 6,1

Reihenfolge:
1. Ant-Man
2. Ant-Man and the Wasp

Marvel Cinematic Universe:
1. Iron Man
2. Der unglaubliche Hulk
3. Iron Man 2
4. Thor
5. Captain America: The First Avenger
6. Marvel’s The Avengers
7. Iron Man 3
8. Thor – The Dark Kingdom
9. The Return of the First Avenger
10. Guardians of the Galaxy
11. Avengers: Age of Ultron
12. Ant-Man

Avengers: Age of Ultron

Titel: Avengers: Age of Ultron
Genre: Comicverfilmung / Action / Science-Fiction
Regie: Joss Whedon
Musik: Brian Tyler / Danny Elfman
Produzenten: Kevin Feige
Dauer: ca. 135 Minuten
Erscheinungsjahr: 2015
Altersfreigabe: FSK 12

„Als Iron Man Tony Stark (Robert Downey Jr.) ein stillgelegtes Friedensprogramm reaktiviert, gerät die Situation plötzlich außer Kontrolle und die Avengers müssen sich erneut verbünden, um die Erde vor ihrer Zerstörung durch den scheinbar übermächtigen Ultron zu bewahren.“
(Rückentext der DVD)

Dieses Mal geht es weiter mit dem Marvel Cinematic Universe. Heute: „Avengers: Age of Ultron“

Inzwischen sollte jeder wissen, dass ich dem MCU sehr skeptisch gegenüberstehe. Es ist ja nicht so, dass ich von der stringenten Erzählweise des Gesamtkunstwerks „MCU“ nicht begeistert wäre und dass ich mir nicht eine solche Geduld und einen solchen Aufbau von Warner und seinem DCEU wünschen würde, aber was nicht ist, soll wohl nicht sein.

Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, wo ich anfangen soll, denn im Prinzip habe ich nichts so richtig auszusetzen. „Avengers: Age of Ultron“ macht nicht alles richtig, aber macht auch nicht sehr viel falsch. Aber ich versuche, ihn doch etwas genauer zu betrachten, damit ich dazu am Ende etwas sagen kann.
Wenn ich mir bisher das MCU anschaue, dann muss ich schon sagen, dass die Anzahl der mittelmäßigen Filme viel zu hoch ist. „Der unglaubliche Hulk“, die Iron-Man-Trilogie, Captain America, Thor und „Guardians of the Galaxy“ sind im Prinzip die Vorgeschichten vom zweiten Aufeinandertreffen der Superhelden aus dem Hause Marvel, jedoch erinnere ich mich rückwirkend nur an einen oder maximal zwei Filme, die mich wirklich gut unterhalten haben. Insofern ist „Avengers: Age of Ultron“ eine kleine Überraschung gewesen, da ich wieder nur Mittelmäßiges erwartet habe.

Die Handlung ist zwar denkbar einfach und auch nur auf fehlendes kommunikatives Handeln der Protagonisten gestützt, allen voran von Iron Man Tony Stark, jedoch lässt sich da jetzt nichts mehr dran ändern. Unterm Strich bleibt handlungstechnisch jedoch ein bitterer Nachgeschmack übrig.
Narrativ erhalten wir den Einheitsbrei, den man bereits kennt. Es gibt fast keine Überraschungen und die Handlung ist weitestgehend vorhersehbar. Was „Age of Ultron“ von all den anderen MCU-Filmen unterscheidet, ist dabei so einfach wie logisch: der Bösewicht.

