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Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt

Titel: Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt (engl. „Pirates of the Caribbean: At World´s End“)
Genre: Abenteuer / Fantasy
Regie: Gore Verbinski
Musik: Hans Zimmer
Produzenten: Jerry Bruckheimer
Dauer: ca. 162 Minuten
Erscheinungsjahr: 2007
Altersfreigabe: FSK 12

„Wieder einmal stechen Elizabeth Swann (Keira Knightley) und Will Turner (Orlando Bloom) in See, um in einem verzweifelten Versuch Captain Jacks (Johnny Depp) Seele zu retten. Diesmal müssen sie dafür jedoch ein Bündnis mit ihrem einstigen Widersacher, dem verschlagenen Barbossa (Geoffrey Rush) eingehen. Währenddessen treibt Davy Jones (Bill Nighy) mit seinem Geisterschiff ‚Flying Dutchman‘ sein Unwesen auf den Weltmeeren. Immer mit der Gefahr des Verrats konfrontiert, schlagen sich Will und Elizabeth durch wilde Gewässer bis ins exotische Singapur, wo sich am Ende jeder für eine Seite entscheiden muss. Denn in der letzten gewaltigen Schlacht steht nicht nur das eigene Schicksal auf dem Spiel, sondern die Zukunft aller Piraten…“
(Rückentext der DVD)

Vor knapp zwei Jahren habe ich den zweiten Teil der „Fluch der Karibik“-Trilogie gesichtet und prognostiziert, dass ich zwei Jahre später mit Teil drei und vier fertig bin. Pustekuchen. Inzwischen sind zwei Jahre vergangen und die DVDs meines Schwagers liegen schon eine ganze Weile bei mir herum. Jetzt, wo er seine Filme langsam wiederhaben will, habe ich mir Teil drei angeschaut.

Nachdem die große Ernüchterung am Ende von Teil zwei vorhanden war, hatte ich große Hoffnungen in Teil drei. In meinen Erinnerungen war „Das Ende der Welt“ atmosphärischer und spannender als sein direkter Vorgänger. Ich bin froh, dass meine Erinnerungen nicht daneben lagen.

Die Handlung knüpft an seinem Vorgänger an und beginnt ohne große Einführung der Figuren, Vorwissen wird also erwartet. Und auch sonst geht es von der ersten Minute an sehr dynamisch und spannend los. Und genau hier ist der Punkt, den dieser Teil seinem Vorgänger voraus hat: „Am Ende der Welt“ hat es nicht verpasst, seine Zuschauer am Anfang mitzunehmen. Auch sonst funktioniert die chronologisch und stringent erzählte Story um die Rettung Jack Sparrows und einen großen Showdown aller Beteiligten. Dabei fällt es so gut wie gar nicht auf, dass es keine größeren Wendungen oder Überraschungen gibt.

Spannungstechnisch haut dieser Teil auch voll rein. Bis auf eine kleine Phase in der Mitte des Films fesselt er, sowohl durch die Erzählweise als auch durch die Inszenierung. Man merkt direkt, dass sich die Spannung die ganze Zeit über aufbaut und dabei keine zwischenzeitlichen Entspannungen sucht. Lediglich dieses Spannungs-Plateau, das sich in der Mitte befindet, wurde mitgenommen und sorgt dabei für ein Halten des Niveaus. Negativ fällt hier jedoch die Laufzeit auf, denn mit 162 Minuten streckt sich nicht nur das Geschehen, sondern auch der Aufbau der Spannung, die sich aber besonders in der letzten halben Stunde unentwegt entlädt.

In das Gesamtbild fügen sich die Figuren nahtlos ein. Johnny Depp spielt seine Rolle des Jack Sparrows gewohnt drüber und Orlando Bloom und Keira Knightley versuchen durch die deutlich erhöhte Screentime auch etwas vom Kuchen abzubekommen. Dadurch mutiert das Ganze nicht zu einer Jack-Sparrow-Gedächtnis-Gala, sondern wird viel mehr von vielen Schultern gleichzeitig getragen, wodurch es auch Platz für die Nebendarsteller gibt. Und auch sonst entdeckt der Zuschauer einige interessante Charaktere, die sich abseits der „großen drei“ (Bloom, Knightley und Depp) bewegen. So erleben wir Chow Yun-Fat und Rolling-Stones-Gitarrist Keith Richards als Piraten, die beide auf ihre Weise der Handlung und der Atmosphäre einen speziellen Drall mitgeben. Ein großer Negativpunkt an dieser Stelle: Emotionen werden insgesamt nur sehr, sehr klein geschrieben. Die wenigen Momente, in denen gefühlstechnisch mehr geht, sind rar und kurz gesät.

Das Setting wiederrum ist passend. Und überhaupt kann man „Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt“ von technischer Seite aus keine Vorwürfe machen. Das Szenenbild ist stets stimmig und fängt die ganze Thematik wunderbar ein. Wir befinden uns in einem Piraten-Setting, die Schiffe, die Interaktionen und auch die Effekte sind ganz darauf ausgelegt. Es gibt Seeschlachten, Kanonenkugeln, die durch die Luft fliegen, einen Strudel und Kämpfe mit einem Säbel. Es wehen Piratenflaggen und es fliegen Dreispitze. Das Make-Up, die Kostüme und auch die Musik passen perfekt zu diesem Film. Hier gibt es wirklich nichts Negatives zu erwähnen.

Meine Meinung:
Der dritte Teil der „Fluch der Karibik“-Reihe musste einiges wieder gut machen und das hat er auch geschafft. Nach einem enttäuschenden zweiten Teil hatte ich dieses Mal das Gefühl, dass die Geschichte auf einen Punkt gebracht wurde, von dem es eigentlich nicht mehr weitergehen muss. Inzwischen wissen wir aber, dass es bereits Teil vier und fünf gibt.

Ich hatte die meiste Zeit meinen Spaß, jedoch fiel es mir schwer, im Mittelteil dran zu bleiben. Dem Streifen hätten also gut und gerne 20 bis 30 Minuten weniger nicht geschadet. Unterm Strich bin ich aber wirklich zufrieden und froh, dass ich diese Trilogie abgeschlossen habe. Für alle, die ohnehin Fan der Reihe sind und auch für all diejenigen, die Piratenfilme oder Filme mit Johnny Depp oder Orlando Bloom (oder sogar mit beiden zusammen) mögen, ist dieser Film auf jeden Fall ein „must see“, ebenso für Blockbuster-Fans. Alle anderen werden aber auch ihren Spaß finden und diese Reihe zu schätzen wissen.

Meine Wertung:
Spannung: 7,5 von 10
Action: 8,5 von 10
Story: 7,0 von 10
Länge: 4,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 4,0 von 10
Authentizität: 6,0 von 10
Musik: 9,0 von 10
Setting: 10 von 10
GESAMT: 7,0

Reihenfolge:
1. Fluch der Karibik
2. Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2
3. Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt
4. Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten

Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2

Titel: Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2 (engl. „Pirates of the Caribbean: Dead Man´s Chest“)
Genre: Abenteuer / Fantasy
Regie: Gore Verbinski
Musik: Hans Zimmer
Produzenten: Jerry Bruckheimer
Dauer: ca. 145 Minuten
Erscheinungsjahr: 2006
Altersfreigabe: FSK 12

„Davy Jones, der mysteriöse Captain des ‚Flying Dutchman’ hat noch eine Rechnung mit Jack Sparrow offen – doch der hat zunächst ganz andere Probleme: Ein Kannibalenstamm möchte ihn am liebsten auffressen! Auch Will Turner und seine stürmische Verlobte Elizabeth sind hinter Jack her – und alle machen sich auf die abenteuerliche Suche nach der geheimnisumwitterten ‚Truhe des Todes’. Die wilde Jagd führt sie kreuz und quer durch die Karibik – furiose Säbelgefechte und Voodoozauber inbegriffen!“
(Rückentext der DVD)

Ich habe mir vor ganz langer Zeit von meinem Schwager die „Fluch der Karibik“-Reihe ausgeliehen. Vor circa einem Jahr habe ich mir den ersten Teil angeschaut, nun kam Teil 2 dran. Ich bin dann also hoffentlich in drei Jahren fertig. Die ersten drei Filme habe ich bereits alle schon einmal gesehen und wollte sie nun noch einmal schauen.

