Serenity – Flucht in neue Welten

IMG_9143Titel: Serenity – Flucht in neue Welten (engl. „Serenity“)
Genre: Science-Fiction
Regie: Joss Whedon
Musik: David Newman
Produzenten: Barry Mendel
Dauer: ca. 114 Minuten
Erscheinungsjahr: 2005
Altersfreigabe: FSK 16

„Vor Jahren kämpfte Captain Malcolm Reynolds im Galaktischen Bürgerkrieg gegen die Allianz – und verlor. Mittlerweile lebt er mit der kleinen, bunt zusammengewürfelten Crew seines Raumschiffes Serenity am Rande des Universums. Als Malcolm zwei Passagiere an Bord nimmt – einen jungen Arzt und seine telepathische Schwester – handelt er sich riesige Probleme ein: Die allmächtige Allianz will das Geschwisterpaar in ihre Gewalt bringen. Doch nicht nur ein unaufhaltbarer Militärapparat und die grauenhaften kannibalischen Reavers bedrohen die Serenity, sondern auch eine Gefahr, die im Raumschiff selbst lauert.“
(Rückentext der DVD)

Wer kennt es nicht: Ein Film zur Serie – oder umgekehrt. „Das Schweigen der Lämmer“ hat jetzt die Serie „Hannibal“, „Die Simpsons“ haben auch ihren eigenen Film; ebenso wie „Firefly“. Ja, richtig gelesen: „Firefly“ ist die Serie, die durch den Film „Serenity“ komplettiert wird, da diese ja leider schon nach einer Staffel abgesetzt wurde.
Natürlich habe ich mir vorweg die Serie angeschaut. Ich habe dafür nur knapp 4 Monate gebraucht, denn um ehrlich zu sein, wurde ich nicht gänzlich umgehauen, aber zumindest unterhalten. Ich habe mir also einen Film zu einer Serie angeschaut, die allerhöchstens Mittelmaß ist und ich bin mit keinen Erwartungen an diesen Film gegangen.

Die Geschichte spielt knapp 2 Monate nach der Serie und storytechnisch kommt da wesentlich mehr bei rum. Das liegt wohl auch daran, dass die „Vorgeschichte“ verständlicher und sinnvoller wiedergegeben wird, als es in „Firefly“ der Fall war. Im Gegensatz zu anderen Streifen, baut dieser zwar auf einer Serie auf, ist aber nicht so vorhersehbar wie so mancher Blockbuster. Die Erzählweise ist weitestgehend unspektakulär, sodass Wendungen einen eiskalt erwischen.

Auf der Spannungsebene spielt der Film in einer ganz anderen Liga als die Serie. Das, was sie in 14 Episoden nicht geschafft hat, hat der Film in den ersten 20 Minuten schon acht Mal bewirkt: nämlich mich sehr stark animiert, am Ball zu bleiben. Von vorneherein ist man im Geschehen, und das liegt einfach auch daran, dass die ganze Einleitung, der Anfang des Films, so gestaltet und erzählt wird, dass erst keine Verwirrung aufkommt. Nachteil ist dabei, dass man die Charaktere nicht sonderlich ausführlich vorgestellt bekommt. Es macht also schon Sinn, sich „Firefly“ vorher anzusehen. Dennoch sei gesagt, dass „Serenity“ irgendwie rasant und aufregend ist. Eine Art von Actiongefühl wird dabei produziert, auch wenn der Streifen definitiv kein Actionfilm ist. Das Interesse des Publikums wird ständig gefördert, indem es die Crew um Malcolm Reynolds immer wieder in neuen, aufregenden und gefährlichen Situationen sieht.

So ziemlich alle Charaktere sind originell und auch die Geschichte oder die Idee hinter der Serie bzw. dem Film sind einzigartig. Die Serie empfand ich insofern schwierig, als dass sich nicht ganz klar ein „roter Faden“, der sich durch die Story zieht, zu erkennen gibt. Die filmische Fortsetzung konnte diese Schwäche besser ausmerzen und wirkte deswegen wesentlich abgerundeter und ausgewogener.

