Archiv der Kategorie: Action

s*E*ptember-Challenge 2.0: The Equalizer

Titel: The Equalizer
Genre: Action / Thriller
Regie: Antoine Fuqua
Musik: Harry Gregson-Williams
Produzenten: Alex Siskin / Denzel Washington / Jason Blumenthal / Mace Neufeld / Michael Sloan / Richard Wenk / Steve Tisch / Todd Black / Tony Eldrige
Dauer: ca. 127 Minuten
Erscheinungsjahr: 2014
Altersfreigabe: FSK 16

„McCall (Denzel Washington) hat seine mysteriöse Vergangenheit hinter sich gelassen und lebt nun ein ruhiges Leben. Doch als er Teri (Chloë Grace Moretz) trifft, ein Mädchen in den Klauen eines gewalttätigen russischen Gangsters, kann er nicht tatenlos zusehen. McCalls Wunsch nach Gerechtigkeit ist zu stark. So beendet er seine selbst auferlegte Rente und übt mit seinen geheimen Fähigkeiten Rache für die Opfer von Gewalttaten. Wer ein Problem hat, gegen wen sich das Schicksal verschworen hat, wer Hilfe von niemanden erwarten kann – McCall ist zur Stelle. Er ist der Equalizer.“
(Rückentext der DVD)

Der zweite Film meiner S-E-P-T-E-M-B-E-R-Challenge 2.0 ist „The Equalizer“. Dieses Mal war meine Schwester ganz spontan zu einem Film vorbei gekommen und da habe ich ihr gleich mal diesen Film vorgeschlagen. Da ich ihn ebenfalls noch nicht kannte, waren wir beide gespannt, was auf uns zukommen wird.

Antoine Fuqua hat mich ein ums andere Mal mit seinen Filmen überrascht und beeindruckt, aber gleichzeitig ist er eben auch der Regisseur von „Training Day“. Manchmal passt das nicht zusammen. Ich hoffte also auf einen Film, der mehr so in Richtung „Southpaw“ geht: actionreich und unterhaltsam.

Die Geschichte von „The Equalizer“ ist schlicht: Es dreht sich um einen Ex-Spezialisten, der auf Gerechtigkeitstour geht und dabei so Allerlei Ungerechtigkeit begegnet. Sein Ziel dabei ist, diese Ungerechtigkeit zu „besiegen“. Die Nebenstränge der Handlung münden allesamt früher oder später in der Haupthandlung.

Die Figuren sind auf den ersten Blick vielschichtig, doch bei näherer Betrachtung erweisen sie sich als nicht sonderlich tiefgreifend. Obwohl sich der erste Eindruck sehr hartnäckig über einen langen Zeitraum hält, lösen sich die wenigen Facetten in ihre Bestandteile auf. Am schwierigsten empfinde ich persönlich allerdings, dass die Figuren nur pseudomäßig eingeführt werden und bis zum Ende nicht richtig glaubwürdig werden. Es wird nie klar, was McCall durchgemacht hat, bzw. was er vorher beruflich gemacht hat. Grundsätzlichen stellt sich natürlich die Frage, woher er seine Fähigkeiten überhaupt hat. Im Laufe des Films gibt es eine Verbindung zu einer ranghohen Person, scheinbar gehört sie zur CIA, aber der genaue Zusammenhang zwischen den beiden wird nicht klar. Auch die Menschen, die McCall näherstehen, wissen nichts von seinen Fähigkeiten oder seiner Vergangenheit. Das scheint mir alles sehr undurchsichtig und äußerst konstruiert. Die Erzählweise und die Darstellung der Figur McCall sind für die Geschichte und die Spannung nicht zuträglich, denn der komplette Film wirkt wie ein lieblos arrangiertes Werk. Am Ende wirken die wenigen Actionsequenzen wie ein kurzes Aufflackern von Potential, das durch die mangelnde Einführung der Charaktere allerdings wieder verdunkelt wird.

Wie bereits erwähnt, mangelt es an der Spannung. Mehr noch sind viele Teile des Streifens nichtssagend und richtig langweilig. Natürlich ist diese Empfindung, wie alle anderen auch, subjektiv. Zu allem Überfluss fehlt es dem Streifen auch an Tempo, denn gefühlt kommt „The Equalizer“ nicht aus dem Knick und verpasst es, mit gut gesetzten Schnitten das Potential gänzlich auszuschöpfen.

Die Kulissen sind durchaus gut gewählt und zweckdienlich. Die Grundstimmung ist eher düster, allerdings wenig atmosphärisch. Der Funke springt auch in diesem Punkt nicht über. Die musikalische Untermalung ist auch keineswegs unterstützend, eher noch unpassend und damit ebenfalls kontraproduktiv.

Meine Meinung:
Tatsächlich hatte ich hohe Erwartungen an „The Equalizer“ und wurde schlussendlich bitter enttäuscht. Nach dem Schauen stellte sich eine Art Ernüchterung ein, die mich dazu bringt, diesen Film direkt neben „Training Day“ zu stellen: in die unterste Schublade.

Es fehlten einfach so viele Details. Die Charakterzeichnung war nicht ausreichend und überaus oberflächlich. Die Handlung hatte Potential, sie wurde aber eher abgewatscht und ohne Fantasie umgesetzt.

Meine Wertung:
Spannung: 4,0 von 10
Story: 5,0 von 10
Länge: 3,0 von 10
Action: 6 von 10
Gefühl/Emotionen: 3,0 von 10
Authentizität: 4,0 von 10
Setting: 4,0 von 10
GESAMT: 4,1

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Guardians of the Galaxy [Rewatched]

Guardians of the Galaxy
Titel: Guardians of the Galaxy
Genre: Action / Science-Fiction / Comicverfilmung
Regie: James Gunn
Musik: Tyler Bates
Produzenten: Kevin Feige
Dauer: ca. 121 Minuten
Erscheinungsjahr: 2014
Altersfreigabe: FSK 12

„Von den Machern von ‚Marvel´s THE AVENGERS‘ kommen jetzt die ‚GUARDIANS OF THE GALAXY‘!
Der Pilot und Vagabund Peter Quill (Chris Pratt), auch bekannt als ‚Star Lord‘, ist immer auf der Suche nach kostbaren Relikten. Bei seinem letzten Beutezug stiehlt er, ohne es zu ahnen, eine mysteriöse Superwaffe, auf die offensichtlich das ganze Universum scharf ist, und macht sich damit nicht nur zum neuen Lieblingsfeind des gewieften Schurken Ronan. Denn wer immer diese Waffe besitzt, ist in der Lage den gesamten Kosmos zu unterwerfen.
Auf seiner wilden Flucht verbündet sich Quill notgedrungen mit einem bunt zusammengewürfelten Haufen Außenseiter: dem waffenschwingenden Waschbären Rocket Racoon, dem Baummenschen Groot, der ebenso rätselhaften wie tödlichen Gamora (Zoë Saldana) und dem rachedurstigen Drax der Zerstörer. Unter dem Namen Guardians of the Galaxy zieht diese spezielle Heldentruppe gemeinsam in den Kampf um das Schicksal des gesamten Universums. Irgendjemand muss den Job ja erledigen!“
(Rückentext der BluRay)

Im Rahmen meiner chronologischen Sichtung des Marvel-Cinematic-Universe habe ich mich erneut mit dem ersten Teil von „Guardians of the Galaxy“ befasst. (Hier kannst du meine erste Kritik noch einmal lesen.) Auch wenn sich ganz unten nichts an der Bewertung ändern wird, wollte ich ihn erneut besprechen. Mit dem Wissen aller vorher gelaufenen Filme habe ich eine bessere Übersicht und eine bessere Vorstellung der Handlung im Gesamtkontext des MCUs.

An erster Stelle muss ich sagen, dass es bisher kaum einen witzigeren Film im MCU gibt. Selbst Iron Man mit seinen flotten Sprüchen ist in seinen drei Einzelfilmen dagegen ein Chorknabe. Peter „Star-Lord“ Quill und seine Beschützer des Universums sind in vielerlei Hinsicht das absurdeste Gespann im kompletten MCU. Das Besondere ist, dass sie die gesamte Zeit auf ihre Art zu unterhalten wissen und es dabei nicht an witzigen bis frechen Gegebenheiten fehlen lassen.

