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Zwei Kurze, bitte! #1

Zukünftig werde ich unter dem Titel „Zwei Kurze, bitte!“ zwei kurze Kurzkritiken vorstellen. Hier werden Filme und Serien besprochen, die es leider nicht geschafft haben, von mir in einer „großen“ Rezension besprochen zu werden. Wer die Filme und Serien über den Reiter „Index“ sucht, kommt dann auf die Kurzkritiken.

In der ersten Ausgabe von „Zwei Kurze, bitte!“ geht es um „I Kill Giants“ und „Boss Baby“.


Titel: I Kill Giants (2017)
Regie: Anders Walter
Genre: Drama

„I Kill Giants“ ist ein Coming-of-Age-Drama mit Fantasie-Elementen. Alles dreht sich um ein Mädchen, das felsenfest davon überzeugt ist, dass ihre Stadt von Riesen bedroht wird und sie diese aufhalten muss. Um die Riesen zu töten, legt sie allerhand Fallen aus und patrouilliert. Die Flucht in ihre Fantasiewelt voller Magie und Riesen hat natürlich einen bestimmten Hintergrund: Probleme Zuhause und in der Schule, die durch ihr Umfeld verstärkt werde, setzen ihr zu.
Der Streifen lässt allerhand vermissen, vor allem Spannung, narrative Finesse oder irgendeinen anderen Unterhaltungswert. Die Geschichte ist vorhersehbar und der Weg zur Erkenntnis einfach unfassbar lang. Die Konfrontation mit dem eigentlichen Problem vollzog sich erst im letzten Viertel des Films und die Schlüsse daraus sind unglaubwürdig.
Besser man lässt die Finger davon.


Titel: The Boss Baby (2017)
Regie: Tom McGrath
Genre: Animationsfilm

„The Boss Baby“ dreht sich um Tim und seinen kleinen Bruder. Tim ist es gewohnt, dass er die Aufmerksamkeit seiner Eltern bekommt, doch das Baby stiehlt ihm die Show. Ganz davon ab, dass der kleine Bruder im Anzug und mit Aktentasche daherkommt, verhält er sich auch noch sehr merkwürdig. Am Ende machen aber Tim und das Baby gemeinsame Sache, denn die eigentliche Mission ist es, die Liebe der Eltern gegenüber von Welpen zu verteidigen.
Die Animationen sind die ganze Zeit vielfältig und abwechslungsreich, die Handlung ist familienfreundlich und der Humor pointiert. Spannungstechnisch schafft es der Film aber nicht, dauerhaft an sich zu binden. Ab circa der Hälfte kann der erfahrene Zuschauer bereits jede Szene vorahnen. Und auch als es zum „Showdown“ kommt, ist der Streifen spannungstechnisch allerhöchstens Mittelmaß. „Boss Baby“ bietet grundsätzlich kurzweilige Unterhaltung, Kinder werden aber definitiv mehr Spaß haben als Erwachsene.

Spider-Man: A New Universe

Titel: Spider-Man: A New Universe (engl. „Spider-Man: Into the Spider-Verse“)
Genre: Animationsfilm
Regie: Bob Persichetti / Peter Ramsey / Rodney Rothman
Musik: Daniel Pemberton
Produzenten: Avi Arad / Amy Pascal / Phil Lord / Christopher Miller / Christina Steinberg
Dauer: ca. 112 Minuten
Erscheinungsjahr: 2018
Altersfreigabe: FSK 6

„‚Spider-Man: A New Universe‘ präsentiert uns Miles Morales, einen Teenager aus Brooklyn, und die grenzenlosen Möglichkeiten des Spider-Universums, in dem mehr als einer die Maske tragen kann.“
(Rückentext der DVD)

Als ich letztens beim DVD-Dealer meines Vertrauens war und mich dort neu ausstattete, stolperte ich mehr oder weniger zufällig über diesen Film. Ich mochte die Idee eines Spider-Man-Multiversums schon immer irgendwie sehr gerne und war deshalb gespannt, ob ich mir das Richtige unter diesem Titel vorstellen kann. Dass er dann zusätzlich einen Oscar® als bester Animationsfilm gewonnen hat, hat zusätzlich dafür gesorgt, dass ich den Streifen so interessant finde. Nun geht es aber um meine Kritik.

Miles Morales wird ein neuer Spider-Man, denn auch er wird von einer genetisch veränderten Spinne gebissen, wodurch er letzten Endes seine Fähigkeiten erhält.
Währenddessen versucht Peter Parker (alias Spider-Man) die fiesen Pläne von Kingpin zu durchschauen und zu vereiteln. Mehr sollte über die Geschichte nicht gesagt werden, außer, dass es mehr als die zwei Spider-Mans gibt.

Die Geschichte ist vielschichtig aufgebaut und entstaubt das in die Jahre gekommene Image von Spider-Man.
Obwohl Peter Parker mit der „Spider-Man“-Trilogie oder den „The Amazing Spider-Man“-Filmen neues Leben eingehaucht wurde, wird nun Miles Morales als Spider-Man in den Fokus gerückt, auch wenn weiterhin ebenfalls auf Peter Parker gebaut wird. Insofern wird hier also ein neuer Weg eingeschlagen und gleichermaßen eine alternative Wirklichkeit angeboten.
In der Komplexität, der Zusammenstellung der Figuren und der Handlung spielt „Spider-Man: A New Universe“ auf jeden Fall bei den besseren Animationsfilmen mit. Auch wenn am Ende des Tages die Geschichte denkbar einfach ist, so gewinnt er durch die Narration und die Figuren.

„Spider-Man“ verbindet so viele kleine Elemente miteinander, die das Gesamtwerk wunderbar wirken lassen. So ist der Streifen spannend, witzig, wunderbar animiert und gleichermaßen bunt wie auch düster. Und am Ende ist der Vorteil eines Animationsfilmes der, dass Dinge, die mit einer normalen Kamera nicht dargestellt werden können, darstellbar sind.

Die Länge von ca. 112 Minuten ist sehr angemessen. Der gesamte Streifen bekommt genügend Möglichkeiten, sich zu entfalten und die Figuren einzuführen, was am Ende auch sehr gelungen inszeniert wird.

Der Animationsstil ist nicht umsonst Oscar®-prämiert. Er besticht durch eine hohe Vielfalt, die vom klassischen Zeichentrick, über Manga bis hin zu modernen Animationen reicht.

Ein weiterer Punkt ist die Musik. Ich fahre voll darauf ab, wenn Szenen passend untermalt werden und dieser Punkt wird sehr gut getroffen. Auch hier begeht der Film unkonventionelle Wege, denn man bekommt seltener klassische Klänge zu hören, als viel mehr Hip Hop oder Rap-Musik. In der Gesamtheit passen Bild und Ton sehr gut zusammen und haben einen hohen Unterhaltungswert.

Meine Meinung:
Ich als Spider-Man-Fan, der schon als kleiner Junge die Zeichentrickserie und die paar Comics, die es in Deutschland gab, gesehen und gelesen hat, war anfangs eher skeptisch. Ich war mir nicht sicher, ob mir Miles Morales und die Einführung eines neuen Spider-Man-Universums gefehlt haben. Dennoch habe ich dem Film die Chance gegeben, sich zu etablieren und bin sehr froh darüber.

„Spider-Man: A New Universe“ hat mich unterhalten und überrascht und bekommt daher von mir eine klare Empfehlung für alle Comic-Fans und all diejenigen, die eine tolle Geschichte mit einer abgefahrenen Umsetzung sehen möchten und Spider-Man mögen.