Der Rückentext verrät es schon, aber Ultron ist eigentlich ein missglücktes Projekt von Tony Stark, das nun anfängt, die Menschheit zu bedrohen. In gewohnter Superhelden-Manier schreiten die Avengers ein, um eine Katastrophe zu verhindern. Meines Erachtens gibt es da drei ganz konkrete Punkte, die „Age of Ultron“ von den anderen Filmen abhebt:
1. Ultron:
Eine künstliche Intelligenz, geschaffen von Iron Man. Das Projekt wendet sich gegen seinen Entwickler und beschreitet damit komplett neue Wege im MCU.
2. Die Handlung:
Ja, richtig gelesen. Ich spreche von der Handlung. Weiter oben sage ich zwar, dass man den gewohnten Einheitsbrei bekommt, aber das muss ja nicht immer schlecht sein. Viel mehr erfährt man in „Age of Ultron“ zum ersten Mal etwas über Hawkeye und Black Widow. Dabei fühlt sich der komplette Film nicht so an, als wäre er tatsächlich ein Avengers-Abenteuer, sondern als wäre er ein Einzelfilm der beiden Helden. Jeremy Renner und Scarlett Johansson zeigen, was so alles in ihren Figuren steckt und schlagen dabei erstaunlich ruhige Töne an, die dem Ganzen einen Drall geben und so das MCU – für den Moment – auf eine neue Stufen heben. Die Handlung bekommt aber nicht nur durch die beiden Avengers-Mitglieder mehr Tiefe, sondern vor allem auch durch Ultron. Wären wir in einem DCEU-Film, wären die Wörter: „Kniet nieder Götter.“, mit an Sicherheit angrenzender Wahrscheinlichkeit gefallen. So aber wurden philosophische Fragen aufgeworfen, bei denen man sich selbst auch fragt, wer über Recht und Unrecht entscheidet. Vor allem: Sind Superhelden nicht auch eine Bedrohung für die Menschheit? Unter gewissen Vorzeichen und Voraussetzungen muss man diese Frage bejahen.
3. Das Feeling:
Aus der Welt des Fußballs kennen wir den Spruch „Ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl“ (Andreas Möller). Was hat es mit den Avengers zu tun?
Das lässt sich nicht ganz einfach, aber doch hoffentlich eindeutig erklären.
Im Jahr 2000 kam Bryan Singers „X-Men“ in die Kinos. Er zeigte damit erstmalig, wie unglaublich vielseitig eine Comicverfilmung sein kann. „Avengers: Age of Ultron“ ist zumindest auf den Spuren von „X-Men“, auch wenn er nie an die Qualität oder den Unterhaltungswert herankommt.

Die Figuren passen zum Geschehen. Ein bisschen weniger Iron Man und dafür ein bisschen mehr Hawkeye und ich werde noch ein richtiger Fan. Glaubwürdigkeit und Tiefe sind weitestgehend vorhanden, auch wenn die Geschichte narrativ und inhaltlich einfach strukturiert und vorhersehbar ist.

Die Länge beträgt ca. 135 Minuten, die sich erstaunlich kurz anfühlen, in denen sich Charakterszenen und Actionsequenzen den Film gerecht teilen. Visuell wurde in vielen Szenen mit CGI nachgeholfen, wodurch die Actionszenen teilweise noch aufgeblähter wirken.
Spannung resultiert vor allem aus dem guten Mix und der Abwechslung, aber auch aus besonders aufregenden Szenen, in denen es nicht nur zur Sache geht, sondern die den Film auch inhaltlich voranbringen. Aufgrund seiner starken Vorhersehbarkeit stellt sich nie ein richtiges Gefesseltsein ein. Grundsätzlich beinhaltet „Avengers: Age of Ultron“ verhältnismäßig wenig Actionsequenzen, welche allerdings meist gut und spektakulär inszeniert wurden.

Die Emotionen habe ich teilweise auch schon weiter oben beschrieben. Hawkeye und Black Widow bekommen eine tiefere Beleuchtung, die auch – oder vor allem – auf der emotionalen Ebene sehr gut funktioniert. Nicht zu vergessen Ultron, der, obwohl er eine künstliche Intelligenz ist, scheinbar auch über Selbstreflektion verfügt. Die anderen Figuren bleiben jedoch typisch im MCU-Schema.

Meine Meinung:
Nach bereits so vielen Filmen, die zum MCU gehören, fange ich langsam an, zu ermüden. Es werden einfach immer mehr Filme in immer kürzeren Abständen herausgebracht. Es fällt mir schwer, den Überblick zu behalten. Inzwischen sitze ich schon mit dem Handy in der Hand und recherchiere nebenbei, wo ich mich im Handlungsstrang befinde.

