Archiv der Kategorie: Horror

sep*T*ember-Challenge 2.0: Tanz der Teufel II – Jetzt wird noch mehr getanzt

Titel: Tanz der Teufel II – Jetzt wird noch mehr getanzt (engl.: „Evil Dead II – Dead by Dawn“)
Genre: Horror / Splatterkomödie
Regie: Sam Raimi
Musik: Joseph LoDuca
Produzenten: Robert G. Tapert
Dauer: ca. 84 Minuten
Erscheinungsjahr: 1987
Altersfreigabe: FSK 16

„Ash Williams (Bruce Campbell) kehrt zurück zu der Hütte, in der das Unheil seinen Lauf nahm. Wieder beschwört er mit dem Buch des Todes die Mächte des Bösen herauf, die sofort von seiner Freundin Linda (Denise Bixler) Besitz ergreifen. Von da an geht es ans Eingemachte, denn die Ausgeburten der Hölle müssen gebannt werden, bevor sie die Weltherrschaft an sich reißen. Nebenbei muss Ash sich der Angriffe seiner ‚dämonischen’ Hand erwehren. Keine leichte Aufgabe, aber eine Kettensäge ist allemal ein guter Anfang…“
(Rückentext der DVD)

Das T in September steht dieses Jahr für „Tanz der Teufel II“. Sam Raimi hat einen zweiten Teil zu seinem 1982 erschienen „Tanz der Teufel“ gedreht. Damals wollte ich meine eigenen Grenzen austesten und über den Tellerrand der Sehgewohnheiten schauen. Schnell stellte ich fest, dass „Tanz der Teufel“ mehr oder weniger so etwas wie eine Persiflage an einen Horrorfilm ist. Dabei sah Teil 1 weder gut aus, noch konnte er mich mit besonderen Kniffen aus der Reserve locken. Meine Erwartungen an Teil 2 sind entsprechend niedrig.

Die Handlung ist so unlogisch wie vorhersehbar. Ganz davon ab wird im Film nie klar, dass Ash um die Rettung der Welt kämpft. Mich wundert es stets, wie dumm die Charaktere handeln. Wieder fährt Ash mit einem Mädchen zur Hütte im Wald und wieder wird das Tonband abgespielt. Warum tut er das? Er hat doch schon im ersten Teil gesehen, dass das keine gute Idee gewesen ist. Ein solch unlogisches Verhalten vermiest mir jeden Filmspaß.
Und überhaupt: Warum ist der deutsche Untertitel „Jetzt wird noch mehr getanzt“, wenn man im ganzen Film keine Tanzeinlage zu Gesicht bekommt?

In einigen leicht humoristischen Szenen muss man zwar nicht lachen, jedoch schüttelt man vor Fassungslosigkeit den Kopf. Es geht dann eher darum, dass der Film tatsächlich versucht, mit solch platten und ideenlosen Witzen Lacher zu generieren. Aber auch sonst steht „Tanz der Teufel II“ seinem Vorgänger in nichts nach. Die Musik ist unglaublich anstrengend und nervig. Die Bilder sind allesamt nicht schön und teilweise erreicht man da auch die Grenzen des guten Geschmacks. Blut gibt es sehr viel, aber das habe ich auch nicht anders erwartet. Zu guter letzt ist die Handlung wenig innovativ und die Spannung bleibt sogar ganz weg.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Tanz der Teufel II“ eine klassische Fortsetzung ist. Sie kommt nicht an die (wirklich schwache) Leistung des Vorgängers ran.

Meine Meinung:
Manche Filme sind eine wahre Bereicherung, manche Filme kann man gesehen haben und einige Filme sind ein schöner Griff ins Klo. „Tanz der Teufel II“ zählt definitiv zu der letzten Kategorie.

Wenn ich wenigstens schlechte Unterhaltung gehabt hätte, dann gäbe es etwas, worüber ich mich ärgern könnte, aber dieser Film hat mich rein gar nicht unterhalten.
Was ich aber tatsächlich interessant fand, war, dass der Streifen sein Ende im Prinzip schon selbst verraten hat. Wer aufpasst, wird wissen was ich meine. Ich bin aber tatsächlich schon gespannt, ob „Armee der Finsternis“ ebenfalls so trashig wird.

Meine Wertung:
Spannung: 2,0 von 10
Story: 2,0 von 10
Länge: 3,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 2,0 von 10
Authentizität: 2,0 von 10
Humor: 3,5 von 10
Horror: 5,0 von 10
GESAMT: 2,8

Reihenfolge:
1. Tanz der Teufel
2. Tanz der Teufel II – Jetzt wird noch mehr getanzt

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Life

Titel: Life
Genre: Science-Fiction / Horror
Regie: Daniél Espinosa
Musik: Jon Ekstrand
Produzenten: David Ellison / Dana Goldberg / Bonnie Curtis / Julie Lynn
Dauer: ca. 100 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Altersfreigabe: FSK 16

„Die sechsköpfige Crew der Internationalen Raumstation macht eine unglaubliche Entdeckung: Es gibt Leben auf dem Mars! Die Astronauten finden in einer Bodenprobe Zellen einer extraterrestrischen Lebensform. Es stellt sich heraus, dass die schnell wachsenden Kreatur viel intelligenter ist als erwartet und nicht nur eine Bedrohung für die Besatzung der ISS darstellt, sondern ein unvorhersehbares Ende für die gesamte Menschheit…“
(Rückentext der DVD)

Ja, der Herr hat mich wieder einmal davon überzeugt, dass ich mir einen Film anschaue. Aber von Vorne: Nachdem ich mir den Film „Life“ bereits auf DVD gekauft habe, stand für mich fest, dass ich ihn mir auch anschauen möchte. Nun hat Ma-Go von Ma-Go Filmtipps einen Artikel zu ebenjenem Streifen veröffentlicht. In voller Vorfreude schrieb ich ihm dann privat, dass ich mir seinen Artikel durchlesen möchte, sowie ich dazu die Zeit habe. Statt gleich drauflos zu lesen empfahl er mir stattdessen den Film anzuschauen und erst danach sein Geschriebenes durchzulesen. Vielleicht sollte ich mir nur deshalb den Film zunächst anschauen, weil Ma-Go mit seinen Empfehlungen bei mir eigentlich immer danebenlag und er diesen Umstand nicht vergessen hatte. Nun passte es mir ganz gut und so schmiss ich „Life“ in den DVD-Player. Im Übrigen habe ich den Film auch im Rahmen der Filmreise-Challenge angeschaut.