Auch wenn ich die Charaktere mit all ihren Stärken und Schwächen in der Serie kennenlernen durfte, habe ich mich dennoch so gefühlt, als ob sie mir vollkommen fremd wären, aber gleichzeitig auch nicht. Zu vergleichen ist das Gefühl mit dem Wiedersehen eines alten Freundes. Man hat sich lange nicht gesehen und trotzdem fühlt es sich sofort so an, als wäre das letzte Treffen erst gestern gewesen. Man weiß, dass sich einiges getan und verändert hat, aber dennoch ist man sich irgendwie vertraut.
Diese Tatsache hat dem Gesamtbild „Firefly + Serenity“ unglaublich gut getan, denn ich hatte teilweise das Gefühl, noch mal wesentlich mehr von den Charakteren durch den Film zu erfahren, als das, was mir die Serie bis dahin bieten konnte. Mit dem Streifen wird also ein erheblicher Mehrwert erzeugt, der die Story komplettiert und die Charaktere noch einmal in einem veränderten Licht dastehen lässt. Eine positive Steigerung der Authentizität ist bei jedem Darsteller eindeutig zu vernehmen.

Die Emotionen schienen mir in „Firefly“ wesentlich präsenter zu sein, was mich ehrlich gesagt auch nicht verwundert, denn die Serie hatte wesentlich mehr Zeit, um viele Extreme zu zeigen. „Serenity“ hat dagegen nicht allzu viel Zeit und musste trotzdem alles zeigen.
Der Film punktet zwar nicht allzu sehr durch diesen Umstand, aber es macht ihn ansehnlicher und interessanter, da viel „Unnötiges“ einfach wegfällt und das, was am Ende übrig bleibt, ist hochkonzentriert und wertvoll. Im Vergleich kann man sagen, dass der Film stark reduzierte Emotionen zeigt, aber das wäre nur der Vergleich zwischen Film und Serie. Wenn man „Serenity“ mit anderen Filmen vergleicht, dann sieht es da auch wieder ganz anders aus.

Die Filmmusik war seltsamerweise sehr passend. Ein Mix aus Western und science-fictionartigen instrumentalen Stücken. Eine sehr originelle Mischung, die absolut unterhaltsam, ungewöhnlich und innovativ zu gleich ist.
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Meine Meinung:
Die Serie „Firefly“ hat mir, auch wenn sie hier nicht allzu gut wegkommt, recht gut gefallen. Ich fühlte mich unterhalten, doch der Nachteil war, dass sie, trotz der geringen Anzahl an Episoden, verdammt langatmig ist. „Serenity“ bekommt das wesentlich besser hin. Von Anfang an wurde ich gepackt und mein Interesse wuchs mit jeder Minute. Der Unterhaltungsfaktor war bei mir sehr groß und durch die Serie war mir ja nicht alles vollkommen fremd.

Ein ganz klarer weiterer Vorteil ist, dass der Streifen so viel Spannung in sich trägt und ich so das Gefühl hatte, kurz nach dem Anmachen war der Film schon wieder vorbei. Er fühlte sich nicht wie 114 Minuten an und das spricht definitiv für „Serenity“.

Zu guter Letzt hat mir die Filmmusik sehr gut gefallen, da man diese Art der Musik nicht mal in großen Science-Fiction-Produktionen zu hören bekommt und Joss Whedon in diesem Punkt ziemlich viel Mut und Erfindergeist zeigt. Daumen nach oben.

Insgesamt ist die Geschichte ja auch eher so Western mit Science-Fiction-Elementen gemischt und dadurch komplett neu und einzigartig. „Serenity“ wird man aber wohl nur verstehen, wenn man „Firefly“ gesehen hat und das ist ein großer Nachteil an dem Ganzen. Darüber hinaus sei gesagt, dass man die Serie nicht unbedingt mögen wird, wenn man nicht gerade ein Fan von solchen Szenarien ist. In Kombination haben mir aber beide Dinge gefallen, die Serie aber wesentlich weniger als der Film.

Meine Wertung:
Spannung: 8 von 10
Story: 7,5 von 10
Länge: 8,5 von 10
Gefühl/Emotionen: 7,5 von 10
Authentizität: 8 von 10
Musik: 8 von 10
GESAMT: 7,9

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