Lucy

IMG_1888Titel: Lucy (franz. „Lucy“)
Genre: Action / Science-Fiction
Regie: Luc Besson
Musik: Eric Serra
Produzenten: Virginie Silla
Dauer: ca. 86 Minuten
Erscheinungsjahr: 2014
Altersfreigabe: FSK 16

„Währen eines Party-Urlaubs in Taipeh gerät US-Studentin Lucy (Scarlett Johansson) in die Fänge des mysteriösen Mr. Chang. Für ihn soll sie eine neuartige Droge nach Europa schmuggeln, die ihr gewaltsam in den Bauch implantiert wird. Als sie sich wehrt, gelangt die gefährliche Substanz in ihren Blutkreislauf und Lucy entwickelt übermenschliche Fähigkeiten. Mit Hilfe des renommierten Hirnforschers Professor Samuel Norman (Morgan Freeman) versucht sie herauszufinden, was mit ihr passiert. Unerbittlich von der Drogenmafia gejagt, mutiert Lucy zu einer Kämpferin jenseits menschlicher Vorstellungskraft.“
(Rückentext der DVD)

„Lucy“ war ein Geschenk meiner Freundin zu meinem Geburtstag. Sie dachte sich, dass mir der Film gefallen könne, obwohl es immer schwierig ist, mir DVDs zu schenken, da ich bereits eine beträchtliche Sammlung habe. „Lucy“ hatte ich aber tatsächlich noch nicht.

Die Handlung ist doch verzwickter als sie auf dem Rückentext dargestellt wird. Es dreht sich alles um den 10%-Mythos, der besagt, dass die Menschen nur rund 10% ihres Gehirns oder ihrer geistigen Fähigkeiten nutzen. Mit der Substanz in Lucys Blutkreislauf wird die Nutzung gesteigert, aber in welchem Maß?
Es werden einige Theorien aufgegriffen und wissenschaftlich verarbeitet, auch wenn man diesen Mythos tatsächlich schon längst widerlegt hat.
Die Umsetzung ist überzeugend und unterhaltsam, die Erzählweise ist temporeich und der Film ist von vielen Schnitten und ebenso vielen imposanten Bildern geprägt. Die Geschichte kann man durchaus kontrovers betrachten, da der 10%-Mythos naturgemäß einige Befürworter und Gegner hat. Der Zuschauer bleibt die ganze Zeit über bei Lucy, die in diesem Film der Hauptprotagonist ist, wir erfahren also die Handlung aus erster Hand.

Da es die ganze Zeit um Lucy und die Substanz in ihrem Körper geht, das Publikum aber nicht abschätzen kann, in wie weit sie sich verändern wird, ist das Interesse des Zuschauers dementsprechend hoch. „Lucy“ hält durch die eine oder andere Wendung einige Überraschungen bereit. Die wissenschaftliche Aufarbeitung des „10%-Mythos“ trägt sein Übriges zur Spannung bei.

Insgesamt hat der Film viel zu bieten und in dem Bereich der Action kommt da ein abwechslungsreicher Mix aus klassischen Schießereien, Verfolgungsjagden und passend eingesetzter Science-Fiction-Effekte.

Gefühlstechnisch kommt aber leider nicht viel rüber. So ziemlich jede Figur ist kalt und „berechnend“. Da gibt es nicht einmal eine Ausnahme. Lucys Aktionen sind pragmatisch, ihre Reaktionen dabei nie von ihren Gefühlen beeinflusst.
Auch die Figur des Professor Samuel Norman, gespielt von Morgan Freeman, ist keineswegs gefühlsbetont. Vor dem Hintergrund, dass er ein Professor ist, wirkt er dabei aber noch authentischer.

Und im Punkt der Authentizität ist Morgan Freeman der glaubwürdigste Darsteller. Direkt gefolgt von Scarlett Johansson, die durch die Substanz in ihrem Körper eine sowohl innerliche, als auch – teilweise – äußerliche Verwandlung vollzieht. Der Rest ist nur trauriger Mittelmaß, niemand der positiv oder negativ hervorsticht, blass eben.

Die Musik war im Film ausschließlich unterstützender Natur, die auch weitestgehend gepasst und die Szenen gut unterstrichen hat. Ich hätte mir aber doch den einen oder anderen richtigen Song gewünscht. Im Abspann gibt es dann doch noch zwei weitere Songs, mit düsterer Atmosphäre, die auch sehr gut in den Film gepasst hätten, aber wer schaut bzw. hört sich das an, was im Abspann so vor sich geht?

Meine Meinung:
Was bleibt mir also über „Lucy“ zu sagen?
Auf der Pro-Seite steht ein hohes Maß an Spannung und eine tolle Erzählweise mit einer wissenschaftlichen Betrachtung des 10%-Mythos.
Auf der Contra-Seite stehen wenige bzw. keine Emotionen, viel – fast schon zu viel – Action, was den Film unausgewogen erscheinen lässt und wenig originelle Charaktere, mit Ausnahme von zwei Figuren.

Auch die Story war nicht sonderlich innovativ, dafür aber sehr toll und außergewöhnlich umgesetzt. Die Musik war solide, der ein oder andere richtige Song hätte aber auch gut ins Setting gepasst.

Ein Punkt, den ich bisher noch nicht berücksichtigt habe sind die Bilder, die das Publikum sporadisch zu sehen bekommt. Wissenschaftliche und historische Bilder von monumentalem Ausmaß, die nur dieses eine Gefühl hinterlassen. Wow. Aber ist das das Zünglein an der Waage? Mich hat es zumindest beeindruckt.

Wer also einen Action-Science-Fiction-Film sehen möchte, der ist mit „Lucy“ gut beraten, auch wenn er etwas mehr bekommt als bloße Action und reine Science-Fiction. Eine kleine Überraschung, die da meiner Freundin gelungen ist.

Meine Wertung:
Spannung: 8,5 von 10
Action: 8,0 von 10
Story: 7,0 von 10
Länge: 8,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 6,0 von 10
Authentizität: 6,5 von 10
Musik: 6,5 von 10
GESAMT: 7,2

Ein Gedanke zu „Lucy

  1. Pingback: Ohne Limit – zacksmovie

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