Handlungstechnisch werden fast alle wichtigen Figuren gekonnt und ausreichend eingeführt. Es gibt aber auch Figuren, die grundsätzlich eher wenig zu bieten haben. Die rätselhafte Gamora ist gar nicht mal so rätselhaft und Drax ist rachsüchtig und ein Zerstörer, da gibt es nichts dran zu rütteln. Rocket Racoon hingegen ist zwar sehr geschickt an der Waffe, hat aber auch unter der Oberfläche einiges zu bieten, ebenso der sprechende Baum Groot, der zwar immer nur „Ich bin Groot“ von sich gibt, aber damit so viel mehr aussagt. Im Gefüge der Guardians hat man hier eine heterogene Gruppe, die im Laufe der Zeit zusammenwächst und füreinander einsteht.
Die Figur mit der größten Schwäche ist meiner Meinung nach Ronan, weil er unüberlegt handelt und sich selbst viel zu sehr überschätzt.

Was die Spannung betrifft, arbeitet der Streifen wirklich viel mit Actionsequenzen. Der Lösung eines Problems geht meistens eine Explosion, Schießerei, Schlägerei oder dergleichen voraus. Das Vorgehen wiederholt sich, nicht nur in diesem Film, sondern in allen MCU-Filmen.
Alleinstellungsmerkmal von „Guardians of the Galaxy“ ist dabei allerdings der Humor. In keinem anderen Film werden so viele Witze gerissen. Gerade auch in diesen turbulenteren Szenen sorgt ein Lacher für Entspannung und hilft dabei, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Was bleibt aber am Ende übrig? Auf der inhaltlichen Ebene lernt der Zuschauer zum ersten Mal Thanos kennen, der in diesem Streifen noch eine nette Nebenrolle hat. Die Guardians wirken im ersten Moment wie ein bunter Haufen, der sich zufällig getroffen hat. Auf den zweiten Blick soll sich der Eindruck bewahrheiten.
Bei den Emotionen kratzt „Guardians of the Galaxy“ weitestgehend an der Oberfläche, bietet dafür aber jede Menge Unterhaltung.

Musik, Setting und der Einsatz von CGI sollte man noch einmal hervorheben. Über alle drei Kategorien könnte man eine halbe Ewigkeit diskutieren. Es heißt aber schon etwas, wenn ich mir den Soundtrack auf CD kaufe und er regelmäßig durch die Kopfhörer an meinem Smartphone dringt.
Das Setting ist vielfältig, obgleich hier sehr viel mit Spezial-Effekten gearbeitet wurde. (Greenscreen lässt grüßen!) Und da bin ich auch beim CGI-Einsatz. Auch wenn ich nicht genau sagen kann, was an dem Film echt ist, weil gefühlt alles aus dem Computer stammt, wirkte es nicht so richtig gefälscht oder billig.

Meine Meinung:
Nach meiner ersten Sichtung von „Guardians of the Galaxy“ hatte ich noch versöhnlichere Worte drauf. Damals fühlte ich mich sehr gut unterhalten, heute empfand ich den Unterhaltungswert immer noch als gegeben, allerdings gibt es da Sachen, die mich irgendwie nicht so richtig zufrieden stellen.
Ganz oben steht die Story! Alles soll ja irgendwie vorbereiten bzw. auf ein anderes Ziel hindeuten. Insofern wirkt der Streifen eher wie ein Übergangsfilm, der mir die Antworten auf eine Frage gibt, die ich nie gestellt habe.

Beim ersten Mal sehen war dieser Streifen noch kurzweilig, inzwischen kenne ich eine Reihe von Szenen, in denen nichts passiert und die für den Ausgang der Geschichte vollkommen unerheblich sind.

Unterm Strich freue ich mich aber auf den zweiten Teil. Irgendeiner muss ihn sich ja ansehen.

Meine Wertung:
Spannung: 8,5 von 10
Humor: 8,0 von 10
Action: 8,5 von 10
Story: 7,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 7,5 von 10
Authentizität: 8,5 von 10
Musik: 9,0 von 10
GESAMT: 8,0

Reihenfolge:
1. Guardians of the Galaxy
2. Guardians of the Galaxy Vol. 2

Marvel Cinematic Universe:
1. Iron Man
2. Der unglaubliche Hulk
3. Iron Man 2
4. Thor
5. Captain America: The First Avenger
6. Marvel’s The Avengers
7. Iron Man 3
8. Thor – The Dark Kingdom
9. The Return of the First Avenger
10. Guardians of the Galaxy

The Return of the First Avenger

Titel: The Return of the First Avenger (engl.: „Captain America: The Winter Soldier“)
Genre: Action / Science-Fiction / Comicverfilmung
Regie: Anthony Russo / Joe Russo
Musik: Henry Jackman
Produzenten: Kevin Feige
Dauer: ca. 130 Minuten
Erscheinungsjahr: 2014
Altersfreigabe: FSK 12

„Zwei Jahre sind vergangen, seit Steve Rogers alias Captain America (Chris Evans) gemeinsam mit den Avengers in New York einen außerirdischen Angriff zurückgeschlagen hat.

Zurück in Washington, kämpft er im Auftrag von Nick Fury (Samuel L. Jackson) gemeinsam mit Natasha Romanoff alias Black Widow (Scarlett Johansson) erfolgreich in neuen Geheimoperationen. Als bei einem Einsatz ein S.H.I.E.L.D.-Agent unter Beschuss gerät, wird Rogers plötzlich in ein Netz von Intrigen hineingezogen, das zu einer Gefahr für die ganze Welt zu werden droht. Gemeinsam mit seinen Verbündeten steht er schon bald einem ebenso unerwarteten wie höchst gefährlichen Gegner gegenüber – dem Winter Soldier.“
(Rückentext der DVD)

Auf meiner Reise durch das Marvel-Cinematic-Universe führte mich mein Weg zum zweiten Abenteuer von Captain America. Der deutsche Titel lautet „The Return of the First Avenger“, was das immer mit den anderen Titeln soll, weiß ich auch nicht. Die deutschen Vermarkter haben wohl irgendein Problem mit „Captain America: The Winter Soldier“.

Der Zuschauer merkt schon sehr früh, dass er mit der Captain-America-Reihe keine gewöhnlichen Comicverfilmungen bekommt. Ohne den dritten Teil zu kennen, kann man bereits jetzt und nach nur wenigen Minuten im zweiten Teil feststellen, dass die Grundthematik hinter dieser Verfilmung eine ganz Besondere ist. Rückblickend betrachtet, verändert dieser Film sogar die Handlung des Vorgängers. Bisher kann man aber sagen, dass sich „Captain America“ zwei Elementen hingibt. Das erste Element ist oberflächlich betrachtet ein reines Action-Element. Besonders auffällig sind die vielfältigen Variationen: Explosionen, Schießereien und Nahkampf-Szenen, die allesamt durchchoreografiert und dabei nicht zu viel sind. Es wird eine perfekte Balance zwischen Actionsequenzen und Charakterszenen geschaffen, die alles sehr homogen wirken lässt.
Das zweite Element ist im Grunde ein tiefgreifend-moralisches Element. Ganz klar wird hier der Charakter von Steve Rogers hervorgehoben, der auf eine besorgniserregende Art und Weise fragt, wo Freiheit anfängt, wo sie aufhört und welche Mittel zur Verteidigung erlaubt sind.
Damit ist „The Return of the First Avenger“ weitaus philosophischer als alle anderen Filme aus dem MCU.

Die Handlung ist chronologisch erzählt und stringent aufgebaut. Was ich leider wieder nicht so toll finde, ist, dass man sich nicht auf die Ereignisse aus dem ersten Zusammenkommen der Avengers bezieht. Stattdessen ist dieser Teil, natürlich ganz im Stile eines Einzelabenteuers, losgelöst zu betrachten. Erzähltechnisch wartet der Streifen nicht nur mit einer schlüssigen Handlung auf, sondern auch durch einige Wendungen und Überraschungen.

Grundsätzlich steckt in diesem Streifen sehr viel Spannung und das auch gleich auf mehreren Ebenen. Auf der Handlungsebene sind es Intrigen und Manipulationen, die immer wieder das Interesse der Zuschauer wecken und nach oben treiben. Unterstützt wird die Handlung durch ein paar sehr hübsche und sehr stark inszenierte Actionsequenzen. Zu guter Letzt ist es die Charakterebene, die für Spannung sorgt. Figuren und ihre Beziehungskonstellationen sind dabei extrem unterhaltsam und bergen die komplette Zeit Konfliktpotential.

