Die Frau im Mond – Erinnerung an die Liebe

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Titel: Die Frau im Mond – Erinnerung an die Liebe (franz.: „Mal de pierres“)
Genre: Drama / Romanverfilmung
Regie: Nicole Garcia
Musik: Daniel Pemberton
Produzenten: Alain Attal
Dauer: ca. 116 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Altersfreigabe: FSK 6

„Frankreich, Anfang der vierziger Jahre: Die junge Gabrielle (Marion Cotillard) träumt von der vollkommenen Liebe und löst zu einer Zeit, in der Ehen weniger aus Liebe als zur Absicherung geschlossen wurden mit ihrer früh erwachten Sexualität einen Skandal aus. In ihrem bäuerlichen Heimatort wird sie für verrückt gehalten, bis ihre Eltern sie mit dem Saisonarbeiter José (Alex Brendemühl) verheiraten, der sie zu einer achtbaren Frau machen soll. Gabrielle fühlt sich lebendig begraben. Als man sie wegen ihrer zerbrechlichen Gesundheit in ein Sanatorium in die Alpen schickt, erweckt der im Indochina-Krieg verwundete Leutnant André Sauvage (Louis Garrel) erneut das in ihr drängende Bedürfnis nach leidenschaftlicher Liebe. Nach Jahren in einer starren Vernunftsehe scheint Gabrielle ein spätes Glück vergönnt…“
(Kurzinhalt laut Presseheft)

Ich habe eine Freikarte erhalten, damit ich mir „Die Frau im Mond“ im Kino anschauen kann. Der Weg dorthin war ein steiniger. Bereits nach einer Woche ist dieser Titel in keinem Kino in meiner Nähe mehr im Programm. Auf der Suche nach einem Kino, wo dieser Streifen noch gespielt wird, habe ich herausgefunden, wie viele kleine Kinos es hier in meiner Stadt gibt. Letzten Endes wurde es ein kleines Programm-Kino mit zwei Sälen und einem „All-In-One“-Schalter am Stadtrand (Fahrzeit ca. 45 Minuten mit der U-Bahn).
Im nicht ansatzweise ausverkauften „großen“ Saal, saßen meine Herzdame und ich in diesem Film.

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Was die Handlung betrifft, bringt der Kurzinhalt es schon ziemlich auf den Punkt. Die Erzählweise der Geschichte ist überaus unaufgeregt und unspektakulär. Wie so viele Filme beginnt auch dieser Streifen irgendwo in der Zukunft und erzählt uns dann alles – mehr oder weniger – im Detail, was bis dahin passiert ist. Es gibt Filme, bei denen funktioniert das ausgesprochen gut und dann gibt es da noch diese Streifen, die selbst mit dieser Art der Darstellung niemanden hinterm Ofen hervorlocken.
„Die Frau im Mond – Erinnerung an die Liebe“ ist einer dieser Filme.
Die Story ist auch einfach nicht gut und auch wenn dieser Film auf dem Bestseller „Mal di pietre“ von Milena Agus basiert, hat er dadurch absolut noch nichts gewonnen.
Und so sind Inszenierung, Figuren und Geschichte farblos, ja sogar ermüdend und uninspiriert.

In puncto Spannung schneidet „Die Frau im Mond“ echt schlecht ab. In keiner Minute hat es mich interessiert, was aus den Figuren wird. Wie Gabrielle mit ihrem Leben und ihrer sexuellen Offenheit umgeht und was aus ihrer Ehe mit José wird. Genau so wenig wird auch nur der Ansatz an Interesse geweckt, wenn der Leutnant Sauvage mit dazu kommt. Vielmehr stellt dieser Film die Frauen als triebgesteuerte und willenlose Objekte dar, die nichts anderes können, als die Beine breit zu machen. Eine – über alle Maßen – ausgedehnte „Sexszene“ und das unvermittelte und unerklärte Zeigen (behaarter) weiblicher Geschlechtsorgane unterstreicht viel mehr, dass Nicole Garcia Frauen als Gegenstände inszenieren wollte.

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Die gezeigten Emotionen befinden sich auf einem ähnlich niedrigen Stand wie die Authentizität.
Der Untertitel „Erinnerung an die Liebe“ hat bereits mehr Gefühle als der komplette Film.
In keiner einzigen Minute bekommt man emotionstechnisch irgendetwas geboten. Die Figuren sind allesamt sehr oberflächlich. Sogar Marion Cotillard schafft es nicht, ihrer Figur einen tiefen und breiten Charakter zu verleihen. Facettenreichtum ist für den gesamten Cast scheinbar ein Fremdwort und so bleiben alle sehr hölzern, unglaubwürdig und oberflächlich.
Und selbst in diesem Rahmen nimmt man den Darstellern ihre Rolle nicht ab.

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Ich wurde am Ende aber nicht komplett enttäuscht.
Die musikalische Untermalung ist sehr gelungen. Zwar wird auch hier grundsätzlich wenig Musik verwendet, aber dafür gekonnt mit einer wunderbaren Auswahl. Die Stücke waren ausschließlich klassischer Natur, die teilweise im Hintergrund stattgefunden hat, aber auch aktiv in den Film eingebunden wurde. Ein wunderbares Stück von Tschaikowski wird dabei immer wieder in den Vordergrund gebracht.

Meine Meinung:
„Die Frau im Mond – Erinnerung an die Liebe“ hat mich daran erinnert, dass Kino auch zwei Stunden Langeweile sein kann.
Ich war froh, als der Film endlich durch war und ich aufstehen konnte. Wenn ich keine Freikarte gehabt hätte, hätte ich mir diesen Film nicht mal ansatzweise angeschaut (nicht einmal im TV, wenn wirklich nichts anderes läuft).

An alle die Interesse an diesem Film haben: Warum?
Ein Gutes hatte der Besuch im Kino: Ich kam heute Abend doch noch einmal raus und habe dabei ein Kino mit besonderem Charme entdecken können.
Ich kann leider keine Empfehlung aussprechen.

„Die Frau im Mond – Erinnerung an die Liebe“ läuft seit dem 02.03.2017 in den deutschen Kinos.

Meine Wertung:
Spannung: 1,0 von 10
Story: 1,0 von 10
Länge: 1,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 1,0 von 10
Authentizität: 1,0 von 10
Musik: 6,0 von 10
GESAMT: 1,8

3 Gedanken zu „Die Frau im Mond – Erinnerung an die Liebe

  1. Pingback: „Der Koffer“ im März 2017 – zacksmovie

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