Die Handlung ist chronologisch und ohne großartige Kniffe erzählt. Wie auch im ersten Teil dreht sich alles um Captain Jack Sparrow, Will Turner und Elizabeth, die wieder in irgendeiner Form ein Abenteuer erleben. Ich muss vorwegnehmen, dass dieser Film bei weitem nicht so viel richtig macht wie sein Vorgänger.
Die ersten 40-50 Minuten sind verzichtbar. Das liegt aber auch daran, dass die Handlung in dieser Zeit einfach nichtssagend ist. Man kann sehr gut irgendetwas Nützliches im Haushalt erledigen, ohne dass man Angst haben muss, etwas zu verpassen.
Um es auf den Punkt zu bringen: 90 statt 145 Minuten Laufzeit wären auch absolut ausreichend gewesen.
Die Story handelt im Wesentlichen davon, dass Jack Sparrow die „Truhe des Todes“ sucht und zwischenzeitlich bei einem karibischen Kannibalenstamm auf dem Thron landet. Wie er dahin gekommen ist und warum ausgerechnet dieser Stamm ihn so anhimmelt, bleibt im Grund offen und wird nicht geklärt. Auch Will Turner und Elizabeth werden in die Handlung eingeflochten, sodass Jack und die anderen zwei aus den unterschiedlichsten Motiven gemeinsame Sache machen können.

Die Figuren sind im Vergleich zum Vorgänger auch weniger facettenreich, weniger flexibel in der Spielweise und daher auch bei weitem nicht so glaubwürdig. Das ärgert mich wirklich sehr, vor allem hatte ich den Streifen besser in Erinnerung.

Spannungstechnisch verhält es sich ähnlich, wie mit der Handlung. In der ersten Stunde kommt nicht so richtig etwas zusammen und ab dann wird man auch nicht so richtig überzeugt. Zu wenig wird dafür getan, dass sich der Streifen entfalten kann. Der Zuschauer wird nicht so gut abgeholte, wie es noch im Vorgänger der Fall gewesen ist. Zumindest reichen gute Effekte und choreografierte Abenteuerszenen nicht aus.
Auch sonst geht von der Handlung oder der Erzählweise keine Spannung aus.

Die Figuren sind, wie bereits erwähnt, viel zu statisch, als dass sie irgendetwas Positives beitragen könnten. Sie sind auch nicht glaubwürdig. Am Beispiel von Johnny Depp lässt sich sagen, dass seine „typische“ Jack-Sparrow-Art hier erstmalig anfängt zu nerven. Eine Mischung aus Overacting und Parodie auf einen Piraten. Auch die anderen Charaktere machen im Wesentlichen nichts besser und der Einzige, der überzeugt, ist weitestgehend computeranimiert.

Musik und Setting sind die einzigen beiden Kategorien, in denen dieser Film überzeugen konnte. Die Musik ist von Hans Zimmer wunderbar komponiert und arrangiert. Ein Negativpunkt gibt es allerdings: Sie will, unberechtigterweise, in den Vordergrund und gefühlt immer mehr beweisen, als sie tatsächlich geben kann. Das Setting und die Kulissen sind einfach überzeugend. Das Design der Piratenschiffe, Kostüme und Kamerafahrten haben einfach super gepasst und fangen das Thema perfekt ein. Das Abenteuerfeeling, das ich noch im ersten Teil hatte und bewunderte, fehlte mir aber fast gänzlich. Der Film glich einem Actionspektakel, das mit tollen Kampfszenen daherkam, aber für mich nicht einmal ansatzweise mit dem ersten Teil zu vergleichbar ist. „Priates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2“ hat daher einen faden Beigeschmack und schafft es nicht zu überzeugen.

Meine Meinung:
So traurig und hart es klingt, aber „Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2“ war reinste Zeitverschwendung. Mich haben die Figuren nicht überzeugt, die Handlung nicht abgeholt und es wurde auch keine Spannung aufgebaut. Technisch war er nett anzusehen und auch die Effekte haben Spaß gebracht, aber selbst das schlechteste Popcorn-Kino kann mich mehr und besser unterhalten als dieser Streifen.

Es gibt also gehörigen Punktabzug. Da kann man nur hoffen, dass der dritte Teil besser wird. Zumindest habe ich ihn aufregend in Erinnerung. Hoffentlich täusche ich mich da nicht.

Meine Wertung:
Abenteuer: 5,0 von 10
Spannung: 3,0 von 10
Länge: 3,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 4,0 von 10
Authentizität: 4,0 von 10
Musik: 9,0 von 10
Setting: 9,0 von 10
GESAMT: 5,3

Reihenfolge:
1. Fluch der Karibik
2. Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2
3. Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt
4. Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten

Der Dunkle Turm

Titel: Der Dunkle Turm (engl. „The Dark Tower“)
Genre: Action / Abenteuer / Fantasy / Romanverfilmung
Regie: Nikolaj Arcel
Musik: Tom „Junkie XL“ Holkenborg
Produzenten: Akiva Goldsman / Brian Grazer / Ron Howard / Stephen King
Dauer: ca. 91 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Altersfreigabe: FSK 12

„Der Film basiert auf dem Bestseller des erfolgreichen Autors Stephen King. Revolvermann Roland Deschain (Idris Elba) ist der letzte seiner Art und gefangen in einem ewigen Kampf mit Walter O´Dim, auch bekannt als der Mann in Schwarz (Matthew McConaughey). Roland ist fest entschlossen, ihn daran zu hindern, den Dunklen Turm zu Fall zu bringen, der das ganze Universum zusammenhält. Das Schicksal aller Welten steht auf dem Spiel, als das Gute und das Böse in einer ultimativen Schlacht aufeinanderprallen. Denn Roland ist der Einzige, der den Dunklen Turm vor dem Mann in Schwarz verteidigen kann.“
(Rückentext der DVD)

Das Jahr neigt sich dem Ende und ich konnte mir noch auf den letzten Tagen einen aktuellen Film anschauen. Dieses Mal war es „Der Dunkle Turm“.

Nun, ich bin jetzt nicht der Fachmann für Stephen King und ich habe auch noch keines seiner Bücher gelesen, aber ich interessiere mich für Filme. „Der Dunkle Turm“ ist einer dieser Streifen, die mich bereits mit dem ersten Trailer total angefixt haben. McConaughey und Elba versprechen für mich einen guten Film, da ich beide Darsteller wirklich sehr gerne mag. Wie ich nun diesen Film finde, könnt ihr hier lesen.

Im Vorfeld habe ich damals viele Kritiken gelesen. Ich hatte zunächst Interesse, diesen Streifen im Kino zu sehen, aber aufgrund der gemischten Bewertungen war ich mir letzten Endes nicht sicher, ob sich ein Besuch lohnt oder nicht.
Ich habe bereits damals vermehrt gelesen, dass „echte King-Fans“ eher enttäuscht sein werden und nur „Nicht-Kenner“ gute Unterhaltung erleben.

Damit ich mein Empfinden besser erklären kann, muss ich mein Urteil vorgreifen, denn für mich ist dieser Steifen von der ersten bis zur letzten Minute fragwürdig und eher ein Fehlkauf.
Das lässt sich wie folgt begründen:
Die Erzählweise ist von Anfang an unaufgeregt und stets bemüht, mit einigen Kniffen etwas Spannung zu erzeugen. Immerhin wird an dieser Stelle der Versuch unternommen, den Zuschauer an den Fernseher zu fesseln. Was ich allerdings noch viel schlimmer finde, ist die Handlung. Nur eine kurze und bruchstückhafte Einführung der unterschiedlichen Charaktere und Zusammenhänge ist nicht ausreichend. Viel mehr noch finde ich die Figuren zum Teil stark nichtssagend. Die Tiefe der Einzelnen lässt sich in der Regel nur dann gänzlich aufzeigen, wenn sie vernünftig eingeführt werden. In „Der Dunkle Turm“ war es nicht der Fall. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass die Handlung stringent ist.

