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Pan

IMG_4474Titel: Pan
Genre: Fantasy
Regie: Joe Wright
Musik: John Powell
Produzenten: Greg Berlanti / Sarah Schechter / Paul Webster
Dauer: ca. 107 Minuten
Erscheinungsjahr: 2015
Altersfreigabe: FSK 12

„Der spitzbübische 12-jährige Peter (Levi Miller) lehnt sich gegen alles auf – doch in dem trostlosen Londoner Waisenhaus, wo er aufwächst, sind Rebellen nicht eingeplant. Eines Nachts passiert dann das Unglaubliche: Peter wird aus dem Waisenhaus weggezaubert und findet sich im fantastischen Nimmerland wieder. Dort erlebt er unglaubliche Abenteuer, während er dem Geheimnis seiner Mutter auf die Spur kommt. Zusammen mit der kriegerischen Tiger Lily (Oscar®-Kandidatin Rooney Mara) und seinem neuen Freund James Hook (Garrett Hedlund) muss Peter gegen den skrupellosen Piraten Blackbeard (Oscar®-Kandidat Hugh Jackman) antreten, um Nimmerland zu retten und sein eigenes Schicksal zu erfüllen.“
(Rückentext der DVD)

Schon als ich den Trailer zu „Pan“ im Kino gesehen habe, wusste ich, dass ich mir den Film unbedingt angucken muss. Eigentlich stand der Plan, dass ich ihn auch im Kino konsumiere, aber irgendwas kam dazwischen und ich schaute ihn doch nicht. Dann kam vor kurzem die DVD raus und ich wollte sie schon beim ersten Mal sehen greifen und mit nach Hause nehmen, doch ich ließ sie liegen. Erst als ich ein paar Tage später bei dem DVD-Dealer meines Vertrauens erneut zielsicher den Weg zu den Neuerscheinungen lief, war mir klar, welcher Film unbedingt mitgenommen werden will.
Die Geschichte von Peter Pan hatte in der Vergangenheit viele Versionen, Ansätze und Interpretationen. Jede dieser Versionen ist so unterschiedlich, wie es nur sein kann und es stellt sich mir die Frage: Wo landet „Pan“?

Die Handlung ist einfach und chronologisch erzählt, der Zuschauer weiß genau so viel wie Peter. Durch seine Augen lernen wir das triste Waisenhaus kennen. Mit ihm reisen wir nach Nimmerland, lernen James Hook und den Piraten Blackbeard kennen, treffen auf Tiger Lily und erleben dieses Abenteuer in einer fremden, aber zugleich vertrauten Welt, wo es so vieles gibt, das Peter eigentlich Unbehagen bereiten soll, es aber nicht tut.
Die Erzählweise ist leider allerdings so einfach gehalten, dass sämtliche Überraschungen, die der Film parat hält, nahezu vorhersehbar sind. Es sind auch weniger die Überraschungen, als viel mehr das Abenteuer, was der Zuschauer zu Gesicht bekommt, das den Charme des Streifens ausmacht.
Es ist nicht die klassische „Peter Pan“-Geschichte, die wir hier zu sehen bekommen, sondern so etwas wie eine Vorgeschichte. In diesem Film erfahren wir alles darüber, wie und warum Peter nach Nimmerland gekommen ist.

Ob es nun die die „Erkundungstour“ durch das Waisenhaus, die Reise nach Nimmerland oder das dortige Leben ist, Pan erfüllt so ziemlich alles im Bereich der Spannung, was man sich wünscht. Es sind die schnellen Kamerafahrten, die von Grund auf rasante Handlung gepaart mit den schnellen Schnitten, die das Interesse des Publikums aufrecht hält.
Der Zuschauer wird gefesselt, quasi von der ersten Minute an, und der Film lässt einen die meiste Zeit nicht mehr los.

Die Länge des Films ist gut. In 107 Minuten ist die Geschichte auserzählt ohne dabei großartige Längen aufkommen zu lassen.

Die Emotionen waren sehr vielfältig. Von Kaltherzigkeit bis Sehnsucht und von Liebe und Mut bis zu Selbstsucht und Hass ist alles dabei. Die emotionale Grundstimmung des Films war dabei immer positiv. Immer wieder wird dem Zuschauer verdeutlicht, dass Peter nicht aufgibt, egal was kommt.
Die Darstellung der Gefühle ist dabei auch sehr unterschiedlich. Wo Peter offenkundig seine Zuneigung und seine Wünsche formulieren kann, ist James Hook, egal um was es sich dreht, immer sehr distanziert. Er zeigt es eher durch seine Taten und weniger durch seine Worte.
Blackbeard ist so arrogant wie selbstsüchtig und seine Kaltherzigkeit reiht sich da wunderbar ein.