Mit Überraschungen und hochtrabender Spannung kann allerdings „Age of Ultron“ nicht punkten. Schlussendlich ist er allerdings einer der besseren MCU-Filme, auch wenn man seine Schwächen nicht von der Hand weisen kann.

Meine Wertung:
Spannung: 7,0 von 10
Action: 8,5 von 10
Story: 7,0 von 10
Länge: 8,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 7,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 6,5 von 10
Setting: 7,5 von 10
GESAMT: 7,5

Reihenfolge:
1. Marvel’s The Avengers
2. Avengers: Age of Ultron

Marvel Cinematic Universe:
1. Iron Man
2. Der unglaubliche Hulk
3. Iron Man 2
4. Thor
5. Captain America: The First Avenger
6. Marvel’s The Avengers
7. Iron Man 3
8. Thor – The Dark Kingdom
9. The Return of the First Avenger
10. Guardians of the Galaxy
11. Avengers: Age of Ultron

The Return of the First Avenger

Titel: The Return of the First Avenger (engl.: „Captain America: The Winter Soldier“)
Genre: Action / Science-Fiction / Comicverfilmung
Regie: Anthony Russo / Joe Russo
Musik: Henry Jackman
Produzenten: Kevin Feige
Dauer: ca. 130 Minuten
Erscheinungsjahr: 2014
Altersfreigabe: FSK 12

„Zwei Jahre sind vergangen, seit Steve Rogers alias Captain America (Chris Evans) gemeinsam mit den Avengers in New York einen außerirdischen Angriff zurückgeschlagen hat.

Zurück in Washington, kämpft er im Auftrag von Nick Fury (Samuel L. Jackson) gemeinsam mit Natasha Romanoff alias Black Widow (Scarlett Johansson) erfolgreich in neuen Geheimoperationen. Als bei einem Einsatz ein S.H.I.E.L.D.-Agent unter Beschuss gerät, wird Rogers plötzlich in ein Netz von Intrigen hineingezogen, das zu einer Gefahr für die ganze Welt zu werden droht. Gemeinsam mit seinen Verbündeten steht er schon bald einem ebenso unerwarteten wie höchst gefährlichen Gegner gegenüber – dem Winter Soldier.“
(Rückentext der DVD)

Auf meiner Reise durch das Marvel-Cinematic-Universe führte mich mein Weg zum zweiten Abenteuer von Captain America. Der deutsche Titel lautet „The Return of the First Avenger“, was das immer mit den anderen Titeln soll, weiß ich auch nicht. Die deutschen Vermarkter haben wohl irgendein Problem mit „Captain America: The Winter Soldier“.

Der Zuschauer merkt schon sehr früh, dass er mit der Captain-America-Reihe keine gewöhnlichen Comicverfilmungen bekommt. Ohne den dritten Teil zu kennen, kann man bereits jetzt und nach nur wenigen Minuten im zweiten Teil feststellen, dass die Grundthematik hinter dieser Verfilmung eine ganz Besondere ist. Rückblickend betrachtet, verändert dieser Film sogar die Handlung des Vorgängers. Bisher kann man aber sagen, dass sich „Captain America“ zwei Elementen hingibt. Das erste Element ist oberflächlich betrachtet ein reines Action-Element. Besonders auffällig sind die vielfältigen Variationen: Explosionen, Schießereien und Nahkampf-Szenen, die allesamt durchchoreografiert und dabei nicht zu viel sind. Es wird eine perfekte Balance zwischen Actionsequenzen und Charakterszenen geschaffen, die alles sehr homogen wirken lässt.
Das zweite Element ist im Grunde ein tiefgreifend-moralisches Element. Ganz klar wird hier der Charakter von Steve Rogers hervorgehoben, der auf eine besorgniserregende Art und Weise fragt, wo Freiheit anfängt, wo sie aufhört und welche Mittel zur Verteidigung erlaubt sind.
Damit ist „The Return of the First Avenger“ weitaus philosophischer als alle anderen Filme aus dem MCU.