Spannung kam, wie bereits beschrieben, nicht so recht auf. Es gibt allerdings einige Sequenzen, die durch ein abenteuerliches Actionfeeling ein wenig Interesse erzeugen, zumindest auf einer sehr flachen und nicht sonderlich anspruchsvollen Ebene. Unterm Strich ist es aber merklich zu wenig.

Auch die Laufzeit von ca. 91 Minuten ist nicht richtig ausreichend. Damit alles gut funktioniert und die Figuren ihre Wirkung entfalten können, müssen bei dieser Art der Erzählung locker weitere 20 Minuten Filmmaterial her. Aber unter diesen Umständen ist nicht nur die Handlung dünn, sondern sind es auch die Figuren.

Die emotionale Palette und die Glaubwürdigkeit sind unter den Umständen auch nicht gegeben. Bis auf Jake Chambers (gespielt von Tom Taylor) gibt es keine Figur, die hier besonders positiv auffällt. Ich hatte da wohl zu hohe Erwartungen und ließ mich durch die Strahlkraft der berühmten Darsteller blenden. Dass ich dann auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurde, wundert mich dann doch eher wenig.

Die Musik ist spannungsfördernd und punktuell gut eingesetzt. Sie trägt allerdings nicht die Szenen und ist auch kein Element, welches sich tiefer in den Kopf brennt.

Meine Meinung:
Wie ich es bereits sagte, hatte ich wohl zu viele Erwartungen an diesen Film. Mir fehlte es an allen Ecken und Enden. Vermutlich ist es genau so, wie die vorherigen Kritiken sagen: King-Kenner werden enttäuscht sein. Auch jemand, der King nicht kennt, wird enttäuscht sein, denn um alles gänzlich zu verstehen, muss man wohl die Bücher gelesen haben.

Auch wenn ich nicht verwirrt werde, erschließt sich mir die Handlung einfach nicht. Es sieht so aus, als ob mir fundamentales Vorwissen fehlt. Außerdem sieht man erstaunlich selten den titelgebenden dunklen Turm.

Was bleibt mir noch übrig: Ja, ich war schon ein wenig enttäuscht, dachte ich doch, dass „Der Dunkle Turm“ ein guter Film wird, weil er so hochkarätige Schauspieler wie Idris Elba und Matthew McConaughey unter sich vereint. Was ich aber zu sehen bekomme, ist Potential, das nicht ausgeschöpft wird und nicht nur dünne Figuren, sondern auch eine sehr flache und nichtssagende Handlung.
Da kann man nur hoffen, dass die anderen Bände der Romanvorlage noch verfilmt werden, wodurch alles mehr oder weniger aufgeklärt wird und auch mehr Einblicke geliefert werden. Bis hierhin gibt es aber Abzüge.

Meine Wertung:
Story: 4,0 von 10
Spannung: 5,5 von 10
Länge: 5,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,0 von 10
Authentizität: 4,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
GESAMT: 5,1

Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn

Titel: Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn (engl.: „The Adventures of Tintin“)
Genre: Animationsfilm / Abenteuer
Regie: Steven Spielberg
Musik: John Williams
Produzenten: Steven Spielberg / Peter Jackson / Kathleen Kennedy
Dauer: ca. 107 Minuten
Erscheinungsjahr: 2011
Altersfreigabe: FSK 6

„Der allseits beliebte junge Reporter Tim und sein treu ergebener Hund Struppi – klassische Figuren ihres Schöpfers Hergé – erwachen im internationalen Filmhit ‚Die Abenteuer von Tim und Struppi’ zum Leben. Nach dem Kauf eines Schiffsmodells mit brisantem Inhalt, geraten Tim und seine Freunde ins Visier eines teuflischen Schurken. Erst auf hoher See, dann in der Wüste Nordafrikas: Jede Wendung beschert dem Zuschauer mehr Nervenkitzel, Spannung und Abenteuer für die ganze Familie.“
(Rückentext der BluRay)

Heute habe ich mir einen weiteren von fünf angeschaut. Die ersten beiden waren „Ohne Limit“ und „Codename U.N.C.L.E.“, heute habe ich mich um Steven Spielbergs „Die Abenteuer von Tim und Struppi“ aus dem Jahr 2011 gekümmert.

Die Zutaten dieses fulminanten Abenteuers sind eine wendungsreiche Geschichte, ein Schiffsmodell, ein Trunkenbold von Kapitän, ein fieser Antagonist und die Neugier eines übereifrigen Reporters mit seinem Hund.
Jener Reporter wird eher unfreiwillig in ein Abenteuer gerissen, das ihn aufs Meer, in die Luft und sogar in die Wüste bringt und immer dabei sein Hund.
Der Rückentext beschreibt am besten die Handlung ohne dabei zu viel zu spoilern.
Allen voran ist die Erzählweise rasant, chronologisch und logisch nachzuvollziehen. Große Sprünge auf der zeitlichen Ebene gibt es nicht. Besonders raffiniert sind Szenen, die in einer Art Rückblende erzählt sind.

Bevor ich an dieser Stelle über die Spannung rede, sei gesagt, dass sich diese aus sehr vielen Elementen zusammen setzt.
Wesentlicher Bestandteil sind Authentizität und Animationen. Auch die Geschichte an sich ist bei einer vernünftigen Inszenierung durchaus ein Mittel, das sehr viel Spannung erzeugen kann.
Wie bereits erwähnt ist der Streifen sehr rasant. Genauso eine Inszenierung ist richtig und wichtig, damit der Film funktioniert. Tim und Struppi waren nie Sherlock Holmes und haben nie ausgefeilte Rätsel benötigt. Auch bei diesem Film ist das Rätsel nicht zu hoch gegriffen und doch knifflig genug, um einen gewissen Reiz auszuüben.
Die Authentizität der Figuren ist nicht weniger als wunderbar. Charakterlich sind sie allesamt fantastisch gezeichnet. Jede Figur hat seine Stärken und Schwächen, diese werden aber nicht übertrieben dargestellt. Wo bei den Kindern besonders die Bilder Eindruck schinden werden, ist es doch die charakterliche Tiefe, die den erwachsenen Beobachter faszinieren wird. Wohl wissentlich, dass es sich bei diesem Streifen nach wie vor um einen Animationsfilm handelt.
Und so bin ich beim dritten Punkt angelangt, der wesentlicher Bestandteil für die Zusammensetzung der Spannung ist: die Animationen.
Sie sind technisch auf einem hohen Niveau und überzeugen auf ganzer Linie, auch heute noch, obwohl der Streifen schon sechs Jahre alt ist. Als Zuschauer bekommt man das Gefühl, dass hier besonders viel Liebe im Film steckt, denn die Animationen sind sehr detailliert. Das animierte Bild der Figuren ist sehr weich und doch sehr nah an der comichaften Vorlage und das ist das Erstaunliche. Die Charaktere bekommen ein aufpoliertes Äußeres ohne dabei ihren Kern, ihr Inneres, zu verlieren.
Fans der Serie werden damals wie heute von der animationsfilmischen Umsetzung nicht enttäuscht.
All diese Punkte sind wichtig, um die Spannung dieses kleinen Meisterwerks zu beurteilen und ich habe an dieser Stelle fast nichts auszusetzen.
Es sind Nuancen, an denen man sich aufziehen kann, so gibt es Szenen und Einstellungen, in denen Haare, Sand oder Regen einfach zu sehr computeranimiert aussehen, obwohl der Streifen die meiste Zeit ein qualitativ anderes Bild zeigt. Darüber hinaus sind die beiden Nebenfiguren Schulze und Schultze nicht so gut getroffen und wirken vielerorts deplatziert.