Meine Befürchtung bei „Life“ war, dass dieser Streifen mir ähnlich schlecht gefallen wird, wie es damals bei „Gravity“ der Fall gewesen ist. Eine Sache zu damals hat sich allerdings geändert: Heute schreibe ich darüber, damals tat ich es nicht. Wie „Life“ nun abgeschnitten hat, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung ist klassisch aufgebaut. Am Anfang wird ein Organismus entdeckt und man lernt ihn kennen. Ebenso werden die Charaktere und die Umgebung gezeigt und eingeführt. Im Mittelteil gibt es ein paar Widerstände und Aufregungen, die sich dann im Schlussteil entspannen. Inhaltlich spiegelt der Rückentext die Handlung gut wieder, dem ist also nichts hinzuzufügen und verspricht an dieser Stelle schon einmal, besser als „Gravity“ zu werden.

Beim Inhalt stellte sich mir aber immer wieder eine ganz konkrete Frage: Am Anfang haben wir gesehen, dass ein einzelliger Organismus entdeckt und extrahiert wird, irgendwann ist dieser Organismus vielzellig. Dieser vielzellige Organismus ist dann im weiteren Verlauf dazu im Stande, ein Desaster auf der Raumstation anzurichten. Wie soll das funktionieren? – Gegen einen Alien-Organismus zu Argumentieren ist immer schwierig. Nach irdischen Verhältnissen jedenfalls wäre das nicht möglich gewesen.
Gut. Die Erzählweise ist recht chronologisch. Besonders zu Anfang wurde auf das Gaspedal getreten, da ist man dann auch in der Zeit deutlich nach vorne gesprungen, aber irgendwie scheine ich den Punkt verpasst zu haben, an dem man sieht, wo diese immense Gefahr herrührt.
Meine ganz eigenen Probleme bekomme ich dann noch einmal mit Ende, welches für mich den kompletten Streifen rückwirkend runterzieht.

Spannungstechnisch ist man als Zuschauer immer wieder hin und her gerissen. Mal gibt es tolle Momente, in denen man sich wirklich gefesselt fühlt und dann werden diese von bedeutungsschweren Szenen abgelöst. Mehrfach kam dieses „Stilmittel“ zum Einsatz und tatsächlich störte es immer den (Seh-)Fluss. Für mich war es nicht förderlich, da ich mich während des Schauens zu ärgern begann.

Auch an anderer Stelle gibt es Auffälligkeiten. Fangen wir mit den Hauptdarstellern an. Auf der DVD und auch auf Plakaten wird mit drei größeren Namen gearbeitet. Wir haben da Jake Gyllenhaal, Rebecca Ferguson und Ryan Reynolds. Besonders bei Letzteren fragt man sich, was er da überhaupt zu suchen hat. Es ist für mich durchaus vorstellbar, dass die Drehbuchautoren etwas damit zu tun haben, immerhin waren Rhett Reese und Paul Wernick auch für das „Deadpool“-Drehbuch verantwortlich. Die Rolle von Reynolds jedenfalls ist deshalb fragwürdig, da er nur in ca. drei bis fünf Szenen wirklich Essentielles beigetragen hat und dann obendrein auch noch nur mit pseudo-komischen Sätzen auffiel. Diese Rolle war auf jeden Fall vernachlässigbar.
Da sind die anderen beiden und auch die Nebendarsteller, die länger mit dabei sind, wesentlich wichtiger. Reynolds lockt aber offensichtlich die Zuschauer ins Kino.
Gyllenhaal und Ferguson nehmen von vorneherein eine wichtigere Rolle wahr. Sie sind nicht nur besser verankert, auch tragen sie Teile der Story auf ihren Schultern. Ariyon Bakare spielt den Hugh Derry, der sich, als vermeintlicher Nebendarsteller, viel Screentime als querschnittsgelähmter Wissenschaftler erarbeitet.

Die Emotionen und Authentizität agieren, wie so oft, Hand in Hand. Wir als Zuschauer sehen und erleben ängstliche Gefühle, die auch scheinbar glaubwürdig sind, aber die durch die bereits erwähnten bedeutungsschweren Szenen gleich wieder heruntergespielt werden. Ob das Ganze in letzter Konsequenz originell und glaubwürdig ist, stelle ich an dieser Stelle mal in Frage, denn diese Situation ist so dermaßen surreal, dass man sich das als normaler Mensch wenig bis gar nicht vorstellen kann.
Insgesamt ist die emotionale und auch die charakterliche Tiefe stark beschränkt. Insofern gibt es sowohl im Genre Science-Fiction, als auch im Genre Horror durchaus bessere Vertreter als „Life“. Mir fehlte es da an Überzeugung, Glaubwürdigkeit und Tiefe.

Das Setting ist stark. Alles spielt sich in der Schwerelosigkeit ab, diesen Effekt hat man gut umgesetzt und, meines Erachtens, bekommt man da, technisch gesehen, keinen Schund geboten. Die Kulisse ist der ISS nachempfunden und wirkt ebenfalls glaubwürdig, als ob sich alles im Orbit zuträgt. Daumen hoch.

Die musikalische Unterstützung ist auf Spannung getrimmt, in manchen Szenen funktioniert es sehr gut, in anderen nicht. Der Vogel wird allerdings abgeschossen, als ich am Ende „Spirit in the Sky“ gehört habe. Der Grundtenor von Film und Musik ist ein komplett anderer, sodass das nun wirklich nicht zusammenpasst. Zum Glück kam das Lied erst nach dem Ende und somit in den Credits vor.

Im Rahmen der Filmreise-Challenge habe ich nun Aufgabe #24 „Schaue einen Film, der auf fremden Planeten oder im All spielt“ beendet. Für weitere Informationen klickt bitte einfach auf das Banner.