Stark sind auch die emotionalen Ausprägungen, dabei agieren die Figuren stets gefühlstechnisch glaubwürdig. Der moralische Aspekt, der immer wieder von Captain America angestoßen und hervorgehoben wird, spielt da eine nicht unwesentliche Rolle. Wenn man genauer hinschaut, erkennt man auch die List, mit denen die Charaktere ausgestattet sind.
Dem Cast kann man bloß eine herausragende Leistung attestieren.
Folgerichtig steht es ähnlich positiv um die Glaubwürdigkeit der Darsteller.

Die Musik ist einzig darauf ausgelegt, den Film zu untermalen, ohne dabei ein besonderes Alleinstellungsmerkmal zu besitzen. Ganz anders sieht es da mit dem Setting aus. Die Kameraarbeit ist solide und folgt den Prinzipien des Marvel-Cinematic-Universe. Actionlastig und auf maximale Spannung ausgelegt.
Die Kulissen überzeugen durch eine hohe Vielfalt, die einzig und allein dem Film hilft, die Story glaubwürdig zu transportieren und darzustellen. Die Auswahl ist dahingehend sehr gelungen.

Meine Meinung:
„The Return of the First Avenger“ ist der bisher beste Film im gesamten MCU. Die Story, die Spannung und die Glaubwürdigkeit haben mir insbesondere bei dieser außergewöhnlichen Thematik gut gefallen. „Captain America“ zeigt beispielhaft, wie Action- und Charaktersequenzen miteinander agieren können, ohne dass dabei eine komplett hanebüchene Story bei herumkommt und der Unterhaltungswert auf mehreren Ebenen gegeben ist.

Im Gegensatz zu den „Thor“-Filmen, wo mit jedem neuen Teil die Qualität abnimmt, schafft es „Captain America“ nicht nur seine Heimat zu retten, sondern auch meinen Filmspaß, denn den hatte ich gewiss.

Meine Wertung:
Spannung: 8,5 von 10
Action: 9,5 von 10
Story: 8,5 von 10
Länge: 7,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
Setting: 7,0 von 10
GESAMT: 8,0

Reihenfolge
1. Captain America: The First Avenger
2. The Return of the First Avenger

Marvel Cinematic Universe:
1. Iron Man
2. Der unglaubliche Hulk
3. Iron Man 2
4. Thor
5. Captain America: The First Avenger
6. Marvel’s The Avengers
7. Iron Man 3
8. Thor – The Dark Kingdom
9. The Return of the First Avenger
10. Guardians of the Galaxy

Thor – The Dark Kingdom

Titel: Thor – The Dark Kingdom (engl.: „Thor – The Dark World“)
Genre: Comicverfilmung / Action / Science-Fiction
Regie: Alan Taylor
Musik: Brian Tylor
Produzenten: Kevin Feige
Dauer: ca. 108 Minuten
Erscheinungsjahr: 2013
Altersfreigabe: FSK 12

„Ein rachsüchtiger alter Feind droht das gesamte Universum erneut in ewige Finsternis zu versetzen. Konfrontiert mit einem schattenhaften Gegner, dem selbst Odin (Anthony Hopkins) und Asgard kaum Widerstand leisten können, muss Thor (Chris Hemsworth) an seine äußersten Grenzen gehen, um die kosmische Ordnung wiederherzustellen. Wiedervereint mit Jane Foster (Natalie Portman) und gezwungen eine Gemeinschaft mit seinem heimtückischen Bruder Loki (Tom Hiddelston) zu bilden, begibt sich Thor auf eine lebensgefährliche Mission, um Erde und Universum vor dem Untergang zu bewahren.“
(Rückentext der DVD)

Nach langer Zeit habe ich es mal wieder geschafft, einen Film zu schauen, der in das „Marvel Cinematic Universe“ gehört. Mein persönliches Objekt der Begierde war dieses Mal „Thor – The Dark Kingdom“. An erster Stelle ist mir aufgefallen, dass der englische Titel ein anderer ist als der deutsche. Wieso, weshalb, warum? – Ich habe keine Ahnung. Es ist mir wirklich schleierhaft, denn meiner Meinung nach haben sich die Macher bei dem Titelzusatz „The Dark World“ schon irgendetwas gedacht. Ihr habt es also schon mitbekommen, ich stecke voll in Phase 2!

Nachdem unsere titelgebende Figur in seinem ersten Teil „Thor“ bereits eingeführt wurde, erleben wir nun sein zweites Abenteuer. Seine Gegner sind dieses Mal allerdings die Dunkelelfen, die die Konvergenz mit Hilfe des Äthers dafür nutzen wollen, um alle Welten in Dunkelheit zu stürzen.
(Der Äther im MCU ist einer der sechs „Infinity-Steine“ und der einzige, der nicht wirklich ein Stein, sondern eine sich stets veränderbare Flüssigkeit ist.)

Der Zuschauer erlebt die komplette Zeit über eine sehr chronologische Geschichte, die meistens durch den übermäßigen Gebrauch von Actionsequenzen aufzufallen weiß. In der Erzählstruktur von „Thor – The Dark Kingdom“ findet das Publikum kaum bis keine Überraschungen. Alles verläuft genau so, wie der aufmerksame Beobachter bereits nach wenigen Minuten vorhersagen kann. Dass das wirklich schade ist, muss ich fast nicht erwähnen, denn welcher Zuseher lässt sich nicht gerne von der Handlung eines Filmes überraschen?
Was mich persönlich auch stört, ist, dass die Brücke zum ersten Teil oder zu den Avengers fast nicht geschlagen wird. Am Ende von Teil 1 wird die Regenbogenbrücke und der Bifröst zerstört, über die Aufbauarbeiten oder die Zeit zwischen Zerstörung und Wiederherstellung erfährt der Zuschauer so gut wie nichts. In einem halbherzigen Nebensatz wird erwähnt, dass sich Thor nun wieder überall verdient macht, nachdem der Bifröst wieder Instand gesetzt wurde.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger bleibt „Thor – The Dark Kingdom“ hinter seinen Möglichkeiten, weil es eben nicht reicht, eine Story mit Actionelementen aufzubauschen.
Dem Streifen fehlt sehr viel Inhalt und das ist so ziemlich mein größtes Problem. Die Dunkelelfen werden erst als übermächtig dargestellt, um am Ende doch recht einfach besiegt zu werden und das obwohl sie den Äther in ihrem Besitz hatten.

Die Figuren sind fast ohne Ausnahme sehr eindimensional. Es geht emotionstechnisch weder in die Breite, noch in die Tiefe. Auch lassen die Darsteller ein gewisses Facettenreichtum vermissen. Mit der Glaubwürdigkeit oder der Echtheit der Figuren ist es damit auch schon fast gegessen. Sie bedienen ihr Klischee und liefern gerade einmal so viel ab, um da hinzukommen.
Eine kleine Ausnahme gibt es allerdings. Tom Hiddelston schafft es, seine Figur Loki etwas vom stereotypischen Hau-Drauf-Cast, wie Chris Hemsworth, Idris Elba oder Zachery Levi, zu entfernen und bemüht sich um darstellerische Vielfalt. Seine Erwähnung an dieser Stelle ist damit also folgerichtig.

Die Actionsequenzen sehen allesamt gut aus und passen auch zur Handlung, doch nehmen sehr viel Zeit in Anspruch, in der man einfach nur irgendetwas explodieren sieht. Seinen Höhepunkt sollte der Streifen eigentlich auch kurz vor dem Ende haben. Es gab allerdings einiges, was nicht nur besser eingeführt wurde, sondern auch besser ausgesehen hat.
Dennoch, die Qualität der Sequenzen ist höher als noch im ersten Teil. Aber wie so oft, die Hauptarbeit leistet die Kamera, die durch ein unruhiges Bild Aufregung suggeriert.

Spannungstechnisch spielt der Film allerdings in einer sehr viel schlechteren Liga. Da kommt „Thor – The Dark Kingdom“ ganz dem Anspruch nach, einfach nur flach zu unterhalten. Klassisches Popcorn-Kino.

Mit einer Länge von 108 Minuten ist der Streifen dann auch schon mehr als auserzählt. Wenn man sich beeilt hätte, wären auch locker nur 80 bis 90 Minuten drin gewesen. Der Platz, den die Figuren hatten, sich zu entwickeln, wurde fast gar nicht genutzt und deshalb gab es 80 Prozent der Zeit einfach nur Action.