Die darstellerische Leistung war meistens überzeugend. Hier und da nimmt man den Figuren nicht immer alles zu 100 Prozent ab. Ansonsten wird dem Publikum eine grundsolide Darbietung geboten.
Auch bei den Nebendarstellern bekommt der Zuschauer eine positive Leistung zu sehen. Tiger Lily und Smee sind beispielsweise auf ihre eigene Art originell und abgedreht. Grundsätzlich kann man sagen, dass alle Darsteller so glaubwürdig waren, dass sie über die Dauer des Streifens zu ihren Figuren wurden. So sehe ich hinter Hugh Jackman den Piraten Blackbeard und hinter Garrett Hedlund den distanzierten James Hook. Auch hier gibt wieder Ausnahmen: Auch wenn Levi Miller einen sehr guten Peter darstellt, war er viel zu oft „drüber“. In vielen Szenen wirkt er wie ein kleiner Fremdkörper und daher auch ganz oft viel zu künstlich.

Die Musik war ebenso originell, denn es wurden einige populäre Songs neu interpretiert und vom ganzen Cast geschmettert. Gänsehaut-Charakter. Auch die klassischen Stücke kamen nicht zu kurz. Sie haben den Film in aufregenden Momenten passend untermalt, darüber hinaus blieb sie aber eher unaufgeregt und unscheinbar.

Die Kameraführung war gelungen und aufregend. Sie passte sehr gut zu einem Fantasyfilm wie diesen. Die Effekte wären in 3D wahrscheinlich noch besser und imposanter als in 2D. Auch sonst ist „Pan“ ein hübscher Film, woran sich das Auge mit Sicherheit erfreuen kann.

IMG_4475Meine Meinung:
„Pan“ – was habe ich mich gefreut. Ich finde ja generell die Geschichte um Peter Pan immer sehr aufregend. Ich mochte auch die Filme „Wenn Träume fliegen lernen“ und „Hook“. Es war für mich eine logische Schlussfolgerung, dass ich mir auch „Pan“ anschauen muss.

Ich mochte die Story, auch wenn sie nicht sehr innovativ war. An der Erzählweise haben insbesondere Kinder und Jugendliche Spaß, da sie nicht zu knifflig ist. Erwachsene können den Handlungsverlauf meistens schon vorausahnen und liegen – besonders bei „Pan“ – immer richtig.

Von der ersten Minute an wurde ich sehr gut unterhalten.

An dieser Stelle muss ich anmerken, dass ich mir einen 3D-Effekt bei der Reise nach Nimmerland und in den letzten 20 Minuten sehr gut vorstellen kann, da besonders diese Szenen förmlich dazu einladen in 3D gezeigt zu werden.

Unterm Strich ist „Pan“ ein tolles, aufregendes und fantasievolles Abenteuer, das sich nicht nur an Kinder und Jugendliche richtet, sondern auch an Erwachsene, die im Herzen Kind geblieben sind.

Meine Wertung:
Spannung: 9,0 von 10
Story: 7,0 von 10
Länge: 8,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,0 von 10
Authentizität: 7,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
Kameraführung: 9,0 von 10
GESAMT: 7,9

Ted 2

IMG_4463Titel: Ted 2
Genre: Komödie
Regie: Seth MacFarlane
Musik: Walter Murphy
Produzenten: Scott Stuber / Seth MacFarlane / John Jacobs / Jason Clark
Dauer: ca. 111 Minuten
Erscheinungsjahr: 2015
Altersfreigabe: FSK 12

„In ‚Ted 2’ nimmt der plüschige Pöbler mal wieder kein Blatt vor den Mund. Als Ted erfährt, dass er offiziell nicht als Mensch gilt, hat das verhängnisvolle Konsequenzen: Die Ehe mit seiner großen Liebe Tami-Lynn wird annulliert und der Plan, ein Baby zu adoptieren, zunichte gemacht! Das kann Ted natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Also engagiert er gemeinsam mit seinem besten Freund John (Mark Wahlberg) die hübsche Anwältin Samantha (Amanda Seyfried) und kämpft vor Gericht um seine Bären- äh… Bürgerrechte.“
(Rückentext der DVD)

Dieses Mal habe ich mir „Ted 2“ angeschaut. Nachdem „Ted“ ja schon in meiner A-Z-Challenge vorkam und ich den Film grundsätzlich witzig fand, bin ich gespannt, wie nun die Fortsetzung bei mir ankommt. Man sagt ja, dass zweite Teile immer schlechter als ihre Vorgänger sind. Trifft das auch auf diesen Film zu?