Die Handlung ist chronologisch erzählt und stringent aufgebaut. Was ich leider wieder nicht so toll finde, ist, dass man sich nicht auf die Ereignisse aus dem ersten Zusammenkommen der Avengers bezieht. Stattdessen ist dieser Teil, natürlich ganz im Stile eines Einzelabenteuers, losgelöst zu betrachten. Erzähltechnisch wartet der Streifen nicht nur mit einer schlüssigen Handlung auf, sondern auch durch einige Wendungen und Überraschungen.

Grundsätzlich steckt in diesem Streifen sehr viel Spannung und das auch gleich auf mehreren Ebenen. Auf der Handlungsebene sind es Intrigen und Manipulationen, die immer wieder das Interesse der Zuschauer wecken und nach oben treiben. Unterstützt wird die Handlung durch ein paar sehr hübsche und sehr stark inszenierte Actionsequenzen. Zu guter Letzt ist es die Charakterebene, die für Spannung sorgt. Figuren und ihre Beziehungskonstellationen sind dabei extrem unterhaltsam und bergen die komplette Zeit Konfliktpotential.

Stark sind auch die emotionalen Ausprägungen, dabei agieren die Figuren stets gefühlstechnisch glaubwürdig. Der moralische Aspekt, der immer wieder von Captain America angestoßen und hervorgehoben wird, spielt da eine nicht unwesentliche Rolle. Wenn man genauer hinschaut, erkennt man auch die List, mit denen die Charaktere ausgestattet sind.
Dem Cast kann man bloß eine herausragende Leistung attestieren.
Folgerichtig steht es ähnlich positiv um die Glaubwürdigkeit der Darsteller.

Die Musik ist einzig darauf ausgelegt, den Film zu untermalen, ohne dabei ein besonderes Alleinstellungsmerkmal zu besitzen. Ganz anders sieht es da mit dem Setting aus. Die Kameraarbeit ist solide und folgt den Prinzipien des Marvel-Cinematic-Universe. Actionlastig und auf maximale Spannung ausgelegt.
Die Kulissen überzeugen durch eine hohe Vielfalt, die einzig und allein dem Film hilft, die Story glaubwürdig zu transportieren und darzustellen. Die Auswahl ist dahingehend sehr gelungen.

Meine Meinung:
„The Return of the First Avenger“ ist der bisher beste Film im gesamten MCU. Die Story, die Spannung und die Glaubwürdigkeit haben mir insbesondere bei dieser außergewöhnlichen Thematik gut gefallen. „Captain America“ zeigt beispielhaft, wie Action- und Charaktersequenzen miteinander agieren können, ohne dass dabei eine komplett hanebüchene Story bei herumkommt und der Unterhaltungswert auf mehreren Ebenen gegeben ist.

Im Gegensatz zu den „Thor“-Filmen, wo mit jedem neuen Teil die Qualität abnimmt, schafft es „Captain America“ nicht nur seine Heimat zu retten, sondern auch meinen Filmspaß, denn den hatte ich gewiss.

Meine Wertung:
Spannung: 8,5 von 10
Action: 9,5 von 10
Story: 8,5 von 10
Länge: 7,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
Setting: 7,0 von 10
GESAMT: 8,0

Reihenfolge
1. Captain America: The First Avenger
2. The Return of the First Avenger

Marvel Cinematic Universe:
1. Iron Man
2. Der unglaubliche Hulk
3. Iron Man 2
4. Thor
5. Captain America: The First Avenger
6. Marvel’s The Avengers
7. Iron Man 3
8. Thor – The Dark Kingdom
9. The Return of the First Avenger
10. Guardians of the Galaxy
11. Avengers: Age of Ultron

8 Mile

IMG_3542Titel: 8 Mile
Genre: Musikfilm / Drama
Regie: Curtis Hanson
Musik: Eminem
Produzenten: Carol Fenelon / Brian Grazer
Dauer: ca. 110 Minuten
Erscheinungsjahr: 2002
Altersfreigabe: FSK 12

„‚8 Mile’ zeigt eine Woche aus dem Leben einer Gruppe junger Menschen in der Vorstadthölle Detroits – und ihren Versuch, daraus zu entkommen.