Meine Meinung:
Um nochmals auf die eingangs erwähnten Empfehlungen von Ma-Go zu kommen: Ich finde es zwar schade, dass mir die meisten Filme bisher nicht gefallen haben, aber zumindest bei „Life“ kann er nun wirklich nichts dafür. Immerhin war die DVD ja bereits in meinem Besitz und wurde nicht extra angeschafft. Ich finde es auch gut, dass er mir empfiehlt, erst den Film zu sehen, bevor ich seine Kritik lese, da wir in der Vergangenheit ja nicht immer der gleichen Meinung gewesen sind.
Schlussendlich ist „Life“ ein Streifen, der eher im unteren Mittelfeld mitspielt. Zwar wurde ich teilweise gefesselt, aber ebenso schnell wieder aus dieser Spannung herausbefördert.
Bei manchen Figuren fragte ich mich echt nach dem Sinn und überhaupt fehlte es an charakterliche Tiefe. Außerdem missfällt mir, dass die Glaubwürdigkeit der Figuren einfach nicht gegeben ist.

Aber die größte Enttäuschung erlebte ich nicht mit der sehr dünnen Story, sondern mit dem absolut vorhersehbaren Ende. Davon habe ich erst einmal genug. Sorry Ma-Go.
Der Film hat mich nur marginal besser unterhalten als „Gravity“ damals.

Meine Wertung:
Spannung: 3,0 von 10
Story: 4,0 von 10
Länge: 6,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 4,0 von 10
Authentizität: 3,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
Setting: 8,5 von 10
GESAMT: 5,1

Tanz der Teufel

Titel: Tanz der Teufel (engl. „The Evil Dead“)
Genre: Horror
Regie: Sam Raimi
Musik: Joseph LoDuca
Produzenten: Robert G. Tapert
Dauer: ca. 82 Minuten
Erscheinungsjahr: 1981
Altersfreigabe: FSK 16

„Fünf Freunde (u.a. Bruce Campell und Ellen Sandweiss) wollen das Wochenende in einer kleinen Blockhütte mitten im Wald verbringen. Im Keller finden sie ein mysteriöses Buch und ein Tape, das sie sogleich abspielen. Das hätten sie besser nicht getan, denn es handelt sich um die Aufnahme einer Vorlesung aus dem Buch der Toten – und das Böse lässt nicht lange auf sich warten…“
(Rückentext der DVD)

Eigentlich wollte ich diese Kritik zu Halloween veröffentlicht haben. Leider hat das nicht geklappt.
Ich habe mir vorgenommen, öfter mal meine eigenen Grenzen zu überschreiten und mutig zu sein, indem ich mich Situationen aussetze, die mir persönlich nicht gefallen und sogar großes Unbehagen hervorrufen. Horrorfilme sind für mich ganz klar so etwas.

Mit „Tanz der Teufel“ habe ich mir einen klassischen Horrorfilm angesehen, der sogar als ein „Meilenstein“ des Gore- und Splatterkinos angesehen wird. Wie ich ihn empfunden habe, erfahrt ihr nun in meiner Kritik.

Die Handlung ist wirklich stark überschaubar: Fünf Freunde fahren in den Wald und wollen dort das Wochenende verbringen. Noch am gleichen Abend erkunden alle das Haus und finden ein Buch und ein Tonbandgerät mit einer Aufnahme. Diese wird abgespielt und beschwört quasi das Böse. Ab der Mitte fließt Blut und zwar bis zum Ende.

Anfang der 1980er Jahre hat man noch freiwillig ein Wochenende im Wald verbracht, heutzutage macht man so etwas nicht mehr. Zum Glück, denn Filme wie „Tanz der Teufel“ zeigen uns, dass das keine gute Idee ist und das nicht nur, weil es dort kein WLAN gibt.
Von Anfang an ist der Streifen unfreiwillig komisch. Schon auf der Hinfahrt, in einem recht unspektakulären Ausweichmanöver mit dem Auto, sieht man die hohe Kunst des Horrorfilms, indem die Insassen wild herumkreischen. Man sieht dann eine Mitfahrerin an der Scheibe kleben mit weit aufgerissenem Mund und einem schockierten Blick, der näher dem Tod als dem Leben ist. Ich fand es sehr amüsant und dachte mir: „Wenn jeder Horrorfilm so ist, dann ist meine Angst unbegründet.“
Der Reiz eines Horrorfilms ist für mich nicht die gezeigte Brutalität (ich selbst schaue gerne Kampf-, Action- und Kriegsfilme), sondern das, was der Film mit der menschlichen Psyche macht. Wenn es der Film in den Kopf schafft und man danach nur noch paranoid ist, dann hat der Streifen seinen Reiz entfaltet.
„Tanz der Teufel“ ist nicht so ein Film und er hat es zu keiner Sekunde in meinen Kopf geschafft.
Hin und wieder überkam mich der Ekel, weil die gezeigten Dinge wirklich unappetitlich sind.

Die Effekte sind so typisch für die 1980er Jahre. Allesamt sehen sie für heutige Maßstäbe extrem schlecht und unglaubwürdig aus. Auch die Schnitte wirken mehr so wie ein schlechter Scherz.

Spannungstechnisch ist der Film auch nicht das Wahre. Hier denke ich aber auch, dass ihn sich viele Leute deshalb anschauen, weil er so ein „Klassiker“ ist. Ansonsten kann er mit so ziemlich nichts aufwarten und das Interesse des Zuschauers wecken. Dass der Streifen nun endlich auch in Deutschland verfügbar ist, nachdem er lange auf dem Index stand, ist die andere Sache, die „Tanz der Teufel“ für Genrefans wiederum interessant macht.

Ich, als jemand, der kein Genrefan ist und auch sonst Probleme mit Horrorfilmen hat, finde diesen Film jetzt nicht so schlimm, dass man ihn gänzlich verbieten muss. Aber ich finde, er hätte ein FSK 18 verdient, weil er auch so unendlich geschmacklos ist.

Im Zuge der Darstellung sind alle Emotionen absolut überzogen und überspitzt. Keine Sekunde habe ich die Gefühle in der Mimik oder der Gestik abgenommen. Die Dialoge sind auch eher so mittelmäßig. Die Glaubwürdigkeit lässt dahingehend auch stark zu wünschen übrig.

Die Filmmusik ist absolut klischeehaft und genau das, was man von einem Horrorfilm erwartet. Das Klischee ist aber in diesem Streifen das Richtige und hat gut gepasst.

Meine Meinung:
„Tanz der Teufel“ ist ein klassischer Horrorfilm, ja, aber ist nicht gruselig. Durch seine unfreiwillig komischen Passagen, besonders zu Anfang, lockert er das Geschehen ungemein auf.