Die Emotionen sind immer schwer zu beurteilen, da der Zuschauer ja doch auch auf Mimik und Gestik achtet und durch Körpersprache Stimmungen interpretiert. „Die Abenteuer von Tim und Struppi“ ist aber ein animiertes Abenteuer, in dem man nicht immer am Gesichtsausdruck erkennt, ob die Figur aufgewühlt, wütend oder traurig ist. In den Charakter- und Dialogszenen lässt sich allerdings ein Eindruck gewinnen. Die Gefühlspalette ist limitiert, sowohl in der Breite als auch in der Tiefe. Das ist ein durchaus legitimes Mittel, solange die Handlung unter diesen Voraussetzungen funktioniert und im Fall von Tim und Struppi funktioniert sie sogar recht gut. Es gibt aber durchaus Animationsfilme, die Emotionen besser herausgearbeitet haben und wo man in diesem Punkt näher an den Figuren dran war und sie gerne ins Herz geschlossen hat.

Die Musik ist von John Williams komponiert und wie in nahezu jedem Film, zu dem er die Musik gemacht hat, gibt es nichts zu meckern. Die Untermalung war spannungsfördernd, immer mit einem leichten Touch in Richtung episch. Der Zuschauer bekommt das Gefühl, dass er Zeuge eines grandiosen Abenteuers ist. Eine perfekt getroffene Untermalung, die im Bereich der animierten Abenteuerfilme seinesgleichen sucht.

Mit einer Laufzeit von ca. 107 Minuten bekommt Groß und Klein einen sehr kurzweiligen und rasanten Film geboten. Die ganze Zeit gibt es keine unnötigen Längen, in denen zu viel Spannung verloren geht.

Meine Meinung:
Ja, „Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn“ ist Film Nummer 3 von 5, den ich nach dem Zufallsprinzip aus meinem DVD-Regal gezogen habe.

Ich hatte wirklich großen Spaß mit diesem Streifen, vor allem weil dieser Film für mich zum Inbegriff von „Abenteuerfilm“ geworden ist. Als ich ihn das erste Mal vor einigen Jahren sah, wusste ich sofort, dass das ein waschechtes und knackiges Abenteuer ist, das auch bei der zweiten, dritten und vierten Sichtung immer noch seinen Reiz, seine Spannung und seine Schönheit behält.
Was wünscht man sich mehr von so einem Film, als das Wissen, gut unterhalten zu werden?

So mancher Realfilm, der in Richtung Abenteuer geht, kann sich von diesem Schmuckstück etwas abschneiden und wird dann immer noch nicht an die Qualität und Intensität dieses Streifens herankommen. Ein absolut sehenswerter Film, der nicht umsonst in meinem DVD-Regal gelandet ist.
Ein Highlight-Siegel ist längst überfällig.

Meine Wertung:
Spannung: 9,5 von 10
Story: 8,0 von 10
Länge: 9,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 7,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 10 von 10
Animationen: 9,5 von 10
Abenteuer: 10 von 10
GESAMT: 8,9

Die Piratenbraut

Titel: Die Piratenbraut (engl. „Cutthroat Island“)
Genre: Abenteuer / Fantasy
Regie: Renny Harlin
Musik: John Debney
Produzenten: James Gorman / Renny Harlin / Laurence Mark / Joel B. Michaels
Dauer: ca. 119 Minuten
Erscheinungsjahr: 1995
Altersfreigabe: FSK 12

„Der gewaltigste Piratenschatz aller Zeiten. Eine Schatzkarte, deren Teile sich im Besitz von drei Brüdern befinden. Und der ungestüme Mord von einem der Brüder an dem anderen. Morgan Adams, die Tochter des ermordeten Piratenkönigs, will den Schatz heben. Hilfe findet die Piratin aber nur bei dem Dieb William Shaw, den sie in einer gewagten Rettungsaktion vor der Versklavung bewahrt.
Bald haben sie zwei Kartenteile gefunden, doch während eines schweren Sturms meutert die Besatzung. Morgan wird samt ihren Anhängern in einem Ruderboot ausgesetzt. Wie es der Zufall will, überleben sie das Unwetter und stranden auf der geheimnisvollen Schatzinsel – aber es fehlt immer noch der letzte Teil der Karte! Und den hat kein anderer als der brutale Brudermörder Dawg Brown…“
(Rückentext der DVD)

Einer meiner engsten Freunde hat mir eine ganze Reihe an Filmen ausgeliehen mit dem Kommentar: „Junge, die Filme musst du gesehen haben, ich finde sie alle toll.“
Nun ja, bei einigen Streifen kann ich es sehr gut nachvollziehen, ob aber „Die Piratenbraut“ auch dazu gehört, erfahrt ihr nun in meiner Kritik.

Genau so wie sich der Rückentext lesen lässt, lässt sich auch der Film anschauen.
Die Geschichte dreht sich um eine Frau, eine Piratin, die auf der Suche nach dem größten Schatz der Geschichte ist. Ihr eigener Onkel macht Jagd auf sie, weil er ebenjenen Schatz für sich beansprucht und da schreckt er auch nicht vor Mord zurück. Als ein Abenteuersetting ist dieser Plot zwar immer noch ein wenig unsinnig, allerdings sollten der Fantasie keine Grenzen gesetzt werden. Ich bin also entsprechend offen an den Streifen herangegangen, obwohl ich wusste, dass „Die Piratenbraut“ der vermeintlich schwächste Film in der Auswahl ist.

Die Geschichte wird rasant, chronologisch und ohne große Kniffe erzählt. Überraschungen wurden immer wieder eingestreut, waren aber ab der ersten Sekunde nicht mehr überraschend. Die vorhersehbare Handlung versucht durch seine schnelle Erzählweise die Aufmerksamt auf sich zu ziehen, da inhaltlich so gut wie nichts dabei herum kommt.

Spannungstechnisch ist da ebenjene rasante Erzählweise ebenfalls ein sehr dankbares Mittel, um an dieser Stelle erfolgreich zu sein, was anfänglich auch sehr gut funktioniert hat. Tatsächlich läuft es hinten heraus ähnlich wie bei der Story: es ist alles viel zu vorhersehbar. Dialoge, Wendungen, Sequenzen, Geschehnisse, bei allem hätte ich ein Orakel sein können und eins zu eins den Verlauf des Streifens vorhersagen können. Spannungstechnisch geriet ich sogar ab der Mitte in einen Zustand, bei dem ich nicht mehr weit davon entfernt war einzuschlafen.
Mit einer Laufzeit von knapp 119 Minuten ist der Streifen auch weit mehr als auserzählt. In diesem Fall ließen Längen nicht lange auf sich warten.

Die Vorstellung der Emotionen war nicht nur hanebüchen, sondern auch sehr hölzern und unglaubwürdig. Die Gefühlspalette ist dabei stark limitiert, denn bis auf Mut und Rache gibt es kaum bis keine Emotionen. Eine stark angedeutete Romanze entpuppt sich bereits nach zwei Minuten als ein toter Ast.
Die Authentizität der einzelnen Darsteller lässt obendrein auch stark zu wünschen übrig. Die überambitionierte Morgan (Geena Davis) ist so unglaubwürdig als weiblicher Pirat, das ihre Leistung nicht mal mehr von dem Dieb/Lügner/Casanova William (Matthew Modine), der seiner Rolle nur Oberflächlichkeit einhauchen konnte, unterboten wird. Grundsätzlich kann man diesen Maßstab bei allen Darstellern anlegen und man kommt einheitlich auf dieses Ergebnis.

Was dem Zuschauer auch auffallen wird, ist, dass der Streifen extrem überladen mit Action ist. Explosionen an allen Ecken und Enden, Verfolgungsjagden, Kampfszenen und Schießereien wechseln sich ab. Es bleibt nur sehr wenig Zeit für Charakterszenen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Actionsequenzen am Beispiel der Explosionen unglaublich schlecht ausgesehen haben. Ich bin sogar geneigt, sie als „billig“ zu bezeichnen. Stunteinlagen passten sich diesem Eindruck nahtlos an.

Die Musik passt sehr gut zu einem Abenteuerfilm, wobei sie sehr stark an die alten Star-Wars-Filme erinnert. Es ist auf jeden Fall im Bereich des Möglichen, das dort zumindest eine Inspiration hergeholt wurde. Mich würde es nicht wundern, dass sich auch andere Komponisten daher ihre Anregung geholt haben.