Meine Wertung:
Spannung: 8,0 von 10
Animationen: 9,0 von 10
Story: 9,0 von 10
Länge: 8,0 von 10
Musik: 9,0 von 10
GESAMT: 8,6

Loving Vincent (Flimmerfreundschaft)

Titel: Loving Vincent
Genre: Animationsfilm / Krimi
Regie: Dorota Kobiela / Hugh Weichman
Musik: Clint Mansell
Produzenten: Sean M. Bobbitt / Ivan Mactaggart / Hugh Weichman
Dauer: ca. 91 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Altersfreigabe: FSK 6

„Ein Jahr nach dem Tod Vincent van Goghs taucht plötzlich ein Brief des Künstlers an dessen Bruder Theo auf. Der junge Armand Roulin soll den Brief aushändigen, doch er kann den Bruder nicht ausfindig machen und reist in den verschlafenen Ort Auvers-sur-Oise. Hier hat der berühmte Maler die letzten Wochen seines Lebens verbracht. Auf der Suche nach dem Empfänger stößt Armand auf ein Netz aus Ungereimtheiten und Lügen. Fest entschlossen will er die Wahrheit über den Tod des Malers herausfinden.“
(Rückentext der DVD)

Der liebe Ma-Go hat mich gefragt, ob wir nicht unsere tiefe Freundschaft auf ein neues Level heben wollen. Er musste keine großartige Überzeugungsarbeit leisten, da habe ich ihm den symbolischen Handschlag in Form eines Emojis zugesendet. Es wird also gefeiert. Die Flimmerfreundschaft.

Des Pudels Kern der Flimmerfreundschaft ist, dass wir uns gegenseitig einen Film nennen, den der jeweils andere anschauen muss und dazu einige Fragen beantwortet werden dürfen. Logisch ist, dass das alles dann in einem Blogbeitrag verarbeitet werden darf.
Liebe Leser, ich wünsche euch viel Spaß beim Zusehen, Lesen und Mitfeiern unserer Flimmerfreundschaft.

Schaut auch gerne mal bei Ma-Go vorbei, um zu erfahren, was er zu meiner Filmauswahl „Warrior“ sagt.

Ma-Gos Fragen zum Film an mich:

1. Welche der im Film porträtierten Eigenschaften van Goghs findest du bei dir selbst wieder?

Das ist eine überaus interessante Frage. Wenn man sich den Streifen genauer anschaut stellt man fest, dass einige Eigenschaften, die in irgendeiner Art und Weise van Gogh charakterisieren, gezeigt werden. Einerseits wird er als höflich und zuvorkommend bezeichnet und andererseits als ein Trunkenbold. Aufgrund dieser Tatsache stelle ich mal eine steile These auf und sage, dass in jedem von uns ein kleiner van Gogh steckt.

2. Auf dem DVD-Cover wird der Film als der schönste Film aller Zeiten beworben. Wie hat der zumindest besondere Animationsstil auf dich gewirkt?

In erster Linie war der Animationsstil sehr gewöhnungsbedürftig. Jedoch muss ich zugestehen, dass die Eingewöhnung überaus kurz und zügig ging. Der stetige Wechsel zwischen Szenen, die in der erzählerischen Gegenwart spielen und solchen, die die Handlung in einer Rückblende darstellen, haben nicht nur aufgrund ihrer animierten Unterschiede einen Reiz auf mich ausgeübt. Die Rückblenden, die immer sehr puristisch und farblich zurückgenommen dargestellt sind, sind nicht minder hochwertig als die strukturell auffälligen Bilder der eigentlichen Handlung. Ganz klar, der Film ist schön, er ist aber nicht der schönste Film aller Zeiten, dafür ist er aber ein ganz besonderes Stück Filmkunst.

3. Welches der Bilder van Goghs, die im Film aufgegriffen werden, würdest du dir zuhause an die Wand hängen?

Keines, denn hier steht bereits ein kleines Bild in Form einer gerahmten Postkarte im Schrank. Wenn ich aber eines auswählen müsste, dann wäre es wohl eines aus der Reihe „Sonnenblumen“.

4. Wenn du von der Kunst leben müsstest, welches wäre dein Metier?

Am liebsten die Musik. Wer wäre nicht sehr gerne ein Rockstar? Aber ich kann mir auch total gut vorstellen, einfach ein Leben als Autor und Geschichtenerzähler zu führen.

5. Warst du schon mal bei einer Vernissage oder einer anderen Ausstellung eines Künstlers oder einer Künstlerin?

Ja, bei meinem Besuch in Amsterdam habe ich das Van-Gogh-Museum besichtigt und einige seiner tollen Werke begutachten dürfen. War schön dort.

6. Van Gogh hat mal gesagt: „Auf welche Art wird man mittelmäßig? Dadurch, dass man heute das und morgen jenes so dreht und wendet, wie die Welt es haben will, dass man der Welt nur ja nichts widerspricht und nur der allgemeinen Meinung beipflichtet.“ Deine Meinung dazu?

Da ist etwas Wahres dran. Ich bin ja auch der Meinung, dass die Welt denen gehört, die quer denken und gegen den Strom schwimmen. Solche Aussagen polarisieren ja auch immer stark, aber sie sind notwendig, um eine Veränderung in der Gesellschaft zu vollbringen. Im Gegensatz zu mir war van Gogh von kultureller Bedeutung.

7. Welche Szene im Film fandest du die beste, welche die schwächste und jeweils warum?

Die eine Szene, die mir besonders gut gefallen hat oder solche die besonders schlecht gewesen ist, kann ich dir gar nicht nennen. Narrativ gibt es keine Szene, die mich überzeugt hat, aber die Fülle der Szenen hat mich auch nicht nicht überzeugen können. Animatorisch hingegen finde ich die zurückgenommenen Szenen der Rückblenden besser, obwohl die Szenen der eigentlichen Handlung inszenatorisch hochwertiger zu sein scheinen.

8. Hast du einen der gemalten Darsteller/innen im Film wiedererkannt? Oder kanntest du überhaupt eine/n der beteiligten Schauspieler/innen?

Ja. Ich kannte zwei Schauspieler und habe diese auch erkannt. Zum einen Eleanor Tomlinson und zum anderen Aidan Turner. Bei Ersterer hatte ich keine Schwierigkeiten, bei Aidan Turner musste ich zweimal hinschauen.

9. Welchen Stellenwert haben Animationsfilme für dich und welche Art der Animation ist deine Bevorzugte?

Ich finde Animationsfilme immer irgendwie anders und schaue sie mir daher gerne an. Einen besonders hohen Stellenwert würde ich ihnen aber nicht einräumen. Es gibt da ja auch die unterschiedlichsten Arten der Animationen und ich finde einige „moderne“ Animationsfilme einfach bombastisch. Es gibt allerdings auch sehr viele Arten der Animation, die ihren Reiz haben. Beispiele dafür sind „Die Peanuts“, „Tim und Struppi“, „Coraline“ oder solche, die Stop-Motion sind, wie z. B. „Die Boxtrolls“. „Loving Vincent“ ist technisch damit ein ebenso besonderes Werk, wie die anderen auch. Eine bevorzugte Art habe ich aber nicht, denn am Ende ist die Geschichte ausschlaggebend.

10. Wie hat dir meine Filmauswahl für dich abschließend gefallen und wie siehst du die Chancen auf ein Fortbestehen unserer Flimmerfreundschaft?

Du hast mit deiner Filmauswahl auch schon mal deutlicher daneben gelegen, muss ich sagen. Wenn deine damaligen Empfehlungen doch auch bloß auf einem solchen „Niveau“ gewesen wären, deine Meinung wäre deutlich gefragter gewesen. Spaß beiseite: Ich bin optimistisch und deine Filmauswahl war ok. Beim nächsten Mal darfst du sehr gerne einen etwas spannenderen Film aussuchen. Ich hätte gerne einen kurzweiligen 140 bis 160 Minuten Film mit Action, Gesellschaftskritik, Science-Fiction-Elementen und einem Realitätsbezug. Jetzt kommst du.

