Ohne Limit

Titel: Ohne Limit (engl. „Limitless“)
Genre: Science-Fiction / Thriller
Regie: Neil Burger
Musik: Paul Leonard-Morgan
Produzenten: Ryan Kavanaugh / Leslie Dixon / Scott Kroopf
Dauer: ca. 101 Minuten
Erscheinungsjahr: 2011
Altersfreigabe: FSK 16

„Eddie Morras Leben verläuft nicht gerade auf der Überholspur. Der erfolglose Schriftsteller treibt sich lieber in den Bars von New York herum, als seinen Roman fertigzustellen. Zufällig begegnet er eines Tages einem alten Bekannten, der ihm eine Designerdroge anbietet. Und dieses Mittel wirkt Wunder: Innerhalb kürzester Zeit ist Eddie in der Lage, die volle Kapazität seines Gehirns zu nutzen. Plötzlich ist alles ganz leicht! Doch bald merkt Eddie, auf welches gefährliche Spiel er sich eingelassen hat. Die Droge ermöglicht ein Leben ohne Limit – aber nicht ohne Preis…“
(Rückentext der DVD)

Ich sah ein, zwei Folgen der Serie „Limitless“ im TV, ehe ich mich dazu entschloss, sie mir auf DVD zu kaufen. Erst im Nachhinein stellte ich fest, dass die Serie auf dem Film „Ohne Limit“ aufbaut und schon sah ich mich gezwungen, mir ebenfalls den Film zu kaufen, da ich ihn noch nicht kannte.
Ich bilde mir dabei immer ein, dass man alles umfänglich kennen muss, um die Tragweite einer Geschichte zu verstehen. Ich bekomme gerade Lust auf die Serie, doch bevor ich damit beginne, schaue ich mir den Film an. Habe ich jetzt getan, meine Kritik findet ihr hier.

Die Geschichte basiert auf dem Buch „The Dark Fields“ (deutscher Titel: „Stoff“) von Alan Glynn. Alles dreht sich um Eddie Morra, ein Schriftsteller, der keinen Erfolg hat. Durch eine experimentelle Droge, die er von einem Bekannten bekommt, steigert sich die Leistungsfähigkeit seines Gehirns und er beginnt, strukturiert, konzentriert und analytisch in allen Bereichen seines Lebens zu arbeiten und zu entscheiden. Durch ebenjene Droge verändert sich alles in seinem Leben, beginnend mit ihm selbst. Die Geschichte zeigt die Verwandlung eines Mannes, der von nahezu ganz unten kommt und seinen Weg nach ganz oben findet. Die Art und Weise, wie er es macht, ist dabei erstaunlich.
Die Erzählweise ist raffiniert, denn der Zuschauer bekommt alles aus der Sicht von Eddie mit, wir sind quasi in seinem Kopf. Immer wieder spricht er auch aus dem Off zum Publikum und analysiert Situationen, erklärt Zusammenhänge und erzählt uns, in welcher Situation er sich befindet. Darüber hinaus wird nahezu der komplette Film in einer riesigen Rückblende erzählt.

Die Emotionen sind weitestgehend zurückgenommen. Es gibt nur wenige Momente, in denen die Gefühle der Grund einer Handlung sind und das passt in das Bild des Protagonisten. Er ist am Anfang noch sehr von seinem Gemütszustand abhängig, was sich im Laufe der Zeit vollkommen ändert. Rationale Entscheidungen dominieren das Geschehen und die Emotionen verlieren zwar nicht an Bedeutung, jedoch rücken sie stark in den Hintergrund.
Bradley Cooper verkörpert die Figur des Eddie Morra extrem glaubwürdig und auch die Nebendarsteller machen ihre Sache wirklich gut.
Es fällt dabei auf, dass niemand drüber gewesen ist oder aus irgendwie unverständlichen Gründen handelt. Auch die gezeigten Emotionen sind bei dieser Betrachtungsweise logisch und schlüssig. Durch die Bank eine grundsolide Leistung von allen Beteiligten.

Spannungstechnisch fährt „Ohne Limit“ auf der Überholspur. Eine gute Story, gepaart mit wirklich guten Darstellern, einer rasanten Inszenierung und einer wunderbaren Erzählstruktur sind in diesem Fall die Mischung. Die ca. 101 Minuten wirken aus diesem Grund sehr kurzweilig und auch sonst weiß der Streifen durch die Atmosphäre und den Figuren zu überzeugen.
„Ohne Limit“ fühlt sich zeitweise an wie ein Actionfilm, da es viele Ortswechsel und Schnitte gibt, die die rasante Inszenierung begünstigt. Als Zuschauer ist man stets interessiert und gefesselt, wie es weitergeht und wo es den Protagonisten hinführt.

Das Setting ist sehr vielfältig. Kulissen, Kostüme und Kameraarbeit sind abwechslungsreich und sorgen immer wieder für ein ganz besonderes Flair.
Anfänglich wird der Streifen von einem kontrastarmen Bild dominiert, in dem alles sehr grau und ohne Struktur ist. Im Mittelteil ist der Film so unglaublich bunt und sogar überbelichtet, sowohl das Bild als auch die Lebensumstände des Protagonisten sind aufgeräumt. Ein dritter Filter kommt ganz zum Schluss noch zum Einsatz.
Das Spiel mit der Kamera und den Filtern ist über aller Maßen überzeugend und bringt einfach nur Spaß.

In dem Punkt der Musik bekommt das Publikum rein unterstützende Klänge zu hören. Es sind keine richtigen Songs, keine Melodien, die sich in irgendeiner Form in den Vordergrund stellen und auch nichts, was dem Streifen in irgendeiner Form die Show stiehlt. Eine bessere Untermalung hätte dem Streifen wesentlich besser zu Gesicht gestanden, denn die Melodien, die man hört sollen zwar spannungsfördernd sein, sind es aber nur bedingt.

Meine Meinung:
„Ohne Limit“ bietet eine tolle Geschichte und mehr noch eine rasante Erzählstruktur, die mich sehr gefesselt und überzeugt hat. Auch ohne den Film gesehen zu haben, schafft er durch die Darsteller Bradley Cooper und Robert De Niro bereits ein grundsätzliche Interesse.

Die ganze Zeit über habe ich mich sehr unterhalten gefühlt, auch wenn mich der Grundgedanke hinter der ganzen Geschichte ein wenig an „Lucy“ erinnerte, der zwar drei Jahre jünger als „Ohne Limit“ ist, den ich aber zuerst sah. Thematisch läuft es eben auf den 10-Prozent-Mythos hinaus, der besagt, dass wir alle nur ca. 10 Prozent unseres Gehirns nutzen. Die restlichen 90 Prozent sind freie Kapazitäten, die ungenutzt bleiben.

Ich bin fasziniert von diesem Mythos. Auch wenn er Quatsch ist, bietet er doch genügend Möglichkeiten einer filmischen Umsetzung. „Ohne Limit“ schlägt zwar nur so halb in diese Kerbe, aber weiß sehr zu unterhalten.

Meine Wertung:
Spannung: 8,5 von 10
Story: 8,0 von 10
Länge: 8,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 7,0 von 10
Authentizität: 9,0 von 10
Setting: 8,5 von 10
Musik: 5,5 von 10
GESAMT: 7,8

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5 Gedanken zu „Ohne Limit

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