Kostüme und Kulissen sind typisch und passen auch sehr gut in das goldene Zeitalter. An der historischen Echtheit darf gezweifelt werden, denn nicht nur ich, sondern auch andere Zuschauer werden Zweifel daran haben, dass Frauen wirklich jemals als Piraten tätig waren. Alles in allem muss man sagen, dass auch bei den Kulissen viel mit Klischees gespielt wurde.

Meine Meinung:
„Die Piratenbraut“ wird nicht mein Lieblingsfilm. Er konnte mich nicht unterhalten, da er die anfängliche Spannung mit schlecht inszenierter Action, unglaubwürdigen Figuren und Längen im Mittelteil zunichte macht.

Geena Davis liefert mit diesem Film auch keine Glanzleistung ab und so bleibt unterm Strich nur eines: Es gibt keine Empfehlung von meiner Seite aus. Im Genre des Abenteuerfilms bleibt „Die Piratenbraut“ voll und ganz in seinem Rahmen, aber in allen anderen Punkten ist dieser Film einfach eine Katastrophe.

Meine Wertung:
Abenteuer: 7,5 von 10
Spannung: 4,0 von 10
Länge: 4,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 4,0 von 10
Authentizität: 4,0 von 10
Action: 5,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
Setting: 8,0 von 10
GESAMT: 5,4

Fluch der Karibik

Titel: Fluch der Karibik (engl. „Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl“)
Genre: Abenteuer / Fantasy
Regie: Gore Verbinski
Musik: Klaus Badelt
Produzenten: Jerry Bruckheimer
Dauer: ca. 137 Minuten
Erscheinungsjahr: 2003
Altersfreigabe: FSK 12

„Das paradiesische Leben des charmanten Piraten Jack Sparrow (Johnny Depp) erhält einen jähen Dämpfer, als der finstere Captain Barbossa (Geoffrey Rush) sein stolzes Schiff, die ‚Black Pearl’, in seine Gewalt bringt und mit ihr die Hafenstadt Port Royal überfällt, wo er die bildhübsche Gouverneurstochter Elizabeth Swann (Keira Knightley) entführt. Das kann der abenteuerlustigen Waffenschmied Will Turner (Orlando Bloom – ‚Der Herr der Ringe’), Elizabeth’ Vertrauter seit Kindertagen, nicht auf sich beruhen lassen. Gemeinsam mit dem Haudegen Sparrow macht er sich auf die Jagd nach der mörderischen Piratenbande um Barbossa – und seiner verlorenen Liebe. Noch ahnen die beiden Draufgänger nichts von einem mysteriösen Fluch, der auf Barbossa und seiner blutrünstigen Mannschaft lastet: Bei Mondschein verwandeln sie sich in lebendige Skelette, dazu verdammt, auf ewig als Untote durch die Nacht zu ziehen. Nur ein außergewöhnliches Geheimnis kann den Fluch brechen…“
(Rückentext der DVD)

„Fluch der Karibik“ ist einer der erfolgreichsten Filmreihen der Welt und startet seinen ganz persönlichen Siegeszug im Jahr 2003. Da ich nicht direkt im Besitz der Filmreihe bin, habe ich mir kurzerhand die Filme von meinem Schwager ausgeliehen. Heute habe ich mir Teil 1 angeschaut.

Die Handlung dreht sich, wie der Rückentext beschrieben hat, um den Piraten Jack Sparrow, den Waffenschmied Will Turner, die schöne Elizabeth Swann und die Suche nach der „Black Pearl“, einem legendären Piratenschiff.

Die Handlung beginnt früh, sehr früh. Elizabeth und Will sind noch Kinder und begegnen sich auf hoher See. Da der Zuschauer aber nicht gelangweilt werden soll, wird klassischer Weise ein Zeitsprung gemacht, der uns abrupt weit in die Zukunft schleudert. Die beiden sind erwachsen und gestandene Persönlichkeiten. Von nun an wird die Geschichte chronologisch und auf eine sehr abenteuerliche sowie spannende Art erzählt.
Und Spannung ist auch der Punkt. Der Streifen scheint die ganze Zeit nicht still zu stehen. Irgendwas passiert immer und das macht auch den Reiz aus. Wenn man glaubt, etwas vorhersehen zu können, dann macht der Film was anderes und verblüfft entweder mit der Geschichte, mit einer Charaktereigenschaft einer Figur oder eben mit den Spezialeffekten.

Das Gute an „Fluch der Karibik“ ist, dass der Streifen die ganze Zeit über eine wunderbare Balance hält zwischen Abenteuerelementen, situationskomischen – fast schon pointierten – Momenten und sehr aufregenden und actionreichen Szenen. Das Schlechte an der ganzen Sache ist, dass der Film aufgrund der Tatsache, dass er weder Fisch noch Fleisch sein möchte, in jede Richtung ausschlägt, aber nicht genug, um ein typischer Genrefilm zu sein.

Obwohl „Fluch der Karibik“ eine Laufzeit deutlich über zwei Stunden hat, fühlt er sich erstaunlich kurzweilig an. Und da ist es vermutlich von Vorteil, dass er für jeden was dabei hat.

Der Streifen kommt aber nicht nur mit einer gut erzählten Handlung daher, sondern auch mit echt guten Figuren. Allen voran die drei Protagonisten Captain Jack Sparrow (Johnny Depp), Will Turner (Orlando Bloom) und Elizabeth Swann (Keira Knightley), aber auch die beiden Hauptantagonisten Captain Hector Barbossa (Geoffrey Rush) und Commodore James Norrington (Jack Davenport).

Angefangen bei Jack Sparrow: Gefühlt ist das die erfolgreichste Rolle der letzten Jahre von Johnny Depp. Wo er in anderen Filmen eher halbherzig daherkommt, blüht er richtig in dieser sehr speziellen Rolle auf. Depp spielt so frei und wunderbar auf und gibt seiner Figur so unglaublich viele und unterschiedliche Facetten, dass diese Leistung in so einem Film seines Gleichen sucht.
Orlando Bloom und Keira Knightley spielen in Kombination mit Johnny Depp wirklich gut, aber viel besser immer noch zusammen, wenn sie unter sich bleiben. Das kommt nicht oft vor, aber an dieser Beziehung sieht der Zuschauer, wie sehr sich die Charaktere annähern und sich aufeinander einlassen. Das Besondere daran ist, dass nicht nur der Schauspieler Qualitäten aufweisen muss, sondern auch die zu spielende Figur. Sie muss entsprechend Screentime bekommen und breit angelegt sein, um unterschiedliche Facetten zeigen zu können. Aber auch die antagonistischen Figuren erfüllen erstaunlicherweise all diese Bedingungen, um mehrere Gesichter zeigen zu können.

Um es auf den Punkt zu bringen: Alle Figuren schaffen es auf ihre Art zu überzeugen. Johnny Depp spielt befreiend und glaubwürdig auf. Orlando Bloom und Keira Knightley harmonieren wunderbar zusammen. Geoffrey Rush inszeniert seine Figur hinterhältig, aber auch berechnend und strahlt dabei die ganze Zeit eine Gefahr aus, sodass jeder weiß: Hey, dieser Typ ist gefährlich.
Jack Davonport – bekannt aus der Serie „Coupling – Wer mit wem?“ – zeigt mit seiner Rolle ebenfalls mehr als nur ein Gesicht. Der Cast ist durch die Bank überzeugend und glaubhaft.

Die musikalische Untermalung ist mehr als gut. In nahezu jeder Szene, in der Musik eingesetzt wird, löst sie Gänsehaut aus und treibt obendrein die Spannung hoch. Der Score hat einen enormen Wiedererkennungswert und kann im gleichen Atemzug mit der Melodie von der „Star Wars“-Saga oder den „Harry Potter“-Filmen genannt werden. Eben ein Merkmal, das unverwechselbar mit dieser Filmreihe verbunden ist.