Setting und Musik haben auch soweit gepasst. Was mich immer wieder faszinierte, war Asgard. Eine sehr detailreiche Darstellung einer anderen Welt, die vor allem durch pompöse Gebäude und sehr viel Glanz bestach. Die Kulissen auf der Erde sind London nachempfunden. Man sieht es allerdings sehr deutlich, dass das alles Studioaufnahmen sind.
Musikalisch gibt es ausschließlich unterstützende Stücke, die die Spannung künstlich nach oben treiben sollen. Ein Teilerfolg, weil manche Lieder sehr gut gepasst haben und ihre Aufgabe mit Bravour gemeistert haben.

Meine Meinung:
„Thor – The Dark Kingdom“ (in meinen Augen ist der deutsche Titel Quatsch!) hat mich jetzt nicht vom Hocker gerissen. Als Lückenfüller zwischen Iron Man 3 und dem zweiten Teil von Captain America (noch so ein Film, bei dem der deutsche Titel nicht unbedingt alles besser macht!) kann man ihn sich anschauen.
Was mich jedoch ärgert: Seinen schwachen Vorgänger hat er noch einmal unterboten!
Einmal anschauen reicht also völlig.

Meine Wertung:
Spannung: 4,5 von 10
Action: 8,0 von 10
Story: 4,0 von 10
Länge: 6,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 4,0 von 10
Authentizität: 5,5 von 10
Musik: 7,0 von 10
Setting: 6,5 von 10
GESAMT: 5,7

Reihenfolge:
1. Thor
2. Thor – The Dark Kingdom
3. Thor – Tag der Entscheidung

Marvel Cinematic Universe:
1. Iron Man
2. Der unglaubliche Hulk
3. Iron Man 2
4. Thor
5. Captain America: The First Avenger
6. Marvel’s The Avengers
7. Iron Man 3
8. Thor – The Dark Kingdom
9. The Return of the First Avenger
10. Guardians of the Galaxy

What happened to Monday?

Titel: What Happened to Monday? (engl.: „What Happened to Monday“)
Genre: Science-Fiction / Action-Thriller
Regie: Tommy Wirkola
Musik: Christian Wibe
Produzenten: Raffaella De Laurentis / Fabrice Gianfermi / Philippe Rousselet
Dauer: ca. 120 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Altersfreigabe: FSK 16

„In naher Zukunft zwingen Überbevölkerung und Hunger die globale Regierung zu einer drastischen Ein-Kind-Politik. Daher treiben die sieben Settman-Schwestern (Noomi Rapace) seit ihrer Geburt ein gefährliches Versteckspiel mit dem Kinder-Zuteilungsbüro: Jede von ihnen darf nur an einem Tag der Woche in die Öffentlichkeit – um die gemeinsame Identität der Karen Settman zu verkörpern. Für die anderen sechs wird ihr Zuhause zum Gefängnis. Der Plan funktioniert und stellt das Überleben der jungen Frauen sicher. Bis eine der Schwestern eines Tages nicht nach Hause kommt…“
(Rückentext der DVD)

Eine siebenfache Hauptrolle für Noomi Rapace, die die sieben Schwestern verkörpert. Ein Thriller, der in der Zukunft spielt und dessen Thematik gar nicht so abwegig scheint. Wie ich „What Happened to Monday?“ bewerte, erfahrt ihr nun in meiner Kritik.

Als die sieben Schwestern geboren wurden, entschied der Opa (Willem Dafoe), sie allesamt aufzuziehen, obwohl er eigentlich sechs abgeben müsste. Bis ins Erwachsenenalter leben die sieben Schwestern, die nach den sieben Wochentagen benannt wurden, an denen sie das Haus verlassen dürfen, zusammen. Nach außen spielen sie die Karen Settman, obwohl jede Einzelne ihre ganz spezielle Persönlichkeit hat. Eines Tages kehrt Monday nicht wieder zurück und bringt damit alle anderen in Gefahr.

Die Erzählweise von „What Happened to Monday?“ lässt sich in zwei Ebenen aufteilen. Ebene eins behandelt den chronologischen Handlungsverlauf der erwachsenen Schwestern. Dabei ist man nur am Anfang bei Monday und im Verlauf der Geschichte immer bei einer der anderen Schwestern. Der Zuschauer fungiert hier nur als Beobachter, der eben nicht immer durch jede Tür gehen kann. Die zweite Ebene ist ganz klar die Vergangenheit. In Rückblenden, die sich aber nicht so anfühlen, als ob es welche sind, erfährt der Zuschauer Detailwissen, das gewisse Umstände und Eigenschaften der erwachsenen Schwestern erklärt. Die Erzählweise passt insofern ganz gut, weil sie gerade so viel wie nötig von der Handlung zeigt, damit das Publikum nicht komplett ahnungslos ist und man im Schauen Interpretationen anstellen kann. Der aufmerksame Zuschauer wird aber mit Leichtigkeit gewisse Handlungsstränge vorausahnen. Die Symbolik ist da, besonders in der ersten Hälfte des Films, eindeutig und lässt keinen anderen Schluss zu.

Besonders was die Spannung betrifft, ist die Art der Erzählung sehr zuträglich, da das Publikum, wie bereits erwähnt, nicht überall mit hingenommen wird. Dadurch fehlen an der einen oder anderen Stelle Informationen, die die Geschichte sonst schon sehr früh auflösen würden.
Aber auch sonst schafft es der Streifen, echte Spannung aufzubauen. Nicht nur durch die klug eingestreuten dramatischen Szenen, sondern auch durch Actionsequenzen. Die ganze Zeit bewegt sich „What Happened to Monday?“ zwischen Action-Thriller und Drama und nutzt dabei überwiegend die Vorteile aller Genres. Über die deutlichen und mehrfach auftretenden Logikfehler kann ich dennoch nicht hinwegsehen. Sie trübten das Seh-Erlebnis immer wieder und ließen die Spannung abflachen.

Die Authentizität passte nahezu immer. Noomi Rapace mimt gleich alle sieben Schwestern und verleiht durch Aussehen, Mimik und Gestik jeder einzelnen einen einzigartigen Charakter. Die Bandbreite reicht dabei vom sehr sportlichen und sportbegeisterten Typ, die ihren durchtrainierten Körper zu Schau stellt, bis zur Analytikerin, die sich besonders gut mit Mathematik, Zahlen und der neusten Software auskennt. Auch alles, was dazwischen liegt, passt sehr gut in den Film und trägt zur Charaktertiefe bei.

Die Actionsequenzen sind sehr vielfältig. Es gab eine gelungene Mischung aus Explosionen, Schießereien und Nahkämpfen. Die Kampfszenen wirkten dabei sehr durchchoreografiert. Schießereien und Explosionen hatten immer einen sehr bearbeiteten Look, der aber zur dystopisch angehauchten Grundstimmung des Films passte. Insbesondere nach Explosionen konnte man Logikfehler entdecken.

Die Leistung, die Noomi Rapace bei der Darstellung abruft, ist immens und mit keiner anderen gleichzusetzen. Sieben unterschiedliche Figuren mit den unterschiedlichsten Eigenschaften und Motivationen glaubwürdig zu spielen, ist mit Sicherheit keine einfache Aufgabe, die sie mit Bravour gemeistert hat. Auch ihre Kollegen wie Glenn Close und Willem Dafoe machen ihre Arbeit mehr als gut. Vor allem Glenn Close zeigt dabei einmal mehr, was in ihr steckt. Ihr facettenreiches Spiel reiht sich daher nahtlos in die sehr gute Leistung Rapaces ein. Willem Dafoe spielt vollkommen solide und unaufgeregt seine Rolle des Opas, den man in den Rückblenden zu sehen bekommt.

Was die Emotionen betrifft, bin ich jedoch sehr zwiegespalten. Ich kann nicht genau sagen, ob es an der deutschen Synchronisation oder der darstellerischen Leistung liegt, aber manche offensichtliche Emotionen, wie Weinen, ein Wutausbruch oder Flehen wirken sehr künstlich. Die Gefühle werden in den ruhigen Charakterszenen über die Mimik und die Gestik besser transportiert, als wenn sie zur Schau gestellt werden.

