Never Die Alone

IMG_1283Titel: Never Die Alone
Genre: Thriller
Regie: Ernest R. Dickerson
Musik: George Duke
Produzenten: Alessandro Camon / DMX
Dauer: ca. 85 Minuten
Erscheinungsjahr: 2004
Altersfreigabe: FSK 16

„Als der abgebrühte und durchgestylte Kriminelle King David (DMX) in seine Heimatstadt zurückkehrt, wird er kaltblütig ermordet. Seine letzten Sekunden verbringt er mit dem Journalisten Paul (David Arquette), den er wenige Augenblicke zuvor kennen lernte und dem er nun ein Tagebuch in Form von Audiokassetten hinterlässt.“
(Rückentext der DVD)

Eine Geschichte, an dessen Anfang das Ende steht, im wahrsten Sinne des Wortes.
Nach der gelungen Geldübergabe an seinen ehemaligen „Geschäftspartner“ Moon, wird King David hinterrücks von dessen Handlangern ermordet. In seinen letzten Atemzügen kann er dem Journalisten Paul, den er gerade erst kennengelernt hatte, all seine Habseeligkeiten hinterlassen. Unter diesen befinden sich Audiokassetten, die sein komplettes Leben wiedergeben.
Paul hört sie sich an und erfährt die schmutzigsten Details aus King Davids Leben. Es geht um Drogen, Frauen und kriminelle Geschäfte.

„Never Die Alone“ ist kein Film für schwache Gemüter, denn er wird geprägt von seiner aggressiven Atmosphäre, seiner derben Wortwahl und der Skrupellosigkeit eines einzigen Charakters. Im Prinzip kommt wenig bis keine Spannung auf, da die Erzählweise sehr außergewöhnlich ist. Wir erfahren alles von den Audiokassetten eines Toten, alles was er getan und erlebt hat. Doch bevor wir all sein Handeln kennenlernen, dürfen wir ihm beim Sterben zusehen. Die Tatsache an sich nimmt sehr viel Spannung aus der ganzen Story.

Die Geschichte ist, trotz der Erzählweise, nicht verwirrend, sondern fesselnd. Sie ist zwar nicht tiefgründig, aber unterhält den Zuschauer ungemein. Das Gangster-Feeling, was durch die Atmosphäre transportiert wird, passt nicht immer in die Story. So steht beispielsweise eine bedrückende Stimmung gegensätzlich zu einer sonnigen Kulisse.

Mit 85 Minuten ist der Film kürzer als andere Filme des gleichen Genres, dennoch weiß er zu unterhalten. Der Stoff, aus dem die Story ist, gibt aber leider auch nicht mehr her.

Das große Emotions-Kino darf man von „Never Die Alone“ nicht erwarten. Man lernt insbesondere die Gedanken und Gefühle des Kriminellen King David kennen, aber sieht auch automatisch die Auswirkungen auf Personen in seinem Umfeld. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die Geschichte, wie sie im Film gezeigt wird, irgendwann irgendwo tatsächlich passiert ist oder sogar alltäglich Bestandteil im Leben eines Drogendealers ist.

In einem Nebenstrang wird eine Wendung erzählt, die im Hauptstrang mündet. Die Charaktere wirken in dem Ereignis zwar authentisch, aber die Darstellung der Nebengeschichte hingegen nicht.
Die Musik ist ein guter Mix aus absolut standardmäßiger Filmmusik und Hip Hop aus der Feder von DMX. Filme mit Musikern in den Hauptrollen neigen ja gerne dazu, mit Musik des Interpreten beladen zu werden (siehe diverse Filme mit Madonna), was hier aber eher nicht der Fall ist und deswegen lässt sich der Soundtrack auch gut mit dem Film vereinbaren. Trotzdem geht er als Standard durch und bleibt deswegen leider unscheinbar. Die DMX-Performances beleben die recht langweilige Filmmusik und wirken sich positiv auf den Film aus.

Die Kameraarbeit ist solide. Es werden keine großen Detailaufnahmen oder Kamerafahrten geboten. Durch das Überbelichten oder das Verwenden eines Filters wird dem Zuschauer signalisiert, dass wir uns in einer Rückblende befinden. Das macht es ebenfalls einfacher die Geschichte zu verstehen und den Film zu verfolgen.

Meine Meinung:
Einfache Geschichte, wenig Tiefgang, aber dafür eine solide Unterhaltung. Ich mochte den Film schon beim ersten Schauen. Auch wenn er nicht jeden Geschmack trifft, so trifft er aber meinen. Streckenweise wirkt der Film wie eine Low-Budget-Produktion, weil häufiger dieses Hinterhof-Feeling aufkommt. Mir persönlich gefällt die Atmosphäre in dem Film und macht ihn für mich auch sehr attraktiv. Nüchtern betrachtet ist es aber nicht mehr als Standard und nicht sonderlich herausragend. Der Film kann nicht mit besonderen technischen Details, Großaufnahmen, Kamerafahrten oder Ähnlichem aufwarten und auch der Soundtrack bietet viel Luft nach oben.
Die schauspielerische Leistung ist ebenfalls nicht herausragend, dennoch gefällt mir die Art und Weise wie DMX seinem Charakter Leben einhaucht und auch David Arquette wirkt erfrischend gut in einem Cast voller Mittelmäßigkeit.

Mir gefällt der Film wahrscheinlich deswegen, weil er mich unterhält. Ich kann den Film aber nicht aufgrund meiner Sympathie besser bewerten, wenn er eigentlich wesentlich schlechter ist.

Meine Wertung:
Spannung: 4,0 von 10
Story: 6,5 von 10
Länge: 6,0 von 10
Gefühl/Emotionen: 5,0 von 10
Authentizität: 5,0 von 10
Musik: 4,0 von 10
Kameraführung: 5,0 von 10
GESAMT: 5,1

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