Mit der Veröffentlichung 2003 haben die Zuschauer einen Film zu sehen bekommen, der lange in Erinnerung bleiben soll und das nicht zuletzt wegen der Effekte. Damals waren sie auf einem enorm hohen Niveau, sodass man meinen sollte, die Filmindustrie würde diese Art der Effekte in auftretender Regelmäßigkeit in ihren Streifen einsetzen. Tatsächlich gibt es viele neue Filme, die wunderbare Effekte einsetzen, aber für mich fühlen sie sich alle sehr künstlich an, wohingegen „Fluch der Karibik“ es nicht wie etwas Gemachtes aussehen lässt. Der Filmspaß lässt in diesem Fall nicht nach, wohingegen andere Streifen mich mit besonders aufwändigen Techniken eher ermüden als fesseln. Hier muss der Daumen ganz klar nach oben gehen.

Das Setting ist ungewöhnlich aber typisch für einen Abenteuerfilm. Wir sind in einer scheinbar sehr großen Welt mit überwiegend kleinen Schauplätzen. Wir sind in einer kleinen Küstenstadt, sehen Gassen, die sehr originell aussehen, aber auch Schiffe über und unter Deck, Höhlen und Inseln, die mit viel Liebe zum Detail erstellt wurden. Das Setting passt sehr gut zum Film und unterstreicht ganz klar das Genre Abenteuer.

Meine Meinung:
„Fluch der Karibik“ ist der Beginn einer wundervollen Filmreihe. Ich hatte mit diesem ersten Teil jede Menge Spaß. Die Handlung ist eine klassische Piratengeschichte, die in ihrer Art solide und aufregend erzählt wurde.
Am Ende ist es aber nicht die Story, die das Publikum erstaunen lässt, sondern alles andere. „Fluch der Karibik“ ist ein Paradebeispiel dafür, wie vielseitige gute Unterhaltung sein kann. Er bedient mal mehr, mal weniger überzeugend mehrere Genres und bleibt die meiste Zeit ein Film für Familien, wo der Vater Action und Humor, die Mutter eine kleine Romanze und das Kind Spannung und Abenteuer bekommt. Der Mix macht es und daher ist dieser Streifen ein Highlight in so vielen Dingen und auch auf meinem Blog.

Meine Wertung:
Abenteuer: 9,5 von 10
Spannung: 8,5 von 10
Länge: 9,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,0 von 10
Authentizität: 10 von 10
Musik: 10 von 10
Setting: 8,0 von 10
GESAMT: 9,0

Reihenfolge:
1. Fluch der Karibik
2. Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2
3. Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt
4. Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten

Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste

maze-runner-die-auserwaehlten-in-der-brandwueste_coverTitel: Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste (engl. „Maze Runner – The Scorch Trials“)
Genre: Drama / Abenteuerfilm / Science-Fiction / Romanverfilmung
Regie: Wes Ball
Musik: John Paesano
Produzenten: Ellen Goldsmith-Vein / Marty Bowen / Wyck Godfrey / Lee Stollman
Dauer: ca. 126 Minuten
Erscheinungsjahr: 2015
Altersfreigabe: FSK 12

„Der 2. Teil der MAZE RUNNER Saga erobert die Welt im Sturm – noch mehr Action, Spannung und spektakuläre Effekte!
Sie mögen dem Labyrinth entkommen sein, doch jetzt stehen Thomas (Dylan O´Brien) und seine Gefährten vor einer noch größeren Herausforderung: Das Geheimnis der Organisation WCKD zu enthüllen. Ihre Reise führt sie durch die Brandwüste, ein trostloses Niemandsland, das unglaubliche Gefahren birgt. Je weiter Thomas und seine Freunde in die Brandwüste vordringen und um ihr Überleben kämpfen, desto verworrener wird das Mysterium rund um ihr Dasein.“
(Rückentext der DVD)

Nach langer Zeit habe ich mir nun auch endlich den zweiten Teil von „Maze Runner“ angeschaut. Nachdem wir die Auserwählten im Labyrinth beobachtet haben und sehen konnten, wie sie sich schlussendlich aus ihrem übergroßen Gefängnis befreien konnten, bin ich gespannt, wie es nun weitergeht und was es mit der Brandwüste auf sich hat.

Die Handlung knüpft am ersten Teil an und wird weitergeführt. Wie sein Vorgänger basiert auch dieser Film auf seiner Romanvorlage „Die Auserwählten in der Brandwüste“ von James Dashner. Die Erzählweise ist, bis auf ein paar Ausnahmen, chronologisch und unaufgeregt. Die Story wird in logischer Konsequenz vorangetrieben und bringt folgerichtig die Auserwählten von der einen Etappe in die nächste. Auch wird, sowohl für den Protagonisten als auch den Zuschauer, ein neues Ziel etabliert, was sich zum Ende des ersten Filmes bereits angekündigt hat.

Durch eine insgesamt eher unauffällige Erzählstruktur leidet die Spannung. Der Nervenkitzel fehlt nahezu völlig und sorgt letzten Endes dafür, dass die Geschichte vor sich hin plätschert und wie in einem Schlauch einen vorgegebenen Weg geht. Und nicht nur die Spannung leidet, sondern auch der Filmspaß, denn der Streifen wird zunehmend vorhersehbar.

Alles hängt in gewisser Weise miteinander zusammen und so sind auch die Darsteller in ihrer Leistung einfach nicht gut. Eigentlich gibt es nur eine Ausnahme: Rosa Salazar, die die neu eingeführte Brenda spielt. Sie ist aber tatsächlich allein auf weiter Flur. Wenn man sich irgendeinen aus dem gesamten Cast herausnimmt, dann kann man ihn oder sie eins zu eins gleichwertig oder besser mit einem anderen Darsteller besetzen. Selbst Thomas (gespielt von Dylan O´Brien) als Hauptfigur kann an seine ordentliche Leistung aus dem ersten Teil nicht anknüpfen. Zunehmend fehlt es den Charakteren an Überzeugungskraft. Auch werden die Figuren durch stark gekünstelte Szenen, gepaart mit einem lässigen One-Liner, einfach unglaubwürdig.

Die dargestellten Emotionen sind auch so eine Sache. Wenn man als Zuschauer versucht, die Gefühle aus den Gesichtern der Figuren zu lesen, stellt man früh fest, dass es genau zwei Gesichtsausdrücke gibt. Nummer eins ist nichtssagend und Nummer zwei ist nichtssagend mit Schmutz im Gesicht.
Auch hier ist Rosa Salazar eine Ausnahme, die ihre Figur mit nötigem Herzblut darstellt und tatsächlich glaubwürdig (re-)agiert.

Die Action und das Abenteuerfeeling kommen in „Maze Runner“ nur bedingt durch. Es wird durch eine sehr stark verwackelte Kameraarbeit Aufregung suggeriert. So wird ein Sprint auf 150 Meter schon mal als wilde Verfolgungsjagd ausgegeben. Eine gut inszenierte Actionsequenz hat der Film zwar, aber sie wiegt keineswegs die vielen schlechten auf. Soweit so gut – oder nicht. Wes Ball hat zumindest mit diesem Streifen bis hierhin keine gute Arbeit abgeliefert.

Die Musik ist teilweise atmosphärisch und unterstützend und teilweise unauffällig und nichtssagend. Ein müdes Klängchen oder ein begleitendes Geklimper gibt es irgendwie immer, aber nichts, das das Publikum antreibt, das den Puls in die Höhe schnellen lässt. Die guten musikalischen Momente waren rar gesät und einfach zu wenig.

Das Setting hingegen ist, wie im Labyrinth, gut gewählt: eine (Brand-)Wüste mit Ruinen der modernen Zivilisation. Überwiegend beeindruckende Bilder dieser Landschaft. Sowie es zu den Innenaufnahmen geht, kann es ein x-beliebiges Labor oder irgendein anderer Raum sein, in seiner Gestaltung sehr einfach und austauschbar gehalten.

maze-runner-die-auserwaehlten-in-der-brandwueste_dvdMeine Meinung:
„Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste“ ist ein klassisches Beispiel dafür, dass der zweite Teil einer Reihe gegenüber seinem Vorgänger meistens volle Kanne abstinkt.