Die Länge ist mit 120 Minuten perfekt. Die Geschichte ist auserzählt und es bleiben keine Fragen offen. Das Tempo ist auch sehr gut, da keine Längen aufkommen. Es gibt an der Laufzeit wirklich nichts zu meckern.

Die musikalische Unterstützung ist spannungsfördernd und passend dazu eingesetzt. Es gab keine Besonderheiten oder Auffälligkeiten. Die gespielten Melodien sind überwiegend klassischer Natur gewesen und haben so gut wie nie den Weg in den Vordergrund gefunden.

Das Setting ist durch die Bank von einem dystopischen Grundton. Kaum bis keine prächtigen Farben, alles ist eher grau gehalten. Das öffentliche Leben wird durch Straßensperren, Schleusen und Sektoren kontrolliert. Allgemein ist Kontrolle ein ganz wichtiger Aspekt der Inszenierung. In den Häusern gibt es nur wenige Fenster und man spricht auch von Sektoren, wenn es um Kriminalität oder Armut geht. Alleine schon das Straßenbild übt einen bedrückenden und strengen Eindruck aus.

Im Rahmen der Filmreise-Challenge habe ich nun Aufgabe #26 „Schaue einen Film, der in einer fernen Zukunft spielt“ beendet. Für weitere Informationen klickt bitte einfach auf das Banner.

Meine Meinung:
Ich finde, dass „What Happened to Monday?“ sehr gelungen ist und kann ihn an dieser Stelle nur empfehlen. Dass ich einige Wendungen bereits sehr früh wusste, tut der Story keinen Abbruch. Ich konnte dennoch gut und lange unterhalten werden.

Eines der stärksten Argumente für diesen Film ist Noomi Rapace, die sich aufopfert und überzeugend diese schwere Rolle mit den unterschiedlichsten Facetten und Emotionen spielt. Mir hat es sehr gut gefallen, was sie da gezeigt hat.

Es wird Leute geben, die „What Happened to Monday?“ zu actionlastig finden. Denen kann ich nur sagen, dass es ein Stilmittel ist, welches die Brisanz der Thematik auf eine besondere Art und Weise unterstreicht. Wenn man sich auf diesen Streifen einlässt, bekommt man ein dystopisches Zukunftsszenario, das mit all seinen Überraschungen zum Nachdenken anregt.

Meine Wertung:
Spannung: 8,0 von 10
Story: 7,5 von 10
Action: 8,0 von 10
Länge: 10 von 10
Gefühl/Emotionen: 7,5 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 7,5 von 10
GESAMT: 8,1

Der Dunkle Turm

Titel: Der Dunkle Turm (engl. „The Dark Tower“)
Genre: Action / Abenteuer / Fantasy / Romanverfilmung
Regie: Nikolaj Arcel
Musik: Tom „Junkie XL“ Holkenborg
Produzenten: Akiva Goldsman / Brian Grazer / Ron Howard / Stephen King
Dauer: ca. 91 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Altersfreigabe: FSK 12

„Der Film basiert auf dem Bestseller des erfolgreichen Autors Stephen King. Revolvermann Roland Deschain (Idris Elba) ist der letzte seiner Art und gefangen in einem ewigen Kampf mit Walter O´Dim, auch bekannt als der Mann in Schwarz (Matthew McConaughey). Roland ist fest entschlossen, ihn daran zu hindern, den Dunklen Turm zu Fall zu bringen, der das ganze Universum zusammenhält. Das Schicksal aller Welten steht auf dem Spiel, als das Gute und das Böse in einer ultimativen Schlacht aufeinanderprallen. Denn Roland ist der Einzige, der den Dunklen Turm vor dem Mann in Schwarz verteidigen kann.“
(Rückentext der DVD)

Das Jahr neigt sich dem Ende und ich konnte mir noch auf den letzten Tagen einen aktuellen Film anschauen. Dieses Mal war es „Der Dunkle Turm“.

Nun, ich bin jetzt nicht der Fachmann für Stephen King und ich habe auch noch keines seiner Bücher gelesen, aber ich interessiere mich für Filme. „Der Dunkle Turm“ ist einer dieser Streifen, die mich bereits mit dem ersten Trailer total angefixt haben. McConaughey und Elba versprechen für mich einen guten Film, da ich beide Darsteller wirklich sehr gerne mag. Wie ich nun diesen Film finde, könnt ihr hier lesen.

Im Vorfeld habe ich damals viele Kritiken gelesen. Ich hatte zunächst Interesse, diesen Streifen im Kino zu sehen, aber aufgrund der gemischten Bewertungen war ich mir letzten Endes nicht sicher, ob sich ein Besuch lohnt oder nicht.
Ich habe bereits damals vermehrt gelesen, dass „echte King-Fans“ eher enttäuscht sein werden und nur „Nicht-Kenner“ gute Unterhaltung erleben.

Damit ich mein Empfinden besser erklären kann, muss ich mein Urteil vorgreifen, denn für mich ist dieser Steifen von der ersten bis zur letzten Minute fragwürdig und eher ein Fehlkauf.
Das lässt sich wie folgt begründen:
Die Erzählweise ist von Anfang an unaufgeregt und stets bemüht, mit einigen Kniffen etwas Spannung zu erzeugen. Immerhin wird an dieser Stelle der Versuch unternommen, den Zuschauer an den Fernseher zu fesseln. Was ich allerdings noch viel schlimmer finde, ist die Handlung. Nur eine kurze und bruchstückhafte Einführung der unterschiedlichen Charaktere und Zusammenhänge ist nicht ausreichend. Viel mehr noch finde ich die Figuren zum Teil stark nichtssagend. Die Tiefe der Einzelnen lässt sich in der Regel nur dann gänzlich aufzeigen, wenn sie vernünftig eingeführt werden. In „Der Dunkle Turm“ war es nicht der Fall. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass die Handlung stringent ist.

Spannung kam, wie bereits beschrieben, nicht so recht auf. Es gibt allerdings einige Sequenzen, die durch ein abenteuerliches Actionfeeling ein wenig Interesse erzeugen, zumindest auf einer sehr flachen und nicht sonderlich anspruchsvollen Ebene. Unterm Strich ist es aber merklich zu wenig.

Auch die Laufzeit von ca. 91 Minuten ist nicht richtig ausreichend. Damit alles gut funktioniert und die Figuren ihre Wirkung entfalten können, müssen bei dieser Art der Erzählung locker weitere 20 Minuten Filmmaterial her. Aber unter diesen Umständen ist nicht nur die Handlung dünn, sondern sind es auch die Figuren.

Die emotionale Palette und die Glaubwürdigkeit sind unter den Umständen auch nicht gegeben. Bis auf Jake Chambers (gespielt von Tom Taylor) gibt es keine Figur, die hier besonders positiv auffällt. Ich hatte da wohl zu hohe Erwartungen und ließ mich durch die Strahlkraft der berühmten Darsteller blenden. Dass ich dann auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurde, wundert mich dann doch eher wenig.

Die Musik ist spannungsfördernd und punktuell gut eingesetzt. Sie trägt allerdings nicht die Szenen und ist auch kein Element, welches sich tiefer in den Kopf brennt.

Meine Meinung:
Wie ich es bereits sagte, hatte ich wohl zu viele Erwartungen an diesen Film. Mir fehlte es an allen Ecken und Enden. Vermutlich ist es genau so, wie die vorherigen Kritiken sagen: King-Kenner werden enttäuscht sein. Auch jemand, der King nicht kennt, wird enttäuscht sein, denn um alles gänzlich zu verstehen, muss man wohl die Bücher gelesen haben.

Auch wenn ich nicht verwirrt werde, erschließt sich mir die Handlung einfach nicht. Es sieht so aus, als ob mir fundamentales Vorwissen fehlt. Außerdem sieht man erstaunlich selten den titelgebenden dunklen Turm.

Was bleibt mir noch übrig: Ja, ich war schon ein wenig enttäuscht, dachte ich doch, dass „Der Dunkle Turm“ ein guter Film wird, weil er so hochkarätige Schauspieler wie Idris Elba und Matthew McConaughey unter sich vereint. Was ich aber zu sehen bekomme, ist Potential, das nicht ausgeschöpft wird und nicht nur dünne Figuren, sondern auch eine sehr flache und nichtssagende Handlung.
Da kann man nur hoffen, dass die anderen Bände der Romanvorlage noch verfilmt werden, wodurch alles mehr oder weniger aufgeklärt wird und auch mehr Einblicke geliefert werden. Bis hierhin gibt es aber Abzüge.