Vaiana – Das Paradies hat einen Haken

Titel: Vaiana – Das Paradies hat einen Haken (engl.: „Moana“)
Genre: Animationsfilm
Regie: Ron Clements / John Musker
Musik: Opetaia Foa’i / Mark Mancina / Lin-Manuel Miranda
Produzenten: Osnat Shurer
Dauer: ca. 103 Minuten
Erscheinungsjahr: 2016
Altersfreigabe: FSK 0

„Die temperamentvolle und eigenwillige Vaiana (gesprochen von Lina Larissa Strahl) ist von Geburt an mit einer einzigartigen Verbindung zum Ozean gesegnet. Mutig setzt sie die Segel und macht sich zusammen mit dem selbstverliebten Halbgott Maui (gesprochen von Andreas Bourani) auf die Suche nach den Geheimnissen ihrer Vorfahren. Ihr Weg birgt jede Menge aufregende Erlebnisse und Begegnungen mit den verrücktesten Kreaturen und führt Vaiana letztlich nicht nur auf die Spur ihrer Ahnen, sondern auch zu sich selbst.“
(Rückentext der DVD)

Dieses Mal habe ich mir „Vaiana“ angesehen und musste feststellen, dass der Film es aufgrund seines Aussehens und seiner „Schauplätze“ geschafft hat, die volle Aufmerksamkeit zu erlangen. Die Marketing-Maschine Disney hat da wieder voll ins Schwarze getroffen, auch wenn der Erfolg weit hinter die „Eiskönigin“ liegen wird.

Unsere Heldin ist in diesem Film das Mädchen Vaiana, das durch seine Taten Mut beweist und alles auf eine Karte setzt, um die Bewohner ihrer Insel zu retten. Alleine geht das allerdings nicht, denn sie benötigt die Hilfe des Halbgottes Maui, der seinerzeit das Herz von Te Fiti (ein magisches Artefakt) stahl, wodurch die ganze Region von der Finsternis bedroht ist. Nachdem Vaiana Maui aufgespürt hat, geht die Reise erst richtig los und dabei lernen sich der Halbgott und die Tochter des Stammeshäuptlings kennen. Zusammen müssen die zwei viele Gefahren durchstehen und da ist noch das Volk von Vaianas Insel, das gerettet werden muss.

Ach ja, ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich den Film finden soll. Denn irgendwie schafft es Disney mit der immer gleichen Story in so vielen verschiedenen „Szenarien“ erfolgreich zu sein. Einerseits ist das bemerkenswert, andererseits auch irgendwie langweilig. Die Story ist daher so vorhersehbar wie jede andere auch. Bei Disney gibt es keinen richtigen Innovationsgedanken und kleine Mädchen, die auf einen neuen Trend von Disney aufspringen, wird es wohl auch immer geben. Von daher wird die Zielgruppe immer erreicht, auch wenn die Filme immer die gleichen sind. Ob es „Pocahontas“, „Arielle, die Meerjungfrau“, „Die Eiskönigin“ oder „Vaiana“ ist.

Erzählerisch bewegt sich der Film also auf einem absolut normalen Niveau und weiß weder zu überzeugen noch zu enttäuschen. Eine chronologische Darstellung der Ereignisse ist da auf jeden Fall nicht das schlechteste Mittel. Ein paar Dinge gibt es allerdings schon noch, die man hervorheben darf. Es gibt Passagen, in denen die Figuren ihre schönste Gesangsstimme rausholen und ein Lied nach dem anderen schmettern. Das passt sehr gut und Disney bleibt hier seinem alten Stilmittel treu. Kleine Mädchen singen halt gerne und die Lieder im Film laden sie herzlich dazu ein.

Die Animationen sind sehr gut umgesetzt. Ich war fasziniert von den Haaren, denn jedes Mal, wenn sie sich bewegten, dachte ich: „Boah. Die sehen extrem realistisch aus.“ Und spätestens, wenn Teile der Geschichte mit einem Zeichentrickstil karikiert werden, denkt man: „Wow, jetzt werden in einem Animationsfilm Teile der Handlung mit einem anderen Zeichentrickstil dargestellt.“. Da hat man die hohe Kunst des Animierens schon fast in seiner Gänze gesehen.
Insgesamt macht „Vaiana“ an diesem Punkt sehr viel richtig und das ist den Machern auch durchaus bewusst.

Der Humor in einem Disney-Animationsfilm darf natürlich auch nicht fehlen, aber in diesem Fall fällt er nicht ganz so gut aus, wie in anderen Filmen. Mir fiel es schwer, irgendeine Figur witzig zu finden und mitunter war der Witz auch durchaus infantil. Eine Ausnahme ist der Hahn Heihei, der immer wieder unvorhersehbare Dinge macht.

Mit ca. 103 Minuten finde ich den Streifen allerdings auch deutlich zu lang. Andere Filme schaffen es auch in weniger Zeit, die gleiche Story zu erzählen. In diesem Punkt finde ich daher „Vaiana“ nicht ganz gelungen. Die Längen merkt man dem Film an, ich war schnell gelangweilt. Bei kleinen Mädchen wird wahrscheinlich ein anderes Problem in den Vordergrund treten, denn kleine Kinder haben meistens kleine Blasen.

Meine Meinung:
„Vaiana“ hat mir den typischen Disney-Stoff vorgestellt und das Ganze in ein anderes Setting gepackt. Mit Polynesien bekommt man da auf jeden Fall mal etwas anderes zu Gesicht, das auch durchaus zu überzeugen weiß.
Die Animationen waren zwar sehr gut und auf einem Top-Niveau, jedoch blieb die Handlung weit hinter ihren Möglichkeiten, da sie auch zuweilen sehr vorhersehbar ist.

Spannung kommt nur punktuell, es reicht aber nicht, um mir den Film großartig schmackhaft zu machen. Einmal anschauen reicht also völlig aus. Im Gegensatz zur „Eiskönigin“ kann „Vaiana“ nicht mit vielen witzigen Nebenfiguren punkten, die man immer wieder gerne neu kennenlernen möchte.

„Vaiana“ – nice to know, ohne Überraschungen, mit tollen Animationen.

Meine Wertung:
Spannung: 5,0 von 10
Animationen: 10 von 10
Humor: 5,0 von 10
Story: 6,5 von 10
Länge: 5,0 von 10
Musik: 8,5 von 10
GESAMT: 6,7

septe*M*ber-Challenge: Merida – Legende der Highlands

Titel: Merida – Legende der Highlands (engl. „Brave“)
Genre: Animationsfilm
Regie: Steve Purcell / Mark Andrews / Brenda Chapman
Musik: Patrick Doyle
Produzenten: Katherine Sarafian
Dauer: ca. 91 Minuten
Erscheinungsjahr: 2012
Altersfreigabe: FSK 6

„Vor der beeindruckenden Kulisse der mystischen, schottischen Highlands entführt das 13. Animationshighlight der Pixar Animation Studios in ein sagenumwobenes Königreich. Hier sollte die talentierte Bogenschützin Merida eigentlich ihrer Rolle als vornehme Königstochter gerecht werden. Doch ebenso wie ihre übermütigen kleinen Drillingsbrüder hat auch der rebellische Rotschopf nichts als Flausen im Kopf. Wild entschlossen, ihren eigenen Weg im Leben zu finden, trotzt sie uralten Traditionen und beschwört damit unbedacht einen alten Fluch herauf, der das Königreich ins Chaos stürzt. Merida muss nun ihren ganzen Mut beweisen, ihre Familie retten und die wahre Bedeutung von Liebe und Zusammenhalt erfahren.“
(Rückentext der DVD)

Die S-E-P-T-E-M-B-E-R-Challenge geht in die sechste Runde und es ist dieses Mal ein Animationsfilm. Ich habe mir diesbezüglich „Merida“ herausgesucht, weil auch dieser Film für mich etwas Besonderes ist. Ich kann diesen Status rational nicht erklären, aber eben auch nicht emotional. Irgendwann fing ich einfach an, diesen Film zu mögen. Es liegt vielleicht daran, dass ich selbst ein sehr familiärer Mensch bin und ich mich zu einer Gruppe zugehörig fühle, wie jeder andere Mensch auch, der diese Eigenschaft für sich beanspruchen kann. Man ist halt ein exklusives Mitglied und genau darum geht es auch in diesem Streifen.

