Margos Spuren

Quelle: dtv

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Titel: Margos Spuren (engl. „Paper Towns“)
Genre: Roadmovie / Komödie / Drama
Regie: Jack Schreier
Musik: John Debeny / Son Lux
Produzenten: Marty Bowen / Wyck Godfrey
Dauer: ca. 109 Minuten
Erscheinungsjahr: 2015
Altersfreigabe: FSK 6

„Schon als kleiner Junge war Quentin in die schöne, wilde Margo verliebt, und schon damals war sie ihm ein Rätsel: Niemand konnte so mutig und entschlossen sein wie sie – niemand wirkte urplötzlich so unnahbar. Und so ist es geblieben. Der schüchterne Quentin kann die beliebte, von Gerüchten umrankte Margo nur aus der Ferne bewundern. Bis sie plötzlich vor seinem Fenster steht und ihn um Hilfe bittet: Für eine Nacht wirft Quentin alle Ängste über Bord und wird Teil des Margo-Universums. Doch am nächsten Tag ist Margo verschwunden. Um sie wiederzufinden, muss Quentin sein Leben auf den Kopf stellen und jeder noch so geheimnisvollen Spur folgen, die sie hinterlassen hat. Es sind Spuren, die ihn zu einem fremden Leben führen, das so ganz anders ist, als er sich je erträumt hat.“
(Inhaltsangabe im Buch)

„Margos Spuren“ im Kino zu sehen, war für mich so etwas wie eine Herzensangelegenheit.
Ich habe zwar das Buch nicht gekauft und gelesen als es herauskam, aber dann direkt vor dem Kinostart.
Alles fing damit an, dass ich damals „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green gelesen habe. Irgendwann wurde das Buch auch verfilm und obwohl ich auch schon den Film im Kino sehen wollte, kam ich nicht dazu. Ich bekam ihn dann auf DVD geschenkt, habe ihn aber leider noch immer nicht gesehen. Als ich die Vorschau von „Margos Spuren“ im Kino sah, war für mich klar, dass ich zumindest diesen Streifen auf der großen Leinwand sehen werde. Gesagt, getan. Und statt des Rückentextes der DVD steht weiter oben die Inhaltsangabe aus dem Buch. Für alle, die sich auch für das Buch interessieren, eine Rezension zum Buch gibt es bei buecherherz.
Ich muss ja sagen, dass ich das Buch schon sehr toll fand und umso interessierter war ich an dem Film. Ich wollte wissen, wie die ganzen Figuren, die ganzen Wortwitze und ganz allgemein die Situationen umgesetzt wurden.

Die Geschichte beginnt, als Margo und Quentin noch Kinder waren und ihr erstes kleines Abenteuer gemeinsam erleben durften. Seitdem haben die beiden keine Abenteuer mehr erlebt, bis zu dieser einen Nacht, in der Margo Quentin wieder mitnimmt auf eine Reise in ihre Welt.

Die Erzählweise und die Geschichte verlaufen weitestgehend chronologisch.
Quentin spricht ständig aus dem Off zu uns und erklärt seine Sicht der Dinge und erläutert, was in ihm vorgeht. Der Erzähler-Quentin ist aber nicht zu präsent, er lässt auch den Figuren genug Luft zum Entwickeln.
Die komplette Zeit über wird das Ziel „Margo“ aber nicht aus den Augen verloren.
Das Motiv von Quentin ist dabei ganz klar ein Zugehörigkeitsgefühl gegenüber diesem besonderen Mädchen und das, obwohl die beiden seit so langer Zeit nichts mehr verbindet.

Wenn es um Unterhaltung geht, ist das schon ziemlich viel: Ein Junge sucht seine Freundin und wird dabei von seinen Freunden begleitet. Zusammen erleben sie eine Reise, die sie nie erlebt hätten, wenn sich Quentin es nicht zur Aufgabe gemacht hätte, Margo zu suchen und zu finden. Dabei lernen sich nicht nur die Suchenden, sondern Quentin lernt auch seine Angebetete kennen.

Spannungstechnisch ist da viel Abwechslung drin, vor allem die Tatsache, dass eine Person einfach verschwunden ist und sich jemand anderes auf den Weg macht, um sie zu suchen, ist ihr erstaunlich zuträglich. Das Publikum leidet definitiv nicht an Langeweile und wenn es doch mal etwas gibt, das das Tempo herausnimmt, dann wird die Situation mit etwas Erfrischendem aufgelockert.