Die Handlung der Fortsetzung ist anders. Wo es im ersten Teil noch um die Figuren, um das, was sie verbindet und was sie erlebt haben, drehte, geht es hier nur um Ted und welche Rechte man ihm einräumt oder nicht einräumt. Natürlich ist das Ganze noch mit einem Antagonisten versehen und schon hat man eine dramatische Nebenhandlung. Über den Inhalt gibt der Rückentext deutlich Aufschluss.
Ansonsten ist die Geschichte nicht sonderlich tiefgreifend, innovativ oder originell, mit Ausnahme einer Komponente: In keinem anderen Film, in dem es um Recht oder Gerechtigkeit geht, und auch sonst in keiner anderen Komödie ist ein lebender Teddy-Bär der Protagonist.
Das ist das einzig Besondere am ganzen Film.

Spannungstechnisch bewegt sich „Ted 2“ auch eher auf dem Niveau von einem Grundschultheaterstück von „Der Regenbogenfisch“. Alles läuft nahezu genau so ab wie im ersten Teil und die Motive sind, besonders im „dramatischen“ Nebenstrang, sehr ähnlich und einfach gehalten.

Die größte Veränderung nahm „Ted 2“ im Humor auf sich. Wo es im ersten Teil plump, sexistisch und sarkastisch herging, steht jetzt im Vergleich dazu ein laues Lüftchen im DVD-Regal. Es fehlt der Biss, die vulgäre Sprache und die expliziten Handlungen, die aus dem ersten Teil – zumindest in diesem Punkt – einen Pionier gemacht haben. Es kommt einem so vor, dass alles, was vorher besonders war, nun nicht mehr besonders ist und auch gar nicht mehr existiert. Als ob eine viel schlechtere Kopie vom ersten Teil neu veröffentlicht wurde. Es gab zwar den einen oder anderen Lacher, aber unterm Strich ist „Ted 2“ weit, weit entfernt von dem, was man aus dem ersten Teil kennt.

Die Kurzweiligkeit des Vorgängers ist ebenfalls nicht mehr vorhanden. Das Publikum muss sich mit einigen Längen und Passagen herumschlagen, in denen die Handlung eigentlich nur durch die Bilder und Musik weitererzählt wird. Die ca. 111 Minuten fühlen sich dadurch extrem in die Länge gezogen an. Kein gutes Gefühl.

Authentizität und Emotionen kommen wie so oft Hand in Hand einher. Logisch ist, dass sich die wiederkehrenden Charaktere aus dem ersten Teil in ihrer Rolle weiterentwickelt haben sollten. Was sie leider nur bedingt getan haben. Neu eingeführte Figuren, wie z.B. Samantha (Amanda Seyfried) oder Patrick Meighan (Morgan Freeman) zeigen zumindest die richtige Richtung an. Generell ist die darstellerische Leitung nicht schlechter oder besser als in „Ted“ allerdings, tut es einem Film und seiner Fortsetzung auch nicht immer gut, wenn sich wirklich nichts weiterentwickelt. Die Hinzunahme von zwei neuen Charakteren half dem gesamten Cast auf die Sprünge. Morgan Freeman spielt wie gewohnt locker, glaubwürdig und auf seine ganz eigene Art einen Anwalt. Amanda Seyfried ist vielseitig und die Nachwuchsanwältin steht ihr genau so gut zu Gesicht wie eine „Millionärstochter“, die gegen ihren Vater rebelliert („In Time“).

Insgesamt stagniert die Glaubwürdigkeit, da die Gefühlspalette zwar breit ist, allerdings selten bis gar nicht originell, geschweige denn echt rüber gebracht wird. Hier fehlt es an der Tiefe. Oberflächlich werden allerdings einige Emotionen gezeigt, allen voran Zuneigung und Sorge, an vielen Stellen wird es extremer und Wut und Trauer fließen mit in die Charaktere ein. Das Publikum kauft sie den Darstellern allerdings nicht ab.

Musikalisch hat der Film etwas mehr zu bieten. Er kommt mit wenigen bis keinen klassischen Songs aus, fast ausschließlich sind es popartige Töne, die der Zuschauer auf die Ohren bekommt. Die Songs sind gut eingesetzt und stehlen dem Film nie die Show.