Außerdem stelle ich schockiert fest, dass der Streifen nur noch FSK 16 hat. Wie krank ist die Welt geworden? Erst stand er fast 30 Jahre auf dem Index und nun hat er nur noch FSK 16. Ich bin fassungslos und schockiert.

Obwohl ich „Tanz der Teufel“ doch eher als langweilig und uninspiriert empfand, muss ich auch sagen, dass ich froh bin, mir diesen „Meilenstein“ angesehen zu haben. Und bei alldem war er doch erstaunlich kurzweilig. Punkte muss ich ihm einfach abziehen, obwohl die alten Effekte schon einen gewissen Charme haben.

Meine Wertung:
Spannung: 5,0 von 10
Story: 5,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 4,0 von 10
Authentizität: 4,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
GESAMT: 5,3

Reihenfolge:
1. Tanz der Teufel
2. Tanz der Teufel II – Jetzt wird noch mehr getanzt

[Gastrezension] American Horror Story – Hotel (Staffel 5)

american-horror-story-hotel_coverTitel: American Horror Story – Hotel (Staffel 5) (engl.: „American Horror Story: Hotel“)
Idee: Ryan Murphy / Brad Falchuk
Genre: Horror / Thriller / Drama / Fantasy / Mystery
Musik: Cesar Davila-Irizarry (Theme) / Charlie Clouser (Theme) / James S. Levine
Dauer: 12 Folgen à ca. 40-70 Minuten
Erscheinungsjahr: USA: 2015/2016 / Deutschland: 2015/2016
Altersfreigabe: FSK 18

„Willkommen im Hotel ‚Cortez‘! Hinter jeder Tür der labyrinthischen Räumlichkeiten lauert ein Alptraum-Szenario. Verantwortlich dafür zeigt sich vor allem die Besitzerin ‚Die Countess‘ (Lady Gaga). Aber nicht nur die Besitzerin liefert den Stoff für jede Menge Horror-Storys, sondern auch die Hotelgäste selbst – darunter Junkies, Freaks und Filmstar Ramona Royale.“
(Rückentext der DVD)

Der Erscheinungstermin der DVD von „American Horror Story – Hotel“ war seit Monaten dick in meinem Kalender eingetragen. Ich fieberte dem Tag wirklich entgegen. Und dann hielt mir mein Freund schon einen Tag vorher die Staffel als Geschenk unter die Nase. Ich bin halb ausgerastet vor Freude.
Am nächsten Tag hatte ich sie dann auch schon beendet. Das war der 13. Oktober 2016. Doch dann hatte ich keine Zeit, mich mit der Rezension zu befassen. Und irgendwie wirkte die Staffel auch noch so nach, dass ich es nicht konnte.
Doch nun habe ich – knapp drei Monate später – sie noch einmal geschaut, und nun bin ich bereit, sie zu rezensieren.

Ein Mordfall führt den Polizisten John Lowe in das Hotel Cortez, wo ein Pärchen beim Sex erstochen wurde. Augen und Zungen herausgeschnitten. Die Hände an das Bett genagelt. Es ist nicht der erste grausame Mord dieser Art. John befasste sich in letzter Zeit oft mit solch rätselhaften Mordfällen und es bedarf nur wenig Kombinationsgabe, um herauszufinden, dass jemand Menschen, die gegen die 10 Gebote verstoßen, umbringt.
Einmal im Hotel Cortez, lässt dieses ungewöhnliche Gebäude John nicht mehr los. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Zeit verschwimmt, die Gäste faszinieren, jeder Gang enthält Geheimnisse, die es zu enthüllen gibt. Was hat es mit der wunderschönen Countess auf sich? Woher kommt all das Blut? Und vor allem: Was verbirgt sich hinter der Tür von Zimmer 64?

Das Erste, was man über die fünfte Staffel der amerikanischen Horrorgeschichte sagen muss: Sie ist ein Abklatsch. In vielerlei Hinsicht.
Die Horror- und Fantasyelemente waren schon in anderen Staffeln enthalten. Der „10-Gebote-Mörder“ erinnert von der Idee her an die Morde an Todsündern in dem Film „Sieben“ und auch manche Figuren vergangener Staffeln kamen vor.
Und trotzdem lohnt sich das Angucken sehr.

Als Grundgerüst lässt sich eine klare Zweiteilung feststellen: Die ersten paar Folgen enthalten viel Grusel, während das Hotel langsam seine Geheimnisse und Schrecken enthüllt. Danach wird die Staffel eher zu einem Thriller, in dem der unbekannte 10-Gebote-Mörder zum Hauptmotiv wird.
Das macht die Staffel durchaus spannend und dabei vielfältig und abwechslungsreich.
Es wird jedoch nicht nur Wert auf die Geschichte des Hauses gelegt und auf Johns Leben und seine Suche nach dem Mörder, sondern jeder Bewohner des Hotels bekommt seinen gar nicht mal so kleinen Platz in der Staffel. Ihre Vergangenheiten werden betrachtet, dunklen Seiten beleuchtet und Verbindungen zwischen den Figuren geknüpft.

Auch wenn die ersten paar Folgen und das Entdecken des Hauses durchaus gruselige Momente hat, ist die Staffel nicht wirklich von Horror durchzogen. Der Thriller-Anteil überwiegt sehr deutlich.
Doch trotzdem wird auch in Staffel 5 nicht an Kunstblut gespart. Morde passieren in einer Tour. Oft in der Gegenwart, noch öfter in den vielfältigen Rückblenden.
Blut, Hirn, Gedärme – man sieht alles stets und deutlich. Wo andere Kameras wegschwenken würden, hält die von „American Horror Story“ noch mal extra drauf.

Die Schauspielleistung von Lady Gaga wurde seit der Free-TV-Ausstrahlung in den USA ausgiebig kommentiert und das durchweg positiv. 2015 gewann sie sogar den Golden Globe für ihre Darstellung der Countess.
Und tatsächlich überstrahlt sie in ihrer Rolle alle. Wie immer sind die Schauspieler beziehungsweise ihre Rollen besonders, individuell und einzigartig. Doch Lady Gaga bringt einen Glamour in die Staffel, dem man sich schwer entziehen kann. Wenn man sich jeden Einzelnen genau ansieht, spielt eigentlich jeder seine Rolle überzogen. Und doch wirkt niemand in seiner Überzogenheit unnatürlich. In diesem besonderen Hotel müssen einfach genau solche Menschen wohnen.
Der Cast speist sich wieder fast vollkommen aus den letzten Staffeln. Neben Lady Gaga ist nur Cheyenne Jackson als Modedesigner Will Drake neu.