Für Jimmy ‚Rabbit’ Smith Jr. (Eminem) ist HipHop die einzige Möglichkeit, aus seinem tristen Leben zwischen Langeweile und Gewalt auszubrechen. Er weiß, dass seine Texte das Zeug dazu haben – wenn er es schafft, seine Wut für seine Musik zu nutzen und sich der Herausforderung seines Lebens zu stellen…“
(Rückentext der BluRay)

Nachdem ich diesen Blog eröffnet habe, war es mein Wunsch, einen der Filme meiner Jugend zu rezensieren und auf dem Blog zu veröffentlichen. Schon immer hatte ich einen besonderen Draht zur Musik und Eminem gehört zwar nicht zu meinen allerliebsten Lieblingskünstlern, aber seine Leitungen im englischsprachigen HipHop sind nicht von der Hand zu weisen. Heute habe ich mir „8 Mile“ aus dem Jahre 2002 angeschaut. Ich wurde wieder zu dem 15-jährigen Jungen, der ich war, als ich diesen Film zum ersten Mal angeschaut habe. Eine Reise in die Vergangenheit.

„8 Mile“ beginnt mit einem Rap-Battle – einem Wettbewerb, bei dem zwei Underground-Rapper versuchen, sich auf einem Beat mit ihren spontanen Reimen zu diskreditieren. Wie bei einem Hahnenkampf reagiert das gezeigte Publikum auf die Aktionen der Akteure. In den ersten 15 Minuten wird die ganze Stimmung des Filmes vorab einmal präsentiert.
Der Film erzählt lediglich eine Woche aus dem Leben der Crew „Three One Three“ und dabei bedient er nicht nur Klischees, sondern zeigt auch die wahre Fratze, die das Leben trägt. Eine harte, unbarmherzige und vor allem ungerechte Welt.
Chronologisch begleitet das Publikum die Crew, mit einem besonderen Augenmerk auf Rabbit (Eminem). Langeweile kommt seltener auf, denn die Handlung ist gut dargestellt und inszeniert. Am Existenzminimum leben und sich eher schlecht als recht durch das Leben schlagen: Das ist das Schicksal von Rabbit. Zwischen zwei Battles (eines am Anfang des Films, das andere am Ende), spielt sich die komplette Geschichte ab.

Mit dem Battle am Anfang ist das vorübergehende Interesse des Zuschauers geweckt. Musikalische Szenen findet das Publikum aber immer wieder, sei es an einem Food-Truck in der Mittagspause, in einem Parkhaus kurz vor einer Party oder irgendwoanders. Immer wieder wird das Publikum durch solche Akzente auf die Musik hingewiesen. Aber auch die sozialen Umstände, in der sich die Gruppe um Rabbit wiederfindet, bietet genügend Konfliktpotential. Ein kurzweiliger und heißer Flirt mit Alex regt auf der zwischenmenschlichen Ebene das Publikum an.
Die Szenen mit ihr sind deswegen spannend und aufregend, weil Brittany Murphy eine von wenigen Frauen im – doch eher von männlichen Darstellern dominierten – Film ist. Auch die Reibungspunkte innerhalb der Crew geben genug Anlass um „8 Mile“ gespannt zu folgen.

Die Länge war leider nicht optimal, da es Szenen gibt, die die Handlung nicht voran getrieben haben und ein Weglassen dem Publikum nicht weiter stören würden.

Die Gefühle sind weitestgehend zurückgenommen. Wenn allerdings mal welche durchkamen, sind sie überwiegend aggressiver Natur. Ein besonders großes Spektrum wird dem Zuschauer in diesem Punkt nicht geboten.