Meine Wertung:
Story: 4,0 von 10
Spannung: 5,5 von 10
Länge: 5,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,0 von 10
Authentizität: 4,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
GESAMT: 5,1

Das Morgan Projekt

Titel: Das Morgan Projekt (engl. „Morgan“)
Genre: Action / Thriller / Science-Fiction
Regie: Luke Scott
Musik: Max Richter
Produzenten: Mark Huffam / Michael Schaefer / Ridley Scott
Dauer: ca. 88 Minuten
Erscheinungsjahr: 2016
Altersfreigabe: FSK 16

„Von dem Oscar®-nominierten Produzenten Ridley Scott und dem Regisseur Luke Scott stammt dieser mitreißende, hochspannende Thriller. Hochkarätig besetzt mit Kate Mara, Paul Giamatti, Toby Jones, Jennifer Jason Leigh und Rose Leslie. In einem abgelegenen, streng geheimen Labor arbeitet eine Gruppe von Wissenschaftlern an einem Experiment, das den Weg für die nächsten Schritte der menschlichen Evolution bereiten soll. Der Gegenstand des Experiments ‚Das Morgan Projekt‘ – ein genmanipulierter ‚Mensch‘ (Anya Taylor-Joy) – löst ein schreckliches Ereignis aus. Die hinzugezogene Krisenmanagerin Lee Weather (Kate Mara) muss nun entscheiden, wie sie die von ‚Morgan‘ ausgehende Gefahr einstuft.“
(Rückentext der DVD)

Ich habe mir dieses Mal den Film „Das Morgan Projekt“ angeschaut. Ich hatte damals den Trailer im Kino gesehen und fand ihn auf Anhieb interessant. Irgendwann habe ich ihn dann auch gekauft und wie ich ihn finde, könnt ihr nun in meiner Kritik lesen.

Die Story dreht sich um ein Forschungsprojekt namens MORGAN, bei dem ein humanoider Organismus genetisch so manipuliert wird, dass dieser sich von anderen Menschen in einer Vielzahl von Merkmalen unterscheidet. Meine persönliche Einschätzung nach Sichtung des Trailers im Kino ging eher in die Richtung des „10-Prozent-Mythos“, aber tatsächlich wird die Gehirnkapazität nicht im Ansatz gewürdigt.
Die Erzählweise ist überaus einfach gehalten. Relativ schnell werden alle Personen vorgestellt und die Handlung wie in einem Schlauch vorangetrieben. Zwar gibt es das eine oder andere Geheimnis, das erst zum Ende hin offenbart wird, aber auf dem Weg dorthin kann es auch schon vorhergesehen werden.

„Das Morgan Projekt“ weiß leider nicht zu überzeugen, denn die Charaktere sind viel zu flach und Beziehungen werden in letzter Konsequenz nur durch Rückblenden angedeutet. Sowie es tiefer geht, wird es leider stark unglaubwürdig. In dem Fall nehme ich den Schauspielern ihre Rolle ganz und gar nicht ab. Ähnlich sieht es mit den gezeigten Emotionen aus. Zwar sieht man mehr als eine pure Andeutung, aber es bleibt eben doch unglaubwürdig, egal wie viele Emotionen gezeigt werden.
Die angesprochenen Punkte sind dabei nicht mal das Schlimmste. Fatal wird es erst, wenn alle Figuren unsympathisch sind und beim Zuschauer keinen Anklang finden. „Das Morgan Projekt“ hat leider genau diese Schwäche und wird die komplette Laufzeit nicht darüber hinwegkommen.
Bei all der Negativität gibt es allerdings auch eine Sache, die irgendwie besser war.

Im Bereich der Action wurde ein überzeugenderes Bild geboten. Zwar war der Film stellenweise total überladen, aber immerhin passierte dann mal was. Technisch bewegt sich der Streifen aber auf einem soliden Niveau, wenn man allerdings ins Detail geht, fängt er an nachzulassen. Das gilt insbesondere für Szenen, in denen die Story vorangetrieben werden soll und man erst den Umweg durch eine Actionsequenz gehen muss, weil eine einfache Verfolgungsjagd nicht reicht, sondern auch immer noch irgendwie rumgeballert werden muss. Manchmal ergeben Schießereien oder Kampfszenen auch einfach keinen Sinn.

Die Musik stand ein, zwei Mal im Spotlight, aber weitestgehend wird ihr keine besondere Aufgabe zuteil. Auch sonst verhält sie sich die meiste Zeit sehr unauffällig. Kurz vor Schluss wird der Regisseur auch noch ganz mutig und lässt sie für einige Sequenzen komplett weg. In dem Fall hat es mir schon sehr gut gefallen, da der Fokus dadurch auf den Ort, ein abgeschottetes Waldstück, gelegt wurde. Das Gefühl der Isolation kam da kurzzeitig besonders gut durch.

Bei all dem Desaster, das dieser Film zu bieten hat, wurde ich in keiner Sekunde gepackt. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass ich mit zu großen oder anderen Erwartungen an den Film gegangen bin. Aus dem Grund fand ich am Ende „Das Morgan Projekt“ auch absolut nicht spannend oder gelungen.

Meine Meinung:
Am Ende bleibt mir nicht viel zu sagen, außer, dass „Das Morgan Projekt“ ein glatter Fehlkauf war. Selbst wenn es sich nicht um den „10-Prozent-Mythos“ dreht, wären mehr Tiefe, mehr Einsatz von Mystery- oder Horrorelementen wünschenswert gewesen. Allerhöchstens bedient dieser Film ansatzweise das Science-Fiction-Genre, aber mit Mystery oder Thriller hat dieser Film letztendlich recht wenig zu tun.

Punkte müssen abgezogen werden, aber eine einfache Entscheidung wird es dennoch nicht. Ich frage mich nur gerade, ob der Film mittelmäßig oder schon schlecht ist.
Das muss jeder für sich entscheiden.

Meine Wertung:
Spannung: 4,0 von 10
Action: 7,0 von 10
Story: 5,0 von 10
Länge: 4,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,0 von 10
Authentizität: 3,5 von 10
Musik: 7,0 von 10
GESAMT: 5,1

Kingsman: The Secret Service

Titel: Kingsman: The Secret Service
Genre: Action / Komödie / Comicverfilmung
Regie: Matthew Vaughn
Musik: Henry Jackman / Matthew Margeson
Produzenten: Adam Bohling / David Reid / Matthew Vaughn
Dauer: ca. 123 Minuten
Erscheinungsjahr: 2014
Altersfreigabe: FSK 16

„Eggsy (Taron Egerton) ist ein Unruhestifter, der immer wieder in Konflikt mit anderen Jungs im Londoner Viertel gerät. Als er eines Tages dank des geheimnisvollen und eleganten Harry Hart (Colin Firth) aus dem Gefängnis entlassen wird, beginnt für Eggsy ein anderes Leben. Harry gehört zu den Kingsman, einer supergeheimen, elitären Agentenorganisation angeführt von Arthur (Michael Caine), die vielversprechende Teenager für ihr hochqualifiziertes Nachwuchsprogramm rekrutiert. Und Harry hat Eggsy ausgewählt. Das Training beginnt – zur selben Zeit als die Welt von dem verrückten High-Tech-Genie Valentine (Samuel L. Jackson) bedroht wird.“
(Rückentext der DVD)

Bevor es ins Kino geht, um den zweiten Teil von „Kingsman“ zu sehen, habe ich mir heute noch einmal den Vorgänger angeschaut, um die Erinnerungen aufzufrischen.
Zum Glück liegt mir die DVD vor, sodass es für mich ein Leichtes ist, sie kurzfristig anzuschauen.

Inhaltlich bringt der Rückentext alles Wesentliche auf den Punkt. Erzählerisch ist „Kingsman“ allerdings sehr flott unterwegs und das weiß letzten Endes auch sehr gut zu unterhalten.
Gleich zu Anfang werden die wichtigen Figuren gekonnt eingeführt und im Laufe der Zeit auch logisch weiterentwickelt. Aber der Film punktet nicht nur aufgrund seiner Handlung und der Erzählweise, sondern auch dadurch, dass er eine witzige Mischung aus Action- und Agentenfilm ist. Und spätestens wenn sich Samuel L. Jackson und Colin Firth über alte James-Bond-Filme und deren Schurken unterhalten – und es dabei zu witzigen Äußerungen kommt – weiß der Zuschauer, dass sich „Kingsman: The Secret Service“ selbst nicht zu ernst nimmt.