Auch wenn die Handlung, mehr oder weniger, in die richtige Richtung geht, geht das ganze Konzept in die andere. Es hätte alles so schön sein können. Leider hat sich dieser Film für mich nicht gelohnt. Es wird nicht einmal ein richtiger Antagonist etabliert und zu guter Letzt mangelte es am Filmspaß.

Den dritten Teil werde ich mir nicht im Kino anschauen, aber vermutlich wieder auf DVD, alleine schon deswegen, weil ich diese Saga angefangen habe, auch wenn sie mich nicht mehr so wirklich interessiert.

Meine Wertung:
Story: 7,0 von 10
Länge: 6,0 von 10
Spannung: 4,5 von 10
Gefühle/Emotionen: 4,0 von 10
Authentizität: 4,0 von 10
Musik: 5,0 von 10
Setting: 7,5 von 10
GESAMT: 5,4

Reihenfolge:
1. Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth
2. Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste

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Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth

maze-runner-die-auserwaehlten-im-labyrinth_coverTitel: Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth (engl. „The Maze Runner“)
Genre: Drama / Abenteuerfilm / Science-Fiction / Romanverfilmung
Regie: Wes Ball
Musik: John Paesano
Produzenten: Ellen Goldsmith-Vein / Marty Bowen / Wyck Godfrey / Lee Stollman / Lindsay Williams
Dauer: ca. 109 Minuten
Erscheinungsjahr: 2014
Altersfreigabe: FSK 12

„Der 16-jährige Thomas (Dylan O´Brien) wacht auf einer Lichtung auf und kann sich an nichts mehr erinnern. Bald wird klar, dass dieser fremde Ort inmitten eines Labyrinths liegt, aus dem es kein Entkommen gibt. Doch Thomas ist nicht allein. Mit ihm sind viele andere Jungen im Labyrinth gefangen und auch sie haben ihr Gedächtnis verloren. Eines Tages ist ein Mädchen die Neue auf der Lichtung: Teresa (Kaya Scodelario) – und sie soll die Letzte sein. Gemeinsam versuchen die Jugendlichen einen Weg in die Freiheit zu finden und das Geheimnis hinter dem unheimlichen Labyrinth zu lüften… “
(Rückentext der DVD)

Ich habe viel über „Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“ gehört und nun habe ich ihn mir auch angeschaut. Wie ich diesen Film finde und wie ihn bewerte, lest ihr nun hier:

Die Geschichte dreht sich um Thomas, der auf einer Lichtung oder einem Plateau aufwacht und sich an nichts erinnern kann. Um ihn herum sind nur Jungs und es scheint keine Erwachsenen zu geben. Wie ein Rudel, mit einer klaren Hack- und Rangordnung, leben die Jugendlichen dort. Zusätzlich gibt es unterschiedlichste Gruppen, ähnlich wie in der Schule, wo es die Coolen, die Sportler oder die Besserwisser gibt, die aber irgendwie alle vom „Rudelführer“ bestimmt wurden. Als Teresa – das einzige Mädchen – auf dem Plateau ankommt, fangen die Jugendlichen an, einen Weg in die Freiheit zu suchen.

„Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“ basiert auf dem Roman „Die Auserwählten – im Labyrinth“ von James Dashner. Da ich das Buch leider nicht gelesen habe, kann ich nicht beurteilen, inwieweit sich der Film an seine Vorlage hält.

Die Erzählweise des Films ist einfach gehalten und ohne besondere Kniffe. Dabei setzt sie immer den Fokus auf Thomas und dreht sich fast ausschließlich um ihn. Von der ersten Minute an sind wir bei dem Protagonisten und werden schon recht früh in eine Schiene der Empathie geleitet. Ich habe mich ein bisschen in meine Schulzeit zurückversetzt gefühlt und jeder kann diese Gruppenbildung nachempfinden.

Die Geschichte hat inhaltlich viel Potential und kann auch Spannung aufbauen. Immer wieder wird das Interesse durch übertriebene Selbstaufopferung angeheizt und durch Verfolgungen hoch gehalten. Auch die zwischenmenschlichen Konflikte unter den Jugendlichen hatten durch ihren gewaltaffinen Ansatz einen nicht unerheblichen Anteil an der Spannung.
Der Streifen scheint die komplette Zeit nicht still zu stehen und man möchte dadurch naturgemäß wissen, wie es weitergeht und ob die Gruppe letzten Endes einen Ausweg aus dem Labyrinth findet. Besonders schwere Kost wird dem Zuschauer allerdings nicht geboten, auch wenn moralische Grundfragen zumindest angekratzt werden.

Die Thematik kommt mit einer grundsätzlich spannenden Idee daher, allerdings hapert es teilweise an der Umsetzung. „Maze Runner“ greift nur am Rande die Probleme einer streng hierarchischen Gesellschaftsstruktur auf und das vor dem Hintergrund, dass die Entscheidung, das Labyrinth zu verlassen, keineswegs von jemanden allein getroffen wurde. Vielmehr dreht sich das Geschehen um das Abenteuer, das den Jugendlichen bevorsteht, um letzten Endes das Labyrinth – ihr kleines Gefängnis – zu verlassen.

Von der Länge hat der Film gepasst und es gibt kaum bis keine Längen, in denen man als Zuschauer am liebsten einschlafen möchte. Nach guten 109 Minuten ist die Geschichte dann aber auch auserzählt.

Ein großer Punkt sind die Emotionen. Hier überzeugt der Film nicht. Die gezeigten Gefühle kann man erkennen, allerdings sind sie nicht glaubhaft. Viel mehr noch, entweder wird zu wenig reingelegt oder zu viel. Selten bis nie sind die Emotionen mit der Geschichte auf einer Höhe. Über die komplette Zeit bleibt dann natürlich auch ein bitterer Nachgeschmack übrig.
Die Glaubwürdigkeit der einzelnen Figuren leidet sehr stark darunter und so bleiben Thomas (gespielt von Dylan O´Brien) und Chuck (gespielt von Blake Cooper) als einzige übrig, denen man halbwegs ihre Figuren abnimmt.

Die Musik war ausschließlich begleitend und klassisch. Sie hat sich immer dem Film untergeordnet und hat zum Gesamteindruck gepasst.

Das Setting hier ist, wie der der Titel schon sagt, ein Labyrinth in dessen Mitte eine Lichtung ist. Mit Wald, selbstgebauten Gebäuden und einer großen Ebene hat man zumindest das Gefühl von „kurzen Wegen“ und einer gewissen Weitläufigkeit. Die Kamera ist zum Teil so positioniert, dass man auch das Gefühl von verwinkelten und engen Räumen, die das Gefühl von Beklommenheit vermittelt. Die Bilder im Labyrinth sind genau so, wie man es sich vorstellt und wie es sein soll. Man weiß eben nicht, wo man sich befindet. Das Setting hat mir gut gefallen. Durch das Labyrinth und durch die Lichtung hat das Publikum Abwechslung erhalten und musste sich immer wieder auf andere Lichtverhältnisse einstellen, außerdem hat es auch storytechnisch gepasst.

maze-runner-die-auserwaehlten-im-labyrinth_dvdMeine Meinung:
„Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“ hat mich von der Geschichte, der Thematik und zeitweise von den Bildern an „Die Tribute von Panem“ erinnert. Und tatsächlich kann man immer wieder Parallelen ziehen, auch wenn der eigentlichen Story eine andere Idee zu Grunde liegt.

Der Film kann unterhalten, aber mich persönlich hat einfach die schwache schauspielerische Leistung gestört. Ich hatte außerdem das Gefühl, dass dieser Streifen fehlbesetzt ist. Mit Will Poulter hat man hier einen „Antagonisten“, den ich einfach nicht ernst nehmen kann.

Mir haben die Bilder wirklich gut gefallen. Das Umfeld, das Labyrinth und auch die Lichtung waren in ihren Möglichkeiten vielfältig aufgebaut und in Szene gesetzt.