Die Echtheit der Charaktere ist, trotz der wenigen Gefühle, gegeben. So ziemlich jede Figur macht den Anschein, als ob sie aus diesem Milieu kommen würde, was „8 Mile“ ein Stück weit authentischer dastehen lässt.

Die Musik war, natürlich, von Rap geprägt. So ziemlich jedes Lied stammte von Eminem. Dadurch steht dem Streifen allerdings ein äußerst beschränktes Spektrum zur Verfügung. Klassische Töne, die ohnehin nicht in diesen Film gepasst hätten, sucht man vergebens. Die Auswahl der Stücke, inklusive des Titeltracks „Lose Yourself“, ist stimmig und spiegelt sowohl die sozialen Umstände, als auch die gesellschaftliche Struktur wieder. Darüber hinaus ist der Unterhaltungswert der Filmmusik enorm hoch, vorausgesetzt man ist Fan von Rap-Musik mit „Underground-Touch“. Daumen hoch.

IMG_3544Meine Meinung:
„8 Mile“ ist, wie gesagt, ein Film, den ich das erste Mal im Teenager-Alter gesehen habe. Ich habe mich nicht gänzlich zurück in die Vergangenheit versetzt gefühlt, allerdings weiß ich heute andere Dinge an diesem Streifen zu schätzen. Ich mag ihn nach wie vor, auch wenn er in meiner Vorstellung besser war, als er es tatsächlich ist.

Die Geschichte ist auf seine ganz eigene Art und Weise packend und spannend. Sie ist sozialkritisch und zeigt Missstände auf, genauso sehr zeigt sie, welche Bedeutung Musik auf den Zeitgeist und die Kultur hat. Auch wenn der Film hier und da zu ausgedehnt ist, passt das Setting im Großen und Ganzen sehr gut.

Die Figuren waren allesamt authentisch, auch wenn nicht viel Platz für Gefühle da war, aber immerhin ist das ja auch keine Liebeskomödie.

Die Musik hat zu 100 Prozent gepasst. Den enorm hohen Unterhaltungswert und die Inszenierung in Form der Rap-Battles war nicht nur innovativ, sondern auch spannend.
Insgesamt hat der Film ein paar Punkte liegen gelassen.

Meine Wertung:
Spannung: 8,0 von 10
Story: 8,0 von 10
Länge: 6,0 von 10
Authentizität: 9,0 von 10
Musik: 10 von 10
Gefühle/Emotionen: 7,0 von 10
GESAMT: 8,0

Ant-Man

IMG_3002Titel: Ant-Man
Genre: Action / Science-Fiction / Comicverfilmung
Regie: Peyton Reed
Musik: Christophe Beck
Produzenten: Kevin Feige
Dauer: ca. 112 Minuten
Erscheinungsjahr: 2015
Altersfreigabe: FSK 12

„Ausgestattet mit der unglaublichen Fähigkeit, auf winzige Körpergröße zu schrumpfen und gleichzeitig seine Kräfte zu vervielfachen, verbündet sich Trickbetrüger Scott Lang (Paul Rudd) mit seinem neuen Mentor Dr. Hank Pym (Oscar®-Preisträger Michael Douglas), um das Geheimnis des spektakulären Ant-Man-Anzuges zu beschützen. Das Schicksal der Menschheit steht auf dem Spiel und Pym und Lang müssen einen fast aussichtslosen Kampf aufnehmen.“
(Rückentext der DVD)

„Ant-Man“ – eine weitere Comicverfilmung. Eigentlich bin ich kein Fan vom gesamten Universum der Marvel-Comics, aber ich muss leider zugeben, dass einzelne Figuren schon gefallen. Dieses Mal habe ich mich mit „Ant-Man“ auseinandergesetzt. Ein Superheld, der auf Insektengröße schrumpfen kann und, ähnlich wie eine Ameise, eine hohe relative Stärke im Verhältnis zu seinem eigenen Gewicht und seiner Größe hat.