Exklusivität bringt leider auch immer Aufgaben, Verantwortung und Erwartungen mit sich. So wird von Merida erwartet, dass sie eine Königstochter ist und sich schlussendlich auch verheiraten lässt, doch sie hat ihren eigenen Kopf und ist obendrein nicht nur belehrungsresistent, sondern auch noch über alle Maßen stur. Zunehmend gerät sie mit ihrer Mutter aneinander, obwohl beide eigentlich nur wollen, dass sie sich gegenseitig zuhören und Verständnis für ihre Ansichten haben. Aber wie es nun mal so ist, sprechen sie nicht miteinander, sondern eher aneinander vorbei. Der Wunsch nach Veränderung hinterlässt tiefgreifende Spuren und sorgt dafür, dass sich die Familie fast entzweit. Nun liegt es an der Königstochter, die Wogen zu glätten und die Familie zusammenzuhalten.

Inhaltlich hört sich der Film echt nach einem Familiendrama an, aber das Ganze ist ein Animationsfilm, der zeitlich irgendwo im Mittelalter angesiedelt ist und in den schottischen Highlands spielt. Traditionelle Werte und ein besonderes Bewusstsein für die eigene Geschichte spielen in Meridas Familie, aber auch in den anderen Clans, eine wichtige Rolle. Geschichte schreibt man aber nicht nur, indem man alles genau so macht, wie es die Vorfahren gemacht haben, sondern indem man etwas Neues wagt, indem man mutig ist und auch mit den alten Werten sehr hart ins Gericht geht. Diesen Mut erleben wir hier personifiziert durch Merida. Zwar ist die Handlung aus heutiger Sicht realitätsfern, aber es ist immerhin ein Animationsfilm und von daher darf auch gerne ein Schlag Fantasie in der Geschichte sein. So spielen Mythen, Legenden und Hexen eine kleine, aber nicht unwichtige Rolle. Die Quintessenzen des Streifens sind zum einen, dass man sich seine Familie nicht aussuchen kann, dass man die Vergangenheit verstehen muss, um zu wissen, wie es in Zukunft sein kann und dass es sich lohnt, für etwas zu kämpfen, solange du es von ganzem Herzen willst.

Mit der Wahl eines Mädchens als Protagonistin gehen die Macher kein großes Risiko ein, haben weibliche Hauptfiguren doch eine große Tradition im Hause Disney. Auch wenn Berechnung hinter der Wahl des Helden steckt, sind die Wahl und die Erzählweise dennoch irgendwie bemerkenswert.
Die Art der Erzählung ändert sich im Laufe der sehr kurzweiligen 91 Minuten mehrfach, dabei wird fast keine Facette ausgelassen. Der Zuschauer erhält dadurch die Möglichkeit, ein umfassendes Bild aller wichtigen Charaktere zu erhaschen.
Am Beispiel von Merida steht der Beobachter in einer sehr veränderbaren Konstellation zu unserer Heldin, die durch ein paar unüberlegte Taten auch zu einem „Bösewicht“ wird. So schnell wie sich das Geschehen entwickelt, so schnell ändert der Zuschauer seine Meinung über Merida.
Am Ende wird aber das Bild einheitlich komplettiert und zeigt, dass es sich bei dem quirligen Rotschopf mehr um eine mutige und durchsetzungsfähige Figur handelt, als um einen boshaften und niederträchtigen Charakter.

Ich mag es auch, dass das ganze Thema Familie und Zusammenhalt nicht durch irgendwelche humoristischen Einlagen torpediert wird, sondern, dass man es ernsthaft und als Kernaussage betrachtet hat. Dadurch sind einige sehr schöne Szenen entstanden, die zwar von einer gewissen Situationskomik begleitet worden sind, aber die dadurch nicht dominiert waren.
An diesem Punkt hebt sich „Merida – Legende der Highlands“ deutlich von seinen Konkurrenten, wie z.B. „Alles steht Kopf“ oder „Zoomania“, deutlich ab.

Die Animationen sind schlussendlich gut gelungen und waren auf einem Niveau, das man inzwischen durchaus als Standard bezeichnen kann.
Emotionstechnisch geht es zwar primär um das Thema Mut, aber ebenso werden Gefühle wie Angst, Enttäuschung und Wut thematisiert. Wie diese Emotionen in die Handlung eingebaut wurden, ist für den Zuschauer zu jeder Minute schlüssig und trägt somit zum Unterhaltungswert bei.

Zuallerletzt komme ich zur musikalischen Untermalung: Die meiste Zeit haben wir klassische Stücke, die allesamt das Thema Highlands gemein haben und dieses auch durch den stilechten Einsatz von Streichern und Trommeln widerspiegeln. Ganze Szenen werden allerdings eher durch folkloreartige und gesungene Lieder getragen. Dieses Mittel fügt sich ebenso gut ein, wie die unterstützende Musik.

Meine Meinung:
Vielleicht ist es genau so, wie ich eingangs gesagt habe: Es sind die Themen, die für mich bei diesem Film ausschlaggebend sind. Auch wenn ich „Merida – Legende der Highlands“ jetzt schon zum x-ten Mal gesehen habe, so habe ich mich heute zum ersten Mal mit dem Streifen so beschäftigt, dass ich mehr als die Worte: „Ist ein guter Film, musst du dir angucken!“ sagen kann.

Auch wenn dieser Streifen nicht zu den neusten seiner Zunft gehört, verliert er nie an Aktualität und das macht ihn wohl auch zu einem sehr nachhaltigen Film, von dem ich wieder mal spannend, gefühlvoll und kurzweilig unterhalten wurde. Nach wie vor einer meiner Lieblinge.

Meine Wertung:
Spannung: 8,0 von 10
Animationen: 8,0 von 10
Gefühle/Emotionen: 8,0 von 10
Story: 9,0 von 10
Länge: 8,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
GESAMT: 8,0

Hier geht es zu meinen anderen Beiträgen:
*S*eptember-Challenge: Source Code
s*E*ptember-Challenge: Eyes Wide Shut
se*P*tember-Challenge: Percy Jackson – Diebe im Olymp
sep*T*ember-Challenge: Toni Erdmann
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septe*M*ber-Challenge: Merida – Legende der Highlands
septem*B*er-Challenge: Boston
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septembe*R*-Challenge: Regression

Beiträge anderer Teilnehmer:
Shalima – Mansfield Park
Ma-Go – Married Life
Hotaru – Moon
Stepnwolf – Melancholia

Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn

Titel: Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn (engl.: „The Adventures of Tintin“)
Genre: Animationsfilm / Abenteuer
Regie: Steven Spielberg
Musik: John Williams
Produzenten: Steven Spielberg / Peter Jackson / Kathleen Kennedy
Dauer: ca. 107 Minuten
Erscheinungsjahr: 2011
Altersfreigabe: FSK 6

„Der allseits beliebte junge Reporter Tim und sein treu ergebener Hund Struppi – klassische Figuren ihres Schöpfers Hergé – erwachen im internationalen Filmhit ‚Die Abenteuer von Tim und Struppi’ zum Leben. Nach dem Kauf eines Schiffsmodells mit brisantem Inhalt, geraten Tim und seine Freunde ins Visier eines teuflischen Schurken. Erst auf hoher See, dann in der Wüste Nordafrikas: Jede Wendung beschert dem Zuschauer mehr Nervenkitzel, Spannung und Abenteuer für die ganze Familie.“
(Rückentext der BluRay)

Heute habe ich mir einen weiteren von fünf angeschaut. Die ersten beiden waren „Ohne Limit“ und „Codename U.N.C.L.E.“, heute habe ich mich um Steven Spielbergs „Die Abenteuer von Tim und Struppi“ aus dem Jahr 2011 gekümmert.

Die Zutaten dieses fulminanten Abenteuers sind eine wendungsreiche Geschichte, ein Schiffsmodell, ein Trunkenbold von Kapitän, ein fieser Antagonist und die Neugier eines übereifrigen Reporters mit seinem Hund.
Jener Reporter wird eher unfreiwillig in ein Abenteuer gerissen, das ihn aufs Meer, in die Luft und sogar in die Wüste bringt und immer dabei sein Hund.
Der Rückentext beschreibt am besten die Handlung ohne dabei zu viel zu spoilern.
Allen voran ist die Erzählweise rasant, chronologisch und logisch nachzuvollziehen. Große Sprünge auf der zeitlichen Ebene gibt es nicht. Besonders raffiniert sind Szenen, die in einer Art Rückblende erzählt sind.

