*S*eptember-Challenge 2.0: Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

Titel: Shape of Water – Das Flüstern des Wassers (engl. „The Shape of Water“)
Genre: Fantasy / Romantik
Regie: Guillermo del Toro
Musik: Alexandre Desplat
Produzenten: Guillermo del Toro / J. Miles Dale
Dauer: ca. 118 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Altersfreigabe: FSK 16

„ ‚Shape of Water – Das Flüstern des Wassers’ ist ein modernes Märchen des meisterhaften Geschichtenerzählers Guillermo del Toro, das mit 4 Oscars® ausgezeichnet wurde. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges in Amerika spielt der Film in den sechziger Jahren und handelt von der stummen Elisa (Sally Hawkins), die in einem versteckten Hochsicherheitslabor der Regierung arbeitet und dort eine isolierte Existenz fristet. Doch ihr Leben verändert sich drastisch, als sie und ihre Kollegin Zelda (Octavia Spencer) einem geheimen Experiment auf die Spur kommen. Michael Shannon, Richard Jenkins, Michael Stuhlbarg und Doug Jones runden die Besetzung ab.“
(Rückentext der DVD)

Den Anfang von S-E-P-T-E-M-B-E-R 2.0 macht ein mehrfacher Oscar®-Gewinner. Die Rede ist von „Shape of Water“.
Wie auch im letzten Jahr versuche ich über die klassischen Bewertungskriterien hinaus zu schauen und nicht komplett analytisch zu sein, sondern auch mein Sehvergnügen zu beschreiben und zu reflektieren.

Der Film spielt in der Zeit des Kalten Krieges in den 1960er Jahren und der Schauplatz ist ein geheimes Forschungslabor. Unsere Protagonisten sind eine stumme Putzfrau, die in diesem Labor die Böden reinigt und ein unberechenbares Ungeheuer, das von den Amerikanern im Amazonas gefangengenommen wurde.
Damit ist die Ausgangssituation klar, doch es gibt Dinge, die weniger klar sind. An erster Stelle stehen die Handlungsmotive der Hauptfigur. Ich habe mich am Anfang gefragt: „Warum das jetzt?“, und ich warte immer noch auf die Antwort und werde sie vermutlich nie bekommen, außer ich wende mich an Guillermo del Toro. In Folge dessen habe ich immer mehr Ungereimtheiten entdecken können. Wenn unsere Hauptfigur Elisa ganz zu Beginn einmal logisch gehandelt hätte, dann wäre der Streifen nach 10 Minuten vorbei. Darüber hinaus ist der Film unangenehm vulgär und auch sonst sehr unlogisch.

Aber jetzt mal im Ernst: Abgesehen von der darstellerischen Leistung von Michael Shannon, kann der Streifen getrost vernachlässigt werden. Guillermo del Toro versucht einfach zu viele Elemente unter einen Hut zu bringen. Auf der einen Seite haben wir die Liebesgeschichte zwischen Elisa und diesem „Monster“, und auf der anderen Seite haben wir den ganzen Handlungsstrang, der sich mit der Laboreinrichtung und den „internen Strukturen“ befasst und dann haben wir auch noch diese Kalter-Krieg-Thematik, die versucht, die Spannung zwischen den Figuren auf eine höhere Ebene zu bringen.
Leider ist das komplette Unterfangen eher mittelmäßig inszeniert und umgesetzt.

Wie ich es schon erwähnte, Michael Shannons Leistung war gut, auch wenn sein Charakter maximal vulgär und abstoßend ist. Er ist der Einzige, dem ich die Rolle vor dem Hintergrund der Zeit abkaufe. Die anderen Charaktere funktionieren irgendwie, sind aber beliebig oft austauschbar.