Paul Rudd spiel Scott Lang, besser bekannt als „Ant-Man“. Er ist die Hauptfigur, um die sich alles dreht. Als ambitionierter Krimineller hat Scott Karriere gemacht und saß dafür in St. Quentin, nun soll er nicht nur ein Held für seine Tochter, sondern auch für den Rest der Welt werden. Dafür muss er so groß wie ein Insekt werden und den „Ant-Man“-Anzug tragen. Alles wird sehr chronologisch erzählt und so beginnt der Film nicht mit Scott im eigentlichen Sinne, sondern mit einem Ereignis in der Vergangenheit: Wir finden uns im Jahre 1989 wieder, um kurz darauf mehr als zwei Jahrzehnte in die Zukunft zu springen. Wir werden Zeuge der Entlassung Scotts aus dem Gefängnis. Von nun an beginnt seine kleine Verwandlung. Mit äußerst einfachen Mitteln wird die Story vorangetrieben.
Dabei wird das Publikum sehr selten überrascht, denn die Geschichte ist ebenso einfach wie vorhersehbar.

Spannungstechnisch geht der Film leider auch nicht so sehr ab. Ja, er ist unterhaltsam. Nein, es ist nicht das Beste, was man je gesehen hat. Anders als bei „Guardians of the Galaxy“ kann „Ant-Man“ leider nicht mit unvorhersehbaren Wendungen punkten. Das Potential, das dieser Film definitiv hat, wird nicht ausgeschöpft. Am Ende bleibt eher ein müdes Lächeln, als frenetisch glänzende Augen.

Es gibt eine Sache, die alle Marvel-Filme – außer des comichaften Hintergrunds – verbindet: Action.
Sie alle können Explosionen, Luftschlachten, Schießereien und Verfolgungsjagden, umso erfrischender wäre es, einen Helden zu sehen, der alles zwar kann, aber nicht in einem übertriebenen Maße macht. „Ant-Man“ ist in diesem Fall in jeder Hinsicht minimalistisch angesiedelt, denn er bietet alles von dem, nur nicht in 70% der Laufzeit, sondern eher nur 30%. Es ist wohltuend so etwas zu sehen, auch wenn es wohl die kleine Ausnahme bleiben wird und die nächsten Marvel-Verfilmungen wieder voller Bomben, Explosionen, Schießereien und Verfolgungsjagden sein werden.

Eine weitere positive Eigenschaft des Films war der Humor. Mit flotten und ironischen Sprüchen wird dem Publikum immer mal wieder Abwechslung geboten. Darüber hinaus profitiert er von seiner Situationskomik.

Auf der emotionalen Ebene soll das Publikum ebenfalls ergriffen und abgeholt werden. Hier zeigt der Film gute Ansätze, Beweggründe und Chancen für einige Charaktere, so richtig überzeugend war das nicht. Scott wollte sich für seine Tochter verändern und ein Vater sein, der nichts mehr mit kriminellen Gedanken zu tun hat. In ein hautenges Lederkostüm zu schlüpfen und auf die Größe einer Ameise zu schrumpfen, um dann gegen das Böse zu kämpfen, ist zwar löblich, hat aber wenig mit einem Leben ohne kriminelle Energie zu tun, wenn alles darauf ausgelegt ist, irgendwo einzubrechen, um etwas zu stehlen. Vielleicht heiligt der Zweck die Mittel.

„Ant-Man“ ist der Film der grundsätzlich guten Ideen, aber schwachen Umsetzung. Dieses „Phänomen“ zieht sich auch durch die Glaubwürdigkeit der Figuren. Diesen Gedanken hatte ich schon am Anfang des Filmes, als Dr. Pym und Howard Stark (Vater von Tony Stark alias „Iron Man“) aufeinander trafen. Alles war so gespielt, so unecht und wenig begeisternd.