Bevor ich an dieser Stelle über die Spannung rede, sei gesagt, dass sich diese aus sehr vielen Elementen zusammen setzt.
Wesentlicher Bestandteil sind Authentizität und Animationen. Auch die Geschichte an sich ist bei einer vernünftigen Inszenierung durchaus ein Mittel, das sehr viel Spannung erzeugen kann.
Wie bereits erwähnt ist der Streifen sehr rasant. Genauso eine Inszenierung ist richtig und wichtig, damit der Film funktioniert. Tim und Struppi waren nie Sherlock Holmes und haben nie ausgefeilte Rätsel benötigt. Auch bei diesem Film ist das Rätsel nicht zu hoch gegriffen und doch knifflig genug, um einen gewissen Reiz auszuüben.
Die Authentizität der Figuren ist nicht weniger als wunderbar. Charakterlich sind sie allesamt fantastisch gezeichnet. Jede Figur hat seine Stärken und Schwächen, diese werden aber nicht übertrieben dargestellt. Wo bei den Kindern besonders die Bilder Eindruck schinden werden, ist es doch die charakterliche Tiefe, die den erwachsenen Beobachter faszinieren wird. Wohl wissentlich, dass es sich bei diesem Streifen nach wie vor um einen Animationsfilm handelt.
Und so bin ich beim dritten Punkt angelangt, der wesentlicher Bestandteil für die Zusammensetzung der Spannung ist: die Animationen.
Sie sind technisch auf einem hohen Niveau und überzeugen auf ganzer Linie, auch heute noch, obwohl der Streifen schon sechs Jahre alt ist. Als Zuschauer bekommt man das Gefühl, dass hier besonders viel Liebe im Film steckt, denn die Animationen sind sehr detailliert. Das animierte Bild der Figuren ist sehr weich und doch sehr nah an der comichaften Vorlage und das ist das Erstaunliche. Die Charaktere bekommen ein aufpoliertes Äußeres ohne dabei ihren Kern, ihr Inneres, zu verlieren.
Fans der Serie werden damals wie heute von der animationsfilmischen Umsetzung nicht enttäuscht.
All diese Punkte sind wichtig, um die Spannung dieses kleinen Meisterwerks zu beurteilen und ich habe an dieser Stelle fast nichts auszusetzen.
Es sind Nuancen, an denen man sich aufziehen kann, so gibt es Szenen und Einstellungen, in denen Haare, Sand oder Regen einfach zu sehr computeranimiert aussehen, obwohl der Streifen die meiste Zeit ein qualitativ anderes Bild zeigt. Darüber hinaus sind die beiden Nebenfiguren Schulze und Schultze nicht so gut getroffen und wirken vielerorts deplatziert.

Die Emotionen sind immer schwer zu beurteilen, da der Zuschauer ja doch auch auf Mimik und Gestik achtet und durch Körpersprache Stimmungen interpretiert. „Die Abenteuer von Tim und Struppi“ ist aber ein animiertes Abenteuer, in dem man nicht immer am Gesichtsausdruck erkennt, ob die Figur aufgewühlt, wütend oder traurig ist. In den Charakter- und Dialogszenen lässt sich allerdings ein Eindruck gewinnen. Die Gefühlspalette ist limitiert, sowohl in der Breite als auch in der Tiefe. Das ist ein durchaus legitimes Mittel, solange die Handlung unter diesen Voraussetzungen funktioniert und im Fall von Tim und Struppi funktioniert sie sogar recht gut. Es gibt aber durchaus Animationsfilme, die Emotionen besser herausgearbeitet haben und wo man in diesem Punkt näher an den Figuren dran war und sie gerne ins Herz geschlossen hat.

Die Musik ist von John Williams komponiert und wie in nahezu jedem Film, zu dem er die Musik gemacht hat, gibt es nichts zu meckern. Die Untermalung war spannungsfördernd, immer mit einem leichten Touch in Richtung episch. Der Zuschauer bekommt das Gefühl, dass er Zeuge eines grandiosen Abenteuers ist. Eine perfekt getroffene Untermalung, die im Bereich der animierten Abenteuerfilme seinesgleichen sucht.

Mit einer Laufzeit von ca. 107 Minuten bekommt Groß und Klein einen sehr kurzweiligen und rasanten Film geboten. Die ganze Zeit gibt es keine unnötigen Längen, in denen zu viel Spannung verloren geht.

Meine Meinung:
Ja, „Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn“ ist Film Nummer 3 von 5, den ich nach dem Zufallsprinzip aus meinem DVD-Regal gezogen habe.

Ich hatte wirklich großen Spaß mit diesem Streifen, vor allem weil dieser Film für mich zum Inbegriff von „Abenteuerfilm“ geworden ist. Als ich ihn das erste Mal vor einigen Jahren sah, wusste ich sofort, dass das ein waschechtes und knackiges Abenteuer ist, das auch bei der zweiten, dritten und vierten Sichtung immer noch seinen Reiz, seine Spannung und seine Schönheit behält.
Was wünscht man sich mehr von so einem Film, als das Wissen, gut unterhalten zu werden?

So mancher Realfilm, der in Richtung Abenteuer geht, kann sich von diesem Schmuckstück etwas abschneiden und wird dann immer noch nicht an die Qualität und Intensität dieses Streifens herankommen. Ein absolut sehenswerter Film, der nicht umsonst in meinem DVD-Regal gelandet ist.
Ein Highlight-Siegel ist längst überfällig.

Meine Wertung:
Spannung: 9,5 von 10
Story: 8,0 von 10
Länge: 9,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 7,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 10 von 10
Animationen: 9,5 von 10
Abenteuer: 10 von 10
GESAMT: 8,9

Pets

Titel: Pets (engl. „The Secret Life of Pets“)
Genre: Animationsfilm
Regie: Chris Renaud / Yarrow Cheney
Musik: Alexandre Desplat
Produzenten: Chris Meledandri / Janet Healy
Dauer: ca. 83 Minuten
Erscheinungsjahr: 2016
Altersfreigabe: FSK 0

„Weißt du eigentlich, was deine Haustiere machen, wenn du nicht zuhause bist? Während die anderen Vierbeiner aus der Nachbarschaft ordentlich auf den Putz hauen, wartet der kleine Terrier Max sehnsüchtig auf die Rückkehr seines Frauchens. Er führt ein herrliches Hundeleben, bis eines Tages der zottelige Riesenhund Duke vor der Tür steht und Schluss ist mit der trauten Zweisamkeit. Max kann seinen Rivalen gar nicht riechen und versucht alles, um ihn loszuwerden. Doch als die beiden bei einem Spaziergang verloren gehen, müssen sie sich verbünden – denn nur gemeinsam haben sie eine Chance gegen skrupellose Tierfänger, hinterhältige Streunerkatzen und das rachsüchtige Kaninchen Snowball, die ihnen allesamt an den Kragen wollen…“
(Rückentext der DVD)

Im letzten Jahr hat meine Herzdame „Pets“ zu Weihnachten geschenkt bekommen, nun hatte sie die Idee, sich diesen Film anzusehen und ich habe da natürlich nicht nein gesagt, bin ich doch ein Freund von einem Film.

„Pets“ hätte auch genau so gut einen anderen Titel haben können. „Das tierische Abenteuer von Max und Duke“ wäre wohl nur nicht eingängig genug, aber im Grunde ist dieser Film genau das: Ein Abenteuer von Max und Duke und wir dürfen Zeuge sein.

Die Geschichte dreht sich um ebenjene Hunde, die eigentlich Rivalen sind und gemeinsame Sache machen müssen, um weder von Tierfängern gefasst noch von Streunerkatzen vermöbelt zu werden und dann ist da ja auch noch das Kaninchen Snowball, welches nach Rache sinnt.
Für zwei (Haus-)Hunde ist das jede Menge Abenteuer, vor allem wenn alles an einem Tag passiert. Denn die Geschichte von „Pets“ spielt sich innerhalb eines Arbeitstages ab, an dem das Frauchen nicht weiß, was mit ihren beiden Hunden passiert. Das Witzige an diesem Streifen ist, dass alles in der Unwissenheit des Frauchens passiert.
Die Geschichte wird weitestgehend chronologisch und ohne große Kniffe, gleichzeitig aber auch sehr rasant, erzählt. Sie baut allerdings auf witzigen Momenten, kuriosen Begebenheiten und vielfältigen Figuren auf.