Und nicht nur die Schauspieler waren ein Fest für die Augen, sondern auch das Hotel an sich. Dieses wahnsinnig große, glamouröse, außergewöhnliche Haus machte die Staffel zu etwas Besonderem. Es ist hell, edel und von schwermütiger Schönheit und enthält doch so unglaublich viel Tod und Schrecken. Dieser Mix funktioniert unglaublich gut.

Die Musik ist zweigeteilt. Einerseits gibt es die klassische, atmosphärische Filmmusik, die das Unheimliche unterstützt und andererseits gibt es Klassiker aus den 70ern und 80ern wie „Hotel California“ von den Eagles, „The Ballad Of Lucy Jordan“ von Marianne Faithfull oder „Bette Davis Eyes“ von Kim Carnes. Auch diese Lieder untermalen die Stimmung des Hotels auf passende Weise. Das Hotel wirkt so altmodisch, dass moderne Songs deplatziert gewirkt hätten.

Interessant waren die vollkommen unterschiedlichen Längen der einzelnen Folgen. Die meisten dauerten knapp eine Dreiviertelstunde, aber manche auch länger. Eine Folge schlägt mit 70 Minuten zu Buche. Es lässt den Zuschauer mit dem Gefühl zurück, dass die Geschichte der Folge auf jeden Fall auserzählt wird. Es wird nichts mit Gewalt in ein 45-Minuten-Korsett gezwungen. Die Macher der Serie nehmen sich die Zeit, die sie brauchen. Und das ist auch gut so.
Und daran, dass die Staffel an sich mit 12 Folgen relativ kurz ist, hat der Zuschauer sich in der fünften Staffel wohl langsam gewöhnt.

american-horror-story-hotel_dvdMeine Meinung:
Manches wirkte abgekupfert und der Horror war in dieser Staffel eher in homöopathischen Dosen enthalten, aber trotzdem gefiel mir die Staffel außerordentlich gut.
Es war wie ein kleines Aufatmen zwischen all den düsteren Staffeln. Es war etwas fürs Auge und vor allem auch zum Miträtseln aufgrund der Mordserie.
Mit Lady Gaga gelang ein Glücksgriff für den Cast nach dem Abgang von Jessica Lange.
Und auch nach dem zweiten Schauen der Staffel, bin ich weder von der Story, noch von den Figuren gelangweilt. Eine Staffel, die man sich gut immer mal wieder angucken kann.

Meine Wertung:
Story: 7,5 von 10
Horror: 3,0 von 10
Spannung: 8,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Emotionen: 7,0 von 10
Schnitt: 9,0 von 10
Musik: 8,5 von 10
GESAMT: 7,3

Reihenfolge:
1. American Horror Story (Staffel 1)
2. American Horror Story – Asylum (Staffel 2)
3. American Horror Story – Coven (Staffel 3)
4. American Horror Story – Freak Show (Staffel 4)
5. American Horror Story – Hotel (Staffel 5)
6. American Horror Story – Roanoke (Staffel 6)

Autor: buecherherz

5 Zimmer Küche Sarg

IMG_7653Titel: 5 Zimmer Küche Sarg (engl. „What we do in the Shadows“)
Genre: Horrorkomödie
Regie: Jemaine Clement / Taika Waititi
Musik: Plan 9
Produzenten: Jemaine Clement / Pamela Harvey-White / Emanuel Michael / Taika Waititi / Chelsea Winstanley
Dauer: ca. 82 Minuten
Erscheinungsjahr: 2014
Altersfreigabe: FSK 12

„Die Vampire Viago, Vladislaw, Deacon und Petyr teilen sich eine Villa in Wellington. Abgesehen vom fehlenden Spiegelbild und unangenehmen Begegnungen mit streng riechenden Werwölfen unterscheidet sich ihr Alltag kaum von dem einer ganz normalen WG: Streitereien um den Abwasch und gemeinsame Partynächte stehen täglich auf dem Programm. Als jedoch der 8000-jährige Petyr den hippen Mittzwanziger Nick zum Vampir macht und dieser seinen menschlichen Freund Stu anschleppt, gerät ihr beschauliches Leben völlig aus den Fugen.“
(Rückentext der DVD)

Ein direktes Versprechen kann man dem Titel „5 Zimmer Küche Sarg“ zwar nicht entlocken, er klingt jedoch sehr amüsant.

Es ist eine Vampir-WG, um die sich alles dreht. Zusammen erlebt das ungleiche Quartett ihren ganz persönlichen WG-Ärger. In Form einer Dokumentation wird das Leben der Vier dem Zuschauer näher gebracht. Das Publikum sieht alles aus der Sicht der Kameramänner, denen man während des Drehs Unversehrtheit zugesichert hat. Immer wieder sieht man die Vampire auf der „Interview-Couch“ sitzen. Sie erklären Situationen, erläutern ihren Standpunkt oder helfen durch witzige Kommentare die Handlung zu verstehen und einzuordnen. Die Erzählweise ist recht unspektakulär, jedoch ist sie perfekt für diesen Film. Bei diesem Streifen gibt es keine besondere Vorgeschichte, keinen richtigen Anfang, das macht schließlich eine Dokumentation aus. Natürlich gibt es auch die Bauchbinden, in denen der Name und das Alter des jeweiligen Vampirs stehen. Trotz des Dokumentations-Feelings hält der Streifen einige Überraschungen offen.

Einzig und allein die Geschehnisse um die Vampire erzeugen Spannung und animieren zum weiterschauen. Ich persönlich hatte aber nicht das Gefühl, animiert werden zu müssen, denn kaum ist die DVD im Player und der Film startet, ist er auch schon fast wieder vorbei. Ebenso zuträglich ist der Humor, der stark überzeichnet und durch eine unglaubliche Absurdität hervorsticht.

„5 Zimmer Küche Sarg“ kommt ohne große Gefühle aus. Dennoch gibt es einige Dinge im Alltag eines Vampirs, die dazu führen, dass sie sauer werden, sich aufregen oder wilde Kämpfe austragen müssen. Aber alles irgendwie mit einem sarkastischen Unterton.