Setting, Design und Musik sind schwierig zu beschreiben. Die Kulissen sind, vor dem Hintergrund des Kalten Krieges, originell und stilecht. Das Forschungslabor mit seinen grauen und meist sterilen Räumen wirkt ebenso auf den Zuschauer ein, wie die altbackene Inneneinrichtung der Privatwohnungen der handelnden Personen. Man hat gleich so ein besonderes Feeling und ein gutes Gespür, wie der Film insgesamt ausschaut. Die Musik empfand ich zwar als abwechslungsreich, aber nicht weiter besonders. Eine stetige Bedeutungsschwere schwappt mit dem Klang der Musik immer so rüber und trübt, meiner Meinung nach, das Sehvergnügen.
Die Kostüme und das übrige Design sind entsprechend der Zeit und scheinen auch keine weitere Herausforderung gewesen zu sein. Was mich aber nun wirklich stört: Das Monster sieht doch Abe Sapien aus „Hellboy“ verdammt ähnlich oder irre ich mich? Es hat mich auf jeden Fall irritiert, dass Guillermo del Toro eine Idee aus einem seiner älteren Filme aufgewärmt hat.

Auch die Emotionen und, falls ich es noch nicht erwähnt haben sollte, die Spannung hinken einfach nur hinterher. Es kommt von beiden rein gar nichts rüber. Eine Geduldsprobe für jeden Zuschauer, denn durch das Fehlen beider Komponenten fühlen sich zwei Stunden schnell wie das Doppelte an.

Meine Meinung:
„Shape of Water“ ist einer der überbewertesten Filme seit Langem.
Zum Schlafen langweilig, viel zu behäbig und in seiner Ausdrucksform (im negativen Sinne) pathetisch.

S-E-P-T-E-M-B-E-R 2.0 startet also denkbar ungünstig. Das Gute daran ist aber, dass es ab jetzt nur noch bergauf gehen kann. All diejenigen, die „Shape of Water“ noch sehen wollen, sollten sich noch einmal Gedanken dazu machen und vielleicht auf eine bessere Alternative umsteigen.

Meine Wertung:
Spannung: 4,0 von 10
Story: 4,0 von 10
Länge: 3,0 von 10
Authentizität: 4,5 von 10
Musik: 7,0 von 10
Gefühle/Emotionen: 4,0 von 10
GESAMT: 4,4

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9 Gedanken zu „*S*eptember-Challenge 2.0: Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

  1. Ma-Go

    Endlich geht es los! 🙂

    Wie du weißt habe ich den Film noch nicht gesehen. Trotzdem möchte ich zwei Dinge anmerken.

    1. „Eine Geduldsprobe für jeden Zuschauer, denn durch das Fehlen beider Komponenten fühlen sich zwei Stunden schnell wie das Doppelte an.“

    Das halte ich für eine sehr gewagte These. Denn ich kenne mehr Zuschauer, die den Film mögen und ganz anders wahrgenommen haben. Das heißt nicht, dass die Recht haben. Nur würde ich bezwifeln, ob es wirklich für so viele Zuschauer eine Geduldsprobe war.

    2. „Was mich aber nun wirklich stört: Das Monster sieht doch Abe Sapien aus „Hellboy“ verdammt ähnlich oder irre ich mich?“

    Ob du dich irrst weiß ich nicht. Ich habe die Hellboy Filme vor Jahren gesehen aber schon längst wieder aus meiner Erinnerung gelöscht. Kann aber schon sein. Wie dem auch sei, das Wesen in Shape of Water ist an den „Gill Man“ aus dem 50er Jahre Klassiker „Creature from the Black Lagune“ angelehnt. Vor allem diese Szene macht das deutlich:

    Wenn es eine Ähnlichkeit zu Hellboy gibt, haben die Macher wohl da ach schon abegupfert 😉

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    1. zacksmovie Autor

      Ich freue mich immer über deine Kommentare und daher möchte ich dir auch keine Antwort schuldig bleiben.

      1. Ja, gewagte Thesen kann ich. Bitte vergiss nicht, dass ich aus meiner subjektiven Sicht schreibe. Für michw ar es eine Geduldsprobe. Sorry, wenn ich oft und zu sehr verallgemeiner.

      2. Danke für die Info. Die Macher sind allerdings die gleichen. Guillermo del Toro hat ja auch die Hellboy Filme gedreht und nun auch dieses Werk. Mich würde es nicht wundern, wenn er sowohl beim „Gill Man“ als auch bei Hellboy nachgesehen hat und sich von beiden Sachen insperiert hat.