Insbesondere die Figuren sind ein Grund, sich diesen Film anzuschauen, denn es sind nicht nur Hunde am Start, sondern darüber hinaus auch Vögel, Meerschweinchen und Katzen. Alle Charaktere sind individuell und ausgefallen, obendrein unterscheiden sie sich optisch immer von den anderen. Im Grunde sind Max und Duke der Dreh- und Angelpunkt des Streifens, all die anderen Haustiere bekommen aber genügend Zeit, um sich in die Geschichte einzubringen. Es reichen kurze Augenblicke, um entsprechend den Charakter des Tieres zu erkennen und seine Ausrichtung bzw. Intension zu verstehen. So ist Max der klassische treue Hund, der beste Freund des Menschen. Die Katze Chloe hingegen ist eher verfressen, faul und antriebslos. So hat jede Figur ein-, zwei Merkmale, die ganz charakteristisch für sie ist.

Die Animationen sind gut und erinnern, zumindest bei den Menschen, an „Ich – Einfach unverbesserlich“ oder „Minions“. Das liegt wohl am produzierenden Studio. Die Tiere sind alle sehr individuell gestaltet und schaffen es rein optisch zu überzeugen. Die übrigen Animationen bzw. die Umgebung/Kulisse ist sehr authentisch. Man weiß, dass sich alles in New York abspielt, aber dadurch, dass der Zuschauer alles aus der Sicht der Tiere sieht, wirken die Häuser überdimensional groß. Technisch sind alle Animationen in „Pets“ einwandfrei.

Pointierte Witze gibt es im ganzen Streifen über nicht, dafür allerdings einige sehr witzige Situationen und Sprüche, die immer wieder zum Lachen animieren. Auch die Erwachsenen werden sich da das ein oder andere Mal den Bauch halten müssen. Die meisten Dinge werden allerdings beim zweiten Mal schauen nicht mehr so sehr zünden, wie bei der Erstsichtung. Die witzigen Momente sind alle an die Zielgruppe Kinder angepasst und daher nie plump oder anzüglich.

Musikalisch bietet „Pets“ viele unterstützende Melodien und wenige Lieder zum Mitträllern. Ich finde das immer sehr schade, da dieses Stilmittel in Disneyfilmen immer wieder aufgegriffen wird und etwas Besonderes für Kinder ist. Die Musik war nie unpassend, aber die melodischen Stücke haben nicht einen halb so hohen Unterhaltungswert wie die übrigen Songs.

Alles zusammen genommen ergibt es einen für Kinder sehr spannenden Film, der mit Sicherheit auf der großen Leinwand noch besser anzuschauen ist als auf DVD. Aber auch die Erwachsenen werden Interesse an den Figuren, der Handlung und den Ereignissen haben. „Pets“ richtet sich allerdings eindeutig an die Kinder, deshalb werden ebenjene mehr gefesselt sein als ihre Eltern, Tanten oder Onkels.

Meine Meinung:
„Pets“ hat mir grundsätzlich gefallen, aber ich habe die Geschichte sehr schnell und ebenso leicht durchschauen können. Es hat dennoch Spaß gebracht, sich diesen Streifen anzuschauen. Zwar empfand ich die Animation der Tiere sehr gelungen, allerdings erinnerten mich die wenigen Bilder der Menschen zu sehr an „Ich – einfach unverbesserlich“, da merkt man gleich aus welchem Studio der Film kommt. Ich frage mich da, ob Illumination Entertainment keine anderen Animationen kann.

Alles in allem bleibt zu sagen, dass „Pets“ ein, für Kinder, spannender Film ist, der durchaus zu unterhalten weiß. Durch seine rasante Erzählweise lässt der Film auch nie Langeweile aufkommen.
Meiner Meinung nach kann man sich „Pets“ sehr schön ansehen, vor allem glaube ich, dass er auf der großen Leinwand besser gekommen wäre als auf dem heimischen TV-Gerat.

Meine Wertung:
Spannung: 7,5 von 10
Animationen: 8,5 von 10
Humor: 7,0 von 10
Story: 6,5 von 10
Länge: 7,0 von 10
Musik: 6,5 von 10
GESAMT: 7,2

Überflieger – Kleine Vögel, großes Geklapper

Titel: Überflieger – Kleine Vögel, großes Geklapper (engl. „Richard the Stork“)
Genre: Animationsfilm
Regie: Toby Genkel
Musik: Eric Neveux
Produzenten: Kristine M.I. Knudsen / Emely Christians
Dauer: ca. 84 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Altersfreigabe: FSK 0

„Der verwaiste Spatz Richard wird liebevoll von einer Storchenfamilie aufgezogen. Ihm würde nicht im Traum einfallen, dass er selbst kein Storch ist. Als sich seine Eltern und sein Bruder im Herbst für den langen Flug ins warme Afrika rüsten, offenbaren sie ihm die Wahrheit: Ein kleiner Spatz ist nicht geschaffen für eine Reise wie diese und sie müssen ihn schweren Herzens zurücklassen. Für Richard ist das kein Grund, den Kopf in die Federn zu stecken. Auf eigene Faust macht er sich auf den Weg nach Afrika, um allen zu beweisen, dass er doch einer von ihnen ist! Zum Glück kommen ihm dabei Olga, die zu groß geratene Zwergeule und ihr imaginärer Freund Oleg zu Hilfe. Als sie Kiki, einen selbstverliebten Karaoke-Wellensittich mit Höhenangst, aus seinem Käfig befreien, beginnt ein turbulentes Abenteuer, das die drei Überflieger über sich hinauswachsen lässt!“
(Kurzinhalt laut Presseheft)

Ich habe zwei Freikarten zur Verfügung gestellt bekommen, um mir „Überflieger“ im Kino anzuschauen und im Vorfeld habe ich mich schon etwas darauf gefreut, endlich mal wieder einen Animationsfilm zu sehen. Meine Nichte und mein Neffe haben sich auch gefreut und meine Herzdame war natürlich auch mit dabei und so verbrachte ich eine kurze Zeit im Kino und durfte mir diesen Film anschauen.

Inhaltlich verläuft der Streifen sehr linear und ist absolut vorhersehbar. Die Erzählweise kommt auch ohne Kniffe aus und dennoch schafft der Film es, spielerisch zu unterhalten. Die ganze Geschichte dreht sich nämlich um den Spatz Richard, der von Störchen aufgezogen wird. Im Gegensatz zu seinen Zieheltern bleibt er im Winter im Norden und reist nicht nach Afrika ins Winterquartier.
Das große Abenteuer fängt für den kleinen Spatz an, als die Bäume ihre Blätter abwerfen und sich die Zugvögel langsam aber sicher auf ihre große Reise begeben.
Der Grundtenor von „Überflieger“ ist ein Essentieller, Elementarer und absolut Wichtiger, denn hinter Richard und seinen Störchen-Eltern steckt nichts Geringeres als eine Aussage für Toleranz.
Für Kinder ist dieser Film ein ganz feines Roadmovie – oder wohl besser Flugmovie.
Am Ende kommt es eben nicht darauf an, wie groß oder klein du bist und wie das Gefieder aussieht und diese Message verfolgt der Film auch weiter. Spätestens mit dem Aufeinandertreffen mit Olga, der zu groß geratenen Zwergeule und ihrem imaginären Freund Oleg und dem Karaoke liebenden Wellensittich Kiki, der aber Höhenangst hat, ist das Fürsprechen von Artenvielfalt unmissverständlich.

