What happened to Monday?

Titel: What Happened to Monday? (engl.: „What Happened to Monday“)
Genre: Science-Fiction / Action-Thriller
Regie: Tommy Wirkola
Musik: Christian Wibe
Produzenten: Raffaella De Laurentis / Fabrice Gianfermi / Philippe Rousselet
Dauer: ca. 120 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Altersfreigabe: FSK 16

„In naher Zukunft zwingen Überbevölkerung und Hunger die globale Regierung zu einer drastischen Ein-Kind-Politik. Daher treiben die sieben Settman-Schwestern (Noomi Rapace) seit ihrer Geburt ein gefährliches Versteckspiel mit dem Kinder-Zuteilungsbüro: Jede von ihnen darf nur an einem Tag der Woche in die Öffentlichkeit – um die gemeinsame Identität der Karen Settman zu verkörpern. Für die anderen sechs wird ihr Zuhause zum Gefängnis. Der Plan funktioniert und stellt das Überleben der jungen Frauen sicher. Bis eine der Schwestern eines Tages nicht nach Hause kommt…“
(Rückentext der DVD)

Eine siebenfache Hauptrolle für Noomi Rapace, die die sieben Schwestern verkörpert. Ein Thriller, der in der Zukunft spielt und dessen Thematik gar nicht so abwegig scheint. Wie ich „What Happened to Monday?“ bewerte, erfahrt ihr nun in meiner Kritik.

Als die sieben Schwestern geboren wurden, entschied der Opa (Willem Dafoe), sie allesamt aufzuziehen, obwohl er eigentlich sechs abgeben müsste. Bis ins Erwachsenenalter leben die sieben Schwestern, die nach den sieben Wochentagen benannt wurden, an denen sie das Haus verlassen dürfen, zusammen. Nach außen spielen sie die Karen Settman, obwohl jede Einzelne ihre ganz spezielle Persönlichkeit hat. Eines Tages kehrt Monday nicht wieder zurück und bringt damit alle anderen in Gefahr.

Die Erzählweise von „What Happened to Monday?“ lässt sich in zwei Ebenen aufteilen. Ebene eins behandelt den chronologischen Handlungsverlauf der erwachsenen Schwestern. Dabei ist man nur am Anfang bei Monday und im Verlauf der Geschichte immer bei einer der anderen Schwestern. Der Zuschauer fungiert hier nur als Beobachter, der eben nicht immer durch jede Tür gehen kann. Die zweite Ebene ist ganz klar die Vergangenheit. In Rückblenden, die sich aber nicht so anfühlen, als ob es welche sind, erfährt der Zuschauer Detailwissen, das gewisse Umstände und Eigenschaften der erwachsenen Schwestern erklärt. Die Erzählweise passt insofern ganz gut, weil sie gerade so viel wie nötig von der Handlung zeigt, damit das Publikum nicht komplett ahnungslos ist und man im Schauen Interpretationen anstellen kann. Der aufmerksame Zuschauer wird aber mit Leichtigkeit gewisse Handlungsstränge vorausahnen. Die Symbolik ist da, besonders in der ersten Hälfte des Films, eindeutig und lässt keinen anderen Schluss zu.

Besonders was die Spannung betrifft, ist die Art der Erzählung sehr zuträglich, da das Publikum, wie bereits erwähnt, nicht überall mit hingenommen wird. Dadurch fehlen an der einen oder anderen Stelle Informationen, die die Geschichte sonst schon sehr früh auflösen würden.
Aber auch sonst schafft es der Streifen, echte Spannung aufzubauen. Nicht nur durch die klug eingestreuten dramatischen Szenen, sondern auch durch Actionsequenzen. Die ganze Zeit bewegt sich „What Happened to Monday?“ zwischen Action-Thriller und Drama und nutzt dabei überwiegend die Vorteile aller Genres. Über die deutlichen und mehrfach auftretenden Logikfehler kann ich dennoch nicht hinwegsehen. Sie trübten das Seh-Erlebnis immer wieder und ließen die Spannung abflachen.

Die Authentizität passte nahezu immer. Noomi Rapace mimt gleich alle sieben Schwestern und verleiht durch Aussehen, Mimik und Gestik jeder einzelnen einen einzigartigen Charakter. Die Bandbreite reicht dabei vom sehr sportlichen und sportbegeisterten Typ, die ihren durchtrainierten Körper zu Schau stellt, bis zur Analytikerin, die sich besonders gut mit Mathematik, Zahlen und der neusten Software auskennt. Auch alles, was dazwischen liegt, passt sehr gut in den Film und trägt zur Charaktertiefe bei.