Meine Meinung:
„Ted 2“ hat mich nur mäßig unterhalten und er ist ein klassisches Beispiel dafür, dass Fortsetzungen nicht immer gut sind.

Die Handlung ist wirklich sehr einfach und beinhaltet leider keine Überraschung. Sie ähnelt dem ersten Teil so sehr, dass ich das Gefühl hatte, ich schaue eine schlechtere Version von ebenjenem Film.

Spannung, Länge, Authentizität und die gezeigten Emotionen waren ebenfalls nur sehr mäßig bis unterdurchschnittlich.

Der Humor ließ stark nach. Alles, was in „Ted“ gut gemacht wurde, kommt im zweiten Teil fast gar nicht mehr vor. Schade.
„Ted 2“ lässt sehr viele Punkte liegen.

Meine Wertung:
Humor: 6,0 von 10
Spannung: 6,0 von 10
Story: 5,0 von 10
Länge: 4,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,0 von 10
Authentizität: 5,0 von 10
Musik: 8,0 von 10
GESAMT: 5,6

Reihenfolge:
1. Ted
2. Ted 2

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In Time – Deine Zeit läuft ab

IMG_1740Titel: In Time
Genre: Science-Fiction-Thriller
Regie: Andrew Niccol
Musik: Craig Armstrong
Produzenten: Eric Newman / Andrew Niccol / Marc Abraham
Dauer: ca. 105 Minuten
Erscheinungsjahr: 2011
Altersfreigabe: FSK 12

„Die nahe Zukunft: Geld wurde als offizielle Währung durch Zeit ersetzt. Mit 25 hören die Menschen auf zu altern. Sie sind genetisch so ausgestattet, dass sie nur noch ein Jahr lang überleben können, es sei denn sie schaffen es, Zeit zu gewinnen. Die Reichen können sich Tausende von Jahren und somit ewige Jugend und Unsterblichkeit erkaufen, während die Armen betteln, leihen und Minute für Minute stehlen, nur um den Tag zu überstehen.
In dieser Welt lebt Will Salas (Justin Timberlake). Als ein reicher Fremder in sein Leben tritt und kurz darauf stirbt, wird Will fälschlicherweise des Mordes beschuldigt. Seine Flucht gelingt ihm, indem er die attraktive Sylvia (Amanda Seyfried), die Tochter eines reichen Zeitmoguls, als Geisel nimmt.
Als der kompromisslose Timekeeper Raymond (Cillian Murphy) die Verfolgung aufnimmt, beginnt für Will ein Wettlauf gegen die Zeit…“
(Rückentext der DVD)

Auf dem Weg die Gesellschaft zu verändern, muss will aufpassen, dass ihm nicht die Zeit abläuft.

Andrew Niccol hat sich vermutlich den Satz „Zeit ist Geld“ besonders stark zu Herzen genommen und hat dann „In Time“ erschaffen. Einen rasanten und unterhaltsamen Science-Fiction-Thriller, in dem jeder Mensch mit einer Uhr geboren wird und so wie sie 25 Jahre alt werden, hören sie auf zu altern und diese Uhr beginnt zu ticken. Von nun an leben sie nur noch ein Jahr, es sei denn, sie kommen irgendwie an Zeit ran.

„In Time“ behandelt eine komplexe Story, die vereinzelt verwirrend ist und nicht logisch erscheint. In den größten Teilen ist sie aber unterhaltsam und spannend. Die Erzählweise ist eher eintönig und stereotypisch. Der Zuschauer erfährt nicht direkt, was eine Figur denkt oder fühlt. Einzig und alleine die Dialoge und die Handlung lassen auf die charakteristischen Eigenschaften schließen.

Mit ca. 105 Minuten bekommt der Zuschauer mit „In Time“ einen guten Film zu sehen. Dieser wirkt aber zum Ende hin sehr ideenlos und abgedroschen.

Insbesondere am Anfang konnte „In Time“ immer wieder gekonnt Spannung aufbauen und so Abwechslung ins Spiel bringen, zum Ende hin ist aber alles durchgekaut und vorhersehbar. Die Symbolik der ablaufenden Uhr ist ein besonderes Stilmittel, um immer wieder Anspannung zu erzeugen. Auch das Rennen um Leben und Tod, immer mit Blick auf die Uhr, ist nervenaufreibend, aber nach dem 3., 4. und 5. Mal wirkt es eher langweilig als aufregend.

