Shoot ′em up

Shoot 'em up_CoverTitel: Shoot ′em up
Genre: Action
Regie: Michael Davis
Musik: Paul Haslinger
Produzenten: Rick Benattar / Susan Montford / Don Murphy
Dauer: ca. 83 Minuten
Erscheinungsjahr: 2007
Altersfreigabe: FSK 18

„Tauche ein in eines der spannendsten Action-Abenteuer, die jemals verfilmt wurden. Heftig, mutig und unbestreitbar lustig! Als ein Mann, nur bekannt als Smith (Clive Owen), eine schöne Prostituierte (Monica Bellucci) und ein wahnsinniger Killer (Paul Giamatti) sich ein tödliches Katz und Maus Spiel liefern, entsteht ein explosives, actiongeladenes und von permanentem Kugelhagel begleitetes Schauspiel; so heftig, dass es einen wegbläst!“
(Rückentext der DVD)

In diesem Monat habe ich „Shoot ′em up“ ganz frisch erworben und habe ihn mir dann auch bald angesehen. Ich war gespannt und hatte Vorfreude auf diesen Actionfilm. Die FSK-18-Einstufung gab mir zumindest zu verstehen, dass der Streifen nicht im Free-TV um 20:15 Uhr ausgestrahlt wird. Ein Zitat einer Kritik auf der Rückseite des DVD-Covers beschreibt den Film als „schnell, mörderisch cool und extrem witzig – sensationell!“.
Es kann losgehen.

Die ganze Story dreht sich um Smith und ein Baby, das er durch Zufall „bekommt“, da die Mutter in einem Kugelhagel stirbt. Da es aber offensichtlich die Killer, die hinter der Mutter her waren, auch auf das Kind abgesehen haben, versucht Smith es zu retten. Den Säugling männlichen Geschlechts bringt Smith zu der Prostituierten Donna, während die Killer um ihren Anführer Hertz weiterhin auf der Jagd danach sind.

Die Geschichte ist extrem einfach erzählt. Es gibt kaum Überraschungen, wenig Kniffe und keine Variabilität in der Darstellung oder Erzählstruktur. Dazu kommt, dass alles so unglaublich vorhersehbar ist und man wirklich weiß, was passieren wird. Schon nach wenigen Minuten fühlte es sich so einfallslos an, als würde der Film versuchen, alle Schwächen mit Blei zu kaschieren.
Das Interesse versucht er mit einfacher Pistolenaction, Trickschüssen, Blut und expliziten Handlungen zurück zu gewinnen. Die Schnitte waren okay und tatsächlich bekam der Streifen dadurch mehr Tempo, dennoch stand ich kurz davor, in einen Sekundenschlaf zu fallen.

Zu der Handlung lässt sich sagen, dass sie flach und ideenlos ist. Zum Ende hin versucht man die ganze Action mit einem Pseudo-Twist zu rechtfertigen, aber da hinkt und hakt es an allen Ecken und Enden. Unterhaltsam ist sie nur für eingefleischte Action-Fans mit besonders niedrigem Anspruch an Filmen.

Die Action lässt mich etwas zwiespältig werden. Auf der einen Seite waren da diese unglaublich coolen Szenen, die technisch gut gemacht waren und schön anzusehen sind. Und auf der anderen Seite sind da diese unbeschreiblich schlechten Sequenzen. Die, in denen man sieht, dass alles vor Blue- bzw. Greenscreen gedreht wurde und der Hintergrund einfach unrealistisch und schlecht bearbeitet aussieht. Schon nach circa der Hälfte des Streifens ist man als Zuschauer auch der Action überdrüssig, da einfach zu viel zu sinnlos eingesetzt ist. Immer wenn ein Loch in der Handlung entsteht, wird dieses mit Blei, Blut und Körperteilen gefüllt.

Nach 10 Minuten war ich schon etwas angeödet und dachte mir zumindest, dass der Film ja trotzdem noch witzig sein kann. Ich habe mich geirrt. Ich habe nicht einmal lachen, schmunzeln oder grinsen müssen. Ich warte tatsächlich immer noch auf den Humor oder die witzigen Passagen. Es gab schon die ein oder andere Handlung, die ich so identifiziert habe, dass sie witzig sein soll, das war sie bloß nicht. Stattdessen haben diese Szenen genervt und den – ohnehin nur schwer zu findenden – Fluss gestört.

Als Zuschauer könnte man denken, dass 83 Minuten Laufzeit nicht lange sind, aber hier fühlt es sich locker so an, als würde der Film zwei Stunden dauern. Ein Qualitätsmerkmal sieht anders aus.

Die Emotionen sind selten bis nie gut dargestellt. Emotionale Gründe zum Verhalten der Figuren werden viel zu oberflächlich behandelt. Dabei waren gute Ansätze vorhanden. Wenn man an dieser Stelle tiefer gegangen wäre, hätte es eine gute Hintergrundgeschichte ergeben können und der Zuschauer könnte sich mit den Figuren identifizieren.
Darüber hinaus sind die gezeigten Emotionen sehr künstlich und unglaubwürdig, das reißt auch ein guter Ansatz nicht mehr raus.

Den Charakteren fehlt an vielen Stellen die nötige Originalität und Glaubwürdigkeit. Sie kamen für mich selten bis nie authentisch rüber. Diese Tatsache mindert für mich den Filmspaß gewaltig. Ich habe keinem der Darsteller ihre Rolle wirklich abgenommen. Selbst bei dem Antagonisten (Paul Giamatti) kann man nicht sagen, dass dieser besonders böse gespielt ist oder fies rüberkommt.

Die Musik hatte ein paar Lichtblicke. Sie war zwar größtenteils instrumental und unterstützend, allerdings gab es auch den einen oder anderen Rocksong, der sich cool angehört hat. Leider wurden diese Akzente viel zu selten gesetzt. Die musikalische Untermalung war im Vergleich zum Rest des Streifens gut.

Shoot 'em up_DVDMeine Meinung:
Ich hatte mir mehr versprochen. „Shoot ′em up“ enttäuscht auf nahezu jeder Linie. Ich konnte mich mit keiner Figur identifizieren. Ich stand allen Figuren eher gleichgültig gegenüber. Sie waren mir egal und deswegen konnte der Streifen mich nicht abholen, weil wir keinen tragbaren gemeinsamen Nenner gefunden haben.

Ich kann diesen Film nicht empfehlen, eher noch muss ich davon abraten, sich diesen Streifen anzuschauen. Jedes Kinderbuch hat mehr Tiefgang, Spannung und Handlung als dieser überaus schlechte Film.
Ich will mein Geld zurück!

Meine Wertung:
Spannung: 3,0 von 10
Story: 2,0 von 10
Action: 4,5 von 10
Humor: 0,0 von 10
Länge: 4,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,0 von 10
Authentizität: 2,0 von 10
Musik: 7,5 von 10
GESAMT: 3,5

Ein Gedanke zu „Shoot ′em up

  1. Pingback: Valerian – Die Stadt der tausend Planeten | zacksmovie

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