Colombiana

IMG_5020Titel: Colombiana
Genre: Action / Thriller
Regie: Olivier Megaton
Musik: Nathaniel Méchaly
Produzenten: Luc Besson / Robert Mark Kamen
Dauer: ca. 104 Minuten
Erscheinungsjahr: 2011
Altersfreigabe: FSK 16

„Cataleya (Zoë Saldana) ist erst neun Jahre alt, als sie die Ermordung ihrer Eltern durch den brutalen kolumbianischen Mafiaboss Don Luis mit ansehen muss. Sie selbst entgeht dem Anschlag nur knapp und es gelingt ihr, zu ihrem Onkel nach Chicago zu fliehen. Getrieben von dem Wunsch nach Rache und fest entschlossen, den Mörder ihrer Eltern aufzuspüren, lässt sie sich zur Profi-Killerin ausbilden. Doch Don Luis genießt inzwischen den Schutz der CIA. Bei dem Versuch, ihren Erzfeind aus der Reserve zu locken, gerät auch Cataleya immer mehr ins Fadenkreuz des FBI…“
(Rückentext der DVD)

Ich habe „Colombiana“ das erste Mal vor zwei Jahren im Pay-TV gesehen und wusste damals schon, dass ich diesen Film sehr gerne auf DVD besitzen möchte. Gesagt, getan.

Die Geschichte von „Colombiana“ wird chronologisch, ohne besondere Kniffe und sehr aufregend erzählt. Schon von der ersten Szene an wirkt alles illegal und das Publikum findet sich rasch schon mitten im Geschehen. So wenig die Erzählweise hergeben konnte, genau so wenig gibt auch der Inhalt her. Mit anderen Worten: Die Story ist flach, und kann mit sehr wenigen Worten wiedergegeben werden. Vorteil ist, wenn man richtig müde ist und bei dem Film einschlafen sollte – was ich mir nur schwer vorstellen kann – dann macht es überhaupt nichts, denn egal, an welcher Stelle man aufwacht, man hat quasi nichts verpasst.
Der Film schafft es aber, großes Interesse zu erzeugen. Trotz vorhersehbarer Geschichte bleibt er irgendwie spannend. Für den intellektuellen Zuschauer mag der Streifen zwar nicht besonders wertvoll sein, aber er schafft es dennoch mit viel Blei, erbarmungslosen Hinrichtungen und einem übergeordnetem Ziel, die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zu ziehen. Solche Filme haben es nicht so schwer, Spannung zu erzeugen, die Kunst liegt eher darin, sie immer noch einmal mehr steigern zu können und alles in einem Showdown aufzulösen. Das hat im Fall von „Colombiana“ wunderbar funktioniert.

Die Action war alles andere als ausgewogen. Von der ersten Minute an wurde geschossen, geschlagen, gejagt, gekämpft oder etwas zerstört. Damit hat der Film es zwar geschafft, die nicht vorhandene Tiefe zu kaschieren, aber dadurch hat der Streifen leider nichts Wertvolles gewonnen. Ich als Zuschauer musste mich nicht durch die Action quälen, ein bisschen weniger hätte aber auch nicht geschadet.

Wie der Rückentext der DVD schon widerspiegelt, hat Cataleya ein gutes und vor allem emotionales Motiv für ihr Dasein als Profi-Killerin. Dieser emotionale Hintergrund wird am Anfang des Filmes untermauert. Später werden nur wenige emotionale Momente gezeigt, aber dennoch wissen wir mit welchem Hass sie erfüllt ist. Der Film verhält sich so, wie das Wecken eines schlafenden Riesen, der zwar friedlich aussieht, aber wenn er wach ist, wird er explodieren. Der Streifen wird also durch eher negative Gefühle dominiert.

Die Kulissen und die Charaktere passen sehr gut zusammen. Nicht nur, dass alles sehr illegal wirkt, auch die Charaktere strahlen teilweise eine verboten-schmierige Art aus. Man merkt sofort, dass man sich besser nicht mit denen einlassen sollte. Der Mafiaboss Don Luis stellt sich dar als der King im Ring und ist selbst eigentlich nur ein kleines Würstchen, das nur deswegen noch nicht tot ist, weil es a) Geld, b) die richtigen Beziehungen und c) eine kleine Privatarmee hat. Trotz der überschüssigen Action, die hin und wieder durch ein paar „ruhigere“ Szenen unterbrochen wird, schafft es Zoë Saldana, ihrer Figur Cataleya ein gutes Profil mit einer guten Tiefe zu verleihen. Ich hatte auch nie das Gefühl, dass irgendetwas „zu viel“ ist, außer der Action.

Die Filmmusik war leicht verwirrend. Zum Anfang hatte ich das Gefühl, dass ich in einem Spionagefilm sitzen würde, denn die Musik hat es mir quasi suggeriert. Irgendein Agent liegt auf der Lauer und beobachtet ein Verbrechen. Mit zunehmender Dauer hat sich auch die Intensität und Art der Musik geändert, was dazu führte, dass der Film stimmiger wurde. In der Schlussszene wird dann noch einmal ein wirklich großartiger Song rausgeholt, der sehr gut zu diesem einen Moment passt, nämlich „Hurt“ von Johnny Cash.

Meine Meinung:
Trotz einer flachen Geschichte hat mich „Colombiana“ gut unterhalten. Wie ich bereits beschrieben habe, ist dieser Film sehr actionlastig und versucht dadurch seine nötige Tiefe zu verbergen. Es gibt genügend Beispiele, Action gut dosiert zu platzieren und das tatsächliche Augenmerk auf die Story zu legen. Das wäre auch bei diesem Film möglich gewesen, denn das Potential ist vorhanden.

Ich empfand den Film als so spannend, dass ein – wie beschriebenes – Einschlafen nicht möglich wäre. In dem Punkt hat „Colombiana“ vieles richtig gemacht, indem die Spannung hoch gehalten und immer wieder getoppt wurde.
Was mir besonders gut gefallen hat, war die Atmosphäre des Filmes. Durch gute Schauspieler und eine sehr gute Kulisse wurde eine tolle Atmosphäre erstellt, die nur so vor krimineller Energie sprühte.

Die Musik war am Anfang verwirrend, aber mit zunehmender Dauer immer passender. Der Hammer kam am Ende mit Johnny Cash´s „Hurt“.

Meine Wertung:
Spannung: 8,0 von 10
Story: 6,0 von 10
Länge: 7,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 8,0 von 10
Authentizität: 8,0 von 10
Musik: 7,5 von 10
Action: 8,0 von 10
GESAMT: 7,5

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