Der Humor wird von jugendlichen Neckereien und Situationskomik dominiert. Hier muss ich mich leider einmal auf das Buch beziehen und ganz klar sagen, dass Wortwitze und Situationen anders dargestellt wurden, als die filmische Umsetzung es letzten Endes preisgab. Ich hatte teilweise das Gefühl, dass der Film es nicht so wiedergeben konnte, wie das Buch gewisse Situationen beschrieben hat. Dennoch bringt „Margos Spuren“ auf der humoristischen Ebene einige Lacher zum Vorschein.

Wie so oft gehen die Emotionen mit der Authentizität Hand in Hand einher, so auch in diesem Streifen. Auch wenn Jake Schreier die Figuren nicht ganz so toll wie John Green im Buch inszenieren konnte, sind die meisten aber dennoch originell dargestellt. Der Film heißt zwar „Margos Spuren“, er hätte aber auch genau so gut „Quentins Reise“ oder „Radars Unterstützung“ heißen können.

Obwohl sich „Margos Spuren“ die ganze Zeit um Margo dreht, hat sie extrem wenig Zeit im Film.
Der Zuschauer lernt dafür aber Quentin und seine Gefühle ganz gut kennen. Hinter der ganzen Geschichte verbirgt sich eine eindeutige Liebesgeschichte, die ein bisschen Würze ins Spiel (oder besser gesagt in den Film) bringt. Wie im echten Leben zeigt „Margos Spuren“, dass eine Liebesgeschichte nicht immer nur mit positiven Gefühlen auskommt, sondern dass da auch viel Herzschmerz und Enttäuschung sein können.

Die Rolle des Quentin (gespielt von Nat Wolff) hat mir besonders gut gefallen. Margo (gespielt von Cara Delevingne) hingegen war absolut fehlbesetzt und gefiel mir ganz und gar nicht. Die anderen Rollen sind in allem eher zurückhaltend, denn der Fokus liegt ganz klar auf Quentin und Margo. Um noch einmal auf das Buch zurück zu kommen: In der literarischen Fassung konnte sich der Leser ein wesentlich umfangreicheres Bild von allen – insbesondere von Quentins Freunden – machen. Ich möchte damit keinesfalls sagen, dass der Film auf dieser Ebene gegenüber dem Buch abstinkt, aber unterm Strich zeigt der Film nicht ganz so viel, wie ich es mir gewünscht hätte.
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Die Filmmusik von „Margos Spuren“ war sehr vielseitig und unterhaltsam. Mir hat besonders gut der Mix aus gesungenen Stücken und „einfacher Hintergrundmusik“ gefallen. Die gesungenen Stücke waren genreübergreifend, wohingegen die komponierten Stücke eher klassischer Natur waren. Alles in allem bekommt der Zuschauer auf der musikalischen Ebene mindestens genau so viel geboten wie auf der visuellen Ebene. Hat mir sehr gut gefallen.

Meine Meinung:
Ich hatte damals wirklich viel Spaß an dem Buch von John Green und empfand die Charaktere im Roman als sehr herzlich und vielschichtig. Dass das leider nicht eins zu eins in einem Film umgesetzt werden kann, liegt in der Natur der Sache. Mein Problem ist, dass ich das Buch gelesen habe und immer wieder verglichen habe, was genau von der Geschichte verändert wurde, damit der Roman ins Kino passt.

Auf vielen Ebenen der Unterhaltung konnte „Margos Spuren“ gut überzeugen, wie zum Beispiel in der Erzählweise und bei der Filmmusik, aber auch in dem Punkt Spannung wusste der Streifen gut zu unterhalten.
Der Humor war leider gegenüber seiner Vorlage nicht ganz so präsent. Im Film wurde mehr auf die Suche Wert gelegt, wohingegen im Buch auch das Zwischenmenschliche intensiver behandelt wurde.

Die Länge war mit ca. 109 Minuten auch absolut angenehm (auch wenn mich meine Blase im Kino umgebracht hat).

Als abschließendes Resümee muss ich sagen, dass es nicht unbedingt eine gute Idee gewesen ist, das Buch vor dem Film gelesen zu haben, da ich viel zu sehr auf Parallelen geachtet habe. Andererseits, wenn man sich vornimmt, das Buch zu lesen, kann der Film einem die eigene Vorstellung der Figuren versauen.

Meine Wertung:
Humor: 7,0 von 10
Spannung: 8,5 von 10
Länge: 8,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 7,0 von 10
Authentizität: 7,0 von 10
Musik: 9,0 von 10
GESAMT: 7,8

2 Gedanken zu „Margos Spuren

  1. Pingback: John Green – Margos Spuren | Buecherherz

  2. Pingback: Ich lese jetzt „Mirror, Mirror“ von Cara Delevingne | Buecherherz

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