Aber um noch einmal ein Wort über die Figuren zu verlieren: Die schauspielerische Darbietung war insgesamt nicht schlecht, aber in manchen Szenen leider doch. Es stachen dabei vereinzelt Rollen heraus und bleiben auch über den Streifen hinaus in den Gedanken des Zuschauers.
An erster Stelle steht dabei Michael Peña, der seiner Rolle ein verplantes, aber stets witziges und schnell zu begeisterndes Wesen verliehen hat. Mit seinen beiden Kumpels Dave und Kurt bekam das Publikum ein interessantes Trio zu Gesicht.
Abby Ryder Fortson (als Tochter) war die nächste Überraschung. Das 2008 geborene Mädchen überzeugt mit einem schlagfertigen und süßen Auftreten.
Und nicht zuletzt Paul Rudd. Normalerweise kennt man ihn aus Komödien wie „Trauzeuge gesucht!“ oder „Our Idiot Brother“ und mit „Ant-Man“ schafft er es, sich zwar auch einem anderen Publikum zu zeigen, allerdings hat das ganze ein Manko: In der Regel wird er nämlich von Norman Matt synchronisiert, nicht so in diesem Film. Hier verleiht Markus Pfeiffer ihm seine deutsche Stimme. Auch wenn die Vertonung recht gut gepasst hat, war es doch eher irritierend, ihn mit einer neuen Stimme zu hören.

Besonders gut fielen die vielen Kameraeinstellungen auf, die uns an Scotts Abenteuer in Ameisengröße teilhaben ließen. Die Inszenierung war in diesen Momenten besonders eindrucksvoll und auf einem hohen Niveau.

Die musikalische Untermalung war eher typisch für eine Comicverfilmung: unterstützend, wenig aufregend und in den richtigen Szenen darin bestrebt, die Spannung nach oben zu treiben, um so die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu sichern. Insgesamt war die Musik aber eher unspektakulär.

Meine Meinung:
Insgesamt habe ich mir mehr von dem Film versprochen. Meine Enttäuschung fing eigentlich auch schon mit dem Trailer an. Als ich den ersten deutschsprachigen Trailer gesehen habe, hörte ich gleich, dass Paul Rudd einen anderen Synchronsprecher hat, was mir schon sehr missfallen hat.
Und es zieht sich so durch den Film. In vielen Dingen hat „Ant-Man“ eine gute Idee, die er nicht konsequent und gut umsetzt.

Die Authentizität hätte auch besser sein können. Wenn die Nebendarsteller das erste sind, was einem dazu einfällt, dann läuft da ganz viel nicht richtig. Michael Douglas verkörpert den neuen Mentor, ja, aber nicht glaubhaft. Insgesamt war er ein Charakter, der mich eher genervt hat.

Auch die Story hatte einen guten Ansatz und spannungstechnisch wäre definitiv mehr drin gewesen, fehlende Wendungen und ein vorhersehbarer Handlungsstrang schlagen sich hier negativ auf die Punkte nieder.

Weniger ist mehr, zumindest wenn man sich die Action anschaut. Erfrischendes Verhältnis von Action zu den übrigen Szenen. Gefühlt waren weniger als ein Drittel des Filmes Actionsequenzen, vermutlich irre ich mich, allerdings fiel es mir auf, dass weitaus weniger Aufregung im Vergleich zu anderen Marvel-Comicverfilmungen vorhanden war.

Es gibt Ausnahmen, da hole ich die Kameraführung wieder aus dem Exil, aber dann muss es sich auch lohnen. „Ant-Man“ kommt zwar nicht mit Totalen oder grandiosen Landschaftseinstellungen daher, aber mit Einstellungen, die mich in die Welt der Insekten entführt hat, zumindest kurzzeitig und immer dann, wenn er sich geschrumpft hat. Klarer Daumen hoch.

Punkte lässt er aber trotzdem liegen.

Meine Wertung:
Spannung: 5,0 von 10
Action: 8,0 von 10
Humor: 7,0 von 10
Story: 6,0 von 10
Länge: 7,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,0 von 10
Authentizität: 5,0 von 10
Musik: 6,0 von 10
Kameraführung: 8,0 von 10
GESAMT: 6,4