Spannung erzeugt der „Überflieger“ nicht so viel, aber das muss er auch nicht. Die Geschichte ist interessant und teilweise auch witzig, sodass ein leichtes Interesse entsteht. Der Zuschauer möchte schon sehr gerne wissen, wie Richard nun weiter vorgeht und ob ihn sein Weg am Ende zu seinen Eltern nach Afrika führt.
Die Filmmusik ist leider nicht so wie in einem Disneyfilm, aber es kann ja auch nicht immer so sein. Hier werden die Lieder auch nicht von den Figuren gesungen. Nichtsdestotrotz ist die Filmmusik unterstützender Natur, aber leider nicht zum Mitsingen. Insbesondere für Kinder könnte Musik zum „selber Nachträllern“ wesentlich interessanter sein. Schade, Potential leider verschenkt.
Auf den ersten Blick wirken die Animationen solide. Wer komplett innovative und neue Techniken in der Machart erwartet, wird leider enttäuscht. Auf den zweiten Blick kehrt insgesamt in diesem Punkt auch Ernüchterung ein. Unsaubere und verpixelte Bilder sieht man immer wieder, die dann auch dazu führen, dass der Filmspaß gemindert wird.
Unterm Strich bewegt sich der Streifen im unteren Mittelfeld.

Überflieger ist seit dem 11. Mai in den deutschen Lichtspielhäusern zu sehen.

Meine Meinung:
„Überflieger – Kleine Vögel, großes Geklapper“ ist ein unterhaltsamer, kurzweiliger Spaß, der sich definitiv an Kinder zwischen 0 und 8 Jahren richtet. Erwachsene müssen über viele Makel hinwegsehen, um den Streifen genießen zu können.

Ich mochte es, dass der Film Naturgegebenes spielerisch erklärt. Kinder erfahren so, dass Spatzen keine Zugvögel sind, Störche hingegen schon und dass Eulen einen sehr beweglichen Kopf haben.
Auch die vereinzelt witzigen Momente wurden gut in Szene gesetzt und ließen mich zumindest das ein oder andere Mal schmunzeln.

Auch wenn ich eine Empfehlung nur aussprechen kann, wenn Eltern mit ihren Kindern einen Film sehen wollen, muss ich dazu sagen, dass ich persönlich halbwegs gut unterhalten wurde.

Meine Wertung:
Spannung: 6,0 von 10
Animationen: 5,0 von 10
Humor: 7,0 von 10
Story: 6,5 von 10
Länge: 8,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
GESAMT: 6,6

Happy Feet

happy-feet_coverTitel: Happy Feet
Genre: Animationsfilm
Regie: George Miller
Musik: John Powell
Produzenten: Bill Miller / George Miller / Doug Mitchell
Dauer: ca. 104 Minuten
Erscheinungsjahr: 2006
Altersfreigabe: FSK 0

„Kaiserpinguine sind zum Singen geboren. Außer Mumble – er ist zum Tanzen geboren… zum Stepptanzen. Dieses für Pinguine ungewöhnliche Verhalten führt schließlich dazu, dass Mumble seine Heimat verlassen muss und sich in die weite, kalte Welt hinauswagt. Begleitet wird er von seinen Freunden den Adelie-Pinguinen und dem allwissenden Felsenpinguin Lovelace. Mumble begibt sich auf eine abenteuerliche Reise und beweist schließlich, dass man wirklich etwas bewegen kann… wenn man nur sich selbst treu bleibt.“
(Rückentext der DVD)

Ein Artikel von Filmkompass hat mich angestachelt und so habe ich mir nun „Happy Feet“ angeschaut.

Animationsfilme sind, wenn sie gut gemacht sind, immer etwas Besonderes. Dass „Happy Feet“ sich in meinem Besitz befindet, ist auch irgendwie logisch, denn Pinguine sind neben den Eisbären seit jeher meine Lieblingstiere. Mein liebster Animationsfilm ist zwar „König der Wellen“, aber heute kümmere ich mich zunächst um „Happy Feet“.

Die Geschichte dreht sich um den Kaiserpinguin Mumble und wie er, anders als alle anderen, tanzt statt zu singen. Es geht um ebenjenes Anderssein, um sich treu bleiben und um einen Weg zu sich selbst zu finden.

Die Geschichte ist, bis auf ein paar Ausnahmen, weitestgehend kindgerecht. Die Ausnahmen kann der Zuschauer wahrlich an einer Hand abzählen. Die Erzählweise ist dabei aber stets linear und nicht verwirrend. Darüber hinaus hat dieser Streifen auch eine gelungene Nebenhandlung parat. Man muss aber ganz klar sagen, dass „Happy Feet“ die Thematik eines Ausgestoßenen nicht neu erfindet. Mumble wird zum Außenseiter und erlebt etwas, dass ihn irgendwie doch in die Mitte seiner Gemeinschaft zurückholt. Also nichts Innovatives, aber dennoch interessant erzählt.
Was die Spannung betrifft, ist „Happy Feet“ mit kaum aufregenden Szenen ausgestattet, vielmehr ist es das Interesse und die sehr guten Animationen, die den Zuschauer am Bildschirm fesseln.

„Happy Feet“ bringt auch etwas zum Lachen mit. Die ganzen Szenen, in denen es ums Tanzen und Singen geht und besonders zu Anfang, als Mumble kein Herzenslied trällerte, sondern eher mit seinen kleinen Füßen wild durch die Gegend stampfte, werden witzig wiedergegeben.
Grundsätzlich ist dieser Streifen aber eher nicht witzig.
Stattdessen ist „Happy Feet“ ein animiertes Abenteuer, das für kurzweilige Unterhaltung sorgt.

Da bin ich auch schon bei den Animationen, das Herzstück eines Animationsfilmes. Diese sind sehr originell. Die Hauptfiguren kann der Zuschauer aufgrund einer Eigenschaft, eines Musters oder Ähnlichem von anderen unterscheiden und der Rest der namenlosen Herde sieht irgendwie gleich aus. Da haben sich die Macher bei wiederkehrenden Pinguinen Mühe gegeben und beim Rest sieht es so aus, als trügen allen Uniformen, was einen guten Kontrast bietet, da sie wie eine eingeschworene Gemeinschaft gegen Mumble aussehen.
Es gibt auch einige Szenen, in denen man Menschen zu Gesicht bekommt und da muss ich sagen, dass das Gezeigte schon ziemlich realistisch aussah. Es ist gut möglich, dass man dort Computertechnologie nachgeholfen hat und diese Szenen tatsächlich gedreht wurden, sicher bin ich mir da aber nicht. Wenn nein, dann ist das Animationskunst auf ganz hohem Niveau.
Auch das Wasser, das Verhalten bei einbrechendem Eis und natürlich das Eis selbst ist extrem gut dargestellt und selten in diese hohe Qualität von mir in Animationsfilmen gesehen worden.

Ein nächster sehr wichtiger Punkt ist die Musik. Ohrwürmer an jeder Ecke, gut zusammengestellt und von den Synchronsprechern im Original eingesungen, dadurch haben alle Songs einen neuen Charakter bekommen und das macht diesen Film zu etwas Besonderem. Nicht nur, dass der Score überaus unterhaltsam ist, nein er ist auch noch grandios aufeinander abgestimmt und deswegen der kleine Star in diesem Film.

Das Setting ist passend. Der Film bleibt bei dem Thema Pinguine und wird nicht abgedreht. Es passt alles wunderbar zusammen und auch die Bilder, die das Publikum zu sehen bekommt, wie bereits angedeutet, sind sehr sehenswert.

Die Länge ist mit ca. 104 Minuten auch fast abendfüllend. Es gibt kaum Längen und wenig Szenen, in denen Langeweile aufkommt. Insgesamt fühlte sich der Film für mich eher kurzweilig an.

happy-feet_dvdMeine Meinung:
Ich hatte wirklich keine Erwartungen an diesen Streifen, außer dass er mich gut unterhalten sollte.
Er hat es geschafft. Dieser aus dem Jahr 2006 stammende Film hat mich in puncto Animationen so sehr überzeugt, wie es jüngere Streifen nicht geschafft haben.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist das Zusammenspiel aus Charakter/Figur (in diesem Fall Pinguin) und Musik. Die Pinguine haben nicht willkürlich irgendein Lied gesungen, nein, viel mehr ist das Lied Teil des Charakters.