Die Actionsequenzen sind sehr vielfältig. Es gab eine gelungene Mischung aus Explosionen, Schießereien und Nahkämpfen. Die Kampfszenen wirkten dabei sehr durchchoreografiert. Schießereien und Explosionen hatten immer einen sehr bearbeiteten Look, der aber zur dystopisch angehauchten Grundstimmung des Films passte. Insbesondere nach Explosionen konnte man Logikfehler entdecken.

Die Leistung, die Noomi Rapace bei der Darstellung abruft, ist immens und mit keiner anderen gleichzusetzen. Sieben unterschiedliche Figuren mit den unterschiedlichsten Eigenschaften und Motivationen glaubwürdig zu spielen, ist mit Sicherheit keine einfache Aufgabe, die sie mit Bravour gemeistert hat. Auch ihre Kollegen wie Glenn Close und Willem Dafoe machen ihre Arbeit mehr als gut. Vor allem Glenn Close zeigt dabei einmal mehr, was in ihr steckt. Ihr facettenreiches Spiel reiht sich daher nahtlos in die sehr gute Leistung Rapaces ein. Willem Dafoe spielt vollkommen solide und unaufgeregt seine Rolle des Opas, den man in den Rückblenden zu sehen bekommt.

Was die Emotionen betrifft, bin ich jedoch sehr zwiegespalten. Ich kann nicht genau sagen, ob es an der deutschen Synchronisation oder der darstellerischen Leistung liegt, aber manche offensichtliche Emotionen, wie Weinen, ein Wutausbruch oder Flehen wirken sehr künstlich. Die Gefühle werden in den ruhigen Charakterszenen über die Mimik und die Gestik besser transportiert, als wenn sie zur Schau gestellt werden.

Die Länge ist mit 120 Minuten perfekt. Die Geschichte ist auserzählt und es bleiben keine Fragen offen. Das Tempo ist auch sehr gut, da keine Längen aufkommen. Es gibt an der Laufzeit wirklich nichts zu meckern.

Die musikalische Unterstützung ist spannungsfördernd und passend dazu eingesetzt. Es gab keine Besonderheiten oder Auffälligkeiten. Die gespielten Melodien sind überwiegend klassischer Natur gewesen und haben so gut wie nie den Weg in den Vordergrund gefunden.

Das Setting ist durch die Bank von einem dystopischen Grundton. Kaum bis keine prächtigen Farben, alles ist eher grau gehalten. Das öffentliche Leben wird durch Straßensperren, Schleusen und Sektoren kontrolliert. Allgemein ist Kontrolle ein ganz wichtiger Aspekt der Inszenierung. In den Häusern gibt es nur wenige Fenster und man spricht auch von Sektoren, wenn es um Kriminalität oder Armut geht. Alleine schon das Straßenbild übt einen bedrückenden und strengen Eindruck aus.

Im Rahmen der Filmreise-Challenge habe ich nun Aufgabe #26 „Schaue einen Film, der in einer fernen Zukunft spielt“ beendet. Für weitere Informationen klickt bitte einfach auf das Banner.

Meine Meinung:
Ich finde, dass „What Happened to Monday?“ sehr gelungen ist und kann ihn an dieser Stelle nur empfehlen. Dass ich einige Wendungen bereits sehr früh wusste, tut der Story keinen Abbruch. Ich konnte dennoch gut und lange unterhalten werden.

Eines der stärksten Argumente für diesen Film ist Noomi Rapace, die sich aufopfert und überzeugend diese schwere Rolle mit den unterschiedlichsten Facetten und Emotionen spielt. Mir hat es sehr gut gefallen, was sie da gezeigt hat.

Es wird Leute geben, die „What Happened to Monday?“ zu actionlastig finden. Denen kann ich nur sagen, dass es ein Stilmittel ist, welches die Brisanz der Thematik auf eine besondere Art und Weise unterstreicht. Wenn man sich auf diesen Streifen einlässt, bekommt man ein dystopisches Zukunftsszenario, das mit all seinen Überraschungen zum Nachdenken anregt.

Meine Wertung:
Spannung: 8,0 von 10
Story: 7,5 von 10
Action: 8,0 von 10
Länge: 10 von 10
Gefühl/Emotionen: 7,5 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 7,5 von 10
GESAMT: 8,1

5 Gedanken zu „What happened to Monday?

  1. Pingback: Filmreise-Challenge | zacksmovie

  2. Ma-Go

    Klingt sehr gut. Den wollte ich letztes Jahr auch im Kino sehen. Kurzer Hinweis. Im DVD Klappentext steht „in einer nahen Zukunft“. Und du nimmst den einfach so, ohne mit der Wimper zu zucken, für die Aufgabe „Film in einer fernen Zukunft? Das ist aber in dickes Ding 😉

    Gefällt 1 Person

    Antwort
  3. Pingback: „Der Koffer“ im Februar2018 | zacksmovie

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