Andrew Niccol hat es aber bei der Darstellung einer Mehrklassengesellschaft geschafft, die Fahrten durch die armen und reichen Bezirke interessant zu gestalten.
Mit Verfolgungsjagden und Prügeleien bekommt der Zuschauer auch kurzweilige Action zu sehen, die auch etwas mehr sein könnte, um den Unterhaltungswert für Actionfans zu steigern.

„In Time“ bietet kein großes Gefühlskino, aber es wird eine Art Zwiespalt dargestellt, der auch die Gefühle und Gedanken der Protagonisten beeinflusst. Ein Hin- und Hergerissensein zwischen Recht und Unrecht.
Die Figuren sind überwiegend authentisch und originell. Es wird einem leicht gemacht, sich mit den Charakteren zu identifizieren, weil sie von Tag zu Tag leben und nicht wissen, was morgen sein wird oder wann ihre Stunde geschlagen hat.

Die Filmmusik ist sehr reduziert und ausschließlich unterstützend. Sie trägt nicht maßgeblich zur Unterhaltung bei, ist aber auch beim Erzeugen der Spannung ein gutes Mittel, was in „In Time“ immer wieder Anwendung findet.
Eine Digitaluhr auf der Haut! Eine passendere Detailaufnahme kann es gar nicht geben. Es steckt so viel mehr in dieser Aufnahme, als man auf den ersten Blick annehmen kann. Gezeigt wird die Zeit, die ein Mensch noch auf seiner Uhr hat und dabei ist es egal, ob da 1000 Jahre oder 5 Minuten drauf stehen, diese Aufnahme reißt den Spannungsbogen immer hoch. Es ist auch eine Einstellung, die der Zuschauer öfter zu sehen bekommt.
Leider ist das auch die einzige nennenswerte Einstellung, denn der Film hat sonst nur leblose und eintönig wirkende Betonlandschaften zu bieten und blieb damit weit unter seinen Möglichkeiten.

Meine Meinung:
„In Time“, ein guter Film für einen DVD-Abend, der auch zum Nachdenken anregt. Was würdest du tun, wenn du auf deiner imaginären Lebensuhr nur noch 24 Stunden zu stehen hast?

Die Story wurde teils spannend, teils einfältig erzählt und unterhielt mich im Großen und Ganzen recht gut. Action- und Spannungselemente hätten besser gesät und vielfältiger sein können.

Der Film ist, trotz seines Science-Fiction-Elementes, dass die Menschen genetisch verändert sind und nicht älter werden als 25, sehr authentisch. Auch Gefühle konnten gut transportiert und glaubhaft dargestellt werden.

Ich mag Filme, in denen die Musik einen hohen Wiedererkennungswert hat, aber Filme, in denen die Musik keine tragende Rolle spielt, verdienen keine schlechte Bewertung deswegen. Hier war sie stark reduziert, aber eingebettet in die Story und den Film, perfekt.

Die Kameraarbeit fiel nicht sonderlich auf und empfand ich als Standard.

Meine Wertung:
Spannung: 7,0 von 10
Action: 6,5 von 10
Story: 7,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 7,5 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 8,0 von 10
Kameraführung: 7,0 von 10
GESAMT: 7,3

A Million Ways to Die in the West

IMG_1284Titel: A Million Ways to Die in the West
Genre: Komödie
Regie: Seth MacFarlane
Musik: Joel McNeely
Produzenten: Jason Clark / Seth MacFarlane / Scott Stuber
Dauer: ca. 111 Minuten
Erscheinungsjahr: 2014
Altersfreigabe: FSK 12

„Schafzüchter Albert (Seth MacFarlane) ist nicht geschaffen für das harte Leben im Wilden Westen: Er ist ein Feigling mit losem Mundwerk und geht Schießereien lieber aus dem Weg. Deshalb hat ihn auch seine Freundin (Amanda Seyfried) verlassen. Doch alles ändert sich, als die bildschöne Anna (Charlize Theron) auftaucht. Albert verliebt sich Hals über Kopf in diese Traumfrau, für die er endlich seinen Mut entdeckt. Und den braucht er auch! Denn Annas eifersüchtiger Ehemann (Liam Neeson) kommt mit rauchendem Colt in die Stadt geritten. Für den unausweichlichen Showdown muss Albert allerdings erst noch schießen lernen…“
(Rückentext der DVD)

Er hat es wieder getan! Seth MacFarlane haut nach „Ted“ mit „A Million Ways to Die in the West“ eine weitere derbe Komödie voller Stars, und vor allem voller Wortwitz, raus.