Ich hatte mit „Happy Feet“ meinen Spaß, obwohl die Story wenig innovativ ist und spannungstechnisch keine bis wenige aufregende Szenen vorhanden sind.

Meine Wertung:
Spannung: 6,0 von 10
Animationen: 10 von 10
Humor: 6,0 von 10
Story: 6,5 von 10
Länge: 7,5 von 10
Musik: 10 von 10
Setting: 8,0 von 10
GESAMT: 7,7

Die Peanuts – Der Film

die-peanuts-der-film_coverTitel: Die Peanuts – Der Film (engl. „The Peanuts Movie“)
Genre: Animationsfilm
Regie: Steve Martino
Musik: Christophe Beck
Produzenten: Paul Feig / Brian Schulz / Craig Schulz / Michael J. Travers / Cornelius Uliano
Dauer: ca. 88 Minuten
Erscheinungsjahr: 2008
Altersfreigabe: FSK 0

„Träume groß und hab Spaß mit dem guten alten Charlie Brown, Snoopy, Lucy, Linus und dem Rest der beliebten Peanuts. Erlebe sie bei ihren neuen Abenteuern – erstmals als Film, basierend auf den Ideen von Charles M. Schulz und erschaffen von den Machern von ‚Ice Age’. Begleite den ewigen Optimisten Charlie Brown in seinem heldenhaften Streben, während sich sein Beagle-Freund Snoopy in den Lüften seinem Erzfeind, dem Roten Baron, stellt. Dieses herzerwärmende und ausgelassene Abenteuer beweist: Jeder kann über sich hinauswachsen!“
(Rückentext der BluRay)

15 Jahre nachdem der Erfinder der „Peanuts“ verstorben ist, führen sein Sohn und sein Enkel dieses Erbe immer noch weiter. Im Winter 2015 erschien dann „Die Peanuts – Der Film“.
Als ich Kind war, habe ich es geliebt Charlie Brown und Co. zuzusehen. Ich hatte immer Freude an der Serie und hin und wieder schaue ich mir den Comic-Strip in der Tageszeitung an und erfreue mich an einer sehr kurzweiligen Geschichte, bestehend aus vier Bildern.

Wie hätte es auch anders sein sollen? Die Geschichte von „Die Peanuts – Der Film“ ist kindgerecht und im typischen Peanuts-Stil erzählt. Dabei verliert er nie diesen Charme, den auch schon die Serie ausgestrahlt hat. Die Handlung ist sehr einfach gehalten, aber stets linear und irgendwie besonders erzählt. Es dreht sich alles um Charlie Brown, der schüchterne und unsichere Junge, der nichts anderes will, als dem rothaarigen Mädchen in seiner Klasse etwas näher zu kommen. Dabei passieren ihm so viele Dinge, die ihn immer wieder vor eine neue Herausforderung stellen. Um dem rothaarigen Mädchen nah zu sein, muss er mit ihr reden und damit fangen die Probleme für den schüchternen Charlie an.
In einem Nebenstrang stellt sich Snoopy seinem persönlichen Widersacher, dem Roten Baron, um seine Liebe Fifi zu retten. Werden Charlie und Snoopy es schaffen, sich den beiden Mädchen zu nähern? Welche Hürden müssen die Zwei auf sich nehmen?

Die Geschichte ist zwar alles andere als anspruchsvoll, allerdings wird sie rührend erzählt. Ich fühlte mich immer wieder in eine dieser Episoden zurückversetzt, in eine dieser alten Folgen von damals aus dem TV. Die eigentliche Story und die Nebenhandlung wurden stilecht umgesetzt und zusammengefügt. Erzähltechnisch passt es sogar noch viel besser zusammen. Man hat nie das Gefühl, dass man zwei komplett unterschiedliche Handlungen präsentiert bekommt. Die Schnittstellen der beiden Teile sind ebenfalls mit viel Witz ausgestattet. Für Kinder ist der Film absolut verständlich und nicht zu komplex, die Message dahinter ist auch nicht sonderlich verschachtelt, sondern wird ohnehin zum Ende direkt aufgelöst bzw. vorgestellt.

Wer „Die Peanuts“ als Fernsehserie gesehen hat, der weiß, dass die Geschichten nicht von hochtrabender Spannung geprägt sind. Viel mehr ist es stetiges Interesse und viel Spaß, die den Zuschauer dazu animieren, weiter am Ball zu bleiben. Genau das ist es auch bei diesem Film, wobei ich persönlich den Film schon auf seine Art und Weise spannend empfunden habe. Es kam zwar nie zu diesem „Boah, ist das spannend“-Gefühl, aber man kann als Zuschauer auch nicht einfach wegschalten, dafür war das, was passiert, viel zu erlebenswert.

Der Humor ist situationskomisch, selten pointiert und meistens für Kinder sehr gut geeignet. Einzige Ausnahme ist Snoopy, der mit seinen Handlungen zweifelsohne die witzigste aller Figuren ist, allerdings dabei gerne mal ins Ironische schlägt.

Musikalisch gibt es nichts zu meckern, außer, dass man die Melodien nicht lange im Kopf behält. Sie haben wenig Wiedererkennungswert, auch wenn sie im Film ihre Sache, durch ihren unterstützenden und untermalenden Charakter, gut gemacht hat.

Die Animationen sind technisch nicht auf dem allerhöchsten Niveau. Das Problem, dem sich die Macher ausgesetzt gefühlt haben, liegt auf der Hand: Sie wollten die altbekannte 2D-Vorlage in eine 3D-Animation umwandeln. Eine allzu große Abweichung von Zeichnungen hätte definitiv etwas kaputt gemacht. Der typische Peanuts-Charme wäre nicht dabei gewesen. Sie mussten der Vorlage treu bleiben und haben das Beste daraus gemacht. Das, was letzten Endes präsentiert wurde, war die einzige Möglichkeit, den Stil und den Charme beizubehalten, aber gleichzeitig das junge Publikum von heute anzusprechen.

Mit einer Laufzeit von 88 Minuten fühlt sich dieser Film an wie eine überlange Episode der Serie. Das ist aber ganz und gar nicht schlimm, da diese Minuten gleichermaßen kurzweilig und unterhaltsam sind. Die Zeit verging wie im Fluge und es macht einfach Spaß, sich diesem Film hinzugeben und ihn sich anzuschauen. Dabei kommen nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene auf ihre Kosten.

die-peanuts-der-film_dvdMeine Meinung:
Ich mag die Figuren um Charlie Brown und Snoopy. Damals wie heute sprechen sie mich an und ich war und bin gerne ein Teil dieses Abenteuers. Ich habe ihnen gerne zugesehen. Die Geschichte hat viele kleine Etappenziele, die am Ende ein Großes und Ganzes ergeben. Es war schön, diesen Prozess zu sehen und sich einfach unterhalten zu lassen.

Für mich war es wichtig, dass sich die Charaktere genau so anfühlen, wie sie es früher schon getan haben. Im Falle dieses Filmes wurde es geschafft. Ich hatte von der ersten Minute an genau dieses Gefühl, das mich abgeholt hat und mich für 88 Minuten wieder zu einem kleinen Jungen gemacht hat, der sich mit seiner Wolldecke vor den Fernseher gekuschelt hat und „Die Peanuts“ anschaute.

Technisch ist dieser Film nicht das Nonplusultra, aber das habe ich auch nicht erwartet. Für Nostalgiker, für diejenigen, die mit „Die Peanuts“ groß geworden sind und für jene, die zwar viel später geboren sind, aber sich trotzdem die Serie im TV angeschaut haben und irgendwas mit ihnen verbindet, für all diejenigen ist dieser Film. Er wird sie abholen und sie werden sich gut fühlen.

Ein zacksmovie-Highlight!

Meine Wertung:
Spannung: 7,0 von 10
Animationen: 6,5 von 10
Humor: 7,0 von 10
Story: 9,0 von 10
Länge: 8,0 von 10
Musik: 6,0 von 10
GESAMT: 7,3