Poldark (Staffel 2)

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Titel: Poldark (Season 2)
Idee: Winston Graham
Genre: Historienserie / Drama
Titellied: Anne Dudley
Dauer: 10 Folgen à ca. 56 Minuten
Erscheinungsjahr: Großbritannien: 2016 / Deutschland: 2017
Altersfreigabe: FSK 12

„Im Jahr 1790 liegen Aufruhr und Revolution in der Luft. Ross (Aidan Turner) soll der Prozess gemacht werden, und George Warleggan (Jack Farthing) lässt nichts unversucht, ihn als Aufständischen hängen zu sehen. Während Francis (Kyle Soller) und Elizabeth (Heida Reed) starr vor Entsetzen sind, setzt Demelza (Eleanor Tomlinson) alles daran, ihren geliebten Ross zu retten.
Von Schulden erdrückt versuchen Ross und Francis, ihre Fehde beizulegen und sich durch den gemeinsamen Erwerb einer neuen Mine von dem Einfluss der Warleggans zu befreien. Um diesen Weg beschreiten zu können, setzt Ross bei einem verzweifelten Schmuggel alles auf eine Karte. Inmitten verhängnisvoller Verluste, entscheidender Errungenschaften und zerrütteter Beziehungen muss Ross seine Differenzen beilegen – ein für alle Mal. Doch welchen Preis muss er dafür bezahlen?“
(Rückentext der DVD)

In den Fortsetzungs-Monat August passt auch wunderbar die zweite Staffel von „Poldark“, die ich als kostenloses Rezensionsexemplar erhalten habe.
Nachdem ich bereits schon meinen Spaß mit seinem Vorgänger hatte, stellte sich mir nicht lange die Frage, ob ich sie sehen bzw. haben möchte.

Ähnlich wie bei der ersten Staffel, verrät der Rückentext wieder etwas mehr als nur den Plot. Die zehn Episoden von Season 2 bleiben allerdings für den Zuschauer interessant.

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Die Handlung dreht sich nach wie vor um die titelgebende Figur Ross Poldark, der am Anfang der ersten Staffel noch aus dem britisch-amerikanischen Krieg zurückkehrte, um das Erbe seines Vaters anzutreten und seine Küchenmagd heiratete. Inzwischen ist das Leben voll im Gange und seitdem hat sich in Cornwall viel getan.
Sieben Jahre nach seiner Rückkehr dreht sich in Ross´ Leben immer noch alles um Bergbau. Bei all dem Elan vergisst er allerdings nicht, dass nicht nur er leben, sogar überleben, muss, sondern auch die Leute im Dorf, die allesamt Familien ernähren müssen. Dass er mit seinem Handeln die einfachen Bürger unterstützt, kommt nicht bei jedem gut an und so zieht er immer wieder die Aufmerksamkeit der „Gesetzeshüter“ und Richter auf sich. Und dann sind da auch noch die Warleggans, die ihn lieber hängen sehen wollen, oder zumindest verarmt und ohne Mine.

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Das Storytelling hat sich zugunsten des Zuschauers etwas verändert. Es gibt immer wieder aufeinander folgende Episoden, die wirklich zusammenhängend sind und es nicht, wie sonst, einen Zeitsprung von mehrere Tagen, Wochen oder Monaten gibt. Aber eines bleibt gleich, der Cliffhanger am Ende einer Folge wird auch in so ziemlich jeder Episode von Staffel zwei verwendet. Ohnehin ist es etwas ganz Wundervolles, wenn man sich diese Serie anschaut und ihr auch wirklich die Möglichkeit einräumt, sich zu beweisen. Wenn die Handlung sich vor einem ausgebreitet hat und man nicht weiß, wie es weitergeht, ist spätestens dann der Zuschauer vollkommen vereinnahmt und will unbedingt wissen, wie der Handlungsverlauf sein wird.
Im Gegensatz zur Vorgängerstaffel baut sich die Spannung nicht langsam aber kontinuierlich auf, sondern sehr rasch. Es kann sogar dazu kommen, dass man die erste DVD in einem Rutsch anschaut und gleich mit der zweiten weitermacht. Es gibt unglaublich viele Elemente, die diese Serie, ja explizit diese Season so sehenswert machen.
Die Geschichte an sich ist da wohl der größte Fürsprecher. Wir haben hier den Vorteil, dass der Zuschauer die meisten Figuren aus der ersten Staffel kennt. Es werden immer mal wieder andere Charaktere ergänzend und kurzfristig eingeführt, die an irgendeinem Punkt die Handlung kreuzen, aber dann auch wieder sehr schnell verschwinden. Natürlich gibt es hier auch Ausnahmen, die länger bleiben dürfen und den Cast und die Tragweite der Geschichte vergrößern und verdeutlichen.
Insgesamt gibt es viele Höhen und Tiefen und das auf mehreren Ebenen gleichzeitig, die immer die Spannung hoch halten.