Die schwarzhumorige Komödie aus der Feder vom Macher von „Ted“, Seth MacFarlane, ist sehr unverblümt und, um es auf den Punkt zu bringen, auch sehr witzig. Der Humor besticht durch tolle Monologe des Charakters Albert. Außerdem ist der Film tatsächlich ein Western der im Jahre 1882 spielt und er geht sehr ironisch mit der damaligen Zeit um. An der einen oder anderen Stelle wird man auch, unerwarteter Weise, den einen oder anderen Hollywood-Star finden, wie z.B. Christopher Lloyd, Ryan Reynolds und Jamie Foxx. Wie der Titel schon sagt, gibt es eine Millionen Wege im Wilden Westen zu sterben, einige dieser Wege werden spektakulär und aberwitzig dargestellt.
Durch die sprunghafte Schnitttechnik werden die Pointen deutlich unterstützt.

Der Film war auf seine Weise fesselnd, aber nicht so richtig spannend. Man wusste vorher, wie der Handlungsstrang ablaufen wird, das nahm dem Ganzen ein wenig die Spannung, , aber es war durchaus interessant und witzig anzusehen.

Die Story ist flach. Sie ist nicht tiefgründig und regt auch nicht zu besonders starken Emotionen oder zum Nachdenken an. Mit seinen 111 Minuten macht der Film vieles richtig, aber leider nicht alles. Das Ende kommt eher unvermittelt und etwas früh. „A Million Ways to Die in the West“ entertaint aber auf ganzer Linie und was will man einer Komödie mehr abverlangen als gute Pointen und einige laute Lacher?

Die schauspielerische Leistung war von Grund auf gut und durch die Überzeichnung einiger Charaktere wirkt das Ganze in seiner komödiantischen Art auch schlüssig. Die Personen wirken in ihrem Umfeld sehr authentisch. Auch wenn man tiefere Beweggründe für das Handeln und die Entscheidungen einzelner Personen kennenlernt, bleiben, bis auf einige Lachanfälle, große Emotionen aus. In seiner Zeichnung muss man den Film nicht ernst nehmen. Er ist und bleibt eine Komödie voller schwarzem Humor. Dieser lebt von Überzeichnung, Übertreibung und extremen Bildern.

Die Musik dieser guten Komödie war sehr zurückgenommen und stark reduziert. Dem Ambiente entsprechend wurden hier Western-Klänge eingebaut und untermalten mehr oder minder den Film. Ausnahme war ein komödiantisches Western-Lied, das sich thematisch mit dem Inhalt des Filmes auseinander gesetzt hat.

Der Film zeichnet sich durch gute Kameraarbeit aus. Der Zuschauer kommt in den Genuss von einigen Detailaufnahmen, westerntypischen Kulissen und dementsprechenden Totalen, wie Sonnenuntergängen, Schießübungen und Vieh.

Meine Meinung:
Seth MacFarlane hat mich echt zum Lachen gebracht. Mit „A Million Ways to Die in the West“ schafft er pure Unterhaltung, tolle Kameraarbeit, teilweise Pointe auf Pointe und einem super Cast. Die Darstellung, die für mich zwar angemessen ist, sollte aber im FSK-Bereich nach oben korrigiert werden. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sollten den Film eher nicht sehen. Nicht selten spritze das Blut und waren die Worte sehr explizit.

Aber davon ab, hat der Film genretypisch agiert, wenig Story und witzige Darbietung. Insbesondere die Monologe von dem Charakter Albert (Seth MacFarlane) haben mich begeistert. Die diversen Cameo-Auftritte haben dem Ganzen die Krone aufgesetzt und machen den Film zwar nicht zu einem Unikat, aber dafür auf jeden Fall sehr sehenswert. Auch die ironische Umgangweise mit der Zeit ist hervorzuheben und bietet den einen oder anderen Lacher, garantiert. Durch die reduzierte Musik wird der Fokus auf den Humor und die Pointen gelegt. Ausnahme ist ein Lied, das sich nahtlos in die Story einfügt.

„A Million Ways to Die in the West“ ist eine solide Komödie und ich habe jetzt schon das Gefühl, dass mir die Witze, auch nach dem dritten Gucken, nicht alt erscheinen werden.

Meine Wertung:
Humor: 8,0 von 10
Spannung: 4,0 von 10
Story: 4,5 von 10
Länge: 6,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,0 von 10
Authentizität: 7,0 von 10
Musik: 5,0 von 10
Kameraführung: 8,0 von 10
GESAMT: 5,9