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  2. Lufio

    Also da muss ich dir ganz klar widersprechen 😀 Zwar habe ich den riesigen Hype auch nicht ganz verstanden, aber mir hat der Film schon sehr gut gefallen. Bis zum letzten Drittel gefielen mir die schöngezeichneten Charaktere, die etwas andere Liebesgeschichte und das „Look n´Feel“ der Welt sehr gut. Nur das Ende fand ich nicht so gut gelungen…

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    1. zacksmovie Autor

      So findet jeder etwas anderes für sich. Ich finde es auch okay, dass du da anderer Meinung bist, jedoch muss ich gestehen, dass mir der Film überhaupt nicht gefallen hat. Mich konnten auch nicht die schön gezeichneten Charaktere überzeugen.

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  3. eccehomo42

    Es gibt also jemanden der einen noch größeren Verriss über diesen Film schriebt, als ich es getan habe. Hab den im Kino gesehen und war froh nur einen Kinogutschein geopfert zu haben. Mir ist da bis auf das visuelle und die Leistungen der männlichen Schauspieler einfach alles gefehlt. Dazu noch das unangenehm vulgäre, die Einstiegsszene ist bezeichnend. Ich konnte dem nichts abgewinnen

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  4. Ma-Go

    So, jetzt da ich den Film auch gesehen habe, kann ich logischerweise mehr mit deine Text anfangen. 🙂 Hier ein paar Rückfragen und Anmerkungen. Wie du dir sicher denken kannt, fand ich den Film im Gegensatz zu dir sehr gut 😉

    “ An erster Stelle stehen die Handlungsmotive der Hauptfigur. Ich habe mich am Anfang gefragt: „Warum das jetzt?“,“

    Ich verstehe, dass du das im Text konkretisieren wolltest/konntest. Aber jetzt mal unter uns:Was genau fandest du denn schwierig nachzuvollziehen? Mir ist diesbezüglich nämlich nichts aufgefallen. Ich meine es ist ein Märchen, da passieren öfter mal komische Sachen 😉

    „Darüber hinaus ist der Film unangenehm vulgär und auch sonst sehr unlogisch. “

    Hier hab ich echt keine Ahnung was du meinst. Wenn du möchtest darfst du mich gerne aufklären.

    „Die Kostüme und das übrige Design sind entsprechend der Zeit und scheinen auch keine weitere Herausforderung gewesen zu sein.“

    Das sehe ich komplett anders. Die Kostüme sind farblich und inahltlich super ausgewählt. Michael Shannon trägt einen Anzug,der so eng ist,dass ihn der Druck seiner Arbeit quasi zerquetscht. Das Design ist genial. Vor allem die Farben. Alles in grün gehalten, während die Wohnung von Michale Shannon eher gelb leuchtet. Das einzige rot im Film ist das Blut und Elisas Kleidug nachdem sie Sex mit dem Fischmann hatte. Das alles ist perfekt durchdacht und sehr aufwändig gestaltet. Das Thema zieht sich durch den kompletten Film.

    „Eine Geduldsprobe für jeden Zuschauer, denn durch das Fehlen beider Komponenten fühlen sich zwei Stunden schnell wie das Doppelte an.“

    Das kann ich tatsächlich nachvollziehen. Allerdings ging es mir nur in ganz wenigen Momenten so. Die Musicalszene z.B. and ich vollkommen deplaziert und unnötig. Ansonsten hat der Spannungsbogen bei mir wunderbar funktioniert.

    Wie immer sehr interessant wie ein Film bei jedem anders wirkt. Ich finde es jedenfalls gut, dass du deine Gefühle und Stimmung bei der Sichtung beshreibst un nicht einfach den anderen nach dem Mund redest. Ich habe das Gefühl, dass das vor allem bei Oscar-Filmen viel zu häufig passiert ist. Im Fall von „The Shape of Water“ war ich zur Abwechslung mal im Team der positiven Stimmen 😉

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