Auch unter anderen Gesichtspunkten schafft es „Kingsman“ sehr gut zu unterhalten.
Wenn man sich die Action, die Filmmusik und den Cast genauer anschaut, dann findet man nichts, was nicht in irgendeiner Form zufriedenstellend ist.
Die Action-Sequenzen sind allesamt hochwertig in den Kameraeinstellungen, teilweise sehr gut choreographiert und abwechslungsreich. Außerdem ist die Balance zwischen Action- und Charakterszenen ausgeglichen. Selbst scheinbar unspektakuläre Abschnitte sind extrem interessant gestaltet – wie die bereits erwähnte Szene, in der sich Samuel L. Jackson und Colin Firth unterhalten.

Oft habe ich die zwei ja nun schon erwähnt, dann will ich jetzt auch auf die Leistung der Darsteller zu sprechen kommen und da bietet sich uns natürlich ein vielfältiges Bild von einem sehr guten Cast. Neben den bereits erwähnten Darstellern finden wir auch Mark Strong, Michael Caine und Mark Hamill vor. Taron Egerton, Sofia Boutella und Sophie Cookson kann man eher noch als Nachwuchsdarsteller bezeichnen. Aber eines haben allesamt gemeinsam: Sie sind in der Kombination eine Bereicherung für jeden Filmliebenden. Es bereitet einfach Spaß, sich diesen Film anzuschauen, weil die Leistung stimmt und die Figuren toll sind. Ob Protagonist oder Antagonist, die Figuren kommen glaubwürdig rüber.

Der humoristische Anteil ist im Verhältnis allerdings doch eher gering. Zwar gibt es immer wieder sehr witzige Gespräche, Tätigkeiten oder sonstige Begebenheiten, in denen der Zuschauer ein ums andere Mal grinst, allerdings ist es nicht so, dass man sich den Bauch vor Lachen halten muss.
Unterm Strich kann man aber sagen, dass der Witz gut zum Gesamteindruck passt.

Das Schöne an „Kingsman“ ist, dass die Emotionen und Motive für den Zuschauer keine Geheimnisse sind. Von Anfang an ist klar, was aus welchem Grund gemacht wird und woher der Impuls stammt. Es ist aber nie so, dass die Figuren vorhersehbar oder die Charaktere gar eindimensional sind.
Angefangen mit Eggsy, der zu Beginn sehr wütend und verzweifelt zu sein scheint, bis zu Harry, der die meiste Zeit eine Art Bedauern stark nach außen trug. Darüber hinaus sehen wir insbesondere gelungene Darstellungen von Mut und Verzweiflung.
Liebe und Angst sind aber mindestens ebenso elementar wie die anderen beiden Gefühle. Auch die emotionale Bindung, die Eggsy zu seinem Mentor Harry aufbaut, wird thematisiert.

Die musikalische Untermalung ist abwechslungsreich. Von klassischen Stücken, die spannungsfördernd sind und besonders in Actionszenen ihren Einsatz haben, bis hin zu gesungenen, popartigen Songs, die über den ganzen Film verteilt sind, ist alles dabei.
Abgerundet wird der ganze Streifen mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Schauplätzen und einer sehr guten Kameraarbeit.

Meine Meinung:
Matthew Vaughn hat mit „Kingsman: The Secret Service“ einen witzigen, rasanten und actionreichen Agentenfilm gedreht, der mit tollen Haupt- und Nebenfiguren, aber auch mit einer logischen und abgedrehten Handlung punktet.

Vaughn hat bereits mit „Kick Ass“ und „X-Men: Erste Entscheidung“ sein können unter Beweis gestellt. Offensichtlich hat er einen Hang zur Comicverfilmung. Sei es drum, mir gefällt es und ich hoffe, dass seine zukünftigen Werke – allen voran „Kingsman: The Golden Circle“ – mich ebenso begeistern wie dieses. Ein klares Highlight für besonders gute und kurzweilige Unterhaltung.

Meine Wertung:
Spannung: 8,5 von 10
Action: 8,0 von 10
Humor: 7,0 von 10
Story: 8,5 von 10
Länge: 9,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 7,5 von 10
Setting: 9,5 von 10
GESAMT: 8,2

The Warriors Gate

©Universum Film

Titel: The Warriors Gate
Genre: Fantasy / Action
Regie: Matthias Hoene
Musik: Klaus Badelt
Produzenten: Mark Gao / Luc Besson
Dauer: ca. 108 Minuten
Erscheinungsjahr: 2016
Altersfreigabe: FSK 12

„Jack (Uriah Shelton) ist ein ganz normaler Teenager, der sich mehr für Videospiele als für die Realität interessiert, in der er von seinen fiesen Mitschülern gehänselt wird. Doch eines Tages wird das Spiel Wirklichkeit: Ohne Vorwarnung wird Jack durch ein magisches Portal ins alte China transportiert. Dort soll er die entführte Prinzessin aus den Fängen des Feindes (Dave Bautista) befreien. Das Problem: Er hat keinerlei Kampferfahrung. Daher bleibt ihm nur übrig, sich auf seine Videospielkenntnisse zu verlassen, die sich bei der Ausbildung zum Kung-Fu-Kämpfer als sehr hilfreich erweisen…“
(Kurzinhalt laut Pressematerial)

Heute kümmere ich mich um den Fantasy-Actionfilm „The Warriors Gate“, welchen ich als kostenloses Rezensionsexemplar erhalten habe.

©Universum Film

Ich schreie ja schon lange nach einem vernünftigen Fantasy-Film, der er schafft, mir kreative Charaktere, ein abgedrehtes und verrücktes Setting und jede Menge Spaß zu bieten. Natürlich dürfen auch eine logische Handlung und ein entsprechendes „Abenteuer“ nicht fehlen, um all das darzustellen.
Als ich den ersten Trailer zu „The Warriors Gate“ gesehen habe, war ich schon ein wenig angefixt, also freute ich mich.

Die Handlung ist nicht nur einfach vom Inhalt her, sondern auch unkreativ in der Erzählweise und damit fangen die Probleme an, die „The Warriors Gate“ bis zum Ende hat. Die Geschichte ist sehr dünn, aber das soll ja eigentlich nichts heißen. Den Figuren fehlt es allerdings an Facettenreichtum und Tiefe, sodass selbst die beste Story Schwierigkeiten hätte, gut rüberzukommen. Dazu kommt noch, dass die Performance eine Mischung aus klassischem Overacting und deutlicher Schwäche ist.
Aufgrund der Unglaubwürdigkeit der Darsteller geht vieles verloren. Und auch sonst waren mir die Figuren zum Teil egal.

©Universum Film

Spannungstechnisch sieht es leider auch nicht viel besser aus. Der Knackpunkt ist hier sowohl die dünne Story als auch die Vorhersehbarkeit. Diese Art von Geschichte, in der der Junge das Mädchen retten muss, auf das er von Anfang an ein Auge geworfen hat, ist weder neu, noch bietet es viele Überraschungen oder Wendnunge. Wo ich hingegen zumindest ein bisschen angesprochen wurde, waren die Actionsequenzen, aber dazu später mehr.

In den Emotionen ist „The Warriors Gate“ sehr limitiert aufgestellt und darunter leidet entsprechend auch die Authentizität. Im Prinzip wirkt alles sehr hölzern und unglaubwürdig. Ich habe es zum Teil nicht verstanden, weil das Overacting in vielen Szenen einfach reingrätscht und die Gefühle, die dargestellt werden sollten, einfach nicht wirken.

Zum Glück gibt es aber die Action. Hin und wieder merkt man schon den Einsatz von moderner Computertechnologie, aber die meiste Zeit erlebt man an diesen Stellen unterhaltsame Martial-Arts-Sequenzen. Die Fights sehen allesamt sehr wertig aus und bringen einfach Spaß.

©Universum Film

„The Warriors Gate“ hat zwei kleine Highlights. Zum einen die Musik und zum anderen das Setting. Die Filmmusik ist eine Mischung aus unterhaltsamen und gesungenen Songs und klassischen Stücken. Besonders zu Beginn überzeugt der Streifen mit einer hohen Vielfalt und macht auf jeden Fall Laune. Das Setting ist ebenso abwechslungsreich. Das alte China sieht genauso aus, wie man es sich vorstellt. Als Zuschauer bekommt man hier einen Wechsel aus prachtvollen Innenaufnahmen und stilechten Außenaufnahmen. Hier bringt „The Warriors Gate“ Spaß und macht seine Sache gut.