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Musikalisch orientiert sich die Staffel zwei sehr an ihrem Vorgänger. Das Stilmittel wird natürlich auch schon im DVD-Menü verwendet und stimmt den Zuschauer immer wieder aufs Neue auf die Episoden ein. Gerade auch bei der Verwendung gehen die Macher einen Schritt weiter und vertrauen der musikalischen Untermalung sehr viel an. Wo in Season 1 der Musik eine besondere Stellung eingeräumt wurde, bekommt sie in ihrem Nachfolger eine tragende Rolle. Viele Szenen funktionieren gar nicht ohne Musik. Der Stil ist ebenfalls wie in der Vorgängerstaffel folkloreartig, es werden dabei sehr sanfte Streich- oder Saiten-Instrumente verwendet. Auch wenn grundsätzlich wenig Abwechslung geboten wird, hat mir die Musik ein Tick besser gefallen, als noch in der ersten Staffel. Es hat sich gerade in diesem Punkt ein insgesamt eindrucksvolleres Bild ergeben.

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In Staffel 1 habe ich noch direkt gemerkt, dass mehrere Regisseure am Werk gewesen sind. Das hat sich anhand der unterschiedlichen Inszenierungen bemerkbar gemacht. Nun waren auch wieder mehrere Leute für die Inszenierung verantwortlich, allerdings hat man kaum einen Unterschied gemerkt.
Nach wie vor basiert die Geschichte von „Poldark“ auf den gleichnamigen Romanen von Winston Graham und sie weiß auch in der zweiten Staffel nach wie vor zu überzeugen.
Die ganze Zeit über bleibt es nervenaufreibend, intensiv und interessant. Gerade in Bezug auf die Streitigkeiten zwischen einzelnen Charakteren bleibt die Inszenierung geradlinig. Durch klug eingesetzte Cliffhanger wird der Zuschauer zum Weitergucken animiert.

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Die Emotionen sind, wie auch schon in der ersten Staffel, sehr vielfältig, aber das ist nicht mal das Besondere. Viel wichtiger ist die Authentizität. Oberflächlich gibt es da die Sprache, die perfekt an die 1790er Jahre angelehnt ist. Die geschwollene Ausdrucksweise, die Wörter und Umgangsformen sind in diesem Punkt sehr originell.
Wesentlich entscheidender sind die Figuren: Ohne seinen Dreispitz kann ich mir Aidan Turner gar nicht mehr vorstellen, der die Rolle des Ross Poldark so perfekt und glaubwürdig spielt, dass er fast seinesgleichen sucht. Fast, denn es gibt jemanden, der ihm mindestens ebenbürtig ist:
Jack Farthing spielt George Warleggan und ist leider, oder zum Glück, so extrem glaubwürdig und unsympathisch, dass man eine große Abneigung ihm gegenüber empfindet. Für mich persönlich ist Jack Farthing der heimliche Star der Serie. Das liegt vermutlich daran, dass er vorher noch keine mir bekannte Rolle gespielt hat.
Aber auch die anderen Darsteller leisten eine richtig gute Arbeit.
Allen voran Kyle Soller, der seiner Figur Francis von der ersten zur zweiten Staffel eine schöne Entwicklung verleiht und dadurch, für mich, zu den großen Gewinnern dieser Serie gehört.
Auch die beiden weiblichen Hauptrollen Demelza, gespielt von Eleanor Tomlinson, und Elizabeth, gespielt von Heida Reed, fügen sich nahtlos in die Leistung des übrigen Casts ein. Es bereitet dem Zuschauer eine riesige Freude, diese beiden Schauspielerinnen in ihren Rollen zu sehen.
Und wieder überraschen die einzelnen Figuren mit ihrem Facettenreichtum. Als Zuschauer bekommt man hier besonders viel zu sehen.

Das Setting: Keine Veränderung zur Staffel eins. ABER: Kameraarbeit, Kulissen und Kostüme sind so perfekt aufeinander abgestimmt, dass dem Publikum einfach nur das Herz aufgeht. Ich bekomme schon mit der ersten Szene Lust darauf, nach Cornwall zu reisen und mir den Drehort anzuschauen.
In Zusammenspiel mit der Musik ergibt sich da dann am Ende ein Gesamtwerk, das auf der audio-visuellen Ebene mehr als zu überzeugen weiß.
Die folkloreartigen Klänge runden nicht nur das Bild ab, sondern passen auch extrem gut in die Zeit, in der „Poldark“ spielt.

Und im Video findet ihr meine Review zu „Poldark“.

Meine Meinung:
Am Ende ergibt das ganze eine Fortsetzungsstaffel, die ihren Vorgänger übertrumpft.
Von der ersten bis zu letzten Minute passt einfach alles. Die Darsteller leisten unglaubliche Arbeit.
Am Ende passte einfach alles und ich wurde super unterhalten.

Überzeugt wurde ich letzten Endes von allem. Die Darsteller, die Handlung, das Setting und die Musik haben einfach gepasst und unterhalten. Die Emotionen sind ebenso überzeugend wie die Darstellung aller Figuren.

Ich freue mich bereits jetzt schon auf die dritte Staffel.

Meine Wertung:
Story: 8,0 von 10
Spannung: 7,5 von 10
Länge: 7,0 von 10
Authentizität: 9,0 von 10
Emotionen: 9,0 von 10
Setting: 10 von 10
Musik: 8,0 von 10
GESAMT: 8,4

Reihenfolge:
1. „Poldark“ (Staffel 1)
2. „Poldark“ (Staffel 2)
3. „Poldark“ (Staffel 3)
4. „Poldark“ (Staffel 4)

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10 Gedanken zu „Poldark (Staffel 2)

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