In dem Punkt der Authentizität gibt es viele Dinge, auf die ich geachtet habe.
Die Darsteller schaffen es „normale“ Vampire zu sein, mit ganz „alltäglichen“ Problemen. Dabei hat jeder Charakter seine eigene Marotte, so wie es bei Menschen auch der Fall ist. Auch die Masken waren ein Blickfang. Und das nicht nur bei den Vampiren, auch bei den anderen postmenschlichen Charakteren und Werwölfen wurde in der Maske viel Akribie an den Tag gelegt. Wenn Spezialeffekte genutzt werden mussten, wirkte es aber keinesfalls billig oder einfach nur „oben drauf“ gelegt.

Genretechnisch ist der Film bei den Horrorkomödien einzuordnen, ich hätte ihn aber eher nur zu den Komödien gepackt, denn der Film hatte nahezu keine einzige Szene, wo man diesen Schock-Moment hat und sich richtig erschreckt hat. Das Phänomen bei Horrorfilmen ist ja, dass sich das meiste in den Köpfen der Zuschauer abspielt, aber „5 Zimmer Küche Sarg“ spielt nicht halb so sehr mit der Vorstellungskraft des Publikums wie echte Horrorfilme.

Meine Meinung:
„5 Zimmer Küche Sarg“ ist ein Film, von dem ich bis zu einem gewissen Zeitpunkt nichts gehört habe. Ich kenne keinen Film, der explizit in Neuseeland spielt. Umso überraschter war ich, dass dieser Film nicht in unseren Kinos lief, da ich mich gut entertaint gefühlt habe.

Auch wenn durch dieses Dokumentationsfeeling die Spannung gelitten hat, hat mir die Story aber viel Spaß bereitet und auch der – leicht ins sarkastisch driftende – Humor hatte einen hohen Unterhaltungswert.

Besonders gut gefiel mir die Maske, die auch dem Thema sehr gerecht wurde und maßgeblich zum Filmspaß beitrug.
Um ehrlich zu sein fiel mir die Musik, bis auf in ein bis zwei offensichtlichen Szenen nicht auf, was aber auf keinen Fall negativ ist, da es sich durch diese Erzählweise auch nicht als nötig herausgestellt hat.

Meine Wertung:
Spannung: 6,0 von 10
Story: 7,5 von 10
Länge: 8,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 6,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Humor: 7,5 von 10
Horror: 5,0 von 10
GESAMT: 6,9

U wie „Underworld“

IMG_7937Titel: Underworld
Genre: Fantasy / Horror / Action
Regie: Len Wiseman
Musik: Paul Haslinger
Produzenten: Gary Lucchesi / Tom Rosenberg / Richard S. Wright
Dauer: ca. 128 Minuten
Erscheinungsjahr: 2003
Altersfreigabe: FSK 18

„Seit Jahrhunderten tobt ein grausamer Krieg um die Vorherrschaft in der Unterwelt zwischen dem Clan der Vampire unter der Führung des machthungrigen Kraven (Shane Brolly), und den Lycans, einer Bande Werwölfen, angeführt vom hassbesessenen Lucian (Michael Sheen). Das Duell zwischen den beiden verfeindeten Lagern eskaliert, als sich die schöne Werwolfjägerin Selene (Kate Beckinsale) in einen Menschen (Scott Speedman) verliebt und versucht, diesen sowohl vor ihren eigenen Leuten als auch vor den gegnerischen Lycans zu schützen. Ihre letzte Hoffnung ruht auf dem Vampirfürsten Viktor (Bill Nighly), den sie verbotenerweise wieder zum Leben erweckt. Dabei kommt Selene hinter ein schreckliches Geheimnis und deckt die wahren Hintergründe der Blutsfehde auf…“
(Rückentext der DVD)

Inzwischen bin ich bei „U“ angekommen. „U“ wie „Underworld“ ist schon seit knapp 5 Jahren in meiner Sammlung und er bereitete mir an vielen Abenden großen Spaß. Jetzt habe ich ihn mir noch einmal angesehen, um darüber zu schreiben. Ein Nebeneffekt des Rezensionenschreibens ist, dass man sich die Filme ganz anders ansieht. Hin und wieder schaue ich mir einen Streifen an, mit dem Wissen, dass ich nicht darüber schreiben werde und ich lasse ihn einfach auf mich wirken, so wie ich es damals immer getan habe. Schaue ich mir jedoch einen Film an, um darüber zu schreiben, kommt mein innerer „Oberlehrer“ zum Vorschein und achtet auf Details, Stimmung und Atmosphäre. Ich habe das Gefühl, dass dieses Verhalten manchmal den besten Film kaputt macht. Ob mein „Oberlehrer“-Ich „Underworld“ kaputt gemacht hat, könnt ihr nachfolgend lesen.

Die Geschichte von „Underworld“ ist komplex und teilweise verwirrend. Um näher darauf einzugehen muss ich sagen, dass der Film sich kein Vorbild an anderen Filmen, die das Thema Werwölfe und Vampire behandelt, nimmt. So haben Vampire ein Spiegelbild und müssen nicht herein gebeten werden, um ein Gebäude zu betreten. Auch wenn die Story aus Sicht von Selene erzählt wird, befindet sich das Publikum das ein oder andere Mal in einer Rückblende oder man sieht aus Sicht des Angreifers, wie er es auf Selene abgesehen hat.
Insgesamt kommt Verwirrung auch deswegen auf, weil Strukturen und Hierarchie anfangs undurchsichtig scheinen.

Durch das Wechseln der Kameraperspektive wird gekonnt Spannung aufgebaut. Aber besonders die Handlung und die Charaktere schaffen es, durch ihre Aktion und Reaktion immer wieder zu begeistern. Fade und einfallslos ist „Underworld“ absolut nicht, da er sich mehrerer spannungsaufbauender Mittel bedient.

„Underworld“ punktet mit vielseitiger Action: Schießereien, Faustkämpfe, Schwerthiebe und Verfolgungsjagden sind nur einige Beispiele. Auch scheinbar unspektakuläre Szenen sind auf ihre eigene Weise aufregend und der Action zuträglich.

Mit vorangeschrittener Dauer zeigt der Film seine ganze Tragweite, das macht sich auch in den Emotionen bemerkbar. Die Gemüter wirken erhitzter, die Gefühle schäumen über und dementsprechend heftig sind die Aktionen und Reaktionen der Protagonisten. Von Machbesessenheit über Zorn und Liebe bis zu Rachegelüsten wird in dem Punkt der Gefühle und Emotionen dem Zuschauer einiges geboten.