©Universum Film

Die Sprache ist noch so eine Sache, die mir negativ aufgefallen ist. Besonders schlecht wird es, wenn normale Sprache auf offensichtliche Slang- bzw. Umgangssprache trifft.
Auch ein Running-Gag wird eingebaut, der ist allerdings von Anfang an nicht witzig.

„The Warriors Gate“ ist seit dem 29.09.2017 im Handel erhältlich.

Meine Meinung:
„The Warriors Gate“ hat eigentlich keine schlechten Vorraussetzungen, um ein richtig guter Film zu sein, doch leider hat er über die komplette Zeit immer wieder sehr große Schwächen.
Erschwerend hinzu kommt, dass die Figuren nicht dazu einladen, mit ihnen mitzufühlen und irgendwie läuft am Ende auch noch alles viel zu glatt.

Ich stehe dem Film sehr zwiespältig gegenüber, vor allem weil die Action-Sequenzen Lust auf mehr machen. Es ist aber zu wenig, um langfristig unterhalten zu können und aus diesem Grund muss ich ihm Punkte abziehen.

Meine Wertung:
Spannung: 5,5 von 10
Action: 8,0 von 10
Story: 5,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 4,0 von 10
Authentizität: 4,0 von 10
Musik: 7,0 von 10
Setting: 7,0 von 10
GESAMT: 5,9

*S*eptember-Challenge: Source Code

Titel: Source Code
Genre: Thriller / Action
Regie: Duncan Jones
Musik: Chris P. Bacon
Produzenten: Mark Gordon / Jordan Wynn / Philippe Rousselet
Dauer: ca. 89 Minuten
Erscheinungsjahr: 2011
Altersfreigabe: FSK 16

„Eine Eilmeldung im Fernsehen: Kurz vor Chicago explodiert ein Personenzug – es gab keine Überlebenden. Wenig später erwacht Colter Stevens (Jake Gyllenhaal) in genau diesem Zug – im Körper eines anderen Mannes und an der Seite der jungen Christina (Michelle Monagham). Nach und nach begreift der Kampfpilot: Er ist im ‚Source Code’. Dank dieser Technologie kann Stevens den Körper eines anderen Menschen übernehmen – für acht Minuten vor dessen Tod. Sein Auftrag: Finde die Bombe und schalte den Bombenleger aus. Wieder und wieder durchlebt Stevens die Katastrophe und setzt das Puzzle mit Christinas Hilfe zusammen. Die Zeit drängt, denn ein weiterer, viel größerer Anschlag droht.“
(Rückentext der DVD)

„Source Code“ ist der erste Film meiner „S-E-P-T-E-M-B-E-R-Challenge“. Und daher möchte ich nicht nach Schema-F eine Kritik dazu schreiben, sondern versuche es etwas anders aufzuziehen.

Mit diesem Streifen wurde mir Jake Gyllenhaal bekannt und seitdem habe ich ihn auf dem Schirm mit dem Hinweis, dass der Film gut sein könnte, denn mir hat er in der Rolle des Colter Stevens sehr gut gefallen. Bisher gab es auch kaum Filme, in denen ich seine Leistung schlecht empfand. Einen ebenso bleibenden Eindruck hat er z.B. auch mit „Southpaw“ hinterlassen.

Was mich an diesem Streifen reizt, ist die Spannung, die aufgebaut wird. Durch die Technologie gelingt es Stevens, sich für die letzten acht Minuten in einen fremden Körper zu transferieren. Der Rückentext suggeriert an der entsprechenden Stelle einen actionlastigen Streifen, aber dem ist bei weitem nicht so. „Source Code“ ist eher ein Thriller mit einigen Actionelementen und einem sehr philosophischen Ansatz, der sich viel und oft um die „Was würdest du tun?“-Frage dreht, wie:
„Wenn du nur noch die nächsten 30 Sekunden leben würdest, was würdest du tun?“.
Gefühlt hat man die Handlung von diesem Film schon irgendwo mal gesehen, aber praktisch fällt mir kein Titel ein, der auch nur im Ansatz mit dieser Raffinesse eine solche wendungsreiche Geschichte erzählt.

Mir gefiel es auch sehr, dass der Film mit einem wissenschaftlichen Ansatz daherkommt, aber die Macher ihn nicht zu sehr nach Theorie aussehen ließen. Viel mehr spielte die Praxis eine Rolle, im Detail dreht es sich auch um eine Parallelwelt und die Einflussnahme von außen durch die Source-Code-Technologie.

So etwas packt mich immer recht schnell und die Zeit vergeht beim Schauen wie im Flug. Doch spätestens, wenn meine Herzfrequenz steigt, merke ich, dass der Film sehr vieles richtig macht. Ich war ergriffen von der Handlung, den emotionalen Motiven und einer sich anbahnenden Lovestory. An dieser Stelle muss ich allerdings sagen, dass der Film am stärksten in den Überraschungen ist. Ich konnte mich dem Bann von „Source Code“ nicht entziehen, auch schon damals nicht, als ich diesen Film das erste Mal sah. Für mich war das einer der ersten Filme, die ich für meine DVD-Sammlung angeschafft habe und ebenso eine meiner ersten Berührungen mit einem Thriller, der vor lauter Spannung meine Nerven bis zum Zerreißen anspannte.

„Source Code“ war für mich auch einer der ersten Filme, bei dem ich merkte, wie wichtig eigentlich Musik in einem Film ist. Besonders dann, wenn sie einfach nur einen Zweck erfüllen sollte. In diesem Fall sollte sie nicht unterhalten, sondern unterstützen, untermalen und Szenen hervorheben, indem der Zuschauer etwas sehr Auffälliges oder Wiederkehrendes hört. Heute ist mir das auch wieder aufgefallen, als kurz vor Schluss ein Musikstück einfach mal doppelt so laut wiedergegeben wurde, als noch zum Anfang des Streifens. Es hat sich aber so sehr eingebrannt, dass der Zuschauer weiß: „Okay, das hier ist jetzt eine wichtige Szene.“.

Meine Meinung:
Diese „Filmkritik“ ist etwas anders geworden, als die übrigen Beiträge, die ich sonst verfasse.
Für S-E-P-T-E-M-B-E-R möchte ich mich auch ein bisschen mehr einbringen und nicht nur über die rein technischen Dinge berichten. Die Handlung war sehr stark und die Darsteller haben sehr gut in den Streifen gepasst. Das ist alles wichtig, aber ebenso wichtig ist, wie sehr mich dieser Film unterhalten hat. Ich konnte, wie gesagt, nicht weggucken und ich war einfach gepackt von der Handlung, den Emotionen und der Spannung.

Gerne darf man auch über Symbolik, Meta-Ebenen und Charaktere sprechen, aber an dieser Stelle belasse ich es mit „Source Code“ und muss zu guter Letzt auch eine Empfehlung aussprechen.
Für alle, die gerne eine Benotung haben möchten, findet sich diese natürlich im Anschluss.
Aber schaut euch doch am besten den Streifen mal an, denn für seine kurze Laufzeit bekommt man eine riesige Portion Unterhaltung geboten.

Meine Wertung:
Spannung: 8,0 von 10
Story: 8,0 von 10
Länge: 9,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 7,5 von 10
Authentizität: 8,5 von 10
Musik: 7,5 von 10
GESAMT: 8,1

Hier geht es zu meinen anderen Beiträgen:
*S*eptember-Challenge: Source Code
s*E*ptember-Challenge: Eyes Wide Shut
se*P*tember-Challenge: Percy Jackson – Diebe im Olymp
sep*T*ember-Challenge: Toni Erdmann
sept*E*mber-Challenge: Edward mit den Scherenhänden
septe*M*ber-Challenge: Merida – Legende der Highlands
septem*B*er-Challenge: Boston
septemb*E*r-Challenge: Extrem laut & unglaublich nah
septembe*R*-Challenge: Regression

Beiträge anderer Teilnehmer:
Hotaru – Still
Ma-Go – Slumdog Millionär
Shalima – Sofies Welt
Ainu89 – Sing Street
Morgen Luft – Seom
Stepnwolf – Spotlight