Unterm Strich hat „Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“ zu viel nicht richtig gemacht, um mich zu überzeugen.

Meine Wertung:
Story: 7,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Gefühle/Emotionen: 5,0 von 10
Authentizität: 5,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
Setting: 8,0 von 10
GESAMT: 6,5

Reihenfolge:
1. Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth
2. Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste

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127 Hours

IMG_3538Titel: 127 Hours
Genre: Drama / Abenteuerfilm / Autobiografie
Regie: Danny Boyle
Musik: A. R. Rahmen
Produzenten: Danny Boyle / Christian Colson / John Smithson
Dauer: ca. 90 Minuten
Erscheinungsjahr: 2010
Altersfreigabe: FSK 12

„Als Aron Ralston (James Franco) alleine zu einer Klettertour in den entlegenen Blue John Canyon in Utah aufbricht, ahnt er nicht, dass dieser Trip zur härtesten Herausforderung seines Lebens werden soll. Ein herabstürzender Felsbrocken wird ihm in einer engen Felsspalte zum Verhängnis. Alle Versuche seinen eingequetschten Arm zu befreien scheitern, und so erlebt Aron 127 Stunden voller Hunger, Durst, Kälte und mit dem Wissen, dass er nur einen, schier unvorstellbaren Weg gibt, sich zu befreien. Wie weit würdest du gehen, um zu überleben?“
(Rückentext der DVD)

Ich hatte „127 Hours“ bei dem DVD-Dealer meines Vertrauens gesehen und ich dachte nur: „Mhm, James Franco, der Rückentext spricht mich an und das Cover hat auch was.“. Danach war er gekauft. Ich habe auch nicht lange damit gewartet ihn mir nach dem Kaufen anzuschauen. Meine Herzdame und ich haben es uns dafür auf der Couch bequem gemacht. 90 Minuten dauert der Film, wie gut wird er mich unterhalten können?

Die Geschichte ist eine autobiografische Darstellung. Alles, was gezeigt wird, hat also so stattgefunden und wird dementsprechend erzählt. Aber von vorne: Der Zuschauer ist an diesem Tag, der die größte Veränderung für Aron bringen wird, von Anfang an dabei. Vorbereitung, ein letzter Blick durch die Wohnung und Abfahrt Richtung Canyon.
Hier merkt der Zuschauer schon das erste Mal, dass das Tempo des Films anders ist. Er ist rasant, nimmt sich aber in bestimmten Situationen Zeit und lässt die Szenen dann auch wirken. Besonders in der Anfangsphase macht er sehr viel richtig und übergeht dadurch mögliche langweilige Szenen.
Auch im weiteren Verlauf hat er ein klares Ziel. Man hat förmlich das Gefühl, dass er sich beeilt, um an diesem Felsbrocken anzugelangen. Dort angekommen verharren wir 127 Stunden und erleben, was Aron erlebt hat.
Unterbrochen wird die Story hin und wieder durch Rückblenden, in denen das Publikum einschneidende Erlebnisse aus der Kindheit Arons zu Gesicht bekommt. Sonst bleibt der Film allerdings ohne besondere Kniffe in der Erzählweise auf seiner Linie.

Obwohl die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht, hat „127 Hours“ besonders im Bezug auf die Spannung viel zu bieten. Geradezu elektrisierend ist es, Aron dabei zuzusehen, wie er mit seinem eingeklemmten Arm, seinen extrem begrenzten Wasservorrat und seiner Digitalkamera – mit der er immer wieder Szenen aufnimmt und sein Befinden dokumentiert – um sein Leben, ja gar ums Überleben kämpft.

Die Länge ist mit 90 Minuten auch sehr gut. Es entsteht kaum bis keine Langweile, nur zum Ende hin, ist alles ausgeschmückter und anders als am Anfang. Dadurch fühlt er sich etwas in die Länge gezogen an, ist aber nicht weiter störend.

Die Gefühlspalette ist, trotz der wenigen Darsteller, vielfältig. Vorfreude und der Drang nach Adrenalin weichen, recht schnell und deutlich, nach dem Herabstürzen des Felsbrockens und werden in Angst – wenn nicht sogar Todesangst – umgewandelt. Mit der Zeit durchläuft Aron viele Stadien, in denen er sich, auch emotional, mit seiner derzeitigen Situation auseinandersetzt. Selbstreflektierend und mit seiner ganzen Erfahrung als (Hobby-)Bergsteiger erkennt er seinen Zustand und weiß, in welcher misslichen Lage er sich befindet.
Sein Leiden ist im besonderen Ausmaße ergreifend und trägt Maßgeblich zum allgemeinen Spannungsgefühl bei.

Wie originell der ganze Film ist, hängt in erster Linie von der Leistung James Francos ab. Er ist der Charakter, den das Publikum am meisten sieht. Seine Darstellung war nie unnatürlich, ganz im Gegenteil. Beim Zusehen bekommt der Zuschauer ein regelrechtes Beklemmungsgefühl, er sieht, wie eingeschränkt und bewegungsunfähig Aron ist, weil sein Arm von einem Felsbrocken eingeklemmt ist.

Entgegen der allgemeinen Stimmung, ist die Musik nicht bedrückend, sondern gehört eigentlich auf eine ausgelassene Party. Immer wieder durchbricht sie die angeheizte Stimmungslage und untermalt etwas befremdlich den quälend dreinblickenden Aron mit Gesang und Beats aus der Disco.
Sie wird vor allem oft in Zusammenhang mit den Rückblenden verwendet, die eine Zeit darstellt, in der alles gut und zum Feiern war. In diesen Momenten hat sie wunderbar gepasst, aber spätestens in dem Moment, in dem man die Rückblende verlassen hat, wäre ein Wechsel der musikalischen Untermalung wünschenswert gewesen.

Besonders hervorheben muss man die Kamerafahrten, die von Anfang an herausragend waren. Bilder vom Canyon waren ebenso beeindruckend, wie welche von einem See mitten im Gestein, der glasklares Wasser beherbergt. Immer wieder wird auch mit den Kameraeinstellungen gespielt und das Wasser in der Trinkflasche fokussiert, hier überzeugt der Film mit sehr guten Nahaufnahmen.

IMG_3539Meine Meinung:
„127 Hours“ war doch eher ein Spontankauf. Ohne größere Erwartungen bin ich an diesen Film herangegangen. Insgesamt hat der Film es geschafft mich gut zu unterhalten und eine Empfehlung von mir ausgesprochen zu bekommen.

Die Story ist sehr ansprechend, weil es auf einer wahren Begebenheit beruht. Sie bekommt daher keinen „Das ist bloß ein Film“-, sondern eher einen „Das ist das Leben“-Stempel. Für jemanden, der die Geschichte allerdings vorher nicht kannte, so wie ich, war es umso spannender, sich diesen Streifen anzuschauen, da man das Ende nur erahnen kann. Jeder kann jetzt googeln und nachlesen, was mit Aron im wahren Leben passiert ist, aber auch dann holt „127 Hours“ den Zuschauer ab.

Autobiografien können zuweilen sehr langweilig dargestellt werden, bei einer Geschichte, die sich um 127 Stunden in einem Canyon dreht, ist die Gefahr sogar noch größer. Durch gute Schnitte und die Rückblenden wurde die Spannung aber immer hoch gehalten, sodass Langeweile eigentlich nie aufkam.

Die Musik war zwar gut, aber befremdlich und hat nicht ganz zum Film gepasst. Sie hat Symbolcharakter, da sie den Kontrast zwischen dem früheren Leben und der jetzigen Situation sehr gut darstellt. Trotzdessen war sie nicht optimal ausgewählt.

Die Emotionen waren zwar vielfältig, der Rahmen hat allerdings keinen großen Spielraum zugelassen. Schmerz, Mut und Angst waren klassisch ohne Kniffe dargestellt. Grundsolide.

Die Kameraarbeit war genial und beeindruckt mit tollen Bildern. Daumen hoch.

Meine Wertung:
Story: 8,0 von 10
Länge: 7,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
Kameraführung: 9,5 von 10
GESAMT: 8,0