Originell waren nicht nur die Charaktere, sondern auch die Maske, Requisiten und Kulissen. Sich verwandelnde Werwölfe, Vampire, die ihre Zähne zeigen und die sich verändernden Augen. Man muss kein Experte sein, um zu sehen, dass hier besonders viel Akribie an den Tag gelegt wurde. Es sei obendrein dazu gesagt, dass die meisten Szenen in Budapest gedreht wurden. Ich hätte mir keinen besseren Hintergrund vorstellen können, um einen Film mit dieser Thematik zu drehen.

Die Filmmusik war unterstützend, aber gleichzeitig unaufgeregt. Sie passte zur Werwolf-Vampir-Thematik und untermalt gekonnt einige Szenen. Ich empfand sie keineswegs als störend, da sie dem Zuschauer ganz klar signalisiert, dass das Augenmerk auf dem Film liegt.

Meine Meinung:
„U“ wie „Underworld“ wurde ausnahmsweise nicht von meinem inneren „Oberlehrer“ kaputt gemacht, da er meiner Meinung nach auch bei genauerer Betrachtung standhalten konnte. Das Schöne ist, dass ich „Underworld“ auch in Zukunft mögen kann. Darüber hinaus gibt es ja auch schon diverse Nachfolge-Teile und um diese zu verstehen, ist „Underworld“ eine gute Grundlage.

Die Geschichte hat mich sehr angesprochen und ich fühlte mich sehr gut unterhalten, da ich den Film auch in der sogenannten „Extended Cut“-Version gesehen habe, bekam ich rund 12 Minuten mehr Laufzeit und damit auch 12 Minuten mehr von allem. Mehr Geschichte. Mehr Spannung. Mehr Emotionen.

Besonders gut haben mir die Emotionen und die Authentizität gefallen. Auf der Emotionsebene hat man eine große Vielfalt, die immer wieder zur Unterhaltung beiträgt.

Auf der Ebene der Authentizität gefielen mir nicht nur die Darsteller, sondern viel mehr die Requisiten und Drehorte. Ich war – und bin es noch immer – sehr begeistert über die Aufmachung des Films, zumal „Underworld“ definitiv als Low-Budget-Produktion durchgehen würde.

Meine Wertung:
Spannung: 7,5 von 10
Action: 8,5 von 10
Story: 8,5 von 10
Länge: 6,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,0 von 10
Authentizität: 9,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
GESAMT: 7,9

Reihenfolge:
1. Underworld
2. Underworld: Evolution
3. Underworld – Aufstand der Lykaner
4. Underworld: Awakening

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F wie „From Dusk Till Dawn“

IMG_5011Titel: From Dusk Till Dawn
Genre: Gangsterfilm / Roadmovie / Horror / Splatterfilm
Regie: Robert Rodriguez
Musik: Graeme Revell
Produzenten: Gianni Nunnari / Meir Teper
Dauer: ca. 106 Minuten
Erscheinungsjahr: 1996
Altersfreigabe: FSK 18

„Die berüchtigten und gefürchteten Gecko-Brüder ziehen eine blutige Spur durch ganz Texas. Nach einem geglückten Banküberfall nehmen sie einen Priester und dessen Familie als Geisel, um über die mexikanische Grenze zu flüchten. Im ‚Titty Twister‘ feiern sie ihren Coup – nicht ahnend, dass einige von ihnen das Morgengrauen nicht mehr erleben werden, denn mit Einbruch der Dunkelheit verwandelt sich die Bar in einen höllischen Cocktail aus Blut und Wahnsinn.“
(Rückentext der BluRay)

Ich war tatsächlich erst 9 Jahre jung und besuchte noch die Grundschule, als dieser Film veröffentlicht wurde. Heute, 19 Jahre später, schreibe ich eine Rezension über einen Film, den ich schon viele Male gesehen und mit Spannung verfolgt habe. „From Dusk Till Dawn“ wurde in diversen Schnittfassungen schon im TV ausgestrahlt, die Länge des Films variierte in der Vergangenheit immer stark, die kürzeste Fassung hatte dabei 17 Minuten weniger Film als die Originalfassung. Ein Film von Robert Rodriguez muss man einfach in der originalen Fassung sehen.

Die Story ist wirklich sehr einfach gehalten: Zwei Gangster-Brüder sind auf der Flucht und nehmen ein paar Geiseln. Auf dem Weg nach Mexiko pflastern sie den Weg mit Leichen und Blut. Im „Titty Twister“ geht es mit dem Blutvergießen weiter.

Ohne große Wendungen und mit nur ganz kleinen Überraschungen wird die Geschichte dem Publikum präsentiert. Dabei wird nicht an der Ver(sch)wendung von Kunstblut gespart und so zieht sich das Splatter-Element durch den ganzen Film. Sowohl der Inhalt als auch die Darstellung dessen sind auf keinen Fall für Jugendliche geeignet, da man wirklich viele explizite Szenen und besonders viel Blut zu sehen bekommt.

Mit 106 Minuten bietet „From Dusk Till Dawn“ eine gute Laufzeit und schafft es auch, in der Zeit zu unterhalten und keine Langeweile aufkommen zu lassen.

In dem Punkt der Gefühle und Emotionen hat der Streifen leider nur eine stark begrenzte Auswahl. Wut, Wut, Wut und Angst, und vielleicht am Ende etwas „Hoffnung“ oder „Zuversicht“ sind die vorherrschenden Gefühle im ganzen Film. Aber hauptsächlich Wut. Im Bezug auf die Authentizität war zwar alles etwas dick aufgetragen, aber immer noch originell. Quentin Tarantino als einer der beiden Gecko-Brüder und George Clooney als der andere sind überaus überzeugend. Auch Harvey Keitel haucht seinem Charakter auf überzeugende Weise Leben und Tiefe ein.

Die Filmmusik ist unterhaltsam und abwechslungsreich. Teilweise wird sie von einer sehr speziellen Band im „Titty Twister“ gespielt. Eine Einblendung der Band lockerte dabei immer wieder Szenen auf. Unterm Strich ist die Filmmusik nicht mehr und auch nicht weniger als eine musikalische Untermalung des Films, die einen hohen Wiedererkennungswert hat.

