[Gastrezension] Der Glöckner von Notre Dame

IMG_4884Titel: Der Glöckner von Notre Dame (engl. „The Hunchback of Notre Dame“)
Genre: Zeichentrickfilm
Regie: Gary Trousdale / Kirk Wise
Musik: Alan Menken
Produzenten: Roy Conli / Don Hahn
Dauer: ca. 87 Minuten
Erscheinungsjahr: 1996
Altersfreigabe: FSK 6

„Wie jedes Jahr beobachtet der Glöckner Quasimodo sehnsüchtig aus seinem Glockenturm hoch über den Dächern von Paris das Fest der Narren – die fröhlichste Party der Stadt. Nur zu gerne würde er wenigstens einmal an diesem bunten Treiben teilhaben, wenn es sein strenger Herr nicht ausdrücklich verboten hätte. Als ihn aber seine lustigen Freunde dazu ermutigen, wagt sich Quasimodo ins Getümmel und erlebt eine Welt von der er bislang ausgeschlossen war. Dort jedoch begegnet ihm nur die schöne, temperamentvolle Esmeralda mit Toleranz und Freundschaft. Doch sie wird fälschlicherweise selbst als Diebin beschuldigt und verfolgt. Als Quasimodo sie beschützen möchte, geraten beide in ein aufregendes Abenteuer voller Spaß und Überraschungen…“
(Rückentext der DVD)

Quasimodo beweist, dass wahre Schönheit von innen kommt.

Nach der Vorlage des Romans von Victor Hugo schaffte Disney einen Film, der für jung und alt geeignet und interessant ist.
Wie immer sieht man im Erwachsenenalter Hintergründe, die man als Kind noch nicht versteht. Es geht um die Ausgrenzung von Minderheiten, sein es andersartige Menschen wie Quasimodo oder ganze Bevölkerungsgruppen wie die Zigeuner, um die Grausamkeiten, die mit der Ausgrenzung einher gehen und um verbotene Begierde.

Schon der Anfang zeigt einen Ausblick auf den gesamten Film. Eine Zigeuner-Familie sucht Asyl in Notre Dame und wird dabei von dem grausamen Richter Frollo abgefangen. Auf der Flucht stirbt die Frau und hinterlässt ihren Säugling, den Frollo aus Angst vor der Kirche aufnimmt. Das Kind ist jedoch entstellt und wird deswegen in den Glockenturm gebracht.
Quasimodo wird der Glöckner der Kathedrale und vermeidet es, in die Stadt zu gehen, bis er sich heimlich zum Fest der Narren stiehlt.

Wie immer sind die Figuren und Schauplätze liebevoll und detailreich gezeichnet. Es gibt so viel zu entdecken und zu sehen. Eine besondere Beziehung bekommt der Zuschauer zu dem Glöckner, der äußerlich zwar ganz sicher keinen gängigen Schönheitsidealen entspricht, aber mit seiner kindlichen Naivität und Hilfsbereitschaft ein herzensguter Mensch ist.

Die Atmosphäre ist ebenso abwechslungsreich wie die Figuren und unterstreicht die jeweiligen Szenen gekonnt. Mal befindet man sich auf dem farbenfrohen Fest der Narren und mal in der düsteren Kathedrale.

Ebenso ist die Musik passend. Es gibt die orchestralen, klanggewaltigen Lieder der Kirche und die fröhlichen, verrückten der Narren. Dazu kommen die emotionalen Lieder von Quasimodo, der so unglücklich ist.
Die Lieder sind alle schön und passen perfekt in den Film. Vor allem durch wiederkehrende Motive entsteht eine durchgängige musikalische Bindung zwischen Soundtrack und Bild.
Wie immer lebt der Film von den Liedern, die die gesprochenen Szenen vertiefen und weitertragen.

Der Film hat durch den Richter und seine Entscheidungen eine Grausamkeit, die wohl nur wenige Filme von Disneys Meisterwerke-Reihe hat.
Aufgelockert wird das jedoch an wenigen Stellen von den drei Wasserspeiern, Quasimodos beste Freunde, die immer für einen Lacher gut sind. Ebenso wie Esmeraldas Ziege. Den Humor bringen hier also nicht die Menschen rein, sondern all die anderen Wesen, denen man begegnet.

Meine Meinung:
„Der Glöckner von Notre Dame“ ist ein Film, den ich als Kind ganz anders gesehen habe. In meiner Erinnerung blieben vor allem die farbenfrohen Szenen. Beim Gucken als Erwachsene ist mir die Härte und Erbarmungslosigkeit des Richters viel präsenter.
Trotzdem bietet er mit Quasimodo eine Figur, die ans Herz geht und mit Esmeralda eine schöne Frau, die allen Männern den Kopf verdreht und auch den Zuschauer in den Bann zieht.
Die Lieder machen Spaß und die Bilder auch.
Für mich ist es definitiv ein Film, den man sich immer wieder ansehen kann.

Meine Wertung:
Spannung: 7,0 von 10
Zeichentrick: 9,0 von 10
Humor: 5,5 von 10
Story: 7,5 von 10
Länge: 8,5 von 10
Musik: 8,5 von 10
GESAMT: 7,7

Autor: buecherherz

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