Durch die vielen Kämpfe und Schießereien ist der Streifen auch überaus actionlastig. Wie eingangs erwähnt, ist „From Dusk Till Dawn“ ein verschwenderisches Beispiel für Kunstblutgebrauch, dabei ist die Action quasi der Antriebsmotor, da relativ wenig von der Story kommt. So bekommt das Publikum teilweise das Gefühl, von einer Actionszene zur nächsten getrieben zu werden.

Meine Meinung:
Ich habe mich wirklich sehr gefreut, als ich mich entschied, diesen Film zu sehen. Insbesondere die „FSK 18“-Version ist in Deutschland indiziert.

Ich fühlte mich die ganze Zeit über sehr unterhalten. Durch die vielen Actionszenen ließ ich mich nicht abschrecken. Auch die Tatsache, dass sehr viel Blut spritzt, hat mich nicht weiter gestört.
Insgesamt ist „From Dusk Till Dawn“ trotzdem nichts für schwache Nerven und damit wirklich nicht für Kinder und Jugendliche und sogar die meisten Erwachsenen geeignet.

Die flache Story spricht nicht für den Film, aber die Umsetzung dieser ist in meinen Augen grandios. Filme von Robert Rodriguez haben immer ihren ganz eigenen und nicht ganz jugendfreien Charme, was mir persönlich auch meistens gefällt.

In gewisser Weise ist die begrenzte Auswahl der Emotionen ein kleiner „Hingucker“, da diese besonders einzigartig und vielfältig dargestellt werden und zumindest mich auf ganzer Linie überzeugen.

Wenn ich so etwas wie ein Siegel vergeben könnte, dann würde er das Siegel „absolut sehenswert“ bekommen.

Meine Wertung:
Spannung: 6,5 von 10
Story: 6,0 von 10
Länge: 9,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,5 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 7,5 von 10
Action: 9,0 von 10
GESAMT: 7,8

Hänsel & Gretel – Hexenjäger

IMG_2631Titel: Hänsel & Gretel – Hexenjäger (engl. „Hansel & Gretel – Witch Hunter”)
Genre: Fantasy / Horror / Action
Regie: Tommy Wirkola
Musik: Atli Örvarsson
Produzenten: Will Ferell / Adam McKay / Kevin Messick / Beau Flynn
Dauer: ca. 84 Minuten
Erscheinungsjahr: 2013
Altersfreigabe: FSK 16

„Hänsel (Jeremy Renner) und Gretel (Gemma Arterton) haben ihr Pfefferkuchen-Trauma hinter sich gelassen und arbeiten mittlerweile als professionelle Hexenjäger, die nicht an Blut oder Eingeweiden sparen. Im finsteren Wald aber wartet jetzt die bisher größte Herausforderung auf sie: Ein barbarischer Kampf ums Überleben beginnt – mit brutalem Tempo, gnadenlosen Waffen und jeder Menge Heldenmut“
(Rückentext der DVD)

Die Story von „Hänsel & Gretel – Hexenjäger“ ist, um es kurz zu sagen, flach. Am Anfang wurde noch einmal kurz die Geschichte um das Lebkuchenhaus sehr schnell erzählt. Dieser Teil hält sich an die Vorlage des Grimm’schen Märchens „Hänsel und Gretel“. Danach wird man auch schnell und zügig mit ein paar Zeitungsausschnitten in die Zukunft transportiert. Ab dann nimmt die Story Fahrt auf, aber gewinnt leider nicht an Inhalt. Die Geschichte wird scheinbar aus der Sicht von Hänsel erzählt. Diese Tatsache ist weder förderlich noch hinderlich für den Film.

Der Streifen bietet sehr viel Action, fast schon zu viel, aber es hält den Zuschauer zumindest an den TV-Geräten. Trotzdem wird so keine ausgewogene Mischung aus Story und Aufregung geboten.
Die Action ist aber tadellos inszeniert und macht das aus dem Film, was er ist: ein actiongeladener Horror-Fantasy-Film, der sehr blutig und auf keinen Fall etwas für schwache Nerven ist.

Auch ohne viel Spannung aufzubauen, unterhält der Spielfilm gut. Aber ohne Spannung wirkt jede
Story etwas fade. Für Actionfilm-Liebhaber reicht das vielleicht aus, aber für alle anderen ist es eindeutig zu wenig.

Ca. 84 Minuten ist für „Hänsel & Gretel – Hexenjäger“ mehr als ausreichend Zeit. Ohne die kurze Variante des Märchens hat der Film nur noch etwas mehr als 60 Minuten zu bieten und das ist zu wenig.

Emotionen wirken sehr künstlich bzw. sind sie nicht sehr ausdrucksstark. Authentisch sind allerhöchstens die Komparsen.

Die Musik war immer unauffällig. Sie hat gekonnt den Film begleitet und sich dabei nie in den Vordergrund gedrängt.

Im Punkto Kameraführung kann der Film super punkten. Es gibt viele Detailaufnahmen und einige Totalen. Die Grundstimmung war eher düster und dies konnte auch durch die Lichtverhältnisse eingefangen werden. In den Actionszenen hat der Zuschauer stets ein scharfes Bild. Auffallend erfrischend ist eine Szene, in der die Kamera Gretels Augen ist. Das Publikum erlebt also alles in dieser Szene aus der Sicht von Gretel. Die Kulissen sind stilecht und fantasievoll und passen somit perfekt in den Film.

Meine Meinung:
Mit viel Action, wenig Story und einer sehr guten Kameraarbeit punktet „Hänsel & Gretel – Hexenjäger“ nicht sonderlich bei mir. Die Story ist wirklich flach und ich fühlte mich einzig und alleine durch zahlreiche Schießereien ein wenig entertaint.

Die Musik war wirklich nicht auffällig, sie unterstützt den Film und ist das einzige Instrument, eine Art letzter Versuch, etwas Spannung aufzubauen.

Die Action in Kombination mit der Kameraarbeit ist wirklich gut. Detailaufnahmen als eine kurze Sequenz in den Actionszenen sind dabei sehr unterhaltsam und lockern eine sehr angespannte Szene auf.

Die Länge ist fast perfekt, länger hätte er für mein Empfinden nicht sein dürfen. Er unterhält nur kurz und selbst das nicht auf hohem Niveau.

Meine Wertung:
Spannung: 5,0 von 10
Action: 8,5 von 10
Story: 4,5 von 10
Länge: 6,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,5 von 10
Authentizität: 5,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
Kameraführung: 8,5 